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Frankfurt nach Berlin und treffen am Sonntag, 22. März, dort ein. Die Rückfahrt ab Berlin er­folgt am 22. März gegen Abend, die Teilnehmer treffen am Montag, 23. März, gegen 6 Uhr vor­mittags wieder in Frankfurt a. M. ein. Preis der Fahrt 12,60 Mark. In diesem Preis ist die Fahrt sowie der Eintrittspreis für die Ausstellung ein­begriffen. Die Verpflegung bleibt den Teilnehmern überlassen. Anmeldeschluß: 17. März.

Gastspiel des Original Oberbayrischen Bauern- theaters.

Am Mittwoch, 18. März, um 20.30 Uhr, findet ein Gastspiel des Original Oberbayrischen Bauern­theaters im Caf6 Leib statt. Zur Aufführung ge­langt „Das Schützenfest von Garmisch", ein Bauern­schwank in drei Akten von Max Reitzammer. Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf., so daß es jedem Volksgenossen möglich ist, diese Veranstaltung zu besuchen.

Große Kinder-Märchen-Borstellung.

Am Mittwoch, 18. März, um 16 Uhr, findet im CafS Leib eine große Klnder-Märchen-Dorstellung statt. Wir bringen „Das Märchen vom Zauber­wald" von Max Reitzammer, aufgeführt von den Münchener Heimatspielen. Der Eintrittspreis be­trägt nur 20 Pf., so daß jeder Volksgenosse seinen Kindern eine große Freude bereiten kann.

Borverkaufsstellen.

Karton zu unseren sämtlichen Veranstaltungen sind im Vorverkauf zu haben: Musikhaus Ehallier, Reuen Weg, Schokoladenhaus Huntemann, Selters­weg, „Hapag"-Reifebüro, Seltersweg, Kreisdrenst- stelle ,IdF.", Schanzenstrahe 18.

Sonderzug nach Köln am Sonntag, 19. April.

Am Sonntag, 19. April, fahren wir einen Son- Verzug nach Köln, der Domstadt am Rhein. Der Fahrpreis beträgt 3,90 Mark, mit Mittagessen 4,80 Mark. Anmeldeschluß: 4. April 1936. Jeder Volks- genösse, der an dieser Fahrt teilnehmen will, muß das Anmeldeformular in dem Monatsprogramm ausfüllen und mit dem Betrag seinem zuständigen „KdF."-Wort oder auf der Kreisdienststelle „KdF. , Schanzenstraße 18, abgeben.

Schachturnier bei „Kraft durch Freude".

RSG. Die von den Sportämtern der NS- Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" im Gau-Berelch neu eingerichteten Schachkurse erfreuen sich all­gemeiner Beliebtheit und eines regen Zuspruchs. Um das Schachspiel in weiten Kreisen noch besser bekanntzumachen, führt der Großdeutsche Schach­bund, Landesverband Mittelrhein, wahrend der Osterfeiertage im Palmengarten zu Frankfurt a. M. ein großes Schachturnier durch. Allen Betriebs­angehörigen, die nicht einem Verein des Groß­deutschen Schachbundes angehören, ist hierbei Ge­legenheit geboten, gute Spieler im Schachwettkampf zu sehen und selbst an einem freien Turnier der RS.-Gemeinschaft ,Kraft durch Freude" teilzu­nehmen.

Um einen Ueberblick über die Teilnehmer bei dem Turnier zu erhalten, ist es erforderlich, daß zunächst alle Schachspieler eine Selbsteinteilung in Klassen vornehmen und sich dann bei ihrem Betriebssport- werbewart melden, der die Meldungen bei seinem zuständigen Sportamt bzw. Stützpunkt bis 20. 3. abgibt.

Selbsteinteilung in Klasien: 1. Anfänger, 2. Fort- geschrittene, 3. Gute Spieler, 4. Starke Spieler. Frischauf zum fröhlichen Kampf!

Gportamt „Kraft durch Freude^.

Heule folgender Kursus:

Fröhliche Gymnastik und Spiele, Frauen. Don 19.45 bis 21 Uhr, Großen-Buseck, Reue Schule.

An alle Teilnehmer der Reitkurse! Wer noch Sportmarken für die Reitkurse nachholen muß, muß dies bis spätestens 31. März getan haben. Rach diesem Termin kann ein Nachholen von versäumten Stunden nicht mehr erfolgen.

Oer Seidelbast blüht!

In unseren heimischen Wäldern findet man ver­einzelt den Seidelbast, auch Kellerhals genannt.

Verhältnismäßig stärker ist er noch in der Um­

gegend von Gießen, im Hangelstein, am Lollarer Kopf und in der Nähe des Flughafens anzutreffen. Er ist der erste Strauchblüher des Jahres. Zwischen Schneeflecken, Rauhreifzauber und braunem Laub leuchten schon jetzt seine lilaroten Blüten hervor und verbreiten einen betäubend mandelsüßen Duft. Kurze Deckblättchen, die die stiellosen, vierzipfeligen Kronenblätter umgeben, sind das einzige Grün der langen, dünnen, nur wenig gegabelten Ruten. Der Seidelbast war unseren Vorfahren, den alten Ger­manen, heilig. Er war dem Gotte Ziu, dem Be­schützer des lichten Frühlingshimmels, gewidmet und hieß bei ihnen Ziulinda. Sowohl die roten Früchte, als auch alle anderen Teile des Strauches sind überaus giftig. Eine Beere vermag schon ein Kind zu töten. Da auch der Seidelbast hler und da noch in Hausgärten als Zierpflanze vorkommt, sei die Aufmerksamkeit der Eltern und Erzieher beson- ders auf diesen G i f t l i n g hingelenkt.

Dirigenten-GchulungskursusinGießen

Für die Chormeister der Männergesangvereine des Kreises Gießen fand am Samstag und am gestrigen Sonntag ein Schulunaskursus im Cafe Ebel zu Gießen statt. Die gutbesetzte Tagung wurde vom stellvertretenden Kreisführer Eberle-Lollar eröffnet. Er begrüßte vie Teilnehmer und wies u. a. Darauf hin, Daß es in Anbetracht der zur Ver­fügung stehenden kurzen Zeit nickt möglich sei, alle Fragen des Männerchorwesens durchzuarbelten. Dies müsse den Schulungslagern und mehrtägigen Kursen vorbehalten bleiben.

Dann sprach der Kursusleiter Dr. Maurer (Lehrer am Konservatorium Frankfurt a. <DL), der einleitend sagte: Wir wollen hier praktische Arbeit leisten. Das deutsche Lied gehört nicht nur den Gesangvereinen, sondern dem gesamten deutschen Volke. Wir müssen als Hüter des Liedgutes ver- suchen, es wieder in die breite Masse hineinzutra- gen. Mit Wettstreiten, Wertunassingen und Kon­zerten, die nur einem beschränkten Teile der Be­völkerung zugänglich sind, wird das Ziel nicht er­reicht. Wir müssen zur offenen Singstunde greifen, d. h. wir müssen auf allen Plätzen in Stadt und Land mit der Bevölkerung ein offenes Singen ver­anstalten. Hierbei spielt natürlich die Auswahl der Gemeinschaftslieder eine große Rolle. Die neue Zeit hat neues Liedgut gebracht, das wir uns zu eigen machen müssen. Ich erinnere hier an die Hand­werker-, Stände- und Soldatenlieder, die in Text und Melodie dem heutigen Volksempfinden ent­sprechen. Eine weitere wichtige Frage ist die des Sängernachwuchses. Hierfür muß schon in der Schule der Grundstock und damit die Liebe zum Lied und Gesang gelegt werden.

Sodann begann Dr. Maurer mit der prakti­schen Schulungsarbeit. Die rege Aussprache zeigte das große Interesse der Teilnehmer.

Für den Samstagabend hatte die Gießener Sän­gerschar zu einem Kameradschaftsabend im Katho­lischen Vereinshaus eingeladen, ber von der Sänger­schaft sehr gut besucht und zu dem auch Gauchor­meister Prof. Dr. T e m e s v a r y (Gießen) erschie­nen war. Nach altem Brauch wurde er mit dem „Deutschen Sängergruß" eröffnet. Der stellvertre­tende Kreisführer richtete an die Sänger Worte der Begrüßung und führte weiterhin etwa folgen­des aus: Es ist heute der zweite Kameradschafts­abend dieser Art, zu dem sich alle Gießener Sänger in schöner Harmonie zusammengefunden haben. Noch vor drei Jahren wäre dies in dieser Form undenkbar gewesen. Heute sind alle in fester Ka­meradschaft im Liede vereint. Aber auch die Ver­folgung gemeinsamer Ziele, die Erfüllung der Auf­gaben des Deutschen Sängerbundes, brachte uns einander näher. Das Lied ist für uns nicht Selbst­zweck, es ist verknüpft mit dem deutschen Volkstum, mit allem, was uns heilig ist. In schwerster Notzeit, da Jazz- und Negermusik ein Stück deutsche Kultur zu vernichten drohte, haben die Sänger treu zum deutschen Liede gestanden, und sie werden dies auch in der Zukunft hin. Daß das deutsche Lied heute wieder Eingang gefunden hat in die Volksseele, das danken wir nur einem, dem Führer des deut­schen Volkes. Ihm, dem deutschen Volke und dem Vaterlande „Sieg-Heil!" Bei Musik und frohen Liedern blieben die Sänger bann noch lange bei­sammen.

Am Sonntagfrüh nahm bie Schulungsarbeit im Cafe Ebel ihren Fortgang. Die praktische Mitarbeit,

unterstützt von vielen Beispielen aus dem Chor- wesen gab den Teilnehmern reiche Anregungen für ihre weitere Arbeit. Der Sonntagnachmittag stand im Zeichen des Chordirigierens, auch hier konnten die Chormeister wertvolle Anregungen mit auf den Weg bekommen.

Mit dem Dank an Dr. Maurer für ine ge­giftete praktische Schulungsarbeit wurde die Ta­gung geschlossen.

Das Vermittlergewerbe in der DAI.

Um eine grundlegende Klärung über die Ab­grenzung der zum Dermittlergewerbe zählenden Vertreter, Agenten und Reifenden zu schassen und diesen Richtlinien für die organisatorische und für die Aufbauarbeit zu geben, hatte die Fachgruppe für das Vermittlergewerbe der DAF. Gießen auf Samstag abend zu einem Vortrag eingelaben.

Kreisfachgruppenwalter Gravelius (Gießen) begrüßte die zahlreich erschienenen Volksgenossen und sprach über die Notwendigkeit des Zusammen­schlusses ber Vermittler zur befferen Vertretung ihrer Lebensnotwendigkeiten. Die Deutsche Arbeits­front, die bie Betreuung aller schaffenden Volks­genossen übernommen hat, werde auch für diese Berufsgruppe, ber eine ßebensnotroenbigreit nicht abgesprochen werben kann, bie aber noch nicht so wirtschaftlich unb finanziell gesichert ist, wie es not« roenbig wäre, Sorge tragen.

Anschließenb gab Kreisbetriebsgemeinsckaftswal- ter Stein (Gießen) eine Ueberfidjt über den Auf­bau ber Deutschen Arbeitsfront, als ber größten Organisation schaffender Volksgenossen, die ihres­gleichen in ber ganzen Welt nicht hat. Er schilberte bie Entwicklung unb fobann bie hohe Bebeutung ber DAF. als Fürsorgestelle für ben alternben Volksgenossen, burch die er späteren Sorgen ent­

hoben und in seinem Alter bie Früchte seiner jahrzehntelangen Arbeit an der Dolksgemeinsckast erhalten soll. Er zeigte die vernunftgemäße Be- Wertung ber Arbeitskraft als Volkskraft unb ihre Pflege unb Erhaltung zum Segen ber Allgemein­heit unb ben baraus entstehenben Nutzen für ben Einzelnen. Bis zur Erreichung ber als Jbeal vor­schwebenden Durchorganisation müssen Mangel und Fehler burch gemeinsame Zusammenarbeit betei­ligt werben. Darum ist es empfehlenswert, wenn ber Einzelne solche Mängel ber DAF. mitteilt, ba- mit sie Abhilfe schaffen kann. Jebe Anregung wird bazu beitragen, Herr über bie Verhältnisse zu wer­ben. Nur burch ernste Zusammenarbeit und sach­liche Mitarbeit werbe es gelingen, bas große Werk bes Führers in ber DAF. zu verwirklichen, be- stehenbe Vorurteile unb Dünkel zu beseitigen und ber Arbeit bie Ehre zu geben, bie ihr zukommt.

Nach einer Aussprache wurde mit der Auffor­derung zum Beitritt zur DAF. die Versammlung in üblicher Weise geschlossen.

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♦♦ Ein Siebzigjähriger. Am morgigen Dienstag, 17. März, kann ber Rentner Johannes Hill, Wernerwall 1 wohnhaft, in geistiger und körperlicher Frische seinen 70. Geburtstag begehen. Herr Hill ist seit 35 Jahren treuer Bezieher des Gießener Anzeigers.

** Sonntags - Rückfahrkarten_ zur Gau-Trophäenschau des Gaujäger­meisters in Frankfurt a. M. vom 17. bis 23. März werben gegen Vorzeigen bes gültigen Jagbscheines ausgegeben. Die Karten gelten: vom 17. bis 20. März: Eintägig zur Hinfahrt von 0 Uhr unb zur Rückfahrt bis 24 Uhr; vom 21. März: zur Hinfahrt von 0 Uhr unb zur Rückfahrt bis 23. März 24 Uhr (spätester Antritt der Rückfahrt).

Sitzung -er Gießener Ratsherren.

Die Aufbaupläne der Stadtverwaltung für das Haushaltsjahr 1936.

Am Samstagvormittag fand im Stadthaus Berg­straße die von Oberbürgermeister Ritter einbe­rufene öffentliche Sitzung ber Gießener Ratsherren statt, die ber Beratung des städ­tischen Haushaltsplanes für bas Rech­nungsjahr 1936 galt.

Zu Beginn ber Sitzung sprach der Oberbürger­meister herzliche Worte Der Begrüßung unb bes Dankes an bie Ratsherren unb an die Presse für bie bisherige fruchtbare Mitarbeit zum Wohl der Stadt unb damit auch zum Besten ber deutschen Volksgemeinschaft. Er gebuchte fobann in begeistern­den Worten der großen Freiheitstat unseres Füh- rers durch die Wiederherstellung der vollen deut­schen Souveränität mit dem Wiedereinzug deutscher Soldaten in ihre Friedensgarnisonen im Rheinland, wo sie als Soldaten des Friedens von allen Volks­genossen mit gewaltigem Jubel empfangen würben. Wir alle haben die Freude, Zeugen dieses großes Erlebens zu sein, haben aber auch die Verpflichtung, in treuer Gefolgschaft und voller Hingabe an bem Werk des Führers mitzuarbeiten, damit das Ziel erreicht wirb: Freiheit unseres Volkes unb Frieben ber Völker!

Oberbürgermeister Ritter gab fobann einen großen Ueberblick über die wichtigsten Artikel unb bedeutsamsten Aenderungen im Haushaltsvoran­schlag, über den wir in unserer Ausgabe vom vori­gen Samstag bereits eingehend berichtet haben. Aus den Darlegungen bes Oberbürgermeisters ist fol­gendes zu berichten: Die bauliche Ausdehnung der Stabt und die Neuanlage von Straßen macht eine Steigerung der Ausgaben für die Straßenbe­leuchtung von 70 000 Mark im Jahre 1935 auf 90 000 Mark im Jahre 1936 erforberlich. Für den Ausbau des V i e h m a r k t e s an sich werben 20 000 Mark vorgesehen, ungeachtet ber Auftven- bungen für ben Bau einer Viehauktionshalle. Die Frauenschule erhält einen Zuschuß von 5000 Mark, die Bäuerliche Werkschule einen sol­chen von 2450 Mark, die Heeresfachschule einen Zuschuß von 1000 Mark.

Das Stabttheater wirb etwa mit bem gleichen Zuschuß wie im Vorjahre bebacht. Beim Reich ist ein Antrag auf Gewährung eines Zu­

schusses gestellt worben, jeboch ist bisher noch feind Entscheibung eingetroffen.

Für die Wohlfahrtspflege sind im neuen Haushaltsjahr 900 000 Mark vorgesehen gegen 935 000 Mark im Vorjahr. Diese Aufwendungen sind bringend erforderlich.

Bei ber F i n a n z v e r w a l t u n g ist befonbers zu erwähnen, baß bie Steuersätze bes Vor­jahres ohne jebe Erhöhung auch im neuen Haushaltsjahre gelten werden unb die Bürger st euer, ebenfalls ohne Er­höhung des Aufschlagsatzes, einen Mehrertrag von 25 000 Mark erwarten läßt. Wenn auch das G e • werbekapital in unserer Stabt von 27 318 000 Mark auf 20186 000 Mark zurückgegangen ist, fd ist jedoch der Gewerbeertrag von 4342000 Mark auf 6 098 000 Mark für bas Jahr 1936 ge­stiegen, unb barin kommt ber Aufstieg unse­rer Wirtschaft in ben Jahren von 1933 und 1934 deutlich zum Ausbruck. Wenn bei ber Ver­anlagung bie Grunblagen für 1935 hätten heran­gezogen werben können, so würbe schon im Jahre 1936 noch ein wesentlich höherer Ertrag zur Ver­steuerung heranzuziehen gewesen sein. Mit dieser erfreulichen Entwicklung könne unsere Stadt gufrie- ben sein.

Bei einem Ueberblick über bie Vermögens­rechnung erwähnte ber Oberbürgermeister, baß für ©runbftücfsanfäufe ber Stabt im Verlaufe bes neuen Haushaltsjahres ein Betrag von 100 000 Mark veranschlagt ist, gegen 30 000 Mark im Vorjahre. Mit biesen Mitteln soll ber Bestand an städtischem Grundbesitz in gesunber Weise aufgefüllt werben, aber in feinem Falle etwa bie Grunbstücksspekulation Förberung erfah­ren; bas Geld soll auch nicht so ohne weiteres zur Ausgabe kommen, sondern nur nach den Not­wendigkeiten unb Möglichkeiten bes Erwerbs Ver­wendung finden.

An Stelle der bisherigen Liebigshöhe soll durch entsprechende bauliche Maßnahmen ein zweckent­sprechender Um- und Ausbau erfolgen, um eine neue Liebigshöhe als schöne Erholungsstätte ber Bevölkerung zu schaffen. Es soll ein Teil bes Gartens parkartig mit schönem Ausblick auf bie Stadt unb die Umgegend gestaltet werden, ein

bie sie

Sie hob bie Schultern unb schob schnippisch Unterlippe vor. „Nun eben statt dessen!" fuhr mit der Hand durch bie Luft.

gessen!" rief ber junge Mann unb war mit einem Sprung neben ber Enteilenden.

Sie blieb erschrocken stehen unb suchte an Hanb- tasche, Schirm unb Kleid: „Wie, was benn?"

„Mich!" sagte ber junge Mann lachenb, unb bann tauchten sie zusammen im Gewühl der Straße unter.

der in Bewegung gesetzt hatte unb vernichtenb brohte.

„Kommen Sie!" rief ber junge Mann unb zog bas Mädchen mit sich auf eine kleine Verkehrs­insel, bie Sicherheit bot.

Sie ließ es sich wiberstandslos gefallen. „Jeben- falls hätte es schlimmer kommen können!" sagte sie, aufatmenb unb ihn plötzlich voller Schelmerei anblinzelnb.

Er blickte sie fragenb an.

„Ich meine, es hätte ebensogut so ein bicker Mann sein können, so einer mit einem Embonpoint ge­wissermaßen, nicht wahr? Ober ein alter Herr, ber sicherlich entsetzlich auf Mich geschimpft hätte! Statt bessen ..."

Sie ließ offen, was es statt besten gewesen war, aber es war nur allzu beutlich, baß sie mit bem „statt bessen" nicht eben unzufrieden war.

Sie lachten.

„Statt bessen?" fragte ber junge Mann.

Oberhessischer Kunstverein.

Ausstellung Richard Getzner.

Die gestern eröffnete Ausstellung im Kunstverein vereinigt bie neuesten Arbeiten (Oelgemälbe, Aqua­relle unb Pastelle) bes jungen Düsselbvrfer Malers Richarb G e ß n e r. Jnbustrie unb Lanbschaft — bas finb bie beiben stofflichen Komponenten, bie beiben Anschauungs- unb Lebenskreise, denen er sich, soweit diese Ausstellung ein Gesamtbild vermittelt, mit ber künstlerischen Absicht ber Umformung ober bes Nachgestaltens, genähert hat. Hier scheint sich auf ben ersten Blick ein Widerspruch aufzutun; man konnte sich denken: entweder Industrie ober Natur, aber beibes geht nicht. Man sieht inbessen: beibes geht auch, nibtHeinanber und ohne Zwang. Sicher ist bem Künstler burch Aufträge bas Thema Jnbustrie nahegelegt worben, aber bas hat seiner künstleri­schen Betrachtung ber Dinge nicht geschadet. Natur und Jnbustrie bestehen burchaus nebeneinander, ja sie scheinen sogar aus dem gleichen Gesetz heraus im Bilde entwickelt und ausgewachsen zu sein. Wenn man als das Dritte des Vergleichs ben Begriff ber Lanbschaft heranzieht, dann wird man gewahr, wie beide Themenkreise sich überraschend nähern, wenn nicht sogar übersckneiden: es gibt eine „natürliche', gewachsene Landschaft, und es gibt, nicht erst feit heute und gestern (schon Menzel, der ja schlechter­dings alles gemalt hat, begann sie zu entdecken) auch eine Industrielandschaft. Wenn man etwa die an ber Rückwanb nebeneinanber hängenben brei "roßen Gemälde betrachtet unb vergleicht — „Ber­lin 1936", bie Sella-Gruppe in Den Dolomiten, „Hochofen unb Zechen" — bann wirb man mit eini­ger Ueberraschung bemerken, wie einheitlich die drei auf den ersten Blick doch unvergleichbaren Motive nebeneinander wirken, wie sie, jedes Bild für sich, der gleichen Dynamik gehorchen, wie hier Berg unb Felsmassiv, dort das Hochhaus, drüben ein Hochofen innerhalb bes Ganzen als malerische Masse unb Bilbelement bie gleichen Funktionen erfüllen unb ästhetisch auch ungefähr bie gleichen Wirkungen zu- ftanbebringen. Eine solche Gegenüberstellung scheint uns bei einer Bildersammlung wie dieser nicht un­wesentlich und im Prinzip beachtlicher zu sein als

Ihre lachenben Augen verfingen sich ineinander unb mit einemmale, sie wußten wohl selbst nicht, wie es geschah, war ihnen, als verzaubere sich für eine Minute bie Umwelt, als verwanble sich bie kleine steinerne Straßeninsel, auf ber sie ftanben, in ein wirkliches, blühenbes Eilanb, unb als sei bie Welt ringsum, bie Stabt, bie Menschen, ber Ver­kehr, bas große Meer ber Welt, ein Meer, bas sich an ben Klippen ihrer heimlichen Insel macht­los brach, ein Ozean, ber sie nichts mehr anging unb vor besten Tosen sie sich, verschlagen burch Zu­fall — ober war es bereits Schicksal? — auf Die friedliche Einsamkeit biefes Eilanbes gerettet hatten.

Das junge Mädchen fühlte, wie es langsam er­rötete. Es schob sich verwirrt ben Hut zurecht. "Also, bann auf Wiedersehen!" stieß es hervor unb setzte, sich mit einem energischen Ruck abroenbenb, ben zierlichen Fuß von ber Insel.

Um ben jungen Mann balgten sich zwei Engel. Der eine, mit unerbittlicher, strenger Miene, wies büster barauf hin, baß um 12 Uhr, in zehn Mi­nuten also, bie Uebungsftunbe bes Herrn Profes­sors Hageborn im historischen Seminar begann unb bafe diese Uebungsftunbe unter gar keinen Umstän­den versäumt werben burfte. Der andere Engel I”"£r-ein I°!er Vogel und Spitzbube. Er wußte eine fröhliche Melobie, unb bie verstaub er bem jungen Mann mit solcher Einbringlichkeit ins Ohr zu fingen, baß dieser ...

„Halt, einen Augenblick! Sie haben etwas ver-

Auf einer kleinen Insel.

Von Oiemar Moering

Grün! — Ueber bie von taufenben von Gummi- ' reifen auf grauen Hochglanz polierte Fläche bes Asphalts schossen bie Automobile, Motor- und Zweiräder babei wie fpringenbe Fische in einem Strom, ber, kurze Zeit gehemmt, nun burch bie geöffneten Schleusentore gewaltsam hinburckstürzt unb ftrubelnb alles mit sich reißt, was sich in seinem Bereich befinbet.

An ben Ufern zu beiden Seiten dieses sich in zwei Richtungen ergießenben Kataraktes sammelten sich bie Fußgänger, ungebulbig barauf wartend, oaß bas blinkende Auge ber Ampel bie Schleuse roieber schloß, um im gleichen Augenblick unge- fährbet bas trockengelegte Flußbett Der Fahrbahn überqueren zu können.

Gelb — ber Strom ber Fahrzeuge begann ich zu stauen, floß versickernb nach beiben Richtungen hin ab, und nun, da bas Rot als Startzeichen für bie Wartenben aufleuchtete, stürmten biese in regellosen Reihen wie bie Mannschaften zweier sich in erbittertem Kampfspiel messenben Parteien vor, um sich in ber Mitte ber Fahrbahn miteinanber zu vermengen, geschickt aneinander vorüberzu­gleiten unb sich, ohne nähere Kenntnis Doneinanber genommen zu haben, wieder von ber zufälligen Binbung, bie sie an bieser Stelle ber Stabt ver­einte, zu lösen unb bie einzelnen Wege ihrer Ge­schäfte, Verabrebungen, Pflichten und Abenteuer zu gehen.

„Oh!" — Zwei Stimmen, eine Helle, erschreckt auffchreienbe, unb eine bunkle, mehr bebauernbe als bestürzte, sagten es zu gleicher Zeit.

Der Anprall war heftig unb nicht schmerzlos, so heftig aber jedenfalls, bäß ber junge Mann, ber sich, höflich genug, für bie Ursache bes Zusammen- stoßes hielt, Veranlassung sah, feine einen Schritt rückwärts taumelnbe Partnerin, eine ebenso junge Dame, mit einem schnellen Griff zu stützen.

Sie blickten einanber verwirrt an. „Uff!" machte sich bas Mäbchen, sich auf biese Weise zu ber bur­schikosen Art bekennenb, Lust.

„Habe ich Ihnen weh getan?" fragte ber junge Mann besorgt.

Sie blitzte ihn an, als habe er soeben die größte Dummheit seines Lebens geäußert. Sie öffnete den Mund, um eine paffende Antwort zu erteilen, aber im gleichen Augenblick verhinberte sie bas mar« nenbe Geheul einer Hupe am Reben, und als bie beiden Erschrockenen sich umwandten, gewahrten sie, daß sich inzwischen ber gefährliche Strom roie­

ber Hinweis auf Einzelheiten des Malstils ober der Technik. Sehr verschiedenartige Techniken werden hier übrigens dem nämlichen Zweck dienstbar ge­macht. Pastell beispielsweise zeigt sich überraschend gefügig unb brauchbar, bem so sachlich-nüchternen Gegenstanbe eines Gaswerkes zu ebenso geschlosse­ner wie malerisch-weicher Wirkung zu verhelfen, ohne daß das Motiv in seiner Monumentalität be- einträchtiat ober verfälscht würbe. Anbere Bilder er­scheinen schärfer im Umriß und in der linearen Durchbilbung bes Details, so etwa die griechische Küstenlanbschaft (Hydra, Nr. 5), die sehr reizvoll, wenn auch vermutlich unbeabsichtigt, etwas von der naiv gegenständlichen Genauigkeit unb Erzähl- freubigteit alter L-anb- unb Seekarten aufweist. Beinah romantische Züge gewinnt vollenbs die Sie» bengebirgslanbschaft ... mit Anklängen an bas Ko­lorit Caspar David Friedrichs, unb bas Vorstadt« Bilb, wo die Pastelltechnik ihre ganze Zartheit und Wärme des Tones entwickeln kann, vor allem in bem fein gestuften und allmählich vertieften Ho­rizontblau bes Hintergrunbes unb ber milden Klar­heit des wolkenlosen Himmelsraumes, der den kar­gen Vorbergrunb tröstlich überwölbt. Ein gewisses kühles ungetrübtes Blau übrigens kehrt bei ©eb­ner auf zahlreichen, an sich sehr verschiedenartigen Bildern wieder. Zum Schluß sei noch auf das be­rühmte Jmpressionistenmotiv hingewiesen, bie an- ftürmenbe, schaumgekronte, sich überschlagende und brechende Branbungswelle — ein Stück reiner Na­tur, das in mehrfacher Abwandlung malerisch ge­staltet wurde. — y —

Die Ausstellung würbe am Sonntagvormittag bei leibet nicht sehr zahlreichem Besuch eröffnet. Der Vorsitzenbe bes Kunstvereins, Stabtbaurat ® r a d e r t, hielt eine kurze einführende Ansprache, in ber er zunächst die kraftvolle Eigenart der In« bustrielanbschaft zwischen Ruhr unb Lippe und bann die auf diese Landschaft bezüglichen Bilder von Richarb ©eßner charakterisierte: sie seien nicht ohne weiteres zugänglich, aber sie seien mit sicherer Hand gemalt, obwohl mit bem hergebrachten Begriff des Schonen schlechthin nicht zu erfassen; sie führten in bas Herz unb den Kern dieser Land­schaft im Ruhr gebiet und hätten die ihr eigene Schönheit, insbesondere auch ihre bei flüchtiger Durchfahrt kaum vermutete Farbigkeit entdeckt und erschlossen. — Einige grundsätzliche Bemerkungen von Felsberg (aus einem Aufsatz in der „Kunst­kammer") über bie Ehrfurcht vor Dem Kunstwerk, unb von Geheimrat Pinder über einen neuen Kunststil aus dem Geist und dem Glauben unserer Zeit schloffen die Einführung erb.

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