Ausgabe 
22.12.1936
 
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Ur. 299 Erstes Blatt

186. Jahrgang

Dienstag, 22. Dezember 1936

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Der Berufsweg der jungen Generation.

Don Dr. Erich Schmidt.

In der Geschlechterfolge besteht das ewige Leben der Nation. Die Jugend von heute ist der Trä- ?er des Staates von morgen, lieber die zu- ünftige Leistungsfähigkeit des deutschen Volkes ent­scheidet die heutige Ausbildung des beruflichen Nachwuchses. Es ist deshalb selbstverständlich, daß wir diesen Fragen unsere ganz besondere Sorgfalt zuwenden müssen. Es kann auch unter den Beteilig­ten, denen die Ausbildungspflicht gegenüber der Jugend obliegt, nicht mehr dem Belieben des ein­zelnen überlasten bleiben, ob und wie weit er diese Verpflichtung erfüllt. Klar ist deshalb in den An­ordnungen des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring zum Vierjahresplan, die am 7. November erlassen wurden, zunächst für die Eisen- und Metall­wirtschaft sowie für das Baugewerbe die Aus­bildungspflicht für die Betriebe fest­gelegt worden

Wie notwendig diese Anordnung war, zeigt die Tatsache des besonders starken Rückganges der Lehrlingsausbildung der beiden genannten wichtigsten Schlüstelgewerbe unserer Wirtschaft in den Jahren der Wirtschaftskrise. Jeweils vom 1. Juli bis zum 30. Juni des nächsten Jahres reicht der Berichtsabschnitt der Arbeitsämter über die Berufsberatung und Lehrstellenvermittlung. Aus diesen Berichten erfährt man, daß in der Eisen- und Metallwirtschaft im Berichtsjahr 1930/31 den Arbeitsämtern noch 36 907 Lehr- und Anlernstellen zur Besetzung gemeldet wurden. Bis aus 28 496 ging die Zahl der offenen Lehr- und Anlernstellen im Berichtsjahr 1932/33 zurück, während allein im ersten Quartal dieses Jahres 42 281 offene Lehr- und Anlernstellen in der Eisen- und Metallwirt­schaft besetzt werden konnten. Achnlich war im Baugewerbe die Entwicklung verliufen. Hier trat der Tiefpunkt in der Lehrlinasausbildungs schon im Berichtsjahr 1931/32 bei 5674 gemeldeten offe­nen Lehr- und Anlernstellen ein. Dagegen waren es 17 298 gemeldete offene Lehr- und Anlernstellen allein im ersten Quartal 1936.

Besondere Leistungen hat das Handwerk au; dem Gebiete der Lehrlingsausbildung auszu­weisen. Nach Ermittlungen des Statistischen Reichs­amtes kommen in der Wirtschaftsabteilung Indu­strie und Handwerk etwa 70 v. H. aller Lehrlinge auf die Betriebe mit 1 bis 10 Beschäftigten. Das entspricht Ermittlungen des Reichsstandes des Deut­schen Handwerks, nach denen von den 564 000 Lehr­lingen in Industrie und Handwerk im Jahre 1933 ohne Saarland 419 000 oder 7 4,3 v. H. i m Handwerk ausgebildet wurden. Jetzt führt der Reichsstand des Handwerks halbjährlich mit den Stichtagen des 30. Juni und 31. Dezember genaue Erhebungen über die Lehrlingsausbildung im Hand­werk durch. Danach wurden am 31. Dezember 1935 insgesamt 530 378 Lehrlinae in den deutschen Hand­werks-, und Gewerbekammerbezirken gezählt. Bis zum 30. Juni 1936 war die Zahl von 577 204, also um 46 826 oder um 8,8 v. H. g e ft i e q e n. Hier­bei muß betont werden, daß erst die Erfolge der Arbeitsschlacht diese wieder erhöhte Ausbildung van Lehrlingen im Handwerk ermöglicht haben. War doch die Lehrlingsausbildung im Handwerk von 765 000 Lehrlingen im Jahre 1926 bis auf 420 000 Lehrlinge gesunken. Aber selbst die Zahl von 420 000 gibt noch ein zu günstiges Bild der wirklichen Lage im Tiefpunkt der Krise. Denn groß war damals die Zahl der Streitfälle vor den Lehr- lin^sschiedsgerichten, die darum entstanden waren, weil der Handwerksmeister mangels Arbeit keine Ausbildungsmöglichkeit hatte und deshalb der Lehrling das Ziel, nämlich die Ab­legung der Gesellenprüfung, in der vorgeschriebenen Zeit nicht erreichte.

Heute kann das Handwerk wieder zur Ausbildung von Lehrlingen in vollem Maße übergeben. Für die Erhaltung des eigenen Bestandes an Gesellen und Meillern wäre für das Handwerk ein jährlicher Lehrlings zugang von etwa 120 000 erforderlich. Durch die Mehrausbildung kann also das Handwerk Jahr für Jahr etwa 50 000 bis 100 000 hochwertig ausgebildete Gesellen an die Industrie und andere Gruppen der Wirtschaft abgeben. Die Hand­werkslehre ist gerade deshalb so wesentlich, weil sie eine allseitige Ausbildung gewährleistet, wäh­rend im Großbetrieb die Gefahr zu frühzeitiger Spezialisierung gegeben ist. Das hat ja auch die Reichsgruppe Industrie veranlaßt, auf besondere Maßnahmen zur Sicherstellung vielseitiger Lehr­lingsausbildung Bedacht zu nehmen. Die Ausbil­dungskräfte der einzelnen Betriebe sollen selbst eine besondere Schulung für die Ausbildung in den Be­trieben durchlaufen, die über eigene Lehrlingswerk­stätten verfügen.

Andere Vorschläge zielten darauf hinaus, möglichst alle Lehrlinge der gewerblichen Wirtschaft die ersten beiden Lehrjahre im Handwerk durchlaufen zu lassen, um bann daran die Spe­zialausbildung im dritten Lehrjahr in Industriebetrieben anzuschliehen. Gegenüber die­sen Plänen weist Dr. Schüler, der Generalsekretär des Reichsstandes des Deutschen Handwerks, in der Zeitschrift des Handwerks darauf hin, daß der Lehr­ling in den ersten beiden Lehrjahren einen erheb­lichen Aufwand an Mühe und Kosten verursacht, die er nur zum Teil im 3. und 4. Jahre der Lehre auszugleichen vermag", fährt Dr. Schüler bann fort,bie zugleich eine Erhöhung bes Aufwanbes mit sich bringt, hat eine Verminbe- rung ber Wirtschaftlicheit bes Betriebes zur Folge, welche nur bis zu einer gewissen Grenze tragbar ist, wenn nicht eine Schäbigung ber Lehr- lingsausbilbung insgesamt herbeigeführt werben

Deutsche Volksweihnacht 4936.

23000 Feiern im ganzen Neich.-Weihnachisfreude für 3 Millionen Kinder. Neichsminister Dr. Goebbels spricht zu den Kindern und Eltern.

Berlin, 21. Dez. (DNB.) Es konnte keinen schöneren Auftakt für bas nahenbe Fest ber Liebe geben als bie Weihnachtsfeiern, zu benen sich am Montagabend in allen Gauen des Reiches Millionen von Volksgenossen und Kindern um strahlende Weihnachtsbäume scharten. Gleich einer großen Familie feierte ganz Deutschland an diesem Abend Weihnachten. Zum vierten Male im Reich Adolf Hitlers ist es dadurch, daß der eine für den anderen eintrat, möglich geworden, das schönste aller Feste zu einer wahren Volksweihnacht zu gestalten. Denn soweit es nur angeht, ist durch bie Betreuung ber NSV. innerhalb unb außerhalb biefer Feiern keiner von benen vergessen wor­ben, bie ber Hilfe bebürfen.

In einem noch größeren unb schöneren Rahmen als in ben Jahren zuvor, waren biesmal bie 23 000 Feiern von ben Gliederungen ber Bewegung unb ben ihr angeschlossenen Verbänden vorbereitet. In der Reichshauptstadt fanden unter der Leitung der Hoheitsträger der Partei etwa 200 solcher Feiern statt. 70 000 Kinder und Erwachsene konnten hier beschert werden.

Wie im vorigen Jahr, so war auch diesmal wie­der die Feier im Saalbau Friedrichshain ber geistige Mittelpunkt bieses Festes ber Volks­weihnacht. Auf ben Geschenktischen lagen in großen unb kleinen Päckchen viele schöne Dinge, die bie Herzen ber Kleinen es waren 2500 eingelaben erwartungsfroh höher schlagen ließen.

Stürmischer Jubel begrüßte schon braußen am Rande des Friedrichshains und dann im Saale den Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels, der ge­gen 19 Uhr in Begleitung seines Stellvertreters Staatsrat Görlitz er unb bes SA.-Obergruppen- führers von Jagow erschien.

(Meiler

Reichsmimsler Dr. Goebbels

nahm von ber Bühne aus bas Wort zu seiner An­sprache, die über die deutschen Sender in alle 23 000 Weihnachtsfeiern und darüber hinaus zum ganzen deutschen Volk getragen wurde. Er führte aus:

Liebe Kinder! Ich habe das große Glück, in dieser festlichen Stunde, die drei Millionen Kinder in ganz Deutschland vereinigt, über die Aether- wellen zu euch allen zu sprechen. Ihr seid in Nord und Süd und Ost und West versammelt, um ge­meinsam die frohe Weihnachtsbotschaft entgegenzu­nehmen und dann im wahrsten Sinne des Wortes vom Volke beschert zu werden.

AmTage der nationalen Solidarität" haben alle guten Deutschen in einem bis dahin noch nicht erlebten Opferwillen ihre Schrrflein zu­sammengetragen und sich damit nicht nur zur Volksgemeinschaft, sondern auch zu einer wahren deutschen Nächstenliebe zusammengeschlossen.

Manch einer von den Opfernden hat wahrscheinlich gar nicht gewußt, daß, weil er fein Letztes her­gab, am heutigen Abend ein deutsches Kind glück­lich unb froh gemacht werden kann. Denn die, die heute von uns beschert werden, stehen nicht auf der Sonnenseite, sondern im Schatten des Lebens. Und wenn wir alle uns ihrer nicht angenommen hätten, bann wären sie selbst beim Weihnachtsfest gänzlich einsam und verlassen geblieben. Wieviel Bitterkeit unb Wehmut würden dann die Feiertage, die sonst nur Freude unb Jubel vor allem für unsere Kinder mit sich bringen, in ihren jungen Herzen zurück- lassen!

Das ist auch ber Grund, warum wir uns ihrer im nationalsozialistischen Reich vor allem zu Weih­nachten besonbers angenommen haben. Noch kein Jahr ist vergangen, in bem wir nicht in einer großen unb umfassenben Millionenfeier ein echtes Volksweihnachten festlich begangen hätten. Das, was 1933 noch neu und kaum durchführbar erschien, ist damit heute schon schöner und fast selbstver­ständlicher Brauch geworden.

Ich weiß, daß um diese Stunde auch unzählige

Kinder aus Familien, in denen das Weihnachtsfest [eit jeher nur Freude und Glück brachte, mit uns durch den Rundfunk vereint sind. Wenn ich mich an sie besonders wende, so deshalb, weil ich sie bit­ten möchte, in allem bevorstehenden Festesglanz niemals zu vergessen, daß es in Deutschland und überall in der Welt unzählige andere Kinder gibt, denen das Schicksal nicht so gnädig ist, und die deshalb, wenn man sich ihrer nicht besonders an­nimmt, von jeder Freude ausgeschlossen bleiben. Daß wir sie in Deutschland mit einem eigenen Fest beglücken, das soll allen anderen Kindern eine Lehre und Mahnung sein, die Volksgemeinschaft schon früh zu üben, damit sie später selbstverständliche Wirk­lichkeit wird.

3n diesem Jahre braucht in Deutschland zu Weihnachten niemand das Gefühl zu haben, daß er allein steht. Alle, besonders die Kinder, sollen wissen, daß sie zu einem gemeinsamen

Vaterland gehören, das von ihnen nicht nur Opfer in der Not verlangt, sondern ihnen auch Freude bei den Festen gibt. Sie sollen wissen, daß wir alle Kinder eines wieder stolzen, glück­lichen und freien Volkes find, und das um so tiefer empfinden, wenn sie sehen, daß überall anderswo in der Well nur haß, Unordnung und Aufruhr herrschen, während Deutschland eine stille, glückliche Insel des Friedens ist.

Bei uns ist bie Weihnachtsbotschaft wirklich wahr geworden; darum auch sind wir Deutschen heute so froh und glücklich und die­nen voll treuer und freudiger Hingabe dem großen Werk der Wiederaufrichtung unseres Landes. Darum freuen sich die Erwachsenen mit den Kin­dern, weil sie in ihnen nicht nur ihre leiblichen Nachkommen, sondern auch die zukünftigen Träger ihrer heutigen Aufgaben sehen. Darum aber dankt

Wahrzeichen -er Gemeinschaft?

Winterhilfe bringt Weihnachtsfreude.

Von Kaupiamtsleiter Erich Hilgenfeldt.

Als während ber Olyrnpiabe 1936 unzählige aus­ländische Besucher Näheres über das Winterhilfs­werk erfuhren, als sich viele von ihnen persönlich in dem Haus der NSV. am Maybachufer in Ber­lin von der Größe der Leistungen überzeugen konn­ten, wurde der ungeheure Umfang und die Genauig­keit ber Arbeit viel bewundert.

Was uns allen in Deutschland und besonders den meisten Ausländern noch größer erscheint, ist die innere Leistung, bie bieses Winterhilfswerk geschaf­fen hat und durchführt. Was für uns Deutsche jelbstoerständlich erscheint, die innere Hin­gabe, das Opfer, ist für die Menschen in der Welt ein unfaßbares Ereignis. Sie alle erinnern sich zwar einzelner Sammlungen zugunsten mild­tätiger Zwecke, deren Erfolge durch die Größe der Propaganda bedingt sind, aber unglaublich erscheint ihnen jene Stetigkeit des Erfolges. Sie alle haben prophezeit, als das zweite Winterhilfs­werk und die folgenden Winterhilfswerke begonnen wurden, daß, je mehr Jahre ins Land gehen wür­den, auch der Elan des Einsatzes für das Winter­hilfswerk verschwinden müßte. Sie und alle, die in Deutschland dem Winterhilfswerk kritisch gegenüber^ standen, sind enttäuscht worden.

Die Idee, bie ber Führer in harter Kampfzeit in bas Volk getragen hat, hat mit dem Laufe ber Jahre immer mehr an Wirkung gewonnen, ist im­mer mehr in bie Tiefe gedrungen. Für sie ist das W i n t e r h i l f s w e r k leuchtendes Bei­spiel. Das ganze Volk opfert an den großen Sammeltagen des Winters, am Tage der natio­nalen Solidarität, beimEintopf" immer wieder unb wieder Groschen um Groschen, Lebensrnittel und Kleidung. Die gewaltige Zahl der ehrenamt­lichen Helfer aber tut noch mehr, sie opfert ihre Freizeit nach einem mühevollen Tag der Arbeit, ihre Sonntage für das Winterhilfswerk!

Die Gesamtleistungen find dauernd gestiegen. Be­trugen sie 1933/34 = 358 Millionen Mark, 1934/35 = 367 Millionen, so find sie im letzten Winterhilfs­werk auf 370 Millionen Mark gestiegen.

Dieses Hilfswerk, an dem bie ganze Nation mit­arbeitet, ist nur möglich infolge des uneinge­schränkten Vertrauens, das ihm in Deutschland entgegengebracht wird. Jeder weiß, daß tatsächlich jeder Pfennig dem großen Ziel zu­geführt wird. Diese Zahlen sprechen aber auch da­für, daß die Fähigkeit, Opfer zu bringen, die uns in Deutschland in der Zeit vor 1933 schein­bar fremd geworden war, zu einer Charakter­eigenschaft unseres Volkes geworden ist. Die Erziehung des deutschen Menschen, die sich

hierin ausspricht, ist für uns alle von noch höherem Wert als diese Leistungen.

Denn durch dieselbe Fähigkeit, die sich hier im Kampfe des Friedens bewährt, wirb das Volk sein Geschick auch in Not unb Kampf um seine Existenz zu tragen imftanbe sein. In biesem Sinne gilt bas Wort bes Führers, baß bas Winterhilfswerk eine Herzensangelegenheit bes b e u t = scheu Volkes sei. Es erzieht nicht nur zum Opfer schlechthin sonbern zum freudigen und bewuß­ten Opfer für bie Volksgemeinschaft.

Es ist ein Beispiel für bie gewaltige Gestaltungs­kraft, bie biefer zum Winterhilfswerk zusammen­gefaßten Volksgemeinschaft innewohnt, baß ber Er­folg des Winterhilfswerks immer mehr seine Ziele und Grundsätze verschiebt. Ursprünglich sollte das Winterhilfswerk dazu dienen, die deutschen Menschen, die während des Winters arbeitslos oder sonst bedürftig waren, über die Nöte des Winters Hinwegzubringen und ihnen wenigstens die größ­ten Sorgen abzunehmen. Die Arbeitsschlacht, an deren Erfolg das Winterhilfswerk gewaltigen An­teil hat, hat mit der Verminderung der Zahl der Betreuungsbedürftigen zugleich auch einen wirkungs­volleren und stärkeren Einsatz der angeftiegenen Mit­tel ermöglicht. Immer intensiver kann geholfen werden, immer mehr nähern sich damit die Grundsätze des Winterhilfswerks denen ber NSV., bie nachhaltig helfen will und beshalb ihre Mittel geballt einsetzt.

So wird das Winterhilfswerk immer mehr zum Bundesgenossen der PSV. - Arbeit, die mit ihrem Einsatz in ben großen Notstandsgebieten Deutschlands, mit ihren Erho­lungsmaßnahmen weit hinaus in die Zukunft ar­beitet, der die ganze Politik bes Führers gilt. So beweist bas Winterhilfswerk feine geschichtliche Größe baburch, daß es weit über seinen Rahmen hinauswirkt.

Das ganze beutsche Volk erlebt in diesen Tagen das große Fest der deutschen Familie, denn das W e i h n a ch t s f e st ist wie kein anderes ein Fest der Familie. Wir danken es dem Führer, daß wir dieses Fest in Frieden und Besinn­lichkeit feiern können, seinem außenpolitischen Wirken, seiner großen Politik der Befrie­dung. Wenn jeder Deutsche in diesen Tagen sein Weihnachtspaket dem Winterhilfswerk zur Verfü­gung stellte, wenn jeder daran denkt, wie er dem anderen Freude machen kann, dann zeigt sich hierin, daß das Winterhilfswerk über all der Bedeutung, die es als Erziehungs-, die es als Wirtschaftsfaktor hat, Wahrzeichen ist, daß das deutsche Volk zu sich zurückgefunden hat, zu dem Geist derer, bie vor uns waren.

soll." Eine Durchführung bes Vorschlages einer all­gemeinen Lehrlingsregelung mit ben beiben ersten Ausbildungsjahren im Handwerk und daran an­schließender Ausbildungszeit in einem Industriebe­trieb hätte also einen entsprechenden Lastenaus- gleich zur Voraussetzung.

Wir dürfen heute feststellen, baß nach Ueberwin- bung ber Millionenarbeitslosigkeit unb burck ent­sprechend Erziehungsarbeit in ber HI. ber Aus - bilbungswille ber beutschen Jugenb roieber ganz erheblich gesteigert ist. Ganz beutlich läßt sich bas ablesen an ben Zahlen ber Ratsuchenben, bie sich an bie Berufsberatung unb Lehrlingsvermittlung ber Arbeitsämter roenben. Bis auf 387 299 war bie Zahl im Berichtsjahr 1931/32 gesunken. In ber Be­richtszeit 1935/36 betrug sie bagegen 1 077 990/ also f a ft das Dreifache. Von diesen mehr als eine Million Ratsuchenden waren 618 973 Schulentlas­sene des Jahres 1936 unb 322 919 Entlaßschüler ber beiben vorhergehenben Jahre. Unter ihnen hatten 22 925 Abitur unb 71 559 mittlere Reife ober einen gleichwertigen Schulabschluß. Abgeschlossene Volks- schulbilbung hatten 754 242 ber Ratsuchenben, wäh­rend bei 193 124 Abschluß der Volksschulzeit fehlte.

Von den Ratsuchenden konnten 355 835 in Lehr- unb Anlernstellen vermittelt werben, während

563 414 Fälle eine anberroeite Erlebigung fanben. Ganz beutlich geht aus biesen Zahlen die Notwen­digkeit hervor, bie Möglichkeit lehrlingsmäßiger Ausbilbung, also bie Zahl ber Lehrstellen, wesentlich z u steigern, soweit ein planvol­ler Arbeitseinsatz bies zu verantworten vermag. Denn es muß selbstoerstänblich bei ber Lehrlings- ausbilbung ber Grundsatz gewahrt bleiben, daß der ausgebildete Lehrling nach bestandener Gesellenprü­fung nicht nur in Zeiten der Hochkonjunktur, son­dern auch bei einem normalen Wirtschaftsgang Berufsarbeit findet. Aber die Möglichkei­ten qualitativer Berufsarbeit sind in sehr vielen Wirtschaftszweigen durch die Wieberwehrhaftma- chung ganz gewaltig gesteigert worden. Das Heer selbst braucht die Verbindung von Facharbeiter und Soldat, die bei der fortschreitenden Technisierung unserer Waffengattungen immer mehr zu einer Kernfrage gesteigerter Wehrkraft wirb.

Der planvolle Arbeitseinsatz macht es auch erfor- berlich, daß den Landesteilen Lehrlinge zugeführt werden, die ben Nachwuchsbebars nicht aus ber örtlichen Jugenb voll bestreiten können. Hier hat bie Hitlerjugenb burch ihre so verbienstvolle Aktion ber HI. -Lehrlingsheime einbegriffen. In den Lehrlingsheimen werden die nicht ortsansässi­

gen Jugendlichen zusammengefaßt. Dem einzelnen ist damit Rückhalt in einer Gemeinschaft geboten, bie Gewähr bafür gibt, baß bie mit frühzeitiger Ent­fernung aus bem Elternhaus leicht verbundenen Gefahren überwunden werden.

Wir stehen vor dem Weihnachtsfest. Wenn in den Weihnachtsfeiertagen die Arbeit ruht unb bie Last des Alltags von uns genommen ist, bann wird in den Familien, deren Kinder an Ostern zur Schul­entlassung kommen, die Frage des zukünf­tigen Berufsweges eine besondere Erörte­rung finden. Da spricht dann ber Vater mit seinem Jungen, bie Mutter mit ihrer Tochter, und bie Lebenserfahrungen ber Eltern suchen ben Ausgleich mit ben Berufswünschen ber Kinber. Zweierlei ist bann notwendig: daß ber erwählte Beruf m i t Lust unb Liebe ergriffen wirb und daß bis Wahl so fällt, wie es ben Erforbernisseir bes Volksganzen entspricht. Deshalb sollte auch keine Berufswahl getroffen werben ohne In­anspruchnahme ber zustänbigen Berufsbera­tung. Der Junge aber, ber bann nach Ostern blt Lehre antritt, muß wissen, baß Lehrjahre keine Her­renjahre, sonbern Lernjahre sind, bie ben ganzen Einsatz erforbern, um später im Beruf seinen Mann einmal stehen zu können.