Dorgöres gelingt, völlig andere Grundlagen für die französische Landwirtschaft zu schaffen, diese Frage muß vorläufig offen bleiben.
Liefe,streik
der französischen Gemüsebauern.
Die Aufgabe der Verteilerschast in der Ernährungstvirlschast.
Arbeitstagung der Verteilerschast des Rhein-Main-Gaues.
Paris, 15. Dez. (DNB.) Der Lieferftreik der Gemüsebauern des Pariser Bezirks wird ab heute durchgeführt. In den Zentralmarkthallen find Gemüse- und Fruchtstände fast völlig leer. Der Bauern- fuhrer Dorgöres ließ der Presie mitteilen, daß ab Mittwoch die Gemüsebauern in ganz Frankreich die Belieferung der Städte mit Frischgemüse einstellen werden. Auch Algerien werde kein Gemüse mehr nach Frankreich liefern. Eine Abordnung der Gemüsebauern hat im Landwirtschaftsministerium Forderungen unterbreitet hinsichtlich eines besonderen Zoll- und Preisschutzes gegen die ausländische Einfuhr sowie einer mengenmäßigen Beschränkung der Einfuhr und höherer Preise.
Frankreich undderGtreitumAlexandrette
Genf, 15. Dez. (DNB.) Im Völkerbundsrat hat Unterstaatssekretär Viönot den französischen Standpunkt in dem Streit um Alexandrette und Antiochien dargelegt. Das strittige Gebiet sei seinerzeit mit dem übrigen Syrien Frankreich a l s Mandatsgebiet zugeteilt worden. Die Verpflichtungen, die Frankreich in dem französisch-türkischen Abkommen von 1921 hinsichtlich der Verwaltungsautonomie des Sandschak übernommen habe, würden für Syrien auch nach dem Aufhören des Mandats unverändert f o r t b e ft e h e n. Frankreich betrachte sich nicht als zuständig für Verhandlungen, die den Rahmen des Abkommens von 1921 und die Bestimmungen des Mandates überschreiten würden. Ueberdies gelte es die Einheit Syriens zu wahren, deren Bestätigung durch den französisch-syrischen Vertrag in der ganzen arabischen Welt freudige Zustimmung gefunden habe. Die französische Regierung sei mit der Entsendung neutraler Beobachter in das strittige Gebiet und an die syrisch-türkische Grenze einverstanden. Frankreich könne jedoch nicht Maßnahmen zustimmen, die eine teilweise Aufhebung des Mandates und eine Vorwegnahme der endgültigen Lösung bedeuten würden.
Deutschland feiert Svinhusvud.
Eine deutsch-finnische Studienstiftung.
Berlin, 15. Dez. (DNB.) Aus Anlaß des 75. Geburtstages des finnischen Staatspräsidenten Soinhufvud, veranstaltete die Nordische Verbindungsstelle und die Nordische Gesellschaft im Weißen Saal des Berliner Schlosses eine Feierstunde. Der Saal war mit der weiß-blauen Fahne Finnlands und der Fahne des Dritten Reiches geschmückt. Der Feierstunde wohnten zahlreiche hervorragende Vertreter von Partei und Staat bei, u. a. die Reichsminister Graf Schwerin von Krosigk, Freiherr Eltz von Rübenach und S e l d t e, Stabschef Lutze und Reichsarbeitsführer j) i e r I, der alte deutsche Finnlandkämpfer Graf von der Goltz und Korpsführer Hühnlein.
Generalmusikdirektor Hermann Stange leitete die Feierstunde mit Beethovens Ouvertüre zu „Leonore" ein. Mit herzlichem Beifall begrüßt, übernahm sodann der finnische Dirigent Tauno Hanni k a i n e n die Leitung des Orchesters und spielte die zweite Sinfonie des finnischen Komponisten Jean Sibelius.
Die feiern in Helsinki.
Helsinki, 15. Dez. (DNB.) Die Feier des 75. Geburtstages des finnischen Staatspräsidenten Svinhusvud gestaltete sich zu einer herzlichen Kundgebung der ganzen Bevölkerung Finnlands für sein verehrtes Staatsoberhaupt. Die Stadt Helsinki trug reichen Festschmuck. Abends erstrahlten die öffentlichen Gebäude im Scheinwerferlicht der Kriegsflotte Fast jedes Haus der Stadt war festlich beleuchtet. Die Deutsch - Finnische Gesellschaft überreichte dem Präsidenten, der Ehrenmitglied der Gesellschaft ist, eine prachtvolle Buchausgabe über das deutsche Waidwerk. Die deutsche Kolonie, die deutsche Handelskammer in Finnland und die deutsche Schule überbrachten eine kostbare Bernsteinschale ostpreußischer Arbeit. Abends fuhr das Vräsidentenpaar durch die erleuchtete Stadt in die Ausstellungshalle, während einige Tausend Pfadfinder mit brennenden Fackeln Spalier bildeten. Die Sängerchöre und Musikorchester der Stadt vereinten sich zu einer musikalischen Huldigung. Operndirektor Mantere hielt die Festrede, worauf Präsident Soinhufvud seinen Dank für alle Huldigungen aussprach.
Kleine politische Rachrichten.
Der Führer und Reichskanzler empfing den königlich-ungarischen Innenminister v. Kozma zu einer Aussprache über schwebende politische Fragen. An der Besprechung nahmen teil: Der königlich-ungarische Gesandte in Berlin Feldmarschall- Leutnant Sztojay, Reichsminister des Innern Dr. Frick sowie die Staatssekretäre Dr. Meißner und Dr. Lammers.
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Der Führer und Reichskanzler hat auf Vorschlag des Reichsministers der Justiz, Dr. Gürt- ner, den Hauptstellenleiter und Leiter des Amtes für Gnadensachen in der Kanzlei des Führers der NSDAP., Oberst Berkenkamp, auf die Dauer von fünf Jahren zum ehrenamtlichen Mitglied des Volksgerichtshofes ernannt.
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Die Reichsfrauenführerin Frau Gertrud Scholz- Kl i n k wurde als Mitglied in die Akademie für deutsches Recht berufen. Damit ist zum ersten Mal eine Frau in die Akademie für deutsches Recht berufen worden. Die Mitarbeit der Reichsfrauenführerin erstreckt sich auf die Gebiete des Familienrechtes und die Rechtsfragen der Bevölkerungspolitik.
Der Leiter des Außenamtes der Deutschen Evang. Kirche, D. Theodor Häckel, sprach im Gemeindehaus der Stockholmer deutschen St. Gertruds - Gemeinde über die religiöse Weltlage. Unter den Anwesenden sah man den deutschen Gesandten Prinz Viktor zu Wied. Bischof Häckel schilderte den Kampf um die große Entscheidung zwischen den beiden Strömungen, die heute das Weltgeschehen erfüllten, zwischen dem Internationalismus und der völkischen Idee. In seinem tiefsten Sinn gehe dieser Kampf um die entscheidenden religiösen Werte des christlichen Glaubens
NSG. Die flaupttagung der gesamten rhein- mainischen Verteilerschast in der Festhalle zu Frankfurt a. M., vereinigte die Verteiler unseres Gebietes zu einer eindrucksvollen Kundgebung.
Hauptabteilungsleiter III, Moses, von der Landesbauernschaft Hessen-Nassau, betonte, daß diese Tagung die Zusammengehörigkeit aller in der Ernährungswirtschaft tätigen Menschen zum Ausdruck bringen soll und erörterte das Reichsnährstandsgesetz, das Bauer, Handel und Verarbeiter zusammengefaßt habe. Wenn früher der Marktausgleich auf Grund von Angebot und Nachfrage durch die Spekulation geschaffen wurde, so steht dem jetzt die dem ganzen Volk verbundene Ausgleichswirtschaft gegenüber, bei der aber nie die Privatinitiative ausgeschaltet wird. Die Märkte sind geordnet. Der Bauer hat seine Existenz- minimumpreise, Nährstandshandel und Nährstands- induftrie aber haben die im nationalsozialistischen Sinne zu verantwortende Verdienstspanne.
Reichsabteilungsleiter Willkomm (Berlin) hob hervor, daß Ernährungswirtschaft und Ernährungsindustrie nicht auf die Ordnung der Warenbewegung zwischen Erzeuger und Verbraucher verzichten können. Während der Systemzeit, als infolge der Arbeitslosigkeit der Umsatz der Berteilerbetriebe immer mehr zurückging, hat man immer weitere Betriebe in die Warenbewegung eingeschaltet. Die Geschlossenheit der Träger der Warenoermittlung innerhalb der Marktordnung ist durch die Fachschaften gewährleistet. Ein Verteiler müsse fachlich tüchtig und charakterlich ehrbar sein. Verteilerschutz sei durch die festen Preise und die Garantie der Warenabnahme gegeben. Da der Lebensrnittel- Umsatz unseres Volkes in normalen Zeiten feststeht, muß auch die Zahl der Verteilerbetriebe festgelegt werden.
Am Montag konnte die schweizerische Landesregierung ein in der Geschichte der Eidgenossenschaft seltenes Ereignis feiern, das 2 5jährige Amts- jubiläum des Bundesrats Dr. G. Motta, Vorsteher des Eidgenössischen Politischen Departements. Der Jubilar wird am 29. Dezember d. I. 65 Jahre alt. Er wird für das Jahr 1937 zum fünften Male Bundespräsident der Schweiz.
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Präsident Roosevelt kehrte nach einer Abwesenheit von fast einem Monat wieder in die Heimat zurück. Auf der „Interamerikanischen Frie- denssicherungskonferenz" in Buenos Aires wurden Unstimmig angenommen ein Protokoll über Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten und ein Abkommen zur Erhaltung des Friedens durch gemeinsame Beratung und Schiedsgerichte.
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Im Auftrage des Senates überreichte Senats- iräsident Federzoni dem Duce einen Ehren- legen als Sinnbild dafür, daß Mussolini mit „sicherer Hand den mit den Mitteln des Hinaus- zögems und der Bosheit geschaffenen Knoten
Reichshauptabteilungsleiker III Dr. Korke (Berlin) ging auf das Mißverhältnis ein, das in der Zahl von 6 Millionen Erzeuger und einer Million verarbeitender und Verteilerbetriebe besteht. Der Systemlosigkeit hat die nationalsozialistische Wirtschaftsführung das Leistungsprinzip gegenübergestellt, der egolstifchen Wirtschaftsweise die gebundene Wirtschaft, die eine Pflichtwirtschaft gegenüber dem Volk bedeutet, und der Zerschlagung der Wirtschaft die Erzeugungsschlacht. Rein organisatorisch war die Selbstverwaltung der Wirtschaft zum Prinzip erhoben worden. Die Marktverbände vereinigten alle an der Ernährungswirtschaft beteiligten Gruppen. Dies war die einfachste Art, diesen Riesenapparat zu meistern, der 40 bis 50 v. H. des Volkes umfaßt. Die Voraussetzung einer Erzeugungssteigerung sind der stetige Preis und die Absatzgarantie für den Erzeuger. Der Schutz des Verbrauchers liegt darin, daß die Preise für Lebensrnittel stabil bleiben. Hierbei geht es darum, den Ausgleich zu schaffen zwischen den schwankenden Erzeugungskosten beim Erzeuger und den gleich- bleibenden Gehältern und Löhnen des Verbrauchers. Die Preisfestsetzungen müssen mit Erfahrungen untermauert werden. Deshalb erwächst für die Marktordnung neben dem Erzeuger- und Verbraucherschutz als dritte Aufgabe die Notwendigkeit, die Warenbewegung in die Hand zu nehmen durch den Schlußschein und die Andienungspflicht. In Zeiten natürlichen Ueberschusses tritt dann eine Regelung durch die Vorratswirt- fchaft ein. Nachdem Dr. Korte die Verteiler nochmals darauf hingewiesen hatte, daß die Marktordnung für sie durch den von vornherein feststehenden Preis das Risiko weitgehendste ausgeschaltet hat, ging er weiter auf die Anordnungen der Hauptvereinigungen der Wirtschaftsverbände ein. Eine einzige Anordnung erfaßt die Milchwirt-
durchschnitt". Mussolini betonte, daß diese Ehrung „mit der nun vollständig gewordenen Besetzung aller Gebiete des Imperiums zufarn- menfalle, dessen Grenzen wie auch alle übrigen Grenzen Italiens in jedem Zeitpunkt tatkräftig von einem scharfen und sichergeführten Schwert verteidigt werden sollen".
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In Niederländisch-Jndien ist es den Behörden gelungen, bei Durchsicht der aus Europa eingetroffenen Post umfangreiche Sendungen kommunistischen Propagandamaterials zu beschlagnahmen. Es handelt sich um Hetzschriften, die z. T. gedruck, z. T. mit Vervielfältigungsapparaten hergeftellt waren. Der Aufgabeort dieser kommunistischen Sendungen ist Brüssel.
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Der bisherige fowjetrussische Handelsvertreter in London, Oserski, ist von feinen Amtspflichten entbunden und nach Moskau zurückberufen worden. Oserski soll mit besonderen Aufgaben im neugegründeten Moskauer Kriegsindustriekommis- sariat betraut werden.
chaft für das ganze nächste Jahr. Dasselbe gilt ür die Eierwirtschaft, bei der eine restlose Er- affung des gesamten Anfalls eintreten wird, für die Viehwirtschaft, für die Getreidewirtschaft usw. Das ganze Gebiet der Ernährungswirtschaft wird bis März nächsten Jahres in zehn Anordnungen erfaßt.
Landesbauernführer Dr. Wagner
appellierte dann in aufrüttelnden Worten an die Verteiler, einen dienstbereiten Idealismus zur Richtschnur ihres Handelns zu machen. Er wisse genau, daß an den Stand des Verteilers ungewohnte und chwierige neue Aufgaben herangetragen worden ind, aber die Verteiler selbst haben heute die leberzeugung, daß unsere nationalsozialistische Marktordnung unbedingt richtig für ein intelligentes ehrliebendes, lebenskluges Volk ist. So wie der Bauer muß auch der Verteiler sich vor Augen halten, daß der neue Idealismus jede Leistung im Dienst der Volksgemeinschaft möglich macht. Der Landesbauernführer lehnte eindeutig alle übereifrigen Störenfriede ab, die meinen, den Radikalismus für sich gepachtet zu haben. Der Nationalsozialismus führt das Leben unseres Volkes mit aller Entschiedenheit zum Ziel. Notwendig ist für unseren schweren Weg die Kameradschaft aller anständigen Volksgenossen. Um die Ernährung Deutschlands zu sichern, muß alles das an Ehrlichkeit, Mut, Uneigennützigkeit und Schaffenskraft mobilisiert werden, was im deutschen Volk vorhanden ist. Wir wollen uns zum stolzen Dienst an der Volksgemeinschaft erziehen und über allen Kleinigkeiten des Tages das völkische Ideal niemals außer acht lassen, das der Führer uns gegeben hat.
schen Freiwilligen auf feiten der spanischen Bolschewisten auf 1500 bis 2000 Mann.
„Unfere Luftflotte ist die mächtigste der Welt."
Die neue sowjetrussische Luftaufrnstung im Gange.
Moskau, 15. Dez. (DNB.) Die auf dem Sowjetkongreß angekündigte neue große Luftauf- rüftung der Sowjetunion ist in vostem Gange. Die „Jswestija" berichtet, daß in der Ukraine im laufenden Jahr 7%mal mehr Flieger ausgebildet worden sind als im Vorjahr. Weiterhin wurden in der Ukraine 11 neue Aeroklubs gebildet. Die „Prawda" stellt fest, daß die Sowjetunion zwar heute schon die mächtigste Luftflotte der Welt besitze, daß ihre Interessen aber gebieterisch eine weitere Vermehrung erforderten. Das Land besitze bereits 167 Fliegerklubs, und neue würden geschaffen werden. Es fei also möglich, d i e Forderung nach 15 0 0 0 0 Fliegern zu verwirklichen. Das Blatt verlangt, daß die Disziplin g e st ä r k t und die Ausbildung verbessert würde. Die Zahl der Unfälle fei außerordentlich groß, und das fei oft die Folge einer oberflächlichen Ausbildung der Instrukteure. Vor allem die Jugendverbände müßten die Fliegerausbildung zu ihrer eigensten Sache machen. Der Jugend müsse zugerufen werden: „(Euer Platz ist im Flugzeug!"
Kunst und Wissenschaft.
Deutsch-italienisches konzerl in Rom. Uebedragung im Rundfunk.
Am Mittwochabend findet in Rom unter dem Ehrenschutz des Deutschen Botschafters, von H a s - sell, im Teatro Adriano ein Konzert statt, in dem unter Leitung des bekannten römischen Dirigenten Pros. Molinari die Kammersängerin der Berliner Staatsoper Frau Erna Berger zusammen mit dem berühmten italienischen Bariton De Luca Arien von Händel, Mozart und Strauß fingen wird. Der Abend dürfte ein gesellschaftliches Ereignis ersten Ranges werden. Im Reich wird es um 21.30 Uhr auf den Deutschlandsender und die Reichssender Berlin, Königsberg und München übertragen.
Verleihung des Goncourt-Preises.
Der Goncourt-Preis, der die höchste Anerkennung darstellt, die in Frankreich einem Roman zuteil werden kann, ist an den Schriftsteller Maxence van der Mersch für feine Erzählung „Die Spur Gottes" verliehen worden. Der Schriftsteller, dem schon voriges Jahr nur eine Stimme der Preisrichter für den Preis fehlte, hat diesmal von zehn Stimmen sieben erhalten. Er wurde im Jahre 1907 in Roubaix geboren; feine Bücher schildern hauptsächlich das Leben seiner flandrischen Heimat.
Aus aller Welt.
Lin Teil des Turmes von „Elbe I“ geborgen.
Ein Teil des Turmes vorn Feuerschiff „Elbe I" wurde durch den Bergungsdampfer „Reiher" in den Cuxhavener Hafen eingebracht. Als festgestellt wurde, daß das Wrack nicht mehr gehoben werden konnte, hat man Turm und Masten des Feuerschiffes abgesprengt, um damit ein Hindernis für die Schiffahrt aus dem Weg zu räumen. In den letzten Tagen mußten die Bergungen unterbrochen werden, da die Berger wegen des ungünstigen Wetters ihre Liegestelle in der Elbmündung verlassen mußten. Sobald die See wieder ruhiger geworden ist, werden die Sprengarbeiten fortgesetzt.
Eifenbahnräuber Erich Schüller verübt Selbstmord.
3m Zeichen der Nichteinmischung
Der Zustrom von „Freiwilligen" über die spanisch-französische Grenze dauert an.
Waffentransporte als „Konserven" deklariert.
Paris, 16. Dezember. (DNB. Funkspruch.) Der Transport von Waffen und Freiwilligen .von Frankreich nach Katalonien geht ununterbrochen weiter. Wie das „Echo de Paris" mitteift, haben zwischen dem 5. und 8. Dezember 6 0 0 Freiwillige bei Le Perthus die Grenze überschritten; 2 5 00 Freiwillige sind in Sonderzügen über Cerberes nach Barcelona befördert worden. Am Montag seien, so schreibt das Blatt, große W a f - enladungen bei Ceberes über die Grenze gebracht worden, die aus Holland und Belgien gekommen und für die Durchfahrt durch Frankreich als „Konserven" deklariert waren. Ein Geschwader von 6 Jagdflugzeugen aus Belfort kommend habe in Toulouse eine Zwischenlandung vorgenommen und fei nach Auffüllung von Brennstoffvorräten in Richtung Bilbao weitergeflogen. Die Marxisten von Katalonien hätten 25 Devoitine-Flugzeuge bestellt zum Preise von 1 500 000 Franken je Flugzeug. In Grange wurden gegenwärtig 200 für Barcelona bestimmte Lastkraftwagen fertiggestellt.
Der Sonderberichterstatter des „Jour", der in der „Freiwilligen"-Zentrale Perpignan Erkundigungen eingezogen hat, meldet, daß täglich etwa 5 0 0 bis 6 0 0 Freiwillige von Perpignan aus nach Barcelona gehen. Allein zwischen dem 19. und 30. November seien mehr als 1600 Freiwillige über Perpignan nach Katalonien beordert worden. Am 25. November sei ein Sonderzug abgegangen, in dem sich einige Franzosen und Belgier, zumeist aber Tschechoslowaken und Sowjetrussen befanden. Die Sowjetrussen hätten einen militärischen Eindruck gemacht und wären gruppenweise durch die Straßen von Perpignan marschiert. Auf der katalanischen Seite würden die Freiwilligen einer strengen ärztlichen Untersuchung unterzogen; alle nicht genügend kräftigen Freiwilligen sowie die Verdächtigen, würden wieder zurückgeschickt; in den letzten Tagen eien 300 zurückgekommen.
Oer Bolschewismus bedroht auch England. „Daily Mail" fordert Fernhaltung vom spanischen Konflikt.
London, 16. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Daily Mail" weist darauf hin, daß sich in der Gegend von Madrid heute 35000 voll ausgerüstete owjetrussische Soldaten und 2 5 0 0 0 ranzösische Kommunisten befänden und ordert, daß England sich nicht in den spanischen Konflikt verwickeln lassen dürfe. Es habe niemals irgendein Zweifel darüber bestanden, fo schreibt „Daily Mail" weiter, daß Deutschland und Italien unter keinen Umständen eine rote Regierung in Spanien dulden würden. Bestimmt würde die Welt es lieber sehen, wenn diese Entschlossenheit praktischen Ausdruck fände, als daß sich in Südwesteuropa eine Moskauer Rotte für die Dauer feft= etze; denn
eine rofe Regierung in Spanien würde der erste Schrill auf dem Wege z u einer
roten Regierung in Frankreich fein, was wiederum b i e ernstesten Folgen für England haben dürfe. Es dürfe nicht behauptet werden, daß der Kommunismus nicht über den Aermelkanal gelangen könne. Jedermann wisse, daß er dies könne und tue. Soeben habe die Labour-Party ein Flugblatt veröffentlicht, in dem erklärt werde, daß auf den britischen Inseln nicht weniger als 11 kommunistische Organisationen sich bemühten, mit Moskauer Geldmitteln in Höhe von vielen tausend Pfund England unter bolschewistische Kontrolle zu bringen.
Erst vor einer Woche habe der spanische Kommunist Oliver in Valencia erklärt, daß die Roten nach einem Siege ihre große Armee nach anderen Ländern senden würden, um dort den Kampf gegen den Faschismus fortzusetzen. Die Verschärfung der Moskauer Wühlereien beweise, wie zwingend es für England sei, sich von den spanischen Verwicklungen fernzuhalten.
Die Wahrheit über Spanien.
Paris, 16. Dez. (DNB. Funkspruch.) Im „Figaro" schreibt Wladimir d,Ormesson, in Frankreich tue man so, als ob in Spanien die Demokratie, Ordnung und Freiheit gegen aulrührische Generäle verteidige, die nur Truppen hinter sich hätten. Die Wahrheit sei, daß im anarcho-kommunistischen Lager die größte Unordnung, Terror und Ungerechtigkeit herrschten. Auf der nationalen Seite aber sei das Leben wieder normal geworden. Die Verwaltung und der Verkehr funktionierten und die Bevölkerung habe sich einmütig hinter Franco gestellt, der in ihren Augen nicht nur der Führer einer Militärbewegung, sondern d i e Seele einer nationalen Volksbewegung sei. Warum wolle man also das Gegenteil glauben machen? Warum behandele man jemanden als Feind, mit dem man morgen verhandeln müsse? Warum müsse man Frankreichs Sache systematisch mit der Sache der Unordnung und der Anarchie verbinden?
Auch britische Freiwillige bei den spanischen Bolschewisten.
London, 15. Dez. (DNB.) Die Beteiligung britischer Staatsangehöriger an den Kämpfen in Spanien beschäftigt die britische Regierung. Ein Gesetz aus dem Jahre 1870 stellt die Teilnahme von britischen Staatsangehörigen an Kriegen, an denen Großbritannien nicht beteiligt ist, unter Strafe. Eine Entscheidung, ob dieses Gesetz auch auf me Kämpfe in Spanien Anwendung findet, ist jedoch anscheinend noch nicht gefallen. Wie notwendig eine derartige Maßregel ist, ergibt sich aus dem kommunistischen Organ „Daily ©orte r", das triumphierend berichtet, daß eine Kompanie, die nur aus Briten bestehe, in Madrid eingetroffen fei. In London schätzt man heute schon die Zahl der briti-
Der vom Sondergericht in Breslau wegen des Eisenbahnüberfalls in Rothwaffer (Oberlausitz) zum Tode verurteilte Eisenbahnräuber Erich S ch ü I • | l e r hat in feiner Zelle des Gerichtsgefängnisses in Görkitz Selbstmord verübt.
Schweres Feuergefecht mit Gangster in Reuyork.
3n nächster Nähe des Broadway erlebte Neuyork eine große Jagd auf den berüchtigten Banditen Brünette, bei der stärkste Polizeikräfte eingesetzt werden mußten. Der Gangster hatte sich mit feiner Bande in einem Haus der 102. Straße verbarrikadiert. Unter Führung des Chefs der Geheimen Bundespolizei, Edgar Hoover, umzingelten 2- Beamte der Geheimpolizei und 100 Polizisten das Haus. Nachdem alle umliegenden Wohnungen ge-


