Ausgabe 
15.1.1936
 
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Polen und die Ukrainer

endgültig

aufgehalten hat. Der Verlauf des Prozesses hat - ergeben, daß der frühere litauische Außenminister ! Zaunius die Terroristen mit Geldmitteln u n - - terstützte und die flüchtigen Agenten mit litau- ! ischen Pässen versehen hat. Litauische Ableutz- nungsversuche wurden von der polnischen Presse mit der Veröffentlichung der belastenden Dokumente beantwortet. So hatte der Prozeß noch die weitere i Folge, daßderpolnisch-litauischeGegen- s a tz wieder sichtbar geworden ist. Das Regierungs­blattCzas" schrieb" dazu, von Litauen sei alles zu erwarten, und es sei Zeit, daß dieser Staat ein­mal vor ein europäisches Tribunal gezogen werde. Zaunius sei der typische Vertreter der Kownoer Ideologie, die es mit ihrem Rechtsgefühl verein­baren könne, sich zu Komplizen von Mördern zu machen. m

Die Angeklagten selbst haben wahrend des Pro­zesses eine selbstbewußte Haltung zur Schau getra­gen. Sie haben beharrlich ihre Schuld geleugnet und sich geweigert, ihre Aussagen anders als i n u k r a i- nischer Sprache zu machen. Selbst durch die Anordnung von Dunkelhaft und anderer Straf­mittel haben sie sich nicht erschüttern lassen. Bis auf wenige Ausnahmen. Zwei von ihnen verloren im Laufe der Verhandlungen die Nerven und bela­steten sich und ihre Mitangeklagten. Sie sind die künftigen Konfidenten der politischen Polizei, und man wird für ihr Leben nicht gut sagen können, wenn sie wieder in Freiheit gesetzt werden. Ueber- haupt ist auch in diesem Prozeß stark mit bezahl­ten Spitzeln gearbeitet worden, jener sehr unerfreu­lichen, aber wie es scheint, unentbehrlichen Waffe der politischen Kriminalbehörden.

Es ist zu erwarten, daß nach Abschluß des Pro­zesses die polnische Regierung in noch schärferer Weise alle illegalen ukrainischen Bestrebungen unterdrücken, gleichzeitig aber ihre Versöhnungs­aktion mit der Masse der ukrainischen Minderheit fortführen wird.

Oer polnische Heereechaushalt.

Warschau, 15. Jan. (DRV. Funkspruch.) Im Haushaltsausschutz des polnischen Sejm wurde der Militärhaushalt in Höhe von 768 Millionen Zloty bewilligt, der 34 v. H. aller Staatsaus- gaben darstellt. Die Erklärungen des Vertreters der ukrainischen Volksgruppe wurden mit starkem Beifall ausgenommen, der für den Mi­litärhaushalt stimmte unter Hinweis darauf, datz die Beziehungen zwischen Polen und Ukrainern a u f ein neues Gleis gekommen seien. Die Beruhi­gung der Beziehungen zwischen Polen und Ukrain- : nern liege auch im Interesse der Verteidigung des : Landes.

Hur noch wenig Stimmung für Verhängung der Oelsperre gegen Italien

Schritt zum F------- .

Krieges auf Europa würde das Schicksal der Zivi­lisation besiegeln und die Welt dem B o l s ch e -

worden sein.

Schwedische Protestnote in Asm

Erne Untersuchung der Schuld an dem Bombenabwurf von Dolo gefordert.

Stockholm, 15. Jan. (DRV.) Der schwedische Gesandte in Rom hat der italienischen Regierung eine Note wegen des italienischen Bombenab­wurfes auf die schwedische Rote-Kreuz-Abteilung in Abessinien überreicht, in ihr heißt es u. a.: Die schwedische Regierung ist der Ueberzeugung, daß die schwedische Krankenabteilung Gegenstand eines unmittelbaren Angriffs durch

stürzen lassen?

Matrolm Macdonalds Wahlaussichten beffern sich.

L o n d o n , 14. Jan. (DNB.) Im Wahlkreis Rotz and Cromarty haben sich die Wahlaussichten Mal­colm Macdonald wesentlich gebessert. Mac - d o n a l d und sein Gegenkandidat Randolph E h u r- ch i l l sprachen am Montagabend von demselben Balkon des Hotels in Dingwall zu der Wähler­schaft. Macdonalds Rede wurde wider Erwarten von der Menge mit großem Beifall ausge­nommen. Er wurde nach Beendigung der Versamm­lung aus den Schultern mehrerer Anhänger durch die Stadt getragen. Randolph Churchill hingegen wurde von der Menge mit lauten Lärmkundgebun-1 gen und Nieder-Rufen begrüßt, so daß er schließ­lich seine Rede abbrechen mußte. Der zu­rückgetretene Vorsitzende der Konservativen von Roß and Cromarty, Sir William Martineau, erklärte, daß die seinerzeit zustande gekommene Mehr­heit für die Kandidatur Randolph Churchills nur dadurch erreicht worden sei, daß eine Reihe von Grundbesitzern unberechtigterweise 60 Acker- kn echte mit in die Versammlung ge- bracht und sie veranlaßt hätten, ihre Stimmen für Churchill abzugeben. Martineau bezweifelt nicht, datz die Kandiditur Churchills ohne diese Stimmen a b g e l e h n t worden wäre.

Mit dem Urteil im Prozeß gegen die Teilnehmer an der Ermordung des polnischen Innenministers Pjeracki ist der Vorhang auch über einem Spiel gefallen, dessen Fortsetzung nur auf einer anderen Bühne denkbar ist. Es war die Tragik in dem Schicksal des Ermordeten, datz gerade er es war, der die Unerträglichkeit der Verhält­nis s e i n O st g a l i z i e n am deutlichsten erkannte und deshalb eine Politik der Versöhnung gegenüber der ukrainischen Minder­heit eingeleitet hatte, die von seinem Nachsolger im Amte, Koscialkowski, dem gegenwärtigen Mi­nisterpräsidenten, erfolgreich weitergeführt wurde.

So saß auch nicht das Ukrainertum als solches auf der Anklagebank, sondern nur eine beson­dere terroristische Gruppe, die Organisa­tion der UON., die seit länger als zwölf Jahren durch zahlreiche Morde an polnischen Beamten, durch Brandstiftungen auf den Gehöften polnischer ; Landwirte und Siedler, durch Beraubung von Post­ämtern, durch Demolierung von polnischen Schulen und Zerstörung polnischer Hoheitszeichen zu erken­nen gegeben hatte, daß sie auf keinen Fall gesonnen sei, den politischen Zustand anzuerkennen und sich der polnischen Staatshoheit unterzuordnen. So war es auch bezeichnend, daß trotz des Prozesses, der in seinem Anklageakt schwere Vorwürfe gegen Ange­hörige des ukrainischen Volkes enthielt, die Versöh­nungsaktion der Regierung ihren Fortgang nahm und bereits bei den Septemberwahlen zu den ge­setzgebenden Körperschaften dazu führte, daß in Ost­galizien und Wolhynien gemeinsame pol­nisch-ukrainische Wahllisten aufgestellt wurden, die den Ukrainern in den beiden Kammern fast die gleiche Anzahl von Sitzen sicherten, die sie vorher hatten, obwohl die Zahl der Abgeordneten im ganzen durch die neue Wahlordnung wesentlich gekürzt worden war. Diese Annäherung fand unter Vermittlung des Lemberger Metropoliten S z e p - tycki zwischen Warschau und den ukrainischen Na­tionaldemokraten, der UNDO., statt. Diese Organi­sation, die in früheren Jahren gehofft hatte, durch Anlehnung an die Sowjets zu einer eigenen ukrai­nischen Staatlichkeit zu gelangen, hat inzwischen eingesehen, daß die Sowjets die schlimmsten Feinde aller nationalen ukrainischen Regungen sind, was besonders ihre Entnationalisierungspolitik in der Sowjetukraine bewies. Deshalb ist die UNDO. gern bereit gewesen, die polnische Versöhnungshand zu ergreifen und hat sich mit ihren politischen Forde­rungen auf das Verlangen nach Autonomie im Rah men des polnischen Staatsver­bandes zurückgezogen.

Der Führer der terroristischen UON ist der Oberst K o n o w a l e c, der sich längere Zeit in Litauen

die italienische Luftfahrt geworden ist. Da es sich hierbei um schwedische Staatsangehörige handelt, die in Ausübung eines Werkes der Mensch­lichkeit gemäß dem Abkommen von 1929 von ita­lienischen Fliegern angegriffen wurden, sieht sich die schwedische Regierung verpflichtet, gegen dieses Vorkommnis nachdrücklichst Protest zu er­heben. Hinsichtlich der Tätigkeit der schwedischen Abteilung hat sich kein Anhaltspunkt dafür er­geben, daß sie sich eines Mißbrauchs des Note-Kreuz-Zeichens schuldig gemacht habe und alle diesbezüglichen Vermutungen sind von den schwe­dischen Angehörigen der Abteilung mit Entschie­denheit als Irrtümer erklärt worden. Für die schwedische Regierung gibt es keine Ver­anlassung, an der Wahrhaftigkeit die­ser schwedischen Zeugenaussagen zu zweifeln. Die schwedische Regierung nimmt Kenntnis von dem Bedauern der italienischen Re­gierung, datz schwedische Staatsangehörige von dem Bombenabwurf getroffen wurden und e r - wartet, daß eine Untersuchung der Ver­antwortlichkeit an dem Bombenabwurf durch Italien mit aller Beschleunigung geführt und die Angriffshandlung gehörig verfolgt werde. Die schwedische Regierung behält sich vor, ihre Forderungen, die sie für gerechtfertigt hält, später zu unterbreiten.

schlüge zu schaffen.

Optimistischer Kriegsbericht aus Addis Abeba.

Schwierige Lage der Italiener an der Nord- front. GeringeAussichten für eineLffenftve im Süden.

Addis Abeba, 14. Jan. (DNB.) Nach den in Addis Abeba einlaufenden Frontberichten wird die militärische Lage der Italiener sowohl im Nor­den als auch im Süden von Tag zu Tag schwieriger. An der Nordfront haben die gro­ßen R e g e n s ä l l e den Italienern nahezu jede Rückzugsbewegung unmöglich gemacht. Ebensowenig können belangreichere Truppenverschiebungen statt­finden. Die Italiener haben sich in ihre stark ausge­bauten, betonierten Verteidigungsstellungen und in be­festigte Blockhäuser zurückgezogen, die stark mit Ma­schinengewehren bestückt sind. Um unnötige Verluste zu vermeiden, greift die abessinische Armee die italie­nischen Stellungen nicht mehr in großen Truppen­verbänden an.

Man ist der Auffassung, daß sich diese italieni­schen Verteidigungsnester über kurz oder lang wer­den ergeben müssen, da der Nachschub ebenso wie der Rückzug fast ausgeschlossen ist. Sämtliche Straßen sind in einen grundlosen Morast verwandelt, in dessen Schlamm alle Fahr­zeuge stecken bleiben. Alle Versuche der italienischen Truppen, unterstützt von Artillerie und Flugzeu­gen, sich aus dieser schwierigen Lage zu retten, ha­ben wenig Aussicht auf Erfolg. Nordwestlich von Mak alle und im Gebiet von Aks um wird noch immer heftig und für beide Seiten äußerst ver- * lustreich gekämpft.

Das VeWel Deutschlands.

Ein französisches Urteil über unsereZugend.

Paris, 15. Jan. (DNB. Funkspruch.)Ingen- den der Welt" ist die Ueberschrift einer Artikelfolge, dieJournal" veröffentlicht. Die ersten Aufsätze sind derJugend in Deutschland" gewidmet. Sie tragen die UeberschriftDas Beispiel Deutsch' land s". Der Berichterstatter schildert zunächst den Zustand der deutschen Jugend vor der Macht« ergreif ung durch den Nationalsozialismus. 1932 sei Deutschland ein Land ganz ohne Jugend gewesen. 1935 hatten die auslandsdeut- schen Jungen, d-nen ein Besuch der Heimat er­möglicht wurde, feststellen können, daß Deutschland 1935 ein von Jungen bevölkertes und beseeltes Land sei. Man frage sich, ob ein i Wunder geschehen sei. Sei es denn überhaupt mög­lich, daß in vier Jahren ein Volk, das unter Zwen fein litt, das vor Verzweiflung gealtert war, sich einen neuen Glauben aufbaut? In einem dem Blatt gehörenden Lichtspielhaus in Paris läuft zur Zeit ein Bildstreifen gleichen Inhalts.

Aussprache zwischen ^eichsminister Kerrl und Bischof D. Zänker.

Berlin, 14. Jan. (DNB.) Am Freitag hatte der Reichsminister für die kirchlichen Angelegenhel­ten den Bischof von Breslau, D. Zänker, einer Besprechung geladen. Die Aussprache san° in Gegenwart des Vorsitzenden des Landeskirchen ausschusses D. Eger und der Mitglieder des fd)les fischen Provinzialkirchenausschusses, Pfarrer^' heyde und Pfarrer Bessert, statt. Dlschoi

Man kann heute schon sagen, daß gerade bie fi­nanzielle Verflechtung der amerikanischen Privat­leute in das Kriegsunternehmen der Entente die amerikanische Regierung bewog, den Mittelmächten den Krieg zu erklären, daß Wilson mit der verdick­ten Energie eines monomanen Pazifisten die tollsten Ungerechligkeiten gegenüber Deutschland beging und für England eintrat, zumal die Geschäfte Ame­rikas in Gefahr waren. Das haben schon vor der Vernehmung Morgans einsichtige Amerikaner fest­gestellt, so der amerikanische Historiker Sidney Fay, Professor Shevill von der Universität Chikago, bereits am 18. Dezember 1923 hielt ein lOOproz. I Amerikaner, der über ein halbes Menschenalter dem Senat angehörte, Robert L. Owen, eine Rede im Senat über die Kriegsschuldfrage, in der er Deutschland freisprach und die Poincare, Iswolski, Grey bezichtigte, durch ihre Einkreisungspolitik seit Jahrzehnten den Krieg vorbereitet zu haben. Im Jahre 1924 wurde Owens Forderung, einen Aus­schuß über die Kriegsschuldfrage einzusetzen, vom Senatsausschutz mit nur 8 gegen 6 Stimmen abge­lehnt und auch der jetzige Ausschuß hat lediglich Die Aufgabe, die vollkommene Neutralitätspoli­tik Roosevelts während des abessinisch-italienl- schen Krieges zu unterstützen, daher griff er nur ein Teilproblem an, nämlich die Lieferungen an Geld und Waren durch die Amerikaner während des Weltkrieges und ihren Einfluß auf die Handlungs­weise Wilsons. Deshalb wurde demautokratischen , undemokratischen Deutschland die amerikanische Kriegserklärung überreicht und die Fach, Lloyd Ge­orge, Clemenceau und Orlando wußten, weshalb sie in einer Depesche an Wilson vom 3. Juni 1918 eine beschleunigte Hilfe der Amerikaner erwarteten. Sonst lag die Gefahr vor, daß, wie es in der De­pesche heißt,der Krieg verloren geht." Das ame­rikanische Eingreifen allein bewirkte, daß Deutsch­land niedergeworfen und Wilson mit seinem Frieden ohne Sieger oder Besiegte Schiffbruch erlitt. |

Von Zaharoff zu der Morgan-Gruppe lauft Die Linie derer, die eiserne oder goldene Kugeln auch für die Kriege der Zukunft bereit halten, wenn sich nicht die Völker diesem privatkapitalistischen Treiben endlich widersetzen. Der amerikanische Präsident Abraham Lincoln sagte:Laßt uns Vertrauen haben zu dem Glauben, datz nur das Recht Macht schafft." Die Zaharoff und Morgan haben mit den Entente-Regierungen das Recht gebeugt. Wann wird der Mann der Stratze, der hellhörig geworden ist, diese Hyänen der Schlacht­felder so behandeln, wie es diese Leichenstedderer verdienen? Oder wird er sich in einen neuen euro­päischen Krieg umdemokratische" Ideale halber

Deutsche Mionalerziehmg.

Im Berchtesgadener Land gilt bei, einer Be- gegnung der GrußZeit lassen. Don der großartigen Natur der bayenschen Berge strömt Ruhe und Kraft auf Die Menschen aus. Ruhe und Kraft geht auch von dem Haus auf dem Oder- salzberg aus, in dem Adolf Hitler feine kurzen Erholungsstunden verbringt, um dann mit verdop« pelter Energie die Arbeit für Volk und Staat wieder aufzunehmen. Auch die Politik des Führers scheint bestimmt zu sein vom Grundsatz,Zeit lassen. Der Führer braucht sich nicht drängen zu lassen, er braucht nichts zu überstürzen, er kann warten, er kann alles wachsen und reifen taffen, denn hin­ter ihm und seinem Werk steht das Gesetz des deut­schen Lebens. r

Es haben sich manche Leute sehr frühzeitig den Kopf darüber zerbrochen, was denn, in Zukunft aus der Partei werden solle. Werde sie zum Aus­sterben bestimmt sein oder woher bekäme sie ihren Nachwuchs? Es ist auch viel darüber gerätselt wor­den, welche Aufgabe denn noch die Organisation der Hitler-Jugend erfüllen könne, nachdem alle deutschen Jungen und Mädchen gleicher­weise im Geiste der nationalsozialistischen Welt­anschauung erzogen würden. Der Führer hat auf den gesunden Instinkt der deutschen Jugend ver­traut. Die Jugend, die seinen Namen trägt, war stets eine Kampfjugend und sie ist es auch geblie­ben in den Jahren nach der Machtergreifung. Sie hat unablässig an sich gearbeitet und alles vor­bereitet, um dereinst der großen Aufgabe gerecht werden zu können, die ihr der Führer stellen würde.

Dieser Augenblick war mit dem Parteitag der Freiheit gekommen. Am 14. September 1935 sprach Adolf Hitler im Nürnberger Stadion zu seiner Ju­gend:Was wir von unserer deutschen Jugend wünschen, ist etwas anderes, als es die Vergangen­heit gewünscht hat. In unseren Augen, da muß der deutsche Junge der Zukunft schlank und rank sein, flink wie Windhunde, zäh wie Leder und hart wie Kruppstahl. Wir müssen einen neuen Men­schen erziehen, auf daß unser Volk nicht an den Degenerationserscheinungen der Zeit zugrunde geht. Wir haben es unternommen, dieses Volk durch eine neue Schule zu erziehen, ihm eine Erzie­hung zu geben, die schon mit der Jugend anfängt und nimmer enden soll... Keiner soll sagen, daß es : für ihn eine Zeit gibt, in der er sich ausschließlich : selbst überlassen sein kann... Unsere Absicht und unser unerschütterlicher Wille ist es, daß wir : schon in die Herzen der Jugend den Geist : hineinbringen, den wir im großen Deutschland als : den allein möglichen und für Die Zukunft erhalten- den sehen möchten und sehen wollen."

Die von der Südfront einlaufenden Meldungen lassen darauf schließen, datz die Italiener nach der Räumung der Ogadenprovinz ihren geplanten Vor­marsch auf die Provinz Bali weiter fie­berhaft vorbereiten. Die Entfernung von Dolo, dem Ausgangspunkt einer italienischen Offensive, nach Addis Abeba beträgt in der Luftlinie rund 600 Kilometer. Ein Angriff müßte anfangs fast 250 Kilometer durch fieberoerfeuchte Gebiete und Wüsten- und Steppengegenden vorgetragen werden. Dann würde er auf hohe Gebirgs­züge stoßen, in denen gegen 160 000 Mann abes­sinischer Truppen in gut verschanzten Stellungen bereitstehen. Von ausländischen Militärs wird stark bezweifelt, ob es der italienischen Armee gelingen kann, bis zum Beginn der großen Regenzeit dies Gelände zu überwinden, da Ras D e ft a bereits jetzt im Gebiet von Dolo zu Gegenangriffen übergeht.

Brand- und Gasbomben auf die Stadt Gokota.

AddisAbeba,15. San. (DNB.) Di- fübmeft- lich von Makalle gelegene Stadt Sokota soll von Brandbomben vernichtet worden sein. Äußerem sollen dort drei große Gasbomben abge­worfen worden sein, was für die ahnungslose Be­völkerung, die sich später zu den Einschlag­trichtern begeben habe, furchtbare Fol­gen gehabt haben. Zehn Personen hätten durch das Gas das Augenlicht verloren, wäh­rend viele andere schwere Brandwunden davongetragen hätten. Die Kirche der Heiligen Maria in Sokota sei von Bomben getroffen wor­den, gerade als in ihr zahlreiche Betende weilten. Von ihnen sollen zehn in Stücke gerissen

w i s m u s ausliefern.

Die Oppositionspresse bringt eine scharfe War­nung an Die Regierung. Die englische Oeffentlich- keit werde eine schwankende Politik und ein Ab­weichen von einem einmal eingeschlagenen Weg der Sühnepolitik nicht dulden. Der Ruf Englands müsse von dem Vorwurf befreit werden, daß Eng­land auf der einen Seite den Krieg verurteile und auf Der anderen Seite aus den Oellieferungen, Die zur Fortsetzung des Krieges benötigt werden, Ge- roinn ziehe. Es sei bemerkenswert, daß die Oel- I aktien in den letzten Tagen stark angezogen haben. Das von der französischen Presse aufgegriffene Thema von der deutschen Wiederauf­rüstung sei lediglich ein französisches Ab­lenkungsmanöver, um eine geeignete Atmo­sphäre für neue italienisch-abessinische Friedensvor-

London, 15. Jan. (DNB. Funkspr.) Die An­sicht der Morgenblätter geht dahin, daß das britische Kabinett heute keinerlei entscheidende Beschlüsse zum italienisch-abessinischen Konflikt fassen wird.Daily Telegraph" meldet, in Londoner Regierungskreisen sei man der Meinung, daß keinerlei Aussichten auf eine sofor­tige Verhängung der Oelsperre bestehen. Man glaube vielmehr, daß es unter den gegen­wärtigen Umständen wünschenswert sei, die Oel­sperre eine Zeitlang aufzuschieben. Eden werde lediglich zu einer Sondierung der anderen Mächte nach Genf gehen. Sollte er doch eine starke Stimmung für eine Oelsperre vorfinden, werde er zunächst eine. Rückfrage an das britische Kabi­nett richten müssen, bevor er die britische !Regte= rung auf diesen Kurs festlegt.Daily Mail" meint, Italien besitze schon jetzt genügend Oelvor- i r ä t e für sechs oder sogar neun Monate. Die Regierung habe die Pflicht, die Oelsperre z u begraben, da dies der erste Frieden sei. Ein Uebergreifen des

des Weltkrieges aus. Es steht an zweiter 1 Stelle. Amerika h a t den Krieg der En­tente finanziert, und der Verdacht, daß es I in den Krieg gezogen fei, um Die Beträge zu ret-1 len, die feine großen Bankhäuser wie Morgan der Entente geliehen, ist jetzt durch die Vernehmung ] Morgans und Lamonts vor dem Senatsausschutz beftäiigt worden. Zwar hat der Vorsitzende, Sena- j tor Nye, alles Politische bei den Verhandlungen ausscheiden wollen, aber das Thema der Unter- , fuchung, ob gerade private G l ä u b i g e r i n = 1 tereffen Amerika in den Krieg zogen, trifft gerade die politische Haltung Wilsons während des Weltkrieges. Und es wirft einen neuen Schatten auf diesen Präsidenten, daß er nach der Aussage Morgans. offiziell das Anleiheverbot bei- dehielt, aber Kredite schon im August 1914 für die französische Regierung g e ft a 11 e i e, und zwar wurden diese Kredite von Der Firma Morgan ge­geben! Das Staatsdepartement unter William Bryan war damals gegen die Anleihen, auch gegen die Kredite, da beide dasselbe und mit wirk­licher Neutralität nicht vereinbar feien. Aber die Rabulistik, Die Spitzfindigkeit, war überhaupt Wil- fons Hauptfähigkeit, und je mehr die Morgans an die Entente lieferten, um fo fchroffer wurde Die Haltung Wilfons gegen die Mittelmächte, denen er Gewalttat vorwars, während er sich vor derSee­gewalt der Briten beugte. Dießufitania", die am 4. Mai 1915 versenkt wurde, hatte, wie eine frühere Untersuchungskommission feststellte, gewaltige IDlengen Munition an Bord und Die amerika­nischen Bürger, die mit ihr untergingen, hatten ihr Schicksal der Regierung Wilson zu verdanken, ine die Ankündigung des U-Boot-Krieges als deutschen Bluff auffaßte und ihren Bürgern weiter gestattete, in Der Kriegszone spazieren zu fahren.

Während Deutschland und Die Mittelmächte von Den amerikanischen Rohstoffen ab gef per rt wurden, lieferten Morgan und 900 andere ameri­kanische Gesellschaften nicht nur Dollars, sondern Munition und Lebensrnittel an die En­tente. Unsere ehemaligen Kämpfer an der Westfront haben seit Anfang 1915 die Granaten der amerika­nischen Bethlem Steel Cie nicht vergessen! Dor dem Untersuchungsausschuß ist auch festgestellt wor­den, daß Beschlüsse des Präsidenten sofort Dem Bankhause Morgan bekannt waren, jedenfalls ift | die Durchsickerung solcher Informationen erfolgt, > und die Morgans wären schlechte Geschäftsleute gewesen, wenn sie diese Informationen nicht be­nutzt hätten. Sie haben dann auch diese Informa­tionen sofort den britischen Stellen mitgeteilt und es ist ein leerer Streit um Worte, ob sie selbst oder ihr Geschäftspartner Davidson diese Beziehungen zu den höchsten Stellen der Entente hatten. An der Tatsache ändert das nichts. Und wenn sie behaup­ten, kein amerikanischer Regierungsbeamter habe ihnen diese Informationen geliefert, so kann man nur mit dem alten Titus Lucretius feststellen: De nihilo nihil (Aus nichts wird nichts).

Damit war das Arbeitsprogramm auch für die HI. gegeben. Schon in seiner Neujahrs­botschaft kündigte der Reichsjugendführer Baldur von S ch i r a ch die Schaffung einer einheitlichen großen Reichsjugend unter Führung der Hit­ler-Jugend an. Vierzehn Tage später ergänzte Stabsführer Lauterbacher die Mitteilungen des Reichsjugendführers dahin, daß in Den kom­menden drei Jahren möglichst alle 10- bis 13- jährigen im Jungvolk und in der Jung- mädel-Organifation erfaßt werden sollen und daß nach dieser vierjährigen Bewährungszeit die Besten in Die Hitler-Jugend und den B D M. ausgenommen werden sollen. Die übrigen Jungen und Mädel aber würden mit ihrem 14. Lebensjahr in den großen Verband der Staatsjugend eintreten, um hier untee- der Führung der Hitler-Jugend dem deutschen Volke zu dienen. "Damit ist also für die. Zukunft Der Weg ganz klar vorgezeichnet, Den Die jüngste Genera­tion in DeutschlanD zu gehen hat. Für sie gilt Das­selbe Ausleseprinzip, Das sich für Die Partei in Der Kampfzeit herausgebildet hat. Die Partei selbst hat wiederum die Gewähr, daß sie auch in Zukunft ge- mäß dem FührerwortAlle Deutschen sollen Na­tionalsozialisten sein, aber nur die besten National­sozialisten auch Parteigenossen" stets die Auslese des Nachwuchses umfassen wird.

Hitler-Jugend und BDM. haben also fortan eine doppelte Aufgabe: Sie sollen einerseits den Nachwuchsbedarf an jungen Nationalsozialisten für Sie Partei sicherstellen und sie sollen anderer­seits an der weltanschaulich-politischen Erzie - hung der Gesamtjugend einen hervor- ' ragenden Anteil nehmen. Es ist klar, daß die Orga­nisation der Hitler-Jugend eine so gewaltige Auf­gabe nur durchführen kann, wenn die Idee der Selbstführung der Jugend verwirklicht wird. Das ist der künftige Weg einer deutschen Nationalerziehung, wie Adolf Hitler sie auf Dem Parteitag der Freiheit gekennzeichnet hat und wie sie im Jahre 1936 von der Reichsjugendführung gestaltet werden soll. Wenn, wie es Baldur von Schirach in seiner Königsberger Rede ankündigte, die drei maßgebenden Erziehungsfaktoren, Eltern- f) aus, Schule und Jugend führung, in diesem Sinne Zusammenwirken, dann wird das Wort des Führers erfüllt werden:Glaubt mir, es wird einmal eine Zeit kommen, da wird die deutsche Jugend ein wunderbar gesundes und strahlendes Antlitz besitzen, offen, aufrichtig, kühn und friedliebend."