Ausgabe 
17.7.1936
 
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Auf der Olympischen Radrennbahn auf dem BSC.-Platz in Berlin begann jetzt das erste offizielle Training. Die feierliche Eröffnung findet am 24. Juli statt. (Presse-Bild-Zentrale-M.)

süddeutsche Auswahlmannschaften bestreiten, die sich aus den besten Spielern Badens, Württembergs und Bayerns zusammensetzen.

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Die ungarische Leichtathletin C s a k, welche soeben 1,61 m übersprang und damit nicht nur einen neuen ungarischen Rekord aufstellte, sondern auch die beste europäische Leistung des Jahres erzielte. Die Welt­rekordleistung steht auf 1,65 m und wurde von den Amerikanerinnen S h i l e y und D i t r i k s o n er­reicht. Den deutschen Rekord hält Frl. K a u n (Kiel) mit 1,60 m. (Schirner-M.)

Die Engländerin Green hat für den Hürdenlauf gute Aussichten auf eine Medaille. Sie dürfte, wenn sie ihre Form beweist, 11,8 Sekunden für die 80-m- Hürden erreichen. Leider fällt die deutsche Welt­rekordlerin Ruth Engelhard, die 11,6 Sekunden erzielte, wegen Krankheit als Teilnehmerin aus. (Schirner-M.)

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Inder auf den Hockeyfeldern.

Im Olympischen Dorf beginnt das Leben schon sehr früh. Besonderer Vorliebe erfreuen sich be- greiflicherweise die Trainingsstätten des Reichs- fportfeldes. Auf dem grünen Rasen des August- Bier-Platzes waren bereits einen Tag nach der Ankunft die indischen Hockeyspieler beim Training. Von den 26 Mitgliedern der indischen Olympia- Mannschaft sind jedochnur" 18 Hockeyspieler, so daß keine zwei vollständigen Trainingsmannschaften beisammen sind. Das macht jedoch keine großen Schwierigkeiten. Sie holten sich einfach ihre Polo­spieler mit heran, und diese waren dann auf dem Platz beim Spiel gar nicht mehr von den .,rich- tigen" Hockeyspielern zu unterscheiden.

Ballartisten aus Peru.

Auf einem Nebenplatz beobachteten wir auch die erstmals trainierenden Peruaner. Sie haben 22

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Von den TrainingsWen der Olympischen Spiele

klagte. Dabei zeigte das Thermometer: Luft 17, Wasser 19 Grad.

Stärker aber als alle äußeren Umstände waren bei diesen Söhnen Nippons wieder einmal ihr un­erreichter Eifer und ihr Ernst, mit denen sie sich auf die Weltspiele vorbereiteten. Trotz der für sie tatsächlich kalten Luft sprangen sie ins Wasser und schwammen ihre vorzüglichen Zeiten.

DampferManhattan", die schwimmende Sport­halle.

Der DampferManhattan", der am Mittwoch mit der amerikanischen Olympia- Mannschaft an Bord in See stach, verwandelte sich schon bald nach seiner Ausfahrt in eine wahre schwimmende Sporthalle. Sämtliche Decks stehen den Athleten als Laufbahn zur Verfügung, weiter sind vorhanden ein Weitsprung-Graben, Boxringe, Schwimmbecken, Schießstände, Turngeräte usw. Lediglich für die Stabhochspringer und die Speer­werfer gibt es keine Sportmöglichkeiten. Der all­gemeine Appetit ist mehr als zufriedenstellend, da alle Mann sich die erdenklichsteMühe" gehen, ihr von den anstrengenden Ausscheidungswettkämpfen in der Gluthitze Amerikas etwas mitgenommenes Gewicht wieder auszugleichen.

Körperlich weniger wohlauf ist der 400-Meter- ßäufer Mallwood, der an einer Blinddarm­entzündung erkrankt ist. Bis zur Abfahrt des Schiffes hatte er feine Schmerzen unterdrückt, um nicht zurückgelassen zu werden. Der Chefarzt hegt jedoch die Hoffnung, den USA^ERann bis zur An­kunft in Hamburg wieder auf die Beine gebracht zu haben. Andernfalls wird das amerikanische Olym­pische Komitee in der nächsten Woche noch als Er­satzmann Fitch nachkommen lassen.

Olympia-Handballer in Stuttgart.

Als letzte große Prüfung vor den Spielen wer­den die 22 deutschen Olympia-Handballer am kom­menden Sonntag in Stuttgart einige Spiele gegen

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8:38,0 (111,7), Steinbach (NSU.) 8:52,6 (108,7).

500 Kubikzentimeter: Mansfeld (DKW.) 7:46,8 (124), Steinbach (DKW.) 8:08,8 (118,4).

Seitenwagen, 600 Kubikzentimeter: Braun (DKW.) 9:35,2 (100,6), Stärkte (NSU.) 9:39,4 (99,9).

lOOOKubikzentimeter: Kahrmann-Fulda (DKW.) 9:30,6 (101,4), Schuhmann-Nürnberg (NSU.) 9:40,0 (99,1).

Wo ficht man am besten?

Daraus läßt ficb eigentlich nur eine Antwort geben: Ueberall! zlm bequemsten vielleicht auf der Tribüne, schon allein weil hier die Lautsprecher stehen. Aber Bequemlichkeit ist nicht unbedingte Vor­aussetzung für den Genuß an einem Motorradren­nen. Wer die Landstraße nach Rudingshain hinauf­läuft oder -fährt, wird auf diesem kurzen Stück schon manche interessante Stelle finden, wo er gern ver­weilen möchte. Besonders die herrliche S-Kurve mit ihrer naturgegebenenTribüne" wird ihn dazu verleiten. Aber hinter Rudingshain wird's noch in­teressanter. Besonders an den Serpentinen. Hier kann man prächtig Beschleunigungsvermögen und Bergsteigefreudigkeit der Maschinen vergleichen! Weiter oben sieht man die Strecke dreimal unter sich und kann herrlich die Positionskämpfe verfol­gen. Nicht weniger reizvoll ist etwas später die wunderbare 8-Kurve im Wald mit dem anschließen­denKarussel l". Wer dieses Teilstück abläuft, weiß wirklich nicht, wo es nun am interessantesten ist, so verheißungsvoll wirkt hier jedes Plätzchen. Wer für Höchstgeschwindigkeiten schwärmt, wird am Ludwigsbrunnen auf feine Kosten kommen. Hier kann er auch gleich studieren, wie die Fahrer durch Schneiden der Kurven die geschlängelte Straße strecken . Auf den weiten Kurven nach Götzen hinunter scheint die Strecke fast zu schnell zu fein; auf jeden Fall ist es atemberaubend, hier die Fahrer vorbeirasen zu sehen. Aber wer auf dieser Rundstrecke über 100 Kilometer Durchschnitt fahren will, der muß hier schonallerhand draus" haben. Vor der Einfahrt nach Schotten kommt noch eine spitze Kehre.

Rund 16 Kilometer ist die Strecke lang. Bei jeder Runde sind 320 Meter Höhendifferenz zu überwinden. Da die Solo-Lizenzfahrer 8 Run­den zu fahren haben, müssen sie weit mehr als die Höhendifferenz eines normalen Alpenpasses über* winden.

Erstes Training fürRund um Scholien"

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Bekanntmachung.

Nachdem die Bescheide über kommunale Grund-, Gewerbe- und Sondersteuer 1936 zugestellt sind, wird als Tag, bis zu dem das 1. Ziel Steuern noch ohne Säumniszuschlag gezahlt werden kann, der 20. d. IN. festgesetzt. 4496C

Gießen, den 16. Juli 1936.

Stadtkasfe Gießen.

Fußballer mitgebracht und spielten mit zwei Mann­schaften gegeneinander, umwarm zu werden". Auffallend war das technische Können einiger Peruaner, die Kunststückchen und raffinierte Tricks sozusagenam laufenden Band" aufblitzen ließen. Fußballspielen können diese Südamerikaner, das steht fest.

Betrieb auf der Radrennbahn.

Zum ersten Mal herrschte nun auch auf der Olympia-Radrennbahn im BSC.-Stadion am Mitt­woch lebhafter Trainingsbetrieb. Dor einigen hun­dert sachverständigen Zuschauern kurbelten die deutschen Fahrer der Nationalmann­schaft einige Runden, ohne sich aber auszugeben. In einem Kilometer-Zeitfahren erwies sich der Ber­liner Harry Bartels mit 1:20,7 als der Schnellste, einen Sprinterkampf der einheimischen Amateure holte sich Gronwald.

17 Grad zu kalt für Japans Schwimmer.

Grau in grau schimmerte das Reichssportfeld. Die Wolken hingen tief, fast ragte der Glockenturm in sie hinein. Ein frischer Wind fegte in die präch­tigen Anlagen, ein feiner, aber durchdringender Re­gen tränkte den prächtig-grünen Rasen. Kurz, ein wenig freundlicher Tag.

Das Reichssportfeld aber war noch stärker besucht als in den letzten Tagen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, daß mit dem 18. Juli die Besichtigungs­zeit abgelaufen ist. Wer bis dahin den Weg zu dieser einzigartigen Schöpfung nicht gefunden hat, wird schon in nicht allzu langer Zeit einer ver­paßten Gelegenheit nachtrauern.

Wieder waren die Schwimmer, Springer und Schwimmerinnen allein auf weiter Flur. Nur daß man sie heute im Olympischen Schwimmstadion an der Arbeit sah. Dem vertrauten Beobachter bot sich ein überraschendes Bild. Allen, aber auch rest­los allen der Uebersee-Sportler fehlten die Stim­mung und Zuversicht, mit denen sie bisher ihr Training durchgeführt hatten. Uruguays baum­lange, starke Wasserballer, Australiens Kitty Mc.Kay, die schwarzbraunen Philippinos mit ihrem tüchtigen Brustschwimmer Aldefonso, Argentiniens schöne Miß Campbell, sie alle standen am Bassin­rand und trauten sich nicht ins Wasser. Selbst die gewiß nicht verwöhnten Japaner hatten ihr unbe­sorgtes, zufriedenes Lächeln abgelegt. Aus den sonst nicht klein zu bekommenden japanischen Wasserrat­ten waren über Nacht fröstelnde Asiaten geworden, die mit den Zähnen klapperten, Dauerläufe machten oder sich irgendwie sonst in Bewegung Hielten, um warm zu werden. Es war zu kalt, zueuropäisch", wie Mr. Matsuzawa, Japans Olympiatrainer,

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Das erste offizielle Training zum großen natio- nalen MotorradrennenRund um Schotten" be­gann am Donnerstag mit einstündiger Verspätung, da man wartete, bis die regennasse Straße abge­trocknet war. Schon die ersten Fahrten brachten dann wirklich großartige Zeiten, wenngleich man erkennen mußte, daß der Kurs ungemein schwer ist und erst nach unermüdlichstem Training und aus­dauerndemStudium" mit Meisterschaft befahren werden kann.

Die beste Zeit des ersten Taqes schaffte Mans­feld mit seiner Halbliter-DKW. Schon am Vor­mittag verbesserte er mit 121 Stundenkilometer den auf 102,96 Stundenkilometer stehenden Rekord Rüttchens bedeutend und am Nachmittag übertraf er auch diese Leistung noch einmal, indem er für den 16,08 Kilometer langen Kurs nur 7:46,8 be­nötigte und mit 124 Kilometer ein kaum glaub­liches Stundenmittel herausfuhr. Wie schnell auch die Maschinen der übrigen Klassen geworden sind, beweist vor allem der neue Rekord von Geiß (250 Kubikzentimeter), der mit einer Zeit von 8:45,6 und 110,1 Stundenkilometer den alten absoluten Rekord ebenfalls schlug. Neue Rekorde wurden auch in allen übrigen Klassen erzielt.

Soenius aus der Dahn getragen.

Pech hatte Hans ©Denins, der am Engler- ftein mit seiner NSU. aus der Bahn getragen wurde und mit einer leichten Gehirnerschütterung in einem Kornfeld 35 Meter von seiner Ma­schine entfernt liegen blieb. Das Gefährt selbst ging in Flammen auf und brannte vollständig aus. Eine ärztliche Untersuchung hat erfreulicherweise ergeben, daß innere Verletzungen nicht vorliegen, es besteht jedoch die Möglichkeit, daß beide Fußknö­chel gebrochen sind. Darüber wird eine Röntgen­aufnahme am Donnerstag Aufschluß geben. Der populäre deutsche Motorradfahrer wird aus diesen Gründen auf eine Teilnahme am Rennen verzich­ten müssen.

Stürzeverschafften sich" auch Müller und Mansfeld, doch verlief hier alles glimpflich. Die besten Zeiten die alle über den alten Re­kordmarken liegen fuhren heraus:

250 Kubikzentimeter: Geiß (DKW.) 8:45,6 (110,1 Stundenkilometer), Kluge (DKW.) 8:48,4 (109,6).

350Kubikzentimeter: Fleischmann (NSU.)

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