Oberheffen.
Schulungsfahrt des Bezirksobstbauverbandes Gießen.
Am vorigen Sonntag unternahm der Bezirks- obstbauverband Gießen (früher Kreis- Obst- und Gartenbauverein Gießen) unter Leitung seines Vorsitzenden Ferdinand Bopp-Bellersheim eine Schulungs- und Lehrfahrt nach dem Kreis Büdingen, um dort die unter Leitung von Obstbauinspektor Metternich durchgeführten Sortenanbau-, Düngungs - und Spritzoersuche im Obstbau in ihren Ergebnissen zu besichtigen.
In zwei Postautobussen fuhren die Teilnehmer nach O r t e n b e r g, wo sich auch die Mitglieder des Friedberger und des Oppenheimer Kreisverbandes eingefunden hatten. Zunächst wurde die etwa 7000 Bäume umfassende Obstplantage des Grafen Stolberg-Rohla auf der Schönau besichtigt. Obstb'-ruinspektor Metternich betonte in seinem Dortrag einleitend, daß diese Pflanzung bereits als unrentabel entfernt werden sollte, als die neuzeitlichen Baumpflegemaßnahmen als letztes Mittel zum Einsatz kamen. Die Einführung planmäßiger Spritzungen in Verbindung mit reichlicher Nährstoffzufuhr in Form von Ammoniak, Kali und Superphosphat sowie Kronenzurücksetzungen haben eine Menge Jungtriebe erzeugt, die nun Mittelerträge allerbesten Obstes liefern. Gerade die Goldparmäne, die hier in mehreren tausend Bäumen vertreten ist, ist für solche Maßnahmen besonders dankbar. Bei richtiger Durchführung der Winter-, Vorblüten-, Nachblüten- und Sommerspritzung werden alle Schädlinge und Baumfeinde vernichtet, bis auf den Apfelblütenstecher, gegen den bis jetzt noch kein Bekämpfungsmittel gefunden ist. Strahlenförmig angelegte Fanggürtel sollen nun Licht in die Lebensweise dieses Baumschädigers bringen, da angenommen wird, daß er im Walde überwintert. Die Düngung der in Grasland stehenden Bäume wird in folgender Weife getätigt: Alljährlich wird ein Teil der 132 Normalmorgen großen Pflanzung geackert, zur Haferansaat auf jeden Baum mit 2 kg Kali, 3 kg Superphosphat, 4 kg Kalk und 2 kg Stickstoff gedüngt, ein Jahr darauf Leguminosen ausgestellt und dann wieder mit Grassamen besät. Auch die Reihendüngung wird vorgenommen. Ein weiterer Obstschlag zeigte, wie trotz hoher Kältegrad während der Blütezeit gute Ernten zu erzielen sind. Hier wurde in der kritischen Maifrostnacht der ganze Hang durch Räucherung mit grünem Fichtenreisig eingenebelt, das mit Karbolineum getränkt wurde. Die verschiedenartige Wirkung der Kupfer- und Schwefelkalkpräparate konnte hier durch Dersuchsspritzungen dargetan werden. Daß in solch großen Pflanzungen die Bienen als die treuesten Mithelfer bei der Befruchtung nicht fehlen, ist selbstverständlich. Drei Bienenstände haben dauernde Aufstellung gefunden. Zuletzt wurde noch eine Buschobstanlage besichtigt, die als mißlungen anzusprechen war. Der Rundqangleiter konnte hier den Beweis erbringen, daß für Formobst auf schwachwüchsiger Unterlage nur warmer, tätiger, humoser Boden auszuwählen ist, soll Gedeihen tn der Anlage sein.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen wurden die Obllpflanzungen der staatlichen Domäne Kon- r a d s d o r f einer Besichtigung unterzogen. Alle Teilnehmer waren erstaunt über den schönen Behang mit schorffreien, gesunden Früchten von mittlerer Größe. An der aus fast 700 Bäumen bestehenden geschlossenen Anlage wurde die Wirkung der verschiedenen Baumspritzmittel der in Frage kommenden Pflanzenschutzmittelfabriken gezeigt, so daß sich die Teilnehmer selbst ein Urteil über die Wirksamkeit der Versuchspräparate bilden konnten. Allgemein fiel ein fast völlig Versagen der kombinierten Mittel auf.
Obstbauinspektor Metternich stellte am Schlüsse zusammenfassend fest, daß uns der Weinbau als Vorbild dienen müsse, wo die Spritzmaßnahmen eine Selbstverständlichkeit seien, auch im Obstbau müsse es so kommen. Die Gemeinschaftsspritzungen müßten in Zukunft durch Spritzmaßnahmen der einzelnen Besitzer mit eigenen Geräten ersetzt werden, denn es komme nicht darauf an, daß gespritzt werde, sondern daß das Spritzen im richtigen Augenblick geschehe.
Eine ' lebhafte Aussprache klärte noch manche Frage aus den verschiedensten Zweigen des Obstbaues. Den Dank der Versammelten brachte der Vorsitzende, Bauer F. B o p p,Bellersheim, zum Ausdruck.
Um den Fahrtteilnehmern auch noch ein Stück deutscher Heimat zeigen zu können, wurde am späten Nachmittag noch Büdingen ein Besuch abgestattet, wo unter Führung von Gewerbelehrer N i e ß vom Derkehrsverein die Schönheiten der „oberhessischen Rothenburg" allgemeine Bewunderung fanden.
Zusammenstoß zwischen Motorrad und Auto.
+ Pohl-Göns (Kreis Friedberg). 21. Sept. Heute gegen 7.30 Uhr ereignete sich auf der Landstraße nach Kirch-Göns zu ein schwerer Der- k ehr s Unfall. Ein Motorrad mit Beiwagen, das mit dem Motorradfahrer und einem Begleiter besetzt war und von Gießen kam, fuhr im dichten Nebel mit großer Wucht gegen einen Personenkr^t- wagen, den der Motorradfahrer infolge der Slcht- behinderung durch den Nebel erst zu spät bemerkte. Bei dem schweren Zusammenprall erlitt der M o - torrad-Beifahrer mehrere B e i n - brüche, der Motorradler trug einen A r m - bruch davon. Der Autofahrer erlitt leichte Verletzungen. Das Motorrad wurde völlig zertrümmert, an dem Auto entstand ansehnlicher Sachschaden. Die verunglückten Motorradler wurden nach Gießen in die Klinik überführt.
‘Oer Lauterbacher „Echlagmüller" gestorben.
* Lauterbach, 21.Sep. Am Sonntag ver- starb der in weitem Umkreis bekannte Oel- und Schneidmüller Karl Heinrich Vollmöller I., der
„Schlagmüller", wie er im Dolksmunde hieß. Der Verstorbene stand im 9 9. Lebensjahr und war der älteste Lauterbacher Einwohner und wohl auch der Aelteste in der ganzen Provinz Oberhessen. Noch bis vor kurzem konnte er regen Anteil an all den Geschehnissen unserer Zeit nehmen; erst in jüngster Zeit hatte sich sein Gesundheitszustand etwas verschlechtert. Dem alten „Schlagmüller" wird in unserer Stadt ein bleibendes Andenken bewahrt werden, denn er ist den Heimatforschern ein Helfer gewesen, denen sein vorzügliches Gedächtnis manche wertvolle Nachricht aus vergangener Zeit bewahrt hat. Der Verstorbene erlebte ein großes Stück deutscher Geschichte und schloß die Augen im Bewußtsein, daß der deutsche Weg vorwärts und aufwärts führt.
Landkreis Gießen
£ Wieseck, 20. Sept. Die erste Verdunkelungsübung, die durch den Reichsluftschutzbund mit der Polizei durchgeführt wurde, hat in allen Teilen dank der regen Arbeit der Leitung des Reichsluftschutzbundes und der Blockwarte gut geklappt. Punkt 21 Uhr lag das ganze Dorf im Dunkel. Bei der Zusammenkunft nach der Hebung auf der Bürgermeisterei kam dies auch zum Ausdruck.
OO Klein-Linden, 20. Sept. Am Samstag, 19. September, konnten die Eheleute Gemeinderechner Johannes Germer I. und Ehefrau Marie, geborene Größer, in geistiger und körperlicher Frische, im Kreise ihrer Kinder und Enkel das Fest der goldenen Hochzeit begehen. Neben vielen Glückwünschen aus nah und fern war auch ein Glückwunschschreiben des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler eingelaufen, das dem Jubelpaar besondere Freude bereitete. Herr Germer betätigt sich, trotzdem er schon im 74. Lebensjahre steht, noch eifrig im Dienste der NSV.,
namentlich bei der Kinderlandoerschickung. Die Ehefrau Marie Germer steht im 73. Lebensjahre. Zwei Kindern und drei Enkeln war es vergönnt, das Fest mitzufeiern. Für die Kirchengemeinde und die Landeskirche überbrachte der Ortsgeistliche, Pfarrer König, herzliche Glückwünsche und Überreichte dem goldenen Hochzeitspaar je ein Glückwunschschreiben der örtlichen Kirchengemeinde und des Landeskirchenausschusses. Am Abend des Hochzeitstages erschienen der Männergesangoerein „Arion" und die Kriegerkameradschaft Klein-Linden, zu deren Mitglieder der Jubilar gehört, um ihre Glückwünsche zu übermitteln. Der Männergesangverein „Arion" sang unter Leitung von Ehrenchormeister Konrad Nicolai (Großen-Buseck), seinem ehemaligen langjährigen Vorsitzenden und jetzigen Ehrenvorsitzenden, einige Lieder. Herr Nicolai würdigte auch für den verhinderten Bereinsführer die Verdienste des Jubilars um das deutsche Lied. Für den Kriegerverein sprach Kameradschaftsslzhrer Friedrich Schimmel. Im Auftrag des Kyffhäüser- bundes überreichte er Herrn Germer die goldene Ehrennadel für 50jährige treue Mitgliedschaft. Der Jubilar und feine Frau dankten gerührt für die: vielen Ehrungen.
! Großen-Linden, 21. Sept. Trotz des Regens am letzten Sonntag ließen sich die wanderlustigen Mitglieder des VH C. - Zweigvereins „H ü t t e n b e r g" nicht abhalten, die geplante Wanderung zu unternehmen. Sie wurden auch nicht enttäuscht, denn dos Wetter klärte sich auf. Die Wanderung durch die herbstnaffen, mit Nebeln dicht behangenen Taunuswälder war einzig schön. Im Butzbacher Forsthaus wurde Rast gehalten, ebenso auf dem Rückweg in dem reizvoll gelegenen kleinen Dorfe Hausen.
s. Lang-Göns, 21. Sept. Das von der hiesigen NSG. „K r a f t d u r ch Freude" am Samstagabend veranstaltete Winzerfest zu Ehren des deutschen Weines und der deutschen Traube nahm einen schönen Verlauf. Es hatten sich zahlreiche Besucher in der Turnhalle eingefunden. Unsere beiden Gesangvereine „Frohsinn" und „Germania" brachten durch den Vortrag entsprechender Rhein- und Weinlieder eine schöne Abwechslung in das Programm. Gemeinsamer Gesang und Tanz hielten die Teilnehmer bis in die frühen Morgenstunden beisammen.
* Lang-Göns, 21. Sept. Auch in diesem Jahre beging unsere Gemeinde das F e st des deutschen Volkstums in einer besonderen Feierstunde, die in der Turnhalle stattfand. Nach einleitenden Musikstücken der hiesigen Kapelle trugen Schüler der beiden Oberklassen passende Gedichte über die deutschen Brüder im Auslande vor. Daran schlossen sich mehrstimmige vaterländische Lieder der Schulkinder an. In einer Ansprache wies sodann Lehrer Hofmann auf die Bedeutung des Tages des deutschen Volkstums hin, erinnerte daran, daß wir auch über die Grenzen schauen und unserer Brüder im Auslande gedenken müßten, und wie sie ihrem deutschen Volkstum und ihrem alten Vater- lande die Treue hielten, so müßten auch wir zu jeder Zeit zu ihnen stehen und sie fühlen lassen, daß wir im Reiche sie niemals vergessen. Der Redner wies ferner auf den blutigen Bürgerkrieg in Spanien hin und betonte, daß wir in Deutschland
mir deshalb ungestört und froh ünferer Arbeit nachgehen könnten, weil unser Führer Adolf Hitler das deutsche Staatsschiff leite. Alle Darbietungen fanden reichen Beifall. Ein dreifaches Sieg-Heil auf den Führer und der Gesang der Nationallieder beschlossen die Feier.
* Lang-Göns, 21. Sept. Bei der jüngsten Schweinezählung wurden in unserer Gemeinde 1304 Stück festgestellt, davon waren 99 Zuchtsauen und 46 Zuchteber. Gegenüber der letzten Zählung (1319) ist der Stand fast unverändert. Nur die Zahl der Zuchtsauen ist von 145 auf 99 gesunken.
(fl Lollar, 21. Sept. Nächsten Sonntag wird die Kriegerkameradschaft Lollar ihr diesjähriges Preisfchießen, welches vor einigen Wochen begonnen hat und rege Beteiligung aufwies, mit der Ermittelung der besten Schützen und der Verteilung der wertvollen Preise zum Abschluß bringen.
ch Mainzlar, 21. Sept. Gestern machte die hiesige Evang. Frauen Hilfe unter Leitung von Pfarrer Metzler mit einem Omnibus eine Fahrt nach Braunfels, die allen Teilnehmern gut gefiel.
# Daubringen, 21. Sept. In der Gemeinderatssitzung wurde ein Antrag auf Erweiterung der Baulinie in dem Gelände „Auf den Dreivierteln" nicht genehmigt, da noch genügend Bauland in der Gemeinde vorhanden ist. Die Verlängerung des Mittelwegs und der oberen Waldstraße macht die Herstellung von zwei weiteren Beleuchtungsstellen erforderlich.
ch Daubringen, 22. Sept. Frau Elisabethe Stecker Witwe, geb. Hofmann, feiert heute in körperlicher und geistiger Frische ihren 7 5. Geburtstag.
I Daubringen, 21. Sept. Am Samstagabend hielt in der Wirtschaft von Erb der Männerturnverein eine außerordentliche Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung stand die Gestaltung der Feier des dreißigjährigen Bestehens des Vereins am 7. November. Einleitend konnte der erste Dereinsftihrer auf die guten Erfolge unse
rer Turner bei den diesjährigen Wettkämpfen in Wiefeck, Kinzenbach und auf dem Hoherodskopf Hinweisen. Bei der Feier werden nach der Ehrung der Gründer des Vereins die aktiven Turner ihr Können beim Schauturnen zeigen.
Reiskirchen, 22. Sept. Am Samstagabend fand im Saale Gundrum die Grund ft ücksver- Pachtung des Kaspar Damm III. Erden statt. Es wurden nur sehr wenige Angebote abgegeben. Für einen Acker in 2043 qm Größe wurden 16 RM. geboten; für eine Wiese von 659 qm Größe 6 RM. für das Jahr. Zumeist blieb auch das Angebot ganz aus.
* Lindenstruth, 21. Sept. Am Sonntag fand in unserem Orte eine Kundgebung der NS. -Frauen schäft statt. Nach der Eröffnung der Veranstaltung durch die hiesige Frauenschafts- leiterin sprach die Kreisfrauenschaftsleiterin Frau W r e d e (Gießen) über die Aufgaben der Frau im Dritten Reich. Ortsgruppenleiter Hofmann sprach anschließend über die Reden des Führers während des Reichsparteitages und über feine eigenen Eindrücke in Nürnberg. Volkstänze des BDM. und Theateraufführungen („Die Weiber von Weinsberg" und „Das Brot") bereicherten die Veranstaltung. Abschließend dankte die Ortsfrauenschaftsleiterin allen, die sich um die Ausgestaltung bemüht haben. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer und den beiden Nationalliedern klang die Kundgebung aus.
Lich, 21. Sept. Die für morgen angefetzte Verdunkelungsübung mußte aus besonderen Gründen um acht Tage verschoben werden. )( Lich, 21. Sept. Die Frauenschaft hatte in den letzten Wochen im Rahmen des Reichsmütter- dienstes einen 1 4 t ä g i g e n Schulungslehrgang für Erziehungsfragen und Beschäftigungsspiele veranstaltet. Es nahmen daran 28 Frauen und Mädchen teil. Der Schulungslehrgang fand am gestrigen Abend im Gasthaus „Zum Löwen" durch einen wohlgelungenen Abend, zu dem neben den Teilnehmerinnen und ihren Männern auch einige Gäste erschienen waren, einen schönen Abschluß. Nach einem gemeinsam gesungenen Lied begrüßte die Leiterin, Frl. Faust (Neuenhain bei Bad Soden), die Erschienenen, stellte den Abend unter ein Wort des Führers und der Reichsfrauenführerin vom Parteitag der Ehre in Nürnberg, gab noch einmal einen kurzen und interessanten Rückblick über die an den verschiedenen Abenden besprochenen Fragen (das Kleinkind und seine Erziehung, Beschäftigungsspiele, Kinderlieder, Bastelarbeiten usw.) und überreichte den Kursusteilnehme- rinnen die entsprechenden Diplome. Die Leiterin der hiesigen Frauenschaft, Frau Luzie Schäfer, dankte der Leiterin für ihre Arbeit und Mühe und gedachte in üblicher Weise des Führers. Rektor Sarnes sprach im Namen der Schule, der Eltern und der Gäste F5l. Faust ebenfalls den verdienten herzlichen Dank aller aus. Während der folgenden Kaffeetafel unterhielten verschiedene gesangliche, musikalische und mundartliche Darbietungen sowie kleinere Aufführungen die Teilnehmer so gut, daß die Stunden des Zusammenseins, von echter Volksgemeinschaft getragen, nur zu rasch vergingen. Mit Befriedigung blicken die Teilnehmerinnen auf den Kursus und seinen Schluhabend zurück.
Man hat nur Ärger, wenn man die amtlichen Bekanntmachungen nicht kennt. So wurde zum Beispiel 1934 im Siegkreis der Anbau von „Industries- Kartoffeln verboten, weil sie Krebsbefall zeigten. Der Kleinbauer S. im Bröltal wußte nichts davon, weil er keine Zeitung las, und baute weiter „Industrie". Bei der Ernte entdeckte er den Krebsbefall und benachrichtigte die Polizei. Das wäre ganz in Ordnung gewesen, wenn der Anbau von Industrie-Kartoffeln nicht ausdrücklich verboten gewesen wäre. In diesem Falle aber hatte der Bauer nicht nur den Ernteausfall zu tragen, sondern erhielt obendrein noch eine hohe Strafe. So zahlt man drauf, 9
wenn man keine Zerrung liest
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c>d Langsdorf, 21. Sept. Seit einigen Tagen wird in unseren Waldungen Schwarzwild gespürt. In den Brühlwiesen vor dem Walde links der Kreisstraße nach Nieder-Bessingen haben sis große Flächen nach Engerlingen gebrochen. So sehr der Weidmann sich freut, daß unsere Forsten wieder die wehrhafte Sau des germanischen Waldes bergen, so wenig ist der Landmann beglückt von der nächtlichen Wühlarbeit dieser seltenen Gäste. Alle Versuche unserer Jäger, die Tiere zur Strecke zu bringen, hatten bisher keinen Erfolg. — Die Kartoffelernte hat in vollem Umfang eingesetzt. Soviel man bis jetzt urteilen kann, hat der nasse Sommer besonders auf die Industrie" nachteilig gewirkt.
oo Bettenhausen, 21. Sept. Die Erben der in diesem Sommer verstorbenen Eheleute Johann Heinrich Roth I. versteigerten dieser Tage aus dem Nachlaß etliche B a u m st ü ck e. Der Verkauf zeitigte folgende Ergebnisse: Ein Grundstück von etwa 1950 Quadratmeter, das mit zahlreichen Obstbäumen in bester Kraft bestanden ist, kostete 1600 RM., eines von 1100 Quadratmeter kam auf 910 RM., eines von etwa 350 Quadratmeter auf
130 RM., eines von etwa 670 Quadratmeter auf
238 RM., eines von etwa 770 Quadratmeter auf
425 RM., eines von etwa 300 Quadratmeter auf
100 RM., eines von 325 Quadratmeter auf 70 RM. Das ergibt im Gesamtdurchschnitt auf den Quadratmeter etwa 63 Pf. Ein Preis, der bei unserem guten Gelände nicht zu hoch genannt werden kann.
Kreis Friedberg.
4- Butzbach, 21. Sept. Der hiesige Arbeiter Alfred Lindner, der an der Autobahn zwischen Gambach und Griedel beschäftigt ist, erlitt bei dem Stampfer einen Unfall. Es wurde ihm der linke Vorderfuß völlig abgequetscht. Der Verunglückte wurde sofort ins Johanniter-Krankenhaus in Nieder-Weifel eingeliefert. — Die ftädti - f ch e Zwetfchenernte, wie auch die der katholischen Kirche, kamen zur Versteigerung. Trotz des großen Angebotes wurden recht befriedigende Preise erzielt. Durchschnittlich galt der Zentner am Baum 3,00 bis 3,50 Mark. — In den letzten Tagen wurde der Wetterauer Ob st markt immer stärker mit Obst aller Art beschickt. Besonders stark sind Zwetschen gefragt, die meist von Händlern dus Starkenburg und Rheinhessen aufgekauft werden. Die Preise der jüngsten Tage bewegten sich zwischen 6 und 7,75 Mark pro Zentner. Die Anfuhr hält weiter an. — Die Verdunkelungsübungen, die in drei Abteilungen durchgeführt wurden, sind allgemein zur Zufriedenheit ausgefallen. Gleichzeitig damit wurde eine Feuerwehrübung verbunden, die ebenfalls einen befriedigenden Verlauf nahm. — Im Saale des „Hessischen Hofs" wurde gestern abend die Wein-Werbewoche durch eine großangelegte Veranstaltung eröffnet. Neben der Feuerwehrkapelle wirkte der Humorist Balser-Backes aus Frankfurt mit. Bürgermeister Dr. Mörschel sprach kurz über den Zweck der Werbewoche. Gemeinsame Rheinlieder, Lieder des Gesangvereins „Orpheus-Eintracht", Volkstänze u. a. m. füllten die Vortragsfolge aus.
Naubüberfall in Frankfurt.
Eine alte Frau in einem Bäckerladen mit einem Kartoffelstampfer niedergeschlagen.
LPD Frankfurt a. M., 21. Sept. Am Montagmittag gegen 13 Uhr betrat ein junger Mann einen Bäckerladen in der Kronprinzenstraße und kaufte bei der allein im Laden tätigen 62 Jahre alten Schwägerin des Inhabers ein paar Keks. Dann bat er die alte Frau, die Toilette auffuchen zu dürfen, was chm auch gestattet wurde. Als er zurückkam, blieb er im Hinterzimmer des Ladens stehen und verlangte von der Frau noch ein Glas Wasser. Der alten Frau kam zwar der Wunsch des jungen Mannes verdächtig vor, doch gab sie ihm eine Tasse zum Wassertrinken. Als der Käufer erklärte, die Tasse sei ihm zu groß, man möge ihm doch eine kleinere geben, wollte die Frau ihm auch diesen Wunsch erfüllen und tat einen Schritt in das Hinterzimmer. In diesem Augenblick stürzte sich der junge Mann auf die alte Frau und warf sie zu Boden. Aus einer Tasche zog er einen hölzernen Kartoffel st ampfer, den er vorher heimlich aus einer Ladenschublade entnommen hatte. Mit diesem Stampfer brachte er der alten Frau mehrere wuchtige Schläge auf den Kopf bei und drohte bann der um Hilfe rufenden Frau noch weitere Schläge an, falls sie nicht sofort ruhig fei. Dann würgte er sie und versuchte schließlich, die Ladenkasse zu öffnen. Trotz ihrer schweren Verletzungen stand die alte Frau in diesem Augenblick auf und versuchte durch den Laden auf die Straße zu flüchten. Als der Täter dies bemerkte, ergriff er die Fluch t. Die alte Frau rief nun noch mehrmals um Hilfe, so daß Passanten auf den Räuber aufmerksam wurden, ihn festhielten und dem kurze Zeit später eintreffenden Ueberfall- kommando Übergaben.
Es handelt sich bei dem Täter um den erst 21 Jahre alten Ernst D. aus Offenbach a. M., der vor einigen Tagen von zuhause weggegangen war und sich seitdem in Frankfurt umhergetrieben hatte. Bei seiner Vernehmung gestand er, Ende der vorigen Woche bei einem hiesigen Trödler einen Photographenapparat gestohlen zu haben, den er gleich wieder versetzte. Außerdem war er am Montag bereits in mehreren Geschäften gewesen, um eine passende Gelegenheit für einen Raubüberfall auszukundfchaften.
Den Schwiegersohn niedergeschossen.
2 Jahre 6 Monate Gefängnis wegen Totschlag.
Lpd. Offenbach, 21. Sept. Von dem in Offen- bach tagenden Schwurgericht der Provinz Starkenburg wurde der 47 Jahre alte Hch. Ludw. H e r b i g aus Offenbach wegen Totschlags unter Zubilli- gung mildernder Umstände zu zwei Jahren sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Her- big hatte am 26. März 1936 in der Friedrichstraße in Offenbach feinen 26 Jahre alten Schwiegersohn Ludwig Mistel noch vorausgegangenen Familienzwistigkeiten niedergeschossen. Die Tat des Verurteilten war auf die Ehe seiner Tochter zurückzuführen, die alles andere als ideal gewesen ist.
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MAGGI5 Bratensoße
Gedämpfte. Nieren. Für 4 Personen.
3/4 Pfund Schweinenteren, 2—3 Eßlöffel Fett, 1 Zwiebel, 1 Würfel Maggl'S Zratensoße, 1 Eßlöffel Mehl, 1/2 Liter Wasser.
Die feiügeschnistene Zwiebel im Fett goldgelb dünsten, die gewässerten und Nein- geschnittenen Nieren dazugeben und ziemlich garschmoren. Den Würfel Maggi'S Lratensoße fein zerdrücken, mit dem Mehl zu den Nieren geben, kräftig durch- dünsten, dann erst baS Wasser zuschütten, gut durchrühren und völlig garkochen.
föb 1«MV*»*. laut. MAGGI - 3 5


