Ausgabe 
22.7.1936
 
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Deutsche Olympia-Mannfchasten

Das Aufgett>t der Schwimmer.

Krug (Berlin).

Erich

Georg

bringt er seinen eigenen Körper in Unordnung und

Arendt (Berlin), Maria Magdalena

(Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Im 19. Jahrhundert, in dem wir glaubten, will­kürlich und hemmungslos mit den Kräften der Na­tur schalten und walten zu dürfen, wollte es die Schicksalsironie, daß wir zu Sklaven der Technik wurden. Heute stehen wir am Eingang einer Zeit, in der ein neues Lebensgefühl sich wieder eingeordnet erkennt in die großen Mächte von Na­tur, Volk, Heimat, Landschaft. Nur diesem neuen Lebensgefühl und den schöpferischen Kräften, die hier in Bewegung gesetzt werden, kann es gelingen, auch die Frage der Technik, die Schicksals­frage der Zukunft, zu lösen. Es gibt Ge­biete, auf denen die wechselseitige Durch­dringung von Natur und Technik sicht­baren Ausdruck erfährt, ihre Linien für viele Jahr­hunderte in die Landschaft eingräbt und Natur­nähe oder -ferne eines Zeitalters sich noch von den kommenden Geschlechtern ablesen läßt wie von einer Fieberkurve. Dazu gehört vor allen Dingen und von jeher der S t r a ß e n b a u. Die neuen Reichs- auto st raßen sind der vielleicht großartigste

Es entsprach der nur-technischen Auffassung vom Wesen neuzeitlicher Verkehrswege des letzten Jahr­zehnts, daß die ersten Kraftfahrbahnen mit langen Geraden und mit Kurven von möglichst großem Halbmesser geplant wurden. Das vermeintliche Verkehrsbedürfnis sollte die Linienführung bestim­men, nicht die Landschaft. Schon der erste Versuch,

Ausdruck einer Technik, die sich wieder in Dienst genommen weiß von ordnenden Mächten. Die Aus­führungen, die der Leiter der landschaftlichen Ge­staltung der Reichsautobahnen, der Architekt und Gartengestalter Alwin Seifert in denSüddeut­schen Monatsheften" zu dem ThemaNatur, Tech­nik und der deutsche Straßenbau" macht und denen wir die folgenden wichtigen Abschnitte entnehmen, beleuchten das neue Lebensbewußtsein und den neuen Kulturwillen, die hier am Werke sind.

Scheiben-Pistole: Dr. Wehner-Wiesbaden, Krempel-Suhl, Erich Martin-Bonn.

Schnellfeuer-Pistole: Heinz Hax-Berlin, Dern-Berlin, Cornelius van Oyen-Berlin.

Frauen:

100 - Meter - Freistil: Gisela Ingeborg Schmitz (Berlin), Lohmar (Bonn).

Gegenwärtig wird an der Diehoersteigerungs- halle (an der Marga­rethenhütte) mit großem Eifer weitergebaut. Die Balkenkonstruktion der Halle wird ausgemauert. Auch der Innenausbau, besonders der Tribünen, wird vorbereitet.

messern je nach der Bodengestaltung jedes Land­schaftsraums so weit herunterzugehen, wie es die Geschwindigkeiten erlauben, für welche die Straßen gebaut werden, hat gezeigt, daß das Naturnähere immer das technisch Vollkommenere und, auf die Dauer gesehen, auch das einzicfWirtschaft- l i ch e ist. Denn je mehr ein Verkehrsweg sich ein­schmiegt in die gegebenen Bodenformen, um so geringer werden die technischen Eingriffe in sie, um so leichter die Einschnitte, um so niedriger die Dämme, um so geringer also die Erdbewegungen und um so billiger die Straße. Und je weniger die Landschaft durch Dämme und Einschnitte zerfurcht ist, um so schöner bleibt sie und um so enger ist die Straße mit ihr verbunden und mit der Straße auch der, der auf ihr fährt. Er erlebt die Landschaft mit, er hat Teil an ihrem Rhythmus, wenn er ihre Schwingungen ausfährt. Das gemein­same Kennzeichen alles Lebendigen ist Rhythmus, ist Schwingen von einem Pol zum anderen. So kann nur die schwingende Straße lebendig sein und lebensnah. Es gibt in der belebten Natur keine Gerade, und kein Lebewesen kann sich geradlinig fortbewegen. Die Gerade stammt nicht von der Erde, sondern aus dem Weltall; wo wir alte Stra­ßen in langen Geraden haben, da sind sie angelegt auf den Schaulinien jener uralten kultischen Ortung, mit der einst Mitteleuropa überzogen war.

Auch die Gerade gehört zu den gestern noch ab­soluten Werten, die heute nur noch so bedingte Gel­tung haben. Die Gerade ist nicht die kürzeste Ver­bindung zweier Orte; sie ist zu stark belastet mit der Gefahr, daß man auf ihr gar nicht ankommt, weil man unterwegs verunglückt. Die vollkommen kreuzungsfreie lange gerade Schnellverkehrsstraße ist schon deswegen gefährlich, weil sie lang­weilig ist. Alle Gefahrenpunkte der alten Stra­ßen, die Ortsdurchfahrten, scharfen Krümmungen und Kreuzungen mit anderen Verkehrswegen waren gleichzeitig Punkte der Anregung für den Fahrer. Mit dem Wegfall dieser Gefahren entstand die neue der raschen Ermüdung. In Amerika war man schon gezwungen, zu lange Gerade durch späte künstlich eingebaute Krümmungen zu unterbrechen. Alles Willkürliche aber ist auch falsch. Ort und Maß der Krümmung muß aus der Natur abgeleitet sein, damit das Gebaute eines Geistes ist mit dem Gewachsenen. Nicht eine geschlängelte Straße ist richtig, sondern eine mit der Landschaft schwin­gende. Und diese Schwingung ist anders in Hol­stein als in Hessen, anders in Thüringen als in Württemberg. Mögen es nur wenige Minuten sein, in denen der Fahrer eine sechs oder zehn Kilometer lange Gerade durcheilt, er will sie doch so rasch wie möglich hinter sich bringen, spannt sich an und seinen Motor und vergißt zu atmen; damit aber

bürg), Jos. Hauser (München), Alfred K i e n z l e (Stuttgart), Helmut S ch w e n n (Hannover), Fritz Stolte (Hannover), Heinrich

Eifrige Arbeit an der Zuchtvieh­versteigerungs­halle Gießen

"1X100 - Meter - Staffel: Gisela Arendt, Jnge- borg Schmitz, Ruth Halbsguth, Ursula Pollack (alle Berlin), Maria M. Lohmar (Bonn), Ursula Groth (Breslau).

200 - Meter - Brust: Martha Genenger (Kre­feld), Hanni H ö l z n e r (Plauen), Trude W o li­sch l ä g e r (Duisburg).

100-Meter-Rücken: Christel Rupke (Ohligs), Anni S t o I t e (Düsseldorf)

Kunstspringen Olga Jentsch-Jordan, Gerda Daum erlang, Suse Heinze (alle Berlin).

Turmspringen: Anneliese Kapp, Aenne Eh- scheid (beide Frankfurt a. M.), Käthe Köhler (Hamburg).

Deutschlands Olympia-Handballspieler

Für das Olympische Handballturnier sind von Deutschland folgende 22 Spieler gemeldet worden:

T o r l e u t e : Heinrich Keimig, Darmstadt; Heinz Körvers, Minden; Karl Kreutzberg, Aachen.

Verteidiger: Willy Bandholz, Neumünster (Holstein); Arthur Knautz, Minden; Wilhelm Müller, Mannheim-Waldhof.

Läufer: Wilhelm Brinkmann, Düsseldorf; Gg. Dascher, Darmstadt; Kurt Dossin, Leipzig; Hermann Hansen, Schleisheim bei München; Hans Keiter, Mülheim (Ruhr); Rudolf Stahl, Darmstadt.

Stürmer: Wilhelm Baumann, Berlin; Hel­mut!) Berthold, Leipzig; Helmuth Braselmann, Burg bei Magdeburg; Fritz Fromm, Berlin; Erich Herrmann, Berlin; Alfred Klingler, Magdeburg; Günther Orthmann, Breslau; Edgar Reinhardt, Mülheim (Ruhr); Fritz Spengler, Mannheim-Wald­hof; Hans Theilig, Hamburg.

Oie deutschen Schützen für Olympia.

Für die Olympischen Schieß-Wettbe­werbe wurde folgende deutsche Mannschaft ge­meldet:

Kleinkaliber: Schulz-Berlin, Hoffmann-Berlin, Hotopf-Essen.

Nach den zum Teil sehr guten Leistungen, die unsere Schwimmer und Schwimmerinnen am Wochenende bei den deutschen Meisterschaften zeig­ten, konnte man auf die Zusammenstellung der deut­schen Olympia-Mannschaft besonders gespannt sein. 19 Schwimmer, 17 Schwimmerinnen und 11 Wasser­baller sind es, die das Vertrauen des Reichssport­führers fanden. In den Einzel-Wettbewerben sind durchweg die drei Ersten der Meisterschaften gewählt worden. Lediglich im Kunstspringen der Männer und über 100-Meter-Rücken bei den Frauen starten nur je zwei deutsche Teilnehmer. Als einzige Kon­kurrenz ist das 400 - Meter - Freistilschwimmen der Frauen ohne deutsche Besetzung geblieben.

Die Olympia-Mannschaft umfaßt folgende Ak­tiven:

Männer:

100-Meter-Freistil: Helmut Fischer, Hermann Heibel (beide Bremen); Heiko Schwartz (Magdeburg).

100-Meter-Freistil: Hans Freese (Bremen), Heinz Arendt (Berlin), Otto Przywara (Hin­denburg).

1500 - Meter - Freistil: Hans Freese, Heinz Arendt, Otto Przywara.

200 - Meter - Brust: Joachim Balke (Dort­mund), ErwinSietas (Hamburg), ArthurHeina (Gladbeck).

100-Meter-Rücken: Hans Schulz (Wünsdorf), Heinz Schlauch (Wünsdorf), Erwin Simon (Gladbeck).

4 X 200 - Meter - Staffel: Werner Plath (Ber­lin), Helmut Fischer (Bremen), Gerh. N ü s k e (Stettin), Hermann Heibel (Bremen), Heiko Schwartz (Magdeburg), Wolfgang Heimlich (Reichenbach).

Kunstspringen: Erhärt Weiß (Dresden), Leo Esser (Wünsdorf).

Turmspringen: Erhärt Weiß (Dresden), Herm. Stork (Frankfurt a. M.), Siegfried V i e b a h n (Berlin).

Wasserball: Paul Klingenburg (Duisburg), Bernhard Baier (Hannover), Dr. Gustav S ch ü r - g e r (Nürnberg), Fritz G u n st (Hannover), Hans Schulze (Magdeburg), Hans Schneider (Duis-

diese Straßen naturnäher zu machen, ........ ... ------------

sie den Landschaftsformen einzufügen, mit der wird durch lächerlich kleine äußere Veranlassungen

Länge der Geraden und den Krümmungshalb- aus der Bahn geworfen. Auf wirklich Verkehrs-

Die Reichsaiiiostraßen in der deutschen Landschaft

Wechselseitige Durchdringung von Natur und Technik.

sicheren, also technisch richtigen Straßen darf be Fahrer nicht immer nur Beton und Fahrzeuge in Blickfeld haben, sondern ständig Wechselndes. L: aber die neue Straße allen Siedlungen aus dm Wege geht auch an den Reichs- und Landstraße; muß man immer mehr Ortumgehungsstraßei bauen so kann dies ewig Wechselnde nur Land schäft sein. Also ist schon um der technischen Vev kehrssicherheit willen an der Straße von morget die Landschaft alles.

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Zwanglos soll man überall die Straße verlasse» und in einer nicht technisch zerschnittenen Nab' Ra st und Freude finden können. An der neu eröffneten Kraftfahrbahn BerlinJoachimsthol

stehen Sonntags mehr Wagen am Rand der Straßr als auf ihr fahren. Die Autobahn, im ersten danken ein Schrecken jedem Naturfreund, hat siS erwiesen als kürzerer Weg zu echter Natur als jede alte Reichs- oder Landstraße, die ja be­sonders am Rande der Großstädte auf Stunde;»- weite hinaus Mit mehr oder minder häßlichem Ge­bauten aller Art eingerandet ist.

Der Erhaltung und Wiederherstellung echte» Natur dient auch alle Bepflanzung öei neuen Straßen. Nach den Straßenbauten vor fünf und zehn Jahren zu schließen, schien der,Tech­niker ebenso baumfeindlich zu sein wie mancher­orts der Landwirt. Eine Straße aber muß Bäume haben, wenn anders sie eine deutsche Straße feim soll. Denn zu allem, was deutschem Wesen nahe­steht, gehört Baum und Busch. Der Baum gehört zum Haus und zum Hof, zum Friedhof und zum Wirtgarten, die Linde gehört zur Kirche und zuir» Dorfplatz, der Holunder an den Zaun und an dis Wand des Stadels. Wo immer deutsche Landschast noch echt ist und noch nicht von materialistischen» Eigennutz zur Kultursteppe verödet, da ist sie in einer unvergleichlichen Vielfalt durchzogen doi» Wäldern und Gehölzen, von Feldrainen und Ufer­gebüsch, von Markbäumen und Grenzhecken. Uni» was an Gebautem nicht herausfallen will aus dieser Harmonie des Gewachsenen, sei es Siedlung, sei es Verkehrsweg, das muß teilhaben an ihr. Und wie in Formen und Schwingung jeder Raum etwas Besonderes ist, so ist noch viel enger die Be­wachsung mit Baum und Busch nach Art, Krall: und Vergesellschaftung abgestimmt auf Boden unb Klima jedes kleinsten Gebietes.

Dieses Typische jeder Landschaft her- auszuarbeiten ist oberstes Gesetz alles Gestaltungs­willens in der Bepflanzung der neuen Straßen. Der Landschaftsanwalt, dem diese Aufgabe über­tragen ist, muß alle eigene Absicht als Willkür aus­schalten und demselben Gesetz sich einfügen, das in vieltausendjährigem Wachsen das Gesicht der Landschaft geschaffen hat. Nichts Fremdes darf er hereinnehmen, aber nichts Bodenständiges darf fehlen ..." C. K.

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Die beiden Verfasser des vor kurzem erschienenen Kommentars zum Reichsnaturschutzgesetz haben hier auf Grund ihrer langjährigen Erfahrungen und ihres weitgehenden Einblicks in das Werden der neuen Naturschutzverordnung, die nun für das ganze Reich gilt, die Verordnung und alle dazugehörigen bisher erschienenen Er- ganzungsbestimmungen nach juristischen, verwaltungstechnischen, wissenschaftlichen und praktischen Gesichtspunkten ausführlich er­läutert und geben damit jedem eine gründliche Auf« Klärung, der mit dem Naturschutz, mit der Natur über« Haupt, sei es beruflich oder als Liebhaber und Na« »urfreund in Berührung steht. Nicht nur die amtlichen Stellen, nicht nur Wissenschaftler, Lehrende und Lernende, Tier« und Pflanzenfreunde, nicht nur Erzieher, Richter und Rechtsan­wälte müssen über die Fragen des Naturschutzes unterrichtet sein, sondern auch botanische Verein«, Naturalien- und Her« barien-Handlungen und Lehrmittelgeschäfte, PräpW ratoren, Ausstopfer, Pflanzensammler, SchmuckreB sig-Verkäufer, Kranzbindereien und die mit der Uber« rvachung der Märkte beauftragten Beamten, Feld« Hüter, Polizeistellen usw.

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