Ausgabe 
18.9.1936
 
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Aufruf!

heule beginnt die neue Spielzeit. Sie soll eine Spielzeit der gesteigerten Leistung werden. Was in unseren Kräften steht, ist getan, um alles so vorzubereiten, daß sich das Theater in der neuen Spielzeit seinem getreuen Gießener Publikum wür­dig erweist. Eine große Anzahl von hervorragenden neuen Kräften wird neben den bewährten allen Darstellern tätig sein. Zum ersten Male ist em Be­rufschor und eine eigene Tanzgruppe angegliedert. Ein großzügiger Umbau der Bühne ist vollendet. Line Auswahl aus den bedeutendsten werken der musikalischen und dramatischen Literatur ist einge- lrofsen, und mit begeisterter Hingabe geht zedes einzelne Mitglied an seine Arbeit.

In den kommenden Monaten soll in ständigem Bemühen und langsam aufbauend eine Fülle von Aufgaben gelöst werden. Wir beginnen mit der leichten Muse. Lustspiele und Gesellschaflsslücke von Werl sollen den Uebergang von der sommerlichen Ferienzeit zu den ernsten Wochen dramatischer Ar­beit bilden. ...

Wir danken der Gießener Bevölkerung für die freudige Anteilnahme, die sie an unserer Arbeit zeigt. Groh ist wieder die Zahl der Plahmieler und groß ist die Freude an der wieder beginnenden Spielzeit.

Unser Theater wird auch im kommenden Winter der künstlerische Mittelpunkt der Stadt sein und wer Erlebnis. Freude und Schönheit sucht, wird dies alles in den festlichen Abenden eines Theater­besuches finden. Nichts vermag den Menschen so zu bilden und so über die Nöte seines Alltags hin­auszuheben, als die Kunst, und niemals wirkt die Kunst unmittelbarer als im Theater. Dichtung. Musik und Malerei verbinden sich hier zu einer lebendigen, mitreißenden Form. Jeder, auch der einfachste Mensch, wird sich der Wirkung des Theatererlebnisses nicht entziehen. Darum ergeht unser Ruf an Alle:

Bleibt nicht mehr dem Theater fern. Kommt und überzeugt euch selbst, welche Werte euch das Theater bietet. Erhallet durch den ständigen Besuch euer Theater und euch selbst.

Wir sind bereit euch Freude und Schönheit zu spenden.

Seid ihr bereit sie zu empfangen!

Dies ist unser Wunsch zum festlichen Tag der Spielzeit - Eröffnung.

Intendant Schulhe-Griesheim.

genen Jahre stand sie allerdings hinter anderen Städten weit zurück, überstieg jedoch den Durch­schnittsverbrauch im Reich von 0,18 Liter je Kopf Um ein geringes. Es konnte festgestellt werden, daß gerade die Volksgenossen, die weit vom Wein- gebiet wohnen, sich am regsten am Konsum be­teiligten und mehr verbrauchten, als zum Beispiel die Rheinländer selber. Den größten Verbrauch je Kopf der Bevölkerung meldete mit 1,45 Liter die bayerische Gemeinde Selb. Dann folgten D a r m- st a d t mit 0,88, Gießen und Düren mit 0,86, Wesel mit 0,80 und Karlsruhe mit 0,66 Liter. Die rheinischen Städte, wie Köln und Düsseldorf, stan­den dagegen mit 0,40 und 0,14 Liter weit zurück. Die Rekordernten der beiden letzten Jahre und die reiche Ernte, die auch in diesem Jahre wieder zu erwarten ist, fordern von allen deutschen Volks­genossen auch in diesem Jahre durch gesteigerten Verbrauch den Winzern, die im Weinbau ihren Le­bensunterhalt finden, tatkräftig zu helfen.

Dornotizen.

Tageskalender für Freilag.

Stadttheater, 20 bis 22.15 Uhr:Donna Diana". Gloria-Palast, Seltersweg:Der Kaiser von Kalifornien"; 23 Uhr Nachtvorstellung,Liebe das Schicksal einer jungen Ehe". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Schlußakkord".

Eröffnung der Spielzeit im Sladllhealec.

Heute abend findet die Eröffnung der neuen Spielzeit mit dem altspanischen LustspielDonna Diana" von Moreto statt. Die Spielleitung führt der Intendant, der eine eigene Regie-Bearbei­tung für die neue Drehbühne geschaffen hat. Büh­nenmusik zusammengestellt von Kapellmeister Ernst Bräuer. Bühnenbilder: Karl Loeffler. Die in eigener Werkstatt hergestellten Kostüme sind ange­fertigt nach Entwürfen von Sophie Buchner. Mit­wirkende: Damen: Birkmann, Gerhardt, Krause, Prinz; Herren: Frickhöfser, v. Gschmeidler, Hub, Kühne, Walter. Die Vorstellung findet als 1. Vor­stellung für die Freitag-Miete statt. Anfang 20 Uhr, Ende 22.15 Uhr.

Tag des deutschen Volkslums.

Am 19. September findet im Rahmen desTags des deutschen Volkstums" eine Abendfeier des VDA. im Stadttheater statt. Näheres in der gestri­gen Anzeige.

Wein-Werbe-Woche.

Anläßlich der Wein-Werbe-Woche veranstaltet die NSG.Kraft durch Freude" am morgigen Sams­tag, 19. September, Winzerfeste mit Tanz an fol­genden Orten: in Allendorf a. d. Lda. (Saal Stadt­halle); in Göbelnrod (Saal Schultheiß); in Wieseck (Saal Braun) und in Lang-Göns (Turnhalle). Be­ginn jeweils 20 Uhr. Die Bevölkerung der betref­fenden Orte wird zu reger Teilnahme eingeladen.

Don Hochzeiten und Zwiebelfischen."

Wir besuchen eine Heimatzeitung.

Der Pressedienst des Reichssenders Frankfurt a. M. teilt unter dieser Überschrift folgendes mit:

Ein burschikoses Völkchen sind die Buchdrucker. Quicklebendig tun sie ihren nicht gerade leichten Dienst, den geneigten Leser tagtäglich mit den Er­zeugnissen ihrer schwarzen Kunst Zeitung ge­nannt zu beglücken. Ihrer Eigenheit entspricht es, daß sich bei ihnen auch einBerufsjargon" herausgebildet hat, der dem Außenstehenden ein Buch mit sieben Siegeln ist. Oder wissen Sie viel­leicht, was im Zusammenhang mit der edeln Kunst Gutenbergeine Hochzeit",ein Zwiebelfisch" oder garein H... .kind ist? Wohl kaum. In all diese Geheimnisse wird ein Funkbericht des Zeit- funksdesReichssendersFrankfurt ein- weihen, den er unter dem obigen Titel a m D i e n s- tag, 2 2. September, in der Zeit von 1 6.4 5 bis 17 Uhr bringt.

Die amerikanische Erbschaft Schäker-Garrett.

Man schreibt uns: Kürzlich ging durch die Presse die durchaus irreführende Nachricht, daß sich in Amerika eine Millionenerbschaft Schäfer befinde, deren Erben in Deutschland nicht bekannt seien, mit der Aufforderung an alle des Namens Schäfer, sich zu melden und ihre mögliche Verwandtschaft nach- zuweisen. Ob nur Unwissenheit oder amerikanischer Geschäftssinn gewisser Advokaten oder die Absicht, die klaren Tatsachen zu verschleiern und die Ange­legenheit möglichst hinauszuziehen, diese Presse­nachricht veranlaßt haben, wissen wir nicht. Tat­sache ist, daß Tausende von Trägern des Namens Schäfer in Deutschland (denn diesen Namen gibt es fast an jedem Ort) in Aufregung geraten sind und sich zum Nachweis etwa möglicher Verwandtschaft in völlig zwecklose Unkosten stürzen. Sie werden in der Annahme, verwandt zu sein, dadurch bestärkt, daß ihnen auf ihre Meldung eines möglichen An­spruches von Ameria natürlich ein Fragebogen zu­gegangen ist.

Demgegenüber stehen folgende Tatsachen ein­wandfrei fest und sind dem Nachlaßgericht in Phila­delphia, dem dortigen Deutschen Konsulat, dem Auswärtigen Amt in Berlin, dem Amerikanischen Generalkonsulat in Frankfurt a. M. und vielen anderen Behörden schon seit Jahren bekannt und durch klare Urkundenbelege einwandfrei bewiesen:

1. Der Geburtsort des Christoph Schäfer, geb. 5. 8.1808, ist urkundlich längst bekannt.

2. Seine noch lebenden direkten Verwandten sind alle längst festgestellt und den genannten Be­hörden als solche einwandfrei legitimiert. Irgendwie unbekannte Verwandte der Erb­lasserin auf Schäferscher Seite gibt es nicht.

3. Ein direkter Vetter (Bruders Sohn) lebt noch und ist nach Pennsylvanischem Erbgesetz, das allein maßgebend ist, der alleinige Erbe. Sein Pate ist sein Vetter, der Bruder der Henriette Garrett, geb. Schäfer.

4. Dieser nächste Angehörige scheidet nach dem genannten Gesetz alle anderen Ansprüche ohne weiteres aus.

5. Es ist deshab völlig zwecklos, wenn Träger des Namens Schäfer Nachforschungen anstellen und sich unnötige Ausgaben machen.

Wer trotzdem Urkundenauszüge über Christoph Schäfer und seine Verwandtschaft wünscht, kann sie durch Vermittlung des Herausgebers des Hess. Ge- schlechterbuch und Geneal-Sachverständigen des Nachlaßgerichts, Pfarrer Knodt, Bad-Nauheim, erhalten.

IlGLB.,

ArbettsgemeinfchaftVolksschule".

Die ArbeitsgemeinschaftVolksschule" des Be­zirkesGießen-Land" vom NSLB. versammelte sich am Mittwoch im Cafe Ebel, um in der Behand­lung des ThemasDeutsches Bauerntum" fori^ufahren.

Der Vorsitzende. Lehrer Dr. Reidt, Heuchel­heim, faßte noch einmal kurz die Leitgedanken des vorigen Vortrags über die Geschichte des Bauern­

tums zusammen und gab einige Gesichtspunkte über die Fortsetzung der Arbeit bekannt.

Sodann sprach Lehrer Bender, Lang-Gons, überDas Dorf als Erziehungsgemein- chaft". Der Vortragende entwarf in knapper, übersichtlicher Form ein Bild der dörflichen Gemein- chaft, ging dann näher auf die Grundlagen des bäuerlichen Lebens ein, zeigte, wie eigentlich nur der Bauer von einer Heimat sprechen könne, wie er verwurzelt , sei mit seinem Boden, verbunden mit den Menschen, die um ihn wohnen. Weiter wurde anschaulich geschildert, wie die Bauernkinder aufwachsen, wie sie sich von Tag zu Tag mehr hin­einleben in diese bäuerliche Gemeinschaft. Aber auch von den Schattenseiten der kleinen Bauerndörfer wurde gesprochen, von der Abgeschlossenheit der Bewohner, von dem Beharrungszustand, der viele Bauern beherrscht und der oft verhindert, daß sie über ihre heimatlichen Grenzen blicken. Außerdem ging der Redner auf die guten alten Sitten näher ein und gab dann in einem besonderen Teil seines Vortrages Ausblicke, welche Aufgaben der Erzie­hung des bäuerlichen Menschen gestellt werden, wie man dafür sorgen muß, daß jeder Bauer, besonders in der heutigen Zeit, über die Grenzen seines Hei­matdorfes schauen muß, daß er sieht und fühlt, was in Deutschland, in unserm großen Vaterlande, vor­geht, daß er als ein reges und teilnehmendes Mit­glied der großen Volksgemeinschaft aller deutschen Stände lebhaften Anteil nimmt an allem Geschehen. Die Erziehungsaufgabe, die hier den deutschen Leh­rern erwächst, wurde besonders betonte. Der Vor­trag fand reichen Beifall und löste eine sehr leb­hafte Aussprache aus.

Zum Schluß gab Rektor Siegfried, Großen- Linden, noch einige geschäftliche Mitteilungen an die Mitglieder des BezirksvereinsGießen-Land" begannt.

NSDAP. Ortsgruppe Gießen-Süd. hilfskaffe.

Alle Angehörigen der SA., SS., Marine-SA., Reiter-SA. und des NSKK., die im Bereich der Ortsgruppe Gießen - Süd wohnen, können ihren Beitrag zur Hilfskasse noch entrichten, und zwar: Mittwoch, 16. September und Freitag, 18. September, in der Zeit von 20 bis 22 Uhr in den Geschäfts­räumen der Ortsgruppe, Frankfurter Straße 29, H.

Es ist Pflicht eines jeden SA.-Mannes, diesen Beitrag zu entrichten. Wer bis dahin nicht bezahlt hat, wird bei der Hilfskasse in München abgemeldet.

Jahresversammlung des Hessischen Landesvereins für Innere Mission.

EPNH. Am 13. und 14. September hielt der Hessische Landesvereln für Innere Mission in Oppenheim seine Jahresver- ammlung ab. Am Vorabend wurde ein Film aus der Arbeit in Nassau-HessenSegensspuren der Liebe" vorgeführt. Die Notwendigkeit der christlichen Liebestätigkeit wurde hierin deutlich gezeigt.

Die eigentliche Jahresversammlung wurde am Sonntag durch einen F e st g o t t e s d i e n st er­öffnet, in dem Direktor Pfarrer Hanke- Bad Kreuznach über 1. Tim. 1,16 die Festpredigt hielt. Die Diakonie Christi an uns ist die Voraussetzung unseres Dienstes. Wir müssen uns von der Barm­herzigkeit Christi ergreifen lassen, um zum Dienst an unserem Volk fähig zu werden.

Zum Beginn der Fe st Versammlung am Nachmittag begrüßte Direktor Pfarrer Röhricht- Darmstadt die Freunde und Mitglieder der Inneren Mission, die sich sehr zahlreich eingefunden hatten. Darauf sprach Pfarrer Probst- Frankfurt a. M. über das ThemaInnerste Mission an der Seele unseres Volkes". Nur wenn das deutsche Volk sich hinkehrt zu Christus, wird es Herr feiner seelischen Nöte werden und der anstürmenden Welle des Bolschewismus widerstehen können. Hier liegt die große Verantwortung der christlichen Kirche und jedes einzelnen Christen.

Nachdem am Montagvormittag in geschlossenen Sitzungen verschiedene geschäftliche Angelegenheiten erledigt worden waren, hielt Direktor Pfarrer Hanke seinen Vortrag überDiakonie aus der Schau eines Mutterhauses". Die Ausführungen gaben einen interessanten Einblick in die praktische Arbeit der Mutterhäuser. Die Verhältnisse von Staat und Kirche zur Inneren Mission wurden eingehend besprochen. Besonders wurde auf die Frage emgegangen, ob die kirchliche Arbeit nur amLebensunwerten" bleiben kann, oder ob sie sich auf alle Glieder der Kirche erstrecken muß.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen gab Direktor Pfarrer Röhricht seinen Jahresbericht unter dem StlchwortDer Auftrag der Inneren Mission". Den Auftrag der Inneren Mission hat Christus seiner Kirche erteilt. Wenn sich auch äußere Schwie­rigkeiten einstellten, konnte die begonnene Arbeit doch durchgeführt werden. Der Redner gab dann einen guten Einblick in die Hauptarbeitszweige des Hessischen Hauptvereins. Durch die Dolksmission soll das chrislliche Volk durch Schriften und Vorträge sich über seine Einstellung zu Christus klar werden. Auf diesem Gebiet ist eine reiche Tätigkeit entfaltet worden. In der Anstaltsarbeit konnte sehr viel segensreiche Hilfe geleistet werden. Auch in der offe­nen Fürsorge hat der Hessische Hauptverein die ihm zugefallene Arbeit gut bewältigen können.

Allen Teilnehmern gab die diesjährige Jahres­versammlung die Ueberzeugung, daß um unseres Volkes willen die Arbeit der Inneren Mission als Gehorsamsleistung gegen Christus sehr not­wendig ist.

Freigabe von Schulhöfen für spielende Kinder.

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie­rung teilt in einem Erlaß den unterstellten Schulbehörden, sowie den Oberbürgermeistern der Städte Darmstadt, Gießen, Mainz, Offenbach und Worms mit:Das ständige Anwachsen des Ver­kehrs macht es zur Minderung der Unfallgefahr notwendig, spielende Kinder soweit irgend möglich, der Straße fern zu halten. Der Reichsverkehrsmini- ftet hat darauf hingewiesen, daß die Bestrebungen in dieser Hinsicht, namentlich in den Großstädten, durch Freigabe geeigneter Schulplätze und Schulhöfe zu Spiel und Sport außerhalb der Schulzeit wesent­lich gefördert werden können. Das Reichserziehungs­ministerium begrüßt diese Anregung und hat keine Bedenken dagegen zu erheben, wenn entsprechenden Anträgen der Verkehrsverwaltung stattgegeben wird, soweit die räumlichen, zeitlichen und auf­sichtlichen Verhältnisse dies ohne Störung des Schul­betriebes gestatten."

Llriaubsmißbrauch ist noch kein Grund zur fristlosen Entlastung.

NSG. Ein großer Teil der Tarifordnungen grö­ßerer und kleinerer Betriebe enthalten oft die Be­stimmungen, daß der Betriebsführer Gefolgschafts­mitglieder, die ihren Urlaub zur Annahme von entgeltlicher Arbeit mißbrauchen, fristlos entlassen kann. Andere Tarifordnungen enthalten wieder den Zusatz, daß der Urlaubsanspruch im folgenden Jahr wegfällt. Derartige Bestimmungen sind nicht an­gängig. Die Anzahl der gesetzlichen Gründe der fristlosen Kündigung darf nicht noch um weitere vermehrt werden. Dafür darf allerdings nicht ver­kannt werden, daß der Urlaub ausschließlich zum Erholen da ist. Ein großer Teil der Tarifordnungen begnügt sich damit, das Erlöschen des Anspruches auf Urlaubsvergütung bzw. Rückzahlung des Ent­geltes festzusetzen.

Der Reichsarbeitsminister hat auf Anregung des Sozialamtes der DAF. in einem Rundschreiben an den Treuhänder der Arbeit eine Regelung der Ur­laubsfrage im obenerwähnten Sinne als wünschens­wert bezeichnet. In Zukunft sollen Bestimmungen, die bei Mißbrauch des Urlaubs dem Betriebsfüh­rer das Recht auf fristlose Entlassung geben, oder die Verwirkung des Rechts auf Urlaub im folgen­den Jahre aussprechen, nicht mehr in Tarifordnun­gen ausgenommen werden.

Unfall auf einer OAF.-Kundgebung ist Betriebsunfall.

NSG. Das Reichsversicherungsamt hat in einem grundlegenden Urteil die Ausdehnung der Haftpflicht der Berufsgenossenschaft auch auf wäh­rend einer DAF.-Kundgebung erlittenen Unfälle festgestellt. Dieser äußerst bedeutsamen Entschei­dung lag folgender Tatbestand zugrunde:

Als Gefolgschaftsmitglied der städtischen Garten­verwaltung von B. hatte der Kläger an einer mit einem Aufmarsch verbundenen Kundgebung der DAF. teilgenommen und dabei einen Unfall er­litten. Das Oberversicherungsamt stellt sich auf den Standpunkt, daß gemäß § 544 derReichsversiche­rungsordnung" eine Schadensersatzpflicht nicht vor­liegen könne, weil es sich um eine Heranziehung zuanderen Diensten" gehandelt habe. Das Reichs­versicherungsamt war jedoch der Ansicht, daß dieser Paragraph hier nicht in Frage kommen könne, weil die Beteiligung an dem erwähnten Aufmarsch dem Betrieb zuzurechnen sei. Dieser Unfall müsse also unzweifelhaft als Betriebsunfall anerkannt werden. Diesen logischen, im Sinne eines volks­nahen Rechts, das nicht auf bloßen Paragraphen basiert, begrüßenswerten Standpunkt begründete das Reichsversicherungsamt damit, daß Veranstal­tungen der erwähnten Art, zumal im Hinblick auf die Stellung der Deutschen Arbeitsfront im Auf­bau der neuen deutschen Sozialordnung versiche­rungsrechtlich nicht anders zu beurteilen sei, wie die Feiern am Tage der nationalen Arbeit, denn hier wie dort fei Sinn und Zweck, die enge Ver­bundenheit der Schaffenden und die Zusammen­gehörigkeit zum Betriebsführer und zur Gefolgschaft zu pflegen und zu bekunden. Daher liege es nur in der Richtung der in der grundsätzlichen Entscheidung festgelegten Gedankengänge, auch die Teilnahme an der in Rede stehenden Veranstaltungen als eine Betriebsangelegenheit anzusehen und einer Be­triebstätigkeit im Sinne der Unfallversicherung geichzuachten.

Damit ist natürlich nicht gesagt, daß Unfälle durch Verschulden des Gefvlgschaftsmitgliedes ent- Nyadlgungspflichtig seien, wie ja auch eine Unter» bred)ung bes Arbeitsweges, z. B. für Wirtshaus- be>ach oder ausgedehnten Einkäufen im Versiche­rungsschutz nicht einbegriffen ist. Die Sorgfaltspflicht des Gefolgschaftsmitgliedes erstreckt sich logischer- weise auf DAF.-Kundgebungen und auf Aufmärsche genau so wie auf fein Verhalten während der Ar- beit und auf dem Nachhausewege von der Arbeits­stätte.

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Omnibusfahrt am 20. September in den Taunus.

Die Abfahrt in den Taunus am Sonntag, 20. September, erfolgt um 8 Uhr am Haus der Ar­beit, Schanzenstraße 18. Gemeldete Teilnehmer, die den Fahrpreis noch nicht entrichtet haben, muffen dies im Lauf des Freitag nachholen, da sonst eine anderweitige Besetzung vorgenommen werden mutz. Für Besichtigungen und Führungen werden wah­rend der Fahrt noch 50 Pf. je Teilnehmer nach­erhoben.

Fußwanderung am Sonntag, 20. September.

Am Sonntag, 20. d. M., findet eine Fußwande­rung von Gießen über Badenburg, Hangelstein, Lollarer Kopf, Staufenberg, Gießen statt. Treff­punkt ist 7.30 Uhr am Oswaldsgarten. Rucksack­verpflegung.

Omnibusfahrt nach dem Edersee.

Am Sonntag, 27. September, findet eine Omni- busfahrt nach dem Edersee statt. Die Fahrt geht ab in Gießen um 8 Uhr und führt über Marburg Frankenberg nach dem Edersee. Die Rückfahrt er­folgt über Bad Wildungen. Der Fahrpreis beträgt je Teilnehmer 4,70 Mark. Anmeldungen zu dieser schönen Herbstfahrt nimmt die Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, entgegen.

Wo verbringe ich seht noch meinen Urlaub?

Vom 1. bis 6. Oktober OktoberfestinMün- ch e n. Teilnehmerpreis einschl. Verpflegung und Unterkunft 34 Mark. Abfahrt in Frankfurt a. M. am 1. Oktober um 7.54 Uhr. Ankunft in Frank­furt a. M. am 6. Oktober um 16.39 Uhr.

Vom 10. bis 18. Oktober nach Thüringen. Teilnehmerpreis einschließlich volle Verpflegung und Unterkunft 35,50 Mark. Abfahrt in Frankfurt a. M. am 10. Oktober um 8.20 Uhr. Ankunft in Frank­furt a. M. am 18. Oktober um 17.08 Uhr.

Vom 21. bis 27. Oktober nach Berlin. Teil­nehmerpreis einschl. volle Verpflegung und Unter­kunft 39 Mark. Zu diesen Urlaubsfahrten können noch Anmeldungen auf der Kreisdienststelle, Gießen, Schanzenstraße 18, abgegeben werden.

Appell 6er deutschen Do kstumsarbeit.

Am 20. September bekennt sich das ganze deutsche Volk zu seinen Brüdern im Ausland. Am 20. September findet, wie alljährliche im ganzen Reich der vom Volksbund für das Deutschtum im Ausland veranstaltete Tag des deutschen Volkstums statt. Ueberall, in Stadt und Land, wird in Feiern und Kund­gebungen, mit Musik, Volkstänzen und Volksliedern, Sprechchören, Aufführungen, sportlichen Wettkämp­fen und Reden dieser Tag der volksdeutschen Ver­bundenheit festlich begangen werden. Alle Deutschen werden sich zusammenfinden im Gefühl unlöslicher Verbundenheit mit den Volksgenossen jenseits der Grenzen, die in der Gesamtheit unseres Volkes über ein Drittel darsiellen. Die Pflege deutschen Volks­tums und deutschen Volksgutes aus dem Vinnen- und Auslandsdeutschtum wird das Bekenntnis sein zu der Schicksalsgemeinschaft aller Deutschen, die in Blut und Art gegründet ist. Die deutsche Jugend, das ganze deutsche Volk versammelt sich am 20. Sep­tember in Stadt und Land zum Appell der deutschen V otkstum sar bei t.

Llrlaubsniarken im Baugewerbe.

NSG. Der Sondertreuhänder der Arbeit für das Baugewerbe hat eine Anordnung über die Ein­führung der Urlaubsmarken im Baugewerbe und Baunebengewerbe herausgegeben. Darin heißt es, daß jeder Betriebsführer für die am 1. September 1936 bei ihm beschäftigten gewerblichen Arbeiter die Urlaubskarten beschaffen mußte und daß für solche Arbeiter, die nach dem 1. September 1936 in einem der Tarifordnung unterliegenden Betriebe eingestellt wurden, die Urlaubskarte mit dem Tage des Eintritts dann auszustellen ist, wenn sie vorher seit dem 1. September 1936 nicht bereits in einem Betriebe der dieser Tarifordnung unterliegenden Bau- oder Baunebengewerbe beschäftigt wurden. Wird ein Arbeiter nach dem 1. September 1936 in einem Baubetrieb eingestellt, ohne bereits im Besitz einer Urlaubskarte zu sein, so ist zu prüfen, ob er zwischen dem 1. September 1936 und dem Tag seiner Einstellung in dem neuen Betrieb in einem der Tarifordnung unterliegenden Betrieb be­schäftigt war. Der Betriebssichrer dieses Betriebes ist zur Ausstellung der Urlaubskarte und zum Kleben der Gebührenmarken von dem nachfolgen­den Betriebsführer unter Mitteilung an den zu­ständigen Treuhänder der Arbeit des betreffenden Wirtschaftsgebietes aufzufordern. Die Unterlassung der ordnungsgemäßen Ausstellung der Urlaubs­karten und das nicht ordnungsgemäße Kleben der Gebühren- und Urlaubsmarken wird als Verstoß gegen die Tarifordnung nach § 22 des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit mit Geld- oder Ge­fängnisstrafe bedroht.

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** Umzug der Oeffenilichen Handels- lehranstalt, Gießen. Am gestrigen Donners­tag wurde wie man uns berichtet das neue Schulhaus der Öffentlichen Handelslehranstalt, Wer- nerwall 11 (am Oswaldsgarten), in Benutzung ge­nommen. Zur Feier des ersten Schultages waren Lehrer und Schüler im Schulhof angetreten. Nach dem gemeinsamen LiedSiehst du im Osten das Morgenrot", hielt der Direktor der Anstalt eine kurze Ansprache, wobei er auf die Verpflichtung Bezug nahm, die der Führer in seiner großen Rede auf dem Schlußkongreß des Reichsparteitages ge­halten hat. Dann wurde die Flagge gehißt und das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied gesungen. Anschließend rückten die Klaffen zum Unterricht ab.

** W i e wird ein Wertbrief vor­schriftsmäßig verschlossen? Es kommt noch häufig vor, daß an den Postfchaltern die An­nahme von Wertbriefen verlangt wird, deren Ver­schluß durchaus nicht den Beförderungsvorschriften entspricht und die daher von dem Annahmebeamten zurückgewiesen werden müssen. Es bedarf eigentlich keines besonderen Hinweises, daß ein Wertbrief immer gut verschlossen sein muß, d. h. soviel Ab­drücke desselben Siegels in gutem Siegellack erhal­ten soll, daß dem Inhalt des Briefes ohne eine sichtbare Beschädigung des Briefumschlags oder der Siegel nicht beizukommen ist. Bei Wertbriefen müllen die Siegelabdrücke sämtliche Klappen des Umschlags treffen, es sind also mindestens 2 Siegel-

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