Einzelbild herunterladen

Rationaler Feiertag des dentschen Volkes am 1. Mai.

1. Jür Vorbereitung. Gestaltung und Durchführung des Nationalen Feiertags ist dem Gauleiter allein verantwortlich der Gaupropagandaleiker und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.

2. In den Kreisen ist sinngemäß der Kreispropagandaleiter dem Kreisleiker allein verantwortlich.

3. Alle Gliederungen und angeschlossenen Verbände der NSDAP, stehen wie auch in den vergangenen Zähren für Vorbereitung, Gestaltung und Durchführung den Kreispropagandaleitern zur Verfügung. Dasselbe gilt für alle Behörden, Verufs- und Skandesorganisakionen.

4. Alle Veröffentlichungen für den 1. Rlai, gleich welcher Art und von wem sie kommen, die das Gaugebiet betreffen, müssen durch die Gaupropagandaleitung und das Gaupresseamt geleitet werden. Alle die Kreisgebiete betreffenden Ver­öffentlichungen und Mitteilungen gehen über die Kreispropagandaleitungen und Kreispresseämter.

5. Für die lokalen Feiern steht den Kreispropagandaleitern die NS.-Gemeinschast Kraft durch Freude" zur Belebung des Programms zur Verfügung.

6. Sonderfeiern für den 1.2Nai irgendwelcher Art und irgendwelcher Organisationen, Verbände und sonstiger Stellen, die nicht mit den Kreispropagandaleitungen vereinbart sind, sind nicht gestattet, da der I.Rlai der Nationale Feiertag des gesamten deutschen Volkes ist.

Frankfurt a. 2H., den 17.4.1936.

Gez.: Müller- Scheld

Gaupropagandaleiker und Leiter der Landesstelle Hessen-Nassau des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.

Der Todesstoß für die Sankiionspoliük."

Verschärfung ber Sanktionen bedeutet ernste Krise zwischen Paris und London

ß o_n b o n, 18. April, (DNB. Funkspruch.) Nach dem Scheitern der Bemühungen des Genfer Schlich- tungsausschusses stellen die Morgenblätter fest, daß eine Anwendung neuer Sanktionen gegen Italien zur Zeit nicht in Frage komme. Man beabsichtige lediglich, die bestehen­den Sanktionen aufrechtzuerhalten.

Eine Verschärfung der Sanktionspolitik vor den französischen Neuwahlen würde ernste Folgen für die englisch-französischen Beziehungen mit sich gebracht haben.

In diesem Zusammenhang glaubt Vernon B a r t- l e t t imNews C h r o n i c l e" aus Genf die überraschende Neuigkeit berichten zu können, daß die Versicherung einer französischen Unter« stützung, falls England von Italien angegriffen werde, erfolgt wäre. Das Blatt meldet im einzelnen, vor einer Woche fei die fran­zösische Regierung an die Mitglieder der Kleinen Entente und der Balkan-En­tente herangetreten, um auf die dringende Not­wendigkeit hinzuweisen, eine britisch-italie­nische Auseinandersetzung zu vermei­den, da die Stellungnahme Frankreichs unge­wiß sei.

weitere Sanktionen zu unterstützen. Wahrscheinlich sei es, daß Frankreich erneut einen Kuh­handel zwischen der Rheinlandfrage und dem abessinischen Streitfall anbahnen wolle.

Zlandm fährt nach Genf

Paris, 17. April. (DNB.) Nach der Feststellung durch den Dreizehner-Ausschuß, wonach der italie­nisch-abessinische Versöhnungsversuch als mißlungen angesehen werden muß, hat der französische Außen­minister Flandin beschlossen, am kommenden Sonntag seinen Wahlbezirk in der Provinz zu ver­lassen, um sich nach G e n f zu begeben, wo er an der Sitzung des Völkerbundsrates am kom­menden Montag teilnehmen will.

Frankreichs Landesverteidigung.

Paris, 17. April. (DNB.) Das französische Kriegsmini st erium teilt im Zusammenhang mit den von ihm getroffenen außerordentlichen Maßnahmen zur Verstärkung der Landesverteidi­gung folgendes mit:

Angesichts der außergewöhnlichen Lage, die durch die Ereignisse der ersten Märztage geschaffen worden ist, eine Lage, die bis Anfang April keine Veränderung erfahren hat, hält es die Regierung für unvermeidlich, keinerlei Herabsetzun­gen der effektiven Stärke des Heeres vorzunehmen, so gering sie auch sein mögen. Da anderseits währeno der Wahlperiode keine Reser­visten einberusen werden konnten, hat die Regie­rung den Beschluß fassen müssen, vorläufig die­jenigen Soldaten unter den Fahnen zu belassen, " deren aktive Verpflichtungen am 15. April abgelaufen sind. Als teilweise Vergütung werden diese Soldaten von einer Re- servistenübung befreit. Außerdem sind entgegen­kommende Maßnahmen gegenüber denjenigen ge­troffen worden, die bei früheren Musterungen zu­rückgestellt worden waren, und die demnächst irgend­eine Prüfung abzulegen haben. Da die Ein­berufung der Reservisten sofort nach den Wahlen wieder ausgenommen werden kann, prüft der Kriegsminister die Verteilung die­ser Einberufungen, damit zu jeder Zeit der not­wendige Effektivbestand vorhanden ist. Infolge­dessen hat er für den Monat Mai die Frei- l a f s u n g der augenblicklich unter den Fahnen belassenen Soldaten ins Auge gefaßt, soweit die Lage und der Effektivbestand des Heeres dies er­lauben. Die bei früheren. Musterungen zunächst zu­rückgestellten Soldaten und darunter die älteren Jahrgänge werden als erste entlassen."

Vor zwei Tagen hätten die Staaten der klei­nen Entente beschlossen, daß sie, wenn sie zwi­schen der englischen und der französischen Freundschaft zu wählen hätten, eine Zufam- menarbeit mit England vorziehen würden, da diese eher im Einklang mit der Völkerbunds- fahung stehe.

Die Rede des rumänischen Vertreters am Freitag habe jedoch den Eindruck erweckt, daß die franzö­sischen Bemühungen, eine Panik hervorzurufen, Erfolg gehabt hätten. Auch sei es klar, daß die Engländer selbst durch Hervorheben der Gefahr, in der sich die englisch-französische Freundschaft befinde, bestürzt gewesen seien. Sie wüßten, daß es vielleicht nur einBluff" sei, den sie jedoch nicht vor den französischen Wahlen bloßstellen wollten. Nach den Wahlen werde Eng­land voraussichtlich erklären, daß eine Freundschaft, die nur durch Aufopferung der Völkerbundssatzun­gen aufrechterhalten werden könne, kein Interesse für die englische Öffentlichkeit habe.

Time s" schreibt, daß eine Ausdehnung der Sanktionen vor den französischen Wahlen nicht möglich sei.

Die wichtigste Forderung sei die, daß die Völ- kerbundsmüchte nicht durcheine illusorische und gefährliche Politik des Friedens um jeden Preis" entzweit werden. Alan müsse die fran­zösischen und britischen Vertreter beglückwün­schen, daß sie ihre Hauptbedingungen erfüllt hätten. Obwohl die Aussöhnung fehlgeschlagen sei, bestehe die einzige Hoffnung, einen Völker­bunds- und nicht einen italienischen Frieden herbeizuführen, dadurch, daß die bereits ein­geleitete Politik bis zum Ende durchgeführt werde. Es fei kein Grund vorhanden, daß sich die Völkerbundsmitglieder zurückziehen. Sie hätten nicht nur den Völkerbund, sondern den Grundsatz zu verteidigen, daß ein Krieg nicht mehr ein anerkanntes Mittel werden dürfe, um nationale Forderungen durchzusehen. Das ge­ringste, was der Völkerbund jetzt tun könne, sei, daß er seine Unterstützung für dasOpfer" aufrechterhalte und notfalls verschärfe. Dor allem müsse er sich weigern, sich an der Er­zwingung von Friedensbedingungen zu be­teiligen, die Abessinien ablehne, und die viel­leicht auch durch die militärische Lage gar nicht gerechtfertigt feien.

Der Genfer Berichterstatter herTime s" schreibt, man habe gegenwärtig nicht den Wunsch, eine bereits schwierige Lage durch die Auferlegung neuer Sanktionen noch zu erschweren. Einer der Gründe sei der, daß irgendwelche neue Sank­tionen, und besonders eine Oelsperre, keiner- l e i Wirkung auf die Kriegsführung während der nächsten Woche ausüben werden. Es sei im übrigen unwahrscheinlich, daß der Sanktionsaus­schuß vor der Ratssitzung am 11. Mai zusammen­treten werde.

Daily Telegraph" schreibt, Kollek­tivität sei immer das wichtigste in der Behand­lung des italienisch-abessinischen Streitfalles gewe­sen. Der wichtigste Teil dieser Kollektivität sei eine ehrliche Einmütigkeit Englands und Frankreichs. Wenn es dem Völkerbund auch nicht gelungen sei, den Krieg zu beendigen, so könne es ihm doch gelingen, die Friedensbedingungen Mussolinis zu beeinflussen.

Der diplomatische Berichterstatter desDaily Telegraph" meldet aus Genf, die britische Re­gierung hätte gern ein sofortiges Zusammen­treten des Sanktionsausschusses gesehen, um die Anwendung eines allgemeinen Ausfuhr­verbotes nach Italien, in das Oel, Eisen und Stahl einbezogen worden wären, zu prüfen. Es habe sich jedoch gezeigt, daß eine ernste Krise in den englisch-französischen Beziehungen entstehen würde, wenn man diese Absicht im gegenwärtigen Augenblick erzwingen wolle. Das Ergebnis fei, daß die englisch-französischen Beziehungen augenblicklich enger seien, als sie es feit längerer Zeit waren.

jtaiienitoe Offensive an der Somalisroni.

Rom, 17. April. (DNB.) Das italienische Propa­gandaministerium gibt den Heeresbericht 18 7 bekannt, der wie folgt lautet:

,Ln D e s s i e werden die Arbeiten der Verwal­tungsneuordnung weiter fortgesetzt, während sich Führer und Würdenträger der Wollo Galla und der angrenzenden Gebiete unterwerfen. An der Somalifront sind umfangreiche Trup­penbewegungen der Vorhut im Gange." NerAachschub an derNordfrontgesichert

Italienisches Hauptquartier an der Nord front, 18. April. (DNB. Funkspruch des Kriegsberichterstatters.) Für die Versorgung der nach Süden vorrückenden Truppen sind jetzt alle Vorbereitungen getroffen. Die schwierige Frage des Nachschubs von Lebensmitteln und M u n i ti o n ist gelöst, nachdem die Soldaten und die Arbeiterkolonnen auf der fast ungangbaren Strecke zwischen Arnba Aladschi und Quoram eine regelrechte Straße gebaut haben, die bereits von den ersten Lastkraftwagen befahren worden ist. Von Quoram bis Dessie und darüber hinaus bis Addis Abeba bestand bereits eine für Kraftwagen brauchbare Straße.

Italienische Bomber demonstrieren.

Addis Abeba, 17. April. (DNB.) Aus den Wolken, die heute in aller Frühe den Himmel über Addis Abeba bedeckten, schossen zwei italie­nische Caproni-Bombenflugzeuae auf die Stadt herab. Sie umflogen Addis Abeba und feuerten während der ganzen Zeit große Raketen ab, die in den italienischen Farben aufsprühten, Riesenspiralen am Himmel bildeten und fick) dann als Fallschirme lan^fam auf die Stadt niedersenkten.

Die Fluazeugschützen probierten mehrere Male durch Schüsse, die sie in die Luft abgaben, ihre Ma­schinengewehre aus.

Ministerrat in Addis Abeba.

Addis Abeba, 17. April. (DNB.) Am Frei­tag tagte in Addis Abeba ein Minifterrat, über dessen Beschlüsse jedoch noch nichts verlautet.

Die Lage an der Nordfront wird immer un­durchsichtiger. Es scheint, als zögen sich die abessi­nischen Armeen in die westlichen Gebiete Abessiniens zurück, wahrscheinlich in der Hoffnung, dort bessere Verteidigungsmöglichkeiten zu finden.

Daß die Italiener an der Süb front tat­sächlich eine Offensive begonnen haben, bestäti­gen mehrere Meldungen, die von schweren Zu­sammenstößen zwischen Vortruppen der Ita­liener und den unter der Führung des Generals N a f i b u stehenden Abessiniern sprechen.

Der Bolschewismus in Spanien.

Madrid steht im Zeichen eines General­streiks. Aber nicht nur das, die Regierung hat in das Innenministerium einen neuen Minister ge­schickt, deraufräumt". Nicht unter den Unruhestif­tern, sondern unter jenen, die berufen sind, für Ruhe und Sicherheit zu sorgen. Aehnliches hat sich ja auch in der Weimarer Republik ereig­net. Gerade in besonders stürmischen Zeiten wur­den den revolutionären Elementen Männer ge­opfert, deren Verbrechen darin bestand, daß sie dem marxistischen Internationalismus kein Verständnis entgegenzubringen vermochten. Massenoerhaf­tungen find in Spanien bereits im Gange, nur d i e Bolschewisten greift man s i ch nicht. So wenig wir beabsichtigen, uns in die inneren Angelegenheiten Spaniens einzumischen, so sehr be­dauern wir es doch, daß man den Bolschewismus ruhig gewähren läßt. Ein Abgeordneter hat eben erst im Palament an Hand sehr genauer Feststel­lungen nachgewiesen, wie tief Spanien schon im bolschewistischen Sumpf steckt. Zwischen dem 16. Februar und 2. April gab es 199 Ueber­fülle, davon 58 auf Parteibüros, 72 auf öffent­

liche und private Geschäftshäuser, 33 auf Pri­vatwohnungen, 36 auf Kirchen, wobei jeweils die Einrichtungen zerstört wurden. Dann zählte der Abgeordnete 178 Brandstiftungen der Anhänger Moskaus auf. Nicht weniger als 10 6 Kirchen wurden in Brand gesteckt, 55 brannten bis auf die Grundmauern nieder. Ferner zählte er 11 Generalstreiks und 169 größere und kleinere Aufstände, weiter 39 Schießereien, 85 Feuerüber­fälle auf Einzelpersonen, 24 Bombenanschläge. Ver- wurden 345 Personen, während 74 Personen ihr Leben einbüßten. Zwischen dem 3. und 17. April haben sich eine ganze Reihe weiterer Gewaltakte ereignet, die hier noch nicht berücksichtigt sind. Spa­nien gleicht also bereits einem Lande, das binnen kurzem dem Bolschewismus als reife Frucht zufällt. Einen Sowjetstaat im Rücken Frankreichs würde aber der sowjetrusfifche Verbündete der Franzosen voller Dankbarkeit be­grüßen. Daß Moskau dieses Ziel anstrebt, geht aus der Mobilmachung seiner Agenten für Spanien hervor.

Die konservativeM o r n t n g P o st" erklärt, es habe sich gezeiat, daß man sich nicht auf den Völkerbund als Bewahrer des Friedens ver­lassen könne. Er sei nicht in der Lage gewesen, eines seiner Mitglieder gegen eine Invasion zu schützen. Die britischen Staatsmänner hätten ihre Karte auf eine Politik gesetzt, die wiederholt und katastrophal gescheitert sei, und auch in der Zukunft scheitern werde. Wenn man heute auf eine Oelsperre gegen Italien bestehe, bann werde man vielleicht morgen aufgefordert werden, Sanktionen gegen Deutschland anzu­wenden.

Ls wäre viel besser, bas Sanklionssyslem, nach­dem es erfolglos geblieben fei, aufzugeben.

Auch bie sanktionsfeinblichen Blätter erklären bei biefer Gelegenheit, baß bie Sanktionspoli- t i k burch bie letzten Ereignisse in Genf ben T o - des stoß erhalten habe.Daily Her alb" meßet, es sei keine Gewähr dafür vorhanden, baß bie neue französische Regierung nach ben Wahlen eine größere Bereitschaft an ben Tag legen werbe,

Oie faschistischen Organisationen verboten.

Mabrid, 17. April. (ÄNB.) Der Minister, rat hat am Freitag beschlossen, bie faschisti - schen Organisationen in ganz Spanien als ungesetzlich zu erklären unb aufzulösen. Ferner sollen bei den Militär- und Gerichtsbehörden alle Beamten, die nicht unbedingt hinter der heuti­gen Regierung stehen, a b g e b a u t werden. Be­sonders Die führenden Beamten und Offi­ziere sollen, wenn sie sich nicht alszuverlässig" erwiesen haben, von ihrem Dosten entfernt und in den Ruhestand versetzt werden. Die Maßnahmen sind daraus zurückzuführen, daß sich besonders bei ben Polizeibeamten und den Heeresangehörigen in letzter Zeit starke Sympathien für die spanischen Faschisten bemerkbar gemacht hätten.

Zwei Faschisten erschossen.

Madrid, 17. April. (DNB.) Im Lause des Freitagnachmittag wurde von linksradikalen Ele­menten ein Ueberfall auf ein Geschäft verübt, des­sen Inhaber fünf der spanischen Faschistenbewegung angehörende Brüder sind. Zwei von ihnen wur­den durch Pistolenschüsse tödlich getroffen. Im Zusammenhang mit dem blutigen Zwischenfall in Madrid am Donnerstagnachmittag find auf Ver­anlassung der Regierung mehrere Polizei­beamte wegen Disziplinarvergehen in ein Mili­tärgefängnis in der Nähe von Madrid ein­geliefert worden. Den Beamten wird zum Vorwurf gemacht, daß sie den Trauerzug ihres von Marxi­sten erschossenen Kameraden durch die Hauptstraße der Stadt führten, obwohl dies von der Regierung untersagt worden war.

Oie Dardanellen-Frage.

Türkische Befriedigung.

Istanbul, 18. April. (DNB. Funkspruch.) Die türkische Presse verzeichnet mit Befriedigung die ausnahmslos zustimmenden Aeuße- rungen der Auslandspresse über die Berechtigung der türkischen Forderung auf B e f e st i g u n g der Meerengen. Die türkischen Zeitungen sind sich darin einig, daß die Türkei den richtigen Augen­blick gewählt Hat, um ihr Verlangen vorzutragen, Im übrigen bereitet man sich hier darauf vor, die Frage auf der n ä ch st e n Ratstagung im Mai vorzutragen. Vielfach wird der Wunsch geäußert, daß die Verhandlungen in Istanbul abgehalten werden mögen.

Einer von Havas unb Reuter verbreiteten Mel- bung über einen angeblichen Einmarsch ber türkischen Truppen in bie entmilitari­sierte Zone, bie auf freier ßrfinbung beruht, hat bei den türkischen zuständigen Stellen großen Unwillen ausgelöst.

Ausschrei ungen kroatischer Bauern.

Belgrad, 17. April. (DNB.) Meldungen aus Agram zufolge ist es Donnerstag nacht im Dorfe Remete bei Agram zu blutigenAusfchrei- tungen der dortigen Dorfbewohner gekommen. 200 bis 300 Bauern, die sich vor dem Landsitz des früheren Vanus M i h a n o w i t s ch zusammenge­rottet hatten, drangen in das Haus Mihanowitschs ein, wo sie sechs bei ihm zu Gast weilende Stu­denten töteten. Der ehemalige Banus selbst wurde schwer verletzt, während seine Toch­ter, die Gattin des jetzigen jugoslawischen Hos- ministers Antitsch, von ben Bauern mißhandelt worden sein soll.

Anlaß zu diesen Ausschreitungen gab bas Erschei­nen von Agramer Stubenten im Dorfe, bie als An­hänger ber Regierungspartei zu Mihanowitsch ge­kommen waren, um mit ihm als Vorsitzenden der Organisation ber Regierungspartei für Kroatien Parteifragen zu besprechen Auf bas Erscheinen ber Stubenten hin entstaub im Dorf bas Gerücht, es hanbele sich um Mitglieder ber Organisation ber ehemaligen mazedonischen Freischärler, über bie in ben letzten Tagen in Kroatien große Empörung herrschte, weil ber Mörder des Abgeordneten der Kroatischen Bauernpartei, B r k l j a c i t s ch , der in der Osterwoche einem Mordanschlag zum Opfer ge­fallen war, dieser Organisation angehört haben soll. Infolge des Gerüchtes rotteten sich die Bauern zu­sammen. Als Mihanowitsch aus dem Hause kam, um sie zu beruhigen und aufzuklären, wurde er von ihnen schwer mißhandelt. Die Bauern dran­gen bann in bas Haus ein, wo sie bie Mordtaten verübten.

In einem Nachbarborf töteten Bauern einen Anhänger ber Regierungspartei, zün« beten sein Haus an, so baß seine Frau unb sein Kinb in ben Flammen umtamen.

Wieder Ruhe in Lemberg.

Warschau, 17. April. (DNB.) In Lemberg ist nach ben blutigen Zusammenstößen zwischen ber Polizei und ber von Kommuni st en aufgehetz­ten Menge am Donnerstag bie Ruhe mieber« hergestellt. Zahlreiche Polizei- unb Militär- Patrouillen versehen aber auch am Freitag Dienst auf ben Straßen.

Nach halbamtlichen Angaben haben die Vorfälle am Donnerstag a ch t Todesopfer gefordert. In Lemberger Krankenhäusern befinden sich 6 0 Verwundete. Von den Polizeibeamten sind sieben durch Revolverschüsse und Steinwürfe schwer verwundet worden, sowie zwei Offiziere und 25 Mann leicht verwundet. Im Laufe der Nacht unb des Freitag sind mehr als 2 0 0 Leute ver­haftet worden, bie sich an ben gestrigen Un­ruhen unb Plünderungen beteiligt haben.

Im Lemburg würbe, obgleich bie Ruhe im gan­zen wieberhergestellt ist und bas Leben ber Stabt in normale Bahnen zurückkehrt, am Freitag noch von einzelnen Gruppen ber Versuch gemacht, bie Plünderungen von G e s ch ä f t e n fortzu­setzen. Die Polizei verhinberte diese Versuche unb nahm eine größere Anzahl von Ruhestörern fest. Die Polizeikräfte von Lemberg sinb burch größere von auswärts herangezogene Abteilungen verstärkt worben.

Die Vereinigung ber polnischen Front- kämpfer-Verbänbe, bes Legionär-Verban- bes, bes Verbanbes ber Reserveoffiziere, bes Spitzenverbandes und vieler anderer Vereine, so­wie die ukrainische nationale OrganisationUNJO", erließen Aufrufe an die Bevölkerung, in denen die Hetzarbeit der kommuni st ischen Agi­tatoren aufs stärkste verurteilt wird, unb bie Arbeitslosen, benen auf gesetzmäßigem Wege geholfen werben müsse, bavor gewarnt werben, sich von unverantwortlichen Elementen zu Aus­schreitungen hinreißen zu lassen, bie nicht ben Ar­beitslosen bienen, sonbern kommunistischen Zwecken.