Ausgabe 
19.5.1936
 
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Redner fest, daß die deutschen Kolonisten dort draußen heute von der deutschen Regierung nicht vergessen werden.

In einem kurzen Schlußwort wies Kreisschulrat Nebeling auf die Bedeutung der Betreuung un­serer Volksgenossen jeneits der Grenzen hin, um sie dem Volkstum zu erhalten. Gerade in unserer Zeit sind sie dem Reiche und dem Volke wertvolle Hel­fer. Dorum sollte jeder Volksgenosse im Reiche Opfer für den VDA. bringen, um auch hier dem Deutschtum zu helfen. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer wurde der Abend beschlossen.

Eportamt »Kraft durch Freude".

heule folgende Kurse:

Kindergymnastik. Von 17.30 bis 18.30Uhr Frankfurter Straße 60, Gartenhaus.

Fröhliche Gymnastik und Spiele (Frauen). Von 20.30 bis 21.45 Uhr, Lyzeum, Damm- straße 26.

Schwimmen (Anfänger und Fortgeschrittene). Von 20 bis 21 Uhr, Frauen und Männer im Volks­bad; von 21 bis 22 Uhr nur für Frauen im Volks­bad.

Tennis. Von 18 bis 19 Uhr und von 19 bis 20 Uhr, städtische Plätze am Schützenhaus.

Reiten. Von 21 bis 22 Uhr, Unioersitäts-Reit- institut, Brandplatz.

Reue kdF.-Sportkurse im Freien:

In dieser Woche beginnen auf dem Unioersitäts- Sportplatz am Kugelberg Kurse verschiedener Art. Folgende Uebungstage sind vorgesehen:

Donnerstag, 21. Mai, von 18.30 bis 20 Uhr: Leicht­athletik und Waldlauf für Frauen und Männer.

Montag, 25. Mai, von 18.30 bis 20 Uhr: Allg. Körperschule und Spiele für Frauen und Männer.

Die Kosten für diese Kurse betragen 20 Pfg. für den Uebungsabend. Anmeldungen an die Geschäfts­stelle, Schanzenstraße 18, erbeten.

Tenniskurse!

In folgenden Tenniskursen sind noch einige Plätze frei: Sonntags von 8 bis 9 und von 9 bis 10 Uhr, Montags, von 18 bis 19 und von 19 bis 20 Uhr. Die Kosten betragen für den sechsstündigen Kursus für Mitglieder der DAF. 4,80 Mark, für Nichtmit­glieder 6 Mark. Baldige Anmeldungen an die Ge­schäftsstelle, Schanzenstraße 18, erbeten. Bälle und Schläger werden gestellt, Platzmiete und Balljun­gengebühr ist im Preis einbegriffen.

Reue kdF.-Sporlkurse im Freien.

Reichssportabzeichen. Samstag von 17.30 bis 19 Uhr, Universitäts-Sportvlatz am Kugelberg.

Allgemeine Körperschule und Spiele (Frauen und Männer). Ab Montag, 25. Mai, von 17.30 bis 19 Uhr, Universitäts-Sportplatz.

Leichtathletik und Wald'lauf (Frauen und Männer). Ab Donnerstag, 28. Mai, von 17.30 bis 19 Uhr, Universitäts-Sportplatz.

Rettungsschwimmen. Ab Montag, den 25. Mai, von 18 Uhr ab, Müllersche Badeanstalt.

Schwimmkursus für Anfänger. Mon­tag, 25. Mai, ab 18 Uhr, Müllersche Badeanstalt.

Anmeldungen und Auskunft auf der Geschäfts­stelle der RSGKraft durch Freude",, Schanzen- straße 18.

Gießener rvochenmarkkpreije.

* Gießen, 19. Mai. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, % kg 1,55 Mark, Landbutter 1,42, Markenbutter 1,55 bis 1,60 Mark, Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, deutsche, Klasse S 11, Klasse A 10^, Klasse B 10, Klasse C 9%, Klasse D 9, ungezeichnete 8, Enten­eier 9 bis 10, Wirsing, % kg 15 bis 20, Weißkraut 15 bis 20, Rotkraut 20 bis 25, gelbe Rüben 10 bis 12, neue, das Bündel 20 bis 25, rote Rüben 10 bis 12, Spinat 10 bis 15, Römischkohl 12, Unterkohlrabi 8, Erbsen 30, Tomaten 45 bis 50, Zwiebeln 15 bis 18, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 20 bis 35, Rhabarber 10 bis 12, Kartoffeln, % kg 5 Pf., 5 kg 45 Pf., 50 kg 3,90 Mark, neue, X kg 14 bis 18 Pf., Aepfel 25 bis 50, Kirschen 70 Pf., Erdbeeren 2 Mark, Suppenhühner 85 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 70, Salat 10 bis 15, Salatgurken 30 bis 50, Oberkohlrabi 15 bis 20, Lauch 5 bis 10, Sellerie 10 bis 35, Rettich, das Bündel 15 bis 20, Radieschen, das Bündel 5 bis 10 Pf.

** D i e Dien st stunden bei den Gieße­ner Gerichtsbehörden. Mit Wirkung vom 2. Mai ab sind die Dienststunden bei den Gerichts­behörden in Gießen (Landgericht, Staatsanwalt­schaft und Amtsgericht) wie folgt festgesetzt worden: Montags bis Freitags von 7 bis 13 Uhr. und von 14.30 bis 17.00 Uhr, Samstags von 7 bis 12.30 Uhr.

** Silberne Hochzeit. Schuhmachermeister Karl G u t b u b und Frau Karoline, geb. Schmitz, Kirchenplatz 21 wohnhaft, begehen am morgigen Mittwoch, 20. Mai, das Fest der silbernen Hochzeit. Das Jubelpaar ist seit 25 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

** Freie Lehrerstellen in Oberhessen. Erledigt sind: Eine Lehrerstelle für einen evange­lischen Lehrer an der Volksschule in Michelnau, Kreis Büdingen, Dienstwohnung ist vorhanden und sofort beziehbar; eine Lehrerstelle für einen evan­gelischen Lehrer an der Volksschule in R a i n r o d, Kreis Alsfeld, Dienstwohnung ist vorhanden und frei; eine Lehrerstelle für einen katholischen Lehrer an der Volksschule in Ruhlkirchen, Kreis Als­feld, Dienstwohnung ist vorhanden und frei. Be­werber müssen seit mindestens acht Jahren die Prü­fung abgelegt und eine Anwärterdienstzeit von min­destens fünf Jahren zurückgelegt haben.

** Kein Gras in den Mund nehmen! In den Tagen, da sich die Wiesen und Felder zu voller Pracht entwickeln, ist es notwendig, auf eine Unsitte aufmerksam zu machen, die schon manchmal großes Leid im Gefolge hatte. Da wandert einer durch die prangende Natur, zupft sich einen Gras­oder Aehrcnhalm ab, steckt ihn unbesonnen in den Mund und kaut daran voller Lust. Durch das Gras und noch mehr durch Getreidehalme wird je­doch der Strahlenpilz, der an den Halmen sitzt, auf den Menschen übertragen. Er äußert sich viel- leicht im Anfang nur als eine harte Geschwulst, etwa am Hals, und wird leicht mit einer harmlosen Krankheit verwechselt, die als Geschwür oder Fu- runkel nach außen in Erscheinung tritt und behan- delt wird. Wird die Krankheit sofort erkannt und zieht der Kranke auf schnellstem Weg einen Arzt

zu Rate, dann besteht die Möglichkeit, den Strah­lenpilz auszuheilen. Wenn nicht, dann kann sich trotz zahlreicher Operationen der Pilz im Körper immer weiter ausbreiten. Die Behandlung ist immer sehr schwierig und erfordert die ganze ärzt­liche Kunst, wie auch eine große Geduld von feiten des Kranken, da Rückfälle sehr häufig sind.

** Verkehrsunfall. Am gestrigen Montag­nachmittag stieß an der Ecke Ebelstraße-Wilhelm- straße vor der GastwirtschaftZum Graf Zeppelin" ein Radfahrer mit einem Auto zusammen. Der Radler wurde dabei am Kopfe verletzt und mußte im nahegelegenen Kreisgesundheitsamt verbunden werden.

** Erster Regimentstag des Reserve- Feldartillerie-Regiment 5 5. Am 30. und 31. Mai sowie 1. Juni (Pfingsten) findet der erste selbständige Regimentstag des Reserve-Feldartillerie-

Am Sonntag zeigte sich G a r b e n t e i ch in be- sonderem Festschmuck. An diesem Tage kamen etwa 1000 Sänger des Sängerkreises Gießen (Gruppe II) im Gau XII zu Gast. Schon in früher Morgenstunde hielten die Sänger ihren Ein­zug, um sich wieder ernster Kritik zu unterziehen. Der geräumige Saal des Saalbaues Lotz war schon lange vor Beginn dicht gefüllt. Pünktlich um 9 Uhr betraten der Wertungsrichter Dr. Rudolf Wer­ner, Frankfurt, der Kreisführer des Sängerkreises Gießen, Müller-Gießen, begleitet von Mitglie­dern des Kreisvorstandes den Saal.

Nach kurzen Begrüßungsworten des Sangesbru­ders Stein, Garbenteich, begann das

Wertungssingen,

an dem folgende zwanzig Vereine teilnahmen: Ge- sangoereinViktoria" Garbenteich (Chorleiter Karl Sommer),Germania-Liederkranz" Kirch-Göns (Willy Schüler);Sängeroereinigung" Albach (Christian M ö b u s);Germania" Steinbach (Gg. Harnisch);Eintracht" Hausen (Otto Bender); Eintracht" Grüningen (Robert Häuser);Ju° genfreund" Watzenborn-Steinberg (Alb. Schleuse); Germania" Watzenborn-Steinberg (Gg. Har­nisch),Germania" Großen-Linden (Hch. Blaß); Adam Jsheimscher Gesangverein" Grüningen (Otto Bender);Harmonie" Großen-Linden (Wilhelm Schöttler),Sängerkranz" Watzen­born-Steinberg (W. S p o r y);Eintracht" Watzen­born-Steinberg (Gg. Harnisch),Eintracht" Steinbach (K. Sommer);Frohsinn" Garbenteich (Gg. Harnisch);Frohnsinn" Lang-Göns (Hch. Blaß);Eintracht" Leihgestern (Fritz Leib),Lie­derkranz" Leihgestern (Hch. Blaß) undGermania" Burkhardsfelden (Rud. Nicolei). Jeder Chor hatte zwei Lieder zu singen, darunter ein Volkslied. Das 'Singen nahm etwa vier Stunden in Anspruch.

Nach einer kurzen Mittagspause stellten sich alle Vereine mit ihren Fahnen zu einem Zug durch das Dorf auf. Unter Dorantritt der Jugend und flotter Marschmusik ging es in langem Zuge durch Gar­benteich. Auf dem Adolf-Hitler-Platz fand eine

Kundgebung

statt, die nach altem Brauch mit dem deutschen Sängergruß eröffnet wurde. Hierauf sangen alle Sänger den MassenchorFür Deutschland".

Sängerkreisführer Müller (Gießen) begrüßte in seiner Ansprache zunächst die Sänger, die Ehren­gäste und die Einwohner von Garbenteich, ferner dankte er den Sängern für ihre eifrige Arbeit. Dann sagte er in seiner Ansprache u. a. weiter: Für das deutsche Lied, den tiefsten und schönsten Ausdruck deutschen Wesens und deutschen Gemüts, wollen wir uns immer zusammenfinden, um mit­zuhelfen am Aufbau unseres geliebten deutschen Vaterlandes. Den deutschen Männergesang zu pfle­gen, der alle singenden Volksgenossen in Stadt und Land einander näherbringt und somit Volkstums­arbeit leistet, soll die hohe Aufgabe der Männer­gesangvereine sein. Das deutsche Volk will singen und es soll singen. Ein Volk, das singt, mit dem geht es aufwärts. Wir haben dies deutlich genug erfahren dürfen. Denken wir nur zurück an die Zeit des Umschwungs zum Dritten Reich. Froh und begeistert erklangen sofort wieder die echten deut-

prämiierungSmarlt in Schotten.

Die Bürgermeisterei Schotten lädt in unserem heutigen Anzeigenteil zum bekannten Schottener Prämiierungsmarkt am dritten Pfingstfeiertag (2. Juni) ein. Der Markt besteht bekanntlich aus Pferde-, Rindvieh-, Schweine- und Krämermarkt. Außerdem findet Volksfest mit Konzert und Tanz statt. Näheres in der Anzeige.

Landkreis Gießen

£ Wieseck, 18. Mai. Der Spar- und Vor­schußverein Wieseck hielt am Samstagabend im Saale von K. Erb seine diesjährige Generalver­sammlung ab. Der Vorsitzende Lotz gedachte zu­nächst der verstorbenen Mitglieder, die in der üblichen Weise geehrt wurden. Ein erhebender Auf­takt zur Versammlung war die Ehrung des Mit­gliedes Wagnermeister Wilhelm Schäfer II., der 45 Jahre im Aufsichtsrat, davon lange Jahre als Vorsitzender des Aufsichtsrates der Kasse tätig war. Der Vorsitzende hob die großen Verdienste des Ju­bilars gebührend hervor und überreichte ihm im Namen der Kasse ein Ehrendiplom. Der Jubilar dankte mit bewegten Worten für diese Ehrung. Aus dem Geschäftsbericht des Vorsitzenden ging hervor, daß unter unserer neuen und festen Staatsführung der Spar- und Vorschußverein einen starken Auf­schwung genommen hat, der sich im letzten Jahre durch Erhöhung der Spareinlagen um rund 10 000 Mark mehr afs im Vorjahre auswirkte. Infolge­dessen konnten fast alle an den Spar- und Dor- schußoerein gerichteten Kreditgesuche bewilligt wer­den. Außerdem ist die Kasse in der Lage, neben den Mitteln für laufende Kreditgesuche das Kapital für einen Wohnhausneubau zur Verfügung zu stellen.

Regiments 55 in Steinbach, Amt Bühl (Baden) statt. Das Nachrichtenblatt des Referve-Feldartillerie-Regi- ments 55 veröffentlicht in feiner Märznummer die Aufrufe der ehemaligen Regimentskommandeure B a e n s ch und von Hartwig, die in warmen und eindringlichen Worten zur Teilnahme an diesem 1. Regimentsappell auffordern. Eingeladen sind alle Kameraden des Regiments, sowohl der Batterien als auch der Stäbe und der Kolonnen I., II. und III./55, der LMK. 826, sowie der schw. FH.-Kol. 75 und 76. Die Reichsvereinigung ehemaliger Angehöriger des Reserve-Feldartillerie-Regiments 55 hat in muster­gültiger Organisation die Grundlage für diesen ersten Regimentstag geschaffen, die einen eindrucksvollen Verlauf des Regimentsappells sichert. Anmeldungen, Anfragen sowie Mitteilung von Anschriften sind zu richten an Leutnant d. R. a. D. Phil. Baus, Führer der Reichsvereinigung in Mannheim, Lameystraße 8.

gen in Garbenteich.

schen Lieder, denn jeher Deutsche fühlte sich wieder frei, und diese große Freude über die Rettung des Vaterlandes konnte nur durch das freie Singen so recht zum Ausdruck kommen. Mit unserer heutigen Kundgebung wollen wir vor aller Öffentlichkeit Zeugnis ablegen für den Ernst, mit dem wir der Sache und dem deutschen Volke dienen. Die Opfer, die die Sänger jederzeit und gerne für die Allge­meinheit bringen, berechtigen aber auch zu der Forderung nach dem Interesse der breiten Oeffent- lichkeit. Darum bitte ich alle, die noch abseitsstehen, ganz besonders aber die Jugend: Tretet ein in unsere Reihen, helft alle mit, das deutsche Lied zu pflegen, zu fördern und zu erhalten. Mit der Pflege des herrlichen Liedgutes dienen wir der deutschen Kunst und Kultur und damit dem deut­schen Volke und erfüllen zugleich eine wichtige For­derung des Nationalsozialismus, der den Dienst am Volk als Höchstes fordert. Wir fingen nicht um des Vereins willen, sondern wir tun es, getreu dem Willen unseres großen Führers, im Sinne des Wortes: Nichts für uns, alles für Deutschland!

Nach einem weiteren MassenchorWach auf, du deutsches Land" sprach Bürgermeister Burk (Gar­benteich) im Auftrage der Gemeinde Garbenteich und hieß alle Sänger herzlich willkommen. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß die Sänger das 7. Kreiswertungssingen in den Mauern Gar­benteichs abhalten und sprach die Hoffnung aus, daß die Sänger frohe Stunden in Garbenteich ver­leben möchten. Mit dem Sieg-Heil auf den Führer, dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied schloß die Kundgebung.

Sodann begaben sich die Mitglieder des Kreis­vorstandes mit dem Wertungsrichter und allen Chorleitern in den Rathaussaal zu einer

mündlichen Kritik.

Dr Werner führte in großen Zügen etwa fol­gendes aus: Wenn ich den Eindruck des heutigen Wertungssingens zusammenfassen soll, so muß ich sagen, daß dieser höchst erfreulich war. Selten habe ich als Wertungsrichter so viel Freude und Pflege des Liedes angetroffen, wie es bei diesem Singen der Fall war. Gegenüber anderen Sänaerkreisen verfügt der hiesige Kreis ganz besonders über einen reichen Nachwuchs von jungen Sängern. Das Interesse, das die (Sänger diesem Wertungs-singen entgegenbrachten, war besonders groß. Ein Wer­tungssingen soll ja kein einfaches Heruntersingen von Liedern fein, sondern das deutsche Lied soll im Singen miterlebt werden. Weiter heroorzuheben ist der gute alte Sängergeist, der im ganzen Bezirk herrscht. Ein weiterer Fortschritt der Vereine ist die Auswahl des Liedgutes. Was wir hier hörten, stand durchweg auf hoher Stufe. Und so soll es auch sein. Bei der großen Auswahl der heutigen Liedliteratur gilt vor allem der Spruch: Das gute Alte bewahren und hochhalten und dem guten Neuen zustreben.

Sodann schloß sich eine eingehende Besprechung jedes einzelnen Chores an.

Am Schlüsse der Ausführungen dankte der Kreis­führer dem Wertungsrichter Dr. Werner für feine Mühe und sachliche Kritik und schloß mit einem dreifachen Sieg-Heil auf Führer, Volk und Vaterland.

Auch die Bilanz, die der Rechner August Schmitt vortrug, zeigte ein Bild starker Aufwärtsentwick­lung, an der die Schulsparkaffe und der Sparkar­tenverkauf gut beteiligt sind. Aus dem Revisions- berichi ging hervor, daß die Kaffe in jeder Hinsicht ordnungsgemäß geführt wird und daß die vor­handenen flüssigen Mittel für alle Fälle ausreichen. Trotz erhöhter Steuerleistungen und Senkung der Zin^n für gegebene Kredite auf 5 v. H. bei Bei­behaltung der Verzinsung von Spargeldern mit 3% v. H. und verschiedenen Neuanschaffungen konnte ein beträchtlicher Reingewinn erzielt und für Dividenden ausgeschüttet werden. Der Restbe­trag des Reingewinnes wurde der Betriebsrücklage überwiesen. Kaufmann Ernst Haas wurde als stellvertretender Direktor in den Vorstand gewählt. Die Wahl zum Aufsichtsrat ergab die Wiederwahl von Weißbindermeister Heinrich Vogelhöser, Heinrich (Euler, sowie die Neuwahl von Heinrich Frank Nach der Aussprache über bevorstehende Neuerungen schloß der Vorsitzende die Versammlung mit Sieg-Heil auf den Führer

8 Großen-Buseck. 18. Mai. Am Sonntag Rogate (17. Mai) fand in der gut besetzten Kirche ein evangelischer Bundesabend statt. Pfarrer Trapp- Gießen sprach über das Thema ..Deutschglaube oder Christusglaube?" In feinen Ausführungen zeigte er, wie die deutsche Geschichte der letzten 1000 Jahre und wie die großen Gestal­ten derselben (Luther, Arndt, Bismarck usw.) ein eindeutiger Beweis für die Zusammengehörigkeit von Deutschtum und Christentum sind. Es wurde deutlich, daß nur das Christentum auf die letzten und Hefften Fragen des Lebens eine befriedigende Antwort geben kann und daß aller Religionsersatz letztlich im Aberglauben enden muß. Die anschau­

lichen und lehrreichen Darlegungen des Redners hinterließen in der aufmerksam lauschenden Ge» meinde einen tiefen Eindruck.

A Allendors a. d. Lda., 18. Mai. Gestern be» gann der hiesige, jetzt dem Reichsverband für Leibes­übungen angeschlossene Kleinkaliberschützen­oer e i n auf seinem idyllisch gelegenen Schießstand sein diesjähriges Preisschießen, an dem jeder­mann teilnehmen kann. Das Schießen erstreckt sich, außer dem gestrigen, noch auf die Sonntage am 24. Mai, 7. und 14. Juni. In entgegenkommender Weife hat die Vereinsleitung iebem Teilnehmer die Benutzung feiner eigenen Büchse gestattet. Trotzdem der gestrige Sonntag mit verschiedenen anderen Sportarten belegt war, war die Teilnahme am Schießen recht rege. Im Turnverein 1907 herrscht zur Zeit rege Turntätigkeit. Besonders sind die Jugendturner fleißig an der Arbeit, so daß an dem im August in Kinzenbach ftattfinbenben Unter- freisturnen außer den Schülern auc^ eine Anzahl Jugendturner teilnehmen kann, für die Aussicht auf guten Erfolg bestehen dürste. Unsere Stadt hat dieser Tage einen abgängigen schlachtreifen F a s e l b u l l e n mit dem selten hohen Lebendgewicht von 2 2^ Zentner an die Schlachtviehverwer- tungsstelle verkauft. Der Bulle kommt in Frankfurt am Main einige Tage zur Ausstellung und wird dann dort geschlachtet.

* Allendors a. d. Lumda, 19. Mai. In der Nähe unseres Ortes ereignete sich am heutigen Dienstag früh ein Unglücksfall. Auf der Land­straße führte ein junger Mann aus Lollar eine Kuh, die er hier abgeholt hatte. Durch ein Auto wurde das Tier scheu, es rannte den jungen Mann um und warf ihn so unglücklich zu Boden, daß er einen Oberschenkelbruch davontrug. Die Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gießen verbrachte den Bedauernswerten nach der Chirurgi­schen Klinik.

r. Klein-Linden, 18. Mai. Der Turn­verein Klein-Linden 18 8 9 hielt am Sams­tagabend im Turnerheim eine Mitgliederversamm­lung ab. Vereinsführer Karl Weiß verlas zunächst einige Eingänge. U. a. wurde beschlossen, sich an der Sternwanderung der Turner, die am Himmel­fahrtstag nach dem Dünsberg führt, zu beteiligen. Um jedem Volksgenossen unserer Gemeinde den Beitritt in den Turnverein zu ermöglichen, wurden die Vereinsbeiträge herabgesetzt, sie betragen künftig für Schüler monatlich 10 Pfennig, für Zöglinge monatlich 20 Pfennig und für Turner und Sportlex vierteljährlich eine Mark. Spielwart Otto S)'a h n berichtete über den Spielbetrieb, der sich in den letzten Monaten beträchtlich gehoben hat. Gegen­wärtig sind fünf Fußballmannschaften aufgestellt: eine aktive, zwei Jugendmannschaften und zwei Schülermannschaften. Ferner wurde noch beschlossen, für die Unterbringung der Geräte in den (Sommer­monaten und um den Sportlern eine Gelegenheit zum Aus- und Anziehen zu geben, eine Halle zu errichten in den Ausmaßen 10X4X2,30 Metern Die Arbeiten werden demnächst vergeben.

s. Lang-Göns, 18. Mai. Die vor einigen Jahren durchgeführte Neueinfassung unse­res Friedhofes wirkt sich nun in ganz vorteil­hafter Weise aus. Die Birken rings um den Fried­hof sind zu recht starken Bäumen herangewachsen, und der Rotdorn, der den Haupteingangsweg zu beiden Seiten schmückt, steht im schönsten Blüten­schmuck, ebenso die Fliederbäumchen ringsum. Die lebendige Hecke, die hinter dem Holzzaun gepflanzt wurde, ist ebenfalls schon recht umfangreich gewor­den und wird, wenn die Holzlatten entfernt werden, eine schöne Umzäunung darstellen. Der neue Fahrplan brachte für unsere Station leider eine unangenehme Ueberraschuna. Der Eilzug, der seither kurz nach 10 Uhr hier anhielt, fährt nun durch, ohne in Lang-Göns und Großen-Linden Aufenthalt zu haben. Auch der Zug, der seither um 9.15 nach Gießen ging, fährt nun schon 8.54 Uhr. So kommt es, daß gerade in der Zeit von 9 bis 12 Uhr kein Zug eine Verbindung mit Gießen her-, stellt, während wir sonst den ganzen Tag über fast' alle Stunde einen Zug nach Gießen und auch nach Butzbach haben. Wenn auch zum Eilzug ein Zu­schlag bezahlt werden mußte, so war er doch der Zeit nach passend für viele Einwohner recht praktisch. Nach der Ansicht der Reichsbahn wurde er aber doch anscheinend nicht genügend benutzt.

Lich, 18. Mai. Am Samstagnachmittag sand im Rathaus die Prüfung der Samariterin- n e n vom'Ro ten Kreuz statt. Außer dem Kreiskolonnenarzt Dr. Gros (Gießen) waren von auswärts die Kreisgruppenleiterin Baroneß Erne­stine von Rabenau (Großen-Buseck) und die Untergauärztin Frau Dr. Fe ul gen (Gießen) er- schienen. Don hier nahmen außer dem Ortsgruppen- (eiter Kuhn und der Leiterin der Frauenschaft, Frau Lucie Schäfer, einige Mitglieder des Ar- beitsausschusses des Alicefrauenvereins, sowie ein Teil der bereits ausgebildeten Samariterinnen teil. Die Prüfung wurde von Dr. N e u n h ö f f e r vor- genommen, der in 20 Doppelstunden die Ausbil- düng der (Samariterinnen übernommen hatte und dabei von der Ortsgruppenleiterin Frau Regina G i e f e l e r und einigen (Samariterinnen unterstützt wurde. Die Prüfung erstreckte sich auf die theo­retische und praktische Ausbildung der weiblichen Hilfskräfte und hatte ein so gutes Ergebnis, daß der Kreiskolonnenarzt es am Schluß alssehr gut* bei allen Kursteilnehmerinnen bezeichnete und sei­ner vollen Befriedigung Ausdruck gab. Von den 18 Prüflingen verpflichteten sich 11 für das Rote Kreuz, deren feierliche Verpflichtung die Kreis- gruppenleiterin vornahm. Dem leitenden Arzt ließ der Alicefrauenverein durch feinen Geschäftsführer in dankbarer Anerkennung feiner Verdienste im Auftrag der Vorsitzenden ein Bild des Führers überreichen. Mit einem Sieg-Heil auf den Führer und Schirmherrn des Roten Kreuzes wurde die Prüfung geschloffen. Am Abend folgte ein gemüt- lidjcs Beisammensein der alten und der neuen (Sa­mariterinnen imLöwen". Der Alicefrauenverein verfügt jetzt über 18 Samariterinnen und 2 Helfe­rinnen vom Roten Kreuz.

cxd Langsdorf, 18. Mai. Die hiesige Orts­gruppe des 93. b. 21. veranstaltete einen gehalt­vollen Abend. Nach Eröffnung und Begrüßung durch Lehrer Held mann entrollte der deutsch- österreichische Lehrer Hieß zum Teil erschütternde Bilder von dem Geschick der deutschen Jrredenta. Besonders erzählte er von der Bedrückung alles volksdeutschen Blutes im gesamten Ostraum und

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