Formel. Liebe zum deutschen Volk, die begründet ist durch den Glauben an den Führer und getragen wird von der Hoffnung auf den ewigen Bestand unseres Volkes.
Alle sind nun zum Führer geströmt, und alle, die guten Willens sind, hat der Führer zur Mitarbeit aufgerufen. Auch die alten Soldaten, die durch die Schule des alten, ruhmreichen Heeres gingen, hat er eingeschlossen in diese Mitarbeit. An den alten Soldaten soll die Jugend sich ein Vorbild nehmen können. Dieser Jugend werden einst die alten Soldaten ihre Hahne übergeben, damit sie von Generation zu Generation fortgetragen wird, und diese neue, die alten schwarz-weiß-roten Farben in dem Hakenkreuz sinnvoll vereinigende Fahne ewig über einem glücklichen und friedlichen Deutschland wehen möge.
Den von starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen folgte nach einer kurzen Pause
die Arbeitstagung.
Zunächst referierte der Kreisschießreferent Albin Klein über das Schießwesen im Kreis, das von 1144 Schützen gegenüber 968 im Vorjahr gepflegt wurde. Dabei haben sich besonders die Kameradschaften Lumda, Allertshausen und Nonnenroth hervorgetan. Am besten wird der Erfolg im Kreise verständlich an den errungenen Ehrennadeln für das Schießen, von denen eine große goldene, zwei goldene, acht silberne und 137 bronzene errungen werden konnten. Auch dem Vergleichsschießen wurde große Beachtung geschenkt, und die Beteiligung ergab eine gute Durchschnittszahl von 90 Ringen. Dabei erreichte Geilshausen mit 181,2 die erste, Lumda mit 176,9 die zweite und Stockhausen mit 176,55 Ringen die dritte Stelle im Kreis. Die Kameradschaft Annerod konnte in den LanÄesaus- scheidungswettbewerb eintreten und erreichte mit 142 Ringen die 5. Stelle. Ihr fiel auch der von Oberst K ö t t s ch a u gestiftete Kreiswanderpreis und der Titel der Kreismeisterschaft zu. Den Titel des Kreismeisterschützen errang der Kamerad Phll. Glaub aus Reiskirchen.
Der Landesführer sprach allen Siegern, auch den Kameradschaften Eberstadt und Nonnenroth seine Anerkennung aus und appellierte an das Pflichtgefühl des einzelnen, sich im Schießsport zu üben. Es erhielten die große goldene Ehrennadel PH. Glaub, Reiskirchen; die goldene Ehrennadel Konrad Rabenau, W. Schwarz, K. Nagel und Ehr. Müller aus Annerod, Hch. Mendel und Phil. Damm II. aus Reiskirchen; die silberne Ehrennadel: W. Wagenbach, Alten-Buseck; Hch. Haas V. und K. Keßler aus Annerod; W. Sames, Dorf-Gill; Hch. Schom- ber II., Ettingshausen; O. Schönau, O. Deibel, E. Kinkel jr., I. Röder und K. Strack aus Gießen; W. Grieb VII., Holzheim; K. Schmidt II., Lauter; Hch. Peter VII., W. Schomber und Stumpf aus Reiskirchen; L. Olemotz, Rüddingshausen; K. Erdmann und L. Krämer aus Ruttershausen; CH. Magel, E. Nikolaus und W. Pfeiffer aus Steinbach.
lieber das Propagandawesen sprach eingehend Kamerad Köhres, der sich mit der Zweckmäßigkeit einer planmäßigen Werbung befaßte, damit durch eine straffe Organisation auch die großen Ge- Gedanken der Kyffhäufersache bis an den letzten alten Soldaten herangetragen werden.
Der Sozialreferent Dr. Tod t, Friedberg, sprach über die große soziale Aufgabe der Kriegerkameradschaft. Er ging auf die Einzelheiten des Sozialwesens ein.
lieber das Sammelwesen sprach Kam. Fechtwart Launspach, Kam. W i ll m a n n, Bad-Nauheim, über das in der Deutschen Krieger-Wohlfahrtsgemeinschaft zusammengefaßte Krankenkassenwesen. Mit dem Rechnungswesen beschäftigte sich Kam. S w i e t l i ck, Bad-Nauheim.
In seinem Schlußwort beschäftigte sich der Kreisführer Dr. Monnard mit Kleinarbeiten, die darauf ausgerichtet find, die Kyffhäufersache schlagfertig zu erhalten und zum Dienst am großen Vaterland zu befähigen.
Der Landesführer brachte ein dreifaches Hurra auf den neuen Kreisführer aus, in das die Kameraden freudig einstimmten. Dann schloß der Kreisführer mit dem Treugelöbnis zum Führer den Kreisverbandstag.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Das Käuzchen.
Vielleicht ist es eine Untugend. Aber wenn, dann ganz bestimmt eine sehr schöne: des Abends nämlich im Bett zu liegen und zu lesen. Der Tag wird noch ein wenig länger; er bekommt einen Zusatz, einen Uebergang, einen freudigen Gedankenstrich, und ist nun schon nicht mehr derselbe Tag. Wie ein Waffenstillstand ist das zwischen unserer Arbeit und unserer Ruhe; aber wir wissen nun, daß jetzt zuerst einmal die Ruhe zu uns kommen wird. Es ist schön, von etwas Gutem schon im voraus zu wissen.
Das, was wir in dem Buch da lesen, ist mit einemmal auch viel plastischer als am Hellen Tag. Es paßt besser in die Welt, ist überhaupt jetzt erst wirklich in seiner Welt. Denn alle übrigen schlafen oder reden doch wenigstens nicht mehr laut; sie haben uns allein gelassen, sprechen nur noch in ein paar Glockenfchlägen zu uns, und nun unterhalten wir uns, die im Buch und ich, ihr Besucher.
Draußen ist nur noch das Käuzchen wach. Es kommt Nacht für Nacht und stört nicht. Wir sind noch nicht so weit, daß es uns stört. Sein Schrei macht die Stille in dem Dunkel dort hinter dem Fenster noch deullicher. Es schreit fern und dann schreit es nah. An seinem Schrei kann man hören, wie es fliegt. Manchmal auch schweigt es eine lange Weile, und dann fließt die Stille wie ein breites, träges Wasser zwischen den Bäumen
f)J. sammelt vom 18. bis 20. Dezember für das WHD.
draußen. Da liege ich mit meinen Freunden aus dem Buch am Ufer, und wir unterhalten uns leise; und manchmal hören wir sogar unsere Herzschläge.
Aber plötzlich ist das Käuzchen wieder da. Ganz fern schreit es, drüben vom andern Ufer, und ruft meine Gedanken hinüber. Dann schweigen wir hier für einige Augenblicke, und meine Gedanken setzen draußen im Dunkel über den Strom. Ehe der letzte von mir geht, schaltet er das Licht aus, und die trägen Wasser strömen über mich hin... Meine Freunde aus dem Buch sagen mir „Gute Nacht" und legen sich zwischen den Zeilen schlafen. Nun wird es wohl lange, lange still sein; aber davon weiß ich nichts, denn meine Gedanken sind ja Gott weiß wo unterwegs. Manchmal kommt einer zurück und sieht nach mir; er sieht nur kurz durchs Fenster, und an der Hand hält er einen ganzen Schwarm von fremben, bunten Gestalten, die neugierig nach mir her sehen. Und noch einmal schreit das Käuzchen und ruft und holt sie alle zurück. Bis das Wasser sich verläuft und die Nebel steigen, die hellen, milchigen Nebel. Aber um diese Zell haben sich meine Gedanken schon wieder an ihre Plätze geschlichen; sie sind kühl und frisch und schwatzen mich munter; denn nun ruft sie ja auch das Käuzchen nicht mehr.
„Na also", sage ich, „dann fft es jetzt wohl Tag • - ein anderer, einer, von dem man noch nichts weiß außer dem einen, daß er da ist." — Meine Freunde im Buch schlafen noch fest; sie brauchen diesen Tag nicht, mag er nun fein, wie er will; sie machen ihre Sache unter sich aus, ihr Schicksal ist langst entschieden. jsd.
Bornotizen.
Tageskalender für Montag.
Deutsche Arbeitsfront, Abt. Arbeitsopfer: 15 Uhr, Kaffee-Nachmittag im Caf6 Ebel. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Ein kleiner goldner Ring". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Dahinten in der Heide" — Weihnachts-Ausstellung der oberhessischen Künstler; ab 17 Uhr im Turmhaus am Brand.
NGOAp. Amt für Beamte.
Kreis Wetlerau.
Der für den 16. d. M. vorgesehene Gemeinschafts- abend fällt wegen der allgemeinen Versammlungssperre aus.
ASOAv. - Amt für Volkswohlfahrt.
Ortsgruppe Gießen-Aord.
Am Dienstag, 15., und Mittwoch, 16. Dezember, wird im Bereich der Ortsgruppe Gießen-Nord die Pfundsammlung durchgeführt. Die Hausfrauen werden gebeten, die Pfundpäckchen bereitzulegen.
SA.-Gruppenführer Beckerle spricht.
NSG. Der Führer der SA.-Gruppe Hessen Gruppenführer B e ck e r I e spricht am Sonntag, 20. Dezember, von 10.00 bis 10.30 Uhr über den Reichssender Frankfurt.
Prof. Werner nach Breslau berufen.
Pof. Dr. Ferdinand Werner, der am 27. Oktober in voller Frische seinen 60. Geburtstag begehen konnte, ist nach Breslau in die Stelle eines Regierungsdirektors berufen worden. Er steht als Leiter an der Spitze des höheren Schulwesens von Ober- Uhb Niederschlesien. Sein Amt in Breslau hat er oereits angetreten.
Louis Frech t-
Am Samstagabend ist sanft und unerwartet der mit der Stadt Gießen und ihrer Bevölkerung eng verbundene und in weiten Kreisen bekannte Kaufmann Louis Frech verstorben. Louis Frech wurde als Sohn eines Kaufmanns am 24. Oktober 1858 in Gießen geboren; er entstammte einem Geschlecht, das bis zum Jahre 1559 in Gießen ansässig nachweisbar ist. Er wurde nach dem Schulbesuch und der Erfüllung seiner Einjährigen-Mili- tärdienstpflicht Kaufmann. 48 Jahre lang war er bei der Firma Heyligenstaedt in Gießen als erster Prokurist, Kassierer und Korrespondent, auch in fremden Sprachen, tätig. Leider wurde ihm aber infolge Zusammenbruchs der Firma die Frucht seiner jahrzehntelangen Arbeit genommen und ihm sein Lebensabend getrübt.
In stärkster Weise innerlich verbunden mit ferner Heimatstadt Gießen wußte Louis Frech aus feinen Jugendjahren und aus der Entwicklungsgeschichte der Stadt Gießen sehr viel und interessant zu berichten. Er war für alle Freunde der Heimatgeschichte geradezu eine unerschöpfliche Fundquelle, die immer gerne zur Verfügung ftanö und in reichem Maße spendete, sobald es galt, damit der Heimatstadt zu dienen. Dadurch, aber auch infolge seiner großen persönlichen Liebenswürdigkeit und wegen seines vortrefflichen Charakters erfreute er sich in weiten Bevölkerungskreisen größter Wertschätzung. 3m Laufe der Jahre wurden ihm denn auch viele Ehrungen bereitet; er war Ehrenmitglied einer Reihe von Vereinigungen, Inhaber von Ehrenzeichen der Deutschen Turnerschaft, der Gießener Rudergesellschaft usw.; in einer Versammlung von etwa tausend Fünfzigern wurde er zum Ehrenvorsitzenden sämtlicher Fünfziger-Vereinigungen einstimmig ernannt.
Die Stadt Gießen hat ihn in dankbarer Würdigung seiner Verdienste um die Erforschung ihrer Geschichte von dem Kunstmaler Hans Hagen- au er porträtieren lassen; das Bild (Brustbild) sott für alle Zeiten an diesen warmherzigen und aufrechten Mann seiner Gießener Heimat erinnern. Auch als Dichter von Heimatliedern hat Louis Frech der Bevölkerung von Gießen und Umgegend viel gegeben.
Das Andenken an diesen prächtigen deutschen Mann und seiner Heimat treu ergebenen Menschen wird bei allen, die ihn kannten, für alle Zeiten in Ehren lebendig bleiben.
Weihnachtsabzeichen des WHW.
NSV. Am 18., 19. und 20. Dezember werden von der HI. die Weihnachtsabzeichen zum Verkauf angeboten. Es handelt sich um zehn verschiedene Figürchen aus Holz, die nach Entwürfen von Frau Magda Heller aus Dreis in der Eifel angefertigt werden und sich mit ihrer lustig-bunten Bemalung sehr gut als Schmuck für den Weih- nachtsbaum eignen. Als Motive finden wir Engel, Zwerge mit Blumen und Latemchen, ein tanzendes Mädchen, einen Skiläufer, das Sterntalerkind und Kinder, die auf dem Mond, auf Sternen und Kometen reiten. Der Gesamtauftrag beläuft sich zunächst auf 14 Millionen Abzeichen.
Bei der Zuteilung der Aufträge wurden wirt- schafttich schwer ringende Gebiete besonders berücksichtigt: Hermsdorf-Kynast, Schlesien, Olbernhau im Erzgebirge, das uns noch durch das letzt- jährige Weihnachtsabzeichen („Olbernhauer Reiterlein") in Erinnerung ist, und zum erstenmal die Hohe Eifel. Gerade in der Eifel stellt der Auftrag des WHW. einen sehr beachtlichen Versuch zur Besserung der Lage der Eifelbauern dar, die ausschließlich auf die armseligen Erträge eines sehr kargen Bodens angewiesen find. Die früher in der Eifel heimischen Industrien, insbesondere Lohgerberei, Erzhütten-Industrie und Bruchsteingewinnung, sind
sämtlich eingegangen, da diese handwerklich eingestellten Betriebe mit der Industrie nicht Schritt halten konnten. Die Eifelbevölkerung ist an und für sich anspruchslos. Aber dadurch, daß gar keine Möglichkeit besteht, zu den kümmerlichen Boden- erträgnissen, die oft noch nicht einmal für den Unterhalt der meist starken Familien ausreichen, sich noch ein zusätzliches Einkommen zu verschaffen, herrscht in zahlreichen Häusern noch große Not. Daher löste der Auftrag der WHW.-Reichsführung gerade hier Helle Freude und Begeisterung aus.
Unterbann-Schulung 1/116 der HZ.
Am Samstag und Sonntag fand im HJ.-Heim in der Walltorstraße die erste Unterbannschulung des Unterbannes 1/116, * sowie der Sonderformationen statt. Zu dieser Unterbannschulung waren alle Einheitsführer der Gießener HI. erschienen. Als Gast konnte der Verbindungsoffizier des Standortes Gießen begrüßt werden.
Nach Meldung an den Bannführer sprach Unterbannführer Rühl über den Zweck der Unterbannschulung, und er besprach mit seinen Führern die einzelnen Aufgabengebiete für die kommende Dienstzeit. Unterbannführer Rühl führte aus, daß gerade jetzt nach dem neuen Gesetz über die Hitler- Jugend eine unbedingte und gewissenhafte Schulung der Unterführer der Hiller-Jugmd auf weltanschaulichem und körperlichem Gebiet stattfinden müsse und daß gerade in diesen Unterbannschulungen die beste Gelegenheit dazu sei. Er sprach anschließend über den Volksgemeinschaftsabend und über den Dienst in der Hitler-Jugend. Nach seinen Ausführungen fand eine Liederstunde statt. Auch hier wies der Unterbannführer darauf hin, daß die Hitler-Jugend versuchen müsse, die Lieder so zu fingen, wie sie gedacht seien und die Lieder auch formschön und genau zu fingen. Der Bannsingrefe- rent übte nachher einige neue Lieder ein, die von den HJ.-Führern in die Einheit weitergetragen werden. Der Dienst an diesem Abend fand sein Ende in einer eingehenden Heimbesichtigung und Heimbesprechung.
Am Sonntagmorgen trat die Führerschaft um 8 Uhr zum praktischen Geländedienst an. Der KS.- Stellenleiter Körner führte die Einheit ins Gelände und zeigte dort in anschaulichem Unterricht praktischen Geländedienst. Es wurden hauptsächlich die einzelnen Aufgaben für das HJ.-Leistungsab° Zeichen geschult. Die Unterbannschulung fand gegen 14 Uhr ihr Ende. Der Unterbannführer wies seine Kameraden nochmals darauf hin, all das, was in dieser Schulung praktisch und theoretisch geschult wurde, in würdiger Form den Kameraden zu zeigen und vorzuführen. Es fand dann noch eine Aussprache der Führerschaft statt, in der einige Unklarheiten beseitigt und Anregungen gegeben wurden. Den Schluß bildeten der Gruß an den Führer und das Lied der HI.
Wieder eine Entgleisung aus der Biebertalbahn.
Am Samstag gegen 11.30 Uhr ereignete sich auf der Biebertalbahn unmittelbar bei Rodheim an der Bieber wieder eine Zugentgleisung, die diesmal aber nicht so glimpflich verlief, wie die übrigen Entgleisungen im Verlaufe der letzten vierzehn Tage. Bei dem Vorfall am Samstag sprang infolge Riffes der Kuppelung der zweite Wagen des von Bieber kommenden Zuges hinter der Lokomotive aus dem Gleis und sechs anders Wagen folgten ihm, bis es gelang, den Zug zum Stehen zu bringen. Zum Glück handelte es sich bei den entgleisten Wagen um Güterwagen, die mit Effenftein und Kalksteinen beladen waren, während der Packwagen und der mit drei Personen besetzte Personenwagen am Schluffe des Zuges fuhren und ebenso wie die Lokomotive auf dem Gleis stehen blieben, so daß erfreulicherweise Menschen nicht zu Schaden kamen. Die entgleisten Güterwagen fuhren ineinander, so daß ansehnlicher Materialschaden entstanden ist, der sich noch dadurch erhöht, daß auch die Gleisanlage und deren Unterbau stark beschädigt wurden.
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Dieser neue Unfall auf der Biebertalbahn verstärkt die Ueberzeugung, die sich schon nach der Häufung der Entgleisungen innerhalb der letzten vierzehn Tage immer mehr vertiefte, daß es wirklich an der Zeit ist, mit diesem mangelhaften Bahnbetrieb Schluß zu machen. Schon seit Jahren hat man immer wieder die Beobachtung machen können, daß dieses Verkehrsunternehmen in technischer Hinsicht ganz erheblich hinter dem Stand von Ver- kehrsfürsorge zurückblieb, der unbedingt gewahrt werden muß, wenn die Verkehrssicherheit gewährleistet sein soll. Wahrend die Angestellten und Arbeiter dieses Bahuunternehmens in vollem Umfange ihrer Dienstpflicht Genüge leisten, versagt ganz offensichtlich die oberste Leitung des Unternehmens gegenüber ihrer Aufgabe, durch ausreichende technische Vorkehrungen und Unterhaltungsmaßnahmen dafür zu sorgen, daß ein einmanbfreier Bahnbetrieb gesichert ist. Die Klagen, daß die Biebertalbahn von der betriebsführenden Firma nur als Einnahmequelle angesehen wird, während die Verpflichtungen gegenüber der Öffentlichkeit und deren berechtigte Verkehrsbelange nebensächlich behandelt werden, sind ja nicht neu. Diese Klagen bestehen nun schon seit Jahren. Ein Blick auf den Zustand der Kleinbahnhofsanlagen in Gießen, wie auf die technischen Anlagen des Betriebes überhaupt, offenbart zur Genüge, daß hier sehr vieles im argen liegt. Es ist daher kein Wunder, wenn in der Bevölkerung immer stärker die Forderung laut wird, an die Stelle des jetzigen mangelhaften Bahnbetriebes eine einwandfrei arbeitende Bahn zu setzen, bei der die öffentlichen Verkehrsinteressen in vollem Umfange gewahrt werden. Man kann sich auch denken, daß bei einem einwandfreien Bahnbetrieb die Frequenz des Personenverkehrs wesentlich besser sein wird als bisher. Man kann nur hoffen und wünschen, daß die zuständige Aufsichtsbehörde nunmehr, nachdem innerhalb von zwei Wochen geradezu eine ununterbrochene Serie von Verkehrsunfällen diesen Bahnbetrieb kompromittiert hat, energisch durchgreift und ein einwandfreies, zeitgemäßes Bahnunternehmen mit den Verkehrsaufgaben für das Biebertal betraut, bei dem das pflichttreue Personal des jetzigen Betriebes sicherlich nutzbringender als bisher für die Allgemeinheit wirken kann.
Weihnachtsfeier auf dem Gchiffenberg.
Am Samstagabend veranstaltete die Heimatvereinigung Schiffenberg, wie alljährlich, auf dem Schiffenberg eine aus Gießen und der näheren Umgebung des Schiffenbergs gut besuchte Weihnachtsfeier. Eingeleitet wurde die Veranstaltung durch eine Vorfeier in der Kapelle, wo nach einem Gesangsvortrag des Frauenchors Hausen, Pfarrer Steiner- Hausen eine der Feier entsprechende Ansprache hielt. Mit einem gemeinsamen Weih
nachtslied schloß die eindrucksvolle Feier. Anschließend fand im Saale des Schiffenbergs die $ami* lienzusammenkunft statt, die im ersten Teil weih, nächtlichen Charakter trug, während der zweite Teil dem Heimatgedanken gewidmet war. Der Saal war prachtvoll geschmückt. Nach einem Weihnachtslieder Potpourri der Kapelle B e n d e r - Watzenborn Steinberg, einem Vorspruch „Deutsche Weihnacht" von Herrn. Claudius, sowie einem Gesangs oortraq des Frauenchors Hausen begrüßte der Ver einsführer, Oberforstmeister Nicolaus, die zahl reich Erschienenen, insbesondere Dekan i. R. G uh mann als Vereinsführer der Heimatvereinigun Staufenberg und Bürgermeister Prof. Dr. Hamn als Vertreter der Stadt Gießen. Im weiteren Ver lauf seiner Ansprache lenkte der Redner die Gedan ken der Zuhörer auf die weihnachtliche Zeit uni) ihre Aufgaben für den einzelnen, wie auch für die Volksgemeinschaft. Im Lause des Abends fprad dann noch Dekan i. R. Gußmann, der betonte daß die beiden Heimatvereinigungen „Schiffenberg' und „Staufenberg" gleich seien in der Liebe zu Heimat. Rektor i. R. Müller, Hausen, bot em Weihnachtserzählung von Peter Rosegger. Nach dem Knecht Rupprecht die Kleinen mit einer Weih nachtsüberraschung bedacht hatte, erfreute Heimatdichter Gg.^H e ß - Leihgestern die Besucher zunächst mit einem Gedicht „Weihnachtswünsche", sowie alg Ueberleitung in den heimatlichen Teil mit dem Vortrag „Bleib deiner Heimat treu". Die Darbietungen gaben zu reichem Beifall Veranlassung, so daß Zugaben erfolgen mußten. Frau Kirch, mann, Hausen, trug ein von Rektor i. R. Mül- l e r verfaßtes und von Pfarrer Steiner, Hau« fen, vertontes Lied: „Heimat o Heimat, wie bist du so schön!" mit Klavierbegleitung von Pfarrer Steiner vor. Dieses Lied wurde der Heimatvereinigung Schiffenberg vom Verfasser gewidmet, eg soll nach dem Wunsche des Vereinsführers in den Schatz der Heimatlieder eingerecht werden. Musi, kalifche Darbietungen, Gesangsvorträge und gemeinsame Lieder trugen weiter zur Verschönerung der Veranstaltung bei. Nach kurzem Schlußwort des Vereinsführers und dem „Sieg-Hell!" auf den Führer fand die Feier mit dem Gesang des Deutschlandliedes und des Horst-Weffel-Liedes ihren Abschluß.
Oer Silberne Sonntag.
Der gestrige Sllberne Sonntag, der in diesem Jahre der erste Geschäfts-Sonntag vor Weihnachten war, brachte unserer Stadt zwar einen starken Besuch von auswärts, jedoch reichte dieser in seinem zahlenmäßigen Ausmaß nicht an den Umfang heran, den wir im vorigen Jahre beim Besuch der auswärtigen Kaufintereffenten hier bemerken konnten. Als Beispiel dafür kann nicht nur die Tatsache angesehen werden, daß der Publikumsvertehr in den Hauptgeschäftsstraßen erheblich schwächer war, sondern auch die Tatsache, daß der von der Reichsbahn gefahrene abendliche Heimkehr-Sonderzug von
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Gießen durch das Lumdatal nach Grünberg eine erheblich schwächere Besetzung, als im Vorjahre aufwies. Man geht wohl nicht fehl in der Anncchme, daß der schwächere Besuch eine Folge der verbreiteten Grippeerkrankungen fft, nicht minder auch des ungünstigen Wetters, das am gestrigen Sonntag den Aufenthalt im Freien nicht gerade zu einer Annehmlichkeit machte. Obwohl der Käuferbesuch mhlenmäßig enttäuschte, dürfte aber doch wohl für die Geschäftswelt in den Ladengeschäften und auch auf dem Weihnachtsmarkt auf Oswaldsgarten manche Hoffnung erfüllt worden fein, denn man konnte beobachten, daß im allgemeinen rege gekauft wurde und viele Männer und Frauen mit Paketen und Paketchen beladen den Heimweg an, traten. Man kann nur hoffen und wünschen, daß nunmehr endlich die Witterung trocken und minier» lich kalt werden möge, damit die Grippe stark zurückgeht, damit die Möglichkeit des Verkehrs auf den Straßen wieder wächst und im Verlaufe dieser Woche und vor allem am kommenden Goldenen Sonntag den Ladengeschäften und auch dem Weill' nachtsmarkt auf Oswaldsgarten den erhofften starken Besuch bringt.
Schuh vor Grippe.
Der Präsident des Reichsgesundheitsamtes, Pro- feffor Dr. Reiter, erläßt folgenden Aufruf:
Anläßlich der in den letzten Wochen aufgetrete- nen Häufung von Grippeerkrankungen liegt Der- anlaffung vor, die Bevölkerung auf folgende Gesichtspunkte hinzuweisen:
Die Grippe ist eine überaus ansteckende Krankheit, die hauptsächlich durch erkrankte Personen direkt verbreitet wird. Gewöhnlich beginnt sie mit Husten, Schnupfen, Fieber und großer Mattigkeit. Die Krankheitserreger finden sich auf den Schleimhäuten der oberen Luftwege und werden beim Husten und Niesen durch kleinste Schleimtröpfchen auf andere, gesunde Personen ausgestreut. Auch durch die Hände, Taschentücher und Gebrauchsgegenstände kann der Ansteckungsstoff übertragen werden. Deshalb Vorsicht vor Kranken und Krankheitsverdächtige! Laßt euch nicht anhusten und anniesen, wascht stets die Hände vor dem Essen!
Jeder hat die Pflicht, die Gesundheit anderer Volksgenossen vor Schaden zu bewahren. Deshalb vermeidet es, andere durch Anhusten oder Anniesen zu gefährden, haltet auch dabei ein Taschentuch oder den Handrücken vor Mund und Nase!
Wer sich krank fühlt und fiebert, gehört ins Bett. Dadurch schont er seinen Körper und verbreitet die Krankheit nicht weiter. Rechtzeitiges Zuziehen eines Arztes ist zur Vermeidung von Nachkrankheiten dringend geboten.
Es ist nicht unbedenklich, trotz schlechten Befindens zur Arbeit zu gehen, denn durch rechtzeitige Schonung kann oft der Ausbruch schwererer Krankheitserscheinungen vermieden werden. Es liegt auch im Allgemeininteresse, daß solche Menschen zni Hause bleiben, da gerade sie an den Arbeitsstellen und in den Verkehrsmitteln zur Ausbreitung der Krankheit beitragen. Betriebsführer und Behörden- leiter werden daher in Epidemiezeiten, wie den gegenwärtigen, keine falschen Schlüffe über dle Dienstauffassung und die Arbeitsfreude der sich krank Meldenden ziehen!
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** B ei der Arbeit verunglückt. Der Weißbinder Heinrich Wagner aus Großen-Bustk stürzte bei Weißbinderarbeiten hn Betriebe der Firma Bänninger von einem 7 Meter hohen Es- rüst ab und erlitt dabei Brüche beider Arme uiti Verletzungen am Kopfe. Der bedauernswerte Mann mußte der Chirurgischen Klinik zugeführt werden.
Briefkasten der Vedattion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
D. 3. Da in der Aufbewahrung von fünf Zentner Kohlen in der Wohnung ein unangemessener Gebrauch der gemieteten Räume zu erblicken ist. kann der Vermieter, wenn Sie die Kohlen troß Aufforderung nicht enfferuen, gemäß § 2 MSchA


