Mittwoch, 18. März M6
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für OberWen)
Hr.66 viertes Blatt
Was sagt der ausländische Kaufmann?
WPD. Es gibt keinen politischen Primat der Wirtschaft mehr! In allen Staaten Europas! Je- wiß, und doch kann gerade für uns Deutsche nicht gleichgültig sein, wie sich der ausländische Kaufmann und Industrielle zu den Erklärungen und Taten des Führers vom 7. März stellt. Mit Ausnahme der verhältnismäßig geringen Zahl von Erholungsreisenden ist nämlich der ausländische Kaufmann und Industrielle der einzige Kreis von Ausländern, der Deutschland in der Nachkriegszeit aus eigener Anschauung kennengelernt und vor allem einen engeren persönlichen Kontakt mit deutschen Menschen hat gewinnen können. Gerade das Letztere ist wichtig und entscheidend, zumal die Auslandspreise in überwiegendem Maße seit der Hetzpropaganda des Weltkrieges nicht zu einer objektiven Wertung deutscher Verhältnisse zurückgefunden hat. Was auf diesem Gebiet auch heute noch geleistet wird, davon kann sich jeder deutsche Volksgenosse wöchentlich durch einen Blick in „Das schwarze Korps" überzeugen, das fortlaufend die in der Auslandspresse erscheinenden Giftblüten aufspießt und auch die zeichnerischen Pamphlete über Deutschland originalgetreu wiedergibt.
Bei dieser Sachlage interessiert es uns also, von dem Verhalten und den Aeußerungen derjenigen zu hören, denen man noch eine eingermaßen objektive Beurteilung der Lage zutrauen kann, denen man vor allen Dingen zutrauen darf, daß sie sich durch eigene Lektüre deutscher Zeitungen ein vollständiges Bild von dem verschaffen, was am 7. März vor sich gegangen ist. Auf einen Nenner gebracht, kann man sagen, daß in den Kreisen der Auslandswirtschaft die deutschen Maßnahmen zur Wiederherstellung der eigenen Oberhoheit im ehemals entmilitarisierten Rheingebiet einer absolut ruhigen Beurteilung begegnen, daß man vor allen Dingen auch dem deutschen Friedensangebot eine sachliche Würdigung zuteil werden läßt und die großen Möglichkeiten, die hierin für eine neue europäische Rechtsordnung liegen, sieht und in die Ueberlegungen in das zukünftige Schicksal Europas einbezieht.
Wenn z. B. in der französischen Öffentlichkeit — wie auf Kommando — das Schlagwort der »Wirtschaftsblockade «gegen Deutschland"
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3 Jahre Nationalsozialismus.
Deutsch-polnischer Zreunüschastövertrag
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üon 1933__1936 verdreifachte flch die Zahl der jährlich zugelaffenen Kraftfahrzeuge
auftauchte, so ist bezeichnenderweise in Wirtschaftskreisen für eine derartige Maßnahme, die n u r v 0 n Parteipolitikern gefordert wird, überhaupt keine Neigung zu finden, denn man hat ja reichlich Erfahrungen in der Sanktionspolitik gegen Italien gemacht und kann sich an fünf Fingern abzählen, daß bei der engen Verflechtung der gesamten mitteleuropäischen Wirtschaft mit Deutschland die Folgen gerade für Frankreich katastrophal sein müßten. Wenn hier und dort auch in Wirtschaftskrisen eine Zustimmung zu derartigen Plänen auftaucht, dann handelt es sich fast immer um einen Verband oder eine Organisation, die glauben, mit einer derartigen politischen Maßnahme 'den Konkurrenzkampf gegen deutsche Fabrikate leichter durchführen zu können, ohne auch nur im geringsten die Ueberlegung anzustellen, wie das Gesamtresultat für die französifche Wirtschaft ausfallen würde.
Vor allem sind es die Tschechoslowakei, Ungarn, Jugoslawien und die polnischen Wirtschaftskreise, die die französische Oeffentlichkeit nicht im geringsten darüber im Zweifel lassen, wie sich das europäische Wirtschaftsbild bei einem Wirtschaftskampf gegen Deutschland ausnehmen würde. Schon die Beteiligung an den Sanktionsmaßnahmen gegen Italien kostet den mitteleuropäischen Staaten so viel Geld, daß die Verluste sich bereits in Etatsschwierigkeiten bemerkbar machen. Der Ausfall des deutschen Geschäftes — auch nur der vorübergehende — müßte aber geradezu katastrophale Folgen haben. Der Anteil Italiens am Außenhandel Polens betrug z. B. kaum 3 v. H., und Polen hat schon in diesem Fall sich nur mit größter Ueberwindung zur Beteiligung an den Sanktionsmaßnahmen aufschwingen können. Da Deutschland nächst England aber mit 15 v. H. am Außenhandel Polens beteiligt ist und neuerdings die Exportkurve für polnische Wa-
ren nach Deutschland ständig steigt, steht es außer Zweifel, wie sich eine Beteiligung an den versuchsweise von der französischen Presse geforderten Sanktionsmaßnahmen gegen Deutschland für Polen auswirken müßte. Polen denkt vor allem nicht daran, sich feine Agrarpolitik, die sich infolge der glücklichen Verhandlungen der letzten Monate weitgehend auf den Export nach Deutschland umstellen konnte, durch nervöse französische Forderungen stören zu lassen.
Nicht anders ist die Stimmung in den tschechoslowakischen Wirtschaftskreisen. Man verfolgt hier mit großer Besorgnis bre französische Pressediskussion gegen Deutschland und macht keinen Hehl daraus, daß große Teile der tschechoslowakischen Industrie durch Wirtschaftsmaßnahmen gegen Deutschland glatt ruiniert würden, da irgendein Ersatz für den Absatz nicht zu schaffen wäre. 75 v. H. der Holzausfuhr, 45 v. H. der Kohlen, 40 v. H. der ausgeführten Mineralien, 17 0. H. des Wolle- und Garnexportes, 9 v. H. des Glasexportes gehen nach Deutschland. Ebenso ist die Tschechoslowakei in ihrer Einfuhr in einer ganzen Reihe wichtiger Artikel und Rohstoffe auf Deutschland angewiesen. Schließlich macht man in Prag sehr betont geltend, daß die Tschechoslowakei über den Warenverkehr hinaus durch ihre Beteiligungen und durch den Besitz tschechoslowakischer Staatsangehöriger in Deutschland, der auf mindestens eine halbe Milliarde Kronen geschätzt wird, mit der deutschen Wirtschaft eng verflochten fei
Auch aus London meldet der Eildienst, daß d i e englische Wirtschaft eine Lösung durch wirtschaftliche Sanktionen gegen Deutschland rundweg ablehnt. Die bisherige'Erfahrung mit der Anwendung der Sanktionen im abessinisch-italienischen Konflikt genügten bereits, um die britische Geschäftswelt von ihrer höchst zweifelhaften Wirkung zu
überzeugen. Die englischen Geschäftskreise weigern sich deshalb sehr energisch gegen die Uebernahme des unabsehbaren Risikos, mit dem eine Störung der Außenhandelsbeziehungen mit Deutschland verbunden wäre.
Besonders aufschlußreich ist die Haltung der amerikani sch enWirtfchaftsk reife. Durch Sensationsnachrichten vom Kontinent war in den ersten Tagen in den Köpfen amerikanischer Wirtschaftsführer einige Verwirrung gestiftet worden, der sich aber sehr bald legte, als die erwarteten Aufträge für Heereslieferungen ausblieben. Nachfolgende Preiseinbrüche am Weizen- und Baumwollmarkt zeigten am besten, wie heute selbst die berufsmäßige Spekulation Die europäische Lage beurteilt. Da auch die Situation der Auslandswährungen kaum eine Veränderung zu den Tagen vor dem 7. März zeigt, so kann man daraus schließen, daß auch keinerlei beachtliche Auslandsguthaben aus Amerika zurückgezogen wurden — ein Zeichen dafür, daß niemand an die finanzielle Vorbereitung irgendwelcher Verwicklungen denkt.
Insgesamt sieht man also, daß die Wirtschaftskreise der maßgeblichen Industrieländer die Situation recht kaltblütig beurteilen, zumal ja gerate sie durch persönliche Anschauung immer wieder Gelegenheit hatten, in dem vergangenen Jahrzehnt selbst festzustellen, daß die Aufrechterhaltung des Deutschland diktierten Schandvertrages von Versailles und aller Dinge, die er im Gefolge hatte, auf die Dauer eine Unmöglichkeit fein mußte, und daß der Tag kommen würde, an dem ein kühner deutscher Staatsmann Deutschland von dieser Fessel befreien müßte. Dieser Tag ist gekommen, und die Wirtschaftskreise tun das vernünftigste, was sie tun können: sie registrieren den Vorfall und versuchen ihrerseits, an dem Zustandekommen einer neuen Ordnung mitzuwirken.
Nettelbeck.
Von Robert Hohibaum
In Kolberg geboren, entstammte er väterlicherseits einem Geschlechte ehrbarer Bierbrauer und Schnapsbrenner, aber von der Mutter her floß unruhiges Seemannsblut in feinen Adern. Das trieb Neüelbeck als Kind von elf Jahren schon auf die hohe See, mit seinem Oheim fuhr er nach Holland. Aber diese weite Reise — wenn man nun gar die viel eingeengtere Zeit in Betracht zieht! — war dem abenteuerlustigen Jungen noch zu wenig. Er brannte dem Oheim durch und fuhr mit einem wildfremden Kapitän auf einem wildfremden Schiffe nach Südamerika und Afrika.
Diese Reisen wiederholte er des öfteren, fuhr zuerst als Schiffspolizeimann, als Steuermann und endlich als Kapitän, wohl Handelszwecken dienend, aber doch auch mit offenen Augen die Welt betrachtend. Aber er vergaß im Zauber dieser fremden, bunten Welt nicht die schlichte nordische Heimat. Im Gegenteil, alles, was er erlebte, brachte er in eine gewisse Beziehung zu ihr, und es ist interessant,' daß Nettelbeck damals schon bestrebt war, für Preußen eine überseeische Kolonie zu erwerben. Doch der alte Fritz war eben schon ein zu alter Fritz, als daß er seinem Riesenwerke noch diese Krönung hinzugefügt hätte. Und auch unter Friedrich Wilhelm dem Zweiten hatte der alte Seemann mit seinem Plan kein Glück. Aber trotzdem blieb Nettelbeck seinem Vaterlande in rührender Weise treu In seiner Selbstbiographie erzählt er, daß er einst in Lissabon in einem Wachsfigurenkabinett Friedrich den Großen und einige preußische Grenadiere so täuschend nachgebildet gesehen habe, daß ihn der Stolz auf die Heimat trieb, sich als Preuße zu bekennen, worauf ihm von der Bevölkerung ■ so volkstümlich waren Friedrich der Große und sein Staat — laute Huldigungen dargebracht wurden, die er als Stellvertreter des gefeierten Königs tränenden Auges entgegennahm.
Inzwischen hatte er als Adjutant seines Vaters, der ein Kommandant der Bürgergarde war, an zwei Belagerungen feiner Heimatstadt durch die Russen lebhaften und verdienstvollen Anteil genommen. Diese Bürgerwehr der alten kleinen Ostsee- ftabt war keine Spielerei wie in anderen Orten, die Bürger waren nicht nur in Waffen, sondern im regelrechten Kriegsdienst geübt, und ihnen ist es zum großen Teil zu danken, daß die größte Belagerung, die Kolberg zu erdulden hatte, so ruhmreich endete, daß die kleine Stadt für immer ins Licht der deutschen Heldengeschichte einging.
Der alte Nettelbeck hatte nach mancherlei Unglück, Schiffbruch und Gutverliist dem Seeleben Ade ge= faat und sich in seiner Vaterstadt niedergelassen, betrieb in alter Überlieferung seiner Familie das ehrsame Schnapsbrenner-und Bierbrauerhandwerk. Doch mich in dieser friedlichen Zeit schon machte er sich um die Vaterstadt verdient. Seinem ungeheuren Mute und seiner Aufopferungsfähigkeit ist es zu danken, daß ein drohender Brand, der schon den großen Kirchturm ergriffen hatte, im Keime erstickt churde, und er war immer bestrebt, den Gemeinsinn der Bürgerschaft zu heben, den Eigennutz des einzelnen zu bekämpfen und den Armen zu helfen.
Es nahte das unselige Jahr 1806 mit der furchtbaren Doppelschlacht von Jena und Auerstadt, in der nicht nur das preußische Heer und die preußische Macht, sondern leider auch die preußische Waffenehre zusammenzubrechen schien. Nur einige wenige Führer nötigten dem Feinde Achtung ab, Blücher und Yorck vor allem. Und indes fast alle großen, wohlgerüsteten Festungen schmachvoll ohne'Widerstand kapitulierten, traf das kleine Kol berg alle Anstalten, sich bis auf den letzten Mann zu wehren. Es ist ein Zeichen dieser Zeit, daß der Widerstand bis zum äußersten zunächst nicht vom Militär ausging. Im Gegenteil, der Festungskommandant, Oberst Loucadou, in früherer Zeit ein ganz tapferer Soldat, war von der allgemeinen Mutlosigkeit so eingesteckt worden, daß er alle Anstalten traf, die ihm nutzlos scheinende Verteidigung aufzugeben und die Festung in die Hand des Feindes zu liefern. Da aber trat ihm die Bürgerschaft entgegen, an ihrer Spitze Nettelbeck. Die Bürgerschaft, die an unteren Orten in der Angst um ihr Hab und Gut die Kommandanten zur Uebergabe veranlaßte, die erreichte es hier, daß die lange vernachlässigte Festung rasch, so gut es ging, in Verteidigungszustand gesetzt wurde. Die Burger selbst formierten sich gegen den Widerstand des Kommandanten als Kampftruppe und setzten alles daran, die Stadt zu halten.
Nettelbeck, die Seele dieses Widerstandes, erkannte sofort, daß die Verbindung mit der See unbedingt aufrechterhalten werden müsse. Man sandte Boten zum König, man erhielt durch englische Schiffe Verteidigungsmaterial und aus der näheren Umgebung Proviant.
Die Einkreisung der Stadt durch die Franzosen ging langsam vor sich, aber Schritt um Schritt eroberten sie doch eine wichtige Stellung nach der anderen. Die Wolfsbergschanze zum Beispiel wurde immer wieder von den Franzosen genommen, von den Verteidigern zurückerobcrt und wieder vom
Feinde besetzt. Allem Eifer der Abwehr setzte der Kommandant passiven, ja auch tätigen Widerstand entgegen, empfing einen französischen Parlamentär, sprach, wo er konnte, gegen Nettelbeck, bis diesem der ohnehin schon dünne'Geduldsfaden riß und er gegen den Obersten losging. Nettelbeck wurde ins Gefängnis geworfen, war nahe daran, füsiliert zu werden, und wurde nur durch den Protest der „öffentlichen Meinung", durch entschiedenes Eingreifen seiner Mitbürger, befreit. Endlich hatten die Bitten und Beschwörungen des Alten den König erreicht — der mit seinem Hofe, feiner Familie und der preußischen Regierung im äußersten Nordosten des Reiches ein Flüchtlingsdasein führte —, und, von Friedrich Wilhelm gesandt, kam schließlich der neue Kommandant, Major von Gneise n a u. Sein Feuergeist, der von der Macht des vom König bestimmten Befehlshabers getragen wurde, erfüllte alles. Und überall war N e t t e l b e ck an feiner Seite, überglücklich, endlich den rettenden großen Mann gefunden zu haben, dem er all feine Kraft unterordnen konnte.
Die Belagerer fetzten alles daran, die Festung noch vor dem Friedensschluß in Besitz zu bekommen. Ja, sie verheimlichten sogar den inzwischen abgeschlossenen Waffenstillstand und beraimten die arme kleine Festung immer heftiger. Bald waren die wichtigsten Stützpunkte in der Hand des Feindes, die Stadt als solche stand im Feuer großkalibriger Geschütze, ein Haus um das andere ging in Flammen auf. Die Kleinmütigen drängten jetzt zur Uebcrgabc, aber die Seelenstarken schloffen sich immer fester zusammen, Soldaten, Bürger, Frauen und Kinder bildeten eine große Notgemeinschaft.
Im letzten Augenblick endlich kommt die Rettung: Ein preußischer Ordonnanzoffizier bringt die Meldung vom Friedensschluß, den die Franzosen nun nicht mehr verheimlichen können.
Was war die Bedeutung dieses Durchhaltens im Licht des Krieges? Das kleine Kolberg band eine französische Belagerungsarmee und entzog sie den großen Aktionen. Aber noch wichtiger war es: Kolberg hatte mit wenigen andern in diesem Kriege die preußische und damit auch die deutsche Ehre gerettet. Der Name G n e i f e n a u trat nun dicht neben die Namen Blücher und Scharnhorst, aber neben dem „außer der Tour" zum Oberstleutnant Ernannten wurde auch ein schlichter Bürger genannt, der die goldene Denkmünze für Tapferkeit an den grauen Rock heften durfte, mit derselben Berechtigung wie der tapferste Soldat an die bunte Uniform. Und immer wird neben einem der erlauchtesten Sohne des deutschen Volkes auch in alle
Zukunft der Name Nettelbeck genannt »werden, der in der Stunde schwerster Not jene Eigenschaften bewiesen hat, die den Mann zieren: Mut, Glauben und Treue.
Dom deutschen Büchermarkt.
Die deutsche Derlagsproduktion hat im Jahre 1935 einen starken Aufschwung genommen und insgesamt 23 212 literarische Neuerscheinungen heraus- gebracht, das sind 11,3 0. H. mehr als im Vorjahr (20 852 Neuerscheinungen). Auf Erstauflagen entfallen 1935 19 080 und auf Neuauflagen 4132 Einheiten gegenüber 17 763 bzw. 3089 Einheiten im Jahre 1934. Setzt man die Gesamterzeugung des deutschen Verlagsbuchhandels gleich 100, so ergibt das für die Erftauflagen einen Anteil von 86,6 und für die Neuauflagen einen solchen von 13,4. Dis entsprechenden Hunderterzahlen für das Vorjahr lauten, wie Ludwig Schönrock im Börsenblatt für den deutschen Buchhandel ausführt, 85,1 und 14,9. Die Anzahl fremdsprachlicher Werke ist sehr klein; im deutschen Buchhandel sind insgesamt 687 Einheiten fremdsprachlicher Literatur verlegt worden. — Die einzelnen Bücher sind im Umfang gewachsen. 1935 befanden sich unter den Verlagswerken 70,2 v. H. mit über 48 Seiten Text, während dieser Anteil im vorangegangenen Jahr nur 68,5 v. H. betrug. Es wurden 389 Flugblätter (Druckschriften bis 4 Seiten Text), 6636 Broschüren (5 bis 48 Seiten) und 16 287 Bücher (über 48 Seiten) herausgebracht gegenüber 371, 6198 und 14 283 im Jahre 1934. Die Zunahme im Jahre 1935 belief sich im Vergleich zu 1934 bei Büchern auf 14, bei Broschüren auf 5,4 und bei Flugblättern auf 4,8 v. H. — Von je 100 in Deutschland erschienenen Verlagswerken entfallen 58,8 auf Frakturschrift und 41,3 in Antiquaschrift. Das bedeutet für die Bücher in Fraktur eine Zunahme um 14 v. H. und für die Neuerscheinungen in Antiqua eine solche um 7,6 v. H. Die auslandsdeutsche Verlagstäticsteit war außerordentlich lebhaft. In Oesterreich steigerte sie sich um 22,4 v. H., in der Schweiz nur um 5,4 v. H. Für das übrige Ausland, einschließlich Uebersee, ist eine literarische Produktionssteigerung von 18,6 v. H. feftgcfteUt worden. Der Durchschnittspreis der auf den Markt gebrachten Bücher bat nur eine geringe Aenderunq erfahren. 1935 belief sich der Ladenpreis im Jahresdurchschnitt auf 4,01 Mark und erhöhte sich damit gegenüber dem Stand von 1934 um 0,04 Mark für je eine gezählte bibliographische Einheit.


