Ausgabe 
22.12.1936
 
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Abschied von der Flotte.

Berlin, 21. Dez. (DNB) Admiral F o e r st e r, der mit Ablauf des Monats Dezember aus dem aktiven Dienst der Kriegsmarine ausscheidet, holt mit dem 21 Dezember 1936 seine Flagge als Flottenchef nieder. Konteradmiral Carls ist mit der Wahrnehmung des Dienstes als Flottenchef beauftragt.

Deutsches Eisenbatmmaierial fürChina

Berlin, 21. Dez. (DNB.) Am 28. November dieses Jahres ist zwischen dem chinesischen Eisen­bahnministerium und einer deutschen Gruppe, die aus den Firmen Ferrostahl, Friedrich Krupp, Stahlunion und Otto Wolff besteht, unter der Führung der Stahlunion und von Otto Wolff ein Vertrag zustandegekommen, der die Lieferung von Eisenbah nm a t e r i a l auf Kredit im Betrage von 40 Millionen chinesischen Dollars vor­sieht. Bon dieser Summe sollen 10 Millionen Dol­lars für die Wiederherstellung der Peking-Hankow- Bahn, insbesondere der Brücke über den Gelben Fluß, und 30 Millionen Dollars für den Bau und die Ausrüstung einer neuen Eisenbahnlinie ver­wendet werden, die von Chuchow in der Provinz Hunan nach Kweiyang in der Provinz Kweichow führen wird. Die Lieferungen für die Wiederher­stellung der Peking-Hankow-Bahn (10 Millionen Dollars) erfolgen unter Führung der Stahlunion, diejenigen für den Neubau der Kweiyang-Strecke (30 Millionen Dollars) unter Führung von Otto Wolff. Die Rückzahlung der von den deutschen Lieferanten gewährten Kredite wird im Laufe von sechs bzw. zehn Jahren erfolgen. Der Zinsfuß be­trägt 6 v. S). Die neue Eisenbahnlinie biloet die westliche Fortsetzung der jetzt im Bau befindlichen Strecke von Nanschang nach Pinghsia, jie wird u. a. als Sicherheit für den Kredit von 30 Millionen Dollars dienen. Der gegenwärtige Vertrag ist das Ergebnis von Verhandlungen, die auf Grund eines am 22. Januar dieses Jahres geschlossenen Vorver­trages geführt worden sind und fast ein Jahr ge­dauert haben. Er ist ein neuer Ausdruck der vor einigen Jahren von deutschen Firmen aufgenomme­nen vertrauensvollen Zusammenar­beit mit der chinesischen Regierung auf dem Ge­biete des Eisenbahnbaues.

Erweiterter Unfallversicherungsschuh für Berufskrankheiten.

Berlin, 21 Dez. (DNB.) Die demnächst im Reichsgesetzblatt erscheinende Dritte Verordnung über Ausdehnung der Unfallversiche­rung auf Berufskrankheiten dehnt den reichsgesetzlichen Versicherungsschutz der schaffenden Bevölkerung in sehr bedeutsamer Weise aus.

Die häufigste und gefährlichste Berufskrankheit, die schwere Staub-Lungenerkrankung wurde bisher nur dann entschädigt, wenn sie durch berufliche Beschäftigung in bestimmten Betrieben, deren Kreis eng begrenzt war, erworben wurde. Durch die neue Verordnung wird vorgeschrieben, daß diese Erkrankung stets zu entschädigen ist, sofern sie überhaupt bei versicherter Tätigkeit erworben worden ist. Neben der Entschädigung ist der Ver­hütung ein weites Feld bereitet. Auch auf dem Ge- oiete der beruflichen Hauterkrankungen wird der Versicherungsschutz wesentlich erweitert: die Entschädigung ist nicht mehr abhängig von der beruflichen Arbeit mit bestimmten Stoffen. Daneben wird eine Reihe bisher nicht entschädigungspflich­tiger Berufskrankheiten in die Versicherung cinbe- zogen. Das Verfahren über die Feststellung der Entschädigung wird vereinfacht. Die Verordnung tritt am 1. April 1937 in Kraft; sie gilt aber für die neu in den Versicherungsschutz einbezogenen Be- rufskrankheiten rückwirkend für alle Versicherungs­fälle, die nach dem 30. Januar 1933 eingetreten sind, sofern die Krankheit am 1. April 1937 noch besteht. Die Ansprüche dieser Art müssen bis zum 30 Juni 1937 erhoben werden.

Italien in Süd-Arabien?

Aufsehen in London.

London, 22. Dez. (DNB.) Gerüchtweise wurde dieser Tage in London bekannt, daß ein arabischer Scheich aus dem Hadramaut (Südarabien) den Italienern im Hafen von Assadi el F a y e an der Südküste des Hadramaut eine Kon­zession erteilt habe. Ernst zu nehmende Berichte liegen jedoch in London bisher nicht vor. Man weist jedoch darauf hin, daß Großbritannien mit sämtlichen Einqeborenenstaaten des Hadramaut Ver­träge abgeschlossen hat, die verbieten, an andere Nationen als England irgendwelche Konzessionen abzugeben.

D'" M"ldnng über die Erteilung einer Kanrvsswn an die Italiener im Hadramaut hat beträchtliches Aufsehen erregt. Der Gouverneur von Aden bat im Flugzeug Beamte nach Assadi el Faye ent­sandt. die an Ort und Stelle der Angelegenheit nachgehen sollen. Die ersten Berichte über die Ge­währung der Konzession an die Italiener erschie- n»n in der yemmitischen Vresse Es ist daher ver­ständlich, daß zunächst noch keine weiteren Berichte in London vorliegen.

3falienifth=porfua:e<'ifd)e Handels- vereinbarunaen

Rom. 22. Dez. (DNB.) Außenminister Graf C i a n o. der vortuaieüsche Gesandte in Ram. Ins 6 Lobo d'A v i l a Lima, und der Chef der Wirt­schaftlichen Abteilung im portugiesischen Außenmini­sterium Graf Pedro de Tovar haben einige Abmachungen kommerzieller Art zwi­schen Italien und Portugal unterzeichnet.

Jhir ein halber Schritt.

Manqel an Zivileouraae.

Paris, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die amt­liche Mitteilung des Quai d'Orsay an die italienische Regierung, nach der Frankreich nunmehr ebenso wie England die französische Gesandschaft in Addis Abeba in ein Generalkonsulat umwandelt wird in Pariser politischen Kreisen als ein sehr glücklicher Schritt im Sinne einer Verbes­serung der französisch-italienischen Beziehungen be­zeichnet. Allerdings wird ausdrücklich darauf hin- gewiesen. daß diese Maßnahme noch keine An­erkennung der italienischen Oberhoheit in Abes­sinien bedeute Man hält es jedoch nicht für aus­geschlossen, daß der Völkerbund Anfang nächsten Iabres die Oberhoheit Italiens in Abessinien end­gültig anerkennt. Dann sei auch Frankreich und England die Möglichkeit gegeben, die Anerkennung zu vollziehen.

London, 21. Dez. (DNB.) Wie amtlich mitge­teilt wird, hat die britische Regierung der italieni­

schen Regierung eine Mitteilung zukommen lasten, in der sie erklärt, daß die englische Ge­sandtschaft in Addis Abeba in ein Ge- neralkonsulat umgewandelt wird. Diese Ent- scheidung, so wird amtlich mitgeteilt, habe mit den englisch-italienischen Verhandlungen über das Mittel­meer nichts zu tun und stehe in keinem Zusammen­hang mit der Frage der Anerkennung Der Erobe­rung Abessiniens.

Rumänische Rüftungsverftärkung Das Ergebnis der Pariser Besprechungen

Antonescus.

Bukarest, 22. Dez. (DNB.) König Carol bat anschließend an Außenminister Antonescus Pariser Besuch an jene Mitglieder des französischen Kabinetts, mit denen der Außenminister verhan­delte, hohe Auszeichnungen verliehen. Mi­nisterpräsident Blum wurde mit dem Großkreuz des OrdensFür treue Dienste", einer von König Carol selber geschaffenen hohen Auszeichnung, be­dacht.

Den finanz- und rüstungspolitischen Ergebnissen der Pariser Besprechungen An­tonescus wird immer größere und unmittelbare praktische Bedeutung beigemessen. In erster, Linie sollen sich diese Ergebnisse für den Ausbau der rumänischen Luftwaffe auswirken. Un­mittelbar nach der Rückkehr des Außenministers soll eine Besprechung mit dem Minister für das Luft­fahrtwesen stattfinden. Anschließend daran soll auch eine Abordnung hoher rumänischer Offi­ziere nach Paris fahren, um an Hand der grundsätzlichen Vereinbarungen Antonescus die technischen Verträge auszuarbeiten.

Frankreichs Landesverteidiauna

Paris, 22. Dez. (DNB.) Unter dem Vorsitz des Ministerpräsidenten Blum fand am Montagnach­mittag eine Ministerbesprechung über Fra­gen der Landesverteidigung statt. An der Aussprache nahmen teil die Minister ohne Geschäfts­

bereich Chautemps, Paul Faure und Divlette, ferner Kriegsminister Daladier, Kriegsmarineminister Gas- nier-Duparc, Luftsghrtminister Cot und Außenmini­ster Delbos.

tXRtlitarifierung Der Krauen in GowjetrußlanD.

Moskau, 21. Dez. (DNB.) Im großen Kreml- Palais wurde am Sonntag die Beratung der Frauen der roten Kommandeure eröff­net, die von den Sowjets als große Propaganda­veranstaltung zur Militarisierung der Sowjetfrauen aufgezogen wird. An den Be­ratungen nehmen Stalin und alle Mitglieder der Regierung, sowie die Sowjetmarschälle teil. Die Eröffnungsrede hielt Knegskommissar Woroschi­low, der nicht nur diekulturelle" Betätigung der Frauen der Kommandeure der roten Armee hervor- yob, sondern auch besonders lobend erwähnte, daß die Sowjetfrauensich zu richtigen Kämpfern in den verschiedenen Spezialitäten der Kriegskunst" herausbildeten. Außer der roten Armee habe die Sowjetunion noch eine zweite Armee, die ebenfalls machtvoll und unbesiegbar fei, die Armee der Frauen der roten Kommandeure. Auch diese Armee werde einst aufstehen, wennder Kriegsfall versuchen sollte, die Sowjetunion zu überfallen". Woro­schilow rief:Im Kamps für den Frieden sind wir schon längst bereit zum Kampf für den Schutz unserer Unabhängigkeit? In den Vorträgen der verschiedenen Frauenvertreterinnen wurden unter lebhaftem Beifall der roten Generalität immer neue Beispiele von Frauen erzählt, die zu Scharfschützen, Fliegern, Tanksührern usw. ausgebildet werden.

Ein Eurasia-^lngzeug beschlagnahmt.

Nanking, 21. Dez. (Ostasiendienst des DNB.) In L a n ch o w , der Hauptstadt der Provinz Kansu, wurde ein der Eurasia-Gesellschaft gehö­rendes Junkers-Flugzeug von den meutern­den Truppen Tschanghsueliangs beschlag­nahmt

Sie gesamlelugenWse Sache derSiller-lugend

Vereinbarung zwischen der Sebietsführung Seffen-Tlaffau (13) der S53. und der Gauamtsleitung der AG.-Volkswohlfahrt.

NSG. Die Hitler-Jugend hat als nationalsozia­listische Organisation den totalen Führungsanspruch an bie gesamte deutsche Jugend und somit auch an die gefährdeten, aber erbgesunden und erziehbaren Jugendlichen. Dieser auf alle Lebensgebiete sich er­streckende politische Führungsanspruch hat zu einer Vereinbarung zwischen der Gebietsführung der Hitler-Jugend und der Gauamtsleitung der NS.-Volkswohlfahrt bezüglich der Sozialerzie- h u n g geführt.

Diese Vereinbarung regelt besonders alle Fragen der I u g e n d h i l f e, die politisch eine Angelegen­heit der HI., fachlich jedoch die der NSV. ist. Um eine reibungslose Zusammenarbeit zu gewährleisten, werden die Unterabteilungsleiter für Jugendhilfe bei den Kreisamtsleitungen der NS.-Volkswohl- fahrt als Jugendhilfereferenten in die Sozialstellen der Banne eingesetzt, wodurch das Arbeitsgebiet der NS.-Volkswohlfahrt zugleich das der Hitler- Jugend wird. Aufgabe der Nationalsozialistischen Jugendhilfe ist es in erster Linie, Vorsorge in der Jugendpflege und Jugenderziehung zu treffen, was zweifellos nur durch die lebendige Verbindung der dafür verantwortlichen Stellen mit den Einheiten bis zum kleinsten Pimpf ermöglicht wird. Darin liegt der Wert der ganzen Zusammenarbeit.

Auch die Einheitlichkeit in der Bearbeitung pflege- rechtlicher Maßnahmen und in der Wahrung der rechtlichen Interessen der Jugendlichen bei Entschei­dungen der Jugendämter bezw. der Jugendgerichte ist nun gewährleistet. In diesen Fällen ist neben dem Sachbearbeiter der NS.-Jugendhilfe auch der Rechtsstellenleiter des Bannes zuständig, d. h., daß die Rechtsorganisation der HI. zur Mitbestimmung an den Aufgaben der Iugendgerichtsbarkeit heran­gezogen wird, wobei in jedem Falle für etwaige disziplinarische Bearbeitungen Mitteilung an die Personalstelle des Bannes bzw. des Jungbannes, wenn es sich um ein Mitglied des Jungvolks, des Untergaues ober Jungmädeluntergaues, wenn es sich um BDM. ober Jungmädel handelt, gemacht wirb.

Die getroffenen Abmachungen, bie sich auf die Vereinbarung zwischen der Reichsfugendführung und dem Hauptamt für Volkswohlfahrt stützen, er­möglichen endlich Zug um Zug eine Lösung aller noch offenstehenden Fragen ber Sozialerziehung. Die Beauftragten des Gebietsführers, der Ober­gauführerin und des Gauamtsleiters ber NSV. bleiben in allen Fragen ber sozialen Betreuung in laufender Verbindung untereinander und behe­ben gemeinsam alle vorkommenden Schwierigkeiten.

Aus aller Well.

Zwei Mi lionen Unterernährte in Westschottland.

London, 22. Dez. (DNB. Funkspruch.) Ein Untersuchungsausschuß der Labour-Party, der in den letzten Wochen bie Notstanbsgebiete von Westschottland besuchte, ist nach einer Meldung desDaily Herald" zu dem Ergebnis ge­langt, daß in dieser Gegend etwa 2 Millionen Menschen unter mangelhafter Ernäh­rung leiden. Noch zu keiner Zeit in der Geschichte Schottlands seien so viele Menschen auf öffentliche Unterstützung angewiesen gewesen wie heute. In der Industriestadt Glasgow, die nicht als Not­standsgebiet gilt, empfangen nahezu 14 v. H. der gesamten Bevölkerung Armenunterstützung.

Corb Nuffield stiftel 2 000 000 Pfund für die englischen Notstandsgebiete.

Lord Nuffield, der bekannte englische Auto­mobilindustrielle, der erst kürzlich einen Riesen­betrag für medizinische Forschungen gestiftet hat, stellte jetzt 2 0 0 0 0 0 0 Pfund für öie Not - ftanbsgebiete zur Verfügung. Das Geld ist Vertrauensmännern übergeben worden, bie es nach ihrem Gutbünken zugunsten der Notstandsgebiete verwenden. Lord Nuffield erklärte, daß er mit die­ser Spende dem Vertrauen zum neuen König Aus­druck geben und die Nationalregierung, insbesondere Baldwin, unterstützen wolle.

Deutscher Dampfer an der norwegischen Küste gesunken.

Der DampferAfrika" der Reederei Schulte & Bruns, Emden (Atlas-Reederei), der mit einer Ladung von 11 500 Tonnen Erz auf der Reise von Narvik nach Emden war, ist an ber norwegischen Küste, nörblich von Drontheim, bei schwerem Wet­ter gesunken. Der beutsche DampferFrielink- haus" konnte von ber 38 Mann starken Besatzung 37 Angehörige übernehmen. Ungewißheit besteht nur über das Schicksal des Kapitäns. Man befürch­tet, baß er ertrunken ist.

Junges Ehepaar in der Donau ertrunken.

Bei Melk an ber Donau verunglückte »in jung verheiratetes Ehepaar. Ein Mann wollte sei­nem Schwager, ber auf einem vor Melk veranker­ten Dampfer stand, vom Ufer aus ein Paket zu­werfen. Er glitt dabei aus und stürzte in den Strom. Seine Frau sprang ihm ohne zu zögern nach, doch zog sie der verzweifelt in den Wellen ringende Mann vor den Augen ihres Bruders in die Tiefe.

Jüdischer Lmigrantenschwindel in Budapest.

Die Budapester Polizei kam vor einiger Zeit einer großzügig aufgezogenenOrganisation" auf die Spur, die angeblich für aus Deutschland geflüchtete Emigranten Sammlungen durchführte. Die Lei­ter dieser Sammelaktion waren aus Deutschland aus» gewanderte Juden. Die Ermittlungen ergaben, daß die Juden nur fürihre Tasche sammelten und gar nicht daran dachten, anderen irgendwelche Unter­

stützung zuteil werden zu lassen. Die Gelder brachten sie im Budapester Nachtleben durch. Die jüdischen Verbrecher wurden zu Freiheitsstrafen verurteilt, nach deren Verbüßung sie des Landes verwiesen werden.

Sieben Tote bei einem Fährunglück in Sowjet­ruhland.

Wie die Prawda berichtet, hat sich auf dem Bai­kalsee ein schweres Fährunglück ereignet. Belm Uebersetzen geriet ein mit sieben Personen besetztes Fährboot in Nebel und verlor die Orien­tierung. Erst 24 Stunden später wurde es vorn Wind an Land getrieben. Im Boot fand man vier der Insassen t ö t auf. Sie waren erfroren. Die drei übrigen sind ertrunken. Das Unglück, das, wie die Prawda sagt, nicht das erste dieser Art auf dem Baikalsee ist, soll nach dem Blatt auf Fahrlässigkeit bei der staatlichen Schiffahrtsgesellschaft zurückzu­führen fein, die nichts zur Durchführung eines ge­ordneten Fährbetriebes getan habe.

kohlenoxydgasvergiflung auf einem französischen Schleppkahn.

Ein Unglücksfall ereignete sich an Bord eines französischen Schleppkahns, ber in Fontainebleau vor Anker lag. Die siebenköpfige Familie bes Schif­fers fand man mit schweren Kohlenoxydgas- oergiftungen in ihren Betten auf. Drei Kin­der waren bereits t o t. Der Vater und ein elf­jähriger Sohn schweben in Lebensgefahr, während die Mutter und das fünfte Kind mit dem Leben baoonfommen bürsten.

Schweres Eisenbahnunglück in Südafrika.

Auf der Strecke von Port Elizabeth nach Kap­stadt e n t g l e i st e ein Elsenbahnzug. Dabei kamen acht Personen ums Leben, 35 wurden verletzt. Don den Verletzten befindet sich eine größere An­zahl in Lebensgefahr.

Unglücksserie in der amerikanischen Zivilluftfahrt.

Nach einem in ©alt Lake-City (Utah) aufgegebe­nen Funktelegramm hat der Leutnant Cooper, ein Flugzeugführer der Nationalgarde, die Trüm­mer des seit mehreren Tagen verschollenen Postflugzeuges in unwegsamer Bergwildnis in der Nähe von Calder (Idaho) aufgefunben. Die beiden Bordinsassen waren tot. Die bekannte Fliege- rin Emilia Earhart ist in Salt Lake-City ein» getroffen, um an der Suche nach dem seit etwa einer Woche mit fieben Insassen verschollenen Passa- gierslugzeug, das in der Bergwildnis von Utah ab gestürzt fein muß, teilzunehmen. Die Such- aktion nach diesem Flugzeug wird von Hunderten von Personen und mit Hilfe zahlreicher Flug- maschinen durchgeführt. Aus Port Jervis im Staate Neuyyrk wird ein dritter Unfall, von dem die amerikanische Zivilluftfahrt betroffen wurden ist, gemeldet. Dort ist ein Passagiertrans­portflugzeug mit elf Insassen bei einer gefahrvollen Notlandung während schweren Sturmes stark be­schädigt worden. Vier Passagiere wurden schwer

verletzt. Nur ber Geschicklichkeit und dem Mut der dreiköpfigen Besatzung, unter ber sich auch ber bekannte Transatlantikflieger Dick Merrill be« fand, ist es zu verdanken, daß eine größere Kata« strophe vermieden werden konnte.

Dammbruchkatastrophe in Japan.

Infolge eines neuen Bruches des ©tau* b a m m e s ber Grubenanlage bei Ozaruzawa wür­ben wieder die Dörfer unterhalb des ©taubammes überschwemmt. Obwohl Der größte Teil ber Bevölkerung flüchten konnte, sind 18 Tote bzw. Ver­mißte unb 40 Verwundete zu beklagen. Die Dörfer wurden geräumt.

Kunst unö Wissenschaft.

Beileidsbezeugungen zum To^e von Geheimrat Wiegand.

(Scherl-Bilderdienst-M.)

Reichsminister Rust telegraphierte an Frau Oe* Heimrat Wiegand:Hochverehrte gnäbiae Frau! Lassen Sie mich an Ihrem schweren Leid für mein Teil mittragen. Theodor Wiegand ist mir mehr als ein großer Name in der Altertumswissenschaft und der hochverdiente Präsident des Archäologischen In­stitutes. Ich habe ihn in den Jahren gemeinsamer Verantwortung als einen tapferen Menschen und geraden Charakter kennengelernt und werde immer an ihn voll ehrlicher Hochachtung denken. In herz­licher Teilnahme

Ihr Reichsminister R u ft."

Ministerpräsident Generaloberst Göring sandte an Frau Wiegand folgendes Beileidstelegramm: Zum Tode Ihres verehrten Gatten spreche ich Ihnen meine herzliche Teilnahme aus. Das Werk und die Persönlichkeit des Heimgegangenen sichern ihm ein Gedenken, das stets in der von ihm geschaffenen Antiken Abteilung der staatlichen Museen sichtbaren Ausdruck finden wird. Mir wird auch die treue Mit­arbeit des Verstorbenen im Preußischen Staatsrat immer unvergeßlich bleiben. Das tatenreiche Leben Theodor Wiegands hat der Forschung und dem Va­terland gehört. Der stete Dank des deutschen Volkes ist ihm gesichert.

Gez.: Ministerpräsident Generaloberst Göring."

Freiheit für MmMndp»-

^Kowno, 21. Dez. (DNB.) Der litauische Staatspräsident hat aus Anlaß der Feier­tage auf dem Gnadenwege weitere acht Memel- l ä n d e r, die in dem Kriegsgerichtsprozeß im Frühjahr 1935 zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt wurden, die Strafe erlassen. Die Begnadigten sind der zu zehn Jahren Zuchthaus und Beschlagnahme des Vermögens verurteilte Fritz Scheschkewitz, ber zu acht Jahren Zuchthaus und Be­schlagnahme des Vermögens verurteilte Kurt Reh­berg, der zu sechs Jahren Zuchthaus unb Be­schlagnahme bes Vermögens oerurteUte Ernst Gaeb- ler, bie zu vier Jahren Zuchthaus unb Beschlag­nahme des Vermögens verurteilten John Brinkies und Martin Füllhase, ferner der zu sechs Jahren Zuchthaus verurteilte Walter Schneller und die zu vier Jahren Zuchthaus verurteilten Kurt Sturze- becker unb Walter Loerzer. Außerdem wurden von den politischen Gefangenen bei 22 Bauern die Strafe herabgesetzt, die sie wegen der Ausschreitungen in Südlitauen erhalten hatten. U. a. wurden bie Stra­fen von zwölf zu lebenslänglichem Zuchthaus ver­urteilten Bauern auf 15 Jahre Zuchthaus befristet.

Stau Tschiangkaischek nach Gianfu abqeflogen.

N a n f i n g, 22. Dez. (DNB. Funkspruch. Ostasien­dienst des DNB.) Frau T s ch i a n g k a i s ch e k ist mit ihrem Bruder T. V. ©ung und dem englischen Berater Tschiangkaischeks, Donald, am Dienstag- vormittag von Nanking nach © i a n f u abgeflogen, um die Verhandlungen mit dem meuternden Mar­schall Tschanghsueliang fortsetzen.

Weikerbpsicht

des Beichswetterb'enstes. Ausvabeort Frankfurt

Unter dem Einfluß des festländischen Hochdruck­gebiets erreichte die Witterung einen sehr gleich- mäßigen Verlauf. Während m großen Teilen Deutschlands heiteres Wetter herrscht, hat sich bei uns eine ausgedehnte Nebeldecke erhalten, über die jedoch die höheren Berggipfel herausragen. Eine wesentliche Aenderung der bestehenden Witterung ist vorerst nicht zu erwarten.

Aussichten für Mittwoch: In den Niede- rungen vielfach Nebel oder Hochnebel, darüber heiter, bei schwachen Winden Temperaturen um 0 Grad.

Aussichten für Donnerstag: Fortdauer bes trockenen, in den Niederungen aber vielfach nebligen Hochdruckwetters.

Lufttemperaturen am 21. Dezember: mittags 0 Grab Celsius, abends0,2 Grad; am 22. De­zember: morgens1,0 Grad. Ttarimum +1,3 Grad, Minimum, heute Nacht1,4 Grad. Erd- temperaturen in 10 cm Tiefe am 21. Dezember: abends +1,5 Grad, am 22. Dezember: morgens + 1,2 Grad Celsius.

Hauptschriftleiter Dr. Fr. W. Lange (verreist). Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumschein. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: i. B. Ernst Blumschein: für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigen- leiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. XI. 36: 11 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen. Monatsbezugspreis RM 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 M mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags

15 Pf., mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.