soll es gelungen sein, einen Apparat abzuschießen. Er sei auf französischem Gebiet abgestürzt, wo man augenblicklich nach ihm suche.
Gil Nobles in Frankreich.
Wie aus Biarritz verlautet, ist der Führer der spanischen Rechtsopposition, Gil Nobles, am Samstagabend dort eingetroffen. Am Samstag- mittag habe der italienische Botschafter in Madrid die französische Grenze überquert, um sich nach St. Jean de Luz zu begeben. Er habe erklärt, aus amtlicher Quelle erfahren zu haben, daß die Aufstandsbewegung auch in Südspanien, in Pamplona, Valladolid und Saragossa ausgebrochen sei.
Drei spanische Flugzeuge aus Melilla geflohen.
Paris, 19. Juli. (DNB.) Wie Havas aus Rabat meldet, sollen drei spanische Flugzeuge aus Melilla geflohen sein. Eines habe wegen Benzinmangels in dem französischen Hafen von Lyautey eine Notlandung vornehmen müssen. Der Flieger habe sich den Militärbehörden als Gefangener gestellt. Die zweite Maschine sei in Taza, östlich von Fez, gelandet. Auch diese beiden Flieger- Haben sich dem französischen Militärkommandanten gestellt.
Eine llebersicht aus Madrid.
Madrid, 19. Juli. (DNB.) In Spaniens Hauptstadt ist es infolge der herrschenden Nachrichtensperre schwer, sich ein Bild der Lage zu machen. Es wurde beschlossen, die Arbeitermiliz zur aktiven Mitarbeit heranzuziehen. Mehrere tausend Mann dieser Miliz haben in Madrid bereits strategische Stellungen bezogen und sind reichlich mit Gewehren, Pistolen und Munition ausgerüstet worden.
Durch Rundfunk wurde ein Dekret verkündet, durch das sämtliche aufständischen Truppenabteilungen mit sofortiger Wirkung auf- gelöst und die aufständischen Soldaten entlassen werden. Durch ein weiteres Dekret wurde der Dioistonsgeneral Virgili Cabanellas sowie der General Franco, der Kommandeur der Streitkräfte auf den Kanarischen Inseln, als a b - gesetzt erklärt.
Der Ehöf der Luftstreitkräfte, General 71 u n e z e l Prado, der in der Nacht zum Samstag im Flugzeug nach Nordafrika gestartet war, um das Kommando über die Afrikatruppen zu übernehmen, muhte von seinem plan Abstand nehmen, da für ihn in Marokko bei den augenblicklichen Verhältnissen keine Landungsmöglichkeit bestand. Nunez el Prado ist darauf von der Regierung zum Oberbefehlshaber über die in Saragossa liegenden Streitkräfte ernannt worden.
Die sozialdemokratische und die kommunistische Partei Spaniens haben ein von der Regierung gebilligtes Manifest im Rundfunk bekanntgegeben, in dem die Anhänger dieser Parteien dazu aufgesordert werden, sich kampfbereit hinter die Regierung zu stellen und die umstürzlerischen Pläne von Gil R o b l e s und General Franco zu vereiteln. Die Verpflichtungen, die bei dem Abschluß des Volksfrontbündnisses eingegangen seien, zwängen jeden, sein Bestes zu neben in dem Kampf um Leben und Tod, der jeden Augenblick losbrechen könnte. Die Miliz habe sich an den ihnen zugewiesenen Plätzen bereitzuhalten und auf die Befehle der Führer zu warten. Der verbrecherische Aufstand habe bereits auf die Halbinsel übergegriffen. Sein Zentrum sei Sevilla. Nack der Feststellung, daß in Pamplona von den Aufrührern bereits ein Polizeihauptmann erschossen worden sei, schließt der Aufruf mit folgenden Worten: „Wir werden im Kampf für die Republik alles hergeben. Die Regierung hat uns vollkommen zu ihrer Verfügung. Wir haben keinen Grund, nicht an einen Sieg zu glauben und werden vor den Absichten der Reaktion nicht zurückweichen."
Ein außerordentlich starkes Aufgebot an schwerbewaffneter marxistischer IN i l i z patrouilliert in den Straßen, hält Straßenbahnen und Autos an, untersucht die Insassen und fragt, ob sie Genossen seien. Die Bevölkerung hält sich von der Straße zurück, Cafes und Kinos find leer. An mehreren Stellen der Stadt hat es Schießereien gegeben, die in der Hauptsache auf die Nervosität der Arbeitermiliz zurückzuführen sein dürften, deren Mitglieder ohne Pardon auf Autos schießen, die nicht sofort auf Anruf halten. Es verlautet, daß die Lrauen und Kinder des kommuni st ischen Arbeiterviertels Cuatro Caminos ihre Wohnungen aus Sicherheitsgründen zum großen Teil bereits verlassen und sich in Stadtviertel begeben haben, die nicht den ersten Angriffen von Seiten des Militärs ausgesetzt sein dürften.
Am Sonntag gegen 4.30 Uhr früh lagen Nachrichten vor, die auf eine weitere Zuspitzung der Lage schließen ließen. Die drei spanischen Zerstörer „Sanchez de Barraiztegui", „Almi- rante Valdes" und „Lepanto" haben Befehl erhalten, nach Afrika auszulaufen.
In Cadiz soll das Regierungsgebäude, das sich in den Händen der Aufständischen befand, von den der Regierung treuen Ueberfallkommandos der Polizei wieder zurückerobert worden sein.
3n Madrid stationierte Bombenflugzeuge haben den Befehl erhallen, am Sonntagmorgen nach Rordafrika zu starten, um die aufständischen Garnisonen mit Bomben zu belegen. Dje in T e t u a n liegenden Terxios haben sich 10 Stunden später als die Garnison Melilla erhoben. Auf der Cisenbahnstrecke Sevilla — Madrid sind, wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, die Gleise zum Teil ausgerisfen wor- worden, um Truppentransporte nach der Stadt zu unterbinden. Von A st u r i e n sind starke Abteilungen bewaffneter Minenarbeiter nach Valladolid abkommandiert worden, um gegen die aufständischen Truppen eingesetzt zu werden. 3n Madrid sind sämtliche Läden der Anarcho-Syndikalisten, die seit einiger Zeit geschlossen waren, wieder geöffnet worden. Zahlreiche Arbeiterfrauen patrouillieren in den Straßen, mit Gewehren ausgerüstet. In Asturien sind die Minenarbeiter in den Generalstreik getreten. Dem General Sanjurjo, der sich in Portugal aufhielt, wird eine führende Rolle bei der Auf- standsbewegung zugeschrieben, die er aus dem
Exil organisiert haben soll.
Die „Oeutschlan -"-Ausstellung feierlich eröffnet.
Reichsminister Goebbels spricht. - „Erne Brücke des Friedens und der Völkerverständigung."
Berlin, 18. Juli. (DNB.) Unter der Schirmherrschaft des Reichsministers für Dolksaufklärung und Propadanda Dr. G o e b b e l s ist am Samstag- oorimttag in den acht insgesamt 55000Quadratmeter großen Hallen und auf dem 80 000 Quadratmeter bedeckenden Gelände am Kaiserdamm die A u s st e l - lung „Deutschland" feierlich eröffnet worden.
Zum ersten Mal hat man das gange Deutschland in einer Ausstellung dargestellt, die drei gewaltige Hauptgruppen umfaßt: Die kulturelle Abteilung „Das neue Deutschland", die landschaftliche Abteilung „Deutsches Volk und deutsches Land" und die wirtschaftliche Abteilung „Die Leistungsschau der deutschen Wirtschaf t".
Der Bedeutung der Ausstellung entsprechend war die Beteiligung namhafter Persönlichkeiten des Jn- und Auslandes an der Eröffnungsfeier außerordentlich stark. Man sah den Schirmherrn der Ausstellung, Reichsminister Dr. Goebbels, zahlreiche Staatssekretäre und Gauleiter, die Vertreter fast sämtlicher in Berlin akkreditierten ausländischen Missionen und viele Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland.
Die Feier wurde mit den Klängen der Jubelouvertüre von Karl Maria von Weber stimmungsvoll eingeleitet. Dann nahm
Siaatskommiffar Dr. Lippert
das Wort zu einer Begrüßungsansprache, in der er vor allem auf die großzügige Wiederaufbauarbeit hinwies, die unter den Äugen des Führers und unter der stetigen Förderung durch den Berliner Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels nach dem Brandunglück des letzten Jahres auf dem Mesiegelände selbst geleistet worden ist. Ein ganz neuer Stadtteil fei hier im Werden. Dieser Stadtteil werde fein Gesicht erhalten einmal durch die wundervolle neue Straße, die sich in fast einem Kilometer Länge vom neu gestalteten Eingang der Avus bis zum Kurfürstendamm hinüberzieht und die am kommenden Mittwoch dem Verkehr übergeben werden wird, zum anderen durch den Neubau der riesigen Ehrenhalle, in der bei künftigen Ausstellungen die Gäste empfangen werden würden. Die neue A u s stellungshalle solle ein weithin ragendes Zeichen für den Leistungswillen der Reichshauptstadt sein und sich würdig anreihen an die zahlreichen bereits vollendeten Bauvorhaben, die in Berlin unter der schirmenden Hand des Führers bereits durchgeführt werden konnten.
Anschließend sprach, von stürmischem Beifall begrüßt, der Schirmherr der Ausstellung
Reichsminister Dr. Goebbels:
Meine Volksgenossen und Volksgenossinnen!
Als wir vor mehr als Jahresfrist den Plan zu dieser großen Schau deutschen Wesens, deutscher Art und deutscher Arbeit faßten, war uns allen klar, daß diese Ausstellung nur dann eine Daseinsberechtigung hatte, wenn sie Ze u g n i s für den neu erwachten Lebenswillen der deutschen Nation ablegte.
Der Aufstieg, der in Deutschland in den beiden bis dahin vergangenen Jahren der Regierung Adolf Hitlers eingesetzt hatte, war damals schon unverkennbar, heute, nachdem wiederum ein Jahr vergangen ist, kann diese Ausstellung eine Schau von deutschen Leistungen ohnegleichen vermitteln.
Der äußere Anlaß zu ihr waren die Olympi- s ch e n S p i e l e. Er bedarf keiner besonderen Rechtfertigung mehr. Es wäre weder bei uns noch außerhalb unserer Reichsgrenzen verstanden worden, wenn das neue Deutschland bei dieser Gelegenheit, bei der ungezählte Fremde in untere Reichshauptstadt kommen, nicht seinen Gästen einen Ueberblid über sein Wollen, sein Planen und fein Vollbringen geboten hätte. Es ist, so lanae der Nationalsozialismus die Macht in Deutschland ausübt, so viel draußen in der Welt an Lüge und Entstellung über das neue Reich verbreitet worden, daß es nicht nur unser gutes Recht, sondern geradezu gebieterische Pflicht war, hier in jener gedrängten und überzeugenden Art, wie man das nur bei einer Ausstellung kann, T a t s a ck e n sprechen zu lassen. Ja, ich bin der Ueberzeuaung, daß das allein schon eine Tat ist, die für sich selbst spricht. Denn wie wäre es überhaupt vorstellbar, daß diese Ausstellung im Deutschland der Vergangenheit möglich gemacht worden wäre! Wie hätte man all die Schätze aus unserer Geschichte, die hier vereinigt sind, an einer Stelle des Reiches zusammenbringen wollen! Jeder solche oder auch nur ähnliche Versuch wäre schon im Stadium vorläufiger Er- wägungen an Den Widerständen, Ressorts und Ländennteressen gescheitert. Welcher Museumsdirektor, welcher Leiter einer Bibliothek oder eines Archivs, welcher Länderminister hätte wohl damals feine sorgsam gehüteten Schätze selbst für einen so idealen Zweck aus der Hand gegeben? Daß diese Ausstellung zustande kam, das allein schon ist ein schlagender Beweis für die umwälzende R e - form, die der Führer und seine Bewegung in Deutschland vollzogen haben.
Ihrem Sinn und Zweck entsprechend sollen in dieser Ausstellung nur die Tatsachen selbst zu Worte kommen. Sie können sich getrost sehen lassen. Denn wo in aller Welt sind in so kurzer Frist so imponierende Leistungen beim Wiederaufbau einer Ration vollbracht worden! Wo in aller Welt kann eine Regierung auf die gleichen stolzen Erfolge zurückblicken!
Am Tage nach seinem Regierungsantritt hat der Führer in einem heute schon historischen Aufruf an das deutsche Volk das Programm seiner beiden großen Vierjahrespläne verkündet und sich dazu feierlich vor der Nation verpflichtet. Er proklamierte das große Werk der Reorganisation der Wirtschaft unseres Volkes tn zwei Dier- jahresplänen: „Rettung des deutschen Bauern zur Erhaltung der Ernährungs« und Lebensgrundlage der Nation" — das war der eine Dierjahresplan — „Rettung des deutschen Arbeiters durch einen gewaltigen und umfassenden Angriff gegen die Arbeitslosigkeit" — das war der zweite Plan. Sie sind heute beide fast bis zur Vollendung erfüllt. Der deutsche Bauer ist der wirtschaftlichen Verelendung entrissen und kann wieder auf lange Sicht arbeiten und planen, ohne Gefahr zu laufen, das
mühsam Erworbene durch plötzliche und künstliche Preisstürze wieder zu verlieren. Fast sechs Millionen deutscher Arbeiter sind wieder in Lohn und Brot gebracht. Wer heute durch unter Land fährt, sieht straßauf-straßab arbeitende Kolonnen, rauchende Schornsteine und rollende Räder.
Das Antlitz unseres Volkes strahlt Stärke, Glaube und Zuversicht aus.
Man muß sich das vergangene Deutschland vor Augen halten, um die Monumentalität des Planes und die Gröhe des Erfolges erfassen zu können. Als Adolf Hitler an die Macht kam, stand Deutschland vor dem Chaos. Das Volk hatte jede Hoffnung aufgegeben. Das Gespenst der Not und der Anarchie erhob drohend fein Haupt. Die 23er- zweiflung des Volkes spiegelte sich wider in feiner inneren Zerrissenheit und in der Ohnmacht des Reiches. Politischer und seelischer Zerfall des Volkes reichten sich mit der wirtschaftlichen Not und Bedrängnis der Millionenmassen die Hand. Hier ist nun grundlegender Wandel geschaffen.
Der Führer hat der Ration in dreieinhalb- jähriger unermüdlicher Aufbauarbeit den Glauben an die Zukunft zurückgegeben. Das deutsche
Volk hat wieder ein Ziel.
Auf alle diese Leistungen und Erfolge kann die große Ausstellung „Deutschland" Hinweisen. Ob sie es nun ausgesprochen oder unausgesprochen tut. So ist die Ehrenhalle dieser Ausstellung, die dem neuen Deutschland gewidmet ist, ein einziger Rechenschaftsbericht für alle Gebiete des völkischen und »en Lebens. Wie ein roter Faden zieht sich
as gesamte Schaffen des neuen Deutschland ein' klarer und überzeugender Plan:
der Wille des Führers, geleitet und beflügelt durch feine konstruktive Phantasie.
An diesem Plan nun werben hier die Leistungen gemessen. Wollen und Vollbringen auf dem Gebiete der Politik, der Wirtschaft, der völkischen, seelischen und rassischen (Erneuerung unseres Volkes werden hier in großzügigster Weise geschildert. Die Art der Darstellung, die gewaltige Photomontage, ist aus dem Gebiet des neuen Deutschland geboren. Daß dieses Deutschland auch auf dem Felde der Wifsen- schaft und der Kultur das alte längst überflügelt hat, daß es auf neuen Wegen neuen Zielen zustrebt, das wird insbesondere in den beiden repräsentativen Räumen „Technik und Wissenschaft" und „Kultur" zur Darstellung gebracht.
Das Geheimnis des Erfolges ist die unverbrüchliche Gemeinschaft zwischen Volk und Führer, ist das Prinzip von Führerwille und Gefolgschaftstreue. Ls wird in der Vorhalle der Ausstellung durch ein Großbild von Volk und
Führer veranschaulicht.
Dieser Rhythmus eines neu erwachten, wieder geborenen, von Schaffensdrang durchdrungenen Boltes erfüllt die ganze Ausstellung. Er findet packenden Ausdruck in der monumentalen Gestaltung der Autobahnen. Er wird sichtbar in der großen Halle der „Leistungsschau der deutschen Wirtschaft". Auch da, wo einzelne führende deutsche Firmen ausstellen, tritt der unaufhaltsame Aufstieg des neuen Reiches klar zutage. Das gilt in gleichem Maße von der Abteilung, in der führende deutsche Gemeinden als Aussteller auftreten. Besonders überzeugend aber klingt uns dieser neue Lebensrhythmus entgegen aus dem Lager des Reichsarbeitsdienstes', das im Freigelände naturgetreu von den Soldaten des Spatens errichtet worden ist. Mit einem 2öorf
es ist das friedlich schaffende Deutschland, das sich in dieser Ausstellung selbst darstellt.
Tausende von deutschen Arbeitern haben in den vergangenen Wochen mit fleißiger Hand Tag und
Nacht am Aufbau dieser Deutschlandschau mitge. wirkt. Ohne die Geschicklichkeit des geübten beut, schen Facharbeiters und Handwerkers wäre fie gar nicht zuftandegekommen. Dutzende von geistigen: Arbeitern, Technikern, Künstlern, führenden Per. sönlichkeiten von Partei und Staat haben in planmäßigem Schaffen und Arbeiten das Gesicht dieser Ausstellung geformt. Alle Berufe und alle (Baue Deutschlands sind daran beteiligt. Aus allen beut- schen Landschaften sind besonders in der Abteilung „Deutsches Volk, deutsches Land" die Kostbarkeiten unserer Vergangenheit und die Spitzenerzeugnisse unserer Gegenwart zusammengetragen worden, um in ihrer Vereinigung einen tiefen Eindruck von. Deutschland und seinem innersten Wesen zu Der« mitteln.
Denn diese Ausstellung soll nicht nur ein Zeugnis des neuen Deutschland, seines Lebens- willens und feiner Leistungen, sie soll auch eine Darstellung des großen Deutschland der Vergangenheit, kurz des „Ewigen Deutschlands" fein.
Ausgesuchte Kostbarkeiten aus den Schätzen unserer deutschen (Baue, von deutschem Handwerk, deutscher Kunst und Wissenschaft sind hier zum erstenmal in. dieser Zusammenfassung vereinigt. Unsere deutschen: Bibliotheken und Museen haben ihre größten Schätze für den hohen idealen Zweck dieser Deutschland- schau zur Verfügung gestellt. Es braucht hier nur als Beispiel die Gutenbergbibel genannt zu werden. Es ist deshalb kein Zufall, sondern nur die Aus- Wirkung der Idee dieser Ausstellung, daß am End- punkt Der Ehrenhalle und damit im Mittelpunkt der Gesamtschau der Raum liegt, der dem deut- schen Genius geweiht ist. Er wird beschirmt von dem Namen der großen deutschen Meister dec Vergangenheit, und fast symbolisch grüßen hier die Büsten von Goethe, Beethoven und Kant den Besucher.
Die Einheit des modernen Deutschland mit dem großen Deutschland der Vergangenheit, eine der tragenden Ideen unseres nationalsozialistischen Staates, sieht als unsichtbares Motto in der Deutschlandfchau. Unserem eigenen Volke geben wir hier eine Gelegenheit, fein Land und was es in Geschichte und Gegenwart umfaßt, in einzigartiger Weise zu erleben. Unsere ausländischen Gäste aher können hier Deutschland sehen wie es war und wie es ist. Diese Deutschlandschau ist demjenigen gewidmet, der Deutschland kennenlernen will.
Möge sie Verständnis für unser Land und Volk im Auslande wecken, im eigenen Volk aber die Liebe zum Vaterland und zu seinen unerschöps- lichen Werten verankern und vertiefen. Möge fie eine Brücke des Friedens und der Völkerverständigung fein. Möge fie aber vor allem uns Deutsche stolz und glücklich machen in dem Gefühl, eben Deutsche zu fein.
In diesem Sinne erkläre ich die Monurnental- Ausstellung „Deutschland" im Jahre der olympischen Spiele in Berlin 1936 für eröffnet
Der Gesang der Nationalhymnen, vom Landes- orchester Gau Berlin begleitet, bildete den Abschluß des Festaktes.
Bei einem sich anschließenden Rundgang besichtigte Reichsminister Dr. Goebbels unter sachkundiger Führung die einzelnen Abteilungen der Ausstellung.
Eine zahlreiche Menschenmenge, die sich schon lange vor Beginn der (Eröffnungsfeier angesammelt hatte, brachte dem Reichsminister Dr. Goebbels bei der An- und Abfahrt lebhafte Huldigungen dar.
Ein machtvolles Zeugnis deutschen Geistes.
Eindrücke von einem Rundgang durch die Ausstellung.
Die drei großen Gruppen.
Die Ausstellung „D e u t s ch l a n d", die sich in drei große Abteilungen: „Das neue Deutsch- l a n d", „Deutsches Volk und deutsches Land" und „Leistungsschau der deutschen Wirtschaft" gliedert, zeigt in ihren acht Hallen ein anschauliches Bild unseres Vaterlandes. In der Ehrenhalle tragen gewaltige Pfeiler rechts und links den Schmuck goldener Eichenblätter, Die sich auf schwarzem Grunde zu den Linien des uralten Sonnenrades aneinanderreihen. Zwischen den Pfeilern, von denen jeder einen Ausspruch des Führers trägt, liegen die acht Räume, die dem Thema „Das neue Deutschland" gewidmet sind. Eine Koje gilt ganz allein dem „Reick", seiner Entwicklung von Zerrissenheit und Zersplitterung zum Einheitsstaat unserer Tage und aller Zukunft. Die Koje „Volk, Partei und Staat" zeigt, wie tragische Zerrissenheit der deutschen Kraft einen immer schwereren Hemmschuh anlegte.
Dann spiegelt die Schau eine andere Seite des heutigen Deutschland: „Technik und Wissenschaft". Ein Teppich aus dem neuen synthetischen Kautschuk, dessen geniale Erfindung der Öffentlichkeit hier vorgelegt wird, bedeckt den Fußboden. Im Hintergrund ein Dersuchslaboratorium der Züchtungsforschung, ein Röntgenlaboratorium, ein metallurgischer Arbeitsraum. Andere Kojen zeigen die NSV. und Arbeitsfront, die Leistungssteigerung und die Erzeugungsschlacht.
In dem großen Raum der Kultur legt das neue Deutschland an einer ganzen Reihe von Beispielen klar, was es auf dem weiten, kulturellem Gebiet an eigenem Stil geschaffen hat und an besonders heroortretenden Leistungen aufzuweifen hat. In gewaltigen Modellen stehen da die großen Bauten, die der Führer selbst an dem Beginn eines neuen deutschen Zeitalters wie steinerne Zeugen und Wächter gestellt hat. Den Ehrenplatz des Raumes aber nimmt das „B u ch der Deutschen" ein. Adolf Hitlers grundlegendes Werk „Mein Kampf". Der „Weiheraum des deutschen Genius" ist Schlußstein und Krönung der Ehrenhalle — die Walhalla der Ausstellung! Ueberlebensgroß blicken die Büsten dreier großer Deutscher auf uns nieder: Goethe, Kant und Beethoven. Aus einem schlichten Sockel liegt — Mittelpunkt gleichsam der ganzen Ausstellung — das erste gedruckte Buch der Menschheit: die 42zeilige Gutenberg-Bibel, die die Preußische Staatsbibliothek zur Verfügung gestellt hat.
Riesenmodell der Reichsautobahnen.
Außer dem von Männern des Arbeitsdienstes in mühevoller Arbeit angefertigten riesigen R e - liesmodell „Deutschland", in dem das ganze Reich in plastischer Anschaulichkeit dargestellt ist, wird am Kaiserdamm auch ein großes Modell der Reichsautobahnen die Aufmerksamkeit der Ausstellungsbesucher in Anspruch nehmen. Es wurde im Auftrage *bes Generalinspekteurs für den deutschen Straßenbau, Dr. Ingenieur Todt, durch den Berliner Holzbildhauer Heinrich Düttmann mit etwa 40 Mitarbeitern nach (Entwürfen von Ingenieur Max G e p p e ik in der verhältnismäßig kurzen Zeit von vier Wochen fertiggestellt. Das Modell hat eine Länge von 18 Meter, bei einer Breite von 4,5 Meter und veranschaulicht an verschiedenen Streckenbei- spielen mit besonders kühnen Brücken- und Kreuzungskonstruktionen die Meisterleistungen deutschen Straßenbaues. Zur Herstellung des in vierzehn Teile zerlegbaren, naturgebeizten Modells waren fünf Kubikmeter Holz erforderlich. Kunstvoll gedrechselte Häuser und Bäume beleben das Ganze. Allein an „Laub- und Nadelbäumen" wurden siebentausend Stück ausgestellt. Das Modell stellt das Hauptstück einer Sonderausstellung „Reichsautobahnen" dar, die auch in Großaufnahmen und Photoreportagen, sowie statistischen Zusammenstellungen und graphischen (Entwürfen das gewaltige Friedenswerk des Führers veranschaulicht.
Zeppelins erstes Luftschiff.
Alle deutschen Länder haben miteinander gewetteifert, ihre Bedeutung auf der großen Olympia' Ausstellung zu zeigen. Unter ihnen ist Württemberg mit besonders interessanten Sehenswürdigkeiten vertreten. Da findet man neben einer originalgetreuen Nachbildung von Götz von Berlich in- gens eiserner Hand Modelle des e r ft e n Zeppelin-Luftschiffes und des ersten Motorrades der Welt, das Gottlieb D a i m- l e r konstruierte. Auch die altehrwürdige Reichs- sturrnfahne, die die Schwaben ihren Schlachtreihen vorantrugen, fehlt nicht in der einzigartigen Schau. Natürlich sind auch das Ulmer Münster, sowie die Ulmer Schachteln und der Ulmer Spatz vertreten. Handschriften berühmter Dichter, Philosophen und Dolksliederkomponisten lassen erkennen, wie vist


