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MdEnglandAushebung derSankiionen anregen?

Mittwoch Entscheidung des britischen Kabinetts.

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Ein großer Bluff."

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zur Aenderung der Sowjetverfassung.

Paris, 15. Juni. (DNB. Funkspr.)Journal" bezeichnet die Aenderung der sowjetrussischen 23er« fass uns als einengroßen Bluff". Auf den ersten Blick habe es den Anschein, als ob die neue poli­tische Form, die sich Sowjetruhland gegeben habe, derjenigen der Schweiz ähnele. Man müsse sich aber einmal überlegen, w i e die russischen Wähler von ihren politischen Rechten Gebrauch machen könnten. Cs gebe nur eine erlaubte Partei und das sei die kommunistische. Die Wahlfreiheit beschränke sich demnach, für diese Partei zu stimmen oder aber sich der Stimme zu enthalten. Cs sei immerhin er­heiternd gewesen, daß die Dritte Internationale zur Verschleierung ihrer Diktatur gerade dieses System gewählt habe; hinter dieser Fassade des Liberalismus finde man jedoch die Hegemonie des Politbüros der Drit­ten Internationale, das alle Fäden in der Hand habe und das die revolutionäre Propaganda in der Welt fortsetze.

frage machen, so müßte er traditionsgemäß der Regierung austreten, da sie Politik ablehne.

Gegen die Uebernahme militärischer Verpflichtungen.

London, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.)

Glückwünsche der Stadt, Der chinesische Botschafter Exzellenz Chen Tien-fong gab der Hoffnung Ausdruck, daß durch die Errichtung des Heims ein neuer Anstoß zur Vertiefung der deutsch-chinesischen kulturellen Beziehungen gegeben werde. Er wid- mete dem Gründer des Institutes, Professor Ri­chard Wilhelm einen warmen Nachruf. Reichs­außenminister von Neurath und Reichsstatthal­ter Gauleiter Sprenger, ließen ihre Glück- wünsche übermitteln.

Britische Rlounl-Everesl-Expebilion kehrt nach England zurück.

Die britische Mount-Evere st- Expedi­tion hat ihren diesjährigen Versuch, den höchsten Berg der Erde zu besteigen, endgültig a u f g e g e - ben. Die Expedition wird nach England zurück­kehren.

Abgeordneten Merlot und Bouchery, der liberale Abgeordnete Jaspar, der auf dem linken Flügel der liberalen Partei steht und der Abgeordnete Pier- lot, Vorsitzender der katholischen Partei.

Die Bildung der Regierung war mit großen Schwierigkeiten verbunden. Insbesondere hat der Führer der Sozialistischen Partei Vandervelde aus vorwiegend persönlichen Gründen die Bemü­hungen van Zeelands bis zum letzten Augenblick auf alle mögliche Weise zu durchkreuzen versucht. Das Programm der Regierung ist noch nicht bekannt. Es ist anzunehmen, daß die wirtschafts- und sozialpolitischen Forderungen der Gewerk­schaften sich bei der letzten Formulierung in stär­kerem Maße durchgesetzt haben. Die Besetzung des Ministeriums für Landesverteidi­gung mit dem General D o n i s , der Kommandant des Lütticher Wehrkreises ist, dürfte dem Wunsch des Königs entsprochen haben, die Verantwortung für die Landesverteidigung, den Parteieüiflüssen, die sich namentlich unter dem früheren Minister Deveze gel­tend machten, zu entziehen. Das A u ß e n m i ni­st e r i u m hatte van Zeeland von Anfang an dem Sozialisten Spaak zugedackt. S p a a k, der noch vor anderthalb Jahren auf dem äußersten linken Flügel der Sozialistischen Partei stand und damals sehr radikalen Auffassungen huldigte, hat inzwischen eine Wandlung vollzogen. Er war schon im vorigen Kabinett einer der engsten Mitarbeiter van Zee- lands, mit dessen allgemeiner Politik auch in außen­politischen Fragen er schon im vorigen Jahr weit­gehend übereinstimmte.

Paul Wittko 70 Jahre all.

Am 16. Juni vollendet der Schriftsteller Paul Wittko in Hamburg in bemerkenswerter Frische seinen 70. Geburtstag. 1866 in Ragnit bei Tilsit als Sohn des späteren Landgerichtsdirektors Wittko geboren, studierte er narf) Absolvierung des Tilsiter Gymnasiums Germanistik und Literatur bei dem Herausgeber des Grimmschen Wörterbuches Rudolf Hildebrandt in Leipzig sowie Geschichte bei Treischke in Berlin. Durch Zufall kam er zur Journalistik. Sie führte ihn nach kürzerer Tätigkeit in Nord- hausen, Oldenburg, Essen und Gera für acht Jahre als Hauptschriftleiter an den Gießener An­zeiger. Ebenso lange war er dann als Feuilleton­redakteur am Neuen Stuttgarter Tagblatt tätig, wo er in besondere Beziehung zu Theaterkunst und Bühnenschasfen trat. Wittko wurde dann Feuilleton­redakteur an der Neuen Hamburger Zeitung (später Hamburger Anzeiger) und blieb in Hamburg, auch als er nach fünf Jahren diese Tätigkeit mit der Leitung der sozial-ethischen ZeitschriftenDie soziale Frage^ undDie Brücke" vertauschte. Beide Zeit­schriften mußten infolge der Inflation ihr Er­scheinen einstellen. Nun wandte sich Wittko einer vielseitigen Tätigkeit als freier Schriftsteller zu. Die Hauptstärke Paul Wittkos ist das biographische Feuilleton, die Charakteristik bedeutender Persön­lichkeiten und ihrer Leistungen in Kunst und Dich­tung, Geschichte und Philosophie.

Das Ehina-Jnslilul der Universität Frankfurt.

Zu einem gesellschaftlichen Ereignis gestaltete sich die in Anwesenheit des chinesischen Botschafters in Berlin und des zur Zeit auf Urlaub in Deutsch­land befindlichen deutschen Botschafters in China, Dr. Trautmann, oorgenommene Eröffnung des neuen Heimes des China-Instituts der Universität Frankfurt. Der Vorsitzende der Stiftung, Dr. von B o r ck, ehemaliger deutscher Gesandter

27. Mai abgegebenen Versicherungen. Die britischen Minister seien mehr und mehr überzeugt, daß England es auf sich nehmen müsse, dem Völker­bund die Aufhebung der Sühnemaß­nahmen vorzuschlagen. Sogar Eden soll entschlossen sein, dafür einzutreten. Frankreich habe der englischen Regierung bereits mitgeteilt, daß es für Beseitigung der Sanktionen sei, um den Weg zur Befriedung Europas zu ebnen. Bisher sei es jedoch nicht möglich gewesen, Klarheit darüber zu schaffen, wie die Regierung Blum sich eine Reform des europäischen Friedens- und Sicherheitssystems denke. Die am kommenden Montag zur Erörterung der Dardanellen-Frage in Montreux zusammentre­tende Konferenz der Mittelmeerstaaten werde sich wahrscheinlich durch die Rückkehr Italiens in daseuropäische Konzert" auszeich­nen. Eine weitere Frage, die zur Sprache dort kommen werde, sei die Forderung der kleineren Mittelmeerstaaten nach einemM ittelmeer- L o c a r n o".

habe. Die liberaleNews Chronicle" be­tont, daß Edens Freunde im Kabinett und in der Presse über Baldwin und Neville Chamberlain ent­rüstet seien. Selbst wenn Eden mit dem Rücktritt drohen sollte, werde sich jedoch die Ansicht Chamberlains durchsetzen. Obwohl sich Eden durch die Erklärung Chamberlains stark vor den Kopf gestoßen fühle, werde er voraussichtlich doch in der Regierung bleiben. Der konservative Daily Expreß" erwähnt die Möglichkeit eines Rücktrittes von Chamberlain, falls ihm Baldwin feine Unterstützung verweigern sollte. Wahrschein­lich sei es jedoch, daß sich die Ansicht Chamber­lains durchsetzen werde, hinter dem beinahe sämt- liche konservativen Abgeordneten ständen.

Der arbeiterparteilicheDaily 5) er alb" führt in seinem Feldzug gegen die Aufhebung der Sank­tionen eine groß aufgemachte Pariser Meldung an, wonach die französische Regierung ge­gen die Aufhebung der Sühnemaß­nahmen sei und sich weigerte, Italien freie Bahn in Abessinien zu geben. In genauem Gegensatz dazu erklärte das Rothermere-BlattDaily Mai l", die französische Regierung sei zu dem Schluß gekom­men, daß die Aufrechterhaltung der Sühnemaß­nahmen unmöglich sei. Eden sei zum Auf­heben der Sühnemaßnahmen geneigt. Sollte er jedoch ihre Aufrechterhaltung zu einer Personal-

Imperiums zu beobachten sei undin keiner Weise der Würde der Zeit entspreche". Die Weisung ver- langt von allen Parteistellen, daß gegen diese Er­scheinung eingeschritten werde und betont, daß die erhöhte geschichtliche Verantwortung des Faschis­mus immer die stete Einhaltung des faschi­stischen Stils notwendig macht.

aus rund 50 Ober- und Unterhaus-Abgeordneten bestehende außenpolitische Ausschuß der sogenann­tenbritischen Reichsgruppe" nahm aufs schärfste gegen d i e Teilnahme Englands an irgendwelchen militärischen Ver- pflichtungen, die nicht den britischen Inter­essen dienen, Stellung. Irgendein Kollek- tiosystem könne sich niemals erfolg­reich erweisen. Keine Nation sei bereit, Maß­nahmen gegen einen anderen Staat zu ergreifen, die die Gefahr eines Krieges mit sich bringe. Die weitere Mitgliedschaft Englands beim Völkerbund müsse von der Beseitigung der Zwangs­maßnahmen in den Satzungen abhängig gemacht werden. England solle die notwendigen Be­richtigungen herbeiführen.

Aus aller Welt.

Der Kartenverkauf für die Olympischen Spiele.

Das Organisationskomitee für die XL Olympi­schen Spiele Berlin 1936 teilt offiziell mit, daß der unmittelbare Verkauf der Kartenstelle für Jn- landsbestellungen endgültig beendigt ist. Die Kar­tenstelle kann infolge Ausverkaufs der Hauptoer­anstaltungen und des angewachsenen Aufgabenbe­reiches weitere Bestellungen nicht mehr bearbeiten. Hingegen hat sich die Deutsche Bank und Diskonto- Gesellschaft, Hauptstelle Berlin, Mauerstraße 26/27, in den Dienst der Olympischen Spiele gestellt und wird den gesamten Schalterverkehr für die Ein­trittskarten zu den Olympischen Spielen überneh­men. Es werden zunächst die Restbestände des bis­herigen Verkaufs für die schon festgelegten Veran­staltungen freigegeben. An bestimmten Tagen stehen immer nur gewisse Kategorien zum Verkauf. Für die anderen Veranstaltungen gelangen die Karten fortlaufend, sobald die Veranstaltungen endgültig festliegen, zum Verkauf. Technische Gründe ver­bieten die Entgegennahme jeglicher telephonischer und brieflicher Bestellungen. Rationierte Zuteilun­gen von Karten sind vorbehalten.

Schwere Bluttat in Langensalza.

Ein blutiger Auftritt spielte sich in Langensalza im Hause des 63jährigen Invaliden H o f m e i st e r ab. Die Familie wurde von dem 36jährigen Fried­rich Kühne aus Dornstedt bei Halle überfallen, dessen Frau bei Hofmeister Ausnahme gefunden hatte. Hofmeister selbst, seine 62jährige Ehefrau und seine Tochter, die 31jährige Hildegard B a u» metjer, wurden durch Schüsse getötet. Der Weber Wilhelm Baumeyer, Hofmeisters Schwieger­sohn, wurde durch einen Oberschenkelschuß schwer verletzt. Kühne hat nach der Tat die Flucht er­griffen. Die Staatsanwaltschaft hat die (Ermittlun­gen ausgenommen.

Ein Raubmörder zum Tode verurteilt.

Vor dem Altonaer Schwurgericht wurde der 23jährige Otto Krepp wegen Mordes in Tat­einheit mit schwerem Raub zum Tode und zum Verlust der Ehrenrechte auf Lebenszeit sowie wegen fortgesetzten Verbrechens gegen § 175, wegen Ver­brechens gegen § 176 Abs. 3, ferner wegen schweren Diebstahls zu einer Gesamtstrafe von acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Krepp hatte den Seemann Bibbern ermordet und beraubt. Außerdem hatte er sich zu verantworten wegen Sittlichkeitsverbre­chens an einem Kinde, fortgesetzter widernatürlicher Unzucht, Kuppelei und Raub.

Schwere Bluttat bei Paris.

In Nanterre unweit von Paris spielte sich zwi­schen dem Besitzer eines kleinen Miethauses und seinem Mieter ein Drama ab, bei dem zwei Per­sonen getötet, und eine lebensgefährlich ver­letzt wurde. Die Mieter, eine arbeitslose Familie, hatten seit einigen Monaten keine Miete bezahlt, wshalb es zu einer heftigen Auseinandersetzung mit dem Hauswirt kam. Der Streit nahm schließlich einen außerordentlich scharfen Charakter an. Plötz­lich griff der Wirt zu seinem Revolver, tötete durch eine Kugel feinen 57jährigen Mieter und dessen 26 Jahre alten Sohn und verletzte einen anderen Sohn lebensgefährlich.

Ein Knabe aus dem Zug gestürzt und überfahren.

Im Tunnel zwischen Aßling und Rosenbach an der jugoslawisch-österreichischen Grenze in Kärnten verunglückte der elfjährige Neffe des grie­chischen Außenministers tödlich. Der Knabe fuhr in Begleitung feiner Erzieherin von Griechenland nach München, wo er bei einem Onkel die Ferien verbringen sollte. Bei der Fahrt des Zuges durch den Karawankentunnel suchte der Knabe den Abort des Wagens auf, machte einen Fehltritt und stürzte aus dem Zuge. Er schlug dabei mit dem Kopf an die Tunnelwand und geriet unter die Räder, die ihn vollständig zerstückelten. Die Leiche wurde einen Kilometer vom österreichischen Tunneleingang ent­fernt aufgefunden.

Hinrichtung eines Mörders.

Der 1910 geborene Hans Heppner aus Lissau ist im Hose der Danziger Strafanstalt h i n ge­richtet worden. Er war am 15. März 1936 durch Urteil der Großen Strafkammer des Landgerichts in Danzig wegen Mordes in Tateinheit mit schwerstem Raub zum Tode verurteilt worden, weil er die 75jährige Witwe Renate Schirk mit einem Knüppel erschlagen f)at, um sich eine Geldsumme anzueignen. Der Danziger Senat hat angesichts dieses kaltblütigen und mit außerordentlicher Ge­fühlsroheit begangenen Raubmordes von seinem Begnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht.

IHaffenmorb amerikanischer Bersicherungsbetrüger?

In Springfield (Massachusetts) ist man anschei- nend einer Bande von Massenmördern auf die Spur gekommen, die zum Zwecke des Le­bensoersicherungsschwindels schon feit Jahren ihr furchtbares Treiben ausgeübt hat. Die Behörden Haden sich veranlaßt gesehen, über 50 verdächtige Todesfälle, die sich in den letzten Jah­ren ereignet haben, eine Untersuchung einzuleiten. Den unmitelbaren Anlaß zu dieser großen Mord­untersuchung gab der kürzlich erfolgte Tod von drei Männern, die angeblich infolge eines Unfalles oder an Herzschwäche gestorben sind. Die Leichen- schau bei diesen drei Todesfällen ergab jedoch, daß die Männer in allen Fällen einem Giftmord zum Opfer gefallen waren. Ein Polizeirichter er­klärte, daß in zahlreichen der von ihm als verdäch­tig bezeichneten Todesfällen der letzten Jahre die Verstorbenen kurz vor ihrem Tode von Personen, die mit ihnen gar nicht verwandt waren, auf hö­here Beträge versichert worden waren, als sie an­gesichts ihrer Vermögenslage selbst hätten aufneh- men können.

Englische Reisegesellschaft schwer verunglückt.

Ein schwerer Auto Unfall, von dem eine bri­tische Reisegesellschaft betroffen wurde, ereignete sich auf der Vrovinziallandstraße CleveGoch. Ein gro­ßer britischer Personenkraftwagen, in dem zwei Da­men und zwei Herren fuhren, geriet auf der regen­nassen Straße ins Schleudern und prallte in voller Fahrt gegen einen Baum. Bei dem heftige»

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Amerika zahlt 2 Milliarden Dollar aus Die Auszahlung des Veteranen-Bonus beginnt.

N e u y o r t, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Mit dem Montag beginnt die vor wenigen Monaten vom Kongreß über das Veto des Präsidenten Roosevelt hinweg verfügte Ausschüttung der Bonuszahlungen an die ehemaligen Kriegsteilnehmer. Seit Wochen haben Hun­derte von Regierungsangestellten in Washington an den Vorbereitungen gearbeitet. Insgesamt 3 517 000 Veteranen erhalten ihre Dienstentschädigung voll ausbezahlt, obwohl dies ursprünglich erst 1945 er­folgen sollte. 2 670 514 Briefumschläge, enthaltend Bonus und Schecks von 1,6 Milliarden Dollar, mußten vorbereitet werden, andere werden folgen, da noch nicht alle Veteranen Antrag auf Auszah­lung gestellt haben. Wenn sämtliche Anträge er­ledigt sind, werden ungefähr zwei Milli- arden Dollar zur Auszahlung gelangt sein. Die Auszahlungen an einzelne Veteranen schwanken zwischen 60 und 1500 Dollar, der Durch- chnitt beläuft sich auf 550. Zweihunderttausend die­ser Veteranen erhalten Arbeitslosenunterstützung, aber der Veteranenoerband ist so einflußreich, daß die Regierung es nicht wagen würde, angesichts der Bonusauszahlung die Arbeitslosenunterstützung herabzusetzen oder zu unterbrechen. Um die Post- ämter und Banken vor dem Riesenandrang zu schützen, wurden überall in den Kasernen der Nationalgarde Schalter eröffnet, wo die Veteranen ihre Bonusscheine einlösen können. Die Jnflationisten erhoffen von der plötzlichen Mil- liarden-Auszahlung eine Belebung der Wirt­schaft, was jedoch von der Regierung bezweifelt wird, da ein großer Teil des Geldes wahrscheinlich in der Form von Sparguthaben in die Ban­ken wandert.

Die Rolle der französischen Kommunisten.

Paris, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das in Paris erscheinende Organ der 4. Internationale, d. h. der radikalsten Richtung des Kommunismus Der Arbeiterkampf", wurde auf Anordnung der Gerichte beschlagnahmt. (Eine Untersuchung ergab, daß die Anhänger dieser Richtung während des Streiks eine außergewöhnlich starke Pro­paganda ertwickelten und die Arbeiter zur Revolution aufforderten. Die Zwischen­fälle, die sich während der Massenstreiks abspielten, sollen fast ausschließlich auf das Konto dieser Gruppe gesetzt werden können.

In Lille jagte der kommunistische Abgeordnete T h o re z , die Arbeiterschaft hätte beim Streik aus dem Grunde keine Ausschreitungen begangen, weil sie wußte, daß die Fabriken ja doch bald ihr Eigentum würden. Man habe behauptet, daß die Besetzung der Fabriken illegal sei, aber es sei eben eine neue Legalität im Wer­den. Bevor wir aber die Macht übernehmen konn­ten, sei es notwendig, daß die Kommunistische Partei alle kleinen Leute und Bauern in sich vereine. Senator C a ch i n erklärte, jetzt sei nicht mehr die Stunde für kleine Straßenunruhen und für Zu­sammenstöße mit der Polizei, jetzt gelte es, eine große disziplinierte Aktion der franzö­sischen Massen durchzuführen. Ihr Ziel bleibe die Errichtung der Sowjets, zwar nicht genau

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London, 15. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Presse und Öffentlichkeit sehen mit großer Span­nung der Kabinettssitzuna am Mittwoch entgegen, auf der aller Voraussicht nach die gesamte außenpolitische Lage und besonders die Sank- tionspolitif besprochen werden wird. Die mei­sten Blätter rechnen bestimmt damit, daß sich die Regierung für baldige Aufhebung der Sühnemaßnahmen gegen Italien entscheiden werde. Mehrere Zeitungen betonen, daß im Kabinett noch scharfe Meinungsverschiedenhei- t e n seien, und daß möglicherweise mit einem Rück- tritt des Außenministers (Eben gerechnet werden könne.

Der der Regierung nahestehendeDaily Tele­graph" meldet jedoch, daß sich die Minister über bie Hauptziele der britischen Politik einig seien. Diese Ziele seien die baldige Be­endigung desSanktionsexperi­ments" und die (Erneuerung der Zusam­menarbeit mit Italien in der europäischen Politik. Maßgebend für diesen Entschluß feien: der Mißerfolg der Sanktionspolitik, die B e f ü r ch - tung eines unsicheren Zeitabschnitts

Das neue belgische Kabinett.

Eine Orei-parteien-Regiernng unter Führung van Seelands

Wickelung, Ziele und Aufgaben der NS. - Kulturgemeinde und legte die Grundsätze dar, nach denen bie NSKG. sich bei ber Pflege bes Theaters, ber Musik, ber Hanbwerks- unb Volks- kultur z. T. auf neuen Wegen betätigt. Weiter sprach er von bem Programm ber Reichstagung, bas ein Spiegelbilb einer täglich im Reich sich voll­ziehenden Arbeit am kulturellen Aufbau des Drit­ten Reiches fein.wolle. Nach einem Dank an die Stadt München und an den Traditionsgau Mün­chen-Oberbayern erklärte er mit einem Gedenken an den Führer die Tagung für eröffnet.

Oer englische Schriftsteller <5. K. Chesterton t

Der bekannte englische Schriftsteller G. K. Che­sterton ist im Alter von 62 Jahren in Bacons- sield bei London g e ft o r b e n.

Gilbert Keith Chesterton wurde 1874 in Campten Hill, London-Kensington, geboren. Er wandte sich früh dem Journalismus zu, machte sich einen Namen als Kunsthistoriker und wurde Mit­arbeiter der angesehensten englischen Blatter. Che­sterton hat dann eine Reihe von humoristischen No- manen geschrieben, von denenThe Man who was Thursday" undMan who kneis too much" auch ins Deutsche übersetzt wurden. Außerdem sind zu nennen die Lebensgeschichten von Browning, Dickens und Vernarb Shaw, bas Ballabenepos The Ballab of the White Horse", bie phantastische KomöbieMagic" und eine Darlegung seiner kon- servativen Ansichten über Politik unb Gesellschaft. 1915 hat Chesterton auch einen Band katholischer religiöser Lyrik veröffentlicht; feinem einige Jahre später erfolgten aufsehenerregenden Uebertritt zum katholischen Glauben entsprach bie Haltung bes 1930 ins Deutsche übertragenen BuchesDer unsterbliche Mensch", worin Chesterton eine kulturphilosophische Derteibigung bes Christentums versuchte. Von ber Vielseitigkeit Chestertons zeigt ber Umstand, daß auch eine Anzahl amüsanter Detektivromane voller Phantasie unb Witz von ihm erschienen sind.

Brüssel, 13. Juni. (DNB.) Die Verhanblun- gen van Zeelands über die Neubildung der Regie­rung sind abgeschlossen worden. Das neue Kabinett setzt sich voraussichtlich folgendermaßen zusammen: Vorsitzender des Mimsterrates (ohne Portefeuille): van Zeeland; Außenminister: Spaak (So­zialist); Innenminister: de Schryver (Katholik); Landesverteidigung: General D o n i s , Justizmini­ster: Bovesse (Liberaler); Finanzen und Be­kämpfung der Arbeitslosigkeit: de Man (Sozia­list); Wirtschaftsminister: van Jsquaker (Katho­lik); Oeffentliche Arbeiten: Merlot (Sozialist); Arbeit und Soziale Fürsorge: Delattre (Sozia­list); Verkehr: Marcel Henry Jaspar (Liberaler); Kolonien: Rubbens (Katholik); Post und Tele­graph: Bouchery (Sozialist); Gesundheitswesen: Vandervelde (Sozialist); Unterrichtswesen: Hosta (Liberaler); Landwirtschaft: (wahrscheinlich) Pierlot (Katholik).

Die neue Regierung ist eine Drei-Parteien- Regierung, bie sich in ber auf 202 Sitzen be- stehenben Abgeorbnetenkammer auf eine Mehr­heit von 156 Abgeorbneten stützen kann. Sechs Minister gehören ber sozialistischen, vier ber katholischen unb brei ber liberalen Partei an. Mini­sterpräsident oan Zeelanb unb General Do n i s rechnen sich zu keiner Partei. Der flämische V o 1 k s t e i l ist vertreten burch sechs Minister, näm­lich burch be Schryver, Rubbens, van Jsacker, Hoste (nicht Hosta), be Man unb Bouchery. Die meisten Mitglieber ber neuen Regierung haben auch bem vorigen Kabinett van Zeeland ange­hört Neu eingetreten sinb bie sozialistischen

Kunst und Wissenschaft.

Oie Reichstagung der 7!S. Kulturgemeinbe in München.

München, 14. Juni. (DNB.) Die Reichs- t a g u n g 1936 ber N S.- K u l t u r g e m e i n b e, die vom 14. bis 19. Juni in München ftattfinbet, wurde im Deutschen Museum feierlich eröffnet. An der Tagung nehmen etwa 2000 Amtswarte der NS.» Kulturgemeinde aus dem Reich und zahlreiche Ehren- gäfte teil. Die Tagungsteilnehmer legten unter Füh- rung des Amtsleiters ber NSKG., Dr. Walter Stang, an ber Ehrenwache auf bem Königsplatz im Gebenken an bie Toten ber Bewegung einen Kranz nieber. Eröffnet würbe bie Tagung mit zwei musikalischen Uraufführungen von J.Jngen- b r a n b unb Julius Weismann, ausgeführt vom Reichs-Symphonieorchester ber NSDAP, unter Lei­tung von Franz A b a m unb Erich Kloß.

Gauleiter Staatsminister W a g n e r begrüßte bie Teilnehmer herzlich unb erklärte, er würbe sich sehr freuen, wenn bie NS.-Kulturgemeinbe, bie ebenso wie bie Partei von München aus ihren Weg in bas Reich angetreten hat, wieder nach München zurück- käme. Rerchsleiter Oberbürgermeister F i e h l e r be­grüßte die Tagungsteilnehmer in München. Der Amtsleiter der NS.-Kulturgemeinde Dr. Walter Stang begrüßte im Namen des Reichsleiters Alfred Rosenberg die Gäste. In einer pro­grammatischen Rede behandelte er Entstehung, (Ent-