ungebunden und seiner eigenen Laune und Lust überlassen. Es gibt keinen Vordermann, keine Reihen und Glieder, keine Vor- und Nachhut. Jede Krähe fliegt wie es ihr beliebt, überholt und läßt sich überholen und krächzt ihren heiseren Schrei ebenso aus sattem Behagen, wie morgens aus Hunger und Gier. Tauben sind im Vergleich zu ihnen ein geordnetes Geschwader und gar die Schwalben — nicht bei ihren sommerabendlichen Flugspielen, wohl aber auf ihrer Südafrikareise — zeigen ihnen gegenüber eine Disziplin, was Flugtempo, Eingliederung und Flügelrhythmus betrifft, die man schon militärisch nennen könnte. Die Krähen fliegen, als seien sie auf der Flucht. Als fei der westliche Gluthimmel eine brennende Stadt, aus der sie so rasch wie möglich fortzukommen suchten, jeder Vogel um sich selbst bekümmert, um sonst nichts. Fast hinter jeder Flugwolke gibt es einige Nachzügler — allerdings ständig wechselnde — die gewissermaßen die Verbindung mit der folgenden Kolonne aufrechterhalten. Trotzdem kann diese jederzeit rechts oder links herausschwenken und vorbeifliegen. Es gibt immer Ueberraschungen, solange man den schwarzen Schwärmen mit den Blicken zu folgen vermag. In der Ferne erst nehmen sie ruhigere Formen an. Sie gleichen dann oft einer langgestreckten Kette mit weitläufig aufgereihten dicken Perlen.
Dies ist aber das Merkwürdigste an den Krähenflügen: daß sie dem feurigen Himmel ausweichen, abends aus Sonnenuntergang in die östliche Nacht und morgens aus dem Frührot in den erst dämmerigen Westen. Auch damit künden sie sich als Vorboten des Winters, der der warmen wohltätigen Sonne entbehrt und Nebel und Schnee, Frost und Eis bringt. Darum gebraucht sie Nietzsche in seinem Gedicht „Vereinsamt" als Träger jener winterlichen Verlassenheitsstimmung, die in folgenden Zeilen anklingt:
„Die Krähen schrei'n
Und ziehen schwirren Flugs zur Stadt: Bald wird es schnei'n —
Wohl dem, der jetzt noch Heimat hat!"
P. B.
Lornotizen.
Tageskalender für Freitag.
NS.-Lehrerbund, Gießen, Abteilung „Höhere Schule", Fachschaft „Neuere Sprachen", 16 Uhr Sitzung der Arbeitsgemeinschaft in der Oberreal- schul'. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr „Hänsel und Gretel", Märchenoper von Humperdinck. — Gloria- Palast, Seltersweg: „Du bist mein Glück". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Fiaker-Lied". — Deutsche Fraueukultur, 16 Uhr Kinderkleider-Schau (Vorführung), 19 bis 21 Uhr, Ausstellung im Saale der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße. — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brand: 17 bis 18 Uhr Ausstellung von Oelgemälden, Aquarellen und Tempera .
Stadttheater Gießen.
Heute abend findet die Erstaufführung der Märchenoper „Hänsel und Gretel" von E. Humperdinck statt. Immer wieder zur Weihnachtszeit taucht auf den deutschen Bühnen diese bei allen so beliebte Oper auf. Infolge plötzlicher Erkrankung von Kapellmeister Walter yat die musikalische Leitung der Kapellmeister Hans H. Hampel übernommen. Die Spielleitung führt Paul Wrede. Bühnenbilder: Karl Löffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind angefertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner und ausgeführt unter der Leitung von Willi Endrich. Mitwirkende: Damen: Elgg, Fornalläz, Jachnow, Jülfs, Perry; Herren: Bley, Kuen. Anfang 20 Uhr, Ende 22 Uhr. Die Vorstellung findet als 10. Vorstellung der Freitag- Miete statt.
Die als 4. Vorstellung für die NSG. „Kraft durch Freude", für Samstag, 21. November, angekündigte Aufführung von „Gustav Kilian" findet infolge plötzlicher Erkrankung einiger Mitglieder nicht statt. Dafür geht der große Erfolg „Ein idealer Gatte" Schauspiel von Oscar Wilde in Szene. Anfang 20 Uhr, Ende 22.45 Uhr.
Die für Sonntag, 22. November, für 11 Uhr vormittags angesetzte geschlossene Vorstellung für die Studentenschaft fällt aus, da die Mitglieder der Studentenschaft und ihre Gäste an der freien Abendoorstelluna teilnehmen. Diese Vorstellung am Sonntag von Gerhart Hauptmanns „Bogen des Odysseus" ist vorläufig die letzte Aufführung dieses Werkes.
Biblische Woche.
Man schreibt uns: Die Luthergemeinde veranstaltet in der letzten Woche des Kirchenjahres eine biblische
Wege im Nebel.
Teoman von Käthe Mehner.
(Copyright by Auswärts-Verlag, Berlin SW 68.)
12. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Das Anklopfen Paulines unterbrach fein Grübeln.
„Herr Doklvr, draußen ist ein Herr, der Sie unbedingt sprechen möchte! Ich habe ihm zwar gesagt, es ginge jetzt nicht, aber er läßt sich nicht abweisen!"
„Fragen Sie ihn, worum es sich handelt! Wie ist denn sein Name? .. "
„Mein Name ist Möller, Lebensoersicherungsagent!" Ehe Pauline es noch verhindern konnte, hatte ein schlanker, geschmeidiger Herr das Zimmer betreten und näherte sich Rammelt unter vielen Entschuldigungen.
Rammelts erstes Gefühl war, den Eindringling abzuweisen. Dann aber überwältigte ihn das eigentümliche Empfinden, daß ein Leoensoersicherungs- agent gerade jetzt sein Haus betrat, nachdem er dem Tode knapp entronnen war!
Der Versicherungsagent redete unaufhörlich auf Rammelt ein, daß es nach diesem Unglücksfall erst recht seine Pflicht sei, sich versichern zu lassen.
Aber Rammelt war inzwischen bereits aufgestanden, kam mit einer Mappe zurück, deren Inhalt er dem Agenten vorlegte. Es war der Vertrag einer schon vor zwei Jahren eingegangenen Versicherung.
Trotzdem konnte der Agent, als er nach einer kurzen halben Stunde das Haus Rammelts verließ, seine Bemühungen als gelungen betrachten. Wohl noch unter dem Eindruck seines Unfalls patte Rammelt die Dersicherungsquote um ein bedeutendes erhöht! Diesmal würde die Firma mit ihrem Agenten zufrieden fein!
Aber auch Ralf Rammelt selbst bereute den auf den ersten Blick jetzt sehr hoch erscheinenden Abschluß nicht. Der Gedanke an Janna hatte ihn geleitet, ebenso der Gedanke an das so überaus kritische Schwanken seiner Wertpapiere. Wenigstens Janna sollte nicht zu darben haben, wenn einmal ...
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Herr Doktor noch
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entschuldigen Sie
Also, heraus mit
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Schultern ihr Blick wirbelten Gedanke,
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nehmen!
Während sie langsam aufstand, fiel aufs Fenster, vor dem die Schneeflocken und tanzten. Sehnsüchtig kam ihr der
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N.4|
Welter, Edith Merlau, Heinrich Bosiold. 1. Preist Anneliese Hildebrandt, Werner Stork, Heinz Hill- gärtner, Paul Zitzer, Marie Pfaff.
Abteilung 60 Silben: Epr.: Lieselotte Schwenke.
Richtigschreiben, a) Verkehrsschrift: Sehr gut: Otto Balser, R. Schmidt, Theo Otto, Heinrich Bossold, Heinz Hillgärtner, Ernst Schimmel; Gut: Heinz Günther Schäfer, Gertrud Maintzer, Karl Sommerlad, Anneliese Hildebrandt; b) Redeschrift: Sehr gut: Franz Trauth, Gg. Heilmann; Gut: Leni Roth.
Geschichtliche Iorschungsarbeii an der Reichsauiobchn bei Garbenteich
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Die Nennwert Werden in Nett 1$ liebem "s ausgeli , Die Andelsich
gaben bc
am.
kasse für den Kreis Gießen fordert im heutigen Anzeigenteil auf, bis zum 25. November die noch rückständigen Krankenkafsenbeiträge für den Mo-
Oktober zu bezahlen. Säumige Zahler seien auf
Bekanntmachung besonders 'hingewiesen.
Oberhessen.
Mit Sonntagsrückfahrkarten zum Bauerntag nach Schotten.
„Ach, bitte, Herr Doktor, nur..."
„Was soll ich entschuldigen?
der Sprache!"
„Ja, gestern abend spät, als
nicht zu Hause waren, da hat nämlich das Fräulein Willnoff noch angerufen ..."
so sehr davor bangen! Niemand, nicht einmal Gerhard konnte ihr diese Last von den
Mühsam unterdrückte Ralf seinen Unmut. Die Anspielung auf sein schnelles Fahren, das Janna freilich nur zu gut kannte, erbitterte ihn.
„Ich dachte mir ja schon, daß du nach mir selbst nicht viel fragen würdest!" sagte er fast scharf, wartete dann, ob sie sich verteidigen würde.
Aber wieder antwortete Janna nicht.
Dann endlich sprach sie noch einmal.
„Ist es dir recht, wenn ich am Sonntag heim- komme? Ich wollte gern mit dir sprechen!*
„Und warum haben Sie das nicht sofort ge-
„Es war doch schon so spät, und ich dachte, heute morgen könnte ich ja noch... und dann hab ich es ganz vergessen! Entschuldigen Sie nur ..."
Wieder flössen Paulines Tränen. Ungeduldig fuhr Rammelt ihr ins Wort:
„So hören Sie doch schon auf mit Heulen! Hat Fräulein Willnoff Ihnen etwas bestellt?"
„Nein, gar nichts! Nur, was das Mädchen von Frau Bergmann ist, die hat mir heute morgen erzählt, daß Fräulein Willnoff dort auch angerufen hat!"
„Ach so, das gilt also nur meiner Braut! Wenn Fräulein Willnoff also noch mal anrufen sollte, sagen Sie bitte, daß Fräulein Heller in Oberhof ist!"
Aufatmend verließ Pauline das Zimmer.
Rammelt aber verfiel in ein dumpfes Grübeln, aus dem ihn erst die dröhnenden Schläge einer
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So ist gegenwärtig der Assistent an unserem hiesigen Oberhessischen Museum, Dr. Jörns, im Auftrage des Denkmalpflegers für Oberhessen, Dr. Richter, damit beschäftigt, einen Teil des Limes in der Trasse der Reichsautobahn auszugraben und durch genaue Erhebung über die Struktur des Limes an dieser Stelle zu sichern, was vom wissenschaftlichen Standpunkt aus zu sichern notwendig ist. Auf einer Breite von 6 Meter wurde der Graben freigelegt. Dabei konnte festgestellt werden, daß der sogenannte Spitzgraben befestigt, und ihm eine lose Trockenmauer vorgesetzt ist. Im übrigen entspricht der Pfahlgraben in feinen Formen der bereits bekannten Bauweise.
In etwa einer Woche werden die notwendigen Feststellungen abgeschlossen sein. Interessant ist, daß in weitem Bezirk unserer Heimat diese Stelle im Grüninger Markwald die einzige Stelle ist, an der die Reichsautobahn den ehemaligen Dertei- bigungsgraben der Römer schneidet. Hier begegnen sich also, über einen großen Zeitraum hinweg, zwei Großtaten menschlichen Geistes: der Derteidigungs- wall der Römer gegen Germanien — der zu seiner Zeit wohl eine der umfassendsten Verteidigungsanlagen war — mit dem Kultur- und Friedenswerk, den Straßen des Führers, deren Planung und Durchführung großzügigsten deutschen Geist verrät.
noch einmal mit Gerhard Skilaufen zu tonnet, wie einst sooft. Ach, noch einen, nur einzigen Tag glücklich sein, dann wollte sie gern allem Trüben ins Auge sehen!
Eilig zog sie sich an, streifte bas braune Strickkostüm über, bas Gerhard so gut gefiel, befestigte ben kleinen Sportkragen barauf. Dann war sie schon fertig unb begab sich mit schnellen Schrittei hinunter ins Frühstückszimmer, wo Gerhard -* wie es schien, ohne sich um bie neugierigen Blicke, mit benen man ihn unb Janna seit gestern beobachtete, zu kümmern — bereits auf sie wartete.
(Fortsetzung folgt!)
Uhr aufschreckten, bie laut die zwölfte Stunde verkündeten.
Dann erst begab er sich mit schwerfälligem Schritt in sein Schlafzimmer.
VII.
Auch in Oberhof hatte über Nacht Kälte eingesetzt, unb mit beginnenbem Morgen fiel Schnee, weich und weiß in dichten, wirbelnden Flocken, die in der Sonne wie Diamanten glitzerten.
Noch schlief Janna Heller, tief in seligen Träumen versunken, die ihr die Erlebnisse der Vortage aufs neue erstehen ließen. Das glückliche Lächeln, bas ihre Livpen im Schlafe umspielte, gab deutlich Kunde davon.
Erst das laute Klopfen des Hausdieners weckte sie aus dem süßen Schlummer, und langsam nur fand sich Janna nun in die Wirklichkeit zurück. Wohl stand bie beglückenbe Gewißheit von Ger- Harbs Nähe wieder vor ihren Augen, doch ebenso schnell drängten sich die Gedanken an alle die Nöte und Schwierigkeiten wieder in ihren Sinn, bie sie gestern für ein paar Stunden hatte vergessen dürfen.
Und wie grausam hatte auch das späte Telephongespräch mit Ralf sie diesem seligen Sichvergessen entrissen! Ja, hart klopfte bie Wirklichkeit schon jetzt an bie Pforten, unb sie konnte sich ihr nicht entziehen! Auch ber Auseinanbersetzung mit Ralf konnte sie nicht entrinnen, mochte ihr auch noch
Dingfest gemacht.
Der 21 Jahre alte Hans Pohl mann von Gießen, ber — wie mir gestern bereits berichteten — auf einem Baubüro in Garbenteich Diebstähle unb Unterschlagungen von Lohngelbern zum Nachteil seiner Arbeitskameraben unb seiner Firma begangen hat, ist am heutigen Freitag früh von ber Gie- ßener Kriminalpolizei verhaftet unb in Polizeigewahrsam genommen worben. Im Laufe bes heutigen Vormittags wird er bem Amtsgericht vorgeführt werben.
** Regierungsrat Dr. Krüger vom Kreisamt Gießen, der seit einigen Monaten die Dienstgeschäfte des Kreisdirektors des Kreises Alsfeld wahrnahm, wurde auf feinen Antrag an das Kreisamt Gießen zurückversetzt. Die Dienstgeschäfte bes Kreisbirektors in Alsfelb werben nunmehr von Regierungsrat Kess el versehen, ber vom Kreis- amt Alzey an bas Kreisamt in Alsfelb versetzt würbe.
** Arbeitsjubiläum. Am heutigen Tage kann Herr Wilhelm S ch m i b t aus Rödgen fein 25jähriges Arbeitsjubiläum als Heizer bei ber Firma Poppe & Co., Gießener Gummiwarenfabrik, Gießen, feiern. Der Jubilar hat sich burch fein aufrechtes unb gerabes Wesen das Vertrauen feiner Vorgesetzten und seiner sämtlichen Arbeitskameraden erworben. Die Firma sowie bie gesamte Belegschaft ehrte ihn burch einen anläßlich seines Ehrentages angesetzten Betriebsappell, wobei ihm von feiten ber Firma unb ber Belegschaft Ehrengaben überreicht würben.
** Die Liste ber Scho f fen und Ge> schworenen für 1937/38 betrifft eine Bekanntmachung ber Stadtverwaltung in unserem heutigen Anzeigenteil, auf die besonders hingewiesen sei.
** Rückständige Krankenkassenbeiträge bezahlen! Die Allgemeine Ortskranken-
Eine plötzliche Sehnsucht, ihre Stimme zu hören, ergriff ihn. Er wollte sie anrufen, jetzt gleich! Die Nachricht von seinem Unfall würde sie gewiß milder gegen ihn stimmen, sie ihr Verletztsein von neulich vergessen machen!
Schon nach wenigen Minuten war die Verbindung hergestellt.
Da,--schon meldete sich der Geschäftsführer
des „Thüringer Hofs", versprach, auf Jannas Zimmer umzustellen.
„Hier Janna Heller! Wer ist am Apparat, bitte?"
„Hier ist Ralf. Ich wollte dich nur gern noch einmal sprechen!"
Noch ohne ihre Antwort abzuwarten, fing Rammelt an zu erzählen. Ihm selbst unbewußt, trat auf sein Gesicht wieder der alte selbstgefällige Ausdruck, während er seinen Bericht über ben Unfall immer bramatischer steigerte, um ihn wirksam vor Janna erscheinen zu lassen.
Aber seltsam,--es blieb ganz still im Appa
rat. Kein Wort, keine Antwort!
„Was ist benn, Janna, bist bu noch da?"
Ader nicht einmal der Apparat hatte versagt, wie Ralf einen Augenblick geglaubt hatte. Die Verbindung bestand. Es war nur Janna, die nicht geantwortet hatte. Denn jetzt erklang auch ihre Stimme,--aber wie matt, wie fast gleichgültig
antwortete sie auf seinen Bericht! Die Anteilnahme, das Mitgefühl, das er erwartet hatte, blieben aus!
„Es tut mir wirklich sehr leid, Ralf!" war alles, was sie zu sagen hatte! Und dann schon fraate sie nach dem Chauffeur, erkundigte sich nach feinem Ergehen, teilnehmender fast als nach seinem eigenen, wie es Ralf schien.
„Hast du ihn denn wieder so schnell fahren lassen, daß das passieren konnte?!" fragte sie noch zum Schluß.
Im Zuge ber Fortführung ber Reichsautobahn im Gebiete unserer oberhessischen Heimat ist immer wie- ber bamit zu rechnen, daß man bei ben umfangreichen Erbbewegungsarbeiten auf Funbe stößt, bie von hoher wissenschaftlicher Bebeutung fein können. So würbe vor einiger Zeit in ber Gemarkung Butzbach ein, wie ber Wissenschaftler sagt, „bandkera- misches Dorf" aufgebedt, bas manchen wertvollen Funb brachte.
Nun werben gegenwärtig unweit von Garbenteich, und zwar im Grüninger Markwalb, ebenfalls Grabungsarbeiten burchgeführt, bie biesmal aber ber weiteren Forschung des „Limes" gelten, ber, wie es schon bei ber Planung der Reichsautobahn bekannt war, von der Trasse der Reichsautobahn geschnitten wird. Ein Teilstück des Limes, etwa in der Breite ber Reichsautobahn wirb daburck nicht erhalten werden können, es soll aber durch Freilegungen von fachmännischer Seite versucht werden, aus ber Form, bie der Limes dort aufweist, einen Beitrag zu erlangen, der dazu geeignet sein soll, die Kenntnis über bie Technik bes Pfahlgra- benbaues zu unterstützen. Durch ein Abkommen, bas generell zwischen den Bauleitungen der Reichsautobahn und den Denkmalpflegern besteht, ist es möglich, diese Arbeit mit aller Sorgfalt zu lei st en und Ausgrabungen im notwendigen Ausmaß vorzunehmen.
ist unter diesem Namen am 16. Oktober 1936 in Gießen aufgetreten. Es ist daher anzunehmen, daß er sich neuerdings in der hiesigen Gegend aushält. Beschreibung bes Konen: 1,76 bis 1,80 Meter groß, kräftig, blonde Haare, Berliner Mundart, trägt braungestreiften Anzug, rotbraun karierten Ulster, hat gepflegtes Aussehen und sicheres Auftreten. Es wird ersucht, Konen beim Antreffen dem nächsten Polizeibeamten zu übergeben.
Die KdF.-Ierienkarte
für erfolgreiche Kurzschriftler.
Die Arbeitsschule ber Deutschen Arbeitsfront, bie vom Führer mit ber Berufsertüchtigung aller Schaf- fenben betraut würbe, pflegt als eine Besonberheit bie Deutsche Kurzschrift.
Die Kurzschrift-Vereinigung ber DAF. ist eine Organisation, bie in ganz Deutschlanb alle Kurzschriftler umfaßt unb die es als ihre Pflicht betrachtet, tüchtige, leistungsfähige Schnellschreiber für das Wirtschaftsleben heranzubilden.
Die Ortsgruppe Gießen führt jeden Monat ein Leistungsschreiben durch, um immer unb immer mieber bie Leistungsfähigkeit der Mitglieber zu kontrollieren. Es ist eine Selbstverständlichkeit, daß nur einwandfreie, gute Arbeiten gewertet werden.
Bei dem Anfang dieses Monats durchgeführten Leistungsschreiben wurden erstmalig als Anerkennung für besonders gute Leistungen KdF.-Ferien- farten ausgegeben. Wer bekommt nun eine Ferienkarte? Die abgelieferte Arbeit muß eine wortgetreue Wiedergabe der Ansage darstellen und keinen Verstoß gegen die Rechtschreibung und Satzzeichenlehre aufweisen. Der betreffende Schreiber erhält bann je nach Leistung in ber Silbenzahl eine entsprechend Wertmarke in feine Ferienkarte. — Durch biefe Einrichtung ist wiederum vielen Arbeitskameraden die Möglichkeit gegeben, durch die eigene Leistung im kommenden Jahr mit „Kraft burch Freube^ in Ferien zu fahren.
Das (Ergebnis bes Delkschreibens:
Ehrenpreis — Ferienkarte, 1. Preis: Arbeiten mit Satzzeichenfehler.
Abteilung 220 Silben: Ehrenpreis: Wilma Leipold, Greta Jochum, Anni Kompf.
Abteilung 16 0 Silben: Epr.: Lieselotte Nikolaus, Else Kompf, Anni Bolz.
Abteilung 140 Silben: Epr.: Gefr. Willy Liebmann, Willi Arnolb, Frieba Merz, O. Weigel, Otto Kompf.
Abteilung 120 Silben: Epr.: Helm. Viehmann.
Abteilung 100 Silben: Epr.: Wilh. Ziegler, Kurt Hannes. 1. Pr.: Elfriebe Weiß, Therese Frank, Alfreb Oehler, Hilde Menges, Irmgard Walther, Otto Balser, Gottfried Bcückel, Theo Otto.
Abteilung 80 Silben: Epr.: Gertrud Maintzer, Otto Sommer, Adelheid Brück, Frieda
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Woche, in ber bie ganze Bergprebigt in Abenbvor- trägen betrachtet werben soll. Es gehört zur Not ber evangelischen Verkünbigung im sonntäglichen Gottesdienst, baß ba immer nur ein Wort ober ein kleiner Abschnitt aus ber Fülle ber Heiligen Schrift ausgelegt werben kann. Es ist barum wichtig, baß ber Gemeinbe von Zeit zu Zeit eine Anleitung gegeben wirb, einen größeren Schriftabschnitt im Zusammenhang lesen und verstehen zu lernen. Die Luthergemeinde lädt alle evangelischen Christen zu den abendlichen Betrachtungen ein, die jeweils von verschiedenen auswärtigen Rednern gehalten werden, unb zwar um 20 Uhr in ber traulichen alten, nun neuhergerichteten Friebhofskapelle. Man beachte bie heutige Anzeige.
Schaufenster
werben für das Winterhilfswerk.
In Zusammenarbeit mit ber Reichsführung des Winterhilfswerks hat bas Hauptamt für Handwerk und Handel der NSDAP, eine großzügige Weihnachtswerbung für das WHW. beschlossen.
Im Gau Hessen-Nassau hat sich bie NSRDW. (Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute) für biefe Werbung voll eingesetzt. In den nächsten Tagen werben bie Werbefachleute die Einzelhandels- und Handwerksgeschäfte besuchen, um für bas Winterhilfswerk-Schaufenster zu werben.
Durch rege Beteiligung der Geschäftswelt soll dieses WHW.-Liebeswerk zu einem vollen Erfolg geführt werden.
NSRDW.
Reichsfachschaft Deutscher Werbefachleute, Gau Hessen-Nassau: Esche.
Der Gaubeauftragte für bas Winterhilfswerk 1936/37: Haug.
NSDAP., Amt für Beamte. Kreis Wetterau.
Am 21. November finbet im Cafe Leib in Gießen um 20 Uhr ein Gerneinschaftsabenb für bie Kreisabschnitte Gießen, Allenborf a. b. Lba., Grünberg, Hungen unb Lollar statt.
Vollzähliges Erscheinen ber Berufskarneraben selbstverständliche Pflicht. Familienangehörige unb Gäste sinb willkommen.
Warnung vor einem Betrüger.
SPD. Seit Mitte 1935 reift ber am 27. Juni 1896 in Mayen geborene Willi Konen in Deutschland umher und nimmt Aufträge auf Diapositive (sog. sprechende Geschäftsreklame) und Schallplatten für Kinoreklame entgegen. Hierfür läßt er sich Anzahlungen bis zu 30 Mark geben. Lieferung erfolgt in den meisten Fällen nicht. Es kommt ihm in erster Linie darauf an, eine Anzahlung zu erhalten. K. nennt sich auch Willi Kremer und
Das war ihm nun wieder völlig unverständlich. Er hatte auch gar keine Lust mehr, es zu verstehen! Verflogen war die Stimmung von vorhin. Immer und immer nur wurde er von Janna enttäuscht!
„Ich meine, ob ich dich am kommenden Sonntag sprechen kann, Ralf?"
„Nein!" schrie er da, bis zum äußersten erregt. „Nein, ich will nicht mit dir sprechen! Ich will jetzt Ruhe haben! Oder hast bu es noch nicht verstauben, daß ich einen Unfall gehabt ljabe und wohl ein Recht auf Ruhe fyaben kann?!"
Dann wartete er. Aber von Janna kam keine Antwort mehr.
Sie hatte abgehängt.
Erregt trommelte Rammelt mit ber Hanb auf den Tisch. Sein Gesicht war gerötet. Wie zwei schwarze Striche standen bie Zornesfalten über seinen Brauen.
Es traf sich unglücklich, daß Pauline in biefem Augenblick bas Zimmer betrat. Rammelt herrschte sie so sehr an, daß sie beinahe schluchzenb ihren Bescheid herausstammelte:
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Zum Besuch bes Bauerntages der Kreisbauern« I schäft Oberhessen-Ost, ber am 5. unb 6. Dezember I in Schotten ftattfinbet, gibt bie Reichsbahn für [I ben Besuch von 75 Kilometer um Schotten Sonn« PI tagsfarten heraus, woburch sich bie Fahrt um etwa PI ein Drittel verbilligt. Da bie mit bem Bauerntag Pl Derbunbene Vogelsberger Heimatschau PI „Blut und Boden" bereits einige Tage vorher, [I am Mittwoch, 2. Dezember, eröffnet wird, gewährt [I bie Reichsbahn auch für die Tage von Mittwoch W bis Freitag einschließlich bie gleiche Vergünstigung. || An sämtlichen Tagen gibt es aus einem Umkreis von 75 Kilometer Sonntagskarten nach Schotten, bie jeweils am Tag ber Lösung von 0 Uhr bis 24 Uhr Gültigkeit haben. Die am Samstag unb Sonntag gelösten Karten gelten, wie Sonntagsrückfahrkarten überhaupt, bis Montag um 24 Uhr. Bis zu biefem Zeitpunkt muß bann bie Rückfahrt beendet sein.
Eine alte Bauernsippe in Bettenhausen. •
<XD Bettenhausen (Kreis Gießen), 19. Nov. I Die von bem Reichsnährstand veranlaßte Ehrung bodenständiger Bauerngeschlechter I wurde auch einer hiesigen Familie zuteil: An bem Hause des Lanbwirts F r i e b r i ch S t e u l in ber l | Schulecke würbe eine Tafel angebracht, bie bem Leser erzählt, daß bie Sippe Steul seit 1 640 I ununterbrochen hier ansässig ist. Ser Ij Besitzer des Hauses hatte ben Nachweis erbracht, [ daß fein Geschlecht seit ber zweiten Hälfte bes I


