Die öcutfthc flrbcirofront n.9.=0cm£inf(haft „(traft öurth freuöc"
Omnibusfahrt nach dem Nürburgring.
Am Sonntag, 26 Juli 1936, fährt wieder zu dem Autorennen auf dem Nürburgring um den „Großen Preis von Deutschland" ein Omnibus. Der Fahrpreis beträgt 7 Mark. Wir bitten alle Interessenten, sich möglichst umgehend anzumelden (bei Anmeldung ist der Fahrpreis zu bezahlen), damit sich jeder Teilnehmer seinen Platz rechtzeitig sichert.
Sonderzug nach Hamburg
zu dem Weltkongreß für Freizeit und Erholung vom 22. bis 27. Juni.
Während obiger Zeit fährt ein Sonderzug nach Hamburg zu dem Weltkongreß. Der Fahrpreis beträgt einschl. Verpflegung 27,50 Mark. Anmeldungen hierfür müssen umgehend auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, abgegeben werden.
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** E i n Fünfund siebzigjähriger. Schreinermeister Georg Adam Hainer wird am Montag, 22. Juni, 75 Jahre alt. Bereits im Jahre 1889 gründete er in der Kaplaneigasse eine Bau- und Möbelschreinerei. 40 Jahre lang wirkte er in dieser Werstatt, bis er dann im Jahre 1929 nach der derzeitigen Werkstatt, Am hitlerwall 7, übersiedelte, heute noch hilft er seinem Sohn, der den Betrieb übernommen und auf eine beachtliche höhe gebracht hat. Herr Hainer, ein alter Handwerksmeister von echtem Schrot und Korn ist von seinen Berufskollegen und darüber hinaus von allen Bekannten hoch geachtet. Fast 50 Jahre ist er Leser seiner Heimatzeitung des Gießener Anzeigers.
** Sonntagsrückfahrkarten aus b e - fonberem Anlaß. Zu dem am 20. und 21. Juni in Frankfurt a. M. stattfindenden NSKK.° Treffen der Motorgruppe „Hessen" werden von der Fahrkartenausgabe Gießen Sonntagsrückfahrkarten mit verlängerter Geltungsdauer ausgegeben. Die Karten gelten zur Hinfahrt am 20. Juni von 0 Uhr bis 21. Juni und zur Rückfahrt vom 20. Juni bis 22. Juni 12 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt).
** Eine Lichtbilder-Aus st ellung im Schaufenster des Papiergeschäftes Hans Krauch im „Haus Schwarz" in der Bahnhofstraße zeigt vier Aufnahmen Gießens und seiner Umgebung, die die Stadtverwaltung aufgekauft hat. Die Bilder stammen von Hans Krauch selbst, der sich als geschickter Lichtbildner erwies. Der Landgraf- Philipp-Platz, der Eingang zum Alten Schloß, eine Landschaftsaufnahme mit dem Gleiberg im hinterarund und ein Bild vom Schiffenberg sind Beweise seiner Lichtbildkunst und haben auch die Stadt zum Ankauf bewogen. Neben diesen Bildern sieht man aber auch eine große Anzahl schöner Aufnahmen von Motiven und Landschaften aus der näheren und weiteren Umgebung, wie z. B. Münzenberg, Wetzlar, Alsfeld, Gelnhausen und Hersfeld.
** Gartenrundgang am Nahrungsberg. Der hiesige Obst- und Gartenbauverein veranstaltet am Sonntag, 21. Juni, unter Führung von Gartenbautechniker Wasewitz für die Gärten am Nahrungsberg einen Gartenrundgang. Der am vorigen Sonntag stattgefundene Rundgang in den Anlagen des hiesigen Gartenbauvereins hatte in den Kreisen unserer Kleingärtner regstes Interesse gesunden. Die Teilnehmer konnten wichtige Anregungen und Erfahrungen aus dem Gebiete des Kleingartenbaues mit nach Hause nehmen. Die praktische Beratung im Kleingartenbau ist nicht nur eine wichtige Maßnahme zur Förderung des Gartenbaues überhaupt, sondern trägt auch bei, die Erzeugung unseres Volkes aus eigner Scholle zu steigern. Sie stellt sich somit in den Dienst der Erzeugungsschlacht. (Auf die heutige Anzeige sei besonders aufmerksam gemacht.)
** Der Bund heimattreuer Schlesier (Deutscher Ostbund) hielt am Donnerstag im „Pfälzer Hof" seine Monatsversammlung ab, zu der der Bundesgruppenleiter wiederum einige neue Landsleute begrüßen konnte. Nach Erledigung organisatorischer Fragen wurde beschlossen, an Stelle der nächsten Monatsversammlung einen Abendspaziergang nach der Rindsmühle zu unternehmen. Die Omnibus-Rheinfahrt am 19. Juli soll gleichzeitig der praktischen West-Ost-Arbeit dienen. Zu dem Feriensonderzug am 10. Juli nach Berlin und Ostpreußen gingen einige Meldungen ein. Der Bundesgruppenleiter sprach noch über die in nächster Zeit zu leistende Heimatarbeit, wie u. a. für den Reichstrachtentag in Hirschberg und die Fahrt zum Sängertag nach Breslau.
„Volkssender 1936/'
Sine unterhaltsame Veranstaltung im Lass Leib.
Unter diesem Stichwort hatte die NSG. „Kraft durch Freude" für gestern abend zu einem Rundfunksprecher-Wettbewerb in das Caf6 Leib eingeladen. Schon einiae Wochen zuvor waren durch den Rundfunk die unbekannten Kräfte, seien es Sänger, Sprecher oder singende oder sprechende Gruppen, aufgerufen worden, sich zum Wettbewerb zu melden. Die Meldungen liefen zahlreich ein; erfreulicherweise waren unter den Meldenden auch einige Vertreter vom Land, die ihr Können unter Beweis stellen wollten.
Die Veranstaltung sollte aber auch für die Mitglieder der NSG. „Kraft durch Freude" eine anregende Abwechslung bilden. Dieser Zweck wurde voll erreicht. Man freute sich der abwechslungsreichen Darbietungen und lachte aus vollem Herzen.
Als Ansager des Abends wirkte Paul Nieren vom Stadttheater, der gleich mit seinem ersten Auftreten und seiner Begrüßung die rechte Stimmung unter die Zuschauer brachte. Eine schneidige Eröffnung fanden die Darbietungen mit dem Auftreten Des Jungvolks vom Jungbann 116 Gießen. Die erstklassigen Vorträge der Trommler und Pfeifer wurden abgelöst von den schmetternden Fanfarenklängen der Bläser, die gegenüber auf der Empore Aufstellung genommen hatten. Den starken Beifall hatten sich Die Jungen redlich verdient.
Nun wurden in bunter Reihenfolge Einzeldarbietungen und Gruppendarbietungen jeglicher Art geboten. Die Mitwirkenden traten den Besuchern von Mund zu Ohr gegenüber, nicht etwa durch das Mikrophon, wie viele geglaubt hatten. Alle gaben ihr Bestes, um sich die Gunst der Zuhörer zu erringen, die denn auch stark Beifall klatschten.
Zuerst erschien Heinrich Erb-Wieseck auf der Bühne und erfreute mit dem Lied „Wer uns getraut" aus dem Zigeunerbaron. Am späten Abend gab er noch eine Zugabe. Lieder zur Laute von Löns sangen Fritz Müller-Hungen und Hans Schmitz-Gießen, letzterer noch ein heiteres Volkslied. Ein Mitglied der Laienspielschchar von der
NSG. „Kraft durch Freude"-Gießen, Rudi Rub- famen, konnte sich wie die vorgenannten nut seinen Liedern zur Laute die Gunst der abstimmungsberechtigten Zuhörer erfreuen. Als Einzel- fprecher wartete Ludwig Mosbacher vom Stadttheater mit einer Funk-Reportage „Neues aus aller Welt" auf. Der gestrige Besuch des Luftschiffes „Hindenburg" und der immer näher kommende Zeitpunkt, daß Gießen Großstadt wird, standen im Mittelpunkt feiner heiteren Ausführungen.
Auch einige Gruppen beteiligten sich an der reichen Ausgestaltung des Abends. Die Werkschar Bänninger- Gießen fang das hohe Lied der Arbeit, nationalsozialistisches Volksgut bester Art: „Wir sind des Werktags Soldaten" und gab damit ihrem Wollen zum Aufbau des Dritten Reiches Ausdruck. Für die Werkfchar Buderus- Lollar legte Johannes Will- Lollar mit dem Gedicht „Die Hirne erdenken" ein Bekenntnis zum Staat Adolf Hitlers ab. Eine Szene heiterer Art, so recht aus dem Leben gegriffen, bot die Arbeitsdienstabteilung 5/222 „Justus von Liebig" mit dem Stegreifspiel „Abends beim Kartoffelschälen". Der gute unverdorbene Mutterwitz, der dem Stück eigen war, fand stärksten Beifall. Einen schönen Abschluß der Dortragssolge bot eine Abteilung des NS.-Stu- dentenbundes, hochschulgruppe Gießen, mit Liedern des neuen Deutschland, und einer Lesung, die den Willen der Studentenschaft, mitten im Volk für das Volk zu stehen, Ausdruck verlieh.
Paul Nieren dankte zum Schluß allen Mitwirkenden und forderte zur namentlichen Abstimmung auf den ausgegebenen Stimmzetteln auf. Die Sieger des Abends, die erst später sestgestellt werden, werden am kommenden Sonntag in Marburg erneut auftreten und sich der engeren Wahl unterziehen müssen, bis sie schließlich nach Berlin berufen werden.
Anschließend fanden noch heitere Rundfunkübertragungen statt.
Oberhessen.
Landkreis Gießen.
* Stausenb erst, 17. Juni. Am nächsten Sonntag findet hier ein Heimatfest der Heimatoereinigung Staufenberg statt. Der erste Teil wird sich auf der oberen Burgruine abspielen. Ferner wird die „Bäuerliche Spielschar Alten-Buseck" unter Leitung von Frau Sarg einen Zweiakter zur Ausführung bringen. An diesen ersten Teil wird sich dann in den Räumen der unteren Burg Konzert, Tanz, Reigenvorführungen des BDM. anschließen. Am Abend nach Eintritt der Dunkelheit wird eine Beleuchtung der Burg stattfinden, ferner werden die Turnvereine von hier und Lollar turnerische Darbietungen bringen.
- Saubringen, 18. Juni. Bei der hier durchgeführten Schweinezwischenzählung wurden einschließlich hofgut heibertshausen gezählt: 4 Zuchteber und über 300 Ferkel, ferner 527 Schweine, davon 66 Zuchtsauen, die Anzahl der Schafe betrug 174 Stück.
+ Mainzlar, 18. Juni. Die hier durchgeführte Schweinezwischenzählung brachte folgendes Ergebnis: 401 Schweine; geboren wurden im März 14, im April 13 und im Mai 16 Schweine. An nicht beschaupflichtigen Schweinen wurden geschlachtet im März 26, im April 4 und ein Schaf. Gezählt wurden in unserem Ort an Schafen 279 Stück.
wg. Großen-Buseck, 18. Juni. Dieser Tage trafen die beiden ersten SA.-Männer aus Rostock (SA.-Gruppe Hansa) hier ein, um einige Wochen der Erholung in Großen-Buseck zu genießen. Desgleichen trafen auch einige Kinder aus der Duisburger Gegend ein, um hier für einige Zeit bei hiesigen Familien Aufnahme zu finden. Demgegenüber reiften zwei Jungen und ein Mädchen von hier in die Mark Brandenburg ab. Die Kinder lernen bei dieser Gelegenheit ein Stück unseres Vaterlandes kennen und kehren sicherlich auch erholt zurück.
4- Grünberg, 18. Juni. Das Sammelergebnis am letzten Sonntag betrug hier insgesamt 280,84 Mark. Davon entfielen auf das Rote Kreuz
147,55 Mark, auf die Innere Mission 86,28 Mark und auf den Caritasverband 47,01 Mark.
(D Lauter 18. Juni. Gestern trafen in unserer Gemeinde die ersten Ferienkinder ein. Sie fanden alle liebevolle Aufnahme und werden Gelegenheit haben, sich gut zu erholen.
Dors-Güll, 16. Juni. In letzter Zeit mar es zwei Ehepaaren in unserer Gemeinde vergönnt, ihre goldene h o ch z eit zu feiern, nämlich die Jubelpaare Heinrich Kutscher und Frau und dem früheren Gast- und Landwirt Wilhelm Jakob Bender und Ehefrau. Ersterer hat über 40 Jahre lang der Gemeinde als Schäfer treue Dienste geleistet. Dem anderen Jubelpaare waren zu ihrer Jubelfeier Glückwunschschreiben vom Herrn Reichsstatthalter Sprenger, sowie vom Kreisdirektor Dr. Lotz (Gießen) zugegangen. In feierlicher Weise wurden diese Schreiben am Sonntagabend durch Bürgermeister Knöpper in Gegenwart der politischen Leiter und der SAR. überreicht.
(xd Langsdorf, 18. Juni. Nun ist die Heuernte in vollem Gange, viel später als seit langen Jahren. Der Graswuchs verspricht eine gute Mittelernte. Die Bekämpfung des Hederichs nahm Heuer viel Zeit und Kraft in Anspruch. Trotz aller Mühe, auch trotz der Anwendung chemischer Mittel, greift diese Wucherpflanze immer mehr um sich und hat jetzt auch schon im sog. „Roten Feld", nördlich der Bahnlinie Gießen—Gelnhausen gelegen, Fuß gefaßt. Auch gegen das Frühlingskreuzkraut mußte energisch Dorgegangen werden. Mit dem Stand der Getreidefelder sind unsere Bauern sehr zufrieden. — Die Gemeinde versteigerte ihre Kirschen auf der „Remise", einer Trift, die vordem ein kleines Wäldchen trug, jetzt aber mit Obstbaumanlagen versehen ist. Vor Jahren wurde dort Bauxit abgebaut. Der Ertrag an Kirschen ist mäßig. Darum bewegten sich die Preise pro Stamm zwischen 1 bis 4 Mark. —Durch die fleißige Werbung der NSV. und der NS. -Frauenschaf t konnten auch in diesem Jahre wieder Stadtkinder zur Erholung bei uns untergebracht werden. Etwa 12 Kinder aus dem westfälischen Industriegebiet und aus
Verfluchtes Gold!
Roman von 3. Schneider-Foerstl.
Urheberrecht: Verlag Oskar Meister, Werdau i. Sa.
3. Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Noch immer lag Frau Steffens Hand mit leichtem Druck auf der ihren. „Irgend jemand haben wir alle zu beweinen, mein Kind, und die Toten haben es gut. Viel besser als wir. Wir sollten ihnen die Ruhe nicht mißgönnen. — Aber Sie haben wirklich verschwendet", sprang sie vom Thema ab. „Nun wird mein Sohn immer solch ein üppi- ges Mahl erwarten, wenn er abends nach Hause kommt."
Die Stimmung war gerettet, bie jungen Gesichter wieder von Frohsinn erhellt. Man aß mit Genuß und Behagen. Als Rolf Marias Glas zum zweiten Male füllen wollte, deckte sie rasch die Hand darüber. „Nicht mehr, Herr Steffen. Ich glaube, es ist schon mehr als genug."
„So schnell geht das bei Ihnen?" lachte er.
„Ja--und ich hätte so gerne noch einen
kleinen Spaziergang durch den Ort gemacht. So etwas sehe ich nicht alle Tage."
„Ja, nicht wahr?" meinte Frau Steffen. „Man rast immer nur durch. Das Dorf ist wirklich idyllisch und wird Ihnen gefallen. Während ich noch alles für die Nacht zurecytrichte, kann mein Sohn Sie führen." —
Es war ein wundersames Gehen in den blauen Dämmer hinein. Als ob morgen Sonntag wäre, dachte Maria Terry und streichelte im Äorüber- gehen einen Zweig, der sich zu ihr Herabboa. Ein Schubkarren knarrte in die Stille, und verspätete Hennen gackelten aufgeregt ihrer Behausung zu. War man, wenn man im Auto angehetzt kam, verärgert über die winkeligen Straßen, so bedeutete das zu Fuß eine wundervolle Abwechslung und Entspannung.
hier in Klein^Ellbach waren die Gassen nicht angelegt, entworfen, abgeftedt, die Plätze nicht nach Länge und Breite fein säuberlich abgezirkelt. Sie wuchsen ganz einfach wie das Geäst eines Baumes, wunderlich verschlungen, ineinander verstrickt, um
icn ungefährdet über den
dann mitten aus aller Verwirrung wieder einen Ausweg zu finden und an einer Haustür, einem Gartenzaun ober im freien Felde zu landen.
„Nur den, daß ich nach der nächsten Stabt hinüberfahre und von bort aus anrufe."
„Wie weit ist bas?"
„Eineinhalb Stunden zu Fuß."
„Allmächtiger!"
„Das ist doch gar nicht weit", meinte er gleichmütig. „Mit dem Rad ist es keine fo große Strecke, und heimwärts kann ich mir ja Zeit lassen. Wenn Sie mir die Telephonnummer angeben, hat Ihr Herr Vater in längstens einer Stunde Bescheid."
Maria zögerte, hatte einen nachdenklichen Ausdruck in den blauen Augen und schien zu überlegen. „Kann ich nicht mitkommen?"
„Nein", sagte er ernst, bemerkte ihre Enttäuschung und lächelte: „Dann dauert es viel länger. Außerdem habe ich nur ein Rad. Für Sie müßte ist erst eines leihen und das möchte ich nicht gerne."
Sie gab sich sofort zufrieden. „Wann werden Sie wieder zurück sein?
Er sah nach der Uhr und überschlug die Zeit. „Wenn ich sofort wegfahre, bin ich m fünfviertel Stunden wieder da. Vorausgesetzt, daß ich nicht übermäßig lange auf den Anschluß warten muß. Warum sind Sie denn plötzlich so kleinmütig?" fragte er, während sie einen schmalen Weg benutz- ten, um wieder nach Frau Steffens Haus zurück- zukommen.
„Ich habe Angst."
„Daß Ihr Vater zankt?"
„Ach nein! Papa zankt überhaupt nicht. Er bittet immer. Aber ich sorge mich, daß Ihnen unterwegs etwas zustöbt."
_Das machte ihn fröhlich. „Wo denken Sie hin' Ach fahre doch nicht das erste Mal mit dem Rad Sie sind beinahe wie meine Mutter. Die hat auch smmer Angst, wenn ich fortgehe und breitet am Abend die Arme nach mir aus, als wäre ich Der« lorengegangen und käme nun endlich wieder zu 'dr Zurück. Ich habe schon gebeten, gezankt, sie aus« gelad)t, es hilft alles nichts. Ich kann es ihr nicht abgewohnen." '
„^f) würde es ebenso machen", sagte Maria Terry versonnen.
-in-r Antwort, hott- Rots Steffen feinen ?rm in den ihren: „Frauen sind doch so ganz an- bers als mir Wenn ich da- Semester Über ch ^tünchen bin, immer nur unter meinen Komilitonen hm ich genau wie sie: burschikos, ungebunden, kauny
„Sie studieren doch sicher in München"? fragte Maria Terry ihren Begleiter, der eben ihre Hand ergriff, um das Mädchc.. o/22,-2_l 22.. 2.. schmalen Steg zu führen, der den brausenden Mühlbach überbrückte.
„Ja", sagte Rolf. Sie ahnte es mehr, als ihr Dhr es vernahm, denn das Wasser rauschte und lärmte. Feinnebliger Staub sprühte ihnen über Gesicht und Kleider, und den Wellen machte es scheinbar Spaß, die Sohlen ihrer Schuhe zu netzen.
„In vier Wochen ist wieder Semesterbeginn."
„Dann be uchen Sie uns!"
Er schwieg.
„Nicht?" fragte sie enttäuscht, hielt mitten auf dem Steg inne und versuchte in seinem Gesicht zu lesen. „(Sott, wenn Sie auch eine Freundin haben, fo würde fie doch sicher nichts daran finden, wenn Sie sich einmal zu uns verirren."
«Ich habe keine Freundin!"
„Verzeihen Sie." Maria fühlte, wie ihr Arm schroff von feiner Hand umfaßt wurde.
„Sie dürfen nicht soweit nach dem Rand hin gehen," mahnte er. „Der Mühlbach ist tief."
Die Schultern leicht nach vorn geneigt, setzte sie die Schritte vorsichtiger, „hupp!" machte Rolf Steffen, faßte sie um die Mitte und hob sie nach dem Wiesengrund hinunter. „So, da wären wir also! — Schön, nicht?"
Der Lärm, den die Mühle verursachte, war überlaut. Doch alles war hier voll lauschiger Winkel und Ecken, und das Wasser schäumte und spritzte, zog Wirbel und Kreise und weitete sich plötzlich zu einem großen glitzernden Becken.
In Marias Gesicht kam plötzlich ein fassungs- ioser Ausdruck. „Ich habe vergessen, meinen Vater zu verständigen! Glauben Sie, daß es jetzt noch geht?
„Die Post schließt schon um sieben Uhr."
„Mein Gott", sagte sie erschrocken, nach ihrer Armbanduhr sehend, „und jetzt ist es einhalb neun! — Was mache ich da? Mein Vater tut kein Auge zu, wenn er nicht weiß, wo ich bin. Zu leichtsinnig von mir! Wissen Sie keinen Ausweg, Herr Steffen?"
hessischen Industrieortsn wetten jur Zett M ttns, um sich in gesunder Luft und bei kräftiger Nahrung zu erholen. — Die Sammlungen des letzten Sonntags zeitigten befriedigende Ergebnisse. Das Rote Kreuz konnte aus Langsdorf und Bettenhausen 38 Mark verbuchen. Die Sammlung für ine Werke, der Inneren Mission, durchgesuhrt von der evangelischen Frauenhilfe, ergab 107 Mark, in Bettenhausen 24 Mark.
Kreis Friedberg.
... Butzbach, 18. Juni. Gestern nachmittag ereignet sich auf der Cleeberger Straße ein U n f a l L Aus der Umgehungsstraße nach Gießen kam im Auto ein hiesiger Kaufmann in mäßigem Tempo gefahren und streifte eine Radfahrer, der aber mit dem Rade unter den Wagen geriet. Während das Rad völlig zertrümmert wurde, kam der Radler wie durch ein Wunder mit dem Schrecken davon. Die Polizei stellte sofort den Tatbestand fest.
Kreis Schotten.
+ Schotten, 19. Juni. Die am 13. und 14. Juni erfolgten Sammlungen für die Innere Mission und für das Deutsche Rote Kreuz hatten in unserem Kreise wiederum recht gute Ergebnisse und legten Zeugnis von dem lebhaften Interesse, das die Kreisbevölkerung diesen wichtigen Wohlfahrtsorganisationen stets entgegenbringt, ab.
* Laubach, 19. Juni. Am morgigen Samstag, 20. Juni, kann Frau Dorothee Lang in voller aeiftiger und körperlicher Rüstigkeit ihren 70. Geburtstag feiern.
# Groß-Eichen, 18. Juni. Matthias Seibert von hier, der, wie bereits vor vierzehn Tagen berichtet wurde, auf der Grube in Lardenbach verschüttet wurde, ist den Verletzungen im Krankenhaus zu Laubach erlegen. Der Verblichene ist erst 49 Jahre alt und hinterläßt eine Frau und vier Kinder. Er war, wo immer er auch gearbeitet hat, ein geachteter, fleißiger und guter Arbeitskamerad.
4- Groß-Eichen, 18. Juni. Am Sonntagmorgen fand hier in der Turnhalle eine Vorturnör- ftunde des Turnkreises Schotten statt. Aus allen Kreisvereinen waren die Turnwarte und Vorturner erschienen, um unter Leitung von Kreisführer und Kreisturnwart Deubel (Rainrod) noch einmal die Hebungen sämtlicher Turnstufen zum Kreis- turnfeft Lurchzuturnen. Es ist das erstemal, daß dem Turnverein Groß-Eichen eine solche Veranstaltung zufällt.
— Wingershausen, 19. Juni. Unser seit Dezember 1932 hier wirkender Ortsgeistlicher Pfarrverwalter Dr. Philipp Engel wuroe^urch den Landeskirchenausschuß mit Wirkung vom 1. Juli 1936 zum definitiven Pfarrer der Pfarrei Wingershausen-Eichelsachsen ernannt.
Meine Girafkammer Gießen.
Der I. K. aus Gießen wurde vorn hiesigen Amtsgericht wegen Betrugs zu einer Gefängnisstrafe von 9 Monaten verurteilt. Der Angeklagte war für eine Versicherungsgesellschaft tätig. Als solcher besuchte er eine Anzahl Handwerker in Oberhessen. Diesen gegenüber gab er sich als Beauftragter der Handwerkskammer aus, die jedem Handwerker die Mitgliedschaft bei der Versicherungsgesellschaft zur Pflicht mache. Die Handwerker wurden auf diese Weise geschädigt. Die Berufung des Angeklagten wurde verworfen.
Wegen Diebstahls wurde der H. Br. aus Alsfeld vom dortigen Amtsgericht zu 4 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte war als Knecht bei einem Landwirt beschäftigt. Im Laufe des vorigen Jahres entwendete der Angeklagte nach und nach eine erhebliche Menge Frucht, die er wieder verkaufte. Trotzdem der Angeklagte einschlägig vorbestraft ist, billigte ihm das Amtsgericht noch einmal mildernde Umstände zu. Die Berufung des Angeklagten wurde zurückgewiefen.
Der W. Schm, aus Elbenrod wurde vom Amtsgericht Alsfeld wegen Jagdvergehens zu 3 Monaten 1 Woche Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte tötete am 21. Dezember vorigen Jahres im Jagdrevier feines Vaters mit vergiftetem Fleisch zwei Füchse, die ihnen etwa 20 Hühner zerrissen hatten. Außerdem stellte er ein Tellereisen auf, um ein Wiesel zu fangen. Auf die Berufung des Angeklagten wurde das vorinstanzliche Urteil abgeändert und er wegen Uebcrtretung des Reichs- jagdgefetzes in zwei Fällen zu insgesamt 180 RM. Geldstrafe verurteilt.
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Giessen Schülstn 6
daß ich mir über irgend etwas Skrupeln mache. Die Ferien über verfeinere ich mich dann immer wieder. Und das verdanke ich meiner Mutter. Man kann neben ihr einfach nicht anders."
Maria zögerte, ehe sie die Frage ausfprach, die sie schon feit ihrem Hiersein beschäftigte: „Wie kommt Ihre Mutter überhaupt hierher?^
„Wieso?" meinte er verwundert.
„Ach, sie paßt doch eigentlich gar nicht in diese Umgebung herein. Ich kann mir gar nicht verstellen, daß sie hier zufrieden fein konnte."
„Aber doch", meinte er, immer mehr in Verwunderung geratend. „Ich habe wenigstens noch nie den Eindruck gewonnen, als ob sie irgend etwas vermisse. Ich weiß es gar nicht anders, als daß wir nach Klein-Ellbach gehören. Vor Jahren — ich kann mich nur mehr dunkel darauf entsinnen — haben mir in Wien gewohnt. In einer großen breiten Straße. Mein Vater war doch Schauspieler am Burgtheater. Aber das weiß ich auch nur von meiner Mutter. Ich kann mich seiner nicht mehr entsinnen. Er starb an einer Blutvergiftung. Pen- ion hat meine Mutter keine bekommen. Sie lebt fettber oon dem Rest ihres Vermögens. Deshalb muf3 ich auch den Großteil meines Studiums selbst bestreiten. Das Angebot meiner Mutter, das Haus zu verkaufen, kann ich nicht annehmen. Es ist doch unser letztes, unsere Heimat."
Sie waren mittlerweise wieder an die Gartentür des Häuschens gekommen und schritten Seite an tocite den schmalen Kiesweg hinauf. Der junge Steffen rief nach feiner Mutter und sagte ihr, daß er noch nach der Stadt hinüber müsse, um Kommerzienrat Terry von dem Verbleib seiner Tochter 5u unterrichten. Sie hatte nichts dagegen einzu-
Maria Terry schrieb ihm Nummer und Adresse auf. „Grüßen Sie meinen Vater", sagte sie bittend „er könne ganz außer Sorge sein. Falls der Wagen morgen noch nicht in Ordnung sei, würde ich Diel- leicht noch einen Tag zugeben."
_"??"/ rückte Rolf. „Ich werde alles bestellen. Sonst haben Sie keine besonderen Wunsche?
„mern, banfe! Nur daß $apa mich um Himmels rodien nicht holen lassen soll. Ich komme schon von selber wieder.
(Fortsetzung folgt 1)


