Ausgabe 
17.3.1936
 
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Dienstag, 17. Marz 1956

186. Jahrgang

Nr.65 Erstes Blatt

Gießener Anzeiger

Viele Tausende im Vanne der Wrer-Rede

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Der Wrer spricht in der Zranksurter Whalle

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Zeichen, weitere Banner flankieren die Aufgänge zum Rednerturm, ein ungemein eindrucksvolles Bild in ein Meer von Licht getaucht, als Gaupro- pagandaleiter Müller-Scheld , dem die Ge­samtorganisation der Versammlung und die Aus­schmückung der Festhalle oblag, pünktlich die Kund­gebung eröffnet. Während das Deutschland-Lied er­tönt erlöschen die Scheinwerfer und an den gewal­tigen Spannungen der Kuppel glühen wie Perl­schnüre Tausende von kleinen Lichtern auf, die dem weiten Raum eine weihevolle Stimmung geben. Mit Jubel werden die nun eintreffenden Ehren­gäste begrüßt. Als dann Gauleiter Sprenger das Wort nimmt, betritt, von den Massen sofort er­kannt und begeistert umsubelt, Ministerpräsident General der Flieger Hermann Göring die Führerloge, tritt auf den Rednerturm neben den

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Gauleiter und dankt den Tausenden für den herz­lichen Willkomm. Dann spricht der Gauleiter. DasTreugelöbniSHeffen-RaffauS Nach dreijähriger nationalsozialistischer

Aufbauarbeit auf allen Gebieten.

Gauleiter Sprenger führte u. a. aus: Volks­genossen, Volksgenossinnen! Wir alle grüßen den Führer des deutschen Volkes, der in unserem Gau, in unserer herrlichen Stadt Frankfurt a. M. weilt, und der in ganz kurzer Zeit die Festhalle betritt. (Bravorufe.) Wir grüßen ihn ganz besonders als den Befreier (Beifall). In einem übergroßen Teil des Gaues Hessen-Nassau haben wir es durch­gekostet, was es heißt, unter einer fremden Besatzung, unter Kanonen und Maschinenge­wehren eines fremden Heeres leben zu müssen. Wir haben es bedrückend empfunden, daß das übrige Deutschland befreit und beschirmt ist, wir aber un­sere Söhne im deutschen Heer nicht in unserem Gau, nicht in unserer Landschaft sehen durften. Wir danken dem Führer ganz beson­ders, und die Herzen der ganzen Bevölkerung schlagen ihm entgegen. Er tritt sekt vor uns und ruft das deutsche Volk auf, nach drei Jahren nationalsozialistischer Negierung s e l b st ein Ur­teil abzugeben über das, was in der Zwi­schenzeit geschehen ist.

Ein alter Traum bester deutscher Menschen wurde Wirklichkeit: das deutsche Volk stellte sich geschla^"n hinter den Führer. Ein Führer eine Gefolgschaft, und diese Vertrauens- basis war es. die die Aufbauarbeit ermöglichte, die es ihm ermöglichte. Deutschland die Stel­lung in der Welt zu geben, die dem deutschen Volk gebührt.

Von 7 Millionen Arbeitslosen wurden unter der Regierung des Führers 4,5 Millionen Menschen i n Arbeit gebracht. Wir wissen alle, daß keiner von diesen 4,5 Millionen Millionär geworden ist, wir wissen aber, daß er so viel hat, daß er seine Familie ernähren kann und wissen, daß er dadurch, daß er Arbeit bekommen bat, wieder innerlich st o l z ist. Nicht nur die Fabrikbetriebe, sondern auch das Handwerk, hat an diesem Auf­stieg teilgenommen. Das gesamte deutsche Handwerk hat im Jahre 1935 einen Umsatz von 14,5 Milliar­den getätigt. Diese Zahl spricht von Erfolgen, an die das Handwerk in den Jahren 1932 und vorher nie geglaubt hat. Die gesamte Industrie, die 1932 einen Umsatz von 34,8 Milliarden hatte, konnte ihren Umsatz steigern auf 58.5 Milliarden. Es steht fest, daß auch b i e Einkommen in der Zwi-

qewaltige Rund der Halle. Spruchbänder an den Brüstungen mahnen den Wähler, am 29. März seine Pflicht zu tun:Die Welt blickt auf Adolf Hitler, der Führer aber blickt auf dich, und jede Stimme am 29. März ist eine Waffe in der Hand des Führers". Don der hohen Kuppel herab wallen die roten Hakenkreuzfahnen, dazwischen das feierlich ernste Tuch der SS., das lebhafte Blau des Luftsportver­bandes, Fahnen mit den Symbolen der HI., der Arbeitsfront, des Arbeitsdienstes, des NSKK. und der anderen Gliederungen der Bewegung. Im Hin­tergrund der Führerloge leuchtet das Hoheitszeichen silbern vom roten Tuch. Der hohe Rednerturm ist weit in die Halle vorgebaut, ein gewaltiger Schein­werfer ergießt feine Lichtfluten in die Saalmitte.

SA.- und SS.-Musikzüge vertreiben den Tausen­den, die auf den Führer warten, mit den alten Kampfliedern der Bewegung und schneidigen Mär­schen die Zeit. Kurz vor Beginn der Kundgebung kommandiert einer der ältesten SA.-Führer Frank­furts, der SA.-Standartenführer Hermann H i r t h, den Einmarsch der Fahnen und Stan­darten. 300 Mann Reichsarbeitsdienst, 240 Mann Werkscharen, 660 Mann der Deutschen Arbeitsfront folgen ihnen und nehmen in den Gängen Auf­stellung. Die Standarten umsäumen das Hoheits-

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liegen in dunklem Braun und Grün unter uns. Sanft taucht die Führermaschine vor uns wieder in das Wolkenmeer und wenig später haben auch wir den Nebel durchstoßen, sehen den funkelnden Bogen des Mains, die schnurgerade Linie der Reichs­autobahn, dann sind wir auch schon nach wunder­vollem Fluge kurz nach 18 Uhr am Ziel.

Der Empfang aus dem Flugplatz.

Auf dem Frankfurter Flugplatz Rebstock, abseits der Stadt hatten sich schon lange vor Ankunft des Führers die führenden Persönlichkeiten der Partei aus dem Gau Hessen-Nassau, der SA., SS. und der übrigen Gliederungen, sowie die Spitzen der Wehrmacht und Behörden eingefunden. Gegen 18.15 Uhr erschienen am sonnenvergoldeten Himmel die silbernen Vögel und senkten sich im Gleitflug zur Erde nieder. Aus der zweiten Maschine entstieg, von jubelnden Heilrufen der Wartenden begrüßt, der Führer. In seiner Begleitung befanden sich Obergruppenführer Brückner, Reichspressechef Dr. Dietrich und der militärische Adjutant Ma- jor Hohbach. D^r Führer begrüßte die Erschie­nenen, vor allem auch Reichsführer der SS., Himmler, den Führer der Leibstandarte Sepp Dietrich, sowie Brigadeführer Schreck. Ein kleines Mädchen überreichte ihm freudestrahlend einen Blumenstrauß.

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der Rhein-Main-Gau die hohe Ehre zu würdigen wissen, die ihnen der Führer damit erweist, daß er gerade an diesem stolzen Erinnerungstag v Verkündung deutscher Wehrfreiheit persönlich Bevölkerung- Hessen-Nassaus sprechen will.

benommen. Der Führer schritt die

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Vor dem Flughollengebäude hatten eine Ehren- e der : Zehrmacht sowie der Luftwaffe

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Vom Flugplatz an bis zur Hohenzollernstraße stand die SA., von dort an die SS. in Doppelreihe Spa­lier, um die Menge, die, obwohl es erst in letzter Minute bekannt wurde, daß der Führer mit dem Flugzeug kommen würde, Kopf an Kopf die Stra­ßen säumte und den Führer mit einer grenzenlosen Begeisterung empfing, zurllckzuhalten. Vor der Wohnung des Gauleiters ertönten Sprechchöre, die den Führer zu sehen verlangten. Alle umliegenden Häuser, Fenster und Dächer, selbst die Bäume wa­ren von begeisterten Volksgenossen besetzt, die nicht müde wurden, nach ihrem Führer zu rufen.

Frankfurt im Fefischmuck.

Die alte Reichsstadt, die größte Wirtschafts­metropole des Rhein-Main-Gebiets, hat sich von den kleinen winzigen Gäßchen und den schönen stimmungsvollen Plätzen der Altstadt bis weit hin­aus in die Vororte und Stadtrandsiedlungen für den Empfang des Führers würdig geschmückt. Ein Meer von Fahnen, grüne Girlanden, festliche Ehrenpforten geben ein prächtiges Bild der Freude, die alle Kreise der Bevölkerung an diesem Tage erfüllen.

Schon in den Vormittagsstunden trafen die ersten Lastautos mit Volksgenossen aus der Umgebung ein, die den Führer hören und sehen wollen. Je mehr man sich dem Bahnhof nähert, desto größer wird der Andrang der Menschenmassen und desto beängstigender der Verkehr. Den Bahnhofs- platz schmücken zwei Riesenpylonen. Die ganze Front des Bahnhofsgebäudes verschwindet hinter Hakenkreuzfahnen und Tannengrün. In der Bahn­hofshalle und auf den Querbahnsteigen herrscht schon jetzt starker Verkehr. Die ersten Sonder­züge vom Rhein und vom Taunus sind einge­troffen und haben Tausende auswärtiger Volksge­nossen nach Frankfurt gebracht. Rings um den

Bahnhofsplatz ein Fahnenmeer. Vom Bahnhofsplatz bis zur Festhalle ist kaum noch durchzukommen. Der Eingang in die Hohenzollernstraße ist von einem Riesentriumphbogen überspannt. Der Verkehr und das Leben und Treiben, das hier, schon viele Stunden vor Beginn der Kundgebung, herrscht, übersteigt alles bisher Dagewesene. Daran sieht man, wie sehr die Liebe zum Führer und die Begeisterung zu seinen großen Taten in den brei­ten Volksmässen Platz gegriffen hat, wie ihm heute jedes deutsche Herz entgeoenschlägt. Vor der Fest­halle, in der ca. 30 000 Volksgenossen den Führer sehen und hören können, ist der weite Platz so vor­bereitet worden, daß Zehntausende die Rede des Führers durch den Lautsprecher verfolgen können. Auch in den umliegenden breiten Straßen und Alleen bis hinauf zum Opernplatz sind Lautsprecher

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aufgestellt, so daß jedermann Gelegenheit haben wird, den Worten des Führers zu lauschen. Viele Stunden vor der Oeffnung der Festhalle belagern schon nahezu 1000 Volksgenossen die Tore, um ja einen guten Platz zu erwischen. Sie sind mit Lese­stoff, einer Thermosflasche und Butterstullen aus- aerüstet, und werden nun unentwegt ausharren, bis sie erst einmal in die Halle hineindürfen. In­zwischen treffen ständig neue Besucher von aus­wärts ein. Besonders groß ist der Verkehr mit Autobussen.

Schon seit den Mittagsstunden kündigen freudig gestimmte Menschenmasfen, die in gespannter Er­wartung hinter dem Spalier der SA. und der anderen Formationen der Bewegung in den Zu­fahrtsstraßen zum Festhallen-Gelände auf und nieder wallen, dem Führer, daß Frankfurt und

Ein Volk hinter einem Führer!

Lleberwältigendes Treugelöbnis -es Gaues Heffen-Tlaffau in der Frankfurter Festhalle

Der Führer am Rednerpult.

(Aufnahmen [3J: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Tag der Freude und des Stolzes.

Eigener Bericht desGießener Anzeigers".

Frankfurt a. M., 16. März.

Tag der Wehrmacht!" Das deutsche Volk ge­denkt heute der ersten Wiederkehr des Tages der Verkündung der Wehrfreiheit durch den Führer. Die deutsche West mark wird sich heute in be­sonders eindringlicher Weise der Bedeutung des Schrittes bewußt, den der Führer nun auch mit der Aufhebung der entmilitarisierten Zone getan hat. Nach der Wiederaufrichtung der vollen Souve­ränität des Reiches kann jetzt auch die Westmark sich wieder sicher fühlen im Schutze des Reiches, und sie ist überglücklich, daß ihr der Führer Ge­legenheit gibt, ihm persönlich schon so bald ihren Dank abstatten zu können. Nachdem vor wenigen Tagen die Südwestecke des Reiches in Karlsruhe dem Vorkämpfer deutscher Freiheit und Ehre hatte huldigen können, steht heute am Tage der Wehr­macht Frankfurt und der Gau Hessen- Nassau im Mittelpunkt des Wahlkampfes, der den letzten Deutschen in die Front Adolf Hitlers führen soll.

Der Flug des Führers nach Frankfurt.

Der Führer war kurz vor 16.30 Uhr auf dem Tempelhofer Feld in Berlin zum Fluge nach Frankfurt aufgestiegen. Ueber den Flug berich­tet der den Führer begleitende DNB.-Vertreter: Durch ein wattedickes Wolkenmeer klettern die Füh­rermaschine und das BegleitflugzeugGeneral von Hoeppner" rasch höher und höher in südwestlicher Richtung. Achthundert, tausend, zwölfhundert, fünf­zehnhundert, zweitausend Meter zeigt der Höhen­messer, aber immer noch jagen Nebelschwaden an den Fenstern vorbei. Bei 2500 Meter fällt glei­ßend die Sonne auf die silbernen Vögel, die mit 240 Stundenkilometer ihrem Ziele zujagen. Am Ho­rizont, der ein zartes Pastellblau trägt, türmen sich die Wolken wie gewaltige Brandungswellen. Der dichte Dunstschleier über dem Wolkenmeer flimmert in allen Farben des Regenbogens. Nur hin und wie­der wird der Blick auf die Erde frei. Die Südhänge des Harzes sind noch schneebedeckt, der Thüringer Wald aber und der Taunus

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Die riesige F e st h a l l e ist schon in den Nachmittagsstunden überfüllt. Eine erwartungsvoll gespannte Menge hat das weite Parkett und alle Ränge bis auf den letzten Platz besetzt. Das leuch­tende Rot der Farben der Bewegung beherrscht das

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