Ausgabe 
15.9.1936
 
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Nr. 216 Erstes Blatt

<86. Jahrgang

Dlensrüg, (5. September 1956

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Seid Träger eines unzerstörbaren Glaubens!

Oes Führers Appell an das deutsche Volk auf der Schlußsitzung des Parteikongresses in Nürnberg.

Deutschland steht Wache!

Der Parteitag der Ehre hat in den Vorführungen der jungen deutschen Wehrmacht vor ihrem Obersten Befehlshaber und in der großen Schlußrede des Führers auf dem Parteikongreß noch einmal den Geist des nationalsozialistischen Deutschland, sein Wirken und Wollen vor aller Welt eindringlich dokumentiert. Der Führer hat mit einer Offenheit, für die die Völker Europas ihm Dank schulden, noch einmal den Feind beim Namen genannt, der daran geht, mit feiger Hinterhältigkeit die Axt der Zerstörung an die Wurzeln der abendländischen Kultur zu legen. Er hat schonungslos den Schleier zerrissen, hinter dem der jüdische Bolschewismus, begünstigt durch die politische Knochenmarkerwei­chung der Demokratie in den verschiedensten Län­dern seine Zersetzungsarbeit vortreibt, um den Bo­den reif zu machen für die todbringende Saat des bolschewistischen Giftes. Er hat rücksichtslos die ver­brecherischen Methoden angeprangert, mit deren Hilfe der Bolschewismus zum Ziel zu gelangen hofft: die Verbindung mit marxistischen und links­bürgerlichen Parteien in der sogen.Volksfront", deren Regierung durch immer radikalere Forde­rungen der Boden unter den Füßen weggezogen wird, wonach die Volksfront vom linken Flügel aufgerollt werden kann. Es ist die Methode, die sich in Spanien bewährt fjat und die nun auch in Frankreich anscheinend unternommen wird, nachdem der Bolschewismus mit Hilfe des Militärpakts hat Fuß fasten können. Der Führer hat die Unterstel­lung scharf zurückgewiesen, daß der Nationalso­zialismus es fei, der Europa in zwei £eile zer­reißen wolle. Er hat den Unbelehrbaren eindrucks­voll genug vor Augen geführt, daß diese Teilung bereits vollzogen ist und daß es gerade die heim­tückische Methode des Bolschewismus ist, die Völker in ihrem Innern auf^uspalten, um ihnen um so sicherer den Todesstoß versetze zu können. Früher oder später blebit niemandem die klare Entscheidung erspart zwischen blinder Selbstoernichtung als Vor­stufe der jüdisch-bolschewistischen Blutherrschaft und Erhaltung der Nation in ihrer völkischen Eigenart und einer ihr entsprechenden national bedingten Staats- und Gesellschaftsordnung. Deutschland hat den Todfeind erkannt, ihm vor aller Welt die Larve vom Gesicht gerissen. Es ist nun Sache der anderen Völker, für sich selber zu entscheiden, ob sie die Lehren beherzigen wollen, die ihnen der weltge­schichtliche Anschauungsunterricht verletzten zwanzig Jahre erteilt hat, und Nutzen ziehen wollen aus den Erfahrungen, die Deutschland mit dem Bolschewis­mus gemacht hat.

Dem Bild des Grauens, das der Bolschewismus überall dort verbreitet, wo es ihm törichte Ge­fühlsduselei erlaubt, Fuß zu fassen, stellte der Füh­rer in seiner großen Schlußrede auf dem Partei- kongreß das zur Abwehr bereite nationalsozialistische Deutschland entgegen, das, wie es einst den Bolsche­wismus als Weltanschauung bekämpfte und in feinen eigenen Grenzen ausrottete, auch gerüstet ist, dem Bolschewismus auch als Weltmacht ent­gegenzutreten, wenn er versuchen sollte, mit neuen und noch gewalttätigeren Methoden die Pest der Zerstörung und Selbstzerfleischung nach Deutsch­land hineinzutragen. Deutschland steht auf der Wacht. Die Vorführungen der Wehrmacht auf dem Nürnberger Parteitag haben aller Welt gezeigt, daß Deutschlands junges Volksheer in ver­schworener Gemeinschaft mit Partei und Nation die Wache hält vor deutscher Arbeit. Denn unser nationalsozialistisches Deutschland will ja nichts anderes von der Welt, als in Ruhe gelassen wer­den, damit es sich ganz den großen Aufgaben des Wiederaufbaues seiner Kultur und Wirtschaft wid­men kann. Deutschland will den Frieden, aber es weiß aus seiner eigenen tausendjährigen Geschichte, daß nur ein starkes Volk den Frieden zu sichern vermag. So wird das deutsche Dolksheer vor dem deutschen Tor wachen, damit Deutschland seiner friedlichen Arbeit nachgehen kann. Aber zum Schutz der Waffen muß die Einheit der Weltan­schauung treten, um ein Volk gegen das bol­schewistische Gift der Zersetzung immun zu machen. Der Führer hat die Nation in einem überaus ein­drucksvollen Appell aufgefordert, das alte Pro­gramm der Partei, das Programm der Ehre, des sozialen Gewissens, der nationalen Moral, der fa­natischen Pflichterfüllung, des Opfermutes und der Tatentschlossenheit immer wieder zu erneuern, mit Geist und Leben zu erfüllen. Der Führer hat da­für Grundsätze aufgestellt, die den sozialistischen Charakter des Reiches in dem Sinne wahren sol­len, daß dem Genie, gleichgültig aus welcher Le­bensschicht es kommen mag, der Weg zu den höchsten Stellungen offen steht, und daß eine auf Opfern aufgebaute und zu Opfern bereite Gemein­schaftsauffassung mehr und mehr im Volke Wurzel faßt. Der Führer erinnerte in erschütternden Wor­ten daran, daß der Glaube es einst gewesen sei, der Deutschland gerettet habe, und daß das Wunder des Glaubens sich immer wieder in un­serem Volke erneuern müsse, um es stark zu machen zu höchsten Leistungen auf allen Gebieten des Lebens, aber auch stark zu machen zur Abwehr aller Gefahren, die Deutschland bedrohen könnten.

Nürnberg, ein neues Olympia.

Nürnberg, 14. Sept. (DNB.) Unter der Hoch­flut der politischen und kulturellen Ereignisse der großen Kundgebungen, Aufmärsche und Vorführun­gen, die jeden Tag der Heerschau der Bewegung ausfüllten, ist in schnellem Ablauf des reich- und vielgestaltigen Programms d^.r Höhepunkt erreicht. Zum letzten Mal während dieser gro­ßen Tage wendet sich der Führer an seine Ge­treuen, bevor sie in den Alltag des Pflichtenkreises für Bewegung, Volk und -^Vaterland in alle Teile des Reiches, beflügelt von seinem Willen, beseelt von seinem Geiste, zurückkehren.

Die Kongreßhalle ist Stunden vor Beginn bis in den letzten Winkel besetzt. Wieder haben das Führerkorps der Bewegung, die Reichs- und Staatsminister, die Staatssekretäre, die Generali­tät und Admiralität, die persönlichen Gäste des Führers, die Vertreter der fremden Mächte, die Ehrenabordnung der Faschistischen Partei, führende Männer aus Wirtschaft, Kunst und Wissenschaft Platz genommen.

Wenige Minuten nach 19.30 Uhr intonierte der Musikzug der SS-StandarteDeutschland" den Badenweiler-Marsch, zugleich aber dringt auch von draußen das Rauschen des Jubels herein, der den Führer auf seinem Weg über die Straße des Triumphes in die Halle geleitet, wo ihm ein bis­her selbst in Nürnberg kaum erlebter Begeiste­rungsorkan empfängt. Der zündende Marsch Preußens Gloria" begleitet den Einzug der Blutfahne und der ruhmreichen Standarten der Kampfbewegung.

Konnte es einen herrlicheren Auftakt zum Höhe­punkt des Parteitages der Ehre geben als das vom Reichssymphonieorchester unter Professor Adam mit echtem Künstlertum gespielteMeistersinger-Vor­spiel"? Unter atemloser Stille tritt dann Rudolf Heß auf die Rednerkanzel und eröffnet die Schluß­sitzung des Kongresses mit den Worten:Der Kongreß nimmt seinen Fortgang.

Ls spricht der Führer!

Erst nach Minuten kann der Führer zu Wort kommen. So gewaltig ist der erneute Jubelsturm, der ihm entgegenschlägt. Endlich kann der Führer das Wort ergreifen:

Parteigenossen und Parteigenossinnen! Nationalsozialisten!

Sieben Tage lang stand die alte Reichsstadt wie­der im Zeichen der großen politischen Heerschau des deutschen Volkes. Eindringlich wurde uns er­neut bewußt, welch eine tiefe und gewaltige Um­formung das deutsche Leben erfahren hat. Was hier in tagelangem Gleichschritt an unseren Augen vorbeizog, war ebensosehr der neue Staat wie der neue Mensch. Und wem wurde nicht abermals das Herz übervoll beim Ueberdenken dieses unermeßlichen Wandels, den unser Volk er­lebt, und dessen Zeugen wir sein dürfen. Wie grö­ßer noch das Glück für alle diejenigen, die das Recht besitzen, zu wissen, daß auch ihre Arbeit und vor allem ihr Glaube mitgeholfen haben, dieses Wunder zu erzwingen. Wie fühlten wir nicht wie­der den lebendigen Strom der Kraft, der aus un­serer Gemeinschaft fließt! Wie erlebten wir nicht erneut die schönste Wahrheit unserer Bewegung: daß wir Deutsche nicht nur wieder ein Volk sind, sondern daß Führe rund Ge­führte der nationalsozialistischen Be­wegung den Mitgliedern einer gro­ßen Familie gleichen. (Starker Beifall.)

Was uns vor so vielen Jahren als visionäre Planung vorgeschwebl, gehl nun in Erfüllung: die internationalen Olympischen Spiele, deren großartige Feier wir erst vor wenigen Wochen in Berlin erlebten, erhalten für unser Volk eine ebenso tief innere wie gewaltige und fortwährende Gestaltung. Was ist doch aus den kümmerlichen Parteitagen der Vergangenheit und unserer Gegner nun geworden! Die große heerschau einer Nation auf politischem, militärischem, geistigem, fulturel- lem und wirtschaftlichem Gebiet. Und in eben dem Ausmaß, in dem die herlichen neuen An­lagen des Reichsparteitagsfeldes in Nürnberg wachsen und der Vollendung entgegengehen, wird der körperliche Wettkampf an­gegliedert werden. Ein neues Olym­pia, wenn auch in modernen Formen und unter anderem Namen!

Wer von Ihnen, meine deutschen Volksgenossen, die Sie das Glück hatten, diese Tage hier miterleben zu dürfen, hat nicht in tiefster Eindringlichkeit die Behauptung bestätigt erhalten: man hat einst viel geredet von des Deutschen Reiches Wiederauf­erstehung, und Millionen klammerten sich an diese Hoffnung. Vielen wurde es so erst dadurch möglich, die bittere Zeit der Nachkriegszeit zu Überleben. Allein was man damals nur beredete, und von was man höchstens träumte, und was man im Ernst doch kaum zu glauben wagte, ist heute eine Realität geworden: (Wiederholter, leb­hafter Beifall.) Ein neues Deutschland ist dank der nationalsozialistischen Idee und durch die nationalsozialistische Führung erstanden! (Jubelnde Zustimmung.) Man kann es lieben oder man kann es hassen, allein: niemand wird es ändern, niemand kann es beseitigen! (Erneute, stürmische Zustimmung.) Dieses neue Deutschland, das sich uns allen nun seit sieben Tagen wieder offenbarte, ist der Faktor einer geschichtlichen Tab fache. Wer aber in unserer außerdeutschen Umwelt genügend realistisch sieht und nicht den unvernünf­tigen Wunsch zum Herren seiner Gedanken oder gar seines Hoffens macht, der braucht es nicht zu bedauern, daß die Entwickelung des deutschen Volkes diesen Weg einschlug.

Die deutsche Wiedergeburt Ist eine so zutiefst nach innen gewandte, daß die staatliche Um­gebung solange nicht von ihr berührt wird, als

sie nicht selbst die Berührung sucht! Der neue nationalsozialistische Staat lebt nach einem volk- lichen Ideal, das feine Befriedigung i m Kreislauf des eigenen Blutes findet. Die nationalsozialistische Lehre erkennt den Zweck der Existenz des Staates in der Erhaltung des Volkstumes. Sie glaubt damit noch am ehesten einen Weg zu zeigen, um auch jenen Aufgaben gerecht zu werden, die sich aus der unglückseligen Dis­krepanz zwischen der Grenzziehung der euro­päischen Staaten und der der Völker ergeben. Eine Lehre, die die künstliche oder gar ge­walttätige Entnationalisierung eines Volkes als etwas Unnatürliches ab­lehnt, schafft vielleicht überhaupt die ein­zige Möglichkeit einer nach höheren und edleren Gesichtspunkten denkbaren Derftän- bigung der europäischen Staaten über diese Probleme, ohne daß durch neue Kriege immer wieder neues Leid und neues Unrecht in die Welt gesetzt zu werden braucht!

Der nationalsozialistische Staat strebt politisch die Wiederherstellung der Ehre und der Gleichberechtigung des deutschen Volkes an. Er hat diese Zielsetzung nicht nach früherer bürger­licher Art durch schwülstige Vereinsreden angekün­digt und bekräftigt, sondern in der Tat ver­wirklicht. (Starker Beifall.) Die erste und schwerste der uns gestellten politischen Aufgaben ist heute als g e l ö st zu bezeichnen. (Wiederholte Zu­stimmung und Händeklatschen.) Mit der Einfüh­rung der zweijährigen Dien st zeit ist das Deutsche Reich in knapp vier Jahren national­sozialistischer Staatsführung wieder befreit wor­den von den schlimmsten Folgen jener gewissenlosen Meuterei, die uns nicht nur militärisch, sondern in erster Linie moralisch zu diffamieren versuchte! Viel­leicht werden die Völker, die nicht von einem ähn­lichen Unglück wie Deutschland heimgesucht worden sirtd, kein Verständnis besitzen für das Gewicht, das wir gerade der Erledigung dieser Frage bei­messen. (Erneute Zustimmung.) Wenn aber in Zu­kunft die Umwelt diese natürlichen Rechte des deut­schen Volkes genau so respektiert, wie wir gewillt sind, sie bei den anderen Völkern zu achten, dann ist auch hier durch die nationalsozialistische Wieder­geburt nur ein Element der Beunruhigung aus der Welt entfernt worden. Denn: Durch die Schaffung der Gleichberechttgung der deutschen Nation aus deren eigener Kraft ist überhaupt erst die Basis gegeben für eine aufrichtige Zusammenarbeit der europäischen Nationen. (Lebhafte Bravorufe.)

Der nationalsozialistische Staat wurde gegründet und wird geführt im Geiste einer Weltanschauung, die ein politisches Exportinteresse ausschließt. Wir billigen jedem anderen Volke das natürliche Recht zu, nach seinen eigenen Auffas­sungen und Bedürfnissen weltanschaulich, politisch oder wirtschaftlich selig zu werden, aller­dings unter der Voraussetzung einer gleichen Einstellung auch uns gegenüber. (Bei­fall.) Viele Kritiker der anderen Welt unterstellen uns, daß wir fanatisch-chauvinistische und geistig- expansive Nationalsozialisten oder Sozialisten wären. Die Welt kann nicht bestreiten, daß unser Natio­nalismus Nationalsozialismus heißt. Es ist nun nicht sehr logisch von dieser Umwelt, von jemand anzunehmen, daß er als fanatischer, nationaler Chauvinist ausgerechnet d i e Idee anderen zu ver­raten oder gar aufzuzwingen wünscht, die seinem eigenen nationalen Stolz erst die ideellen politi­schen und realen Voraussetzungen schuf. Nein: der Nattonalsozialismus ist unser wertvoll st es deutsches Patent. (Jubelnde Kundgebungen.)

Wir sind als Nationalsozialisten daher Kämpfer für diese Lehre in unserem Volk, aber wir sind nicht Missionare unserer politischen Meinungen

nach außen. (Beifall.) Was in anderen Völkern erklärt, geglaubt und gelebt wird, ist uns gleich. Wenn wir dennoch gezwungen sind, vor dieser Um­welt unsere nationalsozialistischen Gedanken zu er­klären, dann immer nur in der Verteidi- gung gegen den fortgesetzten Versuch einer durch gar nichts motivierten äußeren Einmischung in unsere innere Angelegenheiten oder gegen eine lügenhafte Berichterstattung über unsere Lehre ober über unsere Absichten!

Wenn jemand Grund hat, sich zu beklagen über die Intoleranz von Auffassungen, dann find wir es! Immer wieder erleben wir die Angriffe aus den Lagern unserer weltanschau­lichen Gegner, einfach deshalb, weil Deutsch­land, das nationalsozialistische Deutschland, an­dere Wege geht, als -diese unsere außen­politischen Gegner für richtig anzusehen be­lieben. Was kümmert es die Demokratie, daß in Deutschland der Nationalsozialismus regiert? Sie braucht in ihren Ländern keinen National­sozialismus zu dulden, genau so wie wir in Deutschland uns jede weitere Demokratie ver­bitten. Allein sie soll endlich zur Kenntnis neh­men, daß die deutsche Nation 15 Jahre lang vor dem nationalsozialistischen Regime Gelegen­heit genug hatte, die völkerverbrüdernden und menschheitsbeglückenden Ideen ihrer westlichen Demokratie praktisch kennenzulernen.

Es ist uns Nationalsozialisten gänzlich gleichgül­tig, ob wir nun von diesen Demokratien geliebt oder gehaßt werden, ob man uns als ebenbürtig ansieht oder nicht. Das deutsche Volk hat in fünfzehn lan­gen Jahren seinen Respeft vor dieser Art von De­mokratie und den brüderlichen Auswirkungen ihrer wahren Gefühle r e st l o s v e r l o r e n. Es steht heute z u 9 9 v. H. im Lager der nationa­len Autorität. (Wiederholte Zustimmung be­gleitet fast jeden dieser Sätze.) Es hat kein Verlangen, seine Erinnerungen an diese aufrichtigen und für es so nützlichen Sympathien, die die Welt­demokratie dem damaligen demokratischen Deutsch­land zugewandt hatte, irgendwie noch einmal wach- zurufen. Wir haben dies vergessen, und die Welt soll froh sein!

Es ist daher auch nicht verwunderlich, daß, wenn uns die demokratischen Staaten nun fortgesetzt m i t ihrer Antipathie beehren, wir natürlich umgekehrt für die autoritär geführten Länder dann eine nicht minder große Sym­pathie empfinden. Der Grund für diese beson­dere Sympathie liegt allerdings auch darin, daß wir bei aller Gleichgültigkeit der Demokratie gegenüber als einer fremden Staatsidee in ihr dennoch auch bei den anderen Völkern eine Lebensform zu er­kennen glauben, die nie Dauerzustand, son­dern stets nur Uebergang war und die wie wir befürchten dies auch bleiben wird.

And wir bestreiken nichk die tiefe Beklem­mung, die uns erfaßt bei dem bloßen Gedan­ken, daß es in dem einen oder anderen Lande vielleicht nicht mehr gelingen könnte, eine diesen Völkern angepahte und art­eigene Lebensform zu finden, sondern daß sie ein Opfer jener Weltanschauung werden könnten, der wir allerdings ohne jede Einschränkung t o d f e i n d l i ch gegenüber­stehen: dem Bolschewismus! (Stürm. Beifall.) Allein auch diese Todfeindschaft basiert nicht auf der intransigenten Ablehnung einer unserer Auffassungswelt vielleicht konträr entgegen- skehenden fremden Idee, sondern auf der natürlichen Abwehr einer die ganze Well und auch uns aggressiv bedrohenden, ebenso wahnsinnigen wie bestialischen Lehre.

(Erneute Kundgebungen.)

Im übrigen: nicht der Nationalsozialismus hat die Berührung mit dem Bolschewismus gesucht! Der erste Kampf des Nationalsozialismus gegen den Kommunismus fand nicht in Rußland 'statt, sondern der sowjetische Kommunismus hatte schon 1918 bis 1920 versucht, auch Deutschland zu infizieren. Er suchte ein st weltanschaulich genau so den Weg in unsere Grenzen, wie er sich heute militärisch bemüht, nach dem Zusam­menbruch seines von Moskau aus bei uns organi­sierten inneren Weltanschauungskrieges die bolsche- wistischen militärischen Kräfte allmählich an unsere Grenzen immer näher heranzusühren. Diesen Bol­schewismus, der von jüdisch-sowjetischen Moskauer Terroristen Lewin, Axelroth, Neumann, Bela Khun usw. nach Deutschland hereinzutragen versucht wurde, haben wir angegriffen, n i e ber­ge ro o r f e n und ausgerottet. (Wiederholte Zustimmung.) Wir haben also den Versuch des Bolschewismus, von Moskau aus das innere Deutschland zu revolutionieren, abgewehrt. Und nur, weil wir wissen und es tagtäglich erleben, daß dieser Versuch der Einmischung in unsere inneren deutschen Verhältnisse durch die jüdischen Sowjet­machthaber kein Ende nimmt, sind wir ge­zwungen, den Bolschewismus auch außer uns als unseren Todfeind anzusehen und in feinem Vordringen eine uns nicht minder bedrohende Ge­fahr zu erkennen.

Wir haben daher den Moskauer Bolschewismus in Deutschland bekämpfen müssen als Welt-