Ausgabe 
19.8.1936
 
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Hr.195 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Mittwoch, 19.Anguft 1936

Aus dem Reiche der Frau

Winke für den Küchenzettel

Artikel, weder Gisela, noch Harro oder Christian oder Brigitte. Die Favoriten wechseln, und in kur- zen Jahren stehen wieder andere Namen im Vor­dergrund der Geburtsregister.

Bei einer Auslese der frischbenanntenNeuen" aus einer über Halbmillionenstadt während der Zeit von zwei Monaten hielten die Spitze: Horst mit 140 Teilnehmern des männlichen, und Christa mit 170 des weiblichen Geschlechts. Weitaus unter

Würzige Apfeltunke in der Schale: Ein Pfund kleine saure Aepfel werden mit der Schale in so wenig als möglich Wasser gekocht und durch ein Sieb gedrückt. In einem Eßlöffel Butter wird ein guter Teelöffel Mehl gelbbraun geschwitzt und mit Würfelbrühe verkocht. Dann schmeckt man ab mit dem Aepfelmus, etwas Pfeffer, Mostrlch, Salz, Zitronensaft oder Essig.

Himmel ist. Der konjunkturlose Hans halt sich in diesen zwei Monaten der angegebenen Uebersicht mit 70 Mitgliedern Den Ruhm des Einmaligen haben: Thorsten, Ronnald, Dietbert, Jrnrno, De­genhardt, Florida und Ortwin.

Weibliche Solonamen aus dieser Zwelmonatszeit stellen sich vor mit: Sieglinde, Diethard, Daniela, Hiltrud Sybille, Freia, Benita, Marieluise (!), Walburga, Heidrun und Isis. Die bevorzugten Na- men nach Christa sind 140 Renaten und Inge, Helga und Gisela zwischen 90 und 120 Trägerinnen pro Namen. Weibliche Vornamen wie Ute, Rita, Angela, Astrid, Vera, Jutta und Regine sind durch­aus gebräuchlich und mit je 8 bis 10 beteiligt.

Aus der starken Anwendung verschiedener Vor­namen geht deutlich hervor, daß sie nicht nur will­kürlich von den Eltern gegeben werden, sondern daß jede Zeit der Namengebung ihr Gepräge gibt.

Schü.

Hellgrün, dunkelgrün, rot: Junger Kohlrabi, Spi­nat, Mohrrüben.

Weiß, zartgelb, grün: Kartoffeln, Spargel und Schoten.

Grün, blau, weiß: Blattsalat, Pflaumen, Rettich.

Zartgrün, rostrot, weiß: Gurke, Rotkraut, Blu­menkohl. Schü.

kleinen Schuß Kirch-, Johannisbeer- oder Him­beersaft dazu, oder zwei Blatt rote Gelatine.

Weingelee mit Mirabellen: Ein hal- des Pfund frische Mirabellen und ein halbes Pfund frische Reineklauden werden sauber gewaschen, auf einem weichen Tuch abgetrocknet und ganz, damit sie ihr Ansehen behalten, in eine Glasschüssel ge­tan, leicht mit Zucker bestreut und mit einem hal­ben Liter Weißwein begossen. 40 Gramm weiße Gelatine drückt man in kaltem Wasser aus, bis sie weich ist, löst sie in ein viertel Liter heiß gemach­tem Weißwein vollständig auf, gibt noch ein vier­tel Liter bloß warmen Wein darunter und gießt diese lauwarme Flüssigkeit schnell durch ein Sieb bei gutem Umrühren in die Glasschüssel. Auf Eis in zehn Minuten, in kaltem Wasser in IVt Stunden steif. Mit Schlagsahne, Mürbeplätzchen und gelben Rosen garnieren.

Dreierlei aus denselben Früchten.

(afp) Wie oft hört man Mütter darüber kla- aen daß ihre KinderGeheimnisse" vor ihnen haben Meistens handelt es sich ja um keine ganz kleinen Kinder mehr, sondern um solche, die schon anfangen, Leute zu werden.Meine Tochter sagt mir nichts mehr, früher ist sie doch immer zu mir gekommen, wenn sie etwas auf dem Herzen hatte", heißt es dann über die Sechzehnjährige, deren Schweigsamkeit in persönlichen Dingen man sich nicht recht erklären kann. Es ist dabei auffallend, daß man solche Klagen vorwiegend über Tochter hört, während von den Söhnen gerne behauptet wird,/alles" über sie zu wissen.

Gewiß sind Mütter den Söhnen gegenüber groß­zügiger. Auch fallen für sie die so oft gepriesene Freundschaft zwischen Mutter und Kind manche Hemmungen weg, die ein derartiges Verhältnis bei den Töchtern erschweren. .

Warum es aber mit der Offenheit bei den grö­ßeren, manchmal sogar bei den ganz erwachsenen Kindern so große Schwierigkeiten hat, ist auf die verschiedensten Gründe zurückzuführen. Einmal ist es die Angst, den Eltern unnötige Sorgen zu be­reiten, die viele junge Menschen von einer offenen Aussprache zurückhält. Was ihnen von den Eltern als Mangel an Vertrauen gedeutet wird, ist zu­meist nichts anderes als überlegte Rücksichtnahme. Dielleicht haben junge Mädchen gar nicht so un­recht, wenn sie auf die Frage, warum sie dies ober jenes nickst mit ihrer Mutter besprechen, antworten: Meine Mutter würde mich nicht verstehen oder sich über das Ganze mehr aufregen als ich, und das will ich nicht!" .

Auch wenn Eltern ihren Kindern immer wieder versichern, daß sie jederzeit zu ihnen kommen kön­nen, wenn sie Rat brauchen, so spüren Kinder doch oft eine unüberbrückbare Kluft, die sie am Sprechen hindert. Manchmal spielen hier auch Kinbheits- erinnerungen eine Rolle. Vielleicht folgte einmal auf ein Geständnis eine etwas ungerechte Strafe. Und wie man sich damals vor Strafe fürchtete, so heute vor Vorwürfen. Und das ist vielleicht auch ein Grund, warum sich junge Menschen in ihren persönlichsten Angelegenheiten, seien es nun beruf­liche Schwierigkeiten ober seelische Depressionen irgendwelcher Art, lieber mit der Freundin, dem Freund oder älteren Berufskameraden aussprechen als mit den eigenen Angehörigen. Trotzdem sollte die Kluft zwischen Eltern und Kindern nie so groß sein, daß junge Menschen gewissermaßen vor den Augen der Eltern am Leben verzweifeln. Kinder sollten trotz aller Hemmungen und Mißverständ­nisse doch immer das beruhigende Gefühl haben, daß das Elternhaus ein sicherer Hafen für sie ist, wenn sie einmal gar nicht mehr aus und ein wis-

MineToch«erhatSeheimEe"

-bon Ilse Mahl.

sen.

Eltern sind bekanntlich eifersüchtig auf jeden, der mehr von ihren Kindern weiß als sie selbst, aber sie müßten sich manchmal auch sagen, daß es bel­fer ist, wenn sie nicht alles wissen. Wenn sie auch in vielen Dingen keinen sehnlicheren Wunsch haben, als die Wahrheit zu erfahren, so zeigt doch das Leben immer wieder, bafc sie die Wahrheit in man­chen Fällen ganz einfach nicht vertragen. Sie be­trachten die Dinge eben anders als ein Außen­stehender. Erfahren sie von der einen oder anderen Sache nach einigen Jahren durch Zufall, so ist das für sie immer noch eine große Erschütterung, die das schweigsame Verhalten des Sohnes oder der Tochter nur rechtfertigt. .

Wenn es ihnen an dem notigen Verständnis fehlt so ist daran oft der Unterschied der Genera­tionen schuld. Sie sind in einer anderen Zeit und unter anderen Lebensbedingungen ausgewachsen, die ihre Ansichten geformt haben und es mag ihnen häufig mit dem besten Willen nicht leicht fallen, sich in junge Menschen von heute hinem- zudenken und ihre Sorgen zu verstehen.

3m Sommer Salat!

In der heißen Jahreszeit hat der menschliche Organismus einige Sonderwünsche in bezug auf feine Ernährung. Da die Sonne genügend Wärme­einheiten verteilt, brauchen sie in der Nahrung nicht in so hohem Maße vorhanden zu sein. Das Bedürfnis nach Fleisch, Fett und anderen nähr- haltigen Speisen verringert sich, der Wunsch nach leichter Kost wird laut. Zur besten Beikost gehört Salat, der je nach feiner Zusammenstellung Der- wendung sinden kann. Er ist erfrischend, aufbau­reich, leicht verdaulich und daher gesund. Häufig steht der Wohlgeschmack im engen Zusammenhang mit feinem Aussehen, und die Schönheit der Far­ben spielt beim Salat eine nicht weniger große Rolle, als die Zugaben. Die Reihenfolge, in der man die Gewürze zufügt, ist nicht gleichgültig. Ebenso ist es wichtig, daß der Salat wohl ge­waschen, jedoch nicht ausgelaugt ist, und daß er völlig abgetropft und abgetrocknet in die Schüssel kommt. Zuerst wird Del, dann Essig in Verbindung mit Salz, zuletzt werden die Kräuter dazugetan. Das Mengenverhältnis soll so sein, daß auf vier Eßlöffel Del ein Eßlöffel Essig genommen wird. Auch eine Prise Zucker hat sich schon oft als vor­teilhaft für Geschmack und Bekömmlichkeit erwiesen. Schön ist die Zusammenstellung von grün, gelb und rot. Blatt- oder Gurkensalat wirb mit einem gekochten, burchqeschnittenen Ei unb mit Tomaten verbunden. Weiß, grün, rot. Kartoffeln mit kleinen jungen Schoten und Mohrrüben ergeben einen an­deren, sehr wohlschmeckenden und gesunden Salat. Wenn wir bedenken, daß Helle Sommerfarben er­heiternd auf unser Gemüt wirken, wo immer wir ihnen begegnen, können wir uns leicht vorstellen, daß eine schöne Salatschüssel unsere Eßlust anregt, unsere Stimmung hebt. Zudem sind m der farb­lichen Zusammenstellung keine Zufälligen Werte zu suchen, sondern sie ergeben durch ihren Gehalt, der in den Farben bedingt ist, jene Bereicherung an bekömmlichen Speisen, die gerade im Sommer nicht entbehrt werden können. Daher lassen sich unter dem Gesichtspunkt von schonen, harmonischen Farbenzusammenstellungen wohlschmeckende und ge­sunde Salate bereiten. Die erste der angegebenen Farben ist stets bezeichnend für die Hauptmenge, die die Grundlage des Salats bildet.

Grün, gelb, rot: Blattsalat ober Gurke, gekochtes Ei, Tomaten.

W-, gelb, grün: Sellerie, Kartoffeln, Ei, Pf-f- ferschoten.

Lichtgelb, grün, dunkelrot: Sauerkraur, Wirsing­kohl, rote Rüben.

Wie soll unser Md heißen?

Von Eva Staedtler.

Eltern haben ben Wunsch, daß es ihren Kmdern einmal besser ergehen möge als ihnen selber. Wann dieses größere Wohlergehen der Nachkommenschaft bestehen soll, ist persönliche Anschauung. Außer dem Ziel wirtschaftlicher Unabhängigkeit ur die Kinder gibt es eine Reihe Sonderwunsche für aas geistige und seelische Maß der Entwicklung, rote Eltern es nach eigener Veranlagung und Erfahrung für ihre Kinder ersehnen. Ein Teil dieser Wunsch- träume elterlicher Besorgnis prägt sich m der Jia- mengebung aus.

Traditionsgebundene Namen alter Geschlechter, sowohl mit dem Familiennamen als auch mit dem Bern verknüpft, Vornamen von Großeltern, Pa ten unb Anverwanbten aus Jßietat unb gefühl spielen ebenfalls eine Rolle bei der Venen nuna bes neugeborenen Kinbes. Und schließlich spricht ber Zeitgeist neben ber persönlichen Einstei- lung unb Geschmacksrichtung ber Eltern ein Mort mit'. Kriegsjahre spiegeln sich im Namen anher, Zeiten ber Selbstbesinnung einer Nation ZU Mer Art, unb in kleineren Maßstäben besten vielgelesene unb beliebte Bücher, ebenso erfolgreiche Bühnen­stücke, ja auch bie Namen der Künstler bei der Namengebung der jungen Erdenbürger.

Diese machen in späteren Jahren Men Eltern gerne einen Vorwurf, sei es, daß ihnen der D - name zu klanglos oder nüchtern, Z" wenig Zu ihrer Persönlichkeit passend oder gar zu hochtrabend und aus der Reihe tanzend erscheint.Wenn ich doch Lieschen heißen würde!", seufzte em kleines Mädchen mit dem stolzen nordischen tarnen Dafl mar. Sicher werden die Kinber besagter Dagmar einmal die Kehrseite zu spuren bekommen und ihrerseits stöhnen. Db der Name pafet f* bet einem siebenpfündigen Neugeborenen flu d)f wohl immer schwer feststellbar. Allmah ch gewoh nen sich Mensch unb Name anemanber unb schme den mit wenigen Ausnahmen zu einerEinheit zu­sammen. Wenn auch eine Rosemarie "'M ber Prinzessin aus bem seinerzeit vielgelesenen Roman. Die Heilige unb ihr Narr, ähnlich flu Jem braucht, so paßt ber Name vielleicht von einer anderen Seite aus zu der Trägerin. Noch em zweiter weib­licher Vorname ein altdeutscher aus demsel­ben Buch, hat bei vielen kleinen Mädchen Pate ge­standen: Gisela! Doch soll keiner sich besonders ge­troffen fühlen durch Namenshöhenrekorde tn diesem

reguliert.

Wir haben jetzt viele Gemüse, bie auf dem Markt billig zu haben sind unb bie, knapp übergewallt nicht zu sehr zerkocht! mit etwas Butter köstlich schmecken ober bie, klein zerschnitten, mit wenig Del unb Zitrone angemacht als Salate eine Haupt­mahlzeit ergeben. Tomaten zum Beispiel unb Blumenkohl, Maiskolben (sehr nahrhaft), Schmor­gurken, Rüben, Rot- unb Weißkohl, Pellkartoffeln passen zu allem. Dbst sollte, so merkwürdig es Hingt, vor bem Essen verspeist werben. Die ersten Aepsel sinb schon geerntet unb erschwinglich, Weintrauben (im Frühherbst) gehören heute nicht mehr zu ben Luxusfrüchten, fonbern sinb als sehr gesunbe Nah- rung erkannt worben, sie enthalten ben fräftigenben Traubenzucker. Bananen sinb außerordentlich sät- tigenb. Pflaumen, Preiselbeeren, Birnen sinb im späten Sommer wohlfeil, unb Kürbisse sauersüß! dürften dann auch reif sein.

Mit etwas Geschick läßt sich da ein abwechslungs­reicher Speisezettel machen. Mal ist das Gemüse roh, das Dbst gekocht bann roieber die Tomaten geschmort unb es gibt rohe Zwetschen vorher, einen Abenb macht man geröstetes Graubrot mit Butter zum Krautsalat, ein anbermal kauft man Gesunb- heitsbrot (Knäkke- ober Grahambrot zum Beispiel, bas in vielen Bäckereien von verschiebenen Firmen zu haben ist) und gibt es mit Honig ober braunem Malz als Aufstrich zum großen Kompottopf, ober man gießt frische Milch an die eingezuckerten Früchte, bevor sie gegessen werden. Mit Mandeln und geriebenen Nüssen kann manches verziert und gewürzt werden.

Kein Körper kommt zu kurz, der von all diesen gesunden Sachen genährt wird, die aufgezählt wur­den. Im Gegenteil: Schon sehr bald wird man merken, daß es sich im Sommer schneller denkt und arbeitet bei leichter Kost. Die ganze Familie wird besser aussehen und sich wohler fühlen, wie befreit. Alle werden ein bißchen gesünder werden und bas ist heute wichtiger denn je! Versuchts nur. Es ist nicht umsonst so oft von Vitaminen die Rede, und bie sind in ben srischen Gemüsen unb im Dbst reichlich vorhanden!

Nun ist der Frühkohl dran!

ZdR. In den Hauptkohlanbaugebieten kommen seht täglich große Frühkohlmengen zur Ernte. Der Kohl wird in diesen Gebieten in Bezirksabgabestellen er- faßt, die nur einwandfrei sortierten, nach zwei Güte­klassen getrennten Kohl zum Versand bringen. Mm- berroertige Ware ist von der Anlieferung ausge- schlossen. Jeder Waggon, der das Anbaugebiet ver- läßt, wird von Prüfern des Garten» und Weinbau- wirtschaftsverbandes nachgeprüft. Auf diese Weise erhält der Verteiler große Posten einheitlicher Ware und kann dem Verbraucher gegenüber die Gewähr für einwandfreie Dualität übernehmen. Damit die auf den Feldern stehende reiche Ernte aber auch restlos zur Verwertung kommt, ist es notwendig, daß sich die Haushaltungen auf den Mehrverbrauch von Wirsingkohl, Weißkohl und Rotkohl einstellen. Be- sonders in diesen Tagen wird sich in vielen Haushal­tungen das Bedürfnis nach einem Kohlgericht Her­ausstellen. Kohl bedeutet eine Abwechslung im Speisezettel. Gibt es doch die verschiedensten Weisen der Zubereitung des Kohls, wie Zusammengekochtes, Kohlrouladen, Kohlpüree, Kohlsuppe, Kohlsalat, Schmorkohl und die Variationen der gleichzeitigen Verwendung von Rot- und Weißkohl. Eine weitere Abwechslung bedeutet der Sauerkohl als Zugabe zu verschiedenen Fleischgerichten. Die Ernte des Früh­kohls ist in diesem Jahre groß. Die Hausfrauen sorgen also nicht nur für Abwechslung in der Speisenfolge ihres Haushalts, sondern helfen gleichzeitig auch, ent­scheidend bei der Verwertung der reichlichen Früh- kohlernte, wenn sie mindestens einmal in der Woche Kohl auf den Mittagstisch bringen.

krankheiten.

Also lassen wir einmal für einige Wochen leicht­verderbliche und schwer verdauliche Eßwaren aus unserer Küche weg und nähren wir uns von ande­ren Dingen. Zu den verbannten oder einzuschrän- kenden Sachen gehören alle Lebensrnittel, die in irgendeiner Form Eiweiß enthalten: Fleisch, Fische, Räucherwaren vom Bücking bis zum Wurst­zipfel und jede gewürzte Speise. Eiweiß, weil es schnell verdirbt, Salz, Pfeffer ujro., weil es Dürft macht und wir in unserer Kur so wenig Flüssigkeit als möglich trinken sollen. Zu viel Wasser schwemmt den Körper auf, belastet den Kreislauf und strengt dadurch das Herz unnötig an. Also: reizlose Kost, wenig Fleisch, nichts Ge- räuchertes oder Gepökeltes da bleiben frische Gemüse und Dbst, und es empfiehlt sich die Mischung von gekochten Gemüseplatten und der schon ost besprochenen Rohkost, als Getränk statt Kaffee, Tee und Bier cs mit saurer Milch zu ver- suchen mit ober ohne Zucker, die außerdem noch den Vorteil hat, daß sie den Stofswechsel

Gelee: Zehn Kilogramm Johannisbeeren, drei Kilogramm Himbeeren. Von den Himbeeren die größten und schönsten Früchte heraussuchen, die Johanni.beeren abftreifen, schnell abspülen und noch tropfend in den Einkochtopf tun. Die weniger an­sehnlichen Himbeeren dazu. Miteinem viertel Liter Wasser aufs Feuer setzen, bis die Beeren platzen. Sie dürfen nicht kochen, nur einmal aufwellen. Schnell durch's Sieb den Saft ablaufen lassen. Die gleiche Gewichtsmenge Zucker erwärmen. Den warmen Säst in den warmen Zucker rühren. Ist das alles aufgelöst, in geschwefelte Gläser füllen, ein Alkohol­papier darauf legen und mit Zellophan zubinden.

Saft. Die abgelaufenen Beeren in den Koch­topf zurückgeben, so viel Wasser darauffüllen, daß cs ein Finger breit über den Beeren steht. Fünf Mi­nuten ordentlich kochen, wieder den Saft durch ein Sieb laufen lassen, ohne zu drücken. Auf ein Liter Saft 125 Gramm Zucker, bis zum Kochen bringen, wenn der Zucker aufgelöst ist, in Flaschen füllen, verkorken, zubinden und 20 Minuten sterilisieren.

Rote Grütze: Die Beeren wieder in den Topf geben, etwa zwei Liter Wasser bprauf gießen, fünf Minuten burchkochen, burch ein Tuch gießen unb orbentlid) ausbrürfen. Die Rückstänbe werben erst weggeworfen, wenn sie ganz grau sinb. Den ge­wonnenen Saft messen, nach Geschmack süßen, auf zwei Liter kochenben Saft 4 Liter Grieß unterrüh­ren, zum Schluß bie ganzen guten Himbeeren roh barunter mischen unb einen Eßlöffel Honig, der mit etwas Saft aufgelöst ist, dazu tun. Kalt mit fri­scher Milch reichen. Frida Aisch.

Sommerkur zu Hause.

Von Charlotte Ttll

(afp) Da hört unb sieht man jebes Jahr von neuem, baß Bekannte für vier Wochen wegfahren, um eine Kur zu machen. Sie kommen erholt unb frisch zurück, unb man fragt sich unwillkürlich, ob das allein bie Ruhe macht, bie sie in bem jeweiligen Babeorte haben ober die gute Lust ober bie ver- orbneten Bäder? Nein bas allein macht es nicht. Sonbern es ist bie allgemeine Umstellung bes Körpers, bie durch die ungewohnte Um­gebung, andere Lust und vor allen Dingen eine neue'Lebensweise heroorgerusen wird. Dazu brauchen wir nicht unbedingt eine teure Kur in weiter Ferne zu machen wir können auch zu Hausekuren" und etwas erreichen. Die grund­legende und wichtigste Sache dabei ist eine ver­änderte Nahrung, eine sogenannte Diät, unb es ist sehr wesentlich, wenn man diese vorübergehende Aenderung der leiblidjen Genüsse im Sommer vor- nimmt. Erstens sind Kuren kurz vor den Winter- monaten überhaupt zu empfehlen, sie frischen an­genehm auf für die anstrengende kalte Zeit, und zweitens sollten wir bei großer Hitze sowieso andere Mahlzeiten nehmen, als bei kühler Temperatur, denn in der heißen Zeit verderben viele Lebens­mittel leicht deshalb gibt es im Sommer, be­sonders bei Kindern, so oft Magen- und Darm-

Salat: 6 Gramm mürbe Aepfel, 2 Salzgurken, 6 gekochte kalte Kartoffeln, ein kaltes hartes Ei werden in Würfel geschnitten. Aus drei Eigelb, zwei bis drei Eßlöffel Salatöl, ein Teelöffel Zitro­nensaft und zwei Eßlöffeln Rahm rührt man eine kündige Masse, die mit gehacktem Schnittlauch, Pe­tersilie, Pfeffer und Salz abgeschmeckt über den Würfeln angerichtet wird.

Gebratene Leber: Ein gehäufter Eßlöffel Schweins- ober Gänsefett wirb in ber Pfanne er­hitzt. Eine Gänseleber, leicht gepfeffert unb gesalzen kommt in bie Mitte. Zwei Eßlöffel feine Zwiebel­ringe werben leicht mitgebraten. Erst wenn sie bräunlich sinb gibt man brei große in Scheiben geschnittene Aepfel als Berg über fieber unb Zwie­beln, beckt bie Pfanne gut zu unb läßt alles noch ein paar Minuten burchfchmoren, bis bie Aepfel weich, bie fieber grau aber nicht hart ist. Sehr heiß anrichten.

Brau ne Birnen im Ne st: 100 Gramm Butter läßt man in einem Kochtopf gut zerlaufen unb gibt etwa zwei Pfunb reife Birnen hinein, bie geschalt unb in große Stücke geschnitten sinb. Sie werben mit Zucker, Zimmt unb geriebenee Schoko­labe bestreut, vorsichtig gar unb bräunlich ge­schmort. Dann nimmt man bie Birnen heraus unb kocht von ber Buttertunke mit ein viertel Liter Milch, ein Eßlöffel Monbamin unb brei Eigelb unb einem Päckchen Vanillenzucker einen steifen Brei, unter ben man bie brei fest geschlagenen Eiweiß rührt. Der Brei kommt als Nest auf bie Schüssel, bie Birnen oben auf.

Kleine 0 b ft f p e i f c n : Zwei Pfunb entsteinte Pflaumen ober Kirschen werben knapp mit Wasser bebeeft weich gekocht, burchgeschlagen unb nach be­lieben gezuckert. Auf einen Liter Fruchtbrei rechnet man 75 Gramm Monbamin, bas in kaltem Wasser aufgelöst würbe, zum Steifen. Nachbem alles noch­mal gut burchgekocht ist, wirb bie Speise in kleine kalt ausgespülte Förmchen gefüllt unb kalt mit Va- nillensoße gegeben. Hat man burch zuviel 23er- roenbung von Pflaumen eine etwas graue Farbe bekommen, bann gibt man vor bem Steifen einen

Christian, ber auch beträchliche Höhen erreicht, unb Christiane stehen Christof unb Christine. Spärlich sinb bie noch vor zehn Jahren so beliebten Doppel­namen vertreten: Annemarie, Evamarie, Marie­luise, Hannelore, Karlheinz ober Wolsbietrich. In gleiche Sympathien teilen sich bei bem starken Ge­schlecht: Heinz, Wolfgang, Günther, Klaus unb Manfreb mit 100 bis 120 Namen. Peter ist im Absinken gegenüber Vorjahren mit ungefähr 60 eingetragenen Mitgliebern, währenb Werner mit 120 ein roieber aufgehenber Stern am Namens-

Kleine Hochsommerblusen.

Im Hochsommer ist bie leicht auswechselbare Bluse nicht nur eine mobische Erscheinung, fonbern auch eine Erleichterung in bezug auf viele Kleider­fragen. Man trägt jetzt beispielsweise:

Dunfle Seidenbluse aus Kunstseide, aus Crepe de Chine oder einer anderen Seidenart. Blau und weiß gemusterte Seiden sind für den Hochsommer bevorzugte Blusenfarben. Die Machart ist jugendlich und einfach. Kleine Puffärmelchen, Schleife am Ausschnitt, zwei große Clips am vor­deren Verschluß. Dazu einen beigefarbenen, einen weißen, einen grauen Rock, der schmal und kurz ist und zur Bluse paßt.

Karierte Taftbluse mit Rundpasse und Volantsärmeln. Sie ist sehr eng und schlank ge­arbeitet, liegt in der Taille an und eignet sich gut zu jedem einfarbigen Rock.

Abendbluse ausweißemSatinkrepp, bie in Schößchenform gearbeitet ist. An Stelle bes Gürtels ist ein breites Banb angebracht. Es roirb rückseitig zur großen Schleife gebunben. Rosa unb lichtblaue Satmkrcppblusen werben für abenbliche Zwecke gern gewählt. Jabots bilden oft den Auf­putz ber Bluse. Schwarzer ober buntelblauer Sei- benrock gehört dazu.

W e ft e n b I u f e, man könnte sie gleichsam als Universalbluse bezeichnen, ba sie sich für alle Zwecke eignet. Sportlich, vormittäglich, in schöner unb ele­ganter Ausführung auch für nachmittags, so zeigt sich bie Westenbluse, geputzt burch große Knöpfe, mit kurzen anliegenben Aermeln. Vorn sind die Spitzen lang und schlank, der Gürtel läßt die Spitzen der Weste einige Zentimeter hervorsehen.

AermelloseWeste. Sie paßt zum Kleid, und paßt ferner zu Bluse und Rock. Sie wird aus dun- telblauem Samt gearbeitet (grüne Westen sind außerdem modisch neu) und hat oben und unten je zwei Verschlußclips. Sonst weist sie keinen Putz auf, damit man sie unbehindert zu jebem itleib tra­gen kann. Die sportlich roirtenbe ärmellose Weste sitzt in ber Taille schlank an, währenb sie oben eine bestimmte fast blusige Weite aufweist. Rückseitig kann sie mit einem Halbgurt geputzt sein, ber aus ber Herrenkleibung entlehnt ist. venu.