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meyer (Staufenberg), Schwarz (Gießen) er­klärte er sich auf einstimmigen Wunsch der Mit- güeberDtrfammlung bereit, die Arbeit des Bereins- iührers zunächst weiter zu tun. Eine rege Aus­sprache löste die Frage der Mitgliedskarte und eines Vereinsabzeichens aus, worüber der Vorstand weiter beraten und beschließen wird.

An die offizielle Mitgliederversammlung schloß sich ein sehr anregender volkstümlicher Teil an, eingeleitet von Lehrer Rabenau (Staufenberg). In reger Aussprache, unter Teilnahme sehr vieler Mitglieder, wurde eine Menge alten Brauch­tums festgestellt.

Von der eingeladenen Heimatvereinigung Schif­fenberg war in Vertretung des erkrankten Vor­sitzenden, Oberforstmeister Nicolaus, der Schrift­führer Rektor V. Müller (Gießen) erschienen. Er wurde vom Vorsitzenden herzlich begrüßt und dankte für die Einladung mit warmen Worten, zu­gleich einige gute Worte aus dem reichen Schatze seiner Erfahrungen hinzusügend.

Die deutsche Rrbeitsfront

H.5.=0emeinfd)aftftraft durch freute'

An Himmelfahrt (Donnerstag, 21. Mai) fin­det eine Omnibusfahrt nach Kassel-Wil» helmshöhe statt. Der Fahrpreis beträgt ein­schließlich Mittagessen 6,30 Mark. Die Abfahrt er- folgt in Gießen um 6.30 Uhr Ecke Frankfurter- und Liebigstraße. Anmeldungen werden noch auf der Kreisdienststelle Gießen, Schanzenstraße 18, ent­gegengenommen.

An Pfingsten fährt ein Omnibus von Friedberg nach Miltenberg a. M. Die Fahrt geht ab am 31. Mai, vormittags bis 1. Juni abends. Der Teilnehmerpreis beträgt einfchl. ein Mittagessen, ein Abendessen, eine Uebernachtung mit Frühstück 10,20 Mark. Anmeldungen müssen umgehend auf der KdF.-Dienststelle, Schanzen- strahe 18, und bei den Ortswarten abgegeben werden.

Gießener am Mikrophon.

Im Rahmen des Sprecher-Wettbewerbes für den Dolkssender 1936 finden in den einzelnen Kreisen bezirksweise Ausscheidungen statt, zu denen die einzelnen Betriebe ihre Werkscharen, Werkskapellen, Werkchöre, Einzelsprecher usw. melden. Die Mel­dungen müssen umgehend bei der Kreisdienststelle der NS.-GemeinschaftKraft durch Freude", Schan­zenstraße 18, abgegeben werden. Die Sieger der Wettbewerbe in den einzelnen Kreisen werden zu verschiedenen Veranstaltungen des Reichssenders zusammengezogen, die in Wiesbaden, Worms, Gießen, Frankfurt und Darmstadt stattfinden. Um die Vorarbeiten für die Deran taltungen des Bolksfenders 1936 entsprechend durchzuführen, mür­ben in den einzelnen Städten Volkssenderabteilun­gen eingerichtet. Die Anschrift ist in Gießen: Volks­sender 1936, Schanzenstraße 18,KdF."-Dienststelle.

Ein schwarzer Llnfatt-Sonntac,

Der gestrige Sonntag brachte für unser engeres Heimatgebiet eine Reihe von bedauerlichen Unglücks­fällen.

In der Nacht zum Sonntag rannte ein Personen­auto am Bahnübergang bei Grohen-Buseck Segen den Mast der dort ausgestellten Laterne. Da­ei wurde einer der drei Insassen durch Schnitt­wunden ziemlich verletzt, die übrigen blieben zum Glück unversehrt. Das Auto wurde leicht beschädigt.

Am Sonntagabend stieß an der Ecke Steinstraße und Marburger Straße der 38 Jahre alte Wilhelm Laux aus Holzheim mit seinem Motorrad gegen ein Personenauto. Bei dem Zusammenprall erlitt Laux einen Oberschenkelbruch. Der Verunglückte mußte von der Sanitätskolonne vom Roten Kreuz der Chirurgischen Klinik zugeführt werden.

Ebenfalls am gestrigen Sonntagabend verunglück- ten zwei junge teilte aus Beuern mit dem Mo» torrad auf der Straße NordeckLondorf. Bei dem Sturz mit der Maschine erlitt der 27 Jahre alte Johann Korbacher aus Beuern einen Schädel­bruch, der 24 Jahre alte Richard Otto trug einen Unterschenkelbruch davon. Die Gießener Sanitäts- kolonne verbrachte beide nach Gießen in die Klinik.

Auf der Landstraße ReiskirchenGießen am Ab­zweig nach Bersrod stießen am gestrigen Sonntag- abend zwei Personenkraftwagen zusammen. Dabei wurde eine Frau Kühn aus Lindenstruth am Kopfe verletzt, die übrigen Insassen der beiden

Gebt zum Oankopfer -er Nation!

Die SA.-Reiterftandarte 147 Gießen gibt hiermit allen Volksgenossen die Einzeichnungsstellen bekannt:

SA.-Neitersturm 1/147, Schlitz:

In Schlitz bei Derwaltungsführer Hoffmann, Zinser- strotze;

in Unterwegfurth bei Rottenführer Karl Hahn;

in Landenhausen bei Rottenführer Hch. Wahl IV.; in Angersbach bei Rottenführer Karl Rahn;

Die Einzeichnung kann zu jeder Tageszeit erfolgen.

SA.-Neitersturm 3/147, Alsfeld:

In Zell bei Scharführer Friedrich;

in Arnshain bei Scharführer Fröhlich;

in Kirtorf bei Truppführer Dörr;

in Lehrbach bei Scharführer Iseberg;

in Nieder-Gemünden bei Scharführer Becker;

in Billertshausen bei Rottenführer Gonder;

in Eudorf bei Oberscharführer Zulauf.

Die Einzeichnung kann zu jeder Tageszeit erfolgen.

SA.-Neitersturm 4/147, Londorf:

In Londorf in der Sturm-Geschäftsstelle, Burgstr. 1; in Nordeck bei Scharführer Gotthard Rein;

in Winnen bei Truppführer Robert Ziegler;

in Kesselbach bei Scharführer Wilhelm Schomber;

in Odenhausen bei Scharführer Otto Konrad;

in Geilshausen bei Truppführer Adolf Weder;

in Lumda bei Oberscharführer Karl Rau;

in Atzenhain bei Scharführer Karl Häuser;

in Weitershain bei Rottenführer Adolf Röcker;

in Wermertshausen bei Scharführer Heinrich Korn­mann.

Die Einzeichnung kann jeden Tag bis 21 Uhr erfol­gen.

SA.-Neitersturm 5/147, Hungen:

In Rodheim bei Obertruppführer Erich Hofmcknn; in Lieh bei Oberscharführer Walz, Oberstadt 31; in Laubach bei Oberscharführer Godosar, Kaiser­straße 35.

Die Einzeichnung kann täglich von 18 bis 21 Uhr erfolgen.

SA.-Neitersturm 6/147, Gießen:

In Gießen bei Truppführer Schömbs, Brandplatz 5.

SA.-Neiterstunn 7/147, Schotten:

In Schotten bet Obertruppführer Rausch, Ludwigs- platz 42/44;

in Ruddingshain bei Rottenführer Weber, Schule; in Eichelsachsen bei Sturmmann Rudolf Weber III.; in Rainrod bei Rottenführer Ickes;

in Eichelsdorf bei Rottenführer Theodor Alt.

Die Einzeichnung kann täglich von 19 bis 20 Uhr erfolgen.

SA.-Neiterstunn 9/147, Nidda:

In NDda im Sturmlokal HotelIraube", Markt­platz 21;

in Dauernheim bei Oberscharführer Heinrich Her­mann Walter;

in Ulfa bei Sturmmann Richard Leithäuser;

in Unter-Schmitten bei Oberscharführer Erwin Knöchling;

in Ober-Lais bei Sturmmann Erich Schauermann. Die Einzeichnung kann täglich ab 20 Uhr erfolgen.

SA.-Neitersturm 10/147, Neichelsheim:

In Reichelsheim (Wetterau) bei Obertruppführer Fleischhauer, Römerberg;

in Echzell bei Truppführer Gustav Scheuermann, Escybaumgasse 2;

in Bönstadt bei Oberscharführer Hugo Hahn, Haupt­straße.

Die Einzeichnung kann zu jeder Tageszeit erfolgen. SA.-Neiterstunn 11/147, Butzbach: In Ober-Hörgern im Sturmbüro, Hauptstraße 49; in Gambach bei Scharführer Kammer, Waschmühle; in Griedel bei Scharführer Fenchel, Hauptstraße; in Butzbach bei Rottenführer Meß, Schloßgasse;

in Pohl-Göns beim Sturmmann Volk, Hauptstraße;

in Fauerbach v. d. H. bei Rottenführer Pauly, Hauptstraße 82;

in Rockenberg bei Truppführer Konrad, Gambacher Weg;

in Münzenberg bei Scharführer Metzaer, Eichgasie; in Eberstadt bei Oberscharführer Bender, Hauptstr. Die Einzeichnung kann zu jeder Tageszeit erfolgen.

SA.-Neitersturm 12/147, Friedberg:

In Rieder-Eschbach bei Obertruppführer Rehorn;

in Rodheim v. d. H. bei Oberscharführer W. Muller; in Bad-Rauheim bei Rottenführer Ehr. Schulmeyer. Die Einzeichnung kann täglich von 19 bis 21 Uhr erfolgen.

SA.-Neilerstunu 13/147, Büdingeu:

In Büdingen bei Scharführer Heinrich Maas, Hin- denburgstraße 17.

Die Einzeichnung kann täglich von 9 bis 20 Uhr erfolgen.

Volksgenossen, tragt dem Führer die Dankes­schuld ab und tragt euch ein in die Ehrenliften.

Kraftwagen kamen unverletzt davon. Die Autos wurden start beschädigt.

Ein schwerer Unglücksfall, dem leider auch ein blühendes Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich am gestrigen Sonntagabend auf der Landstraße Nieder-OhmenMerlau, kurz vor dem Orte Mer­lau. Dort stürzten der 22 Jahre alte Ernst Schmidt und der ebenfalls 22 Jahre alte Werner Wolf, beide aus Nieder-Ohmen, so unglücklich mit dem Motorrad, daß Ernst Schmidt auf der Stelle tot liegen blieb und Werner Wolf eine Gehirn­erschütterung davontrug, die seine Ueberführung nach Gießen in die Klinik erforderlich machte.

Am Samstag ereigneten sich ebenfalls einige Un­glücksfälle. Der 8 Jahre alte Erwin Schäfer in Daubringen fiel in eine Senfe und verletzte dabei den linken Fuß erheblich. Dem 16 Jahre alten Zimmerlehrlmg Wilhelm Lefchhorn in Villingen siel ein Balken auf den Kopf und verletzte den jun­gen Mann so schwer, daß er mit einem Schädel­bruch und Gehirnerschütterung in bk Klinik einge­liefert wurde. Der 29 Jahre alte Landwirt­schaftsgehilfe Philipp Lautenfchläger in Aven­dorf a. d. Lumda wurde mit einem Unterschenkel­bruch in die Gießener Klinik eingeliefert.

Ostdeutsche Grenzlandarbeit.

Die Dolkstumsarbeit im Osten, die unbedingte Aufrechterhaltung der lebendigen Verbindung mit dem vom Reiche abgetrennten Ostpreußen und die wirtschaflliche und kulturelle Betreuung Schlesiens

stellen besondere Anforderungen an die Volksge­nossen an den Grenzen, die sie nicht allein bemälti- gen können. Ihnen zu helfen und sie zu stützen ist Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes. Darum will die Bundesgruppe Gießen des Bundes heimat- treuer Schlesier, in der alle in Gießen und Ober- Hessen wohnenden Ostdeutschen zusammengeschlosfen sind, die Volksgenossen mit diesen Aufgaben ver­traut machen. Sie veranstaltet zu diesem Zwecke eine ostdeutsche Kundgebung, bei der Kreisleiter Dr. Hildebrandt überDie Volkstumsarbeit im deutschen Osten" sprechen wird. Oberbürgermeister Kreisleiter z. b. V. Ritter wird die Abstimmungs- Erinnerungsabzeichen ausgeben. ^Bundesgebiete» sichrer Schölzel (Darmstadt) hat fern Erscheinen zugesagt. Der GesangvereinHeiterkeit" unter Leitung des Dirigenten Musiklehrer Schöttler hat sich bereitwilligst in den Dienst der Sache ge­stellt. Für die Freunde und Landsleute ist an­schließend noch ein landsmannschaftlicher Nach­mittag vorgeseyen.

** Ihren 80. Geburtstag begeht heute, am 18. Mai, bei bester Gesundheit und Rüstigkeit und immer heiter Frau Katharina Kreiling W w e. (geb. Opper, Alten-Buseck), Gießen, Frank­furter Straße 41. Die Jubilarin ist feit mehr als 50 Jahren Leserin des Gießener Anzeigers.

** Straßensperre. Wegen Vornahme von Strahenbauarbeiten wird die Wegstrecke von Nie­derkleen bis Klein-Rechtenbach im Zuge der Reichsstraße Wetzlar Butzbach für die

Zeit vom 18. Mai bis 30. Mal für den Kraftfahr- zeug- und Fuhrwerksverkehr votizeilich gesperrt. Die Umleitung erfolgt über HochelheimDornholz­hausen.

* Andie Kameraden der ehemaligen 10. Kompanie des Leibgarde-Infan- terie-Regiment 115. Im Herbst 1936 soll eine Wiedersehensfeier in Darmstadt stattfinden. An alle Kameraden aus Kriegs- und Friedenszeiten er­geht der Ruf, unverzüglich ihre genauen Anschriften an Kameraden Jakob Schey, Darmstadt, Schla- geterstraße 53, zu richten. Genaue Anschriften ande­rer ehemaliger Angehörigen 10/115 bittet man eben­falls mitzuteilen.

Oberhessen.

Abschiedsehrung für Dekan i. K Gußmann.

D Staufenberg, 17. Mai. Die fünf evange­lisch-kirchlichen Frauenhilfen des Kirch­spiels Kirchberg, deren Gründer der am 1. Mai in den Ruhestand getretene Pfarrer Suh­rn a n n - Kirchberg ist, hatten sich heute Mittag im großen Festsaal der Burg Staufenberg versammelt, um dem Scheidenden eine würdige, feierliche Ab­schiedsstunde zu bereiten. Die Verlegung auf den heutigen Sonntag war nötig geworden wegen einer Erkrankung des Geistlichen. Der große Saal war bis auf den letzten Platz ausgefüllt. Auch die

Der sein Volk liebt, beweist es einzig durch die Opfer, die er für dieses zu bringen bereit ist. Gebt für dasDankopfer der Jlatlon!

Kreisvorsitzende des Verbandes, Frau Kreuder. Gießen, war erschienen, sowie die frühere Füh­rerin der Mainzlarer Frauenhilfe, Frau Kurz- Gießen. Ebenso auf Einladung der Frauenhilfen: der evangelische Kirchenvorftand und die Organi­sten des Kirchspiels. Pfarrverwalter Metzler er­öffnete die Veranstaltung mit herzlichen Worten der Begrüßung an den Scheidenden und feine Fa­milie, die große Versammlung, insbesondere die Kreisvorsitzende, den Kirchenoorstand und die Or­ganisten und ließ zum Beginn bas gemeinsame LiedIn allen mein laten fingen. Dann wech­selten Gedichtvorträge, die von hoher Vollendung zeugten und selbst gedichtet waren (Frl. Vogel- Mainzlar, Frl. Erna ßemmer-Mainzlar und Frau Margarete Ott- Ruttershausen), mit Ge- fangsvorträgen der Frauenchöre von Lollar (Pfarr­verwalter Metzler) und Staufenberg (Dir. Leh­rer Rabenau). Herzliche Ansprachen hielten fer­ner der Dienstälteste Organist Rektor i. R. D a a b* Lollar und im Namen des Kirchenvorstandes L. Hofmann V.-Lollar. Auch die Kreisvorsitzende, Frau Kreuder - Gießen, dankte für die Einladung und überbrachte mit herzlichem Dank dem schei­denden Geistlichen gute Segenswünsche, persönlich, sowie im Namen des Kreisoerbandes und des Landesverbandes, dessen Vorstand Pfarrer Guß­mann feit vielen Jahren ist. Die Vorstände der 5 Frauenhilfen (Sprecherin Frau Schlapp, geb. Kuhl, Staufenberg) überreichten sodann dem Schei­denden einen prachtvollen Blumbenkorb, sowie ein Bild: die Kreuzigung von Grünewald. Dieses schöne Bild wurde von Pfarrer M e tz l er in kurzer Rede anschaulich erläutert. Dekan Gußmann dankte mit bewegten Worten. Eine gemütliche Kaffee­stunde und das Singen gemeinsamer Lieder hielt die große Versammlung noch lange zusammen.

In Ergänzung unseres kurzen Berichtes vom 14 Mai über die würdige Feier unseres Kirch­spiels beim Scheiden seines langjährigen Geistlichen fei noch der Wortlaut der Ehrenurkunde wie­dergegeben, die vom Gesamtkirchenvorstande nach Man wird eben alt! w*n w^tiaer, als den Zerfall der

Zähne mit dieser Redensart abzutun, ihn als unvermeidlich hinzustellen. In den weitaus meisten Fallen sind wir selber schuld daran, wenn unsere Zähne erkranken und mit der Zeit unbrauchbar werden. Wie viele Menschen z. B. versäumen es noch, abends ihre Zähne mit Chlorodont zu putzen! Dabei sind die Zähne doch gerade des Nachts durch die Zersetzung der Speisereste am meisten gefährdet. Wer also seine Zähne bis ins hohe Alter gesund er­hallen will, pflegt sie vor allem abends mll Chlorodont!

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Vornan von Marlise Kölling.

Urheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau.

18 Fortsetzung Nachdruck verboten!

Du entkommst mir ja doch nicht, dachte er. Das war ja ein reizendes Zusammentreffen! Doch er tat, als ob er Benedikte überhaupt nicht sähe und sprach mit ein paar Fischern, die, an das Geländer gelehnt, der Ankunft des Dampfers zusahen.

Das Schiff kam eiligst näher, die Wogen schäumten heftiger, jetzt stoppte die Maschine, einige Komman­dos erschollen, und bald lag es vertäut am Boll­werk still.

Benedikts stand mit der Mutter auf Deck.

Möchtest du nicht lieber in die Kajüte gehen?" fragte sie hastig. ,Hch glaube, es ist oben zu kühl für dich."

Frau Agathe nickte und folgte ihrer Tochter. Bene­dikte legte der Mutter die Reisedecke hin und packte handgerecht ein Buch und eine Schachtel mit Süßig­keiten daneben. Sie hätte tausenderlei tun mögen, um nur bis zum letzten Augenblick hier unten bleiben zu können und der Begegnung mit diesem Mann zu entaehen. Aber schließlich muhte sie ja den Dampfer verlassen. Das erste Abfahrtsignal war schon gegeben worden.

Leb wohl, Mutter. Auf Wiedersehen, alles Gute!"

Leb wohl, Kind, und überleg' es dir. Das ist ja doch kein Leben für dich Ich hoffe, du kommst bald zurück."

Benedikte schüttelte den Kopf. Nein, sie kam nicht zurück. Sie ließ sich das Glück auf ihrer geliebten Insel nicht zerstören, auch nicht von solchen Menschen wie dem da oben.

Als sie heraufkam, stand der blonde Herr direkt am Eingang zum Frachtdeck. Sie mußte an ihm vorüber, aber er schien sie nicht zu beachten.

Ist das die letzte Kiste?" fragte er einen Ma­trosen.

Ja, Herr, sonst nichts."

Na, dann nehmen Sie mal bitte meinen Be­sorgungszettel für das Farbgeschäft Olfermann mit." Der Herr gab dem Matrosen einen Zettel und drückte ihm ein Geldstück in die Hand.

Wird alles bestens besorgt, Herr, morgen können Sie die Farben abholen/

Ein Maler, dachte Benedikte. Merkwürdig, alles hätte ich diesem Menschen zugetraut, nur nicht, daß er sich auf irgendwelche künstlerische Dinge versteht. Aber mochte er schon sein, wer er wollte, er ging sie nichts an.

Sie war bereits auf dem halben Wege über die Wiesen, da hörte sie ein leises Rollen hinter sich, ge­dämpft von dem weichen Grün des Bodens. In schlankem Trabe fuhr der blonde Herr an ihr vor­über. Er schien sie nicht zu erkennen. Ein leichter Peitschenknall, der Wagen flog schneller über die Wiesen, dem Norderende zu.

Benedikte blieb aufatmend stehen. Gott fei Dank, er hatte sie nicht erkannt ober ihre Abweisung da­mals in Berlin hatte ihm genügt Er würde sich also hüten, ihr noch einmal lästig zu werden.

Benedikte vergaß die unangenehme Begegnung mit dem Unbekannten sehr bald. Es gab ja auch so­viel zu tun. Erbsen mußten gelegt werden, die Erd- beerpflanzen an der Südseite waren zu beobachten, die Obstbäume mußten neue Leimringe kriegen, bann war wieder ein Stück Gartenland umzuaraben es gab fortwährend etwas anderes zu schaffen.

Jens Petersen half ihr getreulich dabei, ebenso Hein Schlüter und ein paar barfüßige Schulkinder, denen er den kleinen Arbeitslohn verschafft hatte. Täglich dankte sie dem Schicksal mehr, den Schul­meister zum Freund und Kameraden zu haben. Denn was hätte sie sonst machen sollen? Josua allein konnte es nicht schaffen, vor allem konnte er sie nicht beraten, wenn es notwendigen Anschaffungen galt: Sämereien, Erneuerungen von Gartengeräten und dergleichen mehr.

Hans-Hermann schien die Freude an der Arbeit völlig verloren zu haben. Er schlief früh morgens bis tief in den Tag hinein, erschien übellaunig zum Frühstück, wenn Benedikte schon lange im Garten arbeitete. Tagsüber verschwand er, man wußte nicht, wohin er ging.

Benedikte war zu stolz, ihn zu fragen ober ihm Vorwürfe zu machen. Schließlich muhte er von selbst <3U sich kommen. Ein Mann konnte boch nicht so her- umlungern unb um einer unglücklichen Liebe willen gvnz aus bem Gleichgewicht geraten.

Was hat benn Ihr Vetter?" fragte Jens Petersen eines Tages, als Hans-Hermann grußlos an ihm Dorubergtng. Er stand gerade mit Benedikte im Ge- mufegarten und prüfte die jungen Kohlrabipflan- Zungen.

Benedikte wurde verlegen.

Ach, nichts!"

Aber es muß doch etwas sein? Seit einiger Zeit behandelt er mich geradezu unhöflich, ich bin einfach Lust für ihn."

Benedikte beugte sich tiefer über die Pflanzen. Sie war sehr rot geworden.

Meinen Sie, daß wir hier noch eine Regenrinne graben sollten?" fragte sie.

Der Mann sah sie erstaunt an. Das war boch sonst nicht Benebiktes Art, irgendwelchen Fragen auszu- weichen. Aber vielleicht hatte sie sich selbst über den Vetter geärgert unb mochte nicht davon sprechen.

Benebikte staunte in biesen Wochen immer wieder, wie schnell sich das äußere Bild der Insel verändert hatte. Als sie gekommen war, hatte sie von der Insel einen geschlossenen Eindruck gehabt, die Bewohner gehörten zusammen und paßten auch darauf! Die Sommerhäuschen, die drei großen Hotels, der Land­schaft entschieden fremd, standen verschlosien und leer. Alle Menschen, die hier wohnten, rechneten sich mit Blut unb Willen zu bieser herben Landschaft.

Allmählich aber mit der fortschreitenden Jahres­zeit trat das Dörfliche der Insel zurück. Die Be­wohner wurden nur Hintergrund für die in Scharen herbeiströmenden Badegäste. Ein ganz anderes Leben begann nun. Die Hotels hatten ihre Pforten geöffnet, eine Schar Kellner war mit dem Dampfer gekommen. Auf den Terrassen saßen fremde Menschen, die Lo­gierhäuser bewohnten Fremde.

Das Gesicht des Eilandes war aüf einmal be­stimmt durch alle diese Fremden. Am Strande herrschte ein fröhliches Leben. Die Strandkorbwächter rollten die Strandkörbe heran, die Kinder tummelten sich in selbstgebauten Burgen, Fähnchen flatterten. Mit der wunoersamen Stille hier war es vorüber.

Kaufmann Kruse neben der Post dekorierte seine Auslagen plötzlich großstädtisch. Allerlei Dinge, die man sonst hier nicht kaufen konnte, waren plötzlich da. Buden mit Süßigkeiten, Büchern, Schreibpapier taten sich auf. An den Fischerhäusern hingen Schil­der:Zimmer zu vermieten!". Alles stellte sich auf die Fremden ein.

Jetzt kommt die Zeit, in der man sich selbst hier ganz fremd wird!", legte Jens Petersen, als Bene­dikte mit ihm über diese Veränderung sprach.

Sie mögen es nicht, wenn die Insel so bevölkert wirb?"

3a unb nein ich gönne unseren Fischern hier wirklich ben sommerlichen Verbleust, benn sie haben es sonst karg genug. Aus der andern Seite sehe ich diesen Betrieb und diesen Lärm nicht sehr gern, es

geht boch so viel verloren, bie Besinnlichkeit. Ich weiß nicht, ob Sie bas so verstehen, Fräulein Zeblitz, benn fie kommen boch aus ber Grohstabt."

Vielleicht verstehe ich es barum boppelt gut, Herr Petersen. Sie müssen nicht glauben, baß ich mich irgenbwie überhaupt als Großstädterin fühle. Ich bin noch nirgenbs in meinem Laben so zu Hause gewesen wie hier."

Er sah sie warm an:Das paßt zu Ihnen, und das macht mich so ftoh freilich Ihr Detter scheint anderer Meinung zu fein

Benedikte seufzte. Ja, für Hans-Hermann schien der Aufenthalt hier auf Oeoenshoe jetzt erst erträglich zu werden. Jede freie Minute verbrachte er unten am Strande unb hatte schon eine ganze Menge Be- kanntschaften gemacht, wie er ihr erzählte. Besonders schien es ihm ein junges Mädchen angetan zu haben, bas oben auf derBurg" wohnte. Er dehnte die Badezeiten immer länger und länger aus und ver­schwand schon vormittags, wenn gerade die meiste Arbeit in Garten und Hof zu tun war.

Benedikte legte ihre Badestunden gewöhnlich in die Zeit kurz vor Sonnenuntergang. Dann war Feier­abend, bas Dringenbfte im Hause war getan, man konnte Josua getrost bas anbere überlassen.

Ein einziges Mal, als Regen drohte, war sie vor­mittags schnell zum Stranbe hinuntergelaufen. Als sie in ihrem Badeanzug aus ber kleinen Babekabine des HausesEnblich allein" trat, sah sie Hans-Her- mann inmitten einer fröhlichen Gesellschaft, bie sie nicht kannte. Sie horte Lachen unb Rufen, sah einen roten Ball burch bie Luft fliegen. Ein giftgrüner Badeanzug, eine giftgrüne Babekappe, barunter ein lächelnbes Mädchengesicht, tauchten immer wieber in Hans-Hermanns Nähe auf.

Plötzlich hatte Hans-Hermann sie entbeckt, er winkte ihr. Aber sie tat, als sähe sie es nicht. Sie empfanb ein inneres Wiberstreben, mit fremben Menschen in Berührung zu kommen. In Berlin war sie so vielen Menschen begegnet, im Geschäft, in Mutters Kreisen.

Nein, hier brauchte sie keine Menschen. Zuweilen ein fröhliches Gespräch mit ben Kinbern, wenn sie zu Jens Petersen in bie Schule kamen, unb natürlich Jens Petersen! Sie gönnte ja Hans-Hermann wirk­lich ein bißchen Lebensfreube unb Betrieb; nur, bah er seine Pflichten barüber vernachlässigte, schmerzte sie. Doch war sie $u stolz, um ihm Vorwürfe zu machen. Ein erwachsener Mensch mußte schließlich selbst wisftn, was er zu tun unb zu lassen hatte.

(Fortsetzung folgt l)