straff an Leib und Seele, erfüllt mit den einfachen und großen Dingen, wie sie das Leben des Bauern, das Leben in freier Natur bieten, dann wird keine Asphaltjugend aus ihnen werden, ausgeliefert den Rowdyinstinkten volksfremder Elemente. Diese Besinnungspause zwischen Schule und Berufswahl wird vielleicht Ursache sein, daß man später nicht mehr von einer Landflucht sprechen wird. Sondern es wird durch das Landjahr die Zeit vorbereitet, in der die junge Generation von der Stadt zum Lande streben wird, weil sie die Beziehung wiedergewonnen hat zum Boden als Quelle der Ernährung und als Träger des Blutes.
Der Wirt hat wieder Gäste!
WPD. Einer der Wirtschaftszweige, die von der verfehlten Wirtschaftspolitik der Vergangenheit und von der Wirtschaftskrise in äußerst starkem Maße betroffen worden sind, ist das Gaststätten- a e w e r b e , dessen Umsätze von über 6 Milliarden Mark im Jahre 1929/30 bis 1933 auf 3,85 Milliarden Mark zurückgingen. Dieser Umsatzrückgang war für das Gaststättengewerbe um so katastrophaler, als von seinen rund 250 000 Betrieben allein 92,1 o. $). weniger als sechs Personen beschäftigen. Der Rückgang hat also im wesentlichen über 200 000 kleine Unternehmer getroffen.
Es ist erfreulich, daß der wirtschaftliche Aufschwung Deutschlands in den drei Jahren natio- nalsozialisttscher Politik auch schon in starkem Maße gerade diesem mittelständischen Wirtschaftszweig zugute gekommen ist. Und es sind nicht nur etwa die „Kraft-durch-Freude-Fahrten gewesen, die den Umsatz des Gaststättengewerbes bis 1935 auf über vier Milliarden Mark haben steigen lassen, sondern die st arte Zunahme des Fremdenverkehrs und die Steigerung des Bierabsatzes lassen darauf schließen, daß außer der Belebung der geschäftlichen Reisetätigkeit auch die privaten Urlaubsreisen wieder zugenommen haben und daß das deutsche Volk einen größeren Teil seines Einkommens dazu verwenden konnte, sich nach der Tagesarbeit auch mal wieder „einen gemütlichen Schoppen" zu leisten.
Der Fremdenverkehr war von 1930 bis 1933 jährlich jeweils um rund 22 v. 5). zurückgegangen; die erste Belebung setzte bereits im Sommer 1933 ein. Im Jahre 1934 stieg der Fremdenverkehr von Monat zu Monat um 20 v. 5). — eine Entwicklung, die bis in die letzten Monate hinein angehalten hat. Im November 1935 wurden noch 16 'v. H. mehr Fremdenübernachtungen gezählt als im November 1934, der sich ebenfalls schon durch eine starke Steigerung ausgezeichnet hatte; der Dezember 1935 brachte wiederum eine Steigerung von 9,5 d. 5). gegenüber dem Vorjahr.
Es sind auch mehr Ausländer nach Deutschland gekommen als früher: in den Jahren von 1930 bis 1933 hatte dieser Reiseverkehr einen jährlichen Rückgang von jeweils rund 30 v. H. zu verzeichnen gehabt, seit Ende 1933 jedoch steigt der Ausländeroerkehr von Monat zu Monat um durchschnittlich 30 bis 50 o. H.
Daß sich das deutsche Volk wieder öfter „einen Schoppen leisten" kann, geht daraus hervor, daß der Bierverbrauch im Jahre 1934 um 11,3 v. H. großer war als 1933, während er in den Jahren vorher ständig gesunken war. 1930/31 wurde in Deutschland um 16,2 d. S). weniger Bier getrunken als im Jahre vorher; im Rechnungsjahr 1931/32 sank der Verbrauch weiter um 22,0 v. H. und schließlich von 1932 bis Frühjahr 1933 noch weiter um 9,4 v. H. Dagegen schon im Jahre 1933 wurde eine weitere starke Einschränkung vermieden, vielmehr ging der Bierabsatz nur noch um 1,2 v. 5). zurück. „
Die Verbesserung in der Lage des Gaststatten- gewerbes kann als ein deutlicher Beweis für die Echtheit der deutschen Wirtschaftskonjunktur gewertet werden. Auch hier ist also die allgemeine Belebung — nach den Worten des Führers — nicht nur einigen wenigen, sondern rund 250 000 kleinen und mittleren Betrieben zugute gekommen, die ihrerseits wieder diese Belebung dazu ausgenutzt haben, daß sie von den rund i00 000 Arbeitslosen des Gaststättengewerbes (am 30. April 1933) allein bis Ende 1934" rund 50 000 wieder in Lohn und Brot brachten.
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Diesen Erfolg verdankt das schaffende Deutschland Wolf Wer
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Hie Christentum! Hie Bolschewismus! ßin Aufruf an die Christen aller Völker.
B e r l i n , 20. März. (DNB.) Der Vorsitzende des Reichskirchenausschusses, in dessen Händen die Leitung der Deutschen Evangelischen Kirche liegt, D. Wilhelm Zoellner, hat „an die Christen aller Völker" einen Aufruf ergehen lassen, der zeigt, wie ernst er seine Aufgabe auch der gesamten christlichen Welt gegenüber auffaßt. Der Aufruf lautet:
„In seiner Rede vom 7. März hat der Führer und Kanzler des deutschen Volkes erneut das politische Gewissen des deutschen Volkes und der Völker der Welt aufgerufen. Er hat auch den Feind der Völker und des Völker friede ns genannt, dessen satanischer Haß sich in erster Linie gegen die Kirchen wendet, weil er weiß, daß er die Völker erst dann vernichten kann, wenn er zerstört hat, was ihnen heilig ist. Daß unser Volk in seinem schweren und unerbittlichen Kampf — trotz aller Mißdeutung, die dem Nationalsozialismus in der Welt widerfuhr — für die gesamte Christenheit Vorkämpfer des Glaubens ist, muß den Völkern deutlich werden, nachdem der Bolschewis
mus die Brandfackel seines völkerzerstörenden Wollens auch an zahlreichen anderen Stätten der Erde auflodern läßt. Diese die gesamte Christenheit bewegenden Fragen werden von Tag zu Tag brennender. Die Zeit stellt alle zivilisierten Völker vor Entscheidungen größter Tragweite. Die Deutsche Evangelische Kirche weiß sich verpflichtet, alle Kirchen der Welt auf die schwere Gefahr hinzuweisen, die auch ihnen droht.
Das deutsche Volk ist das Volk der Reformation und hat im Kampf um den christlichen Glauben den letzten und schwer st en Einsatz nicht gescheut. Nachdem das Tödliche und Zersetzende des Bolschewismus sich in allen Völkern auszuwirken begonnen hat, nachdem alle Völker der Erde den Todfeind aller gotlgefchaffenen irdischen Ordnung in ihrer eigenen Mitte begegnen, ist das Ringen des deutschen
Volkes schicksalhaft geworden für die kommende Geschichte aller christlichen Völker der Erde.
Es steht in diesem Kampf als christliches Volk, dessen Führer von den Feinden des Christentums sagt: „Eine Welt übersinnlicher Vorstellungen wird eingeritten, ein Gott wird entthront. Religionen und Kirchen ausgörottet, das Jenseits verödet und ein qualvolles Diesseits als das einzig Seiende proklamiert." Es handelt sich im Kampf gegen den Bolschewismus wahrhaftig nicht nur um Deutschland. Hielte Deutschland nicht als festes Bollwerk stand, so würden die Wogen des gott- und barmt christusfeindlichen Bolschewismus sicherlich nicht nur Deutschland unter sich begraben. Darum hat sich die Deutsche Evangelische Kirche nicht nur um Deutschland, sondern auch um der gesamten Christenheit willen zum letzten Einsatz bereit hinter die Erklärung gestellt, die der Führer des deutschen Volkes in feiner Rede vom 7. Marz abgegeben hat.
Das deutsche Volk, dessen völkerversöhnender Friedenswille in den deutschen Friedensgarantien und Anerbietungen klar ;um Ausdruck gekommen ist, wird und muß gleichzeitig hort und Bürge des Christentums bleiben. Das auch immer die Welt in den Kämpfen der letzten Jahre aus politischen Motiven heraus in uns sehen wollte, Deutschland will nichts anderes sein, als unter freien Völkern ein freies Volk, das nach Gott fragt und im tiefsten Sinne immer ein friedliches Volk war und bleiben wird.
Wir hoffen darum, daß die christlichen Kirchen der Erde in diesem für die ganze Welt entscheidenden Tagen nüchtern und klar erkennen, um was es geht, und über alle politischen Bedenken hinweg sich mit entschlossenem Nachdruck in den Kampf einsetzen: Hie Christentum! Hie Bolschewismus! Mit dem Schicksal Deutschlands wird gleichzeitig das Schicksal der gesamten C h r i st en h e i t entschieden. Erst im Lichte dieser Erkenntnis wird von der außerdeutschen Welt die entscheidungsschwere Aufgabe und Verantwortung der Kirche im deutschen Volk richtig gewertet/
Deutschlands evangelischepsarrer in Treue zum Führer.
Eine Entschließung der Pfarrer-Vereine.
Berlin, 21. März. (DNB. Funkspruch.) Nach.» dem unmittelbar nach der historischen Reichstags- sitzung vom 7. März 1936 der Vorsitzende des Reichskirchenausfchufses, Z o e l l n e r , dem Führer die freudige Einsatzbereitschaft der deutschen evangelischen Kirche für des deutschen Volkes Ehre und Leben gemeldet hatte, gibt, wie das NDZ. meldet, der Reichskirchenausschuß nunmehr bekannt, daß der Reichsbund der deutschen evangelischen Pfarrer-Vereine folgende Entschließung gefaßt hat: „Die zur Reichs- führerrats-Sitzung des Reichsbundes der deutschen evangelischen Pfarrer-Vereine E. V. in Berlin versammelten Vereinsführer, haben freudig die Kundgebung unserer evangelischen Kirche, wie sie in dem Telegramm von Generalsuperintendent D. Zoell - n e r vorliegt, begrüßt. Sie haben sich diese T r e - kundgebung für den Führer in dieser Entscheidungsstunde unseres Volkes vollinhaltlich zu eigen gemacht.
gez. Klingler, Reichsbundesführer." ♦
Der Reichskirchenausfchuß erklärt dazu noch, daß das Telegramm des Generalsuperintendenten Zoellner an den Führer der selbstverständlichen Haltung der deutschen evangelischen Kirche zu den historischen Vorgängen des 7. März Ausdruck verliehen hat und daß er sich freue, die erwähnte Entschließung der Pfarrer-Vereine mitteilen zu können.
»....wv.y-v., n_________chen scheinbar abseitsliegenden Arbeiten in diesem
nern geschriebene; zu denen gehört Waggerl, Zusammenhang geflissentlich, weil sie besser als der feinem ersten Buch die folgenden Worte mit-1 irgend etwas anderes für die Naturnähe und Natur-
Blut", und da ist nun gleich mit Nachdruck zu sagen, daß weder diese noch die späteren Bücher des Dichters das mindeste mit Literatur oder Konjunktur zu tun haben: es ist, wie wir schon früher gelegentlich betont haben, allewege viel Mißbrauch getrieben worben mit bem sogenannten Schollengeruch in ber Literatur, und billige und schlechte Bauernromane hat es zu allen Zeiten mehr bei uns gegeben, als uns lieb war; zu allen Zeiten auch, obwohl in der Minderzahl, gute und echte und von berufenen Män-
erinnern wird.)
Wenn wir nun im Begriff stehen, über „D a s Jahr des Herrn" einiges zu sagen, was dem Leser Lust machen soll, sich in diese schöne, gültige und bleibende Dichtung zu vertiefen, so scheint es nicht unangebracht, zuvor nochmals an eine andere Beschäftigung Waggerls zu erinnern, die außerhalb seines eigentlichen, dichterischen Berufes liegt, die ihm selbst nur als Nebenwerk und Liebhaberei gilt, ohne geschäftliche Absicht und ohne praktischen Nutzen in irgendeiner Form betrieben, die aber doch aus den gleichen Quellen einer gereiften Persönlichkeit gespeist wird, den gleichen Anspruch auf ernsthafte künstlerische Geltung hat und sehr geeignet ist, wesentliche Züge tm Gesicht dieses Menschen und seines Werkes zu erhellen: wir meinen die Scherenschnitte, wie sie im „Wiesenbuch" ber Insel-Bücherei gesammelt erschienen sind.
Es $ibt ba ein Blatt, bas heißt „Storchschnabel , ein anderes „Glockenblume", wieder ein
gegeben hat: „Ich war beftrebt, den an sich schlichten Stoff in einer einzigen, einfachen und klaren Linie durchzuführen, und ich hoffe, daß es mir gelungen ist, etwas von der Wesensart der mir nah verwandten Bergleute in einem höheren Sinne dar- zustellen ..."
Wie weit dies gelungen ist, wird jeder selbst mit seinem Gefühl für Echtes und Falsches entscheiden müssen und können; dergleichen läßt sich nicht bündig beweisen und nicht mit der Elle messen. Wer etwa mißtrauisch ist, mag bedenken, daß Waggerl in der Welt ausgewachsen und groß geworden ist, die er beschreibt. Er kommt nicht vom ßiteraturbetrieb und nicht vom Schreibtisch her, sondern er ist ein Kind kleiner Bauern, er hat keine leichte Jugend gehabt, hat früh arbeiten und mitverdienen müssen; später ging er in den Krieg und hat eine lange Gefangenschaft durchmachen müssen. Als er heimgekehrt war in die Stille und Einsamkeit seiner ländlichen Heimat, war er reif geworden, die von Kindesbeinen an erlebte und innerlich vertraute Welt zu gestalten. Das war im Jahre 1929. Einer ber angesehensten unb bebeutenbsten beutschen Verlage, bie Insel in Leipzig, hat sein erstes Buch herausgebracht unb alle folgenben auch. (Wir haben sie früher Band für Band hier besprochen, und gelegentlich Proben bar» aus abgebrucft, beten man sich, wie wir hoffen,
anderes einfach „Gräser", unb es ist eine Freube. sich hineinzusehen in das feine, filigranhaft zarte unb boch so übersichtlich klare Gespinst von Stengeln, Blättern, Blüten unb Rispen. Wir sprechen von solchen scheinbar abseitsliegenden Arbeiten in diesem
Der Dichter
Karl Heinrich Waggerl.
3u unsenn neuen Roman in den (Siebener Familienblättern.
Am Montag beginnen mir in den Familienblättern mit dem Abdruck des Romans „Das Jahr des Herrn" von Karl Heinrich Waggerl.
Wenn wir den Dichter, der in den nächsten Wochen mit einer feiner schönsten Erzählungen bei uns zu Worte kommen soll, ein wenig einführen und dem Leser vorstellen wollen, so ist es vielleicht nützlich und sicher nicht ohne Reiz, zu erfahren, daß dieser Mensch nicht nur Bücher schreibt, sondern daß er, nebenbei und aus Freude daran, keineswegs aus geschäftlichen Gründen, auch andere, nicht minder künstlerische Dinge betreibt: er photographiert beispielsweise mit einer Sicherheit und Schärfe des Blickes und einer so leichten und glücklichen Hand, wie sie nicht jedem gegeben sind. Wir kennen ein Lichtbild von ihm, das wie kein anderes geeignet erscheint, den Zugang zu diesem Dichter und zu seiner Welt gleichsam auf den ersten Blick zu erschließen: auf dem Bilde, das wir meinen, sieht man nichts weiter als ein paar schwere, harte, verarbeitete Bauern- hände, die ein Stück trockenes Brot in eine Schüssel brocken; das ist alles, und mehr ist auf diesem Bild eigentlich nicht zu sehen. Aber in dieser unendlich schlichten und uralten Handlung ist die ganze Menschlichkeit unb Lebenswirklichkeit enthalten, die uns auch auch den Büchern Waggerls überall entgegendringt. Etwas von jener biblischen Ehrwürdigkeit und Feierlichkeit — „nahm das Brot, dankte unb brach's" — ist bem Bilde zu eigen, unb ein wenig von ber Frömmigkeit alter Volksbücher und Legenden ist auch in allen Büchern von Waggerl zu spüren.
Die beiden ersten hießen „Brot" und „Schweres
Verbundenheit dieses Dichters zeugen, der sich mit gleicher Liebe und Hingabe in eine so unscheinbare und so oft übersehene Kleinwelt verlieren konnte, wie wir sie auf manchen berühmt gewordenen Blät- tern Albrecht Dürers finden; und auch, weil hier ein so zarter unb liebenswürdiger Zug zum Detail, zur Kleinmalerei, zur Schilderung vergessener oder unbeachteter Dinge sich kundgibt, wie er in allen Büchern Waggerls aufzufinden ist. Auch im „Jahr des Herrn".
Dies ist von seinen vier großen Romanen für unser Gefühl der schönste, reifste und rundeste; ein Werk, in dem Waggerl nicht nur als Erzähler, sondern eben als Dichter am reinsten und überzeugendsten sich bewährt und beweist. Man hat, im Guten wie im Bösen, die Namen von Hamsun und von Timmermanns mit dem Werke Waggerls in Verbindung gebracht: das mag man tun, es ist auch sicher nicht zu bestreiten, baß sich hier allerlei Beziehungen ergeben, manche verwandten Züge auf- weisen lassen, bie ebenso ins Skandinavische wie ins Flämische weisen mögen; von Abhängigkeit zu reben, wäre töricht unb ungerecht. Wer Gefühl für bichterische Werte und Gewichte hat, wird beim Lesen sehr bald spüren, wie gesund und selbständig unb charaktervoll Waggerl in ber ihm eigenen Welt steht. Hier ist wirklich ein Mensch unb ein Dichter, dessen Bücher die großen Forderungen unserer Zeit erfüllen und bewähren: was ba geschilbert unb gestaltet wird, kommt aus dem Volke unmittelbar; nichts anderes als Leben und Tun und Schicksal einer kleinen Volksgemeinschaft wird beschrieben. Unb ber Dichter weiß aus seiner Herkunft und aus ber Erinnerung an bie schwere bäuerliche Arbeit seiner Jugenb um bie ewigen, gültigen, lebenspendenden und erhaltenden Kräfte des Bodens unb des Blutes.
Im Jahreskreis der christlichen Feste rundet sich die Geschichte der Dorfgemeinde, erfüllt sich das Schicksal ihrer Bewohner; ernste und heitere, rührende und erschütternde Lebensbilder tun sich auf; Glück und Trauer, Geburt und Tob sind eng verschwistert in ber kleinen, engen, in sich abgeschlosse- nen ländlichen Welt, bie ba geschildert wirb. Aber sie mag noch so eng unb klein, noch so weltabgeschieben unb einsam liegen: sie wird ein Abbild unb Spiegel der großen Welt; hier wie dort gelten unb regieren bie Kräfte unb Gesetze, benen unser Leben gehorcht seit unbenklichen Zeiten. Es gehen mancherlei Gestalten durch das Buch vom „Jahr des Herrn", unb wir glauben zu wissen, baß jede von ihnen auch einmal „wirklich" gelebt hat oder noch am Leben ist; unter diesen Gestalten, welche die Erzählung redend und handelnd bevölkern und
bewegen, wird dem Leser gewiß die eine unvergeßlich werden, bie kleine Naturerscheinung des Knaben David. Er ist recht eigentlich ber Held dieses Buches, er steht inmitten aller Gestalten unb Begebenheiten; jede seiner Lebensäußerungen ist von bezaubernder Selbstverständlichkeit, und man muß ihn liebhaben in seiner rührenden Armut, in seiner überquellenden Phantasie, in seiner schüchternen Liebe und in aller Einfalt seines kindlichen Herzens. An ihm bewährt sich die schöne und seltene Gabe echten Humors, der Waggerl eigen ist und überall ausstrahlend unb erwärmend seine Erzählung durchwirkt; sie wird sich, so dürfen wir hoffen, auch bei uns viele gute Freunde gewinnen. hth.
Hochschulnachrichten.
Der nichtbeamtete außerordentliche Professor Dr. Hubert Schrade in Heidelberg ist zum ordentlichen Professor der Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg ernannt worden.
Der ordentliche Professor Dr. Emil Winkler aus Wien ist zum ordentlichen Professor für romanische Philologie an der Universität Heidelberg ernannt worden.
Der ordentliche Professor für gerichtliche Medizin an der Universität Heidelberg Dr. Walther Schwarzacher scheidet auf seinen Antrag aus dem badischen Staatsdienst aus.
Der Dozent Dr. phil. habil. Walter Patz in Göttingen ist beauftragt worden, an der Universität Frankfurt die deutsche Kunst in Vorlesungen und Hebungen zu vertreten.
Der Referent im Reichsministerium ber Luftfahrt Dipl.-Jng. Erich B ö b b r i ch ist zum außerordent- lichen Professor an ber Technischen Hochschule München ernannt worben.
Der orbentliche Professor i. R. ber Universität Wien Dr. Friebrich M a ch a t s ch e k ist zum or- bentlichen Professor für Geographie an ber Universität München ernannt worden.
Der ordentliche Professor D. Dr. Redeker in Münster ist beauftragt worden, in der Evangelisch-theologischen Fakultät der Universität Kiel im Sommersemester 1936 die Vertretung ber burch bas Ausscheiben bes Professors Mulert freigeworbenen Professur für systematische Theologie wahrzunehmen.
Professor Dr. Klapp, Ordinarius für Acker- unb Pflanzenbau an ber Landwirtschaftlichen Hochschule Hohenheim, ist in gleicher Eigenschaft an die Universität Bonn berufen worden.


