Einzelbild herunterladen

Der französische Nationalfeiertag.

Ansprachen der Volksfrontführer.-Die übliche Truppenschau.-Klaggenkrieg.

Paris, 14. Juli. (DNB.) Der 14. Juli, der Nationalfeiertag des französischen Volkes hat selten auch äußerlich dem Stadtbild von Paris seinen Stempel so aufgedrückt, wie dies­mal. Waren in den früheren Jahren meist nur die amtlichen Gebäude, sowie die Banken und großen Kaufhäuser mit Flaggen geschmückt, so hat in die­sem Jahr die Pariser Bevölkerung ihre Fenster und Balkone mit blauweißroten Fahnen reich geflaggt.

An diesem Tage der nationalen Besinnung und Einigkeit kommt aber auch der seit mehreren Wochen herrschende Flaggenkrieg zum

Ausdruck.

Die nationalgesinnten Franzosen sind durch die Auf­lösung ihrer Bünde aufgemuntert worden und haben, den Aufrufen ihrer Führer Folge leistend, große und kleine Trikoloren ausgehängt. Anderseits haben die Anhänger der Volksfront, ebenfalls Beflaggungsaufrufen ihrer Parteien fol­gend, auch ihrerseits Fahnen ausgesteckt, wobei aber eine merkwürdige Verbindung mit den Sym­bolen des Kommunismus zum Ausdruck kommt. Man bemerkt entweder neben der Trikolore meist viel größere rote Fahnen mit den drei Pfeilen der Volksfront oder mit Hammer und Sichel, oder man sieht Nationalflaggen, die durch Aufheften dieser marxistischen Symbole ge-

die große revolutionäre Tradition, unter deren Zei­chen der 14. Juli stehe, und zu der sich die Regie­rung bekenne.

Knegsminister Daladier

sprach im Namen der Radikalsozialistischen Partei, die stolz auf das Zustandekommen des Bünonisses des dritten Standes mit den Proletariern sei, und bekannte sich zur Volksfront, die an die Jugend denke und die wirtschaftliche und soziale Erneuerung wolle. Keine Reform würde die Radikalsozialistische Partei beunruhigen. Die Radikalsozialistische Partei sei entschlossen, ihre Tätigkeit auf dem beschrittenen Wege fortzusetzen und eine große Volkspartei zu bleioen.

Oie Frontkämpfer

Für den Nachmittag hatte der Nationale Front­kämpferverband alle vaterländisch gesinnten Franzo­sen aufgefordert, sich zum Triumphbogen zu bege­ben, um dem unbekannten Soldaten eine Ehrung zu erweisen. In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, daß man sich einzeln, ohne Abzeichen und ohne Rufe an das Grabmal be- aeben und sich nicht durch Provokationen zu Unbe­sonnenheiten yinreihen lassen solle. Jeder möge eine

Blume mitbringen, um sie auf das Grab des un- bekannten Soldaten zu legen. Durch diese fromme Geste soll die Liebe zu Frankreich bewiesen werden. Es handele sich nicht um eine Kundgebung, sondern um den Akt einer persönlichen Frömmig­keit.

Reibereien.

In Paris mußte die Polizei zweimal am Grabmal des Unbekannten Soldaten einschreiten. Volksfrontangehörige, die von den Festzügen heimkehrten, grüßten während der Flam­menzeremonie mit erhobener geballter Faust, was bei den übrigen Anwesenden lebhafte Proteste aus« löste. Dabei kam es zu einer kurzen Schlägerei, die von der Polizei jedoch schnell beendet werden konnte.

In Bar-le-Duc weigerten sich insbesondere die Radikalsozialisten, am Festzug der Volksfront teilzunehmen, weil neben der Trikolore mehrere rote Fahnen im Zuge mitgeführt wurden. Die Kriegsteilnehmer schlossen sich dieser Weigerung an und sperrten den Soziali­sten und K o m m u n i st e n den Weg. Die Po­lizei, die sich zwischen beide Gruppen gestellt hatte, konnte ernstere Zwischenfälle verhüten. Beide Grup­pen standen sich jedoch über drei Stunden Front an Front gegenüber. Nach langen Verhandlungen gelang es schließlich dem Präfekten, beide Züge nach verschiedenen Richtungen abmar­schieren zu lassen.

ändert sind.

Den Mittelpunkt der amtlichen Feiern des 14. Juli bildete die herkömmliche Truppenparade am Vormittag auf den Cyamps-Elys6es, die schon seit den Morgenstunden von einer dichten Menschen­menge umsäumt waren. Für die offiziellen Gäste war eine Tribüne in der Nähe des großen Palais aufgebaut, auf der sich neben dem Präsidenten der Republik, Lebrun, u. a. die Präsidenten von Kammer und Senat, Ministerpräsident Leon Blum, Kriegsminister Daladier, der Kriegs­marine- und Luftfahrtminister und die übrigen Mitglieder der Regierung, die hohe Generalität, so­wie das Diplomatische Korps eingefunden hatten.

Nachdem die üblichen Ordensverleihungen voll­zogen waren, begann die große Truppen­schau. Unter den Rufen der MengeVive la France! und Hochrufen auf die Armee, auf L6on Blum und H e r r i o t, marschierten die Trup­pen an der Tribüne der Ehrengäste vorbei. Wäh­rend des Vorbeimarsches überflogen mehr als 200 Flugzeuge die Champs-Elysöes in Kampfformation.

In den frühen Nachmittagsstunden bewegten sich zwei Umzüge der Volksfront nach dem Bastille-Platz und dem Platz der Nation, wo sie aneinander vorbeiziehen sollten. In den Zügen wurden Plakattafeln mitgeführt, die u. a. An­schriften tragen wie:Freiheit oder Tod",Die Opfer der Nation fordern Frieden und Freiheit", Man glaubt fürs Vaterland zu sterben und man stirbt in Wirklichkeit für die Industriellen." Ge­sungen wurde nicht nur die Marseillaise, sondern auch die Internationale und der alte Kampfgefang aus der Jakobinerzeit, die Carmagnole.

Reserveoffiziere in Uniform erwiderten den Volksfrontgruh mit erhobener geballter Faust. Auf dem Bastille-Platz war eine Tribüne für die Mitglieder der Regierung aufgebaut. Charakteristisch ist, daß unter den großen Bildern, mit denen sie geschmückt war, Marat und Robespierre figurierten. Weiter sah man Victor Hugo, Bar­busse, Rouget, de L'Jsle, Voltaire, Diderot und Rousseau. Während des Vorbeimarsches der Massen hielten die Führer der Volksfront Ansprachen, die auf den Rundfunk übertragen wurden.

Ministerpräsident Blum

erinnerte an den Schwur, den die Volksfrontbewe- aung vor einem Jahre abgelegt und den sie binnen Jahresfrist gehalten und eingelöst habe. Alle Par­teien der Volksfront seien am gemeinsamen Werk beteiligt. Nach einem Hinweis auf die erreichten Leistungen rief Leon Blum die Volksfrontanhänger zu weiterer Einigung auf. Die Volksfrontregierung bleibe ihren Anhängern treu. Als Gegenleistung verlange sie Vertrauen und Freiheit für die Lei­tung der Bewegung und Regelung des Tempos des Fortschrittes. Das Volk müsse sich klar der Gefahr bewußt sein, die Ungeduld und Ueberstür- zung mit sich brächten. Man müsse die Notwendig­keit begreifen, sozial so verschiedenartige Elemente wie Arbeiter, Bauern, Kaufleute, kleine Grund­besitzer und kleine Sparer, die die Volksfront zu­sammengeführt habe, in derselben Weise und in demselben Tempo zusammenzuhalten. In diesem Sinne enthielten die Formen, die den Arbeiter- forderungen gegeben worden seien, ernste Gefahren, und die Pflicht der Regierung sei, auf sie hinzu­weisen, andernfalls würde man die Arbeit der Re­gierung unmöglich machen und der besiegten Reak­tion, die auf die Gelegenheit zur Rache warte, den Weg ebnen. Blum schloß mit einem Hinweis auf

Englands Flosten-Aufrüstung.

Starke Auswirkungen auf die Schiffbauindustrie.

London, 15. Juli. (DNB. Funkspruch.) Der Flottenkorrespondent desDaily Telegraph" be- chäftigt sich mit den Auswirkungen der briti - ch e n Flottenaufrüstung auf die Schiff­ahrt und auf die verwandten Jndu- trien. Der Beschäftigungsgrad dieser Industrien ei infolge der großen Schiffsaufträge gegenüber dem Vorjahr um 50 v. H. gestiegen, bis zum Jah­resende würden in sämtlichen Dockanlagen Groß­britanniens Kriegsschiffe aller Gattungen vom Ka­nonenboot bis zum 33 000-Tonnen-Großkampffchiff gebaut werden.

Das Flottenbauprogramm von 1935/36 um­faßt zwei Grohkampfschiffe, 10 Kreuzer, 11 21- Voote, 34 Zerstörer und 12 Kanonenboote mit einer Gesamktonnage von annähernd 250 000 Tonnen. 3m britischen Rüstungszentrum Sheffield sind Aufträge auf 300 Geschütze

und 30 000 Tonnen Panzerplatten für die neuen Kriegsschiffe untergebracht worden.

Eine weitere Belebung der britischen Schiffbau­industrie wird der geplante Bau des 83 000 Ton­nen - Schwesternschiffes derQueen Mary" bringen, während die Cunard-White-Star- Line beabsichtigt, in den nächsten Jahren 8 Luxus­dampfer von 14 000 bis 30 000 Tonnen in Auftrag zu geben.

Wie der Flottenkorrespondent derMorning Post" meldet, hat die britische Regierung den Re­gierungen Japans und der Vereinigten Staaten amtlich mitgeteilt, daß sie die Gleit- k l a u s e l des Londoner Flottenvertrages von 1930 anzuwenden beabsichtige. Bekanntlich liegt dem britischen Schritt der Beschluß zugrunde, 40 000 Tonnen überschüssiger Zerstörer über das Jahres­ende hinaus beizubehalten.

Der Kuhhandel in Montreux.

Beitritt der Türkei zum französisch-russischen Regionalpatt?

Montreux, 15. Juli. (DNB.) Zwischen den Delegierten auf der Meerengenkonferenz ist im Laufe des Nachmittags eine vorläufige Einigung über die Formel für die Durch­fahrt in Kriegszeiten zustandegekommen.

Diese Formel siehl, wie verlautet, die Durchfahrt auf Grund von Beschlüssen des Völkerbundes oder in Erfüllung von Abkommen, an denen die Türkei beteiligt ist, vor.

Die englischen Vertreter haben das Agreement ihrer Regierung telegraphisch zur Genehmigung übermittelt. Eine Antwort der englischen Regierung ist für Dienstag 23 Uhr angekündigt worden. Desgleichen haben sich die rumänischen Vertreter mit dem noch in Bukarest weilenden Außenminister in Verbindung gesetzt, dessen Antwort ebenfalls im Laufe des Abends erwartet wird. Litwinow und der türkische Außenminister haben dagegen schon in ihren Besprechungen, die sie nachmittags mit Paul- Boncour hatten, ihre Zustimmung ausgesprochen.

Die Klausel über dieAbkommen, an denen die Türkei beteiligt ist", wird dahin ausgelegt, daß die Türkei dem französisch-russischen Regional­pakt beitreten werde.

Eine türkische Stellungnahme hierzu ist im Augenblick nicht zu erlangen.

In den Verhandlungen der Meerengenkonferenz sind am Dienstagabend neue Schwierigkei- t e n eingetreten. In einer Sitzung der Hauptdele­gierten, die von 23 Uhr bis gegen 1 Uhr nachts dauerte, ist es

nicht gelungen, den englischen und den sowjet- russischen Standpunkt hinsichtlich der Regelung, die für Kriegszeiten im Falle der Neutralität der Türkei getroffen werden soll, in Einklang zu bringen.

Die Meinungsverschiedenheiten beziehen sich auf den bereits in dem englischen Entwurf enthaltenen

Vorbehalt, daß auch in dem erwähnten Falle die Rechte, die ein Staat als Kriegführender besitzt, nicht beeinträchtigt werden sollen. In französischen Kreisen ist man weiterhin optirnistisch und entschlossen, die Vermittlungstätigkeit, die Paul-Boncour schon am Dienstag in seinen Besprechungen mit den Vertretern der Tür­kei, Rumäniens, Sowjetruhlands und Englands ausgeübt hat, fortzusetzen.

Die Konferenz wird am Mittwoch wieder eine Vollsitzung abhalten, sich aber zunächst nur unter­geordneten Fragen widmen können.

SchulschiffDeutschland^ in Danzig.

Der Kommandant des zum Besuch in Danzig eingetroffenen SchulschiffesDeutsch land", Kapitän zur See v. Z a t o r s k i, stattete dem Se­natspräsidenten Greiser einen Besuch ab. Spä­ter weilte der Danziger Gauleiter Forster län­gere Zeit an Bord. Der Danziger Senat veranstal­tete im Artus-Hof einen Empfang, zu dem die ge- samte Besatzung des Schulschiffes eingeladen war. Die Kadetten wurden bei ihrem Anmarsch von der Danziger Bevölkerung begeistert begrüßt.

Kunst und Wissenschaft.

Furtwängler bei der Vorbereitung der Bayreuther Festspiele.

Wilhelm Furtwängler ist seit mehreren Wochen mit der musikalischen Vorbereitung der Bayreuther Fe st spiele beschäftigt. Nach diesen wird er einen längeren Urlaub antreten, der ihn im Winter von jeglicher Betätigung als Dirigent in Deutschland und im Auslande fernhält.

Feierliche Totenehrung der Verdunkämpfer bei Douaumont.

-

M-,.. > iv* ....

MM

Auf den Schlachtfeldern von Verdun, wo eine Million Gefallene ruhen, fand ein Frontkämpfertreffen aller Nationen statt, die an der Derdunschlacht teilgenommen haben. Der Höhepunkt war die nächtliche Gedenkstunde vor dem Beinhaus in Douaumont. Man sieht rechts die deutschen Teilnehmer neben der Fahne in der Minute des Schweigens. Links: Die feierliche Kranzniederlegung für die Gefallenen vor dem Ehrenmal in Verdun. (Scherl-Bild erdienft-M.)

Aus alter Wett.

Oie KdF.-Stadt der Olympia-Gäste.

Nirgendwo in der Welt hat das Zauberwort Olympische Spiele" einen so starken Wider­hall gefunden wie in Deutschland. Daraus ist die Pflicht entstanden, so vielen Volksgenossen wie nur möglich das Erlebnis der Spiele, zu vermitteln. In unmittelbarer Nähe des Reichssportfeldes ist des­halb in unermüdlicher Arbeit eine Stadt aus dem Boden gestampft worden, die in zwei Wochen ihre Weihe erhalten soll. Südlich des Bahn­hofs Heerstraße sind fünf große Hallen gebaut wor­den, die während der Spiele den KdF.-Fah­re r n aus dem ganzen Reich Unterkunft bieten werden. Da täglich von der Reichsbahn bis zu 70 000 Menschen hierher befördert werden, ist ein e i g e ner Bahnhof angelegt worden.

Die Hallen sind als Aufenthaltsräume gebaut. Mittelpunkt derStadt" ist dieBerliner Halle". Dor den rund 6000 Gästen, die hier Platz finden, wird sich vom Nachmittag bis in die Nacht ein großartiges Kabarettprogramm abrollen, in dem unsere besten Künstler für Erheiterung und Ent­spannung sorgen. Von den Wänden grüßen, von Künstlern gemalt, Bilder aus der Arbeit der NS.- Gemeinschaft. Vor derBerliner Halle" ragt der 50 Meter hohe Fahnenturm empor.

Die Besucher, die aus allen Gauen hierher kom­men, werden für den Tag ihres Aufenthalts in Gruppen eingeteilt. Der Führer leitet sie zu den Sportplätzen, für die sie ihre Karten bekommen und übernimmt die Führung durch die A u s ft e l l u n g Deutschland", die von allen besucht werden wird. Daneben erhält jeder einen Plan Berlins und des Reichssportfeldes, damit er sich auch bei feinen Spaziergängen allein zurechtfinden kann. Ein eigenes Postamt mit dem StempelXI. Olym­piade KdF.-Stadt Berlin" ist am Eingang zu dem Festgelände eingerichtet worden. Lautsprecher kön­nen für das ganze Gelände llebertragungen ver­mitteln, und einBürgermeister" leitet die Geschicke der Stadt, deren Bewohner jeden Tag wechseln, und die ein neues Band der Kameradschaft und des Verstehens zwischen deutschen Menschen aus Nord und Süd, Ost und West schlingen wird.

Das musikalische Programm der Wehrmacht zu den Olympischen Spielen.

Zum Einzug der Gäste zu den Olympischen Spielen beginnt mit dem 15.Juli auch bereits das große musikalische Programm der Wehrmacht, das am 13. August mit einem Großkonzert mit 1600 Musikern und Spielleuten aller Wehrmachtteile unter der musikalischen Lei­tung des Heeres - Musikinspizienten, Professor Schmidt, seine Krönung findet. Für die Zeit vom 15. bis 31. Juli ist vorgesehen, daß die Wache täglich mit Musik aufzieht. Ferner sind für die Zeit vom 15. bis 31. Juli täglich je zwei Platzkonzerte vorgesehen, die nach und nach in allen Stadtteilen Berlins zur Durchführung kommen, und an denen sich alle Wehrmachtsteile, Heer, Marins und Luftwaffe, beteiligen. Schließlich sind noch durchschnittlich mindestens zwei Konzerte wöchent­lich in den von der Wehrmacht hergerichteten La­gern von den Musikkorps der in und um Berlin liegenden Truppenteile vorgesehen.

Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

Interessante Aussagen machte im Berliner Bau­unglücksprozeß der Geheime Oberbaurat und Reichsbahndirektor Schaper, der die Aufräu­mungsarbeiten nach dem Einsturz geleitet hatte. Als er dem Führer nach dessen Eintreffen auf der Unglücksstelle Bericht erstatten mußte, hat er, über die Ursachen der Katastrophe befragt, sich dahin ge­äußert, daß offenbar z u tief ausgeschachtet worden fei, und daß wohl auch handwerkliche Män­gel als Mitursachen der Katastrophe in Frage kä­men. Die Bergungsarbeiten lieferten den Beweis, daß mehrere der Katastrophenopfer auf der end­gültigen Tunnelsohle lagen, während nach den ge­gebenen Anordnungen über der endgültigen Tun­nelsohle noch ein Bankett von 1,5 bis 2 Meter fjabc stehen bleiben sollen, damit die Rammträger- sühe gesichert waren. Der Landmesser mußte eine genaue Nachprüfung der Tiefenlage vornehmen, und das Ergebnis feiner Vermessungen bestätigte vollauf die Annahme, daß tatsächlich unzulässig tief ausgeschachtet worden war. Der Zeuge gab weiter eine Aeußerung des Angeklagten Hoffmann wie­der, wonach diesen beim Hineingehen in die Bau­grube ein Grauen über das labile Aussteifungs­system erfaßt habe. Der Zeuge will Hoffmann darauf erklärt haben, bei einer solchen Empfindung wäre es feine Pflicht gewesen, den zuständigen Ab­teilungsleiter Direktor G r a b s k i davon in Kennt­nis zu setzen.Grabski hätte mich ausgelacht", soll Hoffmann darauf erwidert haben. Hoffmann selbst legt diese Aeußerung ganz anders aus. Er hat nach feiner Darstellung damit nur zum Aus­druck bringen wollen, daß die Aussteifung einer Tiefbaugrube nicht so präzise sei wie das System der Verstrebungen einer Brückenkonstruktion. Wäh­rend der Angeklagte Schmitt die au tiefe Aus­schachtung als wahrscheinliche Hauptursache des Ein­sturzes bezeichnete, sei sich Weyher über die Ursachen im unklaren gewesen.

LuftschiffHindenburg" von Lakehurst gestartet.

Das LuftschiffHindenburg" ist am heutigen Mittwoch um 5 Uhr MEZ. mit 57 Fahrgästen und 175 Kilo Post von Lakehurst zur Rückfahrt ge­startet. Die Wetterwarte meldet Sturmböen und Tiefdruckgebiete in der Flugrichtung.

Vollstreckung eines Todesurteils.

In Halle (Saale) ist der 1897 geborene Walter Gelbke hingerichtet worden. Gelbke, der durch Urtell des Sondergerichts in Halle vom 15. Mai 1936 zum Tode verurteilt worden war, hat am 3. Mai 1936 in Leopoldshall einen Polizeibeamten, der ihn wegen eines Diebstahls zur Wache bringen wollte, mit einer Pistole bedroht und den SA.-Rot- tenführer Ehrend er g, der in Ausübung seines Dienstes dem Polizeibeamten auf dessen Bitte zu Hilfe gekommen war, durch einen Bauchschuß ge­tötet.

Verheerende Feuersbrunst in einer bulgarischen Stadt.

In der bulgarischen Stadt Bansko brach in der Nähe einer Fabrik ein Brand aus, der mit rasender Geschwindigkeit auf zahlreiche andere Ge­bäude Übergriff. Obwohl die Feuerwehren sämt­licher Nachbarorte zur Bekämpfung des Brandes herbeieilten, fielen dem verheerenden Element den­noch insgesamt 137 Häuser zum Opfer. Bisher wurden 6 Tote aus den Trümmern geborgen, darunter drei Kinder und zwei Frauen. Da noch einige Kinder vermißt werden, nimmt man an, daß sich die Zahl der Todesopfer noch erhöhen wird, lieber 700 Personen sind obdachlos. Auf An»