Ausgabe 
17.8.1936
 
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Oer vorletzte Kampftag.

Ungarn wnrde am Gamstag Sieger im Wafferball.-Ltalien gewinnt das Fußball-Turnier. Indien gewmnt die Goldene Medaille im Hockey.Neuer amerikanischer Sieg im Turm- fprmgen. Dritte Goldene Medaille für die holländische Schwimmerin 2Rie Mastenbroek.

sonderen Erfolg wurde. Dom Nikolskoer Hafenufer hatten Pioniere in wenigen Stunden eine Ponton­brücke gebaut, die zu beiden Seiten mit den Fah­nen der an den Olympischen Spielen beteiligten Nationen geschmückt waren. Auf der Pfaueninsel selbst geleitete die Gäste ein Ehrenspalier weißge­kleideter Pagen zu dem großen F e st p l a tz einer Wald wiese, die auf das prachtvollste mit ein­farbigen Lampions in gelbes Licht getaucht war. Auch sonst gab es noch manche überraschende und phantasieoolle Ausschmückung zu bewundern, so x B ein von vielfarbigen Lichtern umrahmter Durchblick von der Höhe der Pfaueninsel auf die weite Fläche der Havel, m der sich der Llchter- schein bunt spiegelte. Benno von A r e n t war für diese märchenhafte Ausgestaltung des Sommerfestes verantwortlich, während Oberregierungsrat Gut- terer die Gesamtorganisation vorbereitet hatte.

Reichsminister.Dr. Goebbels, der zusammen mit seiner Frau den ganzen Abend in liebens­würdigster Weife um feine Gäste bemüht war, emp­fing die Teilnehmer des Festes. Unter den zahl­reichen ausländischen Gästen sah man u. a. König Boris von Bulgarien, den Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees Graf Baillet-Latour, den früheren amerikanischen Botschafter Dr. Sh ur ma n, den amerikanischen Dorkämpfer für Freizeitgestaltung Mr. Kirby, die Mitglieder des Internationalen Olympischen Komitees, die Präsidenten der nationalen Olym­pischen Komitees und der internationalen Sport­verbände sowie die Mitglieder des Organisations- komitees ftir die XI. Olympischen Spiele. Sämtliche Missionschefs der ausländischen Mächte waren zu­gegen. Don deutscher Seite waren erschienen fast die gesamte Reichsregierung, die Reichs- und Gau­leiter der NSDAP., Vertreter der Wehrmacht so­wie aller Partei- und Staatsdienststellen. Zu den Festteilnehmern gehörten ferner etwa 600 aus­ländische Olympiakämpferinnen und - k ä m p f e r. Die weibliche Olympiamannfchaft der Japaner, die in ihrer Nationaltracht erschienen war, überreichte Reichsminifter Dr. Goebbels ihr glück­bringendesMaskottchen" mit dem Wunsche, daß es ihm ebenfalls wie ihr Glück bringen möge.

Auftakt zur Kieler Woche.

Die Kieler Woche 1936 nahm am Sonntag ihren Anfang. Schönes sonniges Wetter schuf für die vielen Taufende Zuschauer, die sich auf die Begleit­dampfer an die Hindenburg-Promenade und in die kleinen Badeorte zu beiden Seiten der Kieler Förde ergossen, die Feststimmung. 200 Yachten erschie­nen Sonntagvormittag am Start. Infolge Flaute mußten die Starts jedoch bis zum Eintritt, einer leichten Brise verschoben werden. Es ist ein einzig­artiges Bild: die weißen Falter auf dem satten Blau des Wasserschlauchs der Förde zu beobachten. Waren es bei der Segelolympiade nur vier Klas­sen, in denen gestartet wurde, so ist jetzt bei der Kieler Woche das Bild wieder vielfältiger; denn täglich erfolgen rund zwei Dutzend Starts, jo zahl­reich sind die vertretenen Klassen. Eine Reihe von wertvollen Preisen winken den Siegern, darunter derPreis des Reichskanzlers", der be­rühmteF e l c a - P r e i s", Preis des Reichs- Ministers für Dolksaufklärung und Propaganda, des Reichskriegsministers, des Reichsministers der Luftfahrt, des Innenministers, des Reichsführers SS. und des Stabschefs der SA.

Schach-Olympia München 1936.

Seit Samstag weilen in München 210 Schach- nr e i st e r aus 21 Nationen, die an dem am Montag beginnenden Schach-Olympia teilnehmen. Am Montagfrüh treffen sich Dänemark und Island, Oesterreich und Lettland, Holland und Deutschland, Frankreich und Polen, Jugoslawien und die Schweiz, Schweden und die Tschechoslowakei, Bulgarien und Rumänien, Norwegen und Italien, Estland und Ungarn, Brasilien und Finnland. Litauen ist spiel­frei.

Oie Unruhen in Palästina.

Jerusalem, 16. Aua. (DRB.) Aus dem Zuge Iakfa TelAvivLydda, der mitten m Tel Aviv die Hauptstraße überquert, wurde eine Bombe aufdie Straße geworfen, wodurch ein Kind getötet und 20 Personen verletzt wurden. Der Täter konnte nicht ermittelt werden. Allein in den letzten zwei Tagen wurden bei ver­schiedenen Anschlägen rund 20 Personen ge- tötet, darunter zwölf Juden; zahlreiche Personen wurden verletzt. Unter den Opfern der Anschläge steigt der britische Anteil. Trotzdem sind keine ver- schärften Abwehrmaßnahmen von Regierungsseite festzustellen. Die Stadt Saphe wurde wegen eines Mordes mit einer Kollektiostrafe belegt. Die Häuser der Verdächtigten wurden niedergerisien.

Dermittlungsvorschläge Emir Abdullahs.

Der vorletzte Kampftag der XI. Olympischen Spiele zu Berlin brachte nocheinmal Hundert­tausende auf die Beine, die auf den verschiedenen Kampfstätten Olympias den spannenden Entschei­dungs-Wettbewerben um die Goldenen Medaillen zusahen. Nach dem deutschen Rekord-Freitag hatte unsere Olympia-Mannschaft diesmal etwas mit Pech zu kämpfen. Dor allen Dingen im Wasser- ball-Turnier. Deutschland und Ungarn spielten am Freitag 2:2 Unentschieden und standen damit punktgleich an der Tabellenspitze der End­runde um den ersten bis vierten Platz. Die Spiele des Samstags mußten die Entscheidung bringen. Deutschland schlug Frankreich sicher mit 4:1 (3:0), hatte aber dabei unter verschiedenen Fehl­entscheidungen des Schiedsrichters zu leiden. An­schließend fertigte Ungarn Frankreich mit 5:0 (4:0) ab und hatte nun dasbessere" Torverhältnis, da sich das deutsche durch den einen Gegentreffer der Belgier etwas verschlechterte. Damit war Ungarn Olympia-Sieger und Deutschland Gewinner der Silbernen Medaille vor Belgien, das die Bronze-Medaille erhielt.

Am Vormittag des Samstags wurde das Turm- springen der Männer mit den Kürspringen abgeschlossen. Die amerikanische Springergarde feierte auch hier einen großen Erfolg, es gelang ihr, durch Marshall Wayne und Elbert A. R o o t vor dem deutschen Europameister Hermann Stork die beiden ersten Plätze zu belegen, Vierter wurde Erhardt Weiß vor dem dritten Amerikaner Kurtz. Auch V i e b a h n belegte mit dem siebten Rang hinter dem Japaner Shibahara noch einen anständigen Platz. Die erste Entscheidung des Nachmittags im Schwimmstadion war der E n d - lauf über 200 Meter Brust der Mün-

nach wurde Gamelin mit dem großen Band zum OrdenP o l o n i a Restituta" ausgezeichnet. Diesem feierlichen Akt wohnten bei der General­inspekteur der Armee General Rydz-Smigly, Außenminister Beck, General S o s n o w s k i und andere. Am Abend begab sich General Gamelin nach K r a k a u, wo er am Grabe des Marschalls P i l s u d s k i einen Kranz niederlegen wird.

Die litauische Regierung hat das Anfang August unterzeichnete deutsch-litauische W i r t chaftsabkommen bestätigt und die Durchfüh­rung der Einzelverträge zu den festgesetzten Zeiten zugelassen. Damit tritt das Handelsabkommen am

Berlin, 15. Aug. (DNB.) Das Mitglied des Vollzugsausschusses des Internationalen Olympi- chen Komitees Lord Aberdare erklärte dem Ver­treter desHamburger Fremdenblattes" u. a.: Meine ganze Hochachtung gilt der Reichshaupt- tadt in den 16 olympischen Tagen. Es schien, als ob alles nur noch in echtem kameradschaftlichen Geiste dieses Weltfestes der Jugend lebte. Meine Hoffnung ist es, daß die Olympische Idee ganz Deutschland für alle Zeiten erobert hat und daß dem deutschen Sport ein weiterer Aufschwung be= chieden sein wird. Es gab einen Weltkrieg, der die Deutschen und Engländer zeitweilig trennen konnte. Zwischen den beiden Völkern hat er eine dauernde Scheidewand nicht aufzu­richten vermocht. Uns Engländern ist das Ge­fühl der nahen Verwandtschaft mit dem deutschen Volk viel zu vertraut, als daß wir nicht di e Der- ständigung mit i h m wünschen würden. Und dies eine hat man festzuhalten: das deutsche Volk hatte während der Olympischen Spiele im An­gesicht der gesamten Welt Gelegenheit, sich als good Sport, als sportkameradschaftlich in jedem Sinne zu erweisen. Es hat die Ge­legenheit wahrgenommen, und wir sind gern be­reit, dies freimütig anzuerkennen.

Wenn ich auf die politischen Eindrücke meines hiesigen Aufenthaltes zu sprechen kommen

n e r. Der Japaner Hamuro und Erwin Sie - t a s (Deutschland) lieferten sich einen heißen Kampf, den der Japaner schließlich in 2:42,5 Minuten knapp für sich entscheiden konnte. Sietas schwamm 2:42,9 Minuten und ließ damit den zweiten Ja­paner Koike um fast zwei Sekunden hinter sich. Die dritte Goldmedaille für Rie Mastenbroek gab es im 400-Meter-Frei st il-Schwimmen der Frauen, bei dem die Holländerin ihre Rivalin Ragnhild H v e g e r (Dänemark) überraschend sicher schlug.Rie" benötigte 5:26,4 Minuten, während die Dänin in 5:27,5 Minuten nur durch Handschlag die Amerikanerin Wingard besiegte. Im 1 5 00- Meter-Frei st il-Schwimmen der Män­ner feierte der Japaner Terada einen ganz überlegenen Sieg in 19:13,7 Minuten, über den Amerikaner Jack Medica, der 19:34,0 Minuten benötigte. Dritter wurde U t o (Japan). Der Deut­sche Heinz Arendt wurde in diesem Rennen der schnellsten und ausdauerndsten Crawler der Welt zwar nur Siebter, erzielte aber in 19:59,0 drei neue deutsche Rekorde, und zwar außer über 1500 Meter noch über 800 Meter in 10:31,6 und über 1000 Meter in 13:14,6 Minuten. Heinz Arendt ist damit der beste Deutsche, der über 1500 Meter Freistil die 20-Minuten-Grenze unterbieten konnte.

In der Hauptkampfbahn des Reichssportfeldes wurde vor 100 000 Zuschauern der Endkampf des Olympischen Fußball-Turniers zwischen Oesterreich und Italien entschieden. Italien siegte mit viel Glück in der Verlängerung mit 2:1 und gewann damit die Goldmedaille, während Oesterreich dieSilberne" erhielt. Bei der Pause stand der Kampf noch torlos und beim Schluß der regulären Spielzeit 1:1. In der 2. Minute der zwei-

15. August und das Abkommen über den kleinen Grenzverkehr am 25. August in Kraft.

In Leningrad finden Manöver der roten Luft­flotte in Verbindung mit großen Luftschutz- und Derdunkelungsübungen der ganzen Stadt unter Teilnahme des ÄZehroerbandesOsfoaviachim" und unter weitester Heranziehung der Zivilbevölkerung statt. In Leningrad trafen der Derteidigungskom- miffar Woroschilow, der Generalstabschef Marschall Jegogow, Marschall Budjonny und der Chef der Luftschutzabteilungen der Roten Armee Armeekom­mandant Kamenew ein, um den Hebungen beizu­wohnen.

soll, dann möchte ich vor allem unterstreichen, daß nach meinen Beobachtungen das deutsche Volk in wirklichem Sinne des Wortes hinter feinem Führer steht. Bei der Begegnung mit Adolf Hitler habe ich die Nähe eines großen Mannes gefühlt. Vor allem aber habe ich mich in meinen hiesigen Gesprächen davon über­zeugen können, daß Deutschland ehrlich bestrebt ist, gemeinsam mit England für den W eltfrie - d e n zu arbeiten. Es läßt sich nicht übersehen, daß die allgemeine Lage Deutschlands unter feiner Re­gierung mächtige Fortschritte gemacht hat, und daß auch die Verhältnisse der Arbeiter sich wesentlich gebessert haben. Bei einer Fahrt durch den Berliner Osten hatten wir die Möglich­keit, auch jene Teile der Reichshauptstadt näher kennenzulernen, die früher in dem Rufe standen, ausgesprochen kommunistischer Denkart zu sein. Es strömte uns aber bie gleiche Freude aus der Bevölkerung entgegen, wie auch anderswo, wo immer wir uns gerade befanden. Es ist ein unbe­strittenes Verdienst der nationalsozialistischen Regie­rung, sich mit den zersetzenden Wirkungen des Kommunismus auseinandergesetzt und ihn i n Deutschland erledigt zu haben. Auch für den gesamteuropäischen Aspekt war dies von hoher Bedeutung.

mal 15 Minuten dauernden Verlängerung erzielte dann F r o s s i für Italien den fiegbringenoen Tref­fer. Frossi hatte auch schon den ersten Treffer der Italiener geschossen, während Kainberger für Oesterreich ausgleichen konnte.

25 000 Zuschauer wohnten am Vormittag im überfüllten Hockey- Stadion dem Endspiel um den ersten Platz zwischen Deutschland und Indien bei. Lange konnte Deutschlands Mann­schaft den indischen Wunderspielern standhalten, in der zweiten Halbzeit kam aber doch der Zusammen­bruch. Bei der Pause führte Indien erst 1:0, aber am Schluß hieß es 8:1 für die Inder. Deutsch­land hat aber die Genugtuung, den Indern das einzige Tor beigebracht zu haben, das sie wäh­rend des ganzen Olympischen Hockey-Turniers hin­nehmen mußten. Kurt Weiß, der ewig-junge Mittelstürmer unserer Elf, war der Schütze dieses Treffers. Deutschland gewann damit die Silberne Medaille des Hockey-Turniers, während Indien nun schon zum dritten Male Hockey-Olympia-Sieger wurde. Amsterdam, Los Angeles, Berlin, das ist die stolze Erfolgserie der indischenWunderspieler".

Im Säbel-Einzelfechten wurde der Olympia-Sieg von dem Ungarn Endre Kobes er­rungen. Marzi - Italien holte sich die Silberne Medaille, und G e r e y - Ungarn bekam die Bron­zene Medaille. Die deutschen Fechter waren in die­ser Waffe schon nach der Zwischenrunde ausgeschie­den. Im Boxen errang am Samstagnachmittag der Breslauer Miner durch einen Punktsieg über Frigyes- Ungarn die Bronzene Medaille. Am Abend war es der Gladbecker Kaiser, der als erster deutscher Boxer eine olympische Gold-Me- daille erringen konnte. Kaiser schlug den Italiener Matta im Fliegengewicht sicher nach Punkten.

dura übernommen habe und den B e l a ge­rn n g s z u st a n d in der Provinz erkläre. Gewerk­schaftsführer, die ihre Gewerkschaftsmitglieder zum Streik aufrufen wollten, würden st a n d r e ch t l i ch erschossen, sowie alle jene, die bis Montagfrüh nicht ihre Arbeit wieder aufgenommen hätten. In­nerhalb von vier Stunden seien sämtliche Waf­fen abzugeben. Leute, die dann noch Waffen besäßen, sowie Räuber, Brandstifter und Mörder würden standrechtlich erschossen. Nach 21 Uhr dürfe sich niemand mehr auf den Straßen der Stadt zeigen.

Feierliche Mung der alten Nationalflagge in Sevilla.

Lissabon, 15. Aug. (DNB.) Mit großen Feierlichkeiten wurde in Sevilla die Fahne der Na­tionalisten, die frühere spanische Nationalflagge gelb-rot gehißt. Der Kommandierende General Queipo de Llano schritt, begeistert begrüßt, die Front der Ehrenkompanie der Fremdenlegion und aller anderen Formationen ab. Als General Queipo de Llano dann den Kardinalerz­bischof von Sevilla begrüßte, brach die Menge in nicht endenwollende Iubelrufe aus. Der Bürger­meister erklärte in einer Ansprache, daß man sich versammelt habe, um die Fahne wieder zu hissen, die den Generationen der Vorfahren als Allerheilig st es vorangeschwebt sei. Die republikanische Regierung habe es nicht ver­standen, die neue Flagge dem Volke nahe zu brin­gen. Diese Flagge sei daher immer nur die einer politischen Partei gewesen. Die Fahne, die nun wie­der über Spanien wehen werde, sei das Sinn­bild der Einigkeit und des Stolzes der ganzen spanischen Nation. Anschließend hißte General Queipo de Llano unter den Klängen der 5)i)mne der spanischen Fremdenlegion die Fahne, die vom Kardinalerzbischof geweiht worden war. Weitere Ansprachen hielten General Franco und der Schöpfer der Fremdenlegion General Millan A st r a y.

Nimmt die katalanische Regierung Fühlung mit Burgos?

Hendaye, 16. Aug. (DNB.) In Hendaye wurde ein Funkspruch der katalanischen Regierung aus Barcelona an das Oberkom­mando der aufständischen Truppen in Burgos auf- gefangen. Darin fragt die katalanische Regierung bei den Nationalisten an, ob die Generäle Franco

Deutschland arbeitet ehrlich für den Weltfrieden. Aberdare über seine Eindrücke bei seinem Besuch der Olympischen Spiele.

Amman, 17. Aug. (DNB. Funkspruch.) Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß Emir Ab­dullah von Transjordanien dem eng­lischen Oberkommissar in Palästina zur Beilegung des Konfliktes mit der arabischen Bevölkerung Palästinas folgende Dermittlungsvorschlage unter­breitet hat. Die Mandatsregierung soll die in Kon­zentrationslagern festgehaltenen Häftlinge f r e t- lassen, die politischen Gefangenen außer den wegen Kapitalverbrechen Verurteilten entlaßen und bie weitere Einwanderung oon Juden ohne Ausnahme unterbrechen, wo­bei nicht gesagt wird, ob dies dauernd oder vor- übergehend gedacht ist. Emir Abdullah werde als- dann Garantie für sofortiges Einstellen aller terroristischen Aktionen übernehmen so daß die englische Studienkommission anschließend das Land vereisen könne. Diese JBorfdflage des Emirs sind nach vorheriger verbindlicher Fühlung­nahme mit den maßgebenden Parteien hmausge- gangen, nur die Muftipartei, die jedoch unmaß­geblich ist, steht ihnen fern.

Kleine politische Nachrichten.

Se. Kgl. Hoheit E r z h e r z o g A l d r e ch t stattete in Begleitung des königlich ungan^en Gesandten von Sztojay dem Führer u n d R e i ch 1 3

I e r einen Besuch ab. Der Führer und Reichs­kanzler empfing ferner den königlich ungarischen Minister des Innern von Kozma sowie Herrn Nikolaus Horthy von Nagybanya, den Sohn des ungarischen Reichsverwesers, der als tf^rer bet ungarischen Schwimmermannschaft an den Olympi­schen Spielen teilnimmt. Weiter empfing der Führer und Reichskanzler den auf Heimaturlaub besrndlichen deutschen Gesandten in La Paz (Bolivien) König.

Der polnische Staatspräsident emp­fing am Sonntag den französischen Generalstabsche General Gamelin in besonderer Audienz. Da-

Jrun und Gan Sebastian von den Nationalisten eingeschlossen.

Hendaye, 17. Aug. (DNB.) Jrun und San Sebastian sind von den nationalistischen Truppen völlig eingeschlossen. In Jrun hat die Räumung des Ortes durch die Zivilbevölkerung bereits begonnen. Das der Militärgruppe gehörige KriegsschiffA l m i r a n t e Cervera" erschien am Sonntagabend vor der Einfahrt nach Bilbao und beschoß den nur 20 Kilometer vor Bilbao lie­genden Küstenort Santurce sowie Portuga- I e t e mit solchem Erfolg, daß sämtliche Benzin­tanks der spanischen Monopolgesellschaft hn Hafen explodierten.

Ein zweimotoriges Douglas-Flugzeug überflog am Sonntag um 20 Uhr Jrun und das fran­zösische Gebiet östlich von Hendaye. Nach mehreren Schleifen warf das Flugzeug über dem französischen Dors B i r i a t o u fünf Bomben ab, wovon eine ein Kaffeehaus zerstörte, zwei nicht explodierten und die restlichen beiden aus un­bewohntes Gelände fielen. Verwundet wurde merk­würdigerweise niemand, obwohl das Dorf und die Zugangsstraßen mit neugierigen Schlachtenbummlern vollgepfropft waren. Nach den bisherigen Feststel­lungen handelt es sich um ein Marxistenflugzeug. Die Erregung im französischen Grenzgebiet über diesen Zwischenfall ist außerordentlich groß.

General Franco in Vargos.

Paris, 17. Aug. (DNB. Funkspruch.) Havas meldet, daß General Franco mit vier Generalstabs­offizieren am Sonntag in Burgos eingetroffen und von General Mola und General Cabanellas sowie den übrigen Mitgliedern der nationalen Junta begrüßt worden fei. Die drei Generäle hätten dar­

auf eine mehrstündige Besprechung im Regierungs­gebäude der Junta gehabt, über Die vollkommenes Stillschweigen bewahrt werde. Anschließend habe in der Kathedrale eine Messe stattgefunden. Die Gene­räle seien von der Bevölkerung mit un­geheurem Jubel begrüßt worden. Gleich nach der Messe sei General Franco wieder mit dem Flugzeug nach Sevilla abgeflogen.

3m erstürmten Vadajoz.

Lissabon, 16. Aug. (DNB.) Der Bericht­erstatter des Diario de Manha berichtet aus Bada­joz: Die Stadt bietet ein trauriges Bild, ein gro­ßer Teil der Stadt ist v o l l st ä n d i g z e r ft ö r t. Diele Häuser brennen noch, und nur langsam ge­lingt es den Nationalisten, wieder Ordnung zu schaffen. Verstreut auf der Straße konnte ich 24 Leichen von Kommunisten zählen. Bei der Erstür­mung des Forts San Pedro, das von den Marxisten zäh verteidigt wurde, fielen bei den Nationalisten von 152 Legionären 56. Auch die Er­stürmung der Kaserne Menacho kostete die Nationalisten viele Tote. Ein großer Teil der Kom­munisten ist in letzter Minute geflohen. Die Kommunisten, die in die Hände der Stürmenden fielen, wurden erschossen. Unter ihnen befin­den sich der marxistische Oberst Cantero, Leutnant Deiga und alle Führer des anarchistischen iberischen Kampsverbandes und der Dolkssront. 4000 Mann Nationalisten traten am Samstag den Weiter­marsch in Richtung Madrid an.

Oberst Yague, der Befehlshaber der nationalen Truppen, teilte in einem Aufruf der Bevölkerung mit, daß er die Leitung der Provinz Estrema-

Wetterbericht

des Relchswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Bei absteigender Luftbewegung hat sich in ganz Deutschland das heitere und sommerlich warme Wetter gehalten. Immerhin konnte jedoch in der Höhe eindringende frische Meeresluft vornehmlich in Norddeutschland zu vereinzelten gewittrigen Stö­rungen Anlaß geben. Ein starker Wirbel zwischen Island und Finnland wird zwar die Zufuhr feuch­ter Meeresluft auf das Festland verstärken, ohne jedoch dadurch den Schönwetter-Charakter nachtei­lig zu beeinflussen.

Aussichten für Dienstag: Heiter bis wolkig und vereinzelt Auftreten von gewittrigen Störungen, tagsüber warm und schwül, Winde aus vorwiegend südlicher Richtung.

Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der im ganzen freundlichen und warmen, aber nicht durchweg störungsfreien Witterung.

Lufttemperaturen am 16. August: mittags 27,4 Grad Celsius,.abends 19,8 Grad; am 17. August: morgens 15,4 Grad. Maximum 28 Grad, Minimum heute nacht 13,9 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 16. August: abends 24,1 Grad; am 17. August: morgens 18,9 Grad. Sonnenschein­dauer 10,7 Stunden.

Und immer erst

Leckrem

- dann in die Sonne !