Ausgabe 
16.4.1936
 
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daß altes Material ans dem Bauabschnitt Tieckstraße genommen worden ist, meinte aber, es sei gut gewesen.

Tue Verhandlung wurde dann vertagt, vom Führer begnadigt.

Der Führer und Reichskanzler hat die durch das Urteil des Schwurgerichtes in Frankfurt o. d. O. gegen den 1892 geborenen Franz Klaus aus Fürstenwalde wegen Mordes ausgesprochene Todesstrafe im Gnadenwege in lebenslange Zuchthaus ft rofe umgewandelt.

..Graf Zeppelin" vor der südamerikanischen Küste.

Auf der zweiten Südamerikafahrt hatG r a f Zeppelin" rasche Fahrt gemacht. Das Luftschiff stand heute, Donnerstag, um 8 Uhr früh nur noch 265 km nördlich des der südamerikanischen Küste vorgelo^srLkn St.-Paul-Felsens.

Das dritte Flugzeugschleuderschiff der Lufthansa.

In Kiel lief ein S p e z i a l s ch l e u d e r s ch i f f für den Luftpostdienst im Südatlantik, auf der Ho- woldt - Werft vom Stapel. Bekamttlich führt die Lufthansa seit dem Frühjahr 1934 einen ständigen Luftpostdienst DeutschlandSüdamerika durch, der in den zwei Jahren reibungslos vonstatten ging. Bisher verfügte die Lufthansa über zwei Schiffe, Westfalen" undSchwabenland". Da dieSchwa­benland" nach gründlicher Ueberholung demnächst probeweise für den Nordatlantikverkehr eingesetzt werden soll, war der Bau dieses dritten Stützpunk­tes notwendig geworden. Das neue Schiff, die Ostmark", ist bei einer Länge von 74 Meter nur 2000 Tonnen groß und stellt eine Spezialkon- struktion als Flugzeugschleuderschiff dar. Den größten Raum auf dem Oberdeck nimmt die von den Heinkel-Werken konstruierte und von den Howaldt-Werken gebaute Schleudervorrichtung ein. Auf dem Deck steht ein großer Kran zur Aufnahme der Flugzeuge. Zwei Dieselhauptmotoren mit 900 PS verleihen dem Schiff eine Geschwindigkeit von 15 Seemeilen. Direktor Tradt von der Howaldt-Werft sprach Begrüßungsworte. Seine Rede klang aus in ein Treuebekenntnis zum Führer. Nach den deutschen Hymnen hielt Staatsrat Dr. h. c. von Stauß die Taufrede. Den Taufakt vollzog Frau Elise Knoll (Berlin), die Frau eines Werk­angestellten der Lufthansa, Mutter von elf Kindern.

Der INaibaum für die Reichshauptsiadt im Warndt gefällt.

Der deutsche Warndt, jenes heiß umstrittene Ge­biet an der äußersten Grenze des Saarlandes, das wegen seiner reichen Kohlenfelder von Frankreich so stark begehrt war, aber am Abstimmungstage ein überwältigendes Bekenntnis zu Deutschland ablegte, stellt in diesem Jahre den großen M a i - bäum für die Reichshaupt st ad t. Forst­leute haben in unmittelbarer Nähe der deutsch­französischen Grenze eine prächtige Fichte von 45 Meter Höhe, 65 Zentimeter Durchmesser und einem Gewicht von etwa 120 Zentner ausgesucht. Der Riese hat bereits ein Alter von 120 Jahren. Bor zahlreichen Vertretern der Partei und sonsti­gen Volksgenossen hielt Forstassessor Sieberger, bevor der Baum gefällt wurde, eine Ansprache. Die Fichte soll die Verbundenheit der südwestdeutschen Grenzmark mit dem Deutschen Reich bekunden, aber auch als Zeichen der Verbundenheit zwischen Stadt und Lanv gelten, die gemeinsam friedliche Aufbau­arbeit leisten wollen. Drei Volksgenossen aus dem Saarland begleiten die Fichte zur Reichshauptstadt und werden bis zum Schluß des Nationalfeiertages dort bleiben.

Rheindampfer gerammt und gesunken.

Der in Duisburg beheimatete Schleppdampfer Oskar W a l d t h a u f e n" wurde oberhalb der Neußer Rheinbrücke von einem Dampfer der Nep-

tun-Küstenschiffahrts-Gesellschast gerammt. Das Schiff erhielt ein Leck und begann zu sinken. Die drei Schleppkähne trieben ab, wobei der havarierte Dampfer auch noch auf der anderen Seite beschädigt wurde. Auch der Neptun-Dampfer wurde stark mit­genommen. Feuerlöschboote eilten mit Motorpumpen zu Hilfe. Der gesunkene Dampfer ragt noch mit dem Oberdeck aus dem Wasser. Die Besatzung konnte in Sicherheit gebracht werden.

Hinrichtung der Garreler Mörder.

Die Justizpressestelle in Oldenburg teilt mit: Der 29jährige Karl B e b e r n und die 33jährige Antonia Thedlck, geborene Kemper, beide aus Garrel in Oldenburg, Die vom Schwurgericht in Oldenburg am 4. Dezember 1935 wegen gemeinschaftlichen Mordes zum Tode und zu lebenslänglichem Ehr­verlust verurteilt worden sind, wurden heute früh im Hofe der Gefangenenanstalt in Vechta hinge­richtet. Beide haben nach langen, reichlichen lieber« legungen und kaltblütigen Vorbereitungen den Ehe­mann der verurteilten Thedick am 25. August 1935 in Garrel auf grausamste Weise umgebracht, weil er ihrem ehebrecherischen Verhältnis im Wege stand. Große Diebstähle in einer böhmischen Radiumgrube.

In den Radiumgruben von Joachimsthal in Böhmen ist eine Untersuchung eingeleitet worden, da man auf große Diebstähle von Ra­dium und Uranerde gekommen ist. In den letzten acht Jahren ist außer Radium im Werte von über eine Million Kronen auch Uranerde im Werte von mehreren hunderttausend Kronen ver­schwunden. Die Gendarmerie, die seit Jahren nach dem Dieb suchte, hat nun dieser Tage einen Mann angeholten, Der Radiumchlorid verkaufte. Dabei kam man auf die Spur des eigentlichen Täters. Unter dem Verdacht des Diebstahls wurde der 32jährige Angestellte der Grube Julius Budda verhaftet. Ferner wurden drei weitere Personen unter dem Verdacht der Mittäterschaft bzw. des Weiterverkaufs des Radiums festgenommen. Bei den Verhafteten wurden vier Milligramm Radium im Werte von 5000 Kronen vorgefunden.

Rettung vor dem weihen Tode.

Dieser Tage wurde auf dem Hochkönig in den Salzburger Alpen der Rechtsanwaltanwärter Dr. Zinker aus Salzburg von einer Lawine über­rascht und verschüttet. Es gelang ihm, den Kopf aus den Schneemassen freizubekommen. In dieser furchtbaren Lage blieb er 24 Stunden. Erst am nächsten Abend wurden seine Hilferufe von einer Touristengruppe gehört, die ihn aus den Schneemassen befreite und in Sicherheit brachte.

Sieben Todesopfer beim Absturz eines italienischen Verkehrsflugzeugs.

Das fahrplanmäßige Verkehrsflugzeug auf der Strecke TurinMailand ist ab gestürzt. Die sieben Insassen wurden getötet. Sechs von ihnen sind Italiener, der siebente ein Schweizer namens A n - deregger. Das Unglück ereignete sich unweit von Chivasso bei dem Oertchen Lanzo-Taronise. Der Bordfunker hatte noch mitgeteilt, daß das Flugzeug in starken Nebel geraten sei und deshalb blind fliegen müsse. Das Flugzeug, das bei dem Nebel und dem starken Sturm keine Notlandung vornehmen konnte, war anscheinend von dem sonst üblichen Weg abgeirrt, dabei gegen einen Hügel gestoßen und zertrümmert worden.

54 Tote beim Grubenunglück von Fukuoka.

Bei dem gemeldeten Grubenunglück von Fukuoka in Japan sind 82 Bergleute verunglückt. Von diesen wurden 54 getötet und 28 schwer verletzt.

Kunst und Wissenschaft.

60. Tagung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie.

In Berlin eröffnete Geheimrat L e x e r die 60. Tagungder Deutschen Gesellschaft für Chirurgie. Der Vorsitzende gedachte in seiner Eröffnungsansprache der Entwicklung der deutschen Chirurgie seit Gründung der Gesellschaft sowie der Toten der deutschen Chirurgie im ver­gangenen Jahre. Nach einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer überbrachte Dr. Grote (Ber­lin) die Grüße des Reichsärzteführers.

Dohltätigkeitskonzert deutscher Künstler in Sofia.

Die Sängerin Maria Müller von der Berliner Staatsoper gab in Sofia ein Wohltätigkeitskonzert, zu dem u. a. zahlreiche hohe Staatswürdenträger erschienen waren. Die Künstlerin, die von Dr. Hal- lasch von der Münchner Oper begleitet wurde, hatte einen großen Erfolg und wurde von dem überfüllten Haus immer wieder stürmisch gefeiert. Die Gesellschaft für soziale Hilfe, die unter der Schirmherrschaft der Gattin des früheren Minister­präsidenten L i a p t s ch e f f steht, sprach der Künst­lerin, die den gesamten Reinertrag des Konzerts für die Unterstützung armer bulgarischer Kinder zur Verfügung gestellt hatte, Dank und Anerkennung aus. Die Künstler begeben sich anschließend nach Belgrad.

Nur ein kleines Beispiel.

*WPD. Nur ein kleines Beispiel dafür, vor welche Aufgaben der Nationalsozialismus in der praktischen Förderung und dem Wiederaufbau des Handwerks und Handels gestellt worden ist, gibt das Friseurhandwerk: Schon bald nach dem Kriege wurde der Kurzhaarschnitt in Deutschland modern, so daß das Friseurhandwerk in der Zeit von 1925 bis 1931/32 eine Hochkonjunktur erlebte. Dies führte u. a. dazu, daß mancher, bei dem es zu etwas anderem nicht reichte, sich dem Friseur­beruf zuwandte und hier infolge des Fehlens jeg­licher Voraussetzung für Die Führung und Er­öffnung eines Betriebes nach kurzer AusbilDungs- zeit einen LaDen aufmachte. Allein in Den acht Jahren von 1925 bis 1933 vermehrte sich Die Zahl Der Betriebe unD Der beschäftigten Per­sonen Des FriseurhanDwerks um r u n D 7 0 v. H. Als jeDoch Die Haarwaschmittel unD Die Rasier­apparate mit Der Zeit verfeinert murDen, unD als außerdem Die Krise Das Arbeitseinkommen von Jahr zu Jahr sinken ließ, ging auch Der Umsatz Des FriseurhanDwerks von seinen runD 400 Millionen Mark im Jahre 1928 bis 1933 auf 220 Millionen Mark zurück, D. h. Die N o t Des einzelnen Friseurs nahm von Monat zu Monat z u, Denn Der auf Die Hälfte eingeschränkte Umsatz verteilte sich auf fast Die Doppelte Betriebszahl.

Dieses Beispiel veranschaulicht mit einer Deut­lichkeit, wie wir sie uns nicht besser wünschen können, Das Versagen Der Wirtschafts­politik im alten Systern, und ähnlich wie es in diesem Falle Dem FriseurhanDwerk ergangen ist, war es in Den meiften anDeren Hand- werkszweigen auch. Der Nationalsozialismus hat Dieses Erbe übernommen unD sich in Den ver­gangenen Drei Jahren bereits mit Erfolg Daran gemacht, im HanDwerk DrDnung zu schaffen. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, Leistungswettbe­werbe, Lieferungsgenossenschaften usw. werben nach Kräften Die Folgen dieser Fehlentwicklung in Der liberalistischen Epoche durch Arbeitsbeschaffungs­maßnahmen aller Art ausgleichen bzw. haben es bereits getan. Wesentlicher ist jedoch. Daß durch die Handwerksgesetzgebung für die Zukunft verhindert wird, daß sich ähnliche Fälle ereignen. Von dem,

Der heute einen Handwerksbetrieb eröffnen will, wird verlangt, daß der sowohl im eigenen Interesse, als auch in dem Interesse seines Standes und Der ganzen Volkswirtschaft Die Meisterprufung beftanDen hat. UnD für Die Zulassung zur Meister­prüfung ist wieDerum eine ordentliche Lehre und Die Ablegung der Gesellenprü­fung Die Voraussetzung.

Geheimhaltung der japamslhen Slotfenbaulen.

London, 16. April. (DNB. Funkspruch.) Der Flottenkorrespondent DesDaily Telegraph meldet, Daß Japan anscheinenD nicht beabsichtige, Den Bestimmungen Des neuen Londoner Flöt- tenoertrages für Den Meinungsaustausch über Schiffsneubauten nachzukommen. Die japanische Regierung habe beschlossen, alle neuen Flot­tenbauten in Zukunft streng geheim z u h a l t e n. Das japanische Parlament werbe nur noch von Den Tonnageziffern, jeDoch nicht mehr wie früher von Den Geschützkalibern, Den Zeit­punkten Der Kiellegung unD Fertigstellung sowie anderen technischen Einzelheiten unterrichtet wer- Den. Auch Die Veröffentlichung von Mitteilungen über Die Flottenbauten in Der Presse sei streng verboten worDen.

Weiterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die in Den letzten Tagen beobachtete Wärme­zunahme bzw. Der Damit oerbunDene Luftdruckfall hatte zur AusbilDung einer stärkeren Tiefdruck- ftörung über Dem FestlanD geführt. Er begünstigte einen raschen Vorstoß Der über England Vorhand^ nen Kaltluft, so Daß es im Verlaufe Des Mittwoch vor allem in SüDwest- und in WestdeutschlanD zu verbreiteten Gewittern unD vielfach auch zu recht ergiebigen NieDerschlägen kam, Die teilweise von heftigen Böen begleitet waren. Im Bereich Der zuftrömenDen Kaltluft setzt sich Die Abkühlung weiter fort. Der Gesamtcharakter Der Witterung bleibt auch weiterhin recht unbeftänbig.

Aussichten für Freitag: Veränderlich mit häufiger Aufheiterung, aber auch einzelnen Niederschlägen, bei lebhaften westlichen Winden zu­nächst weitere Abkühlung.

Aussichten für Samstag: Fortdauer der wechselhaften Witterung, tagsüber wieder stärkere Wärmezunahme.

Lufttemperaturen am 15. April: mittags la,8 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 16. April: morgens 9,9 Grad. Maximum 17 Grad, Minimum heute nacht 3,2 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 15. April: abends 11,2 Grad; am 16. April: morgens 8,3 Grad. Sonnenscheindauer 0,7 Stunden. Niederschläge 3,5 mm.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Stellvertretender Hauptschriftleiter: Ernst Blumfchein.. Verantwortlich für Politik und für die Bilder in Ver­tretung: Ernst Blumschein; für Feuilleton Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. 2).21. III. 36:' 10270. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

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Tagesordnung:

1. Jahresbericht

2, Jahresabrechnung

3. Satzungen

4. Verfchiedenes

Die Wichtigkeit der Tages­ordnung erfordert die Be­teiligung aller Mitglieder.

DER VORSTAND.

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