Ausgabe 
19.9.1936
 
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8. Geschlossene Kolonnen nicht durchbrechen, nicht

Ueberholungszeichen (Vorwärtswinken mit dem 8 Geschlossene Kolonnen nicht durchbr linken Arm). Erst dann hat der Ueberholende die I zwischen Panzer fahren (§ 32 RStBO.).

B.

Ereignis noch erhöhte.

und der Preis be-

Wochen, Monate, Unendliche, bis auf

zuckten auf einmal die Achsel.

Morgen vielleicht", hieß es gann zu sinken.

Aus dem Morgen wurden Jahre und der Preis fiel ins zehn Pfennig das Pfund.

Hierauf kehrte der Führer zu seinem Standort vor der Haupttribüne zurück. Die Truppenteile hatten sich mittlerweile zur Parade formiert. Die neuen Fahnen und die Fahnenkompanie rückten an die Spitze der Paradeaufstellung ab. Dann begann

strömt es die Häfen und rächt sich an den Menschen, die ehemals nicht genug davon bekommen konnten.

In den sieben Jahren nach dem Kriege war der Preis für das Pfund Gummi auf 4,50 Mark ge­stiegen. Ein Rausch ohnegleichen setzte ein, gegen den der kalifornische und Alaska-Gold-Boom ein Kinderspiel war. Alles pflanzte Gummi und keine Hand war da, die das wilde Spiel der freien Kräfte lenkte. Die Malaien kauften elegante Luxuslimousinen, alles, was rührige Importfirmen ihnen anboten. Sie behängten ihre Frauen voller Goldmünzen aller Herren Länder, mit Zwanzig- Dollarstücken, weil dies die größten waren, und mit vielkarätigen Brillanten.

Hunderttausend Gulden verdiente jener deutsche Träumer, Hunderttausende die Verwalter anderer Plantagen. In Medan gab es mehr Autos als Europäer. Fremde, die in die Stadt kamen, sahen blutjunge Angestellte mit dem Gelde spielen. Sie hatten Tausende an Tantiemen bekommen, für irgendeine Arbeit, von der sie selbst nicht genau wußten, ob sie das wert war. Dor den Menschen, die in den Juwelierläden unter hundert Gulden kaufen, öffnete nicht einmal der malaiische Boy die Tür.

Auch in den Urwäldern begriff man den Wert des Geldes. Man brannte und rodete soviel man konnte. Aus Reisfeldern und Kokoshainen wurden Gummiwälder.

Einige Jahre ging das so. Aber plötzlich war der Zauber vorbei. Die Aufkäufer hier und in Europa

Vom Arbeiismarkt zum Arbeitseinsatz. Von Direktor Or Frey, Arbeitsamt Frankfurt/Main.

Der Verfasser wird vielen unserer Leser aus seiner Tätigkeit als Beigeordneter und Bürgermeister in Gießen in den Jahren 19201929 hier in Erinnerung sein.

RSG. Lange Jahre hindurch ist Wort und Be­griff desArbeitsmarktes" in aller Munde gewe­sen. Als die neue Zeit kam und wir unsere Denk­gewohnheiten nachzuprüfen hatten, ob sie der Welt­anschauung des Nationalsozialismus gegenüber standhielten, da erkannten wir: kein Gedanke ist stärker in liberalistischer Auffassung verwurzelt, als der eines Arbeits Marktes. Markt bedeutet ein Feilhalten. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis und bestimmen ihn auch auf dem Arbeits­markte, bis das Tarifrecht dem Feilschen Ein­halt zu tun versuchte. Was wurde nach dieser Vor­stellung feilgehalten? Die menschliche Ar­beitskraft! Was dem Menschen Daseinsgrund­lage ist, was seinen wesentlichen Lebensinhalt be­deutet, was ihn in Gestalt und Gesichtszügen formt, was seine Zweckbestimmung auf dieser Erde dar­stellt, das war herabgewürdigt zur Han­delsware! Und in diesem Handel stand jeder ür sich und verfocht nach dem Gesetze des Marktes eine persönlichen Ziele, ohne je daran zu denken, ) das Arbeits- und Wirtschaftsleben vor allem eine Angelegenheit des gesamten Volkes ist.

Jeder marktmäßige Handel ist ein Ringen um den Kaufpreis. Der Gegensatz zum Käufer auf die­sem Markt, zum Arbeitgeber, der Klassen-

Besinnliche Weltreise

Von unserem E. M-Sonderberichterstatter

Gewähr, daß Fahrer und Fahrzeug auf die Heber- holung vorbereitet sind.

3. Die Verständigung des Fahrers benötigt Zeit, deshalb Signal rechtzeitig, nicht erst kurz hinter dem Fahrzeug geben.

4. Gleiskettenfahrzeuge schwenken bei Wendungen nach der entgegengesetzten Seite hinten aus. Also auch beim Rechtsheranfahren wird das ausschwen­kende Heck des Panzers die ursprünglich zur Ver­fügung gestandene Durchfahrtsbreite zunächst ver­mindern. Daher beim Ueberholen oder Begegnen nur vorbeifahren, wenn zwischen Fahrzeug und Panzer mindestens ein Meter Zwischenraum bleibt.

5. Bei Ueberholung und Begegnung langsam fahren.

6. Nicht in Kurven überholen, auch wenn sie übersichtlich sind. Die Panzer befahren Kurven nicht in Bogen, sondern in Form eines Vieleckes. An den Wendepunkten wird jedesmal die Fahrbahn durch das Ausschwenken plötzlich verringert.

7. Panzer können Linkskurven nicht hart an der rechten Straßenseite durchfahren. Deshalb Begeg­nung und Ueberholung besonders in Linkskurven vermeiden.

Ist es heute noch Vermessenheit, von planmäßiger Lenkung zu sprechen? Was haben wir der Zeit vor 1933 voraus? Zunächst das eine: Ein starker Wind braust über Deutschland! Ein Sturm geht über das Land, der manches Ueberlebte hinwegfegt. Eine geistige Strömung ist dieser Sturm, wenn es erlaubt ist, Wind und Geist gleichzusetzen, wie es die ältesten Sprachen tun. Die Aehren des Feldes, Gräser, Strauch und Baum, sie alle wendet der Sturm in eine Richtung. Stehen sie auf gegen ihn, im gleichen Augenblick auch beugen sie sich ihm. So lenkt auch jenes geistige Wehen die Herzen der Menschen in eine Richtung, in der das Ziel des völkischen Gemeinwohles steht. Sie sehen das eine Ziel vor Augen und streben ihm zu, die einen mit Ueberzeugung, ja Begeisterung, die anderen zögernd mit Bedenken gegen das oder jenes, aber doch unwiderstehlich mitgezogen in dem einen großen Strom zu dem Ziel, das auch sie sehen und ersehen. Einem Volk von solcher Haltung zur Erreichung dieses Zieles Hilfe zu leisten, das ist wirklich etwas anderes als das, was ehedem Aufgabe auch der öffentlichen Arbeitsnachweise war: Nützliche Dienste zu leisten einer Vielzahl von Leuten, die herumsaßen, jeder in seinem Winkel als Wächter seiner Rechte undBelange", froh ihrer mehr als 30 Parteien, nachdem sie einst ebenso ihrer mehr als 30 Vaterländer froh gewesen waren.

Was wir wollen, ist der Wille des Führers. In ihm sehen wir das Ziel, das unsere Arbeit be­stimmt. Diesem gleichen Ziel aber ist, wie wir sahen, die Gesamtheit des Volkes zugewandt. So finden wir für unseren Willen freie Bahn. Schon setzt es sich im Volke durch, daß man das Arbeitsamt be­nutzt, wenn man Angestellte oder Arbeiter braucht. Damit zeigt man, daß man die Neuanstellungen nicht mehr als Privatsache betrachtet. Es wird sich das auch ohne Gesetzeszwang noch weiter durch­setzen. Damit wird eine weite Wirkensmöglichkeit eröffnet, Wenn^wir der Landflucht steuern, der Land- u n d Hauswirtschaft Kräfte zu­führen, den freien Arbeitsplatz bei gleicher Eignung dem Bedürftigsten geben und ihn dem vor­enthalten wollen, der schon ein hinreichendes Ein­kommen hat, wenn wir anstreben, daß das ruhe- bedürftige Alter der nachdrängenden Jugend Platz macht, daß die Jugend aber, die noch nicht in Arbeitsdienst oder Landhilfe war, dem Familienvater Raum gebe, daß die Frau der Familie gehört und, wenn schon zum Erwerb gezwungen, dies in einem Be­rufe tue, der ihrer weiblichen Art ent­spricht, und sie nicht in ihrer natürlichen Bestim­mung schädigt, kurz wenn wir die arbeitsfähige Be­völkerung auf die vorhandenen Arbeitsplätze rich­tig aufteilen wollen, so wären wir früher an dem Widerstand der einzelnen gescheitert. Es geht ohne Widerstand auch heute nicht ab. Aber so stark überwiegt die Bereitwilligkeit im Volk, daß der Widerstrebende sich nicht behaupten kann. Der Wind geht über ihn hinweg.

Fast alles wird so im Arbeitsleben des deutschen Volkes durch seine geschlossene und einheitliche Hal­tung erreicht. Geringfügig sind im Vergleich damit die gesetzlichen Stützen, die gestatten, nach einigen Richtungen einen Zwang auszuüben, wie das Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes, mit feinen Bestimmungen zugunsten der Landwirtschaft und zur Entlastung überlaufener Hafen- und Welt­städte, oder die Verordnung über die Verteilung von Arbeitskräften, die vor allem die einseitige Bevorzugung billiger jugendlicher Arbeitskräfte zum Schaden der Aelteren und Familienväter und ohne Rücksicht auf die endgültige Aufnahmefähigkeit des Berufes unterbindet. Es ist ein gutes Zeichen für das Fortschreiten des Gemeinsinnes im Sinne nationalsozialistischer Weltanschauung, daß die er­wähnten Gesetze und Verordnungen den beab­sichtigten Erfolg gehabt haben, ohne daß Strafdrohungen in irgendeinem nennenswerten Um­fang hätten verwirklicht werden müssen. Die Ar­beitsämter des Dritten Reiches wollen nicht Polizisten, sondern Vermittler sein!

enn euch Panzerwagen begegnen Was der Kraftfahrer über die Bewegungsmöglichkett der Kettenfahrzeuge tviffen muß.

zürn letzten Pfennig aufgebraucht. Wenige Gulden : verdient er sich nun als Chauffeur bei einem chine­sischen Taxibesitzer. Nicht alle ertragen ihr Schicksal so wie dieser Norddeutsche. Unzählige haben die Wälder aus Gummibäumen verflucht, die ihnen die beste Lebenskraft nahmen und Armut hinterließen.

Stundenlang sind wir durch die Plantagen der Ostküste Sumatras gefahren und einen Tag lang an der Westküste, wo zwischen dem heißen Sibolga und den Padangschen Bovenlanden kaum etwas anderes wächst als Gummibäume.

Es müssen ja ungezählte Millionen sein", fragte ich resigniert.

Ja, so an die fünfzig Millionen sind es wohl in Tapanoeli, wo Sie durchgekommen sind!"

Da verstand ich es, warum die Fabriken und Lager an der Westküste verlassen waren.Das Land e r ft i cf t ja im Gummi!"

Wo denken Sie hin; das genügt nicht im Entfernte st en um die Welt zu versorgen", wurde ich belehrt.

Ader warum sind dann die Europer verschwun­den und warum haben sie den Malaien die ©um- miwälder überlassen. Ueoerall am Wege sieht man doch die langen weißen und braunen Rubberstrei­fen vor den Hütten hängen und Chinesen sie ver­laden!"

Das ist es ja eben", meinte mein Gegenüber verzweifelt.Mit der Bevölkerung können wir eben nicht mit, d. h. mit denen in Tapanoeli schon, aber wissen Sie denn, was der Urwald birgt?"

Ich machte ein unwissendes Gesicht und der an­dere fuhr daher fort:

Wir ahnen es ebenso wenig wie Sie. Erst neu­lich sagte mir hier ein hoher Verwaltungsbeamter, daß man überhaupt nicht auf hundert Millionen genau wisse, wieviel Gummibäume es in Nieder- ländisch-Jndien gäbe. In Djambi rechnet man be­reits mit dreihundertfünfzig Millionen und in Borneo mit einer Milliarde. Tapanoeli und die Östküste haben nur Bruchteile der ganzen Ko­lonie und was das schlimmste ist, jene anderen Teile gehören alle den Inländern!"

Draußen zogen lange Reihen von Ochsenwagen vorbei. Sie alle enthielten die braunen und schmutzi­gen Gummi. Wie Lava, genau so zähflüssig, über«

Sodann sprach der Führer zu seinen Soldaten. Wie er zu ihnen sprach und w a s er ihnen als soldatische Pflicht ans Herz legte, das war nicht nur für die Soldaten, sondern auch für die vielen Tausende von Zuhörern, die durch gute lieber» tragung die Rede in allen Teilen hören konnten, ein bis ins Innerste packendes Erlebnis. Der Führer sprach in echter soldatischer Art das aus, was ins­besondere die alten Soldaten, darüber hinaus aber auch alle übrigen Volksgenossen, die im Geiste des Führers leben und wirken, bewegt und ganz er­füllt. Und nach dieser packenden Ansprache folgte der feierliche Vorgang der Verleihung der neuen Truppenfahnen an die Einheiten des IX. Armee­korps. Jede Verleihung der Fahne an die Truppe bekräftigte der Führer mit einem Händedruck mit dem Kommandeur des Truppenteils, ein Salutschuß bei jeder Verleihung gab weithin Kunde von dem feierlichen Geschehen. Ergriffen. war die riesige Menschenmenge Zeuge dieses weihevollen Aktes.

für diese Sache zugelegt, sondern wir verhalten uns anders.

Es gab schon früher einen Ausdruck, der über den Marktbegriff hinaus eine Tätigkeit, ein Lenken bedeutete:A r b e i t s m a r k t p o l i t i k". Nahm irgendwo die Arbeitslosenziffer merklich ab, so hörte man wohl einiges vonder geschickten Arbeits­marktpolitik" örtlicher Größen. Der Kenner wußte, daß auch ohne diese Tatkraft jener ehrenwerten Zeitgenossen die Dinge so gelaufen wären, wie sie denn auch in Nachbarbezirken gleichen Wirtschafts­aufbaus ebenso liefen, auch ohne die aufgeregte Vielgeschäftigkeit irgend eines Herrn Direktors. Denn wo waren damals die geringsten Handhaben, planmäßig auf die Verteilung der Arbeitskräfte einzuwirken? Das eifersüchtig gewahrte Recht in­dividueller Selbstbestimmung des Arbeitgebers wie des Arbeitnehmers stand auch bescheidenem Ver­such entgegen. Ueberaus dürftig war, was tatsäch­lich geschehen konnte.Arbeitsmarktpolitik" war Großsprecherei!

Die Panzerkampfwagen sind für die Verwendung im Gelände gebaut. Aus dieser Eigenart ergibt sich, daß sie auf Straßen grundsätzlich anderen Bewe- gungsbeöingungen unterworfen sind, als Radkraft­fahrzeuge. Die Führer von Kraftfahrzeugen können daher beim Zusammentreffen mit Panzern nicht ohne weiteres das von Straßenfahrzeugen her ge­wöhnte Verhalten voraussetzen und erwarten. Um Schwierigkeiten und Unfälle zu vermeiden, wird des­halb aui folgende Punkte hingewiesen und auf deren Beachtung aufmerksam gemacht:

1. Panzerwagen befahren normalerweise Die Mitte der Fahrbahn. Vorübergehend die rechte Seite befahrende Fahrzeuge werden alsbald wieder der Straßenmitte zustreben. Es kann nicht damit gerechnet werden, daß rechtsfahrende Panzer ohne zwingende Gründe rechts bleiben.

2. Der Panzerfahrer kann wegen des eigenen Fahrgeräusches fremde Signale nur schwer auf­nehmen. Signalgeben zum Bekanntgeben der Ueber- holungsabsicht genügt deshalb nicht. Die Verbin­dung mit anderen Verkehrsteilnehmern nimmt bet Straßenfahrt der im Turm stehende Panzerschütze auf. Er verständigt den Fahrer und gibt das

Erdal |

. Schuhcreme *

noch verhüllt. Dann marschierten die Fahnenträger vor das Podium des Führers. Die neuen Fahnen und Standarten wurden ihrer Hülle entkleidet. Ein prächtiger Anblick bot sich nun den Zuschauern dar. Man bemerkte jetzt auch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch. Dann traf, von lebhaften Rufen der Besucher der Hauottribüne empfangen, der Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Blomberg ein. Und bald darauf kündete das Heil-Rufen der riesigen Menschenmenge das Nahen des Führers. Immer mehr schwoll der Jubel an, je näher der Führer kam. Es war ein packender, die Herzen bewegender Empfang, den hier die vielen Tausende von Volks­genossen dem Manne bereiteten, dem wir zu un­auslöschlichem Dank verpflichtet sind, der unser Retter wurde und der die neue starke Wehrmacht aufbaute, die hier zu einem Teile vor ihm in Pa­rade erschien. Herzlich begrüßte der Führer den Reichskriegsminister, Generalfeldmarschall von Blomberg, uiib den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, ebenso die Kommandeure der Wehrmachts-Gruppe und des IX. Armeekorps.

Rubber.

VIII.

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)

Padang, Ende August 1936.

Nur wenige Kilometer hinter Siantar hinaus liegt unmittelbar am großen Wege nach Padang unter riesigen Bäumen mit armdicken Lianen ein einsames Europäerhaus. Es ist kühl hier oben und von der Terrasse sieht man weit in die Ebene hinaus bis an die Straße von Malakka. Sein Be­sitzer ist Deutscher, ein langer hagerer Mann mit einem etwas verträumten Gesicht, aber kühlen blauen Augen.

Wir plaudern lange über die Heimat und freuen uns, engere Landsleute zu fein. Ganz unerwartet zeigt er auf einmal in die Ebene, wo sich ein dich­ter Wald bis an die Küste des Indischen Ozeans erstreckt...

Dort habe ich früher gelebt!"

Im Wald?"

Ja, in diesem Wald aus Gummibäu­men. Diele Jahre habe ich da gearbeitet, und ich könnte längst wieder zu Hause sein, wenn, ja wenn!"

Vor mehreren Jahren hatte er seinen Dienst quit­tiert, weil es ihm ungerecht erschien, daß er als Verwalter einer Plantage jährlich über hunderttau­send Gulden an Tantieme bekam. Er fand, daß eine so gewaltige Summe auch beson­dere Arbeit erfordere, und daß in den Rubber­plantagen eine solche Arbeit nicht geleistet würde! Ein echter deutscher Träumer!

Mit seinem Gelde zog er hier Üach oben und pflanzte Ananas. Zunächst erfolgreich. Heute, nach Jahren erhält er für das Stück nur noch zwei Cent und sein Vermögen ist durch diese Krise bis

Man horchte zuerst erstaunt auf und wartete dann. Aber das Leben ging weiter. Geld war schließlich nicht mehr da uno so wanderten die schönen Sachen zunächst ins Pfandhaus, dann außer Landes. Noch lange standen die schönen Autos unter den Hütten Der Malaien. Heute sind auch sie verschwunden. Man fährt bestenfalls Fietz, Fahrrad.

Da griff die Regierung em. Man setzte sich an den Verhandlungstisch und erreichte mit den Eng­ländern ein Uebereinfommen, das die Preise durch Einschränkung der Ernte hob. Heute erhält man wieder etwa vierzig Pfennig für das Pfund auf den Plantagen.

Im Innern des Landes aber standen die Malaien vor der Frage, woher sie das Geld zum Leben nehmen sollten. Für sie wurde der einzelne Gulden zum Vermögen. Noch einmal ging daher das plan­lose Zapfen los. Aber diesmal nur, um zu retten, was zu retten war.

Wieder mußte die Regierung eingreifen. Sie be­legte die Gummiausfuhr der Eingeborenen mit einem hohen Zoll, der nach Bedarf die gesamte Erzeugung drosseln konnte. Im nächsten Jahr soll auch die Zählung der Eingeborenen-Gummiplanta- 9£n. durch geführt sein. Schon heute hat man eine Million Familien festgestellt, die vom Gummi leben müssen.

©ine Million Menschen! Sie könnte die Welt ver­sorgen und ihr Elend ein ernstes politisches Problem werden. Aber die Regierung kennt die Gefahr und wird bQrf """ehmen, daß sie die Lösung finden

Schon werden Millionen von Bäumen um gelegt. Es entstehen wieder Reisfelder und Kokoshaine. Die Malaien werden wieder Selbstver­sorger. Wenn nur das Geld nicht wäre. Und des­halb fürchten hier viele, daß die Plantagen ver­schwinden müssen, und die Gummilieferanten ein­mal ausschließlich braun [ein werden, braun wie die zähflüssige Masse, die das Kapital verschlungen hat.

Mit einem hörbaren Seufzer schloß vor mir ein Bekannter einen Schrank, in dem Stöße von G u m m i a f t i e n lagen wertlos. Eine ganz vage Hoffnung hat er noch, obwohl er weiß, daß i inzwischen der Urwald wieder Besitz ergreift von : seiner Plantage, dem geraubten Lande, das er 1 diesmal nie wieder hergeben wird.

Der unvergeßliche Tag brachte ein überaus schö­nes Spätsommerwetter mit lachendem Sonnenschein und angenehmer Temperatur, ein Umstand, Der den Paradebesuchern die Freude an dem großen

der Vorbeimarsch. Der Oberbefehlshaber Des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, ritt Dem IX. Armeekorps voraus und führte es dem Führer und Obersten Befehlshaber vor. Hinter ihm folgten der Kommandeur der Wehrmachtsgruppe, dann Der Kommandierende General des 1X. Armeekorps und hierauf die Einheiten des Korps. Voran als erste Gruppe die Infanterie, in Zugkolonnen zusammen- gefaßt zum Regimentsverband, die Seitengewehre aufgepflanzt, anschließend die Fahrzeuge jedes Re­giments. Begeisternd war es, diesem Abschnitt des fesselnden Ereignisses zu folgen. Nicht minder er­hebend war der Anblick der als zweite Gruppe im Trab in Parade vor dem Führer erscheinenden be­spannten Nachrichtenformationen und der Artillerie. In gleicher Weise helle Freude aus osend war Der Anblick der dritten Gruppe, in der alle motorisierten Truppenteile erschienen. Und zum Schluß brauste noch eine Fliegergruppe in 2lufklärungssormatwn über das Paradefeld hinweg. Jubel über Jubel brach bei dem Vorbeimarsch aus. Man sah, daß Der Führer seine Freude an dem Vorbeimarsch Der Truppe hatte, alle Herzen schlugen m heißer Freude den Feldgrauen entgegen, Die hier als ein Teil des großen Werkes des Führers vorbeizogen.

*

Nach der Parade schwoll ein Orkan von Heil- Rusen immer wieder gewaltig an. Und als dann der Führer in ganz langsamer Fahrt mit fernem Wagen an allen Tribünen entlang fuhr, da fand der Sturm der Begeisterung keine Grenzen mehr. Es ist mit Worten nicht zu beschreiben, wie über­wältigend sich die Liebe und die Begeisterung, zu­gleich auch der Dank an den Führer bei dieser Gelegenheit wieder offenbarten. Wie er sich Dem ganzen deutschen Volke gewidmet hat, so gehört dieses Volk ihm und steht zu ihm und seinem Werk in unvergänglicher Treue! Das war der erhebende und beglückende Eindruck, den die vielen Tausende von dem Paradefeld mit nach Hause nahmen, noch vertieft durch die große Freude über unsere neue starke Wehrmacht, in der wiederum der Geist des Führers als kostbares Gut der gesamten deutschen Nation sichtbar ist.

ampfgedanke, ergab sich daraus ganz von elbst. Es bezeugt eindringlich den materialistischen Geist des späteren 19. Jahrhunderts, Daß Die Ar­beiterschaft durch die Lehre eines Karl Marx sich in eine solche Entwürdigung ihres Lebensinhalts hin­eintreiben ließ. Es konnte wohl auch nur ein Mann der Verkünder einer solchen Lehre sein, der bluts­mäßig jenem babylonisch-syrischen Mythos verhaf­tet war, für den die Arbeit ein Fluch ist, Der Menschheit auferlegt, als sie das Paradies ver­wirkte.Verflucht fei der Acker um deinetwillen, mit Kummer sollst du dich darauf nähren Dem Leben lang." (Genesis 3,17)

Nie hätte aber im germanischen NorDen Diese Lehre einen so fruchtbaren Boden finden können, hätten nicht Kirchenlehrer der Spätantike, dem Völ­kerchaos des Mittelmeeres entstammend, jenen My­thos dem religiös-sittlichen Kanon der Christenheit vorangestellt. So lernte nun jedes Schulkind, Daß Arbeit eine Strafe war. Wir aber wissen, daß Arbeit ein Segen ist! Ganz ist das Bewußtsein dessen nie verschwunden. Viele der Besten unseres Blutes haben es ausgesprochen. Wir denken etwa anWilhelm Meisters Wanderjahre" und an den Ausklang desFaust". Die letzte Folgerung daraus zu ziehen, ist uns erst heute vergönnt.

Wir verhökern nicht unsere Kraft zur Arbeit auf offenem Markte: wir setzen sie ein im Dienste an Führer und Volk! Das istAr b e i t s e i n s a tz". So ist auch die Arbeitsvermittlung zur öffentlichen Angelegenheit geworden und die Be­tätigung des Erwerbssinnes einzelnen entzogen. Die Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeits­losenversicherung, deren Zweigstellen die Arbeits­ämter sind, leitet den Arbeitseinsatz. Nicht mehr stehen ihre Arbeitsvermittler unter denFliegen des Marktes" (Nietzsche, Zarathustra), als beflissene Makler, dem Börsenmakler vergleichbar, der den Effektenhandel regelt. Nicht mehr ist es ihre we­sentliche Aufgabe, persönliche Wünsche und Forde­rungen miteinander in Einklang zu bringen. Nein! Gern zwar helfen sie nach wie vor dem Volks­genossen, das zu finden, was er sich wünscht. Aber darüber hinaus ragt beherrschend das große Ziel, das der nationalsozialistische Staat durch den Füh­rer und seine Regierung stellt: die Ordnung des Wirtschaftslebens unter dem Leitstern der neuen Weltanschauung. Ihm muß der einzelne sich fügen ihm seine Wünsche unterordnen. Der einzelne wird geleitet, wie es das große Ziel erfordert. Er wird da eingesetzt, wo es der Gesamtheit nottut, so wie der Heerführer seine Sol­daten einsetzt, wo die Gefechtslage es fordert. Denn aus der militärischen Sprache stammt dieses Bild, wie das derArbeitsschlacht" und viele andere neu geschaffene Begriffe, die allein schon deutlich erken­nen lassen, daß eine kämpferische Bewe­gung den Staat erobert hat.

Arbeitseinsatz ist die Lenkung der im Volke b e r e 11 st e h e n d e n Arbeitskräfte gemäß ;.e.r, s n u n g des einzelnen dahin, wo die völ­kische Wirtschaft sie braucht. Es ist also nicht so, ; 0 wir das WortArbeitsmarkt" aufgegeben

ist aus allen Zeitschriftentiteln ver- 1 L"nDe" Mch kommt fast nur noch mündlich aus alter Gewohnheit vor - sondern weil uns das aebrauchte svrachliche Bild nicht mehr zusagte. Der Begriff selbst ist Vergangenheit geworden, weil wir i anders denken und handeln.Markt" be- ! deutet em Durcheinanderfluten: man ist versucht i von einemfreien Spiel der Kräfte" zu sprechen' 'Einsatz" ist bewußtes Lenken vorhandener Strö­mungen. Wir haben uns nicht einen neuen Namen