Mittwoch, 22. Januar 1936
r.18 viertes Blatt
Giehener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
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Oder der Rauhreif etwa? Der bildet doch nur dürres Gezweig und an verdorrten Halmen die feinsten und zierlichsten Kunstwerke. Gewiß, sie sind eine herrliche Zier der Winterlandschaft, aber Blumen sind es nicht!
„Und doch gibt es Blumen im Januar!" rief ich, als ich, plötzlich ermuntert, aus dem Bette sprang. Staunend besehe ich die Fensterscheiben ... Eisblumen! — Wunderbar, fein und zierlich, glitzernd und unwirklich schön prangen sie wie dichte
Del.
Zur Vorratskammer sind sie bestimmt, damit die jungen Triebe unbekümmert um Nahrungssorgen der aufsteigenden Lenzsonne entgegenwachsen können, wenn der Boden fast noch gefroren ist.
Und nicht nur in der Erde erwarten die Sturmtruppen das Signal zum großen Angriff auf den Winter, auch in den oberirdischen Teilen ist man bereit. In den kleinen Knospen der Blätter und in den größeren Blutenknospen sitzen wunderbar zarte, zierliche Gebilde und warten auf ihre Entfaltung. Viele Häutchen und Hüllen, derbe Schuppen, Haare und Harz schützen sie vor Nässe und Frost. Jeder Landwirt und Gärtner weiß, wie sehr ein milder Winter den Ungeduldigen, Voreiligen schaden kann. Zwar sehnen nicht alle Pflanzen in gleichem Maße das Frühjahr herbei; aber alle sind doch irgendwie versorgt und bereit, und viele liegen gewissermaßen in erhöhter Alarmbereitschaft.
Aber trotzdem stoßen wir gleich beim ersten Schritt auf eine Schwierigkeit: Gibt es denn jetzt überhaupt Blumen und Blüten? Denn die Kinder des Treibhauses, so herrlich sie auch sind und so sehr wir auch der Hand des Gärtners danken, der uns damit erfreut, hier wollen wir sie doch nicht nennen. Und draußen?
Nun, die Wiesen und Felder sind kahl und leer, Busch und Baum scheinen dürr und erstarrt, Gras und Kraut an Weg, Rain und Ufer sind vergilbt und verwittert. — Blumen sehen wir keine!
Manchmal, so auf die Entfernung und bei günstigem Licht könnten wir es wohl mal bezweifeln. Da hängt am Waldesrand oder in einer Hecke ein leichter, weißer, silbrig schimmernder Schleier über das struppige, leere Ästwerk und leuchtet prächtig- heraus aus dem Winterwald. Sehen wir nach, so sind es die Fruchtstände der kletternden Waldrebe. Oder in freudigem Rot leuchten kleine Perlen zu dichten Tupfen vereint, aus dem schütteren Gezweig vorm grauweißen Himmel. Die Vogelbeeren sind es. Auch die Flechten und Algen fallen uns jetzt mehr auf als im Sommer ... bunte Vögel beleben das Bild ... Wollen wir uns täuschen lassen? Nein, wir suchen Blumen! Wir freuen uns über das Weiß und Rot, das die düstere Winterlandschaft aufheitern will, dankbar sind wir Waldrebe und Eberesche dafür. Aber Blumen bieten sie uns nicht. Wir wollen trotzdem nicht hoffnungslos werden. Wir suchen weiter. Einen offenen, regsamen Blick muß man haben, draußen. Die munteren Meisen und der fliegende Smaragd, der Eisvogel, sollen uns kein Ersatz sein.
Der Schnee vielleicht? Der ist kennzeichnend für den Januar, oft wenigstens, sagt man, dieses Jahr allerdings nicht.
einen Wan« lur der Geil, wenn sie eiben lassen es die Aus- beanttagen.
3. Kapitel.
„Das hast du fein gedeichselt, Schätzt!"
Theodor Stalling, in Gesellschaft und an allen Bars Teddy genannt, wandte sich vergnügt schmunzelnd seiner Frau zu, als sie allein weiterfuhren.
Die sah ihn ernsthaft an. „Fein, ja, aber — ungern", gestand sie, die feinen Brauen runzelnd. „Es wäre mir schrecklich, wenn Mama irgend etwas gemerkt hätte."
„Ach was!" Ihr Mann zuckte ungeduldig die Achsel und schaltete höhere Gewindigkeit ein. ,Wieso soll sie denn etwas gemerkt haben! Und dann bitte ich dich: Wie hätten wir es denn anders machen können, ohne sie zu kränken? Nur nicht so tugendsam tun, Kleines, hast im Grund gerade so wenig Sinn für Familiensimpelei wie ich. Nebenbei bemerkt haben deine Migränen mir so oft einen dicken Strich durch die schönste Rechnung demacht, daß du jetzt man ruhig eine mir zu Gefallen kriegen kannst. Ich mache dir doch auch gern 'ne Freude, nid)?" Mit der freien Hand langte er zurück und tätschelte ihr Knie. „Bist du auch schön warm im neuen Fellchen?"
„Ja, herrlich, Teddy!" Frau Elfriede lächelte, trotz der Gewissensbisse, versöhnt und befriedigt. Teddy war doch riesig lieb zu ihr, der kostbare Mantel und prächtige Ring waren feine Weihnachtsgaben gewesen. Jeden Wunsch erfüllte er der jungen Frau, die ihm nichts in die Ehe gebracht hatte als ihre Schönheit — da mußte man doch auch ein wenig auf feine Wünsche eingehen! Sie blies ihm einen Kuß zu, lachte leise ob seines verliebten Blicks, den er nur mit Mühe wieder dem Steuer zuwandte.
Die große Villa in der vornehmen Straße am Park erleuchtete wie auf ein Zauberwort, als her- risches Hupen den Diener ans Portal rief. „Beeile dich, Schatz", mahnte Stalling, in fein Ankleidezimmer verschwindend.
Frau Elfriede ließ den Mantel in die Hände der Zofe gleiten, die schon sorgsam alles bereitgelegt. Eigentlich langweilig, dieser Kleiderwechsel, dachte sie, ein Gähnen unterdrückend, während das Mädchen mit geschickten Händen die duftige, silberdurch- wirkte Spitzenrobe über ihre Schultern streifte, die sich in schneeiger Vollkommenheit aus dem tiefen Ausschnitt hoben. Aber in diesem Aufputz hätte sie doch nicht zu Mama zum Familienabendbrot und in die Kirche gehen können.
Plötzlich fiel ihr der Fremde ein, der sie so seltsam angesehen. Ein Lächeln wuchs auf den eben noch mißmutig verzogenen Zügen. Sie ließ den Gazeschal, den sie aufgenommen, wieder aufs Bett fallen, trat an den Frisiertisch mit seinem dreiteiligen Spiegel und betrachtete sich lange.
(Fortsetzung folgt!)
Prüfend ruhte der Mutter Blick auf dem jungen Gesicht. Mißtraute etwa auch Grete der Schwester —? Aber aus deren Zügen lachte ihr nur harmlose Freude entgegen, so schluckte sie den häßlichen Zweifel, daß er die Fröhlichkeit der Kinder nicht beschatte.
Bald darauf erstrahlte der silberglitzernde Tannenbaum im Licht seiner frisch aufgesteckten Kerzen, dampfte der Punsch in den Gläsern, und Margret Mervius, die, zwischen Sohn und Tochter, von ihren Armen umschlungen, auf dem alten Sofa saß, empfand bewegten Herzens, daß ihr noch viel, sehr viel zu danken übrig geblieben. Tausend Possen trieben die großen Kinder, steckten sie an mit ihrem Uebermut. Und jubelten hellauf, als Grete aus dem Wasserbecken, in das zischend Blei geflossen, feierlich ein Gebilde herausfischte, das einem großohrigen Schwein ähnlich sah.
„Unser Glücksschein!! Nun soll die Frau Sorge nur kommen, der pusten wir was! Hans besteht sämtliche Examina mit Auszeichnung, ich finde eine ideale Stellung, und Mutti gewinnt das große Los!" Sie umfing den Bruder und walzte mit ihm im Zimmer herum. „Maskottchen, fei lieb und gut, nimm uns all’ in deine Hut", fang sie dabei mehr vergnügt als melodisch, denn sie war völlig unmusikalisch.
„Und Elfriede?" lächelte Frau Mervius, ihrer Aeltesten sehnsüchtig gedenkend.
„Ach, Elfriede —" Grete löste sich aus des Bruders Armen, trat an den Tisch und stellte das Bleischwein auf den Rand eines blütenbesäten Alpenveilchentopfes, den sie der Mutter zum Fest beschert. „Elfriede braucht kein Glück mehr", sagte sie, ohne aufzusehen, „eher — ein bissel weniger. Ich glaube, es täte ihr ganz gut, mal einen kleinen Puff vom Schicksal zu kriegen."
„Kind, wie kannst du —" wehrte Frau Margret erschrocken, „so etwas darf man nie sagen? Wünsche haben manchmal eine eigene Art, in Erfüllung zu gehen, Gretelein!" Ein feines Lächeln huschte über ihre ernstgewordenen Züge: „Ich werde deinem leichtfertigen Begehr nach Schicksalspüffen also gleich ein anderes Sprüchlein mitgeben: möchte Elfriede glücklich bleiben — unb der arme junge Mensch, der in der Kirche neben mir saß, es werden! Darauf wollen wir anstoßen."
Hell klangen die Gläser aneinander, als die beiden Jungen sie'ihr entgegenhoben. Mutti war doch ein famoser Kerl, alle umfaßte ihr warmes Herz! Wortlos beugte sich Grete Mervius vor und küßte das Gesicht, das sie stets das schönste auf der Welt dünkte.
Keiner von den Dreien ahnte, daß der Mutter Wunsch just diejenigen Menschen umschlossen hatte, deren Wegen es bestimmt war, sich dereinst zu kreuzen, daß das neue Jahr schwere Kämpfe barg für sie alle
Reichsbund zur Genehmigung vorzulegen. Abzeichen und Flagge des Reichsbundes stehen unter gesetzlichem Schutz. Unberechtigtes Herstellen, Verteilen oder Führen wird strafrechtlich verfolgt.
Oer Sieger im 50-Kiiorneter-Oauer»auf
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Das Lahr der Blumen
Oie Pflanzenwelt im Januar.
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Schweigend legten die Fünf den Rest des Weges zurück und verabschiedeten sich schnell, als der Wagen vor dem Mietshaus in der Gartenvorstadt hielt.
„Ich rufe morgen früh mal an", versprach Frau Mervus und küßte die zarte Wange, die ihr mit (eifern „Auf Wiedersehen, du Gutes" hingehalten wurde. Als sie dem Schwiegersohn mit herzlichem Dankeswort die Hand reichte, bückte er sich und küßte sie zu ihrem Erstaunen, da derartige Zärtlichkeiten bei ihm durchaus ungewohnt waren
„Es tut mir schrecklich leib, Mama, aber du siehst ja —! Na, ihr kommt bald zu uns! Trinkt euch nur keinen Rausch an, ihr junge Bande, der Punsch, den ich schickte, ist nicht von schlechten Eltern!" Er lachte, stieg ein, grüßte noch einmal vergnügt zum Fenster hinaus. Elfriede ließ ein weißes'Tüchlein flattern — dann sah man nur noch die Lichter des in der Nacht entschwindenden Wa- O^Geht nur vor, Kinder", forderte Frau Mervius, bedächtiger als sonst die Stufen steigend, „ich bin faul heute abend!" Lächelnd nickte sie den beiden zu Ab»r als sie vor ihr die Treppe hmaufspran- gen erschien wieder die kleine Nachdenklichkeitsfalte zwischen den feinen schwarzen Brauen, die dem sonst zart anmutenden Frauengesicht eine eigene charakteristische Note verliehen. Diese ungewohnte Herzlichkeit Stallings, Elfriedes plötzliches Unwohlsein von dem sie vorher auch nicht die geringste Spur bemerkt - woher kam ihr nur plötzlich der Qmeifel an der Echtheit des Leidens? Pfui, so unaufrichtig würde ihr Kind doch nie zur Mutter sein' — Sie hatte sich so sehr auf den gemütlichen Abend gefreut. Wenn Elfriede sonst kam, war sie stets in Eile, hatte noch allerlei vor. Weihnachten war sie mit ihrem Mann im Riesengebirge zum Schneeschuhsport gewesen, aber der Silvesterabend war der Mutter fest versprochen worden. Wie eine Last bedrückte sie nun die Enttäuschung, und die machte sie gewiß ungerecht.
Du, glaubst du an die Migräne?" fragte Hans leise die Schwester, während er den Schlussel hervorholte und die Tür aufschloß
Die schüttelte stumm den Kops.
„Ich nämlich auch nicht. Die wollen bloß noch wo anders hin! Du kennst doch ben, Teddy, der langweilt sich zu Tode ohne Betrieb."
Grete Mervius verzog den Mund und nickte. „Mir soll's recht sein, ich kann — f16. ,.b^ad) ab' legte den Finger auf die Lippen: ^Nutti kommt , flüsterte sie, „laß sie nichts merken! Wir wollen überall das Licht andrehen."
Als Frau Mervius oben anlangte, erstrahlten die Zimmer in hellster Beleuchtung. „Nanu, so festlich? Ihr Verschwender, ihr!" Es war kein Vorwurf.
Es ist doch ein Fest", erwiderte Grete fröhlich, ihr aus dem Mantel helfend, ehe Hans es tun konnte. „Und wir werden es schon programmaßig zu Ende feiern, auch ohne die anderen!
kannten oder nur wenig von ihr, nur so bei blauem Himmel und warmer Sonne.
Es ist nur eine Zeit der Ruhe, des Erholens. Unter dem unscheinbaren, leblos aussehenden Aeußeren, selbst unter verwelktem und abgestorbenem Kraut und Grünzeug harren lebendige Kräfte auf ihre Zeit.
Im Boden, warm gehalten von verrottetem Laub und von schützendem Schnee, verbergen sich Samen und Sporen, Knollen und Zwiebeln, Ausläufer und Wurzelstöcke.
Im Herbst hat die Pflanze die Nährstoffe, die sie sich in ihren Blättern und grünen Teilen mit Hilfe des Sonnenlichtes bereitete, hinabgeschickt. Dort unten in den unterirdischen Stücken ist alles vollgestopft und aufgespeichert von lebenspendenden Stoffen, Stärke und Rohrzucker, Eiweiß, Fett und
Jede Jahreszeit hat ihre besonderen Wahrzeichen. So wie die Sternbilder des Tierkreises Merkmale und Sinnbilder für die Monate des Jahres find aibt es noch manch andere Eigentümlichkeiten der Leichen des Jahres, nach denen man es einteilen konnte.
Den Winter zum Beispiel versinnbildlicht in alten Kalendern oft em Schneemann, den Frühling die Aussaat, den Sommer die Ernte und den Herbst die Jagd Auch eine Ordnung nach dem Ablauf des Tierlebens, wie sie von dem berühmten Tieffeefor- scher W. Be e b e schon einmal unternommen wurde, ober der Welt der Blumen oder der Pflanzen des Feldes, also der Arbeit des Landmannes, ist sinnvoll.
Aber warum sollen wir das Praktische immer so m den Vordergrund drängen? Wollen wir doch einmal das Jahr nach seinen Blumen betrachten. Gehören doch die zarten Blüten der Blumen mit ihrer Farbigkeit, ihrer stolzen Pracht oder bescheidenen Schlichtheit, ihrem Duft, kurz ihrer unnachahmlichen Schönheit mit zu dem Wundervollsten, was uns die Natur darbietet. — Und wie viele blühen uns überall. Sie find so reich an Zahl und Arten, und es ist auch nicht schwer, sie zu finden, gibt es doch kaum einen Fleck auf dieser Erde wenigstens bei uns, wo nicht irgendwann im Jahre eine Blume blüht. Ja, die Welt der Blumen ist so groß, daß sie im Ablauf der Zeit in dichten Scharen aufeinanberfolgen. Zur günstigen Zeit drängen sie sich geradezu in unübersehbarer Fülle ans Licht. Da fällt es nicht schwer, weil jede ihre begrenzte Blütezeit hat und emhalten muß, den Lauf des Jahres nach dem Erblühen bekannter und vorherrschender Blumen in ihrer gesetzmäßigen Aufeinanderfolge zu beschreiben.
Die Rose, die Königin der Blumen, könnte das Wahrzeichen des Juni fein, die Herbstafter wäre etwa die Blume des November, und das Schneeglöckchen kündet den März an. Aber oft dürfte es nicht leicht fein, aus der Fülle schöner Schwestern nur eine zur Königin zu wählen. Um ihnen gerecht zu werden, wollen wir nach Möglichkeit mehrere herausnehmen, aus jeder Lebensgemeinschaft, von jedem Standort eine.
Also eine Blume des Waldes und eine der Wiese, zusammen mit einer aus dem Sumps und von der Heide und was es alle sei, zusammenzubinden zum Blumen st rauß des Monats.
Doch, wann fangen wir an? Nicht in der Zeit der Hochblüte! Die Fülle würde uns verwirren, und mancher, der noch nicht so enge Bekanntschaft und Freundschaft mit den Blütenelfen geschlossen bat, bliebe ratlos und verzagt am Wege stehen. Wir wollen auch ihn hinführen. Beginnen wir also mit dem Anfang der Blütezeit. Also mit dem Einzug des Frühlings?" Das wäre nach dem Kalender am 21. März! —
Oh, nein! Das wäre zu spät. Wir müssen im frühesten Frühjahr Ausschau halten; ba liegt zwar oft noch Schnee, unb boch finb Schneeglöckchen unb Winterling schon ba. Also selbst ber Anfang März wäre nicht recht, im Februar, sogar noch im Winter, brechen Winterling unb Milzkraut schon hervor. .
Nun, bann wollen wir boch gleich mit bem Ka- lenberjahr anfangen, bas ist ja bann kein großer Unterschieb mehr. Doch was blüht uns im Januar? Da schläft bie Natur boch noch ihren festen Winterschlaf. — Daß bie erstorben läge unter dem Lailach des kalten Schnees, ist ja nicht wahr! Das haben Leute erzählt, die die Natur nicht
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Der 50-Kilometer-Dauerlauf, mit dem die Deutschen Meisterschaften in Oberstdorf beendet wurden, brachte hervorragende Leistungen des Siegers, Leutnant Herbert L e u p o l d , der die Strecke in 3:26,15, also in vorzüglicher Zeit zurücklegte. Man sieht hier den Sieger Leu pold (rechts) im Gespräch mit dem Deutschen Skimeister 1936, Willi Bogner, nach dem Rennen. Interessiert verfolgt Frau Bogner, die Gattin des Meisters, die Unterhaltung.
(Scherl-Bilderdienst-M.)
Willi Sandtner
Deutscher Schnellaut-Meister.
Nach einer 24ftünbigen Verlegung würben am Sonntag in ben frühen Morgenstunben auf bem Faulenbachsee bei Füssen bei verhältnismäßig guten Eisverhältnissen, aber sehr steifem Winb bie beutschen Eisschnellaufmeisterschaften in Angriff genommen. Leiber gab es fast keine Zuschauer, boch befriebigten bie Leistungen, wenn auch keine neuen Rekorbe erzielt würben.
Heber 500 Meter zeigte sich Sarnes- Berlin mit 46,8 Sekunben bem Münchner Sanbtner, ber
? ^urn- k°l Keusch ’I Hegrij, Geschäfts, über den oiung der Mgangen 'richt, der auswies. rden. An. Astenden nie dabei, auch das erschiedene b't durch, nlung, die ' weiteren >e für das 'n befpro» 1 25jiih. den Kreis rnens im । herange- rer wurde i^en Aus- eiten fand
Bei der ’n folgende iiditen'fnüp. M, Kie. 5-7 M., imeter, ge« Wellen.
'age wurde :te Saal, weiblichen dienen soll, ner kleinen ich, Stütz- roie awf) r neu ein» o daß alle sührt wer- am Don- lülerinnen« igen Md
alte Land- । einen un- len Bruch und mußte t Klinik ge-
YMIMMlMlk».
Vornan von © von ©ellermann.
Copyright 1936 by Aufwärts-Verlag G. m. b. $)., Berlin SW 68.
1. Fortsetzung. Nachbruck verboten!
„Na, sehr wohlhabenb sah er nicht aus," meinte Hans, „unb krank ist er auch gewesen. Aber da wart ihr schon hinausgegangen, als er das erzählte. Deshalb schlief er doch an Muttis Schulter ein."
Die schöne Frau ließ die Hand sinken, die sie im müßigen Spiel leise hin und her bewegt, unb sah schnell auf — „Eingeschlafen? An Mamachens Schulter?!" r s
Das ist ein starkes Stück," warf ihr Mann dazwischen. „Warum hast du denn da nicht mit Mama den Platz gewechselt. Junge?
Frau Margret lächelte wieder ihr hinterhältig vergnügtes Lächeln „Ach, da hätte er auch nich beguemer geruht," antwortete sie arglos, „mein alter Sealmantel ist immer noch weicher als Han- lens Valetot"
Grete nickte der Mutter mit funkelnden Augen zu, aber Elfriede Stalling schüttelte den Ko^si „Mamachen, manchmal bist du doch wirkliche bißchen unmöglich. Wer weiß, wer der Mensch war!" Es klang weit weniger entrüstet als farm, wenn die reizende Frau ihre sL
fand. Sie lehnte den Kopf zurück und preßte die Fingerspitzen gegen beide Schlafen. „Ich hab rasenoe Kopfschmerzen", klagte sie. _ . .
Frau Mervius beugte sich besorgt vor„Das tat mit schrecklich leib, schon fett fjeute mtttag? aber Kind, warum sagtest bu mir kein Wort, ba waren wir doch nicht in die Kirche 6egauge wollte
Ick backte es wurde wieder vergehen, wouie euch doch die Freude nicht verderben, aber es.schentt eine meiner bösen Migränen ju»«ben 3™ Elfriede seufzte und schloß H führe?
wärst du sehr böse, wenn ich nach Hause führe. Du kannst ja dann zuruck zu Mama
„Aus keinen Fall", ?P^u9"!nen äärtl&Torgten sandte seiner jungen einen za a?
Blick zu, „wenn du dich krank s Y! , l ^enn t2 beide heim. Das wäre ja , Schatz!"
dich am Neujahrsabend allein M -^rau Margret Die Leidende lächelte matt^ Auch Frau Margr^ betrachtete den breiten Rucken a wenig
Wenn Th-obor Stallmg chr auch p«rf°nu^w°n g Sympathie «-nsl-ßt-: Elfn-be lt-bt- jüngeren
nicht zu bezweifeln, gottlob. Die teitnahms=
Geschwister saßen merkwürdig steif Menschen
los ba. Wenig B-rstandm- haben ,UN^- ^ m für körperliches Leiden, dachte Frau jka h streichelte zart die Hand der Tochter
Sträuße märchenhafter Gewächse auf dem Glas. — Und behutsam streicht der Finger darüber hin, sachte, mit einer leichten Scheu unb verschämter Feierlichkeit.
So hab ich es oft als Bub getan.
Ja, also boch! Auch ber Winter spenbet bem Blumen, ber ein Herz hat, zu sehen. Die Blume bes Januars ist bie Eisblume.
W. Neurath.
Deutsche Hattentennismeisterschasten in Bremen.
Die Deutschen Hallentennis-Meisterschaften in Bremen brachten lebhaften Spielbetrieb. Es gab auch einige Ueberraschungen. So würbe ber Franzose Lanbky von bem Deutschen Gerstel 6:4, 6:2 geschlagen, währenb Henkel gegen Sperling ben ersten Satz abgab, aber boch noch 5:7, 6:0, 7:5 gewann. Werner Menzel warf ben Italiener Rabo 6:4, 6:2 aus bem Rennen; sonst gab es auf ber ganzen Linie bie Siege ber Favoriten.
Dre Reichs* und-Fa ne ist öa!
Mit bem 20. Januar würbe bie laut Genehmigung bes Reichsminifters bes Innern vom 13. September 1935 geschaffene Fahne bes Deutschen Reichsbunbes für Leibesübungen ber Öffentlichkeit übergeben. Gleichzeitig bamit erscheint auch bie am 14. Januar unterzeichnete Verorbnung über bas Reichsbunb- Abzeichen, bas in golbener Ausführung, mit einem Eichenkranz versehen, ben Gewinnern einer beutschen Einzel- ober Mannschafts-Meisterschaft zum erstenmal für bie vorjährigen Meisterfchastskämpfe verliehen wirb. Gewinner früherer beutscher Meisterschaften können nachträglich Verleihung bes Abzeichens burch ihr Fachamt beantragen.
Den Vereinen unb ben sonstigen Organisationen bes Deutschen Reichsbunbes für Leibesübungen ist es gestattet, bas Abzeichen bes Reichsbunbes auf Urkunben, Siegerpreisen unb ähnlichen Gegenstän- ben anzubringen, jeboch sinb bie Entwürfe bem


