Ausgabe 
21.11.1936
 
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Edwin Erich Dwlnger Nest in Gießen.

Der bekannte Dichter EdwinErichDwinger wird, wie man uns schreibt, am kommenden Mitt­woch in Gießen auf Einladung des Goethe-Bundes und des Kaufmännischen Vereins aus eigenen Wer­ten lesen. Edwin Erich Dwinger hat sich mit seinen Werken, die in unserem Schrifttum eine Sonder- stellung einnehmen, eine große Gemeinde geschaffen. Er gehört zu den stärksten Dichterpersönlichkeitrn der Gegenwart. Der Dichter, der vor vielen Jahren bereits schon einmal Gast des Goethe-Bundes war und damals in Gießen eine seiner ersten Vorlesun­gen hielt, wird aus seinen neuen Arbeiten lesen. Sicher wird es auch diesmal wieder viel Freunde um sich vereinen. (Siehe heutige Anzeige.)

Märchenveranstattung im Fröbelseminar.

In unferm heutigen Anzeigenteil kündigt das Fröbelseminar eine Märchenveranstaltung an, die in diesem Jahre erftmalig auch eine Ausstellung von Märchen- und Sagenbüchern für die Eltern bringen soll, um die Eltern zum guten Märchenbuch als wichtige Aufgabe der Jugenderziehung hinzuführen. In einem Vortrag sollen den Eltern auch Erläute­rungen zu dieser Bücherschau gegeben werden. Auf die Anzeige sei besonders hingewiesen.

Oeberhessischer Geschichlsverein.

Am nächsten Donnerstagabend in der Aula des Gymnasiums Vortrag von Prälat D. Dr. Diehl überOberhessische Friedhofskapellen". (Siehe heu­tige Anzeige.)

7!S.-Beratungsstellen.

Von der Kreisleitung Wetterau der NSDAP, in Gießen wird uns mitgeteilt:

Es ist in der Bevölkerung nicht allgemein bekannt, daß bei allen Ortsgruppen und Stützpunkten der NSDAP. NS. - Beratungsstellen einge- ricktet sind. Es wird deshalb darauf hingewiesen.

Aufgabe dieser Beratungsstellen ist es, jeden Volksgenossen, einerlei, ob er Parteigenosse ist oder nicht, ohne Ansehen der Person anzuhören, zu be­raten und zu unterstützen.

Die Partei will nicht nur in politischen Fragen Führer sein, sondern auch jedem Volksgenossen in den kleinen Sorgen des täglichen Lebens hilfreich aur Seite stehen. Jedermann kann und soll sich da- yer vertrauensvoll an sie wenden, wenn persönliche Sorgen und Nöte vorhanden sind, mit denen er nicht zurechtkommt. Namentlich solche Personen, die alleinstehen oder ungewandt sind, brauchen sich nicht zu scheuen, die Hilfe der NS.-Beratungsstellen in Anspruch zu nehmen. Daß diese Stellen zur ver­traulichen Behandlung der Sachen verpflichet sind, ist selbstverständlich. Sprech st unden haben:

Ortsgruppe Gießen -- Mitte: jeden Montag von 20.15 bis 21.30 Uhr, auf der Geschäfts­stelle Seltersweg 38, Eingang Löwengasse.

Ortsgruppe Gießen - Nord: jeden Frei­tag ab 20.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Walltor­straße 16.

Ortsgruppe Gießen - Süd: jeden Mitt­woch 19.30 bis 20.30 Uhr, auf der Geschäftsstelle Crednerstraße 24.

Ortsgruppe Gießen - Ost: jeden 1. und 3. Freitag des Monats, auf der Geschäftsstelle Kai­serallee 141.

Dritter Jahrestag.

Die deutsche Rrbcitefroni

/ n.9.=0emeinr(haftKraft öurdi frcuöc

Aus Anlaß des drillen Jahrestages der NSG. Kraft durch Freude" findet am Mttwoch, 25. No­vember. in der Volkshalle Gießen ein großer heiterer Wiener Abend statt, zu dem Jo­hann Strauß mit seinem Orchester und weitere Künstler verpflichtet wurden. Näheres im Anzeigen­teil des heutigen Blattes.

Eintrittspreise: Numeriert.70, 1,00 und 1,50 Vlark, nicht numeriert,50 Mark. Anfang 20.30 Uhr; Saalöffnung 19.30 Uhr.

Alle Vetriebswarte reichen sofort ihre Sammel­bestellungen bei der Kreisdienststelle ein.

Karten sind erhältlich in den bekannten Vorver- kanfsstellen und an der Abendkasse.

Don der Universität.

Von der Pressestelle der Universität Gießen wird uns mitgeteilt:

Mit der Vertretung des nach Amerika beurlaub­ten Prof. V i e t o r (Lehrstuhl für deutsche Lite­raturgeschichte) wurde für das Wintersemester 1936/37 der Dozent Dr. Walter Rehm von der Universität München beauftragt.

Oie auslandsdeutschen Studenten in Gießen.

Die Akademische Auslandstelle der Universität Gießen hatte für gestern nachmittag die studieren­den Ausländer und Austauschstudenten unserer Universität zu einem kurzen Beisammensein in das Konferenzzimmer des Studentenhauses eingeladen. Anlaß zu diesem Treffen gab die Anwesenheit eines Vertreters des Deutschen Akademischen Austausch­dienstes Berlin. Der Leiter der hiesigen akademi­schen Auslandstelle Professor Fischer begrüßte die Erschienenen, besonders den Vertreter der Reichs­stelle und die neu an unsere Universität gekomme- nen Ausländer. In Gießen war die Betreuung der ausländischen Studierenden schon immer sehr gut, das hat sich ja auch in der relativ hohen Zahl der aus dem Ausland zur Gießener Universität ge- kommenen Studenten gezeigt. Dr. Golste in (Berlin) dankte für die freundliche Begrüßung und sprach von dem guten Zusammenarbeiten der Gie­ßener Auslandstelle mit der Zentrale. Bei ange­regter Unterhaltung blieben die Gäste noch ein Stündchen beisammen.

Klarheit über die Backwarenverteilung.

Alle Betriebe, die Brot oder andere Backwaren Herstellen und an Wiederverkäufer absetzen, haben nach einer neuen Anordnung des Getreidewirt­schaftsoerbandes Hessen und'Nassau die Pflicht, dem genannten Verband bis zum 25. November 1936 eine vollständige Meldung einzureichen, an welche Wiederoerkäufer sie die selbsthergestellten Waren ganz oder zum Teil absetzen. Ebenso sind alle Betriebe, die Brot und andere Backwaren zum Zwecke des Weiterverkaufs beziehen, verpflichtet, bis 3um 25. Noo. 1936 der gleichen Dienststelle die An­schrift des eigenen Betriebes, sowie jeder einzelnen Verkaufsstelle zu melden und jeden Betrieb, von dem sie mit irgendwelchen Backwaren beliefert wer­den: hierbei ist eine nähere Kennzeichnung von Art und Menge erforderlich.

Emfuhrerleichierung für Geschenksendungen.

DNB. Der bevorstehende Weihnachtspaketverkehr brachte an die mit der Bewirtschaftung von Lebens­mitteln befaßten Reichsstellen zahlreiche Anfragen wegen Erteilung von Uebernahmescheinen für die Einfuhr von Geschenksendungen mit bewirtschafteten Waren, wie Butter, Käse, Schmalz, Speck, Eier und Speiseöl. Um die Stellen nicht mit unwirtschaftlicher Kleinarbeit zu belasten und die Einfuhr von Ge­schenksendungen von vermeidbaren Kontrollen, die anderen Zwecken dienen, freizustellen, wird ab 1. Dezember 1936 durch Verordnung des Reichs­ministers für Ernährung und Landwirtschaft und des Reichsministers für Finanzen die Einfuhr von je 5 kg durchgesalzenem gepökeltem oder geräu­chertem Schweinespeck, Schweineschmalz, Butter, Käse, Eier, sowie Speiseölen ohne Vorlegung eines Uebernahmescheines zur Einfuhr zugelassen, wenn sie als Geschenk aus dem politischen Ausland im Post- und Frachtverkehr zum Verbrauch im Haus­halt des Einführenden eingeführt werden. Die gleiche Vergünstigung gilt für die Einfuhr im Per- fonenfernverkehr (also nicht Grenznahverkehr).

Bei der Einfuhr sind neben dem jeweiligen Zoll die Verbrauchssteuern zu zahlen, denen die betr.

Waren bei der Einfuhr unterliegen, so z. B. für Speiseöl die Fettsteuer und für Schweinespeck die Schlachtausgleichssteuer, außerdem bei allen Waren, mit Ausnahme von Speiseöl, ein Unterschieds­betrag. Bei der Einfuhr aus Vertragsländern, also insbesondere den europäischen Nachbarländern, sind hiernach neben einer statistischen Gebühr von je 0,10 RM. je Postsendung und 0,20 RM. je Fracht­sendung, folgende Beträge insgesamt zu zahlen:

Je 1 kg Speck etwa 1,00 RM.

1 Schmalz 0,75

1 Butter 1,35

1 Käse 0,55

1 Eier 0,50

1 Oel 0,80

Es ist ferner darauf zu achten, daß Schweinespeck einer gebührenpflichtigen Trichinenschau unterliegt, die nicht bei jeder Zollstelle vorgenommen werden kann: es empfiehlt sich daher nicht, Schweinespeck im Reisefernverkehr einzuführen; die Gebühr für die Trichinenschau ist in der oben aufgestellten Ab- gabendelastung nicht mit berücksichtigt.

Kinderkleider, wie sie sein sollen...

Die Ortsgruppe Gießen des Vereins für Frauen­kultur, die sich feit Jahren darum bemüht, auf allen Gebieten des Wirkungskreises der Frau erneuernd, kultivierend und fördernd zu wirken, hatte für den gestrigen Freitagnachmittag zu einer Veranstaltung eingeladen, die allen Frauen, die sich im Hause der Deutschen Arbeitsfront in der Schanzenstraße ein­fanden, reiche Anregungen gegeben haben dürfte. Das Thema galt diesmal der Kinderkleidung, wie sie sein soll: materiell gerecht, qualitativ wertvoll, einfach, praktisch und nicht zuletzt geschmackvoll. An vielen Beispielen wurde gezeigt, wie jede Frau für ihre Kinder eine Kleidung schaffen kann, die dem Wesen des Kindes gerecht wird.

Die Schau brachte die Vorführung von etwa 50 verschiedenen Arbeiten, die um so anregender wirkte, als man sich nicht darauf beschränkte, Die Kleidchen, Jäckchen, Mäntel, Kombinationen usw. einfach aus­zulegen, sondern sie von Kindern tragen ließ. Die Kinder, mehrere Mädchen im Alter von 3 bis 14 Jahren, etliche Buben auch, taten dies herzerfti- schend schlicht. Einer etwa raffinierten Zurschau­stellung bedurften die Kleidchen nicht, denn sie spra­chen für sich selbst.

Was die Ausstellung, die vom Gesamtverband der Deutschen Frauenkultur zusammengestellt war, so wertvoll machte, war das sichtliche Bemühen, aus einfachstem Material (häufig aus getragenen Kleidungsstücken der Mutter selbst) Kinderkleidung zu schaffen, die allen Anforderungen entspricht und dabei des persönlichen Charakters nicht enträt. Im­mer wieder sah man die meist freundlich Hellen

oder bunten Stoffe (Wolle, Leinen, handgewebte Stoffe usw.) anders verarbeitet, mit Stickereien ver­ziert, mit einfach durchgezogenen Fäden belebt und mit gehäkelten Kanten versehen. Dabei hatte jedes der Kleidchen, oder der Anzug für den Jungen etwas Festtägliches an sich. Viele Kleidchen waren außerdem so gestaltet, daß sie mit Ueberjäckchen, mit oder ohne Aermel getragen werden konnten, so daß sie also für Herbst, Winter oder Frühling gleichermaßen brauchbar waren. Einige Kleidungs­stücke, die von Schülerinnen des Fröbelsemi- n a r 5 , wie auch der Frauenschule (Lyzeum) zu dieser Schau beigesteuert wurde, bewiesen, daß an den genannten beiden hiesigen Lehranstalten in gleichem Geiste gearbeitet wird. Den Besuchern war immer wieder Gelegenheit gegeben, sich die Kleid­chen, Jacken usw. genau anzusehen und sich mit der Technik vertraut zu machen, in der die Sachen ge­fertigt worden waren. Außerdem gab Fräulein Kellner während der Vorführungen Erklärun- gen über die Einzelheiten der Verfertigung ab und förderte damit das Verständnis. Schließlich war nach den Vorführungen noch die Möglichkeit ge­geben, die nunmehr ausgelegten Kleidungsstücke eingehend zu betrachten.

Die Deutsche Frauenkultur hat mit dieser Ver­anstaltung erneut bewiesen, daß mit durchaus ein­fachen Mitteln sehr wohl geschmackvolle Kinder­kleidung geschaffen werden kann. Das Bemühen der Ortsgruppe Gießen um die Schaffung formschöner und zweckentsprechender Kleidung verdiente von einem breiten Kreis gewürdigt zu werden.

Auf rassischer Grundlage ein neues Geschlecht!

Rassenpolitischer Schulungslehrgang für BDM- Führerinnen im Gau Hessen-Nassau.

NSG. Unter Leitung von Dr. Kranz vom Rassepolittschen Amt der NSDAP., Gau Hessen- Nassau, findet vom 24. bis 28. November in Gie­ßen ein Schulungslehrgang für sämtliche mit der Schulung beauftragten Führerinnen der BDM- Untergaue und Obergauschulen statt.

Das Bestreben des BDM., die ihm anoertrauten Mädel auf den Grundlagen von Volk und Rasse einem neuen Ideal entgegenzuführen, wird in die­sem Lehrgang neue Anregungen und Vertiefung erfahren. Dann wird es in wenigen Monaten so weit sein, daß auch die letzte Führerin draußen und damit das letzte Mädel sich der Bedeutung der Rassefrage bewußt wird, nicht nur theorettsch, son­dern ihr ganzes Tun und Denken darnach richtet.

Das Mädel, einst Hüterin der Familie, muß heute mehr denn je Hüterin des kostbarsten Gutes seines Volkes sein: seines Blutes und seiner Ge­sundheit. Um dieses Ziel wollen wir jeden Tag ar­beiten und ringen.

Oie Ablösungsschuldverschreibungen der Provinz Oberheffen.

Der Sparerbund für das Deutsche Reich in Ber­lin teilt uns mit:

Die Provinzialdirektion Oberhessen wandte sich im Mai d. I. an die Anleihebesitzer zwecks Einlösung ihrer Ablösungsanleihe (Neubesitz) und bot diesen den Kurs der Komm.-Sammel-Neubesitz-Anleihe, der damals zwischen 24 und 25 Prozent lag. Der Spa­rerbund für das Deutsche Reich in Berlin hatte durch seinen Reichsoerbandsführer, Freiherr Wolf von Todenwarth, die Provinzialdirektion Oberhes­sen ersucht, im wohlverstandenen Interesse des Spargedankens ihr Angebot auf 100 v. H. zu er­höhen. Die Provinzialdirektion teilt nunmehr mit, daß sie sich dazu entschlossen habe, die noch im Um­lauf befindlichen oberhessischen Ablösungsschuldver­schreibungen ohne Auslosungsrechte zum vollen Nennwert zurückzukaufen.

Die Reichsleitung des Sparerbundes glaubt die Hoffnung hegen zu dürfen, daß dieses großzügige Entgegenkommen recht viele Nachahmer findet.

Auf Anfrage bei der Provinzialdirektion Ober­hessen hören wir, daß es sich in diesem Falle um die folgenden Papiere handelt:

A. 828/29; 833; 835 bis 843; 845/46; 856 bis 860; pro Stück 12,50 Mark.

B. 1119/20; 1124; 1134 bis 1142; pro Stück 25 Mark.

C. 654 bis 659: pro Stück 50 Mark.

D. 999 bis 1005; 1012 bis 1019 pro Stück 100 Mark.

Schuldverschreibungen, welche die Provinz Ober- Hessen in den Jahren 1902,1909, 1913, 1914, 1920 und 1923 ausgegeben hat und die nicht entsprechend den gesetzlichen Vorschriften bei der Provinzialdirektion wegen Ausgabe von Ablösungsschuldverschreibungen emgeschickt wurden, kommen für die Ablösung nicht in Betracht.

Weihnachtsmarkt in Gießen.

Die Stadtverwaltung (Marktverwaltung) kün­digt in einer Bekantmachung in unserem heutigen Anzeigenteil einen Weihnachtsmarkt für die Zeit vom 9. bis 22. Dezember an, auf dem hauptsächlich Weihnachtsgeschenkartikel zum Verkauf kommen sol­len. Bei der Vergebung der Derkaufsstände werden ortsansässige Einzelhändler und ambulante Ge­werbetreibende arischer Herkunft bevorzugt zuge- lassen. Verkaufsstände werden nicht gestellt. Nicht

zugelassen sind Ausspiel-, Fahr-, Belustigungs- und Schaugeschäfte. Interessenten seien auf die Bekannt­machung besonders hingewiesen.

Deutsches Porzellan.

Das herannahende Weihnachtsfest lenkt die Ge­danken bereits auf mancherlei Dinge hin, von Deren Erscheinen auf dem Weihnachtsgabentisch man sich eine Freude für seine Familienangehörigen oder für die beschenkten Freunde erhofft. Ein bedeut­samer Platz als Zierde des Weihnachtstisches, aber auch als bleibender Schmuck der Wohnung, oder als nützlicher Gebrauchsgegenstand im Haushalt kommt bei der Auswahl der Festgefcbenke dem Porzellan zu. Auf diesem Gebiete deutschen Gewerbefleißes und deutschen Kunstschaffens steht eine so vielfäl­tige und reizvolle Auswahl zur Verfügung Der Kauflustigen, daß man schon bei der Auswahl seine helle Freude haben kann. Da gibt es Porzellan­stücke von der einfachen bis zur feinsten Material­verarbeitung, von prächtigen künstlerischen Formen und mit allerlei Verzierungen geschmückt. Deutsches Porzellan ist ein Besitz, der nicht nur jede Haus­frau mit Freude erfüllt, sondern der auch Wohl­gefallen bei den Männern findet, wenn diese Stücke in schöner Gestaltung als Nutzgeschirr auf dem Tische erscheinen, oder als Schmuck die Wohn­räume zieren. Es ist daher zu verstehen, daß das Porzellan sich allenthalben großer Wertschätzung erfreut und besonders für Die Weihnachtsanschafsun­gen in den Vordergrund Des Interesses gestellt wird.

Oie Weihnachtswerbung des Einzelhandels.

LPD. Im Einvernehmen mit Der Wirtschafts­gruppe Einzelhandel wird auch für das rhein- mainische Wirtschaftsgebiet von Der Wirtschafts­kammer Hessen Unterabteilung Einzelhandel der Beginn der Weihnachtswerbung auf Samstag, 28. November, festgelegt.

Der Werberat der Deutschen Wirtschaft beftimmt in seiner zweiten Bekanntmachung vom 1. Novem­ber 1933, daß Werbungen den religiösen Sitten und dem vaterländischen Empfinden nicht widersprechen dürfen. Es wird daher auch vom deutschen Einzel­handelskaufmann erwartet, daß er in zweckentspre­chender Form diese Grundsätze bei der Weihnachts­dekoration berücksichtigt. Nach den neuen Richtlinien der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel über die Weih­nachtswerbung kann nun auch der Weihnachtsbaum mit brennenden Lichtern, selbstverständlich in ge­schmackvoller Weise, den Grundsätzen des Werbe­rats der Deutschen Wirtschaft entsprechend, bei der Weihnachtsausschmückung der Geschäfte Verwen­dung finden.

Bei der Verwendung sakraler und völkischer Symbole muß Zurückhaltung geübt werden. Gegen eine Dekoration der Schaufenster und Jnnenräume der Geschäfte mit Tannenorün, Lametta, Advents­kranz, Christkind, Engel, Krippe, Knecht Ruprecht, Weihnachtsstern usw. in geschmackvoller Weise ist selbstverständlich nichts einzuwenden.

** Die Gemeinde-Hundesteuer für 1 9 3 7 wird von der Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil bekanntgegeben. Auf die Bekanntmachung fei besonders hingewiesen.

** Die Ausgabe von Brennstoff. Bezugsscheinen betrifft eine Bekanntmachung des städtischen Wohlfahrtsamtes in unserem heu­tigen Anzeigenteil, auf welche die Bezieher von Arbeitslosen- und Krisenunterstützung, sowie ver­schämte Arme besonders hingewiesen seien.

** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet hier Rindvieh-(Nutzvieh-)Markt statt, am Mittwoch folgt Schweinemarkt. Näheres in der heutigen Bekantmachung Der Stadtverwal­tung.

** Konkursverfahren. Das Amtsgericht Gießen hat über das Vermögen Des Heinr. Lehm- becker in Gießen, Seltersweg 73, das Konkurs- verfahren eröffnet und den Kaufmann Louis Alt» hoff in Gießen zum Konkursverwalter ernannt.

** Seinen schweren Verletzungen er­legen. Der Landwirt Martin Groß aus Neu­stadt bei Rennerod, der wie gestern von uns berichtet bei Felssprengungen auf seinem Acker durch einen zu früh losgegangenen Sprengschuß an Brust und Kopf schwer verletzt worden war und in die hiesige Chirurgische Klinik eingeliefert wurde, ist dort gestern nachmittag an seinen schweren Ver­letzungen verstorben. Der ebenfalls erheblich ver­letzte Schießmeister befindet sich noch in Der hiesigen Klinik.

** Gepäckauflieferung ohne Fahr- karte. Es ist noch wenig bekannt, Daß Die Reichs- bahn Gepäck auch ohne gleichzeittge Vorlage einer Fahrkarte für Den Beförderungsweg zu den nur wenig höheren Sätzen des Expreßguttarifs nach allen Bahnhöfen annimmt, nach denen Expreßgut abgefertigt wird. Das Mindestgewicht für die Frachtberechnung beträgt 10 Kilogramm. Bei Ge­genständen im Gewicht von 11 bis 15 Kilogramm wird die Fracht für 15 Kilogramm, im Gewicht von 16 bis 20 Kilogramm für 20 Kilogramm berechnet. Selbstverständlich kann Gepäck auch als Expreßgut mit Expreßgutkarte aufgeliefert werden. Die Auf­gabe als Gepäck bedeutet aber eine Erleichterung in der Abfertigung, und es besteht dabei die Mög- lichkeit. Den Gepäckschein im Brief einem beliebigen Empfänger zu übersenden, wenn man Das Gepäck am Bestimmungsort nicht selbst in Empfang neh­men will ober kann.

Gießener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 21. Noo. Auf Dem heutigen Wochen­markt kosteten: D. f. Molkereibutter, Y» kg 1,57 Mk., Molkereibutter 1,52, Landbutter 1,43, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse A 12 Pf., Wirsing, % kg 6 bis 8 Pf., 50 kg 4,50 bis 5 Mk., Weißkraut, kg 4 bis 6 Pf., 50 kg 3 bis 3,50 Mk., Rotkraut, kg 7 bis 10 Pf.,' 50 kg 5,50 bis 6 Mk., gelbe Rüben, Y kg 8 bis 12 Pf., rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grün­kohl 12 bis 15, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 90, Zwiebeln 7 bis 8, Meerrettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kürbis 5 bis 6, Kar-

Waren Sie schon in der Plockftrahe 11?

Haben Sie sich schon die sehenswerte Schau pracht­voller Teppiche und geschmackvoller Fenster-Dero- rationen angesehen? Wenn nicht, dann gehen Sie heute noch bin. Es lohnt sich, Dieie sehenswerte Schau, die das Teppich- und Gardinenhaus Lud­wig, Geise und Pfaff, früher Brumlik-Haus, Frank­furt am Main, Liebfrauenstraße 1-3 veranstaltet, SU besichtigen. 7088v

löffeln, X kg 4 Pf., 5 kg 40 Pf., 50 kg 3 bis 3,40 Mk., Aevfel, kg 15 bis 25 Pf., 50 kg 15 bis 25 Mk., Tafeläpfel, % kg 25 bis 30 Pf., 50 kg 25 bis 30 Mk., Birnen, kg 10 bis 20 Pf., Hähne 1 bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Cnten 1 bis 1,10 Mk., Tauben, Das Stück 50 Pf., Blumenkohl 35 bis 55, EnDioien 5 bis 10, Lauch 5 bis 8, Rettich 5 bis 15, Sellerie 10 bis 30 Pf.

Nundfunkprogramm

Sonntag, 22. November.

6 Uhr: Hafenkonzert. 8.05: Gymnastik. 8.45: Orgel- choräle. 9: Evangelische Morgenfeier, veranstaltet vom Amt für Kirchenmusik Der Landeskirche Hessen- Nasfau. 9.45: Bekenntnisse zur Zeit: Georg Usadel, Zucht und Ordnung". 10: Kantate vom gläubigen Leben. Von Max Wagner. 10.: Chorgesang. 11.10: Und Gott schweigt? Bericht und Aufruf (III). Von Edwin Erich Dwinger. 11.30: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12: Musik am Mittag. 14: Kinder­funk. 14.45: Die Verdunfahrt deutscher Frontsoldaten. Von Dr. Pricken. 15: Deutsche Scholle. 16: Nachmit- tagskonzert. 18: Aslaug. Einer nordischen Sage nach­gestaltet von Günther Hoffmann. Musik: Helmuth Riethmüller. 18.30: Kleist, Hörspiel von Hans Heyck. Vom Dichter nach seinem gleichnamigen Bühnenstück für den Funk bearbeitet. 19.50: Sportbericht. 20: Konzert. 20.30: Das Schwanenlied. Die letzten Werke großer Meister der Musik. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.15: Sportspiegel Des Sonntags. 22.30: Nachtmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

ZUontag, 23. November.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch. Gymnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Musik zur Frühstückspause. 9.30: Nur Kassel: Nachrichten. 10: Schulfunk. 11: Haus- frau, hör zu! 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Schloßkonzert. 13: Nachrichten (auch aus Dem Sendebezirk). 13.15: Schloßkonzert. 14: Nachrichten. 14.10: Aus unserer tönenden Wunsch-Mappe. 15: Volk und Wirtschaft. Wert und Unwert einer Börse. 15.15: Kinderfunk.Jetzt basteln wir wieder." 15.45: Unterhaltungskonzert. 16.45: Erzähler unserer Zeit. Martin Naschte:Glück in der Dorfbäckerei." 17: Hausmusik. 17.30: Das Heimathaus. Herbstlicher Rückblick in frohe Kindertage. 18: Zur Unterhaltung: Bunte Musik. 19: Aus den Geheimnissen eines Schallarchivs. Geräusch-Sinfonie mit verbindenden Versen von Albin Eckhardt. 19.30: Das Mikrophon unterwegs. 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tages­spiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Fröhlicher Tanz. 22: Nachrichten (auch aus dem Sendebezirk). 22.30: Musik zurGuten Nacht". 24 bis 2: Nachtmusik.

Dienstag, 24. November.

6 Uhr: Morgenspruch. Gymnasttk. 6.30: Früh­konzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gym­nastik. 8.30: Werkkonzert. 9.30: Heitere Musik am Morgen. 10: Schulfunk. 11: Nachrichten. 11.30: Landfunk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert. 13: Nachrichten. Anschließend: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert. 14: Nachrich­ten. 14.10: Nach Tisch gönnt euch ein wenig Rast, seid bei Frau Musica zu Gast! 15: Volk und Wirt­schaft. Neue Werkstoffe und Materialschutz! 15.15: Die deutsche Frau. Frauen meistern ihr Schicksal. 16: Unterhaltungsmusik. 17.30: lieber dem Alltag! Sendboten aus fernen Himmelsräumen. Funkfolge. 18: Unterhaltungskonzert. 19:Singt mit HI. singt vor " Alte Kampflieder mit Lesungen aus dem BuchSchicksal SA." von Fritz Stelzner. 19.30: Kampf Dem VerDerb! 19.40: Der Zeitfunk bringt den Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: Anläßlich Des IQjäljrigen Bestehens des Senders Freiburg im Breisgau. Die Alpenhütte. Romantische Oper in drei Bildern von Konradin Kreutzer in der Bearbei­tung von Ernst Brügger. 21.15: Alemannische Hei­mat. 22.10: Nachrichten. 22.20: Nachrichten aus dem Sendebezirt. Nachrichten der DAF. 22.30: Unter- halttmgs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Sprechstunden der Redaktion.

11.30 bis 1230 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagaach- mittag geschlossen.