Wehr und Waffen
Oienstai
Douaumont nach der Erstürmung. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
bot am folgenden Tage die Marschstraße: Geschütze, Pferde, Fahrer und Kanoniere, alles Dahingemäht!“
w'ügert. Der 6. September rechtfertigte dieses Skühl und besiegelte die Waffenbrüderschaft bei»
Uli
Bereitung und Feuerwalze ?r:ervorbereitung sich ihrem b Infanterie-Brigade bei mir
mir an und bat, sie u m
Minuten z u v e r l ängern und erst dann
One Lanze für die Artillerie
i>on Oberstleutnant a. O. Benary.
Niemand von den Soldaten wußte, daß er noch ’-n Abend im Inneren des beschneiten Sarges sein teile; auch die Stäbe wußten das nicht, denn sie tten keinen Befehl gegeben, das Fort an diesem he zu nehmen; ja, der Hauptmann selbst, der sich
artillerie-Regimentes 20 zu lesen sind: ..Ein Der« wundeter französischer Bataillonskommandeur mel« bete auf einer aufgefundenen Karte an sein Regiment: „Der Auftrag vom Jeunebois oder Bois des Loges auf Ethe—Belmont anzugreifen ist bei dem gewaltigen, vernichtenden Artilleriefeuer der Preußen eine absolute Unmöglichkeit. Mein Bataillon ist mir schon im Walde völlig aus der Hand gekommen." Ein anderer französischer Offizier schrieb in sein Tagebuch: „Man hat uns belogen, man hat uns in Paris und auf dem Marsch gesagt, daß.die deutsche Artillerie uns unterlegen sei, daß sie nicht schießen könne und ihr Material selber als schlecht bezeichne. Was wir hier erlebten, ist aber furchtbar. Gegen diese Artillerie kann Frankreich nicht aufkommen."
Die französische Artillerie mußte es bei Ethe am eigenen Leibe erfahren. Die Dorhutabteilung der französischen Division Trentinian stieg, gerade als der Nebel schwand, aus dem Jeune-Bois in das Thontal hinunter. Mehrere Batterien der 10. Feldartillerie-Brigade stürzten sich auf das lohnende Ziel. Die drei Hinteren Geschütze und die gesamte Staffel wurde in dem engen Hohlwege zusammengeschossen. Nur wenige Geschütze gelangten nach Ethe hinein und in Feuerstellung. Den ganzen Tag litten sie dort unter Munitionsmangel. Alle noch so kühnen Ansätze, die Munition aus den liegengebliebenen Munitionswagen nach vorne zu schaffen, wurden durch die aufmerksamen Batterien des Feldartillerie-Regiments 20 immer wieder verhindert. Der Versuch einer der in Ethe eingeschlossenen Betterien, nach rückwärts aus dem Höllenkessel zu entkommen, scheitete kläglich. Kaum gelangte sie in Sicht, wurde sie durch wenige Schüsse der 4. und 5. Batterie umgelegt. Wohl kein Mann von ihr ist dem Vernichtungsfeuer der beiden Batterien entronnen. Ein wahrhaft erschütterndes Bild
Wir deutschen Artilleristen sind die letzten, die der französischen Artillerie, von der wir im Frieden und Kriege vieles gelernt haben, das schießtechnische Können absprechen. Wir wissen, auf wel- che wertvolle artilleristische Ueberlieferung sie fußte. Welches taktische und technische Verständnis sie beseelte. Aber wir wollen nicht in den alten Fehler verfallen, „den eigenen Wert über fremde Leistungen zu vergessen". Wir wollen auf die Erfolge unserer Artillerie im Weltkrieg stolz sein. Wir wollen aus ihren Fehlern lernen, ihren Vorzügen nacheifern. Wir wollen nie vergessen, daß die Zeit fortgeschritten ist, und daß der Soldat, der sich ihrem Tempo nicht anpaßt, ins Hintertreffen gerät. Wir wollen begierig nach allem Neuen greifen, das uns Artilleristen die Technik bietet, aber darüber den Opfermut der Artillerie von 1914 uns bewahren und, wenn es die Kampflage der Infanterie erfordert, der Schwesterwaffe bis in die vorderste Linie folgen und mit direktem Schuß ihr den Feind vom Halse halten, der ihr am gefährlich-
tii offener Flanke ins Unbekannte vorzustoßen und i Sarg auf jede Gefahr hin aufzubrechen ahnte n Morgen des 25. Februar noch nicht, daß er «n Abend Herr der Festung sein werde Und so rrten die Jungen, daß dem der Sieg zufallt, der nj) freien Entschluß dem Feinde das Gesetz des Adelns aufzwingt, und das war so wahrend des litaen Krieges, daß die Deutschen das Gesetz Ftn, und die Jungen vergaßen das nie.
^nannten Prellbockes am La-Basföe-Kanal, war Men der mit der Leitung des Unternehmens tetiftragten Infanterie-Brigade und der Artillerie- »|abe, deren Adjutant ich war, eine Art Feuer- Breitung und Feuerwalze vereinbart. Als die ' •' \ Ende näherte, rief
die Feuerwalze abrollen zu lassen. Sie war sich nicht klar, daß bei dem Stande der Fernsprechtechnik jener Zeit dieser Befehl unter keinen Um- st ä n d e n an die mir unterstehenden Batterien zu übermitteln war. Da sie aber ihrerseitsihrenRegimen- tern schon den Befehl gegeben hatte, fünf Minuten später anzutreten, lief die Feuerwalze ihnen weg, hatte der Gegner wieder den Kopf hoch, als die Strumwellen anliefen, mußte das Unternehmen scheitern.
Niemand in Der ganzen Welt — weder Infanteristen, noch Artilleristen — hatten sich bei Kriegsbeginn einen Begriff von dem über Erwarten großen Munitionsverbrauch und der mit ihm verbundenen Beanspruchung des Geschützmaterials, von der Leere des Schlachtfeldes und der dadurch erschwerten Beobachtung gemacht. Es ist ein Wunder, daß unsere Geschütze diese Beanspruchung überhaupt aushielten, und kein Wunder, daß bedauerliche Kurzschüsse aus ihren ausgeleierten Rohren auftraten, die Menschenleben in den Reihen der eigenen Infanterie kosteten. Es lag nicht an der Artillerie der Front, daß die Munition schon nach wenigen Wochen knapp wurde und die ersten Kriegslieferungen schlecht waren. Wenn einer verantwortlich zu machen ist, so könnte es allenfalls die Friedenszentralstelle des Heeres, die nicht für genügende Vorräte gesorgt und, was vielleicht der noch größere Fehler war, nicht für die sofortige, planmäßige Umstellung der Friedensindustrie auf Kriegsfertigung gesorgt hatte, und vor allem die Volksvertretung sein, die aus Ersparnisgründen die Forderungen der Militärbehörden immer wieder von neuem beschnitt
Es ist Dur allem aber eine nicht oft genug zu bekämpfende Legende, daß die französische F e l d a r t i l l e r i e der deutschen taktisch und schießtechnisch überlegen gewesen sei. Ich glaube, keine Beweisführung ist bündiger als folgende:
' 1 Hirz 1935
6 Handelsklatie Hassene m. 8|ähr. g. Ziel: Mittlere !f Einjähr.-Exon. vr Mädchen adch Nähen. Sdiulgdld keine Nebenge
ijährige Handelt- Schulgeld RM19.-, ngebühren.
e für Berufstätige i schreiben, Steno- i allen Handels
m für das neue! d Auskünfte In zeit im SchulgM estraße 32. /
/
rühren, stand Karl Kasiske in feinem Granatloch und schaute. Für ihn war der Berg lebendig; er sah sein Angesicht wechseln; bald schien es blendend weiß aus den Feuern wie zur letzten friedlichen Raft, bald schillerte es in roten und gelben Farben wie die Hölle selbst oder das Fegfeuer, bald verschwand es völlig im schwarzen Rauch, ein Ort der Finsternis und des Vergessens.
■ In hoher Eile flitzten die Meldegänger durch den Geschoßturm. Erst gegen halb zwei Uhr war der Angriffsbefehl vom Korps ausgegeben worden, und um vier Uhr sollte schon angegriffen werden. Es gelang nicht, die kurz gesteckten Angriffsziele überall rechtzeitig bekanntzugeben. So gingen die Leute, die in der Mitte lagen, am Rande des Waldes von Hermitage auf eigene Faust vor. Sie lagen weit, aber in gerader Richtung vor dem Fort. Der befehl verlangte von ihnen nur die Einnahme einer feindlichen Stellung im Dorgelände, und dann sollten sie sich möglichst nahe an das Fort heran- pirschen. Die gerade Stoßrichtung wurde ihnen umgebogen, der Sturm sollte sich ältlich Oes Forts
abdrehen.
Kurz vor vier Uhr krachten Lagen der eigenen schweren Artillerie in die deutschen Graben. Die nächste Lage brachte beinahe den Artillerie-Verbindungsoffizier um Es war höchste Zeit. Die Leute stürzten aus der plötzlichen Verwirrung vor. Die nächste Lage prasselte schon hinter ihrem Rücken in die verlassene Stellung
Die Anschlußregimenter rechts und links verhielten sich totenstill. Sie hätten auch zur Minute vorbrechen sollen. Aber man konnte nicht mehr warten, die Wellen waren entfesselt. So stieß Die stürmende Front aus ihrer rechten Flanke einen Zug hinaus, fast senkrecht zur Angriffsrichtung. Er entrollte sich blitzschnell ins Unbekannte, ein mächtiger Arm, der den Feind zurückhielt. Die Komva- nien liefen über freies ansteigendes Gelände. Ueder ihren Häuptern rauschten die Züge frer deutschen Granaten, zischten die Garben der Maschinengewehre vom Rücken her, die aus hohen Stellungen schräg auf den feindlichen Graben hämmerten und die Besatzung in der Tiefe hielten
Die Stürmer gingen lanafamer. Noch krachten die Salven der deutschen Artillerie auf die 13 er men des Zielgrabens. Hell fangen die Kugeln dazwischen, die von den Leuten des Flankenzuges abgefeuert wurden; dessen vorderste Gruppen hatten in gewaltigem Laufe die Sturmkompanien überholt und schossen nun dem Feind in die Flanke Einige Franzosen sprangen auf und griffen zu den Waffen; einer stürzte zum Maschinengewehr; doch der fand seinen Gegner. Ein Gefreiter hatte schon am Mor-
!Llle sahen den kantigen Rücken von Douaumom ■md) die laublosen Bäume starren: die vor Dem tyiuffourroalD lagen, die im Gehölz von Hermitage
die auf dem Rücken von La Bauche. Der ge- kl'te Festungsberg schien unbelebt, doch brüllten -e unsichtbaren Geschütze in den Ponzerturmen, 8 ht von den deutschen Granaten lerfteu ottd)- I Wimen an feinem gewaltigen Bug. Und in Der WslLn Morgendämmerung sahen die vom Hermttage- I Do d achthundert Meter weiter südlich Franzosen V graublauen Mänteln und niedrigen Stahlhelmen, | eifrig einen Graben ausstachen. Ihre Sparen I dichten, ihre Körper dampften, sie wollten dem I taq trotzen, der das Fort, ihr Fort, immer mehr 'm Nebel entblößte. Doch der scharfäugige Deutsche •i'tte sie entdeckt; einige leichte Minen, aus Den I in antetfieftellungen abgeschossen, warfen sie aus lie Sohle ihrer Gräben. Dort lagen sie uno I berieten.
Im zehn Uhr vormittags begannen die deutschen ctterien zu trommeln. Das Fort glich m Der roin« r ichen Finsternis einem schwarzen Basaltberg, tu» dessen Flanken Lava flammt, das Vorgelande hvelte von Rauch. Diele Stunden, ohne sich zu
Regimenter. Allen voran wird kein 20er die 5., irre Batterie Caemmerer, vergessen, dessen Granu n auf Befehl des Hauptmanns bei Tag und Süjt da faßen, wo wir sie haben wollten."
Renn anderwärts die Harmonie nicht so groß er, so lag die Schuld nicht allein bei der Artil- ki, sondern zum mindesten ebenso sehr bei der Sinterte. Ich glaube aus eigenem Erleben in «in Korps, in dem der Kommandierende Ge- TK-1 nicht so günstig auf die beiden Waffenarten Wemirft hatte, feststellen zu dürfen, daß vieler- id< sich Die Infanterie schon über die Vorberei- fcjeit, Die Der Artillerieeinsatz zu einem treff« jft ren Schießen erfordert, unklar war und ihren Plenen einfach nach vorne durchging. Daß sie kM verlangte, daß die Artillerie zu ihrer Ver- b iDung hielt, aber ihrerseits nicht daran dachte, hi Artillerie über die Vorkommnisse in der insante- in scheu Kampfzone auf dem Laufenden zu halten. , roch im November 1916 hatte ich ein Erlebnis, la diese Frage grell beleuchtete. Für die Weg- i ML'tue eines kleinen feindlichen Stützpunktes, des
gen fernher das tödliche Rohr gesehen; er hatte es sich eingeprägt und hatte es während des Sturmes nicht aus dem Auge verloren. So warf er sich blitzschnell hin, sein Karabiner riß Funken, und ehe der feindliche Schütze noch den dritten Schuß durchzog, prallte er tot an die Rückwand des Grabens.
Die Sturmkompanien tauchten in die Tiefe hinunter. Dort unten hockte Schulter an Schulter die Besatzung und rührte sich nicht. Erst allmählich gewannen sie Leben, und als sie aus dem Graben waren, wandelten sie mit wehenden Mänteln in die Gefangenschaft. Andere Abteilungen aber flohen den Hang hinunter gegen das Fort, bis Schüsse in ihren Rücken krachten. Da warfen sie Waffen und Patronentaschen fort und traten in Gruppenkolonne zur Gefangennahme an, eine letzte Huldigung vor den Deutschen
Die aber waren nicht mehr zu halten. Sie stürmten dahin, das Fort vor Augen, ihren Hauptmann in der Mitte, mit offener Flanke. Doch fand sich ein Offizier, der die Gefahr erkannte. Er warf Gruppe um Gruppe in ungeheuerlicher Verlängerung, in lächerlich Dünner Kette nach rechts, die Leute schossen wie besessen auf die endlos aus- rückenden Gegner, die die schwache Stelle der Deutschen wohl erkannt hatten und nun aus dem Dorfe Douaumont ihre Zuaven gegen die Sturmflanke antanzen ließen — bis auf zehn Schritt vor den deutschen Gewehren. Und während sich hier die einzelnen Gruppen verwickelten, blitzschnell ihre Fronten wechselten und immer wieder vorwärts verlängern mußten, ein Schnell- und Wirbeltanz ohnegleichen, stürmte die Mitte unaufhaltsam gegen das Fort
Sie nahmen eine zweite feindliche Stellung, sie schlugen jauchzend auf die Rohre mächtiger Marinegeschütze, die verlassen dastanden, immer wieder tauchten, wenn sie vor einem feindlichen Graben die Bajonette zum Sturm einlegten, andere Kompanien vor ihnen und schon im Rücken des Feindes auf, und ein doppeltes Hurra vereinigte sich über dem verwirrten und niedergedrückten Feind.
Doch plötzlich standen sie. Die Luft sauste und kochte, die Erde bebte und krachte. Sie standen vor der Mauer Der Deutschen Granaten, Die Das Fort abriegelten. Ihr Angriffsziel war längst erreicht, längst überschritten, Doch ragte hinter der schwarzen Rauchwand Das Fort. Es war groß wie ein Gebirge; sie rochen den Rauch, Der aus Den tiefen AbgrünDen wallte, sie blickten in Die Feuerkliitte, Die' Den Berg zerspalteten, sie sahen Die feurigen Schlangen, Die sich hoch bis zu den Panzertürmen hinausringelten. Und nun bellten die Maschinen-
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gewehre vom Kirchturm des Dorfes Douaumont herab. Der Feind hatte sie gesehen, er warf sie zu Boden.
Unaufhörlich zuckten die Melder über das Gelände. Die Telephontrupps spulten galoppierend ihren Draht und meldeten selbständig, was sie sahen. Einer von ihnen lief mit den Granaten um die Wette zum Gefechtsstand des Bataillons. Dort brach er knieend zusammen und stammelte seine Meldung, die vordere Linie habe das Fort erreicht, leide aber sehr unter eigenem Artilleriefeuer. Der Major spricht durch den Draht mit Der Front. Er beordert einen Leutnant von dort zu sich, der Leut- nant hetzt heran, bestätigt. Das Regiment wird angerufen: Artilleriefeuer stoppen! Vergeblich. Man hält die Meldung für einen überreizten Irrtum, noch feuert ja das Geschütz aus Dem Südostpanzer- türm Des Forts! So blitzen Die Deutschen Batterien weiter gegen Den Berg, vor Dem nun Die nicht anerkannten grauen Deutschen Stürmer liegen, so nahe. Daß sie ihn mit Händen greifen könnten, wenn sie nicht durch Den Feuerwall hindurchlangen müßten.
Der Hauptmann überlegte nicht lange. Er rief im Sprunge zum Drahtverhau einem Leutnant zu: „Wir stürmen das Fort", und dann gab er ruhig seine Befehle. Die eigene Artillerie schoß weiter, vergeblich stiegen die grünen Leuchtkugeln gen Himmel, die Beobachter sahen sie im hellen Tage nicht. Als die letzten Patronen verschossen waren und auch Der Vorrat, den ein frisch eingeschwärmter Zug mitbrachte, keine Linderung des Feuers bewirkte, erhob sich der Hauptmann und deutete mit Dem Stocke auf Den feinDlichen Graben jenseits Des Drahtverhaues. Ein Gefreiter sprang auf, gab seinen KameraDen Das Gewehr unD schnitt mit Der Schere eine Gasse in Den Draht; auch Die zugelaufenen Pioniere zückten ihre Scheren, und nun sprangen etwa vierzig Mann Durch Die Gassen in Den unbesetzten Graben unD Dehnten sich nach beiDen Seiten aus. Zuletzt sprang Der Hauptmann hinunter.
Der Graben war nicht eben tief; Doch sah nun Der Hauptmann ein zweites breites unD Dichtes DrabthinDernis vor sich, er sah Die feurigen Einschläge auf Dem Walle Des Forts unD hörte Das Dumpfe Poltern Des jetzt unsichtbaren Panzergeschützes. Wenn Der Franzose aus Dem Inneren Des Forts heraus Die Wälle besetzte, waren alle verloren. Da erhob sich Der Hauptmann zum zweiten Male. Er Deutete mit Dem Stock auf Das riesen- hohe Fort und Die Leute hörten ihn sagen:
„Drauf, das Fort ist unser! Was fällt, fällt!“
sten wird.
Dann wird die Infanterie der Zukunft, wie es im Herbst 1914 die Infanterie Des XIV. Armeekorps tat, wenn mein Artilleriebrigade-Komman- öeur an ihren Kolonnen vorbeitrabte, voll Begeisterung und voll Dankbarkeit „Hurra" rufen.
Noch einmal:
Warum ist Generalleutnant mehr als Generalmajor?
Die in Nr. 27 nach Dem „Kyffhäuser" gegebene Erklärung ist wenig überzeugenD. Es wäre ein an sich unerhörter Vorgang, wenn zwei feststehenDe Rangstufen, Der eines Generalleutnants unD eines Generalmajors, plötzlich ihren Wert vertauscht hätten — das ist doch wohl mit „Hint-
„Sturm auf Douaumont."
Von Jofef Magnus Wehner
In seinem großen Romanwerk „Sieben vor Verdun" schildert Josef Magnus Wehner erschütternd die beispiellosen Heldentaten der Verdun-Schlacht, deren zwanzigster Wiederkehr wir in diesen Tagen gedenken. Aus diesem Anlaß entnehmen wir diesem Buche mit Erlaubnis des Albert Langen- Georg Müller Verlages in München den folgenden Abschnitt.
Ich bin über die Schlachtfelder von Mühlhausen, Saarburg und Lens geritten, ich habe bei der Bearbeitung des Ehrenbuches der Feldartillerie alle bereits erschienenen Regimentsgeschichten Der Deutschen FelDartillerie in Der HanD gehabt und Hun« Derte von Berichten Deutscher FelDartillerieregimen- ter gelesen. Ich habe nirgenDs eine zusammenge- schossene gefechtsunfähige Deutsche Batterie oDer gar Abteilung gesehen ober von ihr gelesen unD gehört. UnD Doch hätten Die Franzosen bei Dem sogenannten „falschen SchneiD", mit Dem Die Deutschen Batterien immer wieDer offen auffuhren, reichlich Gelegenheit zu einem Wirkungsschießen gehabt.
Ein Beispiel für viele: In Der Schlacht bei Ethe am 22. August fuhren Die Batterien Des FelDartil- lerie-Regimentes 20 im feinDlichen Artillerie- unD Jnfanteriefener in offenen oDer in RanDstellungen auf, in Denen nur hohe Kornfelder einigermaßen Deckung gewährten. Sie wurden aber trotzdem den ganzen Tag von Der fran'zösischen Artillerie über« schossen und verloren an Toten einen Offizier, den Musikmeister und zwei Mann, an Verwundeten zwei Offiziere und 32 Mann. Merkwürdiger- und ehrenvollerweise befand sich unter den Verwundeten auch hier der Artillerieführer, der Regimentskommandeur. Die Feuertätigkeit der Batterien waren keinen Augenblick in Frage gestellt. Die Wirkung war hervorragend. Ein Augenzeuge schreibt:' „9.30 Uhr vormittags das erste Ziel: ein Stab 4800! Feuer!" Schon der erste Schuß liegt im Ziel. „Drei Gruppen!" Der Stab ist gewesen. Ein vielstimmiges Hurra unserer Brauen Infanterie lohnt das' gute Schießen. Sie weiß sich nun nicht mehr allein in ihrem schweren Kampf. Jede Gruppe der drei Batterien hält gaufige Ernte. Zehn Minuten nach unserer Feuereröffnung stellt der Franzose sein Vorgehen ein."
Schwerer vielleicht wiegen noch die Zeugnisse der Gegner, die ebenfalls in der Geschichte des Feld-
2ßir Artilleristen sind Kummer gewöhnt. Wir kWen m Der Kriegs- unD Nachkriegszeit manche ?jered)tfertigten Vorwürfe hinnehmen müssen. $ir Artilleristen wollen uns nicht besser machen „I roir find. Wir geben zu, daß wir bei Kriegs- ixnnn manches abzustreifen, manches zu lernen {den, Daß wir Fehler begingen und sie nicht im« m- schnell genug erkannten und abstellten. Aber jj!C8 nicht anderen Waffen ebenso gegangen? Hat n». Die Infanterie allzulange an der Massentaktik, to Kavallerie am Angriff zu Pferde festgehalten? nj nicht Die BeDeutung Des Maschinengewehres, h,. Minenwerfers von Freund und Feind glei« ch-maßen unterschätzt worden?
3er Soldat will sicher gehen. Er steht Neuerungen fl"Dem Gebiete der Taktik und Technik lange zweier, gegenüber. Es bedarf einer starken motori« \t n Kraft, ihn umzustellen und vorwärtszutreiben.
kann nicht zugeben, daß es an dieser moto« nhen Kraft in der Artillerie Der Vorkriegszeit geilt hat. JeDenfalls ist unter uns jungen Offizieren nt)t als genug über artilleristische Zukunftsfor-
| 'rm gesonnen unD gesprochen worDen. Die Lehren b» französischen Generals Percin, von Dem Zu- , |.mmenflingen artilleristischer unD infanteristischer 1 «röerungen bei Den Stäben unD Truppen, von Jiaison en haut et en bas" waren uns wohl farmt. Aber auch Die hohen Führer waren feines- rgs auf veralteten Ansichten stehen geblieben, jinner wie GeneralfelDmarschall von Bülow a General Der Infanterie von L 0 ch 0 w haben ^vsjWnjCii Infanterie und Artillerie ihres III. Armeekorps rjoorbilDlidjer Zusammenarbeit erzogen. Der Lohn jsnicht ausgeblieben. In Der Geschichte Des Jnfan- tee-Regiments 20 (Wittenberg) findet sich über ii Zusammenarbeit mit Dem FelDartillerie-Regi- r.t 39 (Perleberg) in Den ersten Kriegswochen fnmber Satz: „Es war ein glücklicher GeDanke ItFres Divisionsstabes, als er unter Berücksichti- Wg Der gemeinsamen Erlebnisse bei Lüttich Diese len Regimenter DauernD taktisch ver- bci d. Bei Morrs, AnDechy, Villers Cotterets unD cnTer Marne hatte sich Das gegenseitige Vertrauen
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