Nk.88 zweiter Statt
Gießener Anzeiger tSeneral-Anzeiger für Sberheffen)
Mittwoch. 15. April M»
Ein Zahr Smswirtschast.
Vorbereitung auf -en künftigen Beruf.
NSG. Vor unmehr einem Jahr traten die ersten Anlernmädchen ein hauswirtschaftlich e s I a h r an. Es gibt immer noch viele Hausfrauen, die nicht wissen, was ein hauswirtschaftliches Jahr oder ein Anlernmädchen überhaupt ist.
Die Bedeutung des hauswirtschaftlichen Jahres liegt nicht allein darin, daß das junge Mädel nach dem Verlassen der Schule, bevor es einen anderen Beruf ergreift, ein Jahr lang lernt, sich vorzubereiten auf seinen künftigen Beruf als Hausfrau und Mutter. Das hauswirtschaftliche Jahr bedeutet darüber hinaus eine Entlastung des Arbeitseinsatzes und bietet dem jungen Mädchen die Möglichkeit, seine Wünsche für die kommende Berufswahl noch einmal einer kleinen praktischen Prüfung zu unterziehen.
Der Beruf der Hausfrau ist lange Zeit sehr verkannt worden. Hausfrau sein ist unbestritten ein Beruf, der ein ganzes Leben vollkommen auszufüllen vermag. Die Hausfrau, die ein Anlernmädchen nehmen und ihm Lehrfrau zu fein vermag, steht nicht nur am Herd, stopft nicht nur Strümpfe und hält großen Hausputz, sie ist auch eine aufmerksame Beobachterin der deutschen Volkswirtschaft und versteht es, die Bedürfnisse ihres Haushaltes den Bedürfnissen des Staatshaushaltes stets anzupassen. Geht sie so ganz in ihrem Beruf auf, der ihr volle Befriedigung bringt, so wird es immer eine schöne Aufgabe sein, einen jungen Menschen auszubilden, ihn heranzuziehen für denselben Pflichtenkreis.
Es gibt viele Hausfrauen, die sich dessen kaum bewußt sind, welche Verantwortung, auch der Zukunft gegenüber, sie tragen. Das Bild der jungen Frau, die einen eigenen Haushalt übernommen hatte ohne die geringsten Vorkenntnisse, ja noch schlimmer, auch ohne die Möglichkeit, sich diese Vorkenntnisse anzueignen, steht uns allen recht lebhaft vor Augen, denn es war in den Nachkriegsjahren nur allzu häufig. Kam des Mädel aus der Schule, dann war es feine wichtigste Aufgabe, so schnell wie möglich Geld zu verdienen. Selbst nach der späteren Heirat war weder Geld noch Zeit vorhanden, die Lücke auszufüllen, das einmal Versäumte nachzuholen, denn die junge Frau war gezwungen, neben ihrem Beruf als Hausfrau und Mutter auch ihre bisherige Berufstätiakeit beizubehalten. In einer kurzen Mittagsstunoe, meistens aber nur am Abend wurde dann eine Mahlzeit hergestellt mit den primitivsten Mitteln, ohne Kenntnisse.
Heute soll die Hausfrau mit dazu helfen, daß in einigen Jahren überhaupt kein Mädel mehr einen Beruf ergreift, ohne zuvor in einem hauswirtschaftlichen Jahr die nötigen Vorkenntnisse erworben zu haben. Im letzten Jahr ist es bereits gelungen, durch die enge Zusammenarbeit der 516.= Frauenschaft, des Arbeitsamtes, des Jugendamtes und des BDM. eine große Anzahl von Anlernmädchen in unserem Gau unterzubringen. Die Hausfrauen, die ein solches Mädel für ein Jahr schlicht um schlicht in ihrem Haushalt auf- ncbmcn, haben unzweifelhaft eine schwere Aufgabe zu lösen, denn es ist nicht immer leicht, den rechten Uebergang von der sorglosen Schulzeit in den neuen Pflichtenkreis zu finden. Es ist aber auch schön für eine Hausfrau, einem jungen Menschen Lehrmeister sein zu dürfen.
In allen Städten unseres Gaues finden in diesen Tagen kleine Abschiedsfeiern für die ersten Anlernmädchen statt, die das hauswirtschaftliche Jahr beendet haben. Feierlich wird ihnen hier ein Zeugnis ihrer Lehrfrau ausgestellt. Dieses Zeugnis ist der Schlüssel zu manchem Beruf. In den handwerklichen Berufen zieht der Handwerksmeister gerade ein solches Mädel erfahrungsgemäß dem gerade erst schulentlassenen Mädchen vor. Es hat schon einmal ein Jahr lang gelernt, sich auf die Fähigkeiten seiner Hände zu verlassen, einen Pflichtenkreis auszufüllen. Vorstufe kann das Anlernjahr auch werden für landwirtschaftliche und hauswirtschaftliche Frauenberufe, die augenblicklich recht gute Aussichten haben.
Ein junger Bann erlebt den IrühjahrshauspuH.
Es ist gar nicht so schlimm.
„Du wirst sehen", sagte einst ein Bekannter, „wenn der erste Frühjahrshausputz kommt, ist deine Frau schlechter Laune." Ich bin jetzt ein Jahr verheiratet, der erste Hausputz mußte vorgenommen werden. Den Voraussagen zum Trotz war ich nicht ängstlich, sondern nahm mir vor, meiner Frau behilflich zu sein. „Das Großreinemachen soll aus Gesundheit- und Schönheitsgründen vollzogen werden", meinte meine Frau, und darin mußte ich ihr recht geben. Zuerst soll der Winter staub entfernt werden. Bei allen Gegenständen, die Feuchtigkeit vertragen, rücken wir ihm mit einem feuchten Tuch zu Leibe. Dann staubt es weniger in der Wohnung. Sofort nachher wird nachpoliert. Dazu benötigt man Kraft, und so poliere ich, bis alles blitzte und blinkte. Dann, wenn alles fertig ist, wird noch einmal nachgewischt. Teppiche und Läufer werden auf der Rückseite geklopft. So fällt der Staub am besten heraus. Auf der Vorderseite werden sie abgebürstet, später zusammengerollt und an einem vom Staub geschützten Ort aufgestellt. Fensterputzen, besonders wenn die Außenlust noch kalt ist, geschieht auf einfache Weise, indem man zuerst den Staub von innen und von außen abnimmt. Das ist sehr wesentlich. Sonst verreibt man den Staub und hat viel mehr Mühe. Wir schütteten Schlemmkreide in ein feines Beutel- chen und rieben damit die Fenster ein. Als sie völlig mit Schlemmkreide bedeckt waren, putzten mir sie mit einem weichen Tuch ab und rieben mit einem Leder nach. In verhältnismäßig kurzer Zeit war die Arbeit getan. Der Ofen muß feucht abgewischt werden. Oben liegt auch oft Staub. Wir hatten eine Schicht altes Zeitungspapier auf den Ofen gelegt und so war die Arbeit schon einfacher. Das Papier nahmen wir ab, knüllten es zusammen und warfen es fort. Der Ofen wurde von allen Seiten und oben abgewischt, dann nachpoliert. Auch die Wärmeoerteilung wird besser.
Marmorplatten von Wasch- und Nacht- n sch en--müssen- peinlich sauber gehalten sein, damit sie nücht zu Bazillenträgern werden. Wir rührten
Aus -em Reiche -er Krau.
Schü.
EINFACHE
KLEIDER.
nabe Herstellen.
Ein vollwertiges Mittag
unbegründet sprach ein Arzt von gesammelten Sonnenenergien in den Früchten, die Lebensenergien erzeugen. Gerade in der früchtearmen Zeit sollte die kluge Hausfrau viel mehr zur Marmelade greifen. Wir schlagen zur Vesper ein Marmeladebrot, Mürbeplätzchen mit Marmelade bestrichen oder einen mit ihr gefüllten Kranzkuchen vor. Zum Flammeri gehört F r u ch t s a f t, der sich leicht aus Marmelade unter Wasserzusatz Herstellen läßt. Schmecken Hefeklöße mit Marmeladentunke nicht auch lecker? Außerdem läßt sich aus dieser Tunke bei weiterer Wasserzugabe eine erfrischende Limo
Die heute gezeigten einfachen Kleider sind für warme Tage gedacht. Das Material des linken Modells ist knitterfreie, cremefarbene Kunstseide mit mittelgroßen, marineblauen Tupfen. Aus cremefarbenem Georgette ist die Blendengarnitur mit der schmalen Plisssekante und aus marineblauem Lackleder der mittelbreite Gürtel. Die Bluse wird rückwärtig durch eine kleine Knopfleiste geschlossen. Der Mittelbahn des Rockes
gebrannten Kalk mit Wasser und Seife zu einem dünnen Brei, mischten ihn mit einem Holzspatel um und trugen ihn auf die Platte auf. Dort blieb er einen ganzen Tag liegen. Dann wurde er mit lauwarmem Wasser abgewaschen, die Platte nachpoliert. Um den Glanz wieder herzustellen, verwendeten wir eine Lösung von Wachs und Terpentin, wie man sie in einschlägigen Geschäften zu kaufen bekommt. Flecke aus Spiegeln und Fensterglas entfernten wir, indem wir sie mit einem Wolltuch abrieben, das wir in Kampferspiritus getaucht hatten und nachpolierten. Ver-
essen sind Milchgraupeln mit Marmelade geschichtet; dazu werden die gut gewaschenen, feinen Graupeln in die sechsfache, kochende Milchmenge gegeben, und, ohne zu rühren, auf kleiner Famme gargekocht. Dann schichtet man Graupeln und Marmelade in eine Schüssel und gibt darüber etwas zerlassene Butter. Ohne Butter gibt das Gericht, kalt gegessen, eine wohltuende Abwechslung. Für denselben Zweck rührt man mageren Weißkäse (Quark) mit Marmelade und Milch schaumig; mit einer Scheibe Schwarzbrot essen besonders Kinder diese Zusammenstellung sehr gerne und bleiben frisch und gesund dabei.
Also, liebe Hausfrauen, kauft mehr Marmelade. Jede Frau kann die billige, d. h. preiswerte und gute Marmelade für 32 Pfennig das Pfund kaufen, für sich, für die Ihren, für ihren Geldbeutel zum- Vorteil.
Als Volksnahrungsmittel hervorragend geeignet.
NSG. „Nur 32 Pfennig das Pfund Marmelade? Na, bann kann sie auch nichts taugen!" So hört man manche Hausfrau sagen. Ihr täuscht euch aber gewaltig, liebe Hausfrauen. Alle Düfte und Sonnenstrahlen des Sommers finden wir in ihr wieder. Der deutsche Apfel gibt den Grundstock und dazu gesellen sich dann alle anderen Früchte. Jede Jahreszeit zahlt ihren Tribut. Der Frühling gab als erster Stachelbeeren und dann die duftenden Erdbeeren, späterhin die beliebten Kirschen. Im Sommer sind es die herben, aber wohlschmeckenden Johannisbeeren und dann die süßen, aromatischen Himbeeren, die den Wohlgeschmack der Marmelade rundeten. Doch auch der Herbst liefert seinen Teil. Als erstes die kleine, süße Mirabelle und dann die würzige, gelbfleischige, herzhafte Pflaume. Und das sollte alles zusammen mit Zucker vereint nicht herrlich schmecken?
Gebt nur euren Kindern zum ersten Frühstück ein Brot mit Marmelade gestrichen. Die Bitte nach mehr und strahlende Kinderaugen werden es euch sagen, wie gut es schmeckt. Ueberlegt euch einmal, wie nahrhaft Marmelade ist. Da ist zunächst der große Zuckerbestandteil. Zucker nährt, und wer viel Zucker ißt, ganz gleich in welcher Form, ist leistungsfähiger, da dem Körper damit auf schnellstem Wege Energie zugeführt wird.
Und dann der große Nährwert der Früchtst Nicht
ist unten — vom und hinten — je ein kurze s Glockenteil angesetzt.
Das pastellrote Leinenkleid (rechts) mit dem kurzen Schoß hat eine Garnitur (Gürtel, Kragenteile und Aermelaufschläge) aus weißem, feinen Leinen und Knöpfe aus weißem, groben Leder. Den Ueberfchlag des Rockes hält unten ein durchgeknöpfter Knopf.
Material und Farbzusammenstellung geben dem schlichten Kleid seine frische Note. H.
Die häusliche Frau.
Von Ilse Mahl.
Die meisten Frauen behaupten von sich, häuslich zu sein. Aber nicht selten wird diese Eigenschaft in Verbindung mit der äußeren Erscheinung ober mit bestimmten Lebensgewohnheiten gebracht. „Häuslich, kein Bubikopf, keine schlanke Linie..." ober „häuslich veranlagt, kein Sportgirl", finb immer wiederkehrende Zusammenstellungen, mit benen sich Frauen in Heiratsanzeigen charakterisieren. Zwei- fellos wirb vielfach auch häuslich mit hausbacken verwechselt.
Aber Häuslichkeit steht nicht an ber Stirn geschrieben. Sie ist zwar mehr ober weniger angeboren unb läßt sich burch Erziehung unb guten Willen nicht immer erwerben, wirkt sich aber nicht unbedingt im Lebensstil aus. Häuslichkeit ist nicht gleichbedeutend mit Haarknoten, rissigen Händen und Nägeln mit Trauerrand.
Das Wesen der Häuslichkeit liegt vielmehr in der Selbstverständlichkeit, mit der alle Hausarbeiten verrichtet werden, in der steten Arbeitsfreude, Opferbereitschaft und Ordnungsliebe, die zur Verrichtung all der vielen kleinen, ewig gleichen Pflichten eben einmal notwendig sind. Eine Frau, die jedesmal stöhnt, wenn sie das Abendbrot richten muß ober wenn ein Knopf anzunähen ist, bie am liebsten bie Wurst im Papier auf ben Tisch legen möchte, bamit sie kein Geschirr abzuspülen hat, ober die sich jebesmal, wenn ein Strumpf ein Loch hat, ein neues Paar kauft, weil sie nicht gerne flickt, ist bestimmt nicht häuslich. Man wirb auch einer Frau bie Häuslichkeit absprechen, bie einen fehlenben Fuß am Büfett ober am Bücherschrank jahrelang burch einen Ziegelstein, ein Holzscheit ober ein Brikett ersetzt, denn das Gesicht des Haushalts, fein ganzer Stil verrät eben in dieser Beziehung sehr viel, mehr jedenfalls als das Aus- sehen feiner Herrin.
Die Vorstellung von einem gemütlichen Heim ist nun einmal untrennbar mit dem Begriff Häuslichkeit verbunden, aber das Zusammentragen geschmackvoller Dinge genügt nicht, man muß sie auch richtig pflegen unb erhalten können. Unb bazu gehört Erfahrung, gehören Kenntnisse, bas Wissen um praktische Tricks unb etwas handwerklicher Sinn, vor allem aber ein offener Blick für das ästhetische Bild der Wohnung.
Wenn Frauen auf ihre Häuslichkeit stolz sind, so geschieht es vielleicht deshalb, weil sie in nächster Umgebung erlebt haben, wohin ein Haushalt geraten kann, wenn bie Hausfrau ihre Arbeit ohne Lust unb Interesse verrichtet, wenn sie meber einkaufen, noch einteilen, noch Orbnung halten, noch bie ihr anvertrauten Dinge richtig behanbeln kann, kurz, wenn sie gewissermaßen ihren Beruf verfehlt ober es versäumt hat, sich bie notwendigen Kennt- nisse rechtzeitig anzueignen.
Es hat allerbings oft den Anschein, als ob Frauen, die von Natur nicht häuslich veranlagt sind, durch Fleiß unb guten Willen nur schwer etwas erreichen. Maßgebend ist hier aber vor allem, wie in vielen Punkten der Erziehung, das praktische Beispiel im Elternhaus. Hier kann die Tochter in jahrelanger Anschauung und durch Zugreifen neben der Schule und Berufsarbeit gründliche und festsitzende Kenntnisse erwerben, wozu sie vielleicht später keine Gelegenheit mehr hat. Ein gut geführter Haushalt wird ihr aber auch die Augen öffnen über die vielen Pflichten, deren Erfüllung eine Selbstverständlichkeit sein muß und deren Ausführung eben jene Energie und Umsicht verlangt, die der Begriff Häuslichkeit umschließt.
as sollen wir tragen?
PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS
Anser Kind wird photographiert.
Kamilienalbum wir- Familienchronik.
Ich kann mich noch genau erinnern, als ich am Tag meines ersten Schulganges photographiert wurde! Imponiert hat mir das damals, daß der Photograph mit einer langen Stange eine halbe Stunde lang in den Wolkenqardinen herumstocherte, daß ich mich vor eine Gipskalustrade stellen mußte und als Hintergrund ein Schloß mit einem Schwanenteich hatte. Vom Tornister, ber mir doch so wichtig war, konnte man auf bem Bild nichts sehen!
Heute photographiert man Kinder anders! Sie werden nicht mehr steif auf ein Stühlchen gesetzt, wie ernsthafte Erwachsene, man drückt ihnen nicht mehr irgendetwas in die Hand, was gar keinen Zusammenhang mit ihnen hat — sondern man versucht, ein Momentbild aus ihrem Tun und Lassen zu erhaschen, daß uns das Kind so wiedergibt, wie es wirklich ist. Es ist ein langer Weg gewesen, bis man so weit war, den richtigen Moment zu er- fassen. Man hat sich nicht so leicht von dem Eisbärfell getrennt, auf dem der Säugling mit erstaunten Augen saß ober bäuchlings lag, unb wo ein Kind wie das andere aussah!
Heute? Es gibt kaum ein Bild, das dem anderen gleicht! Kinder, die ein „Photographiergesicht" machen, die kennt man nicht mehr. Eine bekannte Kinderphotographin sagte mir einmal: »Die Kinder dürfen gar nicht wissen, daß sie photographiert werden, damit sie sich nicht in Positur fetzen. Ich lasse sie spielen und herumtollen, ich lasse sie ihr Spielzeug mitbringen und ihre Bilderbücher — und dann, wenn sie es gar nicht merken, bann mache ich bie Ausnahme. Ein Kind hat soviel Bewegung in sich — jeden Augenblick sieht es anders aus — es ist die Kunst des Photographen, diese Bewegung auf ihrem Höhepunkt einzufangen!
Das Familienalbum war in früheren Jahren oft die Quelle des Spottes! Man wollte sich totlachen über die steife Haltung auf den Bildern, mit den Blumensträußen aus Papier und den Balustraden aus Gips! Heute, wo man den Wert ber Familienchronik mieber so richtig zu schätzen weiß, ist man hoppelt bemüht, natürliche und lebenswahre Bilder herzustellen. Mit welcher Freude werden bann biefe Alben burchblättert! Das ganze Leben kann man zurückverfolgen: bas war das erste Bildchen, erst acht Tage war das Baby alt! Oder hier, auf dem Buddelplatz, so selbstvergessen konnte nur ein „Träumerchen" im Sand spielen! Es macht ja gar nichts, daß die Händchen auf dem Bild schmutzig sind, man sieht sie ordentlich, wie sie im feuchten Sand graben. Oder das
Wir teilten uns die Arbeit ein, daher war meine Frau sehr guter Laune und gar nicht übermüdet. Sie brauchte auch nicht schnell zu machen, damit alles fertig sei, wenn ich nach Hause komme. Sie machte die leichteren Arbeiten, bei den schwereren, die mehr Körperkräfte erforderten, half ich ihr. Die Hauptsache aber: Gewiß wird manche Leserin fragen, woher ich die Zeit nahm, um meiner Frau so viel zu helfen! Das Geheimnis ist schnell gelöst. Wir machten alles nach und nach. Es lag kein Grund zur Eile vor. Die Wohnung mußte ja nicht an einem Tag blitzblank sein. Wir nahmen uns fast zwei Wochen Zeit dazu, und zuletzt wischten wir den Fußboden, nachdem er gründlich gereinigt war, mit kaltem Wasser nach, damit auch er blank sei. Dann polierte ich ihn. Die Lampen bereiteten nicht viel Mühe. Wir nahmen Schirme und Glocken ab — nein, das machte meine Frau neben ihrer täglichen Hausfrauenarbeit allein. Ich lernte einmal die gründliche Arbeit der Frau kennen und schätzen. Wenn meine Frau unsere kleine Wohnung sauber und tadellos im Stand hat — und das hat sie ganz gewiß —, bekommt sie jeden Tag ein Lob. Geht es nicht auch auf diese
Schulbild — das ist ein richtiger Junge mit zer- ^schundenen Knien, nicht im steifen Sonntagsanzug,
goldete Rahmen hatten schwarze Stellen. Wir reinigten sie mit einem Tuch, das wir in Weinessig tauchten. Dann wurden bie Rahmen mit kaltem Wasfer nachgespült. Nachdem sie vierundzwanzig Stunden in der Luft getrocknet hatten, waren sie wie neu. Fleckenlos boten sie sich unseren Augen bar. Unangenehmer Geruch in Schränken und Schubladen, der sich häufig einnistet, wird durch Lüsten und eine entsprechende Behandlung entfernt. Nachdem die Sachen ausgeräumt waren, öffneten wir die Türen, zerschnitten eine Zwiebel unb stellten sie in einer Tasse in ben Schrank. Die U14. vlC|C
Türen würben zugemacht, nach zwölf Stunden Weise, unb muß ber große Hausputz mit so viel nahmen wir bie Zwiebel heraus, lüfteten ben Mühe unb schlechter Stimmung verbunben sein? Schrank noch einmal unb rieben bie Innenseite ~ *
mit Alkohol aus. Der Geruch war verschwunden.


