Ausgabe 
14.7.1936
 
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186. Jahrgang

Ernteschlacht in Ostpreußen

Ein Aufruf des Gauleiters Koch.

Erntebergung zur Verfügung zu stellen. Die Bauern zahlen dafür jeden Tag je Mann einen Ehrensold von einer Mark für den Kampffonds der Partei. 1933 ist in Ostpreußen die Arbeitsschlacht geschlagen worden. Der Gauleiter hat damals in wenigen Wochen die Provinz von der Arbeitslostg- keit befreit. Ostpreußen war als erster deutscher Gau ohne Arbeitslose. Jetzt reift in Ostpreußen eine gute Ernte heran. Es steht kein Heer von Arbeits­losen mehr zur Verfügung. Die Ostpreußen sollen nach dem Willen des Gauleiters zeigen, daß sie wahrhafte nationale Sozialisten sind.

News Chromcle" veröffentlicht eine groß auf­gemachte Pariser Meldung, daß der englische Außen­minister Eden vor sechs Tagen einen wichtigen diplomatischen Schritt unternommen habe, um die Anwesenheit Deutschlands und Italiens auf der Locarno-Konferenz zu erzielen. Um einen Ausgleich zwischen dem fran­zösischen und dem britischen Standpunkt herbeizu- führen, habe er einen Plan aufgestellt, wonach

Heidelberg, 13.Juli. (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels, der aus Anlaß der Eröffnung der Reichsfestspiele in Heidelberg weilte, empfing Montagvormittag die 370 Teilnehmer des Arbeits­lagers des Rundfunk- und Kulturamtes der Reichs­jugendführung, dessen Hauptlager in der Zeit vom 9. bis 16. Juli auf dem Bierhelderhof bei Heidel­berg abgehalten wird. Der Minister nahm Geleaen- heit, an die jungen Kameraden bedeutsame kultur­politische Ausführungen zu richten:

Wenn Sie der eine oder andere Ausländer heute morgen singend und mit frischgebräunten Ge­sichtern durch die Stadt Heidelberg marschieren sieht, so wird er nicht den Eindruck haben, daß, wie ihm ein großer Teil seiner Presse glauben machen möchte, die deutsche Jugend sich in Ketten oder Zwangsjacken befindet oder unter einem System der geistigen Tyrannei und des geistigen Terrors seufzt. Ich glaube, in ihren Gesichtern wird das Ausland das Deutfchand erkennen können, das wir uns viele Jahre in der Opposition erträumt haben.

Sie haben im Kulturlager eine ausgiebige Diskussion über jene großen Fragen gepflogen, die uns alle bewegen; denn nichts wäre uns unerwünschter, als wenn in Deutschland in einem autoritativen Staat die Diskussion ab­geschnitten würde. Wir stehen allerdings auf dem Standpunkt, daß, nur wer aufbauend ver­antwortlich mitarbeilet, ein Recht zur Diskus­sion und Kritik hat.

gemeinsame Erklärung abgeben sollten, daß die Verhandlungen einen westlichen Unterstützungspakt, sowie die Rückkehr Deutschlands in den Völkerbund erstrebten. Eden habe gehofft, daß dieser Plan den französischen Wünschen entgegenkommen und gleich­zeitig eine Beleidigung Deutschlands vermeiden würde, indem Deutschland von Anfang an zu der Konferenz eingeladen würde.

Arn 8. Juli habe der belgische Außenminister S p a a k auf Ersuchen Edens die französische Regierung von dem Plan unterrichtet. Frank­reich habe geantwortet, daß es zwar grundsätz­lich zuslimme, aber der Ansicht sei, daß eine solche Erklärung am besten auf der vorbereitenden Konferenz selbst abgegeben würde. Rachdem Frankreich den Plan Edens abge­lehnt habe, sei es eine offene Frage, ob die Locarno-Konferenz jetzt nicht auf un- bestimmte Zeit aufgeschoben werde. In Paris verlaute, daß England im Be­griff fei, einUltimatum zu stellen, daß es die Beteiligung an der Konfe­renz verweigern würde, wenn nicht auch Deutschland und Italien daran teil­nehmen würden. Verantwortliche Kreise in Paris seien der Ansicht, daß Frankreich mit einer Isolierung in Europa bedroht werde, wenn es seine Stellungnahme zum Plan Edens nicht ändere.

Der diplomatische Mitarbeiter derMorning Post" weist auf die französische Opposi­tion gegen eine bedingungslose Ein­ladung Deutschlands zu der Konferenz hm.

ung, neue Gesetze, eine neue Lebenshaltung, tau­sende Kilometer modernster Autostraßen und mo­numentale Gebäude hinterlassen.

Das aber allein würde nicht genügen, um Staat und Volk auch für die nächsten Jahrhunderte Be­stand zu verleihen. Es ist nicht genug, von Jahr­tausenden zu reden, man muß sie auch gestalten. Sie müssen so denken und fühlen lernen, wie wir denken und fühlen gelernt haben. Sie müssen als selbstverständlich hinnehmen können, worum wir einmal jahrelang gekämpft haben.

Es muß einmal die Zeil kommen, in der der Nationalsozialismus selbstverständlich geworden ist. Es ist eine alte Erfahrung, daß Gesinnung und Haltung von einem Volk nur aufgenom­men werden können, wenn fie ihm vermittelt werden durch eine Schicht, die in fich eine Trägerin von Gesinnung und Haltung ist. Un­sere neue Jugend soll einmal als Mittlerin zwischen der Gesinnung und Haltung, die uns erfüllt, und der Weltanschauung, die wir ver­treten, zum deutschen Volk funktionieren. Diese Funktion ist vielleicht die wichtigste, welche wir heute im öffentlichen Leben kennen und aner­kennen müssen.

Deshalb, meine jungen Nationalsozialisten, ist es so begrüßenswert, daß Sie sich in gemeinsamen La­gern zusammenfinden, wo diese neue Gesinnung be­währt und erhärtet wird. Wir mußten unseren Weg einsam und allein gehen. Vielleicht hat uns das mehr gehärtet, als jede Schule und jedes ßager. Sie sind auf einem einfacheren, vielleicht aber auch auf einem schwereren Weg begriffen. Sie müssen sich das alles theoretisch aneignen, was wir uns im

ES ist nichts selbstverständlicher als die Tatsache, daß, wenn in einem geistig-politischen Umbruch von der öffentlichen Betätigung alle Fähigkeiten eines Volkes aufgezogen werden, die Wissenschaften und Künste manchmal etwas zu kurz kommen. So ist es ja auch heute. Das politische Leben beansprucht eine solche Unmenge von Kräften des Geistes, des Verstandes und des Herzens, daß zeitweilig für me Wissenschaften und Künste kaum noch etwas übrig zu bleiben scheint. Ein großer Teil der Manner, die im neutto Deutschland führend sind, wurde fid) auf einem Gebiet der Wissenschaften oder schönen Künste betätigen, wären sie in einem fertigen und kaum noch zu ändernden Staat hineingeboren worden.

Die Rot unseres Landes und die Rotwendig­keit, dieser Rot abzuhelfen, haben fie in die Politik hineingezogen, und fie haben deshalb auch der Politik einen anderen Charakter geben können, als fie gemeinhin hat. Wir verstehen ja nicht mehr unter Politik nur die Beschäfti­gung mit den materiellen Dingen eines Volkes. Sie hat für uns einen viel umfassenderen Cha­rakter bekommen. Sie bedeutet für uns die Beschäftigung mit allen Fragen, die ein Volk überhaupt bewegen.

Daß Sie sich nun als junge Deutsche zusammen­finden, um in gemeinsamer Aussprache die Fragen, die uns gerade auf kulturellem Gebiet beschäftigen, zu klären, auszusondern und auszuscheiden ist für die deutsche Jugend ein schönes und gutes Zeichen. Wir haben es in unserer Jugend nicht so leicht ge­habt. Als wir an Gymnasien oder Universitäten studierten, gab es in Deutschland keine Richtung mehr; eine Stellungnahme zu den Dingen der Wis­senschaft und Kultur war damals verpönt. Wir haben Stellung genommen und einen Standpunkt vertreten, haben uns bekannt und zu den Dingen nicht mehrsowohl" undzwar" undvielleicht undman müßte" undman könnte" gesagt, son­dern haben I a und Nein gesagt.

Die Dinge, zu denen man Rein sagt, haben wir beseitigt, diejenigen, welche man bejahen kann, haben wir zum Siege geführt. Sie geben heute die Fundamente eines neuen besseren, sozialistischen Kulturstaates ab.

Am Sonntag eröffnete der Gauleiter auf dem Parteibezirkstaq in O st e r o d e die Ernte­schlacht 1936.Ich appelliere an die Parteige­nossen und darüber hinaus an das gesamte ost- preußische Volk", rief der Gauleiter aus,nunmehr die auf dem Nationalsozialismus beruhende Soli­darhaftung des einzelnen für die Ge­meinschaft zur Wahrheit werden zu lassen. Am nächsten Sonntag und an den folgenden steht vom Gauleiter bis zum jüngsten SA.- oder SS.-Mann, vom Oberpräsidenten bis zum Kassenboten das ganze ostpreußische V o l k.angetreten um die Ernte zu b e r g e n. Ich weiß , so schloß der

England und Frankreich ringen um die Locarno-Konferenz in Brüssel.

Frankreich macht Schwierigkeiten und blickt dabei auf Deutschland. Ein plan Edens von Paris abgelehnt.

gen, die der menschlichen Vernunft freien Spielraum gibt und nicht unhaltbare Zustände mit Hilfe von Bajonetten und Bombengeschwadern zu verewigen sucht. Mag man sich noch so sehr an das klammern, was schon zur Vergangenheit gehört, es ist nicht zu halten, es muß dem System weichen, das den wirklichenund echten Frieden garantiert.

So stehen sich heute zwei Richtungen in Europa gegenüber: die eine, ausgezeichnet durch dre er­folgreiche Friedenspolitik des Füh­rers und die andere, die nur den Namen einer Friedenspolitik trägt, dafür aberrum (o u n f r u ä। fr- bar er ist. Für welche sich schließlich die Volker entscheiden werden, unterliegt keinem Zweifel. Die Tatsachen haben es bereits bewiesen.

Nichts von alledem. Dagegen liegt über Eu­ropa der Schatten des f r a n z ö s i s ch - j o w i e t - russisch-tschechischen M i l i t a r o e r t r - - g-s, der nicht nur eine ständige Kriegsdrohung bildet, sondern auch das Sprungbrett der bolschewistischen Propaganda in Eu­ropa bildet, unter der allerdings die vertrauten Bundesgenossen der Sowjetrussen am schwersten zu leiden haben. Wenn man wenigstens noch wirt­schaftlich verheißungsvolle und fruchtbringende Ber» träge und Abmachungen vorweisen konnte Doch auch daran mangelt es, so daß d iie ®e9ß.nJe., in der Bilanz der Friedensbeit -ge r e st l o s a u s f ä l l t. Um so mchr föW" bagegen die positiven Beiträge des Führers zu Buch, denen auch der böswilliaste Kritiker zugestehen muß, daß sie beruhigend und entspannend wirken und das gerade Gegenteil von dem darstellen, was man bisher den Nationen als Ziel der deutschen Außenpolitik hingestellt hat.

Zur praktischen Friedenspolitik gehört allerdings Mut, ein anderer Mut als der, der beim Abschluß der Militärverträge Pate stand. Um so hoher ist auch der Wert dieser Friedenspolitik zu veranschla-

Gietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Die so vorschnelle internationale Kritik war es, die nach dem 30. Januar 1933 den Völkern Dü­steres prophezeite und Adolf Hitler als die Verkörperung des Krieges abzumalen suchte. Sie hat den Führer weder verwirren, noch einschuchtern können. Gestützt auf eine Nation von 65 Millionen, die den Frieden wünscht, konnte er sich daran ma­chen, den fremden, das große diplomatische Feld beherrschenden Staatsmännern wirkliche Frie­denspolitik vorzuexerzieren. Mit seinen bis­herigen Ergebnissen kann er mehr als zufrieden sein! Den Engländern gab er das Flottenabkom­men, das einen positiven Rüstungsbeschränkungsbei­trag bildet. Denn Deutschland will nicht Wettrüsten, Deutschland will zur See nicht stärker sein als das Britische Reich. Es will lediglich seine Küste aus­reichend geschützt sehen. Und dazu genügt das ver­traglich verankerte Flottenabkommen. Keine andere Nation ist bis heute den gleichen Weg gegangen, obwohl dieses Abkommen zu einer merklichen Teil- entspannung führte. Aehnlich liegen die Dinge mit dem voraufgegangenen deutsch-polnischen Vertrag, der dem Unfrieden zwischen zwei Nachbarn Ein­halt gebot und einen U'nruhefaktor beseitigte, unter dessen Druck der Frieden Osteuropas stand. Gehört nicht die Saarregelung ebenfalls zu der praktischen Friedenspolitik des Führers? Nichts von alledem was zuvor von den Feinden Deutschlands prophe­zeit worden ist, ist eingetreten. Die Saarfrage wurde in aller Ruhe gelöst, zwischen Deutschland und Frankreich blieb nicht die mindeste Gegensatz. lichkeit. Wieder war ein ©treitobjeft friedlich-gütlich

Oie Aufgabe der deutschen Jugend.

Eine bedeutsame kulturpolitische Rede des Reichsministers Or. Goebbels

praktische Friedenspolitik

Noch immer stehen mir und die Welt unter dem Eindruck des deutsch-österreichischen D e r- söhnungswerkes. Wo Deutsche sich treffen, wo beut die Worte erschallen, wo Deutsche wohnen, leben und Hausen, da herrscht stille Glückseligkeit. Deutsche, auseinandergetrieben durch einen Zwist, der die Feinde des Deutschtums zu den gewagtesten Hoffnungen verleitete, wandern wieder Schulter an Schulter durchs Dasein, bereit, die deutsche Sache fürderhin nur unter dem deutschen Blickwinkel zu betrachten und zum Nutzen der deutschen Gemein­schaft zu behandeln. Fester denn je steht das Deutschtum heute nach der vollzogenen Aussöhnung der beiden Brudervölker.

Aber auch das Ausland hat nicht gezögert, diesem Ereignis den Platz einzuräumen, der ihm gebührt. Es gibt wohl keine Zeitung der fünf Erdteile, die nicht den Ausgleich zwischen Berlin und Wien ge­würdigt und seine Bedeutung für die gesamt­europäische Politik hervorgehoben hat. Mögen auch hie Ansichten verschiedentlich auseinandergehen, fast durchweg stimmen sie aber darin überein, daß der Frieden Europas durch das Zusam­menfinden Deutschlands und Oester- reichs gewonnen und daß dieser Ausgleich die dunklen Wolken verscheucht hat, die wie ein drohendes Gewitter über Europa hingen. Wir haben dieses Gewölk von jeher mit anderen Augen angesehen als das Ausland. Aber jenseits der Gren­zen glaubte man, aus dem Gegensatz der beiden deutschen Staaten ernste Gefahren herauslesen zu müssen. Heute existieren diese Gefahren jedenfalls nicht mehr. Europa ist um einen Konflikt ärmer, dafür aber um einen Friedensbeitrag reicher.

Doch allzu groß ist dieser Schatz an Friedens­beiträgen nicht. Staatsmänner, die sich für beson­ders klug und gewandt hielten, glaubten, der Menschheit das Geschenk der Pakte machen zu müssen. Doch dieses Geschenk wurde zur Plage und zu einem den Frieden störenden Element. Da haben die einen mit den anderen offene Bündnis­verträge abgeschlossen, aus denen gewaltige Rü­stungen wucherten. Die anderen glaubten Gegensiche- rungen treffen zu müssen. Eine dritte Gruppe griff zu den Freundschaftsoerträgen mit militärischem Hintergrund. Und alle fanden trotzdem nicht das erlösende Wort, das Europa aus dem Zustand der Friedlosigkeit hätte herausführen können. Gewiß, schönklingende Redensarten konnte man an jeder Straßenecke zu hören bekommen. Genf vornehmlich wurde die Bühne, auf der Friedens­vorstellungen ohne Zahl zur Ausführung gelangten, die schließlich das Publikum dermaßen langweilten und enttäuschten, daß sich einer der Zuschauer nach dem anderen zurückzog. Mit Schauspielerei laßt sich eben das europäische Publikum nicht zufrieden­stellen. Zum Wort gehört die Tat, und die Tat muß wieder so beschaffen sein, daß sie jeder Kritik standzuhalten vermag.

Kampf aneignen konnten. Ich habe den Eindruck, daß Sie diesen Weg aufrecht, tapfer und treu aus freiestem Herzen zu gehen und einem neuen Welt­anschauungsideal zu huldigen und zu dienen bereit sind. Es werden auch einmal Zeiten über Deutsch­land kommen, in denen harte Männer notwendig sind, die noch I a sagen, und die auch den Mut haben, zu gegebener Zeit Nein zu sagen. Dazu kann Sie niemand anders erziehen, dazu müssen Sie sich selbst erziehen. Den Weg dazu finden Sie in der Zwiesprache mit den anderen, aber auch in der Zwiesprache mit sich selbst.

Die großen Güler der Politik, der Wirtschaft und vor allem der Kultur, die das deutsche Volk besitzt, müssen wir bewahren, fördern und ver­mehren. Die Verantwortung dafür tragen wir vor dem Forum der deutschen und der Welt­geschichte. Seien fie fich dieser Verantwortung immer bewußt. Rehmen Sie das Leben optimi- siifch, tapfer und in treuer Gesinnung Ihrem Führer, Ihrer Idee und Ihrem Vaterland ge- gegenüber. Dann habe ich die feste Ueberzeu- gung, daß, wenn wir einmal die Augen schlie­ßen, wir unser Erbe in gute, tapfere und feste Hände legen können.

Obergebietsführer Eerf dankte dem Minister für seine Worte und versprach im Namen der La- gerkameraden, daß die deutsche Jugend, der Ver­antwortung gegenüber der Zukunft bewußt, ihre Arbeit immer mit Emst, Freude und Lebensbeja­hung gnpacfen werde.

Der Obergebietsführer schloß mit einem Sieg-Heil auf den Führer.

Ich garantiere, daß das ganze ostpreußische Volk Schulter an Schulter diese Ernteschlacht genau so schlagen wird, wie wir im Jahre 1933 die Arbeits­schlacht geschlagen haben.

Kleine politische Nachrichten.

Botschafter von Ribbentrop ist zu einem mehrwöchigen Erholungsurlaub in Bad Wildungen eingetroffen.

Kommissarisch sind mit der Verwaltung folgender Stellen beauftragt worden: Ministerialrat von K e u d e l l vom Reichsministerium für Volksauf­klärung und Propaganda mit der des Regierungs­präsidenten von Marienwerder. Polizeipräsident Pfeffer von Salomon in Kassel mit der des Regierungspräsidenten in Wiesbaden. Regierungs­präsident Friedrich in Königsberg wurde in den Ruhestand versetzt. Regierungsvizepräsident Dr. Hoffmann in Marienwerder ist vertretungsweise mit der Verwaltung der Stelle des Regierungspräsi­denten in Königsberg beauftragt worden. Der Regierungspräsident von Köln, Diels, ist zum Regierungspräsidenten von Hannover und der Re­gierungspräsident von Aachen, Reeder, 3um Regierungspräsidenten von Köln ernannt worden.

Ur. 162 Erster Blatt 186. Jahrgang Dienstag, 14-Juli 1956

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Sie, meine jungen Freunde, sind einmal dazu be­rufen, diese Dinge für die nächste Generation zu verteidigen. Wenn wir einmal das Reich in ihre jugren, yuu« Hände legen, werden wir ihnen eine Weltanschau- lEngland, Frankreich u n d Belgien eine

London, 14. Juli. (DNB. Funkspruch.) Die Frage, ob die geplante Locarno-Konferenz in Brüssel aufgeschoben wird oder nicht, wird Dienstag früh eingehend erörtert.

Der diplomatische Berichterstatter von Reuter meldet, daß der Zeitpunkt und die Tagesordnung der Konferenz zur Zeit auf diplomatischem Wege zwischen London, Paris und Brüssel be­sprochen würden. Angesichts der Veränderung ber Sage durch das d e u t sch - ö st e r r e i ch i sch e Abkommen sei es möglich, daß die Konfe­renz zu einem späteren Zeitpunkt ab* gehalten werde. Eine Entscheidung hierüber werde voraussichtlich nicht vor der Kabinettssitzung am kommenden Mittwoch getroffen werden.

Reuter verzeichnet im übrigen die Möglichkeit, daß Frankreich sich mit einem diplo­matischen Meinungsaustausch der Locarno-Mächte außer Deutschland zu­friedengeben werde, worauf Deutschland zur Teilnahme an der Brüsseler Konferenz ein­geladen werden könne. Eine solche Formel werde voraussichtlich auch die Beteiligung Italiens ermöglichen.

Königsberg, 13. Juli. (DNB.) Der Gauleiter und Oberpräsident Erich Koch hat zusammen mit den Führern aller anderen Parteigliederungen in Ostpreußen einen Aufruf veröffentlicht, in dem