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hören, ihre Kaufmannsgehilfen-Pflichtprüfung ab- zulegen.

Durch die Prüfung soll ein Ueberblick über den Stand der praktischen Berufserziehung in den Lehr­stellen gegeben werden. Nur derjenige Lehrling, der nach bestandener Prüfung den Kaufmanns- gehilfenbrief erhält, besitzt das Recht, sich Kaufmannsgehilfe zu nennen. Ohne das praktische Mindestmaß an Können und Wissen, das diese Prüfung verlangt, soll in Zukunft niemand mehr Kaufmannsgehilfe werden. Die Prüfung ist eine praktische Prüfung, d. h. der Lehrling soll bewei­sen, was er im Geschäft während seiner Lehrzeit gelernt hat. Es kann sich daher kein Lehrling auf die Prüfung theoretisch oorbereiten.

Für die Anmeldung zur Prüfung ist folgendes zu beachten: Die Lehrherren sind verpflichtet, ihre Lehrlinge der zuständigen Industrie- und Handels­kammer auf dem vorgedruckten Anmeldebogen zu melden. Die Vordrucke sind bei der Industrie- und Handelskammer in Gießen zu erhalten. Mit der An­meldung sind vom Lehrherrn folgende Unterlagen einzureichen: 1. Ein vom Lehrling Hand geschrie­bener Lebenslauf; 2. das Schulentlassungszeugnis; 3. alle Zeugnisse der Berufs- und Fachschule; 4. der Lehrvertrag; 5. ein Vordruck, der die Dauer der Lehrzeit, den Ausbildungsgang, die bisherigen Leistungen und die Führung des Lehrlings be­scheinigt. Die unter 2 bis 4 genannten Unterlagen sind im Original oder in beglaubigter Abschrift bei­zufügen. Die Anmeldung hat in der Zeit vom 20. Januar bis 5. Februar bei der Industrie- und Handelskammer Gießen, Lonystraße 7, zu erfolgen. Mit der Anmeldung ist vom Lehrherrn für jeden Lehrling eine Prüfungsgebühr in Höhe von 3 Mark auf das Postscheckkonto der Kammer, Frankfurt am Main Nr. 615 99 zu überweisen. Der lieber» Weisungsabschnitt l)at den VermerkKaufmanns- aehilfenprüfung" zu tragen. Die Gebühr hat der Lehrling aufzubringen.

lieber Einzelheiten erhalten die Lehrlinge auf Grund ihrer Anmeldungen von dem örtlichen Prü­fungsausschuß Nachricht. Man beachte die heutige Anzeige.

** Sterbefälle in Gießen. Es verstorben in Gießen in der Zeit vom 1. bis 15. Januar: 2. Januar: Emilie Köhler, geb. Abe, Wwe., 66 Jahre alt, Schiffenberger Weg 19; Hermann Kreu- der, ohne Beruf, 75 Jahre alt, Ludwigstraße 8; Max Schicker, Schlosser, 58 Jahre alt, Am Nah­rungsberg 30. 3.: Joh. Herm. Pfeffer, Werk­meister i. R., 67 Jahre alt, Crednerftraße 12. 8.: Marie Elis. Wolf, geb. Burg, 68 Jahre alt, Credner- straße 37; Johannette Hebell, geb. Schmitt, 69 Jahre alt, Doeringstraße 11. 9.: Karl Euler, Elasermeister, 57 Jahre alt, Kirchstraße 13; Frieda Schäfer, geb. Höpfner, Wwe., 44 Jahre alt, Markt­straße 20; Otto Röhmig, Lackierer, 56 Jahre alt, Ebelstraße 4. 10.: Dr. Wilhelm Holzapfel, Zahn­arzt, 29 Jahre alt, Seltersweg 70. 11.: Agathe Körner, ohne Beruf, 89 Jahre alt, Horst-Wessel- Wall 48. 13.: Theodor Kliffmüller, Feldschütz i. R., 76 Jahre alt, Steinstraße 42. 14.: Hilde Henriette Steih, 11 Monate alt, Marburger Straße 58. 15.: Ferdinand Nennstiel, Kaufmann, 58 Jahre alt, Seltersweg 67; Katharine Schraner, geb. Jakobi, Wwe., 83 Jahre alt, Glaubrechstraße 5; Heinr. Beckstein, Schauspieler, 40 Jahre alt, Walltorstr. 71.

**' D i e Wildspende im Kreise Gießen für bas WHW. Wie uns vom Forstamt Gießen in Ergänzung unseres gestrigen Berichts über die Wildspende der Jägerschaft des Kreises Gießen für das Winterhilfswerk heute vormittag mitgeteilt wird, find nach einer neueren und nunmehr end­gültig abschließenden Feststellung von der Jäger­schaft des Kreises Gießen 82 Rehe und 215 Hasen für das WHW. gespendet worden.

Große Strafkammer Gießen.

In der gestrigen Hauptverhandlung hatte sich die Kammer mit dem K. H., dem D. B., dem E. D., dem A. P., dem K. S., dem G. D., dem K. Sch., dem M. Sch. und dem O. B, sämtlich aus Gießen, wegen Bandendiebstahls zu befassen. Die Ange­klagten, die sich zur gemeinschaftlichen Begehung von Autodiebstählen verabredet hatten, entwende­ten von März 1935 bis September 1935 in Gie­ßen, Friedberg und Bad-Nauheim, um sich hier­durch Geldmittel zu beschaffen, fortgesetzt Auto­reifen, Zubehörteile und sonstige Gegenstände. Diese wurden teilweise in Gießen und in Frankfurt ver­kauft. Mehrere Reifen konnten wieder herbei­geschafft und den Geschädigten ausgehändigt wer­den. Etwa 5 Liter Benzin wurden abgezapft und von den Angeklagten M. Sch. und B. in ihren mit­geführten Maschinen verfahren. K. Sch. nahm an diesen Fahrten als Beifahrer teil. Die Angeklagten H. und D. entwendeten aus dem Hofe einer hiesigen Wirtschaft von einem Motorrad eine Werkzeug­tasche und ein Kabel, sowie eine Lampe und einen alten Mantel. Das Diebesgut konnte bis auf die Werkzeugtasche bei D. aufgefunden und sichergestellt werden. Um Spazierfahrten zu machen, nahmen die Angeklagten Wagen und Motorräder, fuhren damit, brachten sie. dann wieder zurück, oder ließen sie Stehen, wo sie sich gerade befanden. Die Angeklag­ten B., H., D. und S. stahlen außerdem aus einem Schaufenster eines hiesigen Kaufhauses durch Be­schädigung der Scheibe Spielwaren, aus zwei wei­teren Geschäften Strümpfe, Selbstbinder, sowie ein Zigaretten-Etui. Der Angeklagte B., der genau wußte, wo die Gegenstände herstammten, kaufte von H. einen Reifen mit Felge, den er weiter ver­kaufte, einen Dynamo, einen Mantel, sowie ein Mrrnb. Die Angeklagten, die im wesentlichen ge­ständig waren, wurden wie folgt verurteilt: M. Sch. zu 1 Jahr 10 Monaten, B. 1 Jahr 4 Monate, H 1 Mr 2 Monate, D. 3 Monate 2 Wochen, S. 1 Monat, D. 5 Wochen, B. 4 Monate S eine Woche. Der Angeklagte K. Sch. wurde freigespro­chen.

Wegen Sittlichkeitsverbrechens wurde der K. W. aus Hopfgarten zu einer Gefängnisstrafe von 1 Jahr 6 Monaten verurteilt, Urtier Anrechnung oon 4 Monaten 6 Tagen erlittener Unterfuchungs-

Der I. B. aus Lau^rbach erhielt wegen ver­suchter Kuppelei 1 Jahr 2 Monate Gefängnis.

Amtsgericht Gießen.

Der 60 Jahre alte Metzgermeister K. V. aus Lollar erhielt wegen Vergehens gegen das Lebens­mittelgesetz durch Strafbefehl eine Geldstrafe von 50 Mark, hilfsweise 10 Tage Gefängnis. (Er ver­kaufte Blutwurst, die mit Maden durchsetzt war) Gegen den Strafbefehl legte er Einspruch ein. In der gestrigen Hauptoerhandlung wurde festgestellt daß der Angeklagte nur fahrlässig gehandelt hat und somit nur wegen Uetertretung des Lebens­mittelgesetzes bestraft werden konnte. Das Gericht -rfannte auf die gleiche Strafe. Jedoch besteht die Eventualstrafe in 10 Tagen Haft.

Oberheffen.

"(5 Lollar, 20.Jan. Der hiesige Geflügel­zuchtverein veranstaltete am Sonntag und am vorheraegangenen Samstag im Saale zurGer­mania^ eine bunte Schau des heimischen

Generalversammlung

des Turnvereins 1862 Wieseck.

* Wieseck, 21. Jan. Die Generalversammlung des hiesigen Turnvereins wurde bei Gastwirt Braun abgehalten. Mit dem LiedeGetreu alle­zeit" wurde die Versammlung eröffnet. Vereinssüh- rer Daupert begrüßte die Turnbrüder und er­stattete anschließend den Bericht Über die Gescheh­nisse im abgelaufenen Vereinsjahr. Der Verein kann, so führte er u. a. aus, stolz darauf sein, mit dem Jahr 1935 auf turnerischem Gebiet wieder ein arbeits- und segensreiches Jahr abgeschlossen zu haben. Es wurden viele Veranstaltungen innerhalb des Vereins durchgeführt und auswärtige Feste be­sucht, die alle gute Erfolge brachten. Das umfang­reiche turnerische Jahresprogramm stellte an die Turner und alle übrigen Mitwirkenden große An­forderungen. Durch die gute Zusammenarbeit war es jedoch möglich, stets das Beste zu zeigen. Der Vereinsführer freute sich, am Jahresende dieses Plus für den Verein buchen zu können, und dankte allen bewährten Mitarbeitern für ihren vollen Ein­satz. Der im Jahre 1935 verstorbenen Mitglieder wurde in üblicher Weise gedacht. Nachdem der Ver­einsführer noch verschiedene wichtige interne Ange­legenheiten behandelt hatte, berichtete Dberturnroart Hch. Römer. Dieser hatte den Ausführungen des Vereinsführers im wesentlichen nichts hinzuzufügen, sondern wies lediglich auf einige technische Umstel­lungen hin. Sein besonderer Dank galt den Riegen­führern für ihre Unterstützung. Gesangswart G. Weller brachte zum Ausdruck, daß er mit der Gesangsabteilung sehr zufrieden sei, es wäre jedoch zu wünschen, daß sich noch einige jüngere Leute für die Pflege des deutschen Liedes finden möchten. Kassenwart Pausch gab den Kassenbericht, der günstig abschloß und die Kassenverhältnisse in bester Ordnung zeigte. Der gleichzeitig bekanntgegebene Haushaltvoranschlag wurde genehmigt und zu Kas­senprüfern auf zwei Jahre die Mitglieder Otto Göbel und Ernst B i e r a u bestimmt. Dem Ge­samtvorstand wurde einstimmig Entlastung erteilt. Im weiteren Verlause der Versammlung wurden die künftigen Veranstaltungen behandelt. Der Turn­verein wird nm kommenden Samstag, 25. Januar, seine diesjährige Veranstaltung für das Winterhilfs­werk abhalten. Die chorische Festgestaltung als Auf­takt zu den Coburger Festspielen, die zur Auffüh­rung kommt, sowie das Auftreten der Kreis-Riege, die in voller Besetzung ihre Mitwirkung an diesem Abend zugesagt hat, werden dem Abend die beson­dere Note geben. Der Erlös des Abends kommt restlos dem Winterhilfswerk zugute.

Aus demKrankenhaus inSKrankenhauS

* B u tz b a ch , 21. Jan. Am Montagnachmittag er­eignete sich auf der Landstraße PohlgönsButzbach ein schwerer Verkehrsunfall. Dort stieß ein von dem Kraftfahrer Karl Jung aus Hochweisel gesteuertes Personenauto, in dem das Ehe­paar Karl G a tz e r t aus Hochweisel saß, mit einem Fernlastzug zusammen. Dabei wurden die bei­den Männer fo schwer verletzt, daß sie dem Krankenhaus in Niederweisel zugeführt werden mußten; der Autolenker Iun g soll einen doppel­ten Schädelbruch davongetragen haben. Be­sonders tragisch ist der Unglücksfall für den Ehe­mann Gatzert, der mit dem verunglückten Per­sonenauto aus der Gießener Klinik, wo er operiert worden war, nach Hause zurückkehren wollte und nunmehr in ein anderes Krankenhaus kam.

Landkreis Gießen.

Wieseck, 21. Jan. Die Bautätigkeit ist hier im Laufe des vergangenen Jahres normal ver­laufen. Im ganzen wurden acht neue Wohnhäuser errichtet, zumeist im neuen Viertel. Ein Neubau ist an der höchsten Stelle des erschlossenen Bauge­ländes in unmittelbarer Nähe des Wasserbe­hälters errichtet worden, so daß der Besitzer eine besondere Hauswasserleitung mit elektrischer Pump- anlage einbauen mußte. In den meisten neuen Häusern wurde noch eine Wohnung zum Vermie­ten eingerichtet, da hier die Nachfrage nach Woh­nungen sehr groß ist. Die Druckerei Schmelz und Spahn hat einen Anbau an das bereits bestehende Gebäude aufgeführt, und im alten Dorf entstan­den verschiedene An- und Erweiterungsbauten in landwirtschaftlichen Betrieben. Gegenwärtig geht der Rohbau eines Zweifamilienhauses seiner Voll­endung entgegen, das ein hiesiger Einwohner auf feinem Grundstück errichtet, das unmittelbar an die hiesige Gemarkung grenzt, aber dem Bereich der Stadt Gießen zugehört. Wie verlautet, ist für das laufende Jahr bereits eine größere Anzahl Bau­vorhaben geplant. Da die Bau- und Bodenbank zu Berlin die zweitstelligen Hypotheken übernimmt, ist eine leichtere Vaufinanzierung durchzuführen.

HAlten-Buseck, 21. Jan. Am Samstag­abend hielt die SängervereinigungEin­tracht" ihre Generalversammlung in ihrem Ver­einslokal (Wirtschaft Rühl) ab. Vorsitzender Muhly erstattete den Jahresbericht, aus dem hervorging, daß die Tätigkeit des Vereins im abgelaufenen Jahr in jeder Hinsicht erfolgreich genannt werden kann. Anschließend erstattete Vereinsrechner Schä­fer den Kassenbericht. Der Vorsitzende dankte für die gewissenhafte Führung der Kassengeschäfte und erteilte dem Rechner Entlastung. Die Neuwahl des Vorstandes brachte keinerlei Veränderung, da die Htberigen Vorstandsmitglieder auf einstimmigen Wunsch der Versammlung ihre Aemter weiter­führen. Der Vorsitzende teilte mit, daß der Verein in Kürze einen Familienabend für die Mitglieder und deren Angehörige und in einigen Wochen ein Wohltätigkeitsfest zugunsten des Winterhilfswerks veranstalten werde, wozu er um rege Beteiligung ersuchte. Weiter ermahnte er die Mitglieder zum regelmäßigen und pünktlichen Besuch der Sing­stunden und forderte sie auf, den dem Gesangs­wesen noch fernstehenden Teil der männlichen Ju­gend zum Beitritt zu veranlassen, damit sich durch recht hohe Sängerzahl die Schaffenskraft des Ver­eins immer mehr entfalten könne. Mit dem Treu- gelöbnis für Führer und Vaterland fand der ge- sch östliche Teil seinen Abschluß, dem sich noch einige Stunden gemütlichen Beisammenseins anschlossen.

wg. Groß en-Buseck, 20. Jan. In einer qut besuchten Bauernversammlung, die in der WirtschaftZum kühlen Grund" stattfand, gab ,!k.bauernführer Wilhelm Schmidt zunächst die restlichen Kontingentierungsmarken für Weizen aus. Dann wies er auf die Viehverwertungsgenosfen- lchaften und ihre Arbeit hin. Ferner beschäftigte er Nchfr den Erfordernissen der Erzeugungsschlacht. In diesem Zusammenhang sprach er über Schäd- Mbbe.kampfung über die Beizung der Saatfrucht, schließlich über den Silobau zur Einsäuerung von Futterkartoffeln und die für den Silobau vom Reich gewahrten Zuschüsse. Eine rege Aussprache über

Fragen der Feldbereinigung schloß sich an. Abschlie­ßend beschäftigte sich Bürgermeister Rebholz in einer kurzen Ansprache mit innen- und außenpoli­tischen Fragen, gleichzeitig streifte er die Juden­frage. Mit dem Treuebekenntnis zum Führer und zum Reichsbauernführer schloß Ortsbauern­führer S ch m i dt die Versammlung. Bei Gast­wirt G e r l a ch fand die Jahreshauptver­sammlung des GesangvereinsGer­mania" statt, in der der Vereinsführer zunächst einen kurzen Ueberblick über die im Laufe des Jah­res geleistete Arbeit gab. Nachdem der Schriftführer den Tätigkeitsbericht erstattet hatte, gab der Rech­ner den Kassenbericht, der einen guten Stand auf­wies. Dem Rechner konnte Entlastung erteilt wer­den. Im weiteren Verlause der Versammlung wurde der Vorstand in seiner bisherigen Zusammensetzung wieder bestätigt. Nachdem noch über die Abhaltung einer Winterfestlichkeit und über die im Mai statt- flndende Sängerfahrt nach Gundersheim am Rhein gesprochen worden war, fand die Versammlung mit einem kameradschaftlichen Beisammensein ihren Ab­schluß.

Aus dem Busecker Tal, 20. Jan. Der Zweigverein Busecker Tal des Vo­gelsberger Höhen-Clubs im Bund deut­scher Wandervereine unternahm gestern eine Wan­derung nach dem Heuchelheimer Mühlchen. Bei rich­tigem Wanderwetter ging es in mehrstündigem Marsch durch die vorfrühlingsmäßige Natur. Am Ziele brachte eine gute Kaffeerast dem Körper die nötige Stärkung und Erholung. Unter Leitung des Vereinsführers VHC.-Bruder Jung (Großen- Buseck) wurde der schon aufgestellte Jahres-Wan- derplan durchgesprochen und verschiedene Vereins- angelegenheiten geregelt. Nach wie vor sollen auch die Mittwochsgänge durchgeführt werden. Die nächste Monatswanderung führt nach Großen-Bu- seck, wo die Jahreshauptversammlung mit Aus- zeichnungsfest stattfindet.

*/* Lollar, 21. Jan. Die Kriegerkame­radschaft Lol la r veranstaltete am Samstag­abend im GasthausZum Schwanen" ihren dies­jährigen Kameradschaftsabend, der einen sehr star­ken Besuch aufwies. Nach einem Prolog und eini­gen schneidigen Märschen einer aus Mitgliedern der Feuerwehrkapelle bestehenden Kapelle, die auch wei­terhin den Abend mit ihren Darbietungen ver­schönte, begrüßte Vereinsführer T a u b e r t mit herzlichen Worten die Kameraden und ihre Ange­hörigen. Er erinnerte an die Bedeutung des 18. und des 30. Januar und ließ seine Ansprache in ein Sieg-Heil auf den Führer, der im vorigen Jahre Deutschland wieder die Wehrfreiheit gegeben und damit das Sehnen aller Kameraden und ehemaligen Soldaten erfüllt hat, und das Vaterland ausklin­gen, woran sich das Deutschland- und das Horst- Wesfel-Lied anschlossen. In Verbindung mit dem WeihespielLangemark" ehrte man die gefallenen Helden. Im Verlaufe des Abend kamen noch zwei weitere Theaterstücke zur Aufführung. Alle Auffüh­rungen fanden durch die jugendlichen Darsteller eine sehr gute Wiedergabe und diese dankbare Zu­schauer. Musik und Tanz beschlossen den schön ver­laufenen Abend.

Federviehs. Die Ausstellung zeigte eine er« staunliche Vielseitigkeit in den verschiedenen Ge­flügelarten. Der besondere Zweck der Veranstaltung außer der Werbung war belehrend auf die Ge­flügelhalter einzuwirken. Das dürfte vollkommen erreicht worden sein. Die ausstellenden Züchter haben sich offensichtlich befleißigt, das Beste ihrer Zuchten zu zeigen. Besonders bei der Hühnerzucht wurde das Hauptgewicht auf Erhöhung der Lei­stung gelegt, da diese neben dem Vorteil, den der Züchter für sich buchen kann, eine wertvolle Stei­gerung der deutschen Wirtschaftskraft mit sich bringt Eine besondere Abteilung zeigte Ziergeflügel, wie Goldfasanen, Tauben u. a. m. Die mit rund 150 Nummern beschickte Schau zeigte beste Klassentiere, darunter bei den Hühnern eine Anzahl, die auf großen Schauen mit höchsten Auszeichnungen be­dacht wurden. Besonderes Lob erhielten dieWyan- dottes" aus der Zucht Ludwig Klinke! XIII. in Lollar und die Schwarze Italiener aus der Zucht Heinrich R i e h m. Beide hatten auch auf der großen Schau in Frankfurt a. M. höchste Auszeich­nungen erhalten. In der Abteilung Ziergeflü- g e l fielen die Nummern von der Au ganz be­sonders auf. Diese zeigten eine erstklassige Kollek­tion TaubenSteinheimer Bagdetten" undLa- horen". Auch diese hatten schon verschiedentlich auf auswärtigen größeren Ausstellungen höchste Aus­zeichnungen erworben. Der Preisrichter Jean Dörr aus Neuenhain hatte bei diesem Material keine leichte Aufgabe. Dem Veranstalter dürfte die Aner­kennung über diese wohlorganisierte Schau nicht versagt bleiben. Eine außerordentlich große Zahl Interessenten nahm die günstige Gelegenheit wahr, sich durch Augenschein zu überzeugen, wie die Ge­flügelzüchter bestrebt sind, zum Vorteil der gesam­ten deutschen Wirtschaft auf ihrem Gebiete höchste Leistungen zu erzielen.

+ Staufenberg, 21. Jan. Die jüngste Pfundsammlunq (Lebensmittelopferring) er­gab in unserem Orte etwa 58 Pfund Lebensrnittel. Bei den Hausschlachtungen wurden bis jetzt gesammelt 23 Büchsen (Fleisch bzw. Wurstkonser­ven), 10 Pfund Dauerwurst und etwa 7 Pfund Speck.

. + Staufenberg, 21. Jan. Am Samstag hielt der Turnverein Staufenberg sein Winterfest auf der Burg ab. Der Vereinsführer hieß die Teilnehmer herzlich willkommen und er­mahnte die Jugend, sich turnerisch und sportlich zu betätigen, denn nur ein guter Turner werde auch ein tüchtiger Soldat sein. Er schloß bann mit einem Sieg-Heil!" auf unseren Führer und Reichskanz­ler. Neben turnerischen Darbietungen gelangten auch zwei Theaterstücke zur Aufführung, die starken Beifall fanden. Bei dem jüngsten Sturm wur­den im hiesigen Gemeindewald wieder 60 bis 80 Festmeter Fichten umgerissen.

1) 0 aubringen, 21. Jan. Die N S G. K r a f t d u r ch F r e u d e" veranstaltete im Saale E r b einen Dorfgemeinschaftsabend. Ein Marsch der Kapelle Schreiner, ein Begrüßungs- gedicht, verfaßt von Frl. S ch m i n ck e, vorgetragen oon E. Wagenbach, und ein Sprechchor der Hitler-Jugend leiteten den Abend ein. Der Orts-

Gesunde Vorratswirischast.

ZdR. Gesunde Vorratswirtschaft im Haushalt hat nichts zu tun mit dem Hamstern und Zusam- menraffen, das wir in den letzten Wochen während der Butterknappheit bei manchen Volksgenossen be­obachten konnten. Gesunde Vorratswirtschaft be­deutet, daß man sich in Zeiten d e s großen Angebotes von Waren, die dann besonders preiswert am Markte sind, einen Vorrat einkauft, der in erzeugungsarmen Monaten unsere Ernäh­rung abwechslungsreich gestaltet und eine zusätzliche Bereicherung unseres täglichen Speisezettels ermög­licht. Hierin zeigt sich der große Unterschied zwi­schen einer gesunden Vorratswirtschaft und einem volksschädlichen Hamstern. Der Hamsterer kauft dann, wenn die Ware knapp ist oder knapp zu werden droht. Er will sich vor Entbehrungen schützen und denkt nicht daran, sich mit seinem Ver­brauch den auf den Markt kommenden Waren­mengen anzupassen.

In der Marktordnung des Reichsnährstandes nimmt die ge-funbe Vorratswirtschaft einen breiten Raum ein. In großzügiger und planvoller Weise werden in Zeiten des lleberangebots oon Ware die den augenblicklichen Verbrauch überfteigenben Mengen aus dem Markt herausgenommen und in Kühlhäusern und Speichern für die Monate auf­bewahrt, in denen die Erzeugung nicht zur Deckung des Bedarfs ausreicht und ohne gesunde Vorrats­wirtschaft ausländische Ware eingeführt werden müßte. Diese Schäden verhütet eine gesunde Vor­ratswirtschaft, indem sie die Nahrungsgüter, die sonst beim W' müberangebot verderben wür­den, in geeign r Weise für den späteren Verbrauch ansammelt. Große Mengen oon Fleisch, Milch,

Butter, Eiern, Obst und Gemüse finden auf diese Weise eine sachgemäße und alle Nährwerte er­haltende Lagerung, bis sie wegen des Nachlassens der Erzeugung dem Verzehr zugeführt werden. Auf diese Weise werden Millionenwerte dem Volksoer­mögen erhalten, die Preise sinken in Zeiten des lleberangebots nicht ins Uferlose, steigen aber auch nicht in den erzeugungsarmen Monaten, so daß dem Erzeuger und dem Verbraucher durch die ge­sunde Vorratswirtschaft des Staates während des ganzen Jahres ein gleichbleibender Preis gesichert wird.

An dieser Vorratswirtschaft muß sich künftig auch der Privathaushalt beteiligen. Das Schlachten und Einmachen ist auch heute noch im bäuerlichen Haus­halt eine gern geübte Tradition; darüber darf aber auch die städtische Hausfrau nicht ihre Vorrats- Wirtschaft vergessen. Zur Zeit der Obsternte ist die in reichlichen Mengen vorhandene billige Ware ein« zukochcn, damit im Winter eine abwechslungsreiche und nahrhafte Kost auf den Tisch gebracht werden kann. Die schon seit Jahren geförderte Zuckerspar­kasse zeigt, wie die städtische Hausfrau sich den für die Zeit des Einmachens notwendigen Zucker nach und nach ersparen kann. Leere Einmachgläser wer­den im Laufe des Jahres mit Zucker gefüllt, so daß zur Einmachzeit hierfür kein Geld mehr ausgegeben Zu werden braucht. Gesunde Vorratswirtschaft nach dem Vorbild unserer Mütter, die stets ihre Töpfe, Gläser und Aorratsräume gefüllt hatten und da­durch bei Aufstellung ihres Küchenzettels unab­hängig waren vorn täglichen Warenangebot, muß auch das Ziel unserer heutigen Hausfräuengenera- tion in Stadt und Land fein.

Rundfunkprogramm.

Mittwoch, 22. Januar:

12 Uhr: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten (auch aus u?m Sendebezirk). 13.15: Von Saarbrücken: Mlttagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Schallplattenkonzert. 15.30:Zwoa Brettln und a gführiger Schnee". Ein luftiges Dreigespräch von Margit Aßrnann. 15.40: Bücherfunk. 16: Unter­haltungsmusik. Wo die Zitronen blühn. 17: Lieder mit Klavierbegleitung. 17.30: Wie Deine Zeitung entsteht. Funkbericht aus dem Redaktionsbetrieb einer nationalsozialistischen Zeitung. 18: Nachmit­tagskonzert. 19.45: Erzeugungsschlacht. 20: Nach­richten. 20.15: Stunde der jungen Nation. 20.45: Bunte Stunde. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk).

Donnerstag, 23. Januar:

6 Uhr: Choral Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8-10: Gymnastik. 9.30: Musik am Morgen. 10.15: Schulfunk, 10.45: Nur Frankfurt: Gaunachrichten. 11: Nachrichten. 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozial- dlenst. 12: Mittagskonzert I des NS.-Reichs-Sym- phonieorchesters. 13: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 13.15: Von München: Mittagskon­zert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei oon Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Kinderfunk. 16: Konzert. 17.30: Launiger Leitfaden für Sprach­freunde. 17.45: Das aktuelle Buch. 18: Konzert. 19-45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Deiner Söhne Schöpfungen.

Schillers Flucht in die Freiheit. Hörbild. 21.15: Hymne an die Tonkunst. Festkantate für Soli, Chor Orchester und Orgel, Werk 22, von Alexander Fried­rich von Hessen: 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Feldberg im Schwarzwald. Bergland Sportland. 23: Tanzmusik. Das Kleine Funkorchester. 242:Der Bajazzo". Drama in zwei Akten.

Freitag, 24. Januar.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnastik. 6.30: Fruhkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 10.15: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Bauernfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mit­tagskonzert. 13: Nachrichten (auch aus dem Sende­bezirk). 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von zwei bis drei. 15: Wirtschafts­bericht: Die Handschuhmacher ein moderner Industriezweig. 15.15: Einst und jetzt: Hinweise auf die Gestaltwerdung des neuen Reiches. Männer und Taten aus der Zimmerschen Chronik. 16: Unterhaltungskonzert. 17.30: 75 Jahre Fernhörenk Eine Erinnerung an Philipp Reis, den Ersinder des Telephons. 17.45: Jagdrecht! Ein Vortrag oon Dr. Goltermann. 18: Leipziger Kaleidoskop. Buntes musikalisches Farbenspiel. 19.45: Tagesspiegel des Reichssenders Frankfurt. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungskonzert. 21.30: Von Verlin: Reichs­sendung: Rede des Reichsluftfahrtministers General Göring. 22: Nachrichten (auch aus dem Sende« bezirk). 22.20: Sportschau der Woche. 22.45: Unter­haltungskonzert. 24 bis 2: Orchesterkonzerl.