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Oie Oeffentliche Handelsschule Gießen im Schuljahr 1935/36.

Die öffentliche Handelsschule Gießen

Der im letzten Jahresbericht angezeigte Auf­schwung der Öffentlichen Handelslehranstalt setzte sich im neuen Berichtsjahr fort. Dies ist nicht allein der planmäßigen Arbeit des verflossenen Jahres zuzuschreiben, sondern auch der mehr und mehr sich durchsetzenden Erkenntnis von der Notwendigkeit gründlicher fachlicher Schulung. Nicht zuletzt ist die erfreuliche Entwicklung auf die einsichtsvolle Stel­lung und Förderung durch die zuständigen Behör­den zurückzuführen. Es wird erstrebt, unter Durch­führung des Ausleseprinzipes die Schülerzahl auf dem Stand zu halten, der den wirtschaftlichen Er­fordernissen des umliegenden Bezirkes entspricht.

Die Schülerzahl im neuen Schuljahr beträgt mit dem Stichtag vom 5. Mai 1936 269. In den Raumverhältnissen ist keine Aenderung eingetreten. Unter Mitwirkung des Oberbürgermei­sters fanden Verhandlungen statt, die das Ziel haben, daß durch die Industrie- und Handels­kammer ein geeignetes Schulgrund stück erworben wird.

Wie im Vorjahre fanden eine Reihe von B e - sichtigungen und Ausflügen statt. Die meisten Ausflüge erstreckten sich auf die nähere Um­gebung. Die Abgangsklassen machten keine Tages­ausflüge, sondern sparten das Geld, um ja eine größere Fahrt zu unternehmen.

Unter Führung von Dipl.-Hdl. Dr. Römer be­gab sich die H. H. acht Tage nach Hamburg. Unter

Führung von Dipl.-Hdl. D e h m e r . war die H. O. K. eine Woche im Westerwald und am Rhein. Unter Führung von Dipl.-Hdl. Dr. Heun ver­brachte die H. O. M. eine Woche auf einer Wan­derung im Weserbergland. Alle Ausflüge dienten neben Erholung der Pflege kameradschaftlicher Ver­bundenheit und ernster wirtschaftlicher Belehrung.

Alle Einrichtungsgegenstände wurden planmäßig ergänzt. Besondere Sorge wurde dem Schreib­maschinensaal zugewandt. Die Schule verfügt nun über 42 erstklassige Maschinen. Die Aufwendungen auf diesem Gebiete betrugen in diesem Jahr etwa 7000 Mark.

Die überragende Mehrheit der Schüler beteiligte sich am Reichsberufswettkampf. Dabei wurden von unseren Schülern mehrere Bestleistun- aen erzielt. Am Reichsleistungsschreiben der Deut­schen Stenographenschaft nahmen nahezu alle Schüler teil. Es wurden etwa 100 Urkunden und 30 Buchpreise erworben.

Die Schule beteiligte sich an den Sommer- kampfspielen der hessischen Schulen, ferner an den Schwimmwettkämpfen um die Ehren­gabe des NSLB. und schließlich an den Wettkampf­spielen. Bei letzteren gelang es unserer Mannschaft, die B e zi r k s m e i ste r s ch a f t im Fußball zu erringen. Es wurde dafür , eine schöne Plakette zugestellt. Im Schwimmunterricht erwarben etwa 50 Schüler den Freischwimmerausweis.

Die Schulräume wurden für zahlreiche Kurse der

Deutschen Arbeitsfront zur Verfügung gestellt. Auch der Schreibmaschinenunterricht der Deutschen Steno­graphenschaft wird im Schreibmaschinensaal der Anstalt durchgeführt. Selbstverständlich stellten.sich Lehrer und Schüler für die verschiedenen Samm­lungen zur Verfügung. Ein besonders erfreuliches Ergebnis erbrachte die Pfundspende.

Die Feiertage des deutschen Volkes und die für die Schulen besonders angesetzten wurden jeweils würdig begangen.

Die schriftlichen Prüfungen fanden vom 9. bis 11. März 1936 statt. Als Prüfungsleiter erschienet Schulrat Stier le (Darmstadt) und Handels-Stu­diendirektor Lauer (Mainz). Schulrat Stierle nahm Gelegenheit, seine besondere Anerkennung auszusprechen. Alle Schüler und Schülerinnen haben die Prüfung mit Erfolg bestanden.

Mehr noch als im Vorjahre wurden würdigen und bedürftigen Schülern ganze oder teilweise Frei­stellen gewährt.

Wie im Vorjahre stellten sich auch alle Mitglieder des Lehrpörpers in vorbildlicher Weise für die zu­sätzliche Berufsschulung in der Deutschen Arbeits­front zur Verfügung. Der Leiter der Anstalt, Dr. Kruse, war auch gleichzeitig der pädagogische Lei­ter aller Kurse. Er wurde am 6. Dezember 1935 zum Reichsfachwalter und Leiter der Reichsarbeitsgemein­schaft für die betriebswirtschaftliche Fächergruppe er­nannt.

Das Unterkommen der abgehenden Schuler und Schülerinnen ging durch die Bemühungen des Ar­beitsamtes Gießen reibungslos vonftatten. Der größte Teil kam in der kaufmännischen Praxis unter. Einige Schüler der Höheren Handelsschule gingen unmit­telbar zur Wehrmacht. Aus der Handelsoberklasse traten einige beim Reichsarbeitsdienst ein. Diese

Schüler beabsichtigen nach 12jähriger Militarzeit in die Beamtenlaufbahn überzutreten und haben sich dafür die beste Vorbildung erworben. Einige Schü­ler treten wie in jedem Jahr in das elterliche Ge» schäft ein, ohne daß sie auf dem Arbeitsmarkt er­scheinen. Schließlich ist noch darauf hinzuweisen, daß in jedem Jahr eine größere Anzahl von Schülerin­nen nicht in den Beruf hineingeht. Sie erwerben die Handelsschulbildung so, wie die Schülerinnen, die eine allgemeinbildende höhere Schule besuchen, dort einen Abschluß machen, um dann im Haus­halt der Mutter tätig zu sein. Nach den bisherigen Erfahrungen ist dieses Verhalten sehr zweckmäßig und zu begrüßen, da solche Mädchen für unvorher- gesehene Fälle eine wichtige Ausbildung besitzen.

Don besonderer Wichtigkeit aber ist es, daß die zweijährige Handelsschule den Charakter einer Auf­bauschule hat. Sie vermittelt in der verhältnis­mäßig kurzen Zeit von zwei Jahren den abgehen­den Dolksschülern eine gute Allgemein- und gründ- liche Fachbildung, damit ist sie der wichtigste Schul­typ, der zugleich am schnellsten eine abgeschlossene Ausbildung vermittelt.

Rundfunkprogramm

Samstag, 16. 2Nai:

6 Uhr: Gymnastik. 6.30: Fröhlich klingt's zur Morgenstunde. 8.10: Gymnastik. 8.45: Auf zum Staatsjugendtag. HI.-Sport. 10: Schulfunk. 11: Hausfrau hör zu! 11.30: Gaunachrichten. 12: Bun­tes Wochenende. 14.10:Knorke". 15: Volk und Wirtschaft. 15.30: HJ.-Funk: Sieh, das ist die Scholle! Eine Hörfolge von Karen Hilbert. 16: Ach­tung! Hier ist der Hilfssender Kükenbüttel. 18: Blasmusik. 20.10: Großes Konzert. 22.30 ... und morgen ist Sonntag. 24 bis 2: Nachtkonzert.

Nachruf.

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50 Jahre lang ist er mit der Firma Gebr. Goerlach, Limburg, auf das Engste verbunden gewesen. Seit Uebergang dieser Firma in die unsere war er auch unser lieber, treuer Mitarbeiter. 57 Jahre ist er also immerwährende erste Stütze der Firma gewesen, deren Aufstieg ihm mit zu verdanken ist Ein Veteran der Arbeit.

Mit dem heißen Dank für alles das, was er der Firma Goerlach und unserer Firma gewesen ist, verbinden wir die Versicherung, daß wir dem liebenEntschlafenen allzeit ein treues Gedenken bewahren werden.

Adolf platt Ichdia platt, geb. Schlierbach Rodheim a. d. Ä., den 12. Mai 1936

Am 12. Mai starb unser Reisevertreter

Herr Gustav Schad, Gießen

Die glückliche Geburt eines gesundenZungen

zeigen in dankbarer Freude an

Wilh. Winckel, G. m. b. H., vorm. Gebr. Goerlach Limburg/Lahn.

Limburg / Lahn, den 14. Mai 1936.

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