Ausgabe 
20.10.1936
 
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Dienstag, 20. Moder 1956

Hr. 246 Drittes Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

241

den ließe.

Sie soll jeden winzigen und entlegenen Winkel Ihrer Zähne erreichen? Das wird sie nicht allein schaffen. Da muß schon Nivea-Zahnpasta helfenl Die sorgt dafür, daß jedes Eckchen gründlich und dabei doch schonend gereinigt wird und daß Ihre Zähne weiß und gesund erhalten werden.

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oberster Leiter der Hebung den Befehl zum Abbruch der Feuerwehrarbeit. Die Wehren zogen ihre Geräte ein und machten sich marschfertig. Am Schluß er­folgte der gemeinsame Abmarsch, der zur Werbung für den Feuerwehrgedanken durch die Bismarck­straße, Hindenburgwall, Seltersweg, Sonnenstraße zum Brandplatz erfolgte, von wo aus nach einem Vorbeimarsch in die Depots abgerückt wurde.

Bei einem anschließenden kameradschaftlichen Bei­sammensein der Feuerwehren imFrankfurter Hof" besprach Brandinspektor Lenz den Verlauf der Hebung im internen Kreis der Feuerwehren.

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Links: Freiwillige Feuerwehr bei einer Rettungsübung über die große Leiter. Rechts: Mit Rauchmaske und Spritze wurde das Großfeuer auch in den Schulsälen bekämpft. (Aufnahmen [2j: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Die wilden Affen.

In Kairo hat die Polizei soeben zwei Affenver­haftet", weil sie bei einem Diebstahl eine gewisse Rolle gespielt haben. Sie werden beschuldigt, die Aufmerksamkeit einer reichen Aegypterin auf sich gelenkt zu haben, um der Tochter ihrer Herrin Ge­legenheit zu geben, eine Brosche von großem Wert vom Kleide der Dame zu stehlen. Nach ihrer Verhaf­tung hatten dis beiden Hebeltäter richtige Wutanfalle, so daß sie mehrere Polizisten anfielen und alles zer­brachen, was sie nur erreichen konnten. Schließlich wußten sich die Polizisten nicht anders zu helfen, als daß sie im Zoo um Hilfe anriefen: aber hier erhiel­ten sie den Bescheid, daß das den Zoo nichts anginge. Die sonderbaren Gefangenen rasten aber immer wei- ter, und schließlich ließen die Polizisten einen Ver- wandten der Besitzerin dieser Affen kommen. Sobald sie den Mann erblickten, beruhigten sich die Affen sofort und ließen sich von ihremOnkel" friedlich fortführen.

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) Strafe

Nebengebäuden des Realgymnasiums (Hausmeister­wohnung, Aborte, Turnhalle) wirksam und umsich­tig in Angriff, wobei der Wehrführer, Brandmeister Koch, zur verstärkten Schulung seiner Feuerwehr­männer noch einen Stellungswechsel mit der gro­ßen Löschleiter einlegte.

Die G a i l's ch e Feuerwehr unter dem Kommando ihres Wehrführers, Brandmeister Münch, widmete sich mit großem Eifer ihrer Ob­liegenheiten im Löschen und Retten am Gebäude der Turnhalle in der Oberrealschule, wobei eben­falls Stellungswechsel der Löschgeräte vorgenom­men wurde, sodaß der Brandherd bei der Inaugen­scheinnahme von allen Seiten her gut eingekreist und unter Wasser genommen war.

Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz unter dem Kommando ihres Kolonnenfüh- rers Kratz fand bei der Hebung durch vielerlei Hebungsannahmen ebenfalls ein reiches Stück Arbeit, das für die Sanitätsmannschaften zur Quelle guter praktischer Schulung und Belehrung wurde.

Die Polizei unter Leitung der Polizeikommissare Petermann und Zimmer sorgte in muster­gültiger Weise für die Absperrung, wobei sie die große Zuschauermenge, schon um der eigenen Sicherheit der Volksgenossen willen, in der erfor­derlichen Entfernung von den übenden Feuerwehr­mannschaften hielt, den Neugierigen aber dennoch die Möglichkeit ließ, den Hebungsverlauf in allen Teilen gut zu beobachten.

Das Ergebnis.

Im Verlaufe der Hebung ergaben sich neben der Generalaufgabe zahlreiche kleinere Einzelausgaben, bei deren Erfüllung die Feuerwehrmannschaften zu selbständigem Entschluß und Handeln gezwungen waren. Man konnte im Großen, wie im Kleinen eine ausgezeichnete Schulung der Feuerwehren fest­stellen, ferner die erfreuliche Tatsache verzeichnen, daß allenthalben mit freudiger Hingabe, viel Ge­schick und praktischem Blick für das Notwendige und Zweckmäßige gearbeitet wurde. Die gleichen Feststellungen treffen nach jeder Richtung auf die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu, die sich als wirksame Ergänzung und Hilfe der Feuerwehren wiederum vortrefflich bewährte.

Gegen 20 Hhr gab Brandinspektor Lenz als

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Ich überlegte ernsthaft, ob sich in drei Tagen wohl eine genügende Kenntnis der Landessprache erwer-

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rosigen Kleidern, sehr zart und appetitlich anzu- sehen. Ich hatte große Lust, den Hut zu ziehen und ihnen meinen Arm zu bieten. Ich gebe nicht nur viel, sondern sogar beinahe alles auf erste Eindrücke; dies war also nicht nur ein solides, sondern auch ein schönes Land. Nach demCafe complet", zu dem eine enorme, hochblonde Frisur aus Butter gehörte, fügte ich innerlich hinzu: Es ist auch ein sehr nahr­haftes Land.

Das, was man immer gehört hat: von den vielen Radfahrern in Kopenhagen, hat feine Richtigkeit. Aber schon die Räder selbst sind ganz anders als bei uns. Sie sehen durchaus wie mathematische Figuren aus etwas steif, streng und in Trauer gekleidet, denn sie sind ganz schwarz. Chrom oder Nickel sieht man kaum. Ihre Ketten verbergen sie schamhaft in Wachstuchhüllen und über das Hinterrad ist meist eine kleine Wachstuchschürze geschnallt in Form einer dreieckigen Badehose. Die Lenker haben die Form, die wir als Jungens verächtlichGesundheits- lenker" nannten. Kurzum: die Fahrräder in Kopen­hagen find nicht sportlich.

Sie werden aber sehr geschickt und selbstbewußt gefahren. In Berlin ist ein Radfahrer ein verhusch­tes Wesen, ein Mäuschen, bas auf Tod und Leben zwischen den großen Katzen der Autos hindurch­schlüpft. In Kopenhagen repräsentiert der Radfahrer die Mehrheit und ist angesehen. Er fährt auch mei­stes seine eigenen Wege. Ich habe schon wiederholt seine Entrüstung erregt, weil ich auf einer Fla^e stehenblieb, die ich für einen Bürgersteig hielt. Es war aber kein Bürgersteig, sondern ein Radfahrweg.

Was man sonst von Kopenhagen gehört hat, von den vielen hübschen Mädchen, stimmt auch. Aber es entspricht nicht ganz den Jugenderinnerungen und den hochgespannten Erwartungen. Ich glaube, es liegt daran, daß die Mädchen bei uns in den letzten zehn Jahren bedeutend hübscher und sportlicher geworden sind; wir waren früher nicht so verwöhnt.

Man erwählt sich ja immer mit den Augen ein Mädchen aus der Menge und ernennt sie in Gedan­ken zuder" Kopenhagenerin. Mein Fräulein Ko­penhagen sah so aus: Sie trug ein sehr gut geschnei­dertes Kostüm aus blauer Wolle mit einem Schim­mer von rötlichen Wollhärchen über den Stoff, einem Flaum. Das Blau hatte die Farbe ihrer Au- gen und das Rot fast die Farbe ihres Haares. Der Rock war geschlitzt und zeigte im Gehen keck em . wohlgeformtes, langes Bein in einem glanzenden : Seidenftrumpf. Sie steckte voller Leben und Bewe- - qunq, sie trug ihr kleines Näschen hoch, witterte neu- ! gierig damit in das schöne Dasein und flirtete un- i schuldig nach allen Seiten.

Großalarm der Gießener Feuerwehren.

Umfassender Llebungs-Brandangriff zur Erfüllung einer schwierigen Aufgabe

Kopenhagen ist zwar groß, aber die City ist durch­aus übersichtlich. Was der Fremde anSehenswür­digkeiten" sucht, liegt in einem ziemlich kleinen Radius. Die vielen schönen und markanten Türme erleichtern die Orientierung sehr; man kann nach ihnen Peilung nehmen, Richtungen einhalten, und diese Art der Großstadtnavigation ist mir lieber als die nach der Karte.

Ganze Flotten von sinkenden Schiffen in Schlepp von Motorbooten fielen mir auf. Es wurden aber keine Notsignale gegeben, und die Menschen zeigten keinerlei Alarm. Es waren schiffsförmige Fischkästen, die man nach dem Fischmarkt bugsierte, wo em un­glaublich lebendiges, farbiges Leben war mit Tau­senden von zappelnden, glitzernden Fischleibern und einem starken, frischen Duft, einer Essenz von Meer und großen Seen.

Natürlich mußte ich einen dieser Fische zum Früh­stück essen, und er schmeckte so gut, wie eben nur ein Fisch schmecken kann, der noch vor einer Viertel­stunde springlebendig war.

Zeitungskioske zuerst sah ich gar keine, aber sie waren doch da, ganz klein, ganz unauffällig. Der Händler hockte in dem Kästchen so versteckt wie em Jäger auf dem Ansitz. Die Magazine reizten mich nicht zum Kauf; sie waren meist kleiner im Format als die unfrigen, mit matten Farben auf den Deck­blättern und Bildern, die altmodisch wirkten für unsre Begriffe.

Nicht zu übersehen aber waren die Zigarrenladen. Durch eine riesige golbne Zigarre kündigten sie sich an, die quer über den ganzen Bürgersteig hing, von dicken Spiralfedern gehalten, an die man gut einen Elefanten hätte aufhängen können. Die Spiralfeder war ein gutes Symbol für die Kostbarkeit der Zigarren, wie sie so fanfMm Winde hingen.

Neben mir sitzt K i e r k e g a a r d auf einem Denk­malssockel, Birken werfen fliegende Schatten über sein Bronzehaupt; er scheint zu lächeln, er schreibt. Vor der Königlichen Oper saß O e h l e n s ch l ä g e r, auch in Bronze und auch er schrieb. Auf einem an­deren Platz saß ein mir unbekannter Bronze-Mann und las in einem großen Buch. Man hatte ganz den Eindruck, in einer literarischen Stadt 5" sein. Es scheint glaubhaft, daß die Dichter auf den öffentlichen Plätzen träumen und schreiben; der Lärm ist nicht io gro6, das Gedränge ist nicht so groß, es wird sie nicht weiter stören.

Nachmittags besuchte ich einen Bekannten; er lebt weit draußen in den Vorstädten in einem großen Apartementhaus". Wir hatten uns sechs Jahre nicht gesehen, wir hatten uns nur zwei Tage ge­kannt, aber er erkannte mich sofort, und es war, als fei ich gestern dagewesen. Man lebt nicht so schnell wie bei uns, das Gedächtnis kann darum treuer sein.

Aber mein Eindruck von Dänemark als einer glücklichen Insel abseits von einem schwer ringenden Kontinent wurde im Gespräch mit ihm zerstört. Wir wollten einen Whisky mit Zitrone trinken, aber dis Frau sagte, es seien wieder einmal keine Zitronen zu bekommen. Es gäbe keine Valuta dafür. Der Whisky schmeckte auch ohne Zitrone ausgezeichnet, aber das zu hören, war mir völlig unerwartet. Man unternimmt Ausflüge nach Schweden, um bei der Gelegenheit Zitronen zu kaufen.

Im letzten Jahr war er in Deutschland. Er hätte sich gern eine hochwertige Kamera bei uns gekauft, aber mit der Touristenmark waren solche Anschaf­fungen nicht erlaubt. Er hätte gern deutsche Ge­ländereifen gekauft für sein Auto, aber auch die tarnen nicht herein nach Dänemark. Amerikanische Autos find teuer, weil die Einfuhr beschränkt ist, dagegen gibt es englische Autos so viel man haben will, weil genügend englische Valuta vorhanden ist. Französische Waren sind dafür wiederum wenig oder gar nicht zu haben.

Unt) ich hatte geglaubt, dergleichen wirtschaftliche Schwierigkeiten gäbe es in Skandinavien nicht.

Brandstelle abrücken müssen, traf die erste Feuer­wehrhilfe von den Freiwilligen Wehren doch schon vier Minuten nach dem ersten Sirenenton an der Brandstelle ein; innerhalb der nächsten Minuten tarnen dann, in rascher Folge hintereinander, die weiteren Lösch- und Rettungsfahrzeuge der Feuer­wehren und der Sanitätskolonne an, so daß schon sehr kurze Zeit nach dem Großalarm der umfassende Löschangriff und die vielseitige Rettungsarbeit in Angriff genommen werden konnte.

Im Verlaufe der etwa eineinhalbstündigen Hebung legten die Feuerwehren insgesamt 18 Schlauch­leitungen, zu deren Speisung mit Löschwasser die Motorspritzen an der Wies eck angelegt hatte, ferner auch das Wasser des Klingelbachs, das unter der Ludwigstraße hindurchführt, in Anspruch ge­nommen wurde. Rund um das Brandobjett herum waren die Löschfahrzeuge der Wehren in sorgsamer Gliederung aufgefahren, und ein vielfältiges Ge­wirr von Schlauchleitungen bedeckte den weiten Hofraum sowie die davorgelegenen Straßen, um das Löschwasser mit starker Wirkung heranzuleiten.

Die Bekämpfung desBrandes" im Realgymna­sium wurde sowohl im Außen-, wie im Jnnenan- grtff durchgeführt. Zu diesem Zwecke wurden die großen Leitern der Berufsfeuerwehr ausge­fahren, zunächst zur Menschenrettung aus dem bren­nenden Gebäudeteil, dann zur wirksamen Bekämp­fung der Flammen durch kräftiges Löschen. Zugleich wurden durch den Haupteingang einige Schlauchlei­tungen gelegt und entsprechende Löschmannschaften vorgeschickt, allerdings wurde im Innern des Ge­bäudes kein Wasser gegeben. Um die Brandwirkung möglichst weitgehend dem Ernstfälle nahezubringen, wurde reichlich mit Rauchsetzen gearbeitet und dadurch eine starke Qualmentfaltung erzielt, die für längere Zeit die Räume völlig in dichten Rauch hüllte und auch in großen Schwaden nach außen abzog. Die Löschmannschaften beim Jnnenangriff sahen sich da­durch zum Aufsetzen der Rauchmasken gezwungen. Zur gleichen Zeit wurde die Menschenrettung über die große Leiter geübt, wobei die Feuerwehrmann­schaften mit einer dem Maß eines erwachsenen Men­schen entsprechenden Hebungspuppe arbeiteten.

Die Gießener Freiwillige Feuer­wehr nahm, während die Berufsfeuerwehr am Hauptgebäude des Realgymnasiums tätig war, die Brandbekämpfung und die Menschenrettung in den

Der Leiter des Gießener Feuerwehrwesens, Vrandinspektor Lenz, alarmierte am gestrigen Montagabend die gesamten Gießener Feuerwehren lind die Gießener Sanitätskolonne vom Roten Kreuz zu einer großen Hebung, für die er ein weiträu­miges, durch feine vielfältige Bauart gleichzeitig ichwieriges Objekt ausgesucht hatte. Hebungsstätte ®aren das Realgymnasium mit den anschlie­ßenden Nebengebäuden (Hausmeisterwohnung, Uborte und Turnhalle) und die unmittelbar an­grenzende Turnhalle der Oberrealschule.

Oer UebungSpian

eigte folgende Ausgangslage: Durch eine eftiae Explosion im Chemiesaal im rechten Flügel ) es Realgymnasiums sind das westliche Treppen­haus und der westliche Teil des Dachstuhls in Sranb geraten. Es herrscht Westwind. Beim Ein- treffen der städtischen Berufsfeuerwehr wird fest- 1 gestellt: 1. In den westlichen Ecksälen im 1. und

Stockwerk sind noch Menschen. 2. Das westliche lOreppenhaus steht in Flammen und ist unpassier­bar, die Menschen sind durch das Feuer abgeriegelt.

Die westliche Hälfte des Dachstuhles steht eben- tetts in Flammen. 4. Die Nebengebäude (Haus­meisterwohnung. Abortgebäude und Turnhalle) Rehen bereits in Flammen. 5. Die Gebäude der Oberrealschule sind stark gefährdet.

Oer Liebungsverlauf.

Brandinspektor Lenz gab kurz vor 18.30 Hhr durch Drücken des Feuermeldeknopfes am Real­gymnasium der Feuerwache das Brandsignal. Die innerhalb weniger Minuten an der Alarmstelle er­schienene Berufsfeuerwehr erkannte sofort, daß es Ach natürlich immer nur nach der Hebungsan- ,ahme um ein gefährliches Großfeuer handelte, ! j.u dessen Bekämpfung ihre Kräfte allein nicht aus- eichten. Sie gab daraufhin sofort entsprechende Hiückmeldung an die Feuerwache, die nun Punkt 1.8.30 Hhr die F e u e r f i r e n e n in Tätigkeit setzte und hierdurch die beiden Freiwilligen Feuerwehren Mwie die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz »larmierte. _

Obwohl bei derartigen Alarmen die Feuerwehr­männer zunächst nach ihren Depots als Sammel- puntte eilen und von dort mit den Geräten zur

Aus her Provinzialhaupistadt.

Höflichkeit ist eine Zier.

Es aibt immer Leute, die im Konzertsaal eine Karte für den 14. Platz in der 6. Reihe haben und im letzten Augenblick vor Beginn erscheinen, so daß alle, die bereits auf ihren Plätzen sitzen, wieder aufstehen müssen. In Theatervorstellungen, im Kino, immer begegnen uns diese Zeitgenossen, die nicht pünktlich sein können. Es sind die gleichen Leute, die zum Schluß die völlig überflüssige Schlacht vor der Kleiderausgabe veranstalten, als wenn ihr Leben davon abhinge, die Straße eine Minute früher zu erreichen. Zu ihrer Gruppe gehören auch die Menschen, die unbedingt vor jedem anderen in das Bahnabteil hinein und ebenso wieder unter allen Umftänben als erste aussteigen müssen.

Wo Menschen zusammenkommen, erst recht wo man anstehen muß, um etwas zu bekommen ober abgefertigt zu werden, sind diese ewig eiligen unb aufgeregten Mitbürger, die alles um sich herum wie Feinde betrachten und behandeln, eine Quelle von Aerger, Unruhe und Streit. Sie haben selber nichts davon, denn sie selber ärgern sich am meisten. Sie leben in der dauernden Angst, zu spät zu kommen, etwas zu versäumen, um ihr Recht be­trogen zu werden, sie kommen nie zur Freude, weil ihnen noch die Hast unb Aufregung von eben in den Gliedern steckt und weil sie schon voller Schrecken an die Hetze und den Krach denken, der ihnen nach­her wieder bevorsteht. Die letzten Minuten eines jeden Theaterstückes gehen an ihnen unverstanden, ungehört vorüber, weil die Sorge um die Garderobe sie bereits ganz in Anspruch nimmt.

Sie sind zu bedauern aber die auch, die unter ihren Fehlern zu leiden haben. Sie sind unhöflich, denn höflich sein heißt, niemandem anderen ver­meidbare Unannehmlichkeiten zu bereiten. Dazu ge­hört, daß man sich selbst beherrschen kann unb nicht grunblos erregt ist unb daß man weiß, was man will unb sich danach einrichtet. Unb damit man das weiß, muß man sich rechtzeitig unterrichten. Wenn das Konzert des berühmten Dirigenten mit dem bekannten Orchester um 8 Uhr beginnen soll unb Saaleinlaß um 7.30 Uhr ist, muß sich der Besucher so einrichten, daß er spätestens um 7.50 Uhr da ist; er muß also wissen, wie er zu dem Konzertsaal kommt unb welche Zeit er dazu braucht. Wenn er sich nicht rechtzeitig darum kümmert und dann da­durch zu spät kommt und anderen lästig fällt, ist es schon der Beginn der Unhöflichkeit gewesen, daß er sich nicht genügend unterrichtet hat.

Unser ewig aufgeregter Konzertbesucher ist aber nur eine Abart der überaus unhöflichen Menschen, die selber nicht wahrhaben wollen, welche Plage sie . für bie Mitmenschen sind. Es gibt so viele Dinge, deren volle Wirkung, deren erhebende und be- [ glückende Kraft gerade davon abhängt, daß keiner [ sich ausschließt. Unb es ist trotz des überwältigenden Das (oll Jhce Zahnbürste schaffen?

Besuch in Kopenhagen.

Von Heinrich Hauser. i

Im Nachtzug nach Kopenhagen erwachte id) nur ; Än einzige- Mal; da- war, al- der Zug in Warne- münde auf die Fähre roUte. Der Boden wurde auf ; j einmal |o angenehm weich unter dem Schta wagen cholz knarrte, ein vertrautes Schisfsgerau^. In einem leiien Wiegen spurte man, rote das Gewicht de- o-Zuges A Fähre tiefer in Waffer drückte Ich tat einen tiefen Atemzug warf mich au, du- andere Seite und schlief weiter; beruhigt. Es war gut wie­der auf einem Schiff ZU sein. Die Schritte draußen aus dem Gang von Zoll-, Paß- und Dem,-nk°n- »rolle hatten alles Spanende verloren, was st- |on|t für den Reisenden zu haben Pflegen ~ ®5. «auch niemand in das verdunkelte Abteil. Paß und Len Rest des deutschen Geldes hatte ich demSchlaf- magenfchassner abgeliefert Off«8«jn: ich hatte mir bie Reise nicht so einfach vorgeftellt.

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Al- dann in aller Frühe der Schaffner an die 'Tür klovfte qlitten schon bie Vorstädte von Kopen­hagen Dorbeu Ich hastete mit der A^"e, aber Kopenhagen ist eine große Stabt; sie reicht vollkom­men aus zum Waschen unb Anziehen.

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Die bänischen Zollbeamten erschienen taktooller- weise erst iettf Sie waren nicht neugierig auf mein geringes ©epärf; mein dänischer Mitreisender, mit dem ich mid)Pam Abend zuvor gut unterhalten hatte, schien eine freundliche Au-kun, Uber mich zu geben. Draußen standen die Gepäckträger. Grade wollt- ich mit Schwung meinen «off« °u- dem F-ust-r zu ihnen hinausbefördern, wie mir oe;rhcn des land gewohnt find, da kam mit a Entsetzens der Schlafwagenschaffner angesturzt Nein, nein! Das gehört sich h-er " uht. Das Gepäck marschierte wie Menschen tjubfef) ,3

Zum erstenmal spürte ich, daßi* tmb« grembe mar D e Backsteinsronten und die Gepcyrer oer Menschen hatten bisher nichts Fremdes ausg s g.

Da- kleine fiotel am Bahnhof war noch ein biß.

khuna von Emil Jannings und Petrus. Im Fayr- hih?9h?na eine staatliche Bescheinung über ferne Ucherh it ähnlich wie bei uns an den Lokomotiven.

Ich hatte da- Gefühl, in einem sehr sicheren, soll- den Land zu sein. Oben m den schmalen, schifss- artigen Korridoren wirkten zwei Hausmädchen, fuße blonde Geschöpfe, blutjung mit rosiger Haut und