Ausgabe 
16.3.1936
 
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Warbeck und Christine von Schweden.

Zwei Schauspiel-Uraufführungen in Berlin.

Zwei historische Dramen, zwei Urauffüh­rungen. Hermann B u r t e s neues Drama W a r b e ck" (als Buch bei H. Haesfel-Leipzig) er­scheint in der Volksbühne. Der Dichter hat sich an den gleichen Stoff gewagt, den Schiller nicht vollenden mochte. Warbeck ist, gleich dem falschen Waldemar oder Demetrius, einer jener Präten­denten, die plötzlich erscheinen und einen Thron be­anspruchen. Warbeck, der historische, gab sich für einen der beiden Söhne des englischen Königs Eduard IV. aus, die Richard III. im Tower er« morden ließ man erinnert sich der Szene in Shakespeares Drama er fand in Schottland eini­gen Anhang, wurde aber geschlagen und 1499 im Tower enthauptet. Schiller scheiterte daran, daß Warbeck ein Betrüger war, der sich schlecht in die Rolle des Helden fügen wollte; bei Burte- ist Warbeck zweifelsfrei der echte Königssohn, der da­mals dem Mörder entkam, der also für den ena- lischen Thron wirklich geboren ist. Aber eben diese Rechtmäßigkeit wird ihm zum Unheil. Warbeck hat eine schwere Jugend inmitten des Volkes erlebt, er sieht das Volk von unten her, nicht aus der Höhe eines Königthrons; er will nicht, daß seinet­wegen Kriege geführt und Blut vergossen werde, um seines Anspruchs willen soll kein Mensch ster­ben. Dieser Schwärmer, ein geistiger Verwandter Hamlets, glaubt daran, daß sich sein Anspruch auch gewaltlos durchsetzen werde, weil Recht eben Recht fei. Aber in der rauhen Welt der Tatsachen ent­wickeln sich die Vorgänge ganz anders. Warbeck findet Aufnahme bei den Schotten, ihr König Jakob rüstet gegen England ein Heer, um Warbecks An­spruch gegen England anzufechten, schon stehen die Heere einander gegenüber, als Warbeck selbst die entscheidende Schlacht verhindert. So stellt er sich selbst zwischen die Parteien, wird gefangen und endet im Tower wie der historische.

Das sind etwa die Ereignisse und Gedanken, die in Burtes großem Drama Gestalt und Ausdruck gefunden haben, in einem farbenreichen historischen Freskogemälde, dessen Jamben in plastisch gepräg­ter, männlich-herber Sprache dahinfluten. Ein Werk, dessen Bedeutung nickt nach Aufführungsziffern und sonstigen Erfolgszahlen gemessen werden darf, das abseits von aller täglichen Unterhaltungsware steht, dessen Monumentalität an ein klassisches Gebilde erinnert. Freilich, Warbeck ist nicht derHeld", die im dramatischen Sinne handelnde Person; das ist König Heinrich VII., den Heinrich George als einen bleichen Herrscher gibt, der sich mit schlechtem Gewissen und allen Gewaltmitteln auf dem Throne behauptet, der ihm nicht zukommt. Warbeck (Ma­thias Wieman) bedeutet neben ihm und den anderen Gestalten, deren Entschlüsse die Ereignisse leiten, nicht viel mehr als eine Schachfiaur, die von den Parteien benutzt wird. Der Erfolg der Ur­

aufführung rief auch den Autor und den Regisseur Gerhart S ch e r l e r auf die Bühne.

*

Zeigte uns Hermann Burte an einem Abend ein historisches Schauspiel von Größe, so gab uns am nächsten Liliane Wied im Agnes-Straub- Theater ein ganz anderes Bild. Ihr Schauspiel heißtDie W a n d e r k ö n i g i n". Das ist Chri- stine von Schweden, die gleiche historische Gestalt, die uns Greta Garbo vor einiger Zeit im Film oorstellte. Die Verfasserin wollte wohl eine Tra­gödie des Ehrgeizes schreiben. Ehristine leidet dar­unter, daß die Geschicke ihres Landes von Män­nern bestimmt wurden und bestimmt werden, und daß es auch ein Mann ist, ihr Vetter Karl Gustav, der das Heer führt. Liebte diese Königin ihr Schwe­den mit der großen und selbstlosen Liebe, die man der Tochter Gustav Adolfs wohl zutrauen sollte, müßte sie über diesen Vorrang der Männer Hin­wegkommen. Aber die Königin leidet an einer heil­losen Geltungssucht, sie kann die Männerherrsckaft nicht ertragen und dankt zu Gunsten Karl Gu­stavs ab. Sie geht nach Frankreich; von hier aus will sie mit Hilfe Mazarins, der selbst auf die Bühne bemüht wird, die Krone Neapels erwerben; die Monaldeschi-Episode wird eingeschoben, obwohl sie, in diesem Zusammenhang unorganisch, mehr verwirrt als erläutert, und endlich kehrt Christins wieder nach Schweden zurück, weil sie hört, daß Karl Gustav besiegt sei und im Sterben liege. Aber die Nachfolge ist hier schon vergeben, Christine zieht wieder in Die Fremde und setzt ihr Wander­leben fort.

Eine Tragödie des Ehrgeizes? Nicht einmal das Schauspiel einer ehrgeizigen Frau: Ehrgeiz an sich bedeutet wenig, wenn er sich nicht auf ein großes Ziel richtet. DerEhrgeiz" Christinens aber ist es offenbar wenn es nicht so ist, hätte Liliane Wied es sagen müssen selbst zu glänzen und Ruhm zu erwerben. Es bleibt also nur eine Szenen­folge aus dem Leben einer selbstsüchtigen Frau, die an ihrem Geltungsbedürfnis scheitert. Das ist höch­stens bedauerlich, bestimmt nicht traurig, noch we­niger tragisch. Das Schauspiel ist nicht einmal sehr großes Theater, aber es enthält eine Rolle für Agnes Straub, die hier alle Register ihres Könnens mit virtuoser Gebärde entfaltet. Die anderen Menschen bleiben Stichwortgeber, nur we­nige haben festere Umrisse, so der Karl Gustav (Kans Kettler) und der Kanzler Oxensternja (Otto V r a m l). Es gab den ortsüblichen Urauffüh­rungsbeifall, nach dem Liliane Wied auf der Bühne erschien.

Zwei Uraufführungen, zwei historische Schau­spiele. Bei Burte die große, monumentale Tragödie; bei Liliane Wied der historische Bilderbogen. Man soll die Unterschiede zwischen beiden nicht verwischen.

GroßeMchpMungsmdieReichsnährstandsschau

130 Prüfer an der Arbeit.

Lpd. Frankfurt a. M., 13. März. Im Bach­saal aus dem Festhallengelände fand heute vormittag eine Milchprüfung statt, die von der Deutschen milch- wirtschaftlichen Vereinigung in Berlin durchgeführt wurde. Mit der Durchführung der technischen Vor­arbeiten war der Milchwirtschastsverband Hessen betraut. In dieser Prüfung, der auch im Rahmen der Erzeugungsschlacht eine besondere Bedeutung beigemessen werden muß, wurden über 1550 Milchproben von ebenso vielen Milchbetrieben (Molkereien und Selbsterzeuger) aus dem gesamten Reichsgebiet von nicht weniger als 130 Richtern geprüft.

Nach einer Begrüßung der Milchprüfer im Hotel Kölner Hof" durch Stabsleiter Fabian von der Landesbauernschaft, machten Reicksfachberater N i e- meyer (Berlin) von der Deutschen milchwirtschast- lichen Hauptvereinigung und Dr. Sorge, Abtei­lungsleiter vom Milchwirtschaftsverband Nieder­sachsen nähere Angaben über den technischen Vor­gang der Prüfung.

Der Reichsnährstand veranstaltet diese Reichs­prüfungen jährlich jeweils kurz vor der Reichs­nährstandsausstellung.

Jtur solche IMlchproduzenlen werden mit ihren Produkten zur Reichsnährstandsausstellung zu­gelassen, die die Bedingungen erfüllen; der höhere Zweck ist aber der, eine Leistungssteige­rung auf den vielseitigen Gebieten der Milch­wirtschaft herbeizuführen.

Es finden deshalb auch noch Wettbewerbe in ande­ren Städten statt, die sich aus die Gebiete Schlag­

sahne, Butter, Mischmilchgetränke, Käse und Mol­kereidauerwaren beziehen.

Oie Milchprobe.

Im Bachsaal waren aus nahezu 30 Tischen je 60 Milchproben in ganz gleichmäßigen Flaschen auf­gestellt. Der Vorgang der Prüfung entspricht fast vollkommen dem einer Weinprobe. Guter Geruch, guter Geschmack, Reinheit und gutes Aussehen sind die lobenswerten Eigenschaften einer guten Milch. Dazu kommt noch die Feststellung des Fettgehaltes, des spezifischen Gewichtes und des Säuregrades. Darauf werden die Proben untersucht. Parallel mit dieser Prüfung findet aber auch noch eine bakterio­logische Untersuchung der gleichen Milch im Frank­furter bakteriologischen Institut statt. Hier ist man insbesondere hinter dem Keimgehalt und Krank­heitserregern yer. Hier im Bachsaal handelt es sich um die Sinnenuntersuchung. Vier Richter arbeiten an jedem Tisch, aroei fangen oben an und gehen nach unten, die beiden anderen machen es umge­kehrt. Auf diese Weise untersuchen zwei Richter ge­gen die beiden anderen, und über die eventuellen Meinungsverschiedenheiten einigt man sich dann.

Die Proben sind durch die Bank ziemlich ein­wandfrei, die geforderte Punktzahl wird durchweg erreicht. Daraus darf mit Recht geschlossen werden, daß die in den letzten Jahren auf dem Gebiete der Milchwirtschaft im Verbände der Erzeugungsschlacht geleistete Arbeit der Fachschaften bzw. der Landes­bauernschaft und des Reichsnährstandes auf frucht­baren Boden gefallen sind.

Oer (Sinn der Prüfung.

Diese Prüfung stellt also einen Teil des großen Wettbewerbes für Milch und Milcherzeugnisse bar, der anläßlich und jeweils der Reichsnährstandsaus­stellung durchgeführt wird. Durch eine, besondere Auslese ist erreicht, daß nur die jeweils besten und zuverlässigsten Betriebe mit einer gleichmäßigen und gleichbleibenden guten Leistung an diesem Wett­bewerb teilnehmen können.

Exaktheit und Genauigkeit in der Durchführung der Prüfung, sei es bei der Probeentnahme selbst, die vollkommen unerwartet und überraschend er­folgt, wodurch verhindert wird, daß durch besondere Vorbereitungen die Proben nicht als normale Durchschnittserzeugnisse betrachtet werden können, als auch bei der Behandlung der Proben in der Prüfung sichern den Teilnehmern an dem Wett­bewerb eine vollkommen gleichmäßige Behandlung ihrer Erzeugnisse zu.

Zu der bakteriologischen Untersuchung ist noch anzuführen, daß man durch diese noch tiefer in die Eigenschaft der Milch einzudrinaen vermögen und dadurch eine noch exaktere Auslese der Proben tref­fen kann. Der Aufwand und die technische Organi­sation waren ausschlaggebend dafür, daß bisher nur eine Sinnenprüfung vorgenommen werden konnte, erst im vergangenen Jahre wurde zum ersten Male auch die bakteriologische Prüfung herangezogen. Heute sind es im Reiche sieben bakteriologische In- fühlte, die mit den Prüfungen beauftragt werden können, nämlich die Institute in Oranienburg, Ha­meln, Münster i.W., Cleve, Halle, Weyhenftephan und Frankfurt a. M. Die Sinnenprüfungen werden auch in Zukunft immer in Frankfurt a. M. stattfin­den, ganz gleich, wo die Reichsnährstandsausstellung abgehalten wird.

Die Preisträger werden auf der Ausstellung des Reichsnährstandes bekanntgegeben.

Wirifchast.

Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen

gibt Auskunft:

241: Die Reichsarbeitsgemeinschaft für deutsche Buchwerbung hat in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen des Staates, der Partei, Der Deutschen Arbeitsfront und der Organisation der gewerblichen Wirtschaft eine Fachbuchliste zusammen­gestellt, welche, nach den einzelnen Wirtschafts­zweigen getrennt, die auf Grund einer eingehenden Prüfung als zur Weitergabe an den gewerblichen Nachwuchs besonders geeigneten Fachbücher enthält. Die Gesamtfachbuchliste liegt der Kammer vor und kann in der Geschäftsstelle der Kammer eingesehen werden. Im übrigen können die Betriebssichrer, Meister und Lehrlinge Einzellisten für bestimmte Berufsgruppen jederzeit kostenlos erhalten. 242: Einstellung des Postanweisungsverkehrs nach Grie­chenland. 243: Zwei neue PostwertzeichenMit LZ 129 nach Nordamerika". Warenproben mit Handelswert im Postverkehr mit Bulgarien. Ein­fuhr von italienischen Bank- oder Staatsnoten nach Italien oder seinen Besitzungen. 244: Verzeichnis der Mitglieder des Diplomatischen Korps. 245: Zum Tabak-Kompensationsgeschäft der Niederlande mit Deutschland. 246: DasDeutsche Kredit­abkommen von 1936". 247: Bestimmungen über den Erlös und die Erträge von Wertpapier - Alt­besitz. 248: Zahlungen von Jugoslawien nach Deutschland durch die Postsparkasse. 249: Be­kanntmachung KP 116 der Ueberwachungsstelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise. 250: Umrech­nungskurse in den Güter- und Tierverkehren mit dem Auslande. 251: Die Wirtschaftsentwicklung im Mittelwesten und dem Pozisischen Nordwesten der Vereinigten Staaten im Jahre 1935. .252: Aenderung der Einfuhrzollsätze auf gewöhnliche Seifen in Aegypten. 253: Vierte Verordnung über den Hanoel mit Papiertapeten. Die in § 7 der Dritten Verordnung über den Handel mit Papier­tapeten vom 13. November 1934 (RGBl. S. 1190) festgesetzte Geltungsdauer dieser Dritten Verordnung wird bis zum 31. Dezember 1937 verlängert.

Frankfurter Frühjahrsmesse um 30% erweitert.

Fwd. Die Frankfurter Frühjahrsmesse setzt die seit Jahren feststellbare Entwicklung des Frankfurter Messewesens weiter erfolgreich fort. Steigende Belegungsziffern kennzeichnen diese Ent­wicklung. Die Fläche, die für die Frühjahrsmesse in Anspruch genommen wird, mußte auf rund 12 000 Quadratmeter erweitert werden. Die Zahl der Aus­steller ist auf 400 gestiegen. Belegungsfläche und Ausstellerzahl sind damit gegen die letzte vergleich­bare Messe im Herbst 1934 im ganzen gesehen um rund 30 v. H. gestiegen.

Nhein-Maimfche Börse.

Fester.

Frankfurt a. M., 14. März. Auf eine Mel­dung, daß England konkrete Vermittlungsvor­schläge für die bevorstehende Völkerbundssitzung unterbreiten will, setzte die Wochenschlußbörse in überwiegend fester Haltung ein. Die Kulisse nahm einige Deckungen vor, so daß am Aktienmarkt meist Kursbesserungen von 0,51 v. H. eintraten. Das Geschäft war zeitweise recht lebhaft, später ließ es wieder merklich nach. Am Montanmarkt ge­wannen Verein. Stahlwerke und Hoesch je 0,13 v. H., Rheinstahl 1 v. H., Ilse Bergbau Genuß und Mannesmann je 0,75 v. H. Von chemischen Wer­ten stiegen Farbenindustrie auf 150,50 (149,75), Deutsche Erdöl auf 108,13 (106,75). Von Elektro­aktien lagen besonders Schuckert fest mit 131,50 (129), ferner gewannen Lahmeyer 2,50 v. H., AEG.

und Gesfürel je 0,50 o. H., während Siemens noch 0,50 v. H. abbröckelten. Sonst kamen zunächst noch zur Notiz: Aku 48 (47,50), AG. für Der- kehrswesen 104,75 (104,50), Rheinmetall 127,75 (127,25), Reichsbank 184,13 (184) und Hapag 15,13 (15,25).

Am Rentenmarkt war die Haltung bei klei­nen Umsätzen gut behauptet. Altbesitz 110,50, 6proz. Verein. Stahlwerke 102,90, Zinsvergütungsscheine 93,50 (93,45), späte Schuldbuchforderungen 97,25, Kommunal-Umschuldung 87,10, 6proz. Dollar-Preu­ßen 60,75, 6proz. Spargiro 60,75.

Nach den ersten Notierungen war die Haltung am Aktienmarkt etwas uneinheitlich, teilweise er­gaben sich mäßige Rückgänge. Im Verlaufe wurde die Haltung aber erneut fest und das Geschäft hatte in einigen Montanwerten lebhaften Charakter. Bevorzugt wurden Verein. Stahlwerke, die zunächst auf 81,90 nach 81,65 anstiegen, dann auf 81,65 aboröckelten, um später auf 82,25 anzuziehen. Auch auf den übrigen Marktgebieten ergaben sich über­wiegend weitere Besserungen. Am Kassamarkt er­mäßigten sich DD-Bank auf 91,50 (92). Seilindu­strie Wolff, Taxe 79 (1. K. 82,75).

Der Rentenmarkt brachte im Verlaufe keine stärkeren Veränderungen. Goldpfandbriefe und Stadtanleihen notierten meist wie gestern, Liquida­tionspfandbriefe lagen nicht ganz einheitlich. Aus­landsrenten lagen still, Ungarn mäßig erholt. Ta­gesgeld etwas leichter mit 3 (3,25) v. H.

*

Kräftige Frühjahrsbelebung in der L a h n - K a l k - I n d ust r i e. Die Kalkindu­strie an der Lahn hat an der Wirtschaftsbelebung der letzten Jahre erfreulichen Anteil genommen. Sowohl die Belebung der Bauwirtschaft als auch die Gesundung der Landwirtschaft hat ihre Be­schäftigung erheblich gebessert. Sie konnte selbst im nun abgelaufenen Winter den größten Teil ihrer Belegschaft durchhalten. Das beginnende Frühjahr hat den Auftragseingang bedeutend erhöht. Be­sonders groß ist die Nachfrage in Dünge- und Bau­kalk. Verschiedene Firmen haben ihre Erzeugungs­anlagen, frie Brennereien und Kalkmüylen ver­bessert und treten mit Spezialkalken nun auch er­folgreich als Exporteure auf.

Frankfurter Schlachtvlehmarkt.

Frankfurt a. ÖJt, 16. März. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 448 Rinder (65 Ochsen, 41 Bullen, 287 Kühe, 47 Färsen), 494 Kälber, 57 Schafe, 3762 Schweine. Es kosteten: Rinder: Ochsen 35 bis 45 Mark, Bullen 34 bis 43, Kühe 25 bis 42, Färsen (Kalbinnen) 35 bis 44, Kälber 40 bis 70, Hümmel 43 bis 49, Schweine 51 bis 57 Mark. Marktoerlauf: Rinder und Schweine wurden zugeteilt, Kälber, Hümmel und Schafe mit­telmäßig.

Rundfunkprogramm.

Dienstag, 17. März.

6 Uhr: Choral, Morgenspruch, Gyrnnasttk. 6.30: Frühkonzert. In der Pause, 7: Nachrichten. 8.10: Gymnastik. 8.30: Polizeiliche Morgenmeldung. 10.15: Schulfunk. 10.45: Nachrichten. 11.30: Bauern» funk. 11.45: Sozialdienst. 12: Mittagskonzert I. 13: Nachrichten; auch aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14: Nachrichten. 14.10: Allerlei von Zwei bis Drei. 15: Wirtschaftsbericht. 15.15: Das deutsche Lied. 16: Unsere Polizei musiziert. 18: Bunte Musik am Feierabend. 19:Preußische Mi­niaturen". Vier kleine Hörbilder. 19.45: Der Zeit­funk bringt den Tagesspiegel: Die Mordkommission greift ein. 20: Nachrichten. 20.10: Unterhaltungs­konzert. 21.30: Schallplattenkonzert. 22: Nachrich­ten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.30: Unterhaltungs- und Volksmusik. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.

Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.

Aranituri a. '.Öl.

Ziert in

Schluß- kurS

Schluß!. Abend- börse

Schluß- kurS

Schluß!. Mittag­börse

Oatum

13 3. |

14.3 |

13 3.

14.3-

6% Deutsche Retchsanlethe v. 1927

100,25

100,4

100,5

100,5

4% Deutsche Retchsanl. von 1934

97,65

97,65

97,65

97,65

b^r°/o Doung-Anleihe von 1930 ..

Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit

102,9

102,9

103,4

103,4

Auslos.-Rechten .............

110,5

110,5

110,5

110,5

4l/i% Deutsche Reichspostschatzan

Weisungen von 1934. 1.......

100,1

100,1

100,13

100,2

6% ef)em.8% Hess. Volksstaat 1929

(rückzahlb. 102%)............

98,25

98,25

98,25

4y,% ehem. 8% Hessische Landes- baut Darmstadt Gold R. 12....

96,4

96,4

96,4

6K2% ehem. 4y,% Hess. Landes.

Hypothekenbank DarmstadtLiqui 4)4% ehem. 8% Darmst. Komm

LandcSb.Goldschuldverlchr. R.6

100,9

100,9

92,5

92,25

Oberhessen Provinz-Anleihe mit

Auslos.-Rechten .............

Deutsche Komm. Sammelabl. An.

leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 4 %% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank

114,5

114,5

114,5

114,5

Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935

96,5

96,5

96,5

6y,% ehem. 4y,% Franks. Hyp.

Bank-Liqu.-Pfandbriefe.......

101,1

101

Wt% ehem. 4 yt% Rheinische

Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpfe. ..

<y*% ehem. 8% Pr.Landespfand-

briefanstalt, Pfandbriefe R. 19

101,25

101,13

101,5

101,25

97

97

97

97

4yt% ehem. 7% Pr. Landespfand-

briesanst., Gold Komm. Cbl.VI

97

97

97

97

Steuergutsch.Berrechnungsk. 34-88

109

109

109

109

4% Orsterreichische Goldrente....

_

_

28,65

4,20% Oesterreichische Silberrente

1,25

8,13

1,2

1,2

4% Ungarische Goldrente ......

8,15

8,2

7,9

8,1

7,65

4% Ungarische Staatsrente v. 1910

7,9

7,65

4>/2% desgl. von 1913..........

8

7,8

12,75

g

8

12,8

5% abgest" Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe

13

12,9

Serie I.....................

9,13

9

w

*->

K-ankturt a.M.

Berlin

Schluß- kurS

Schlußk. Abend- börsc

Schluß- kurS

Schluß!. Miiiag- börie

Saturn

13.3.

14.3

13-3.

14.3.

4% desgl. Serie 11...........

9

9

_

_

6% Rumän. veretnh. Rente v. 1903

6,13

6,13

6,13

_

4^%Rumän.veretnh.Rentev.l918

9

9

8,85

9

4% Rumänische veretnh. Rente ..

2N% Anatolier ...............

5,15

5,13

5,05

5,05

37,13

37

37,13

37

Hamburg-Amerika-Paket .....0

Hamburg-ZUdam. Dampfschiff . 0

Norddeutscher Lloyd .........0

A G. für Verkehrswesen Akt. .. 0

Berliner Handelsgesellschaft ... 8

Commerz» uno Privat-Bank ... 0

Deutsche Bank und Disconto-

Gesellschaft................o

Dresdner Bank..............o

Retchsbank ................ z?

15,25

15,13

15,13

15,4

25,75

17,13

17,13

17

17,25

104,5

104,75

104,75

105,25

110

110,5

110,25

110

91,5

91,5

92

91,5

92

91,5

92

91,5

92

91,75

92

91,75

184

184,13

184,25

184

A.E.G..................... 0

34,75

140

118

35,5

140

118

34,9

140

118,25

35,4

140,4

118,5

Bekula....................

El^trtLieserungSgesellschaft.'. b

Licht und Kraft ........... gy

Felten & Guilleaume......... 4

m!^nLd,^ ®le,lt-Unterne6mung. 6

Rheinische Elektrizität ....... «

Rhein. Wests. Eleklr..........«

Schuckert LCo............ 4

133,5

111,75

125

121

126,25

129

165,5

124

135,25

113

125,5

124

126,5

131,5

166,5

126,75

134,13

112,25

125,25

121

125,9

129,5

165,5

125

136

113

126

124,5

126,9

131,5

166,9

126

Siemens L HalSke.......... 1

Lahmeyer L Co...............

Buderus ...... 4

Deutsche Erdöl ...............

Harvener...................0

Hoesch EisenKöln-Neuessen .. 8

Ilse Bergbau ...............e

Ilse Bergbau Genüsse........6

Klöcknerwerke ...............8

Mannesmann-Röhren........0

94

93,5

94,25

93,25

106,75

108,13

107,25

107,9

112,5

112,75

113

112,75

85,5

86,5

85,5

86,13

157,25

156,5

127,5

128

127

127,65

82,25

82,25

82,4

82,5

88

81,25

80,25

81

Schultheis Patzenhofer .......4

Aku (Allgemeine Kunstseide) .. 0

Bemberg................... 5

Zellstoff Waldhof ............ ß

Zellstoff Aschaffenburg .......0

Dessauer Gas...............7

Daimler Motoren............0

Deutsche Linoleum...........8

Orenstetn S Koppel ..........0

Westdeutsche Kaufhof.........0

Chade.......................

1 Accumulatoren-Fabrik....... 12

Conti-Gummi...............g

Frankfurt 0. M.

Berlin

Schluß- kurS

Schlußk. Abend­börse

Schluß- kurS

Schlußk. Mittag- börse

Datum

13.3.

14.3.

13.3.

14-3.

ManSfelder Bergbau ..

.......6

131,5

132

131,75

Kokswerke...........

.......

118,5

118,5

Rheinische Braunkohlen

.....12

218

216,5

215,25

215,5

Rbeinstahl ...........

.......4

110

111,4

110,13

111

Bereinigte Stahlwerke.

.......0

81

82

81,5

82

Olavi Minen ........

.......0

17,5

17,65

17,75

17,65

Kaliwerke Aschersleben.

....... 5

123

122,75

123

123

Kaliwerke Westeregeln.

.......5

118

119,5

118

119,75

Kaliwerke Salzdetfurth

.....

179

-

179

I. G. Farben-Jndustrte

150,65

150

150,25

Scheideanstalt........

.......9

211

212

Goldschmidt .........

....... 6

106

106

106,25

107,5

RütgerSwerke ........

....... 6

119,25

119

118,5

119

Metaligeiellschaft......

.......4

110,9 111,13

111

110,25

Philipp Holz mann ....

....... 4

93,5

93,5

93,25

94

Zementwerk Heidelberg

...... 7

130,5

129,13

Cementwerk Karlstadt..

.......6

130

130

-

96,4

97,5

47,25

48

48,13

48,13

90

90,25

90,25

90,9

118

118

118

118

81,9

81,5

81,25

124,25

125,25

94,5

95,75

95,13

96

156,75

157,9

157,25

157,5

75

75,13

30

30,13

30

30,75

304

305,5

305,5

173,5

173

172

171

181,75

183

182

183,75

Grttzner................. q i 98 13 I 28 I 28

«akk a.M.'II 41 '89 89

Süddeutscher Zucker........ 19g | 199, 198

28

198

Devisenmarkt Berlin Frankfurt a. M.

Banknoten.

13.Mär;

14.März

Amtliche Notierung

Amtliche

Geld

Notierung

Brief

Geld

Brief

Buenos Atro

0,680

0,684

0,680

0,684

Brüssel ....

41,90

41,98

41,90

41,98

Rio de Jan.

0,141

0,143

0,141

0,143

Sofia ......

3,047

3,053

3,047

3,053

Kovenhagen.

54,79

54,89

54,79

54,89

Danzig.....

46,80

46,90

46,80

46,90

London .....

12,27

12,30

12,27

12,30

HelltngsorS..

5,41

16,38

5,42

16,42

5,41

16,38

5,42

16,42

Holland ...

168,87

169,21

168,90

169,24

Italien.....

Japan ......

19,70

19,74

19,70

19,74

0,715

0,717

0,715

0,717

Jugoslawien

5,654

5,665

5,654

5,666

Oslo..... :

61,66

61,78

61,66

61,78

Wien.......

48,95

11,135

49,05

11,155

48,95

11,135

49,05

11,155

Lissabon....

Stockholm...

63,25

63,37

63,25

63,37

Schweiz ....

Spanien....

Prag.......

81,10

33,95

10,275

81,26

34,01

10,295

81,10

33,95

10,275

81,26

34,01

10,295

Budapest ...

Neuyork ...

2,469

2,473

2,469

2,473

Herlm,l4.März

<veid

25rici

Amerikanische Noten..............

2,421

2l44l

Belgische Noten..................

41,76

41,92

Dänische Noten .................

54,53

54,75

Englische Noten .................

12,235

12,275

Französische Noten...............

16 33

Holländische Noten...............

168,48

Italienische Noten................

Norwegische Noten ..............

61,45

61,69

Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling

Rumänische Noten...............

_

Schwedische Noten...............

63,03

63,29

Schweizer Noten.................

Spanische Noten

Ungarische Noten

33,61

33J5