Nr. Erster Blatt
186. Jahrgang
Montag, 20. Januar 1956
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^enfpa(kr.XnbTS sind, haben erfahrungsgemäß em erhebliches
tung erkrankt ist, gesehen. Königin Maud von Norwegen, die einzige noch lebende Schwester des Königs, wird dauernd über seinen Zustand auf dem Laufenden gehalten. Eine weitere Verlautbarung über den Zustand des Monarchen wird voraussichtlich heute vormittag veröffentlicht werden.
der Zeitpunkt hierfür gekommen sei.
Trotz dieser fortdauernden Kompromißbereitschaft kann aber nicht übersehen werden, daß der abessinische Krieg und die daraus hervoraeaangenen Spannunoen im Mittelmeer Kräfte ausgelöst haben, die unabhängig von dem Willen der maßgebenden Politiker auf eine Verschärfung der Lage zutreiben. Militärische Vorbereitungen großen Stils, -ruch wenn sie nur als Abmebrmabnabmen aedacht
Koburg und Gotha, die zur Zeit in London anwesend sind. Der Erzbischof von Canterbury hat sich am Sonntag nach Sandrlng - Ham begeben, doch wird in Hofkreisen darau hingewiesen, daß der Kirchenfürst nicht so sehr in seiner amtlichen Eigenschaft als vielmehr als ein alter persönlicher Freund des Königs komme.
Ein Telegramm des Führers.
Berlin, 18. Ian. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler Hal an den König von England aus Anlaß von dessen Erkrankung das nachstehende Telegramm gerichlel:
„Ich erfahre soeben von der schweren Erkrankung Eurer Majestät und möchte nicht verfehlen. Eurer Majestät auf diesem Wege meine aufrichtigsten und herzlichsten Wünsche für Genesung und völlige Wiederherstellung zum Ausdruck zu bringen.
(Bey: Adolf Hitler.
Deutscher Reichskanzler."
Die deutschen Frontkämpfer in London.
London, 20. Ian. (DNV. Funkspruch.) Um „ Uhr morgens wird von Schloß Sandringham berichtet, daß der König ein wenig geschlafen
Legion. In den englischen Presseberichten wird besonders anerkennend über die große Anteilnahme berichtet, die die Mitglieder der deutschen Abordnung an dem Befinden des Königs genommen haben.
Was kann in Gens geschehen?
Don unserem Or. Rbst.'Äerichterstatter.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Genf, Januar 1936.
Die 9 0. Ratstagung, die am Montag das 17. Jahr des Bestehens des Völkerbundes eröffnen wird, scheint keine entscheidende Aende- r u n g der durch den italienisch-abessinischen Konflikt geschaffenen Lage bringen zu sollen. Das ge- amte Problem steht zwar wieder auf der Tagesordnung, jedoch ist für seine Behandlung keinerlei Programm oder Plan, ja nicht einmal ohne weiteres ein geschäftsordnungsmäßiger Anknüpfungs-
Sicherung einer einhettlichen Linie ter Partei
Daladier Nachfolger Herriots im Parteivorfitz.
Paris, 19. Jan. (DNB.) Der radikalsozialistische Vollzugsausschuß hat Sonntag nachmittag den ehemaligen Ministerpräsidenten Daladier zum Parteioorsitzenden gewählt, da herriot sich weigerte, eine etwaige Wahl anzunehmen, obwohl aus den Reihen der anwesenden Mitglieder immer wieder der Wunsch geäußert wurde, Herriot möge die Führung der Partei wieder übernehmen.
Der dem linken Flügel der radikalsozialistischen Kammerfraktion angehörende Abgeordnete Jean Z a y erklärte, das republikanische Frankreich müsse mit ansehen, wie die radikalsozialistische Partei, die das Gerüst der Republik darstelle, zersplittert und zerrissen sei. Es sei deshalb notwendig, auf der heutigen Sitzung Einstimmigkeit über die politische Auffassung der Partei erzielt werde. Alle Radikalsozialisten fragten sich, ob es angehe, daß sie einerseits i n d e r Regierung säßen, andererseits aber im Lande draußen in den Reihen der Opposition ständen. Es sei unbedingt notwendig, eine einheitliche Abstimmung in der Kammer durchzuführen, wenn es sich um Fragen der Grundanschauungen der Partei handele. Die letzte Abstimmung in der Kammer habe gezeigt, daß die große Mehrheit der radikalsozialistischen Fraktion gegen die Politik Lavals eingestellt sei. Laval habe den Dol- kerbundspakt verleugnet, der Frankreichs Sicherheit garantierte. Laval habe die Bande gelöst, die Frankreich an England knüpften und an seine mitteleuropäischen Freunde und den französisch-russischen Pakt noch nicht ratifiziert.
£erriot
London, 19. Jan. (DNB.) Die deutsche Frontkämpferabordnung traf in London wohlbehalten ein. Beim Betreten englischen Bodens sandten die deutschen Frontkämpfer an den P inz e n v o n Wales folgendes Telegramm: Der erste Gedanke beim Betreten des englischen Badens gilt der Gesundheit Seiner Majestät des Königs. Wir bitten Ew. Königliche Hoheit, unser Empfinden dem König zu übermitteln. .
Die Frontkämpferabordnung wurde in London von führenden Persönlichkeiten der British Legion, dem deutschen Botschafter von Hoesch, dem Landes- aruppenleiter der NSDAP. O. Bene sowie den Vertretern der deutschen Presse willkommen geheißen Zahlreiche Abordnungen der Londoner Ortsgruppen der British Legion mit ihren Fahnen bildeten auf dem Bahnsteig mit zahlreichen englischen Frontkämpfern, die ihre Orden und Ehrenzeichen angelegt hatten, ein Ehrr-.s?""'"' snnM
Legion waren u. a. Generalmajor Frederick Maurice, der Präsident der British Legion General Sir Jon Hamilton, der Generalsekretär der British Legion Major Fetherstone Godley und Oberst C r o s f i e l d erschienen. Als der Zug in die Halle einlief, präsentierte die British Legion ihre Fahnen, und die Vertreter der Legion begrüßten die deutsche Abordnung auf das herzlichste. Von den deutschen Gästen fand der bekannte deutsche Flieger Oberst Übet besondere Beachtung. Nach der 'Begrüßung schritten die Mitglieder der deutschen Abordnung in Begleitung der Führer der British Legion die Front der englischen Kriegsteilnehmer ab. Eine zahlreiche Menschenmenge hatte sich am Eingang des Bahnhofs angefammelt und begrüßte die deutsche Abordnung mit freundschaftlichen Zurufen. Die deutsche Abordnung ist am Sonntagabend Gast des Vorstandes der British
gewicht, das tut Vo^weanabme ober aar zur lieber* ftürzunq politischer Entscheidungen führen kann. — Das englische Weltreich ist Anfang Dezember vor her italienischen Kriegsdrohung zurückaewichen. Es hat aber die damalige Situation grundlegend geändert durch eine unter Berufung auf den Völkerbundsvakt zustande gebrachte Mittelmeerkoalition gegen Italien, die besonders im östlichen Mitte l m e e r schon jetzt ein auf die Balkan-Entente gestütztes geschlossenes System von der Adria bis zum Suezkanal darsttllt. Entgegen den seinerzeit er* folaten Ankündigungen hat man neuerdings nichts mehr von der Absicht aehört, diese „Vorbereittmgen nur gegenseitigen Hilfeleistung" vor den. Volker» bundsrat zur Erörterung zu stellen und tn einen allgemein gebilligten Plan zusammenzufassen. Trat- tisch wird sich demnach die Rolle des Rates auf Der bevorstehenden Tagung auf die Entgegennnahnw
Die Einsetzung eines Staatsrates wird am Mittwochmittag durch den Kronrat vollzogen werden, der sich im Krankenzimmer des Königs oder aber in einem anliegenden Raum versammeln wird. An der Sitzung werden neben dem Prinzen von Wales und den Herzögen von York und Stent unter anderem der Lordpräsident des Kronrates Ramsay Macdonald, der Innenminister Sir John Simon, der Lordkanzler Lord H a i l s h a m und der Erzbischof von Canterbury teilnehmen.. Der Staatsrat, der während der Erkrankung des Monarchen die Geschäfte des Königs übernimmt, wird voraussichtlich aus der Königin, dem Prinzen von Wales, dem Herzog von Y o r k und dem Erzbischof von Canterbury sowie aus dem Ministerpräsidenten und dem Lordkanzler bestehen. Wahrend der Regie- rungszeit König Georgs ist bereits zweimal ein derartiger Staatsrat eingesetzt worden; das erste Mal, als der König im Jahre 1925 zur Wiederherstellung seiner Gesundheit sich auf ferner Pacht nach' dem Mittelmeer begab und das zweite Mal während seiner langen Krankheit im Jahre 1928. Damals setzte sich der Staatsrat aus den gleichen Persönlichkeiten zusammen.
In London herrschte vor dem Buckhinghampalast ein ständiges Kommen und Gehen. Besonders nach dem Kirchgang am Sonntagvormtttag sammelten sich vor dem Palast Hunderte von Menschen m Erwartung der neuen Nachrichten über das Befinden des Königs an, die in regelmäßigen A-'tabstanden auf einem schwarzen Brett am Tor des Sch osses angeschlagen werden. Der König non 3 t alt e n hat seinen Botschafter in London beauftragt, unmit- telbare Erkundigungen über die Krankheit des Königs einzuziehen und dem ^.rr' an. xu , richtigsten Wünsche für eine baldige Wlederherstel- lung auszudrücken. Das S y m p a t h i e t e l e- qramm des Führers und Reichskanzlers wurde fast von der gesamten Sonntagspresse
wiedergegeben.
In sämtlichen Kirchen Englands wurden am Sonntag Gebete für die Genesung des Königs verrichtet. Auch uber alle englischen Rundfunksender wurden in den !p"Een Abendstunden Gebete gesprochen. Auch m allen Kirchen Australiens wurden Bittgottesdienste veranstaltet. An einem Gottesdienst in der Wes rnmster- Abtei am Sonntagabend beteiligten sich auch der Herzog und die Herzogin von Sachsen,
Unverändertes Befinden König Georgs von England.
Bittgottesdienste im ganzen Reich. - Einsetzung eines Staatsrates während der Erkrankung des Königs.
punkt gegeben. _
Den Abschluß der letzten Phase bildete die Ent- schließung vom 19. Dezember, die von ihren Urhebern als Erledigung des Pariser Tei- lungsplans dargestellt wurde, und die außerdem die Bedeutung hatte, daß eine Verschärfung der Sanktionen stillschweigend der Vertagung an- heimfiel. Die beiden Wege, auf denen die englisch- französische Politik in Genf von Anfang an vorgegangen ist, nämlich Kompromißbereitschaft und Sanktionsanwendung, find weiterhin offen geblieben. Auf keinem aber ist in der Zwischenzeit ein Schritt nach vorwärts unternommen worden. Um die Bedeutung der Genfer Verhandlungen richtig einzuschätzen, muß man sich stets vergegenwärtigen, daß sie sich nur auf einen Ausschnitt des abessinischen Problems beziehen. Die Sanktionen, die der Völkerbund ergriffen hat, sind m den Erklärungen der maßgebenden Regierungen der letzten Zeit im wesentlichen immer wieder als eine R e ch t s v e r w a h r u n g gegen die Art Des italienischen Vorgehens ausgelegt worden. Ueber die Berechtigung oder Nichtberechtigung der italie- nischen Ansprüche hat sich der Völkerbund zum letztenmal in dem Bericht des Fünfer-Ausschusses, der ein internationales Hilfeleistungssystem vorsah, und auch dort nur andeutungsweise, geäußert.
Der Laval-Hoare-Plan, den der Völkerbundsrat bezeichnenderweise nicht ausdrücklich verworfen, sondern nur „im Augenblick ni cht geprüft" hat, beweist jedenfalls, daß die Neigung zu beträchtlichen Konzessionen besteht und daß nach Auffassung der maßgebenden Mächte die Vol- kerbundsaktion keineswegs die volle Aufrechterhaltung der territorialen Integrität Abessiniens zum Ziele hat. Eine materielle Lösung der abessinischen Frage wird früher oder später auf einer mittleren Linie zwischen den Vorschlägen des Fun- er-Ausschusses und dem Laval-Hoare-Plan erfolgen; es fei denn, daß die allgemeinen Voraussetzungen für eine solche Lösung sich grundlegend ändern. Im Augenblick stimmen aber England und Frankreich in der Auffassung überein, daß die Bedeutung Italiens als Großmacht trotz des abessinischen Abenteuers nicht geschmälert werden dürfe. Es wird sogar behauptet, daß die englische Polttlk aus diesem Grunde eine größere militärische Entscheidung, wenn sie sich zu Ungunsten Italiens ankündigen sollte, verhindern wolle.
Nimmt man dazu die immer größer werdende Wahrscheinlichkeit, daß die Petroleumsank- t i o n e n die seit dem 6. November grundsätzlich beschlossen sind, zum dritten Mal vertagt werden, so ergibt sich von Genf aus fast der Eindruck eines vom Völkerbund tolerierten Krieges, — ein Zustand, bei dem unausgesprochen die Ueberzeuaung der meisten Völkerbunds- mitglieder mitspricht, daß es sich im Grunde ae- nommen um einen ,.Kolonialkrieg handelt, der mit anderem Maßstab als eine Verwicklung m Europa gemessen werden müsse und jedenfalls , nicht zu einer Derartigen Verwicklung fuhren dürfe. t Es ist also damit zu rechnen, daß nach dem großen . Anlauf, den das Genfer System im Oktober und t November geaen Italien genommen bat. die Rolle > des Völkerbundes von den führenden Mächten mie- ■ der stark eingeschränkt werden wird, daß sie völ- - l i a f r e i e H a n d für die ihnen richtig erschein-nde . N"""l"va orfrina'm. Es Iv'rd O'ich v'cht
dem Völkerbund überlassen bleiben, festzustellen, daß
Frankreich vor einer Regierungskrisis.
Das Ausscheiden der radikalsozialistischen Minister aus dem Kabinett höchstwahrscheinlich.
Logen, die ihre Richtlinien erteilen, im Besitz des Geheimnisses. So bietet sich den Franzosen ein ernstes Thema zum Nachden- d e n. Ist ein großes Land, das freie Einrichtungen zu haben glaubt, nicht Sklave einer dunklen Macht, deren Absichten undurchsichtig sind?"
Kommunistische Stimmungsmache in Paris.
Paris, 20. Jan. (DNB. Funkspr.) Am Sonntag wurde in Paris von den in der Volksfront zusammengeschlossenen Linksparteien und Gruppen eine Versammlung abgehalten, die unter dem Vorsitz des Kommunistenfuhrers und Senators Marcell Cachin stand. An seiner Seite hatten vier junge Neger Platz genommen, die von Cachin als Vertreter Abessiniens vorgestellt wurden. Wie das radikalsozialistische Blatt „Oeuvre" hervorhebt, hätten diese „Vertreter Abessiniens" mit „blitzenden Augen den Beifall der Anwesenden für die heldenhaften Anstrengungen des abessinischen Volkes angenommen". Nachdem ein Redner der Sozialisten und ein Vertreter der linksstehenden Frontkämpfer gesprochen hatten, bestieg ein Neger die Rednertribüne und rief unter tosendem Beifall der Anwesenden mit erhobener Faust die einzigen Worte, die er auf französisch konnte: „Dank, Volk von Frankreich !" Der frühere Luftfahrtminister Pierre Cot brachte von der Sitzung des Vollzugsausschusses der radikalsozialistischen Partei die Nachricht von der Wahl Daladiers zum Vorsitzenden mit. Ein Redner hob darauf hervor, daß der Name Daladier ein Zeichen Des Kampfes gegen den Faschismus fei.
lung der Pariser Presse. Der „Petit Parisien" glaubt, daß Laval bei seiner Rückkehr aus Genf d i e Rücktrittserklärung nicht nur Herri v t s sondern auch der übrigen radikal- sozialistischen Minister vorfinden werde. Daraufhin werde das Gesamtkabinett zurücktreten, also elf Regierungen und vielleicht noch mehr in vier Jahren! — stellt das Blatt mit ein wenig Bitterkeit fest. Das sie eine Höchst- leistung und zwar eine echt französische Höchstleistung. Der „Matin" erklärt, daß mindestens ein Dutzend der radikalsozialistischen Abgeordneten bis zum letzten zu Laval stehen würden; notfalls würden sie sogar eine neue Fraktion gründen. Man dürfe dabei auch nicht vergessen, daß die Partei sich „radikale und radikalsvzialistische" Partei nenne, daß sie also bereits zwei vereinigte Gruppen umfasse.
Im „Populaire" zeigt der Vorsitzende der französischen sozialistischen Partei L6on Blum unverhohlene Befriedigung über die Entwicklung der Lage. Die Wahl Daladiers bedeute nicht nur den Bruch der Radikalsozialisten mit Laval, sondern Darüber hinaus auch mit Dem System Der nationalen Einigung. Bel Den RaDikalsozialisten sei Das Steuer nunmehr für Den Wahlkampf nach links geworfen. Auch der Komunistenführer C a - chin sieht in der Entscheidung der Radikalsozialisten eine Stärkung öer Volksfront. Die Arbeit der kommunistischen Partei, so schreibt er, habe ihre Früchte getragen. Das ermutige dazu, auf dem Wege der Vereinigung der Arbeiter noch entschlossener weiter zu marschieren. Das „Journal des Debats" schreibt zu der verwirrten politischen Lage: „Laien können nichts von dem verstehen, was vorgeht. Sicher sind die
40 Aktionären.
Der Ausschuß nahm Dann mit großer Mehrheit eine Entschließung an, in Der u. a. zum Ausdruck gebracht roirD, Daß Die Politik Des französischen Ministerpräsidenten Laval im Widerspruch zu dem Parteiprogramm stehe sowohl in außenpolitischer Beziehung, als auch auf anderen Gebieten.
Die Entschließung fordert ein einheitliches Vorgehen und Einführung des A b st immun g s z w a n g e s bei der radikalsozialistischen Kammerfraktion. Sie enthält aber keinen Hinweis darauf, daß die radikalsozialistischen Minister nun aus dem Kabinett ausscheiden sollen. Ein diesbezüglicher Absatz ist auf Betteiben Herriots fallen gel affen worden. Das Schwergewicht der angenommenen Entschließung liegt also auf der Forderung des Abstimmungszwanges.
Eine verworrene La^e
Befriedigung bei den Marxisten.
P a r i s, 20. Jan. (DNB.) Die radikalsozialistische Kammergruppe wird am Dienstag zusammentreten, um sich über die Frage schlüssig zu werden, ob sie die radikalsozialistischen Minister auffordern soll, aus der Regierung auszutreten oder ob sie eine politische Aussprache in der Kammer veranlassen soll. Eine Aussprache in der Kammer wurde infolge des von dem Vollzugsausschuß geforderten Abstimmungszwan g e s für radikalsozialistischen Abgeordneten mit dem Sturz oes Kabinetts Laval enden. Laval wird am Mittwoch nach Paris zuruckkehren und danni Die Schlußfolgerungen aus der bis dahin geändert n Lage ziehen können. Auf alle Falle silaubt Wan, Damit rechnen zu müssen, daß das am 7. Ium 1935 gebildete Kabinett Laval nicht mehr lange am Ruder bleiben wird.
„Die Regierungskrise ist nunmehr «kut ge worden" lautet die übereinstimmende Feststel-
versuchte sodann den Ausschuß von der Notwendigkeit zu überzeugen, die radikalsozialistischen Minister in der Regierung zu belassen. Ministerpräsident Laval befinde sich auf dem Wege nach Genf, wo er mit dem englischen Außenminister Zusammentreffen werde. Das sei sehr wichtig. Was würde man aber sagen, wenn er durch ein Telegramm zurückgerufen würde, und in Genf neue 23er» _._v—, —v — ------„
zöger unoen hervorgerufen würden. Die radi- habe, und daß sein Zu st and unverändert kalsozialistischen Minister hätten gegen die Tätigkeit sei. Da auch Der Herzog von Kent am Sonntag- Der KampfbünDe und den Druck protestiert, den: abend in Sandringham eingetroffen ist, hat der diese auf das Parlament ausübten. Es fei zwar' König alle feine Kinder, mit Ausnahme des richtig streng gegen die anderen zu sein; dann Herzogs von Gloucester, der selbst an einer Erkäl- müsse man es aber auchgegensichfelbst sein.1 — ---—" ®Sn?-5n Wmth nnn
Der Vollzugsausschuß sei da, um die allgemeine Grundanschauung der Partei zu bestimmen. Aber die Parlamentarier seien dazu da, nach ihrer Verantwortung zu handeln.
Der Abgeordnete Marchandeau warnte vor allzu häufigen Regierungskrisen und betonte, daß eine radikalsozialistische Regierung erhebliche Schwierigkeiten zu überwinden haben werde und nicht mit Sicherheit damit rechnen könne, daß sie bis zu den Wahlen am Ruder bleibe.
Daladier erklärte, man müsse den Staat von der Diktatur gewisser wirtschaftlicher Mächte befreien. Daladier spielte auf die Vormachtstellung Der Bank von Frankreich an. Es sei nicht möglich, daß in Frankreich zwei Mächte vorhanden seien, die Macht des Landes und diejenige von


