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Zapfenstreich um 21 Uhr. Für die Vormittagsstun­den sieht der Tagesplan Außendienst vor: d. h. die Jugend geht z u m B a u e r n in die Umgebung, um hier mit Hand anzulegen und durch eigene An­schauung die Landarbeit achten zu lernen. Die Kna­ben aus den Jugendlagern gehen mit hinaus aufs Feld oder hüten die Kühe. Die Mädchen aus den Mädchenlagern nehmen sich der Kleinkinder der Bäuerin an, wenn die Bäuerin draußen mit ihrem Mann auf dem Acker zu tun hat. Zum Mittagessen geht es wieder in ein Lager zurück. Hier wird das Essen gemeinsam eingenommen. Dann wird eine Stunde geruht. Und nun beginnen Spiel und Sport. Am Spätnachmittag kommt die eigent­licheS ch u l u n g" an die Reihe. Dann ist die Landjahrgruppe", deren es in jedem Lager meh­rere gibt und die 20 Jugendliche umfaßt, um ihren Führer oder ihre Führerin versammelt. Das Werk des Tages oder das Ergebnis einer Wanderung bildet aus gemeinsamem Erleben die Brücke zu vertiefter Betrachtung der lebendigen Zusammen­hänge. Familien- und Sippenkunde machen die Verwurzelung im großen Dolksganzen bewußt. Das eigene Verwobensein in die Geschicke und das Geschehen im Leben des eigenen Volkes gewinnen dann bei diesen Kindern der Großstadthinterhöfe zum erstenmal greifbare Gestalt. Volkslieder, Sagen und Märchen sind hier in diesen Schulungsstunden nichtStoff zum Lehrpensum", sondern' sind im Aufklingen innerhalb der Erlebnisgemeinschaft der Landjahrgruppe Ausdruck des Nationalstolzes, der Freude und der Kameradschaft.

Aufgabe der Jungenlager ist es, die Knaben zu männlicher Art und Lebenshaltung zu erziehen. Auf- aabe der Mädchenlager, die Mädel für diejenigen Lebensaufgaben zu schulen, die ihrer harren als späterer Hausfrau und Mutter, für unverfälschtes Frauentum, das ist bei ihnen das Ziel aller Arbeit. Für die kirchliche Betreuung der Landjahrjugend hat der Staat hinreichend Vorsorge getroffen.

Große Kunstausstellung der Reichskammer der bildenden

Künste für Heffen-Aaffau.

Die Landesleltung hefsen-Rafsau der Reichskammer der bildenden Künste gibt bekannt:

Zur Förderung von Kunst und Künstlern wird die Landesleitung hessen-Rassau der Reichskammer der bildenden Künste im Spätherbst dieses Jahres eine großangelegte Kunstausstellung für den Gau heffen-Rasfau veranstalten. Diese Ausstellung wird in Frankfurt eröffnet und danach in verschiedenen anderen Städten des Gaues gereigt werden.

Jedes Mitglied der Kammer der bildenden Künste, das den hohen Anforderungen, die die Reichskammer stellen muh, glaubt entsprechen zu können, wird zur Teilnahme aufgefordert. Zur Ausstellung gelangen Arbeiten, die ab heute bis zum Einlleferungstermin, dem 1. Oktober 1936, neugeschaffen werden. Ls stehl jetzt schon fest, daß bei der Auswahl der Mo­tive, die in das freie Ermessen des Künst­lers gestellt ist, die eindrucksvollsten Erscheinungs­formen der seit 19 3 3 geschaffenen Reu- gestaltungen die Künstler besonders stark be­schäftigen werden. Die nationalsozialistische Bewe­gung, das neue Volksheer, das Getriebe der wirt­schaft, die bewunderswerten Leistungen deutscher Erfinder und Techniker, das neuerstehende Bauern­tum, der Arbeitsdienst, das Landjahr, der Sport all dies bietet den schöpferischen Künstlern in reichem Maße Gelegenheit, das Gegenwartsbild auf- ftrebenden Lebens in einem überzeugenden künstlerischen Ausdruck festzuhalten.

Die Landesleitung Hessen-Rassau der Reichskam­mer der bildenden Künste wird zur Vermeidung einzelner Rückfragen allen Mitgliedern persönlich eine entsprechende Aufforderung mit gleichzeitigen näheren Erläuterungen zugehen lassen.

Gez.: Müller-Scheld, Landeskulturwalter.

Gez.: Lieser, Landesleiter Hessen-Rassau der Reichskammer der bildenden Künste.

Das Äeichsinstltut für Geschichte des neuen Deutschland.

Drei neue Forschungsabteilungen errichtet.

Berlin, 11. April. (DNB.) Der Präsident des Reichsinstituts für Geschichte des neuen Deutsch­lands, Professor Dr. Walter Frank, hat an die deutsche Oeffentlichkeit einen Aufruf gerichtet, in dem er ankündigt, daß mit Wirkung vom 1. April innerhalb des Reichsinstituts drei neue For- jchungsabteilungen errichtet worden sind:

1. Eine Forschungsabteilung Judenfrage, die die Aufgabe hat, die Grundlage zu schaffen für eine Geschichtsschreibung der deutschen und euro­päischen Judenfraae. Der Sitz dieser Abteilung ist München. Zum Leiter der Abteilung wird der Präsident der Bayerischen Akademie der Wissen­schaften, Prof. Karl Alexander von Müller, ernannt.

2. Eine ForschungsabteilungPolitische Füh­rung im Weltkrie g", die durch Sichtung und Sammlung des Materials über die politische Kriegsführung im weitesten Sinne die spätere Geschichtsschreibung des großen Krieges vorzuberei­ten hat. Der Sitz der Abteilung ist Berlin. Leiter ist der ehemalige Abteilungschef im Stabe des Chefs des Generalstabs des Feldheeres, Oberst a. D. Nicolai.

3. Eine Forschungsabteilung N a ch k r i e g, ins­besondere Geschichte der nationalfozia- listischen Bewegung, die durch Material- sichtuna und Befragung von Persönlichkeiten die Grundlage für eine spätere Geschichtsschreibung der nationalsozialistischen Revolution zu schaffen hat. Die Leitung dieser Abteilung übernimmt Walter Frank selbst.

Indem ich diese drei Forschungsabteilungen ins Leben rufe, so heißt es in dem Aufruf dann wei­ter, richte ich an die deutsche Oeffentlichkeit die Auf­forderung, unsere Arbeitspläne durch tätige Mit­arbeit zu unterstützen. Es ist unser beson­deres Bestreben nicht nur aus den Akten, sondern auch durch persönliche Fühlung mit den Miterlebenden und Mitge st al­tern der jüngsten Vergangenheit einen Schatz an Kenntnissen und Erfahrungen sicherzu­stellen, der sonst mit seinen Trägern zu Grabe gehen würde. Ich bin gewiß, daß dieser Ruf Ge­hör finden wird. Bereits in den sechs Monaten seines Bestehens hat das Reichsinstitut für Ge­schichte des neuen Deutschlands erfahren, wie seine Arbeit auf einer breiten Grundlage öffentlichen

Interesses und öffentlicher Sympathie ruht. Unsere Arbeit rechnet in langen Zeiträumen. Richt eine falsche konjunkturbedingtePopularisie­rung" der Wissenschaft ist unser Ziel. Wohl aber stellen wir unsere ganze Arbeit unter den Glauben, daß die wissenschaftliche Forschung Waffen­dienst an der g es amten Nation zu leisten hat. Und so grüßen wir dankbaren Herzens all die Zeichen, die uns beweisen, daß die Arbeit der Ge­schichtsforschung heute wieder begonnen hat, d e n Weg zur Seele der Nation zu finden.

Eine Reichstierärzteordnung.

Berlin, 9. April. (DNB.) Nachdem die Reichs­ärzteordnung vom 13. Dezember 1935 für den Aerztestand eine umfassende gesetzliche Regelung der berufsständischen Verhältnisse gebracht hat, hat die Reichsregierung eine gleiche Regelung auch für die Tierärzte durch die neue Reichstier­ärzteordnung geschaffen, die am 3. April erlassen worden ist. Die Fassung der neuen Reichstierärzte­ordnung hält sich im allgemeinen eng an die Fassung der Reichsärzteordnung. In Abschnitt I sind neue Bestimmungen über die tierärztliche Bestallung, bisher Approbation genannt, ent­halten, desgleichen über die Voraussetzungen, unter denen ein Tierarzt die Befugnis zur Ausübung seines Berufes verlieren kann. Für eine Be­rufsordnung und eine Gebührenordnung für Tier­ärzte find Rahmenbestimmungen gegeben. Der Schutz der BezeichnungTierarzt" und das Verbot der Führung von Titeln zu Werbe­zwecken, sollen klare Rechtsverhältnisse für die Berufsbezeichnung schaffen. Auch für die Tierärzte­schaft ist eine über das ganze Reich ausgedehnte Organisation, die Reichstierärztekammer, geschaffen worden. Ihr gehören sämtliche Tierärzte, auch die beamteten Tierärzte mit Ausnahme der aktiven Veterinäroffiziere an. In Anwendung des Führerprinzips sind dem Reichstierärzte, führer umfassende Befugnisse übertragen wor­den. Als Untergliederungen der Reichstierärzte­kammer sind die Tierärztekammern und als deren Unterbau die tierärztlichen Be­zirksvereinigungen vorgesehen. Den Lei- tern der Reichstierärztekammer, der Tierärztekam­mern und der tierärztlichen Bezirksoereinigungen stehen Beiräte zur Seite. In weiteren Abschnit­

ten wird die Bestrafung von Berufsvergehen durch tierärztliche Berufsgerichte behandelt. Die Staats­aufsicht wird von dem Reichsminister des In­nern ausgeübt. Die Reichstierärzteordnung tritt am 1. Juli 1936 in Kraft.

Kunst und Wissenschaft.

Ausstellung

der Felsbilder-Sammlung von Frobenius.

Auf Einladung der Universität Barcelona wird im Herbst eine Ausstellung der aus einer Reihe von Expeditionen des Frankfurter Forschers Geheimrat Leo Frobenius ^ufammengetraaenen Kopien­sammlung vorgeschichtlicher Felsbilder gezeigt werden. Eine ähnliche Ausstellung ist für den Sommer in Frankfurt geplant. Die Samm­lung, von der nur ein Teil gezeigt werden kann, ist eine einzigartige Galerie vorgeschichtlicher Kunst: sie ist vor kurzem in den Besitz des Reiches über­gegangen.

Reichsinstilut für allere deutsche Geschichtskunde.

Der bisherige Leiter derMonumenta Germa- niae", Geheimrat Professor Dr. Paul Fridolin Kehr, hat den Reichswissenschaftsminister mit Rücksicht auf sein Alter um Enthebung von seinem Amt gebeten. Reichsminister Rust hat diesem Wunsche stattgegeben und mit der kommissarischen Leitung des neuenReichsinstituts für ältere deutsche Geschichtskunde" den Staatsarchivrat und Prioatdozenten Dr. Wilhelm Engel betraut.

Die 100-Jahrfeier

der Technischen Hochschule Darmstadt.

Die Technische Hochschule Darmstadt begeht vom 27. bis 29. Mai 1936 die Feier ihres 100jährigen Bestehens. Gleichzeitig mit dem Hochschulfest findet in Darmstadt die Haupt- Versammlung des Vereins Deutscher Ingenieure an- läßlich seines 80jährigen Bestehens statt. Das Fest­programm sieht neben Besichtigungsfahrten und Ausflügen die Hauptversammlung der Vereinigung von Freunden der Technischen Hochschule e. V. (Ernst-Ludwig-Hochschulgesellschaft) vor, während zusammen mit dem VDJ. ein Festabend stattfindet. Ferner sind eine Feierstunde der Hochschule, Füh­rungen durch die Institute und ein Sommerfest vor­gesehen.

Aus aller Welt.

Oie Zungvolkwerbung auf dem Lande.

ImJahr des deutschen Jungvolks" sollen alle Jungen und Mädel im Alter von 10 bis 15 Jahren der Gemeinschaft der deutschen Jugend zugeführt werden. Im Bauerntum ist die Ertüchti- guna und Erziehung dieser Jugend besonders not- wendig, doch begegnet eine Erfassung der Land­jugend und eine straffe Disziplinierung in den Jugendorganisationen besonderen Schwierigkeiten. Die Jugend des Landes lebt auf Höfen und Dör­fern verstreut und selbst die Jüngsten sind in den einzelnen Jahresabschnitten schon so stark an die Arbeit gebunden, daß Rücksicht geboten ist. Deshalb wird die Werbung des deutschen Jungvolks im Jahre 1936 in den ländlichen Gebieten über den festgesetzten Zeitpunkt hinaus bis zum 3 0. Sep­tember für Neuaufnahmen, die über Jugend­warte der Ortsbauernschaften erfolgen, verlängert.

Jeder Jugendwart und jede Jugendwartin wer­den innerhalb ihres Dienstbereichs je 5 Neuauf­nahmen melden, so daß im Laufe des Sommers er­reicht wird, daß die heute schon annähernd restlose Erfassung der Landjugend im Jungvolk und in den Jungmädelschaften endgültig vollzogen wird.

Wird her Montblanc-Tunnel gebaut?

DieJournse Industrielle" in Paris glaubt an- kündigen zu können, daß ein Plan zum Bau eines Tunnels unter dem Montblanc der Verwirklichung entgegengehe. Der Plan sei schon dem französischen Obersten Rat für öffentliche Ar­beiten unterbreitet worden. Der Minister für öffent­liche Arbeiten, Chautemps, hoffe, noch vor den großen Ferien die Verordnung über die Verge­bung der Tunnelarbeiten durchsetzen zu können. Es seien bereits Vorverhandlungen über diesen Tun­nelbau zwischen Italien, der Schweiz und Frank­reich erfolgt. Nach dem Bericht der geologischen Sachverständigen sollen bei der Tunneldurchstoßung keine besonderen Schwierigkeiten vorauszusehen sein. Verbunden werden soll das französische Arve- Tal mit dem italienischen Doire-Tal. Der nördliche Eingang des Tunnels soll in 1035 Meter Höhe bei Chamonix liegen, der südliche Ausgang in 2,5 Kilo­meter Entfernung von Entreves in 1035 Meter Höhe. Der Tunnel würde eine Länge von 12,6 Kilometer und eine Breite von 8,5 Meter haben. Das Kapital für die Arbeiten, die 260 Millionen Franken kosten werden, solle von einer französischen Gruppe gestellt werden. Die Tilgung der Kosten solle auf 50 Jahre verteilt werden und durch Erhe­bung einer Durchfahrtsgebühr erfolgen, die je nach dem Gewicht des Fahrzeuges (Automobil) und der Zahl der Reisenden, die den Tunnel durchfahren, errechnet werde. Man nehme an, daß mindestens 120 000 Automobile jährlich den künftigen Mont- blanc-Tunnel benutzen würden. Wenn alles glatt aehe, würden die Arbeiten noch vor dem Herbst in Angriff genommen werden; sie dürften 6 Jahre dauern und würden 5000 Arbeitern Beschäftigung geben.

3. Reichstreffen deutscher Diplomlandwirte in der Reichsbauernstadt Goslar.

Der dem Reichsnährstand angegliederte Reichs­bund Deutscher Diplomlandwirte c. 93. veranstaltet das diesjährige Reichstreffen der deut­schen Diplomlandwirte vom 3. bis 5. Juli in der Reichsbauernstadt Goslar. Die Tagungen umfassen neben der mit dem Reichsnährstand durchgeführten Schulung in diesem Jahre auch eine öffentliche Kundgebung sämtlicher Reichsfachgruppen des Reichsbundes in Hahnenklee - Bockswiese. Der Reichsbund umfaßt etwa 8000 deutsche Diplom­landwirte und den gesamten akademischen Nach­wuchs. Das Reichstreffen wird durch den 18. Reichs­bundestag des Reichsbundes Deutscher Diplom­landwirte und einen Kameradschaftsabend be­schlossen, an dem der Reichsführer SS. und Füh­rer des Reichsbundes, Diplomlandwirt Heinrich Himmler sprechen wird.

150-Jahrfeier des Reichskriegerbundes.

In Erinnerung an die im Todesjahr Friedrichs des Großen am 8. Juni 1786 in Wangerin (Pom­mern) durch ehemalige Füsiliere des Füsilier-Re­giments von Brünning erfolgte Gründung derMi- litär-Schützen-Bruderfchaft Wangerin", die die Ur» zelle für den heutigen Deutschen Reichs- kriegerbund (Kyffhäuserbund) e. V. ist, findet am Gründungsort am 7. Juni d. I. die 15 0« Jahrseisr des Bundes statt. Der diesjährige

Reichskriegertag in Kassel, dem eine Arbeitstagung des Kyffhäuserbundes vorangehen wird, ist auf den 4. bis 6. Juli festgesetzt worden.

Deulsch-englisches Jugendlager bei London.

Auf Einladung englischer Jugendorganisationen werden sich 30 deutsche Jungen im Alter von 16 bis 25 Jahren nach Berkhamsted bei London be­geben, wo für die Dauer von drei Wochen ein Jugendlager abgchalten wird, in dem sich 30 englische und 30 deutsche Jungen vereinen. Es han­delt sich hier um das 6. Lager dieser Art, das von den englischen Jugendorganisationen gemeinsam mit der Reichsjugendführung durchgeführt wird. Die 30 deutschen Teilnehmer, die sich aus Jungarbei­tern, Schülern und Studenten zusammensetzen, trafen dieser Tage in Hamburg ein, wo sie auf der schwimmenden JugendherbergeHein Godenwind" Quartier nahmen. Am Gründonnerstag fuhren die Jungen mit einem Sonderzug nach Bremerhaven, von wo aus die Fahrt mit dem DampferDeutsch­land" nach England angetreten wird.

Auslands-Ausbildungsreife der Kreuzer Rürnberg",Leipzig" undKöln".

Das Flackschiff des Befehlshabers der Auf­klärungsstreitkräfte KreuzerNürnber g", verließ am Dienstagvormittag Kiel, um sich in der Helgoländer Bucht mit dem aus Wilhelmshaven zu ihm stoßenden KreuzernLeipzig" und Köln" zu vereinigen. Die drei Kreuzer begeben sich zu einer fast vierwöchigen Auslands-Ausbil- dungsreife in den Atlantik. Während dieser Reise werden folgende Häfen angelaufen: Kreuzer Nürnberg" vom 23. bis 27. April Santa Cruz de Teneriffa, vom 30. April bis 4. Mm ß i fif a b o n ; KreuzerLeipzig" vom 23. bis 27. April Las Palmas, vom 29. April bis 3. Mai Lagos (Portugal); KreuzerKöln" vom 23. bis 27. April Madeira, vom 29. April bis 3. Mai Lagos (Portugal). Die deutschen Kreuzer werden voraussichtlich im englischen Kanal mit der K d F. - F l o t t e Zusammentreffen.

Graf Zeppelin" nach Südamerika gestarlel.

Das LuftschiffG r a f Z e p p e l i n" ist am Oster­montag um 19.11 Uhr unter Führung seines Kom­mandanten, Kapitän v. Schiller, zu seiner ersten diesjährigen Südamerika-Fahrt gestartet. Neben 16 Fahrgästen nahm das Schiff einige hun­dert Kilogramm Fracht und Post an Bord. Um 0.35 Uhr (holländischer Zeit) überflog das Luftschiff Vlissingen in südwestlicher Richtung.

Zeppelin-Hoffmann" 98 Jahre alt.

In Nothweiler (Pfalz) feierte am Ostersonntag der Polizeidiener Jakob Hoffmann, der älteste Bürger der Südpfalz, seinen 9 8. Geburtstag. Nicht nur in der Pfalz, sondern wohl im ganzen deutschen Land ist der Alte unter dem Namen Zeppelin-Hoffmann" bekannt. Diesen Bei­namen hat er daher, daß er im August 1870, als Graf Zeppelin auf seinem berühmt geworde­nen Ritt von Weißenburg her auf der Flucht vor den ihn verfolgenden Franzosen war, den Grasen von Nothweiler aus vor dem Feinde in Sicherheit brachte. Der Brunnen inmitten des Dorfes, an dem Graf Zeppelin damals fein Pferd tränkte, wird heute noch allgemein Zeppelin-Brunnen geheißen. Immer, wenn derZeppelin-Hoffmann" in den letzten Jahren Geburtstag hatte, gedachte dieses Ehrentages eine große und dankbare Gemeinde, die sich über ganz Deutschland erstreckt. Auch die Tochter des Grafen Zeppelin, Gräfin Branden- st e i n - Z e p p e l i n , hat dem Alten wi»derholt am Geburtstag Glückwünsche und Geschenk» über­mitteln lassen.

Die kdF.Flolle auf der Rückreise.

Der Besuch Madeiras war der Höhepunkt der bisherigen Fahrt der KdF.-Dampfer. Bei herr­lichstem Wetter wurde die Insel besichtigt. Alle KdF.- Urlauber sind von den unvergleichlichen Schön­heiten Madeiras begeistert. Ein Hauptereignis war das Mittagskonzert der Leibstandarte in Uniform im Park von Funchal, das besonders auch die portugie­sischen Zuhörer zu immer neuen Beifallsstürmen hinriß. Das Konzert schloß mit der portugiesischen und mit der deutschen Nationalhymne. Ostern wurde auf hoher See gefeiert. Das Wetter zeigte sich von der besten Seite. Am Ostermorgen sandte Ober- gruppenführer Dietrich im Namen von 3000 deutschen Arbeitern dem Führer in Dankbarkeit und Verehrung nach dem gewaltigen Erlebnis von

Lissabon und Madeira die herzlichsten Ostergrüße. Als Osterüberraschung sand jeder KdF.-Urlauber am Sonntagmorgen ei» riesiges Osterei an seinem Platz.

Ueberall weihe Ostern

An der B e r g st r a ß e und in der P f a l z , wo die Steinobst- und Birnbäume in voller Blüte stehen, trat am Ostervormittag ein starkes Schnee­treiben ein, so daß nach einer Stunde die blü­hende Landschaft ein Bild wie im tiefsten Winter bot. Die vielen Osterausflügler, die von nay und fern in die Baumblüte gekommen waren, mußten schwer enttäuscht die schützenden Häuser aufsuchcn. Zum Glück war gegen Abend der Schnee wieder verschwunden, ober der ft a r f e Nacht- f r o ft, der von Sonntag auf Montag herrschte und Temperaturen von mehreren Grad unter Null zeigte, hat in ungeschützten Lagen da und dort Scha­den angerichtet.

Seit Wochen standen die oberbayerischen Bergwiesen schon übersät mit Schlüsselblumen, En- zian und Krokus. Ausgerechnet zu Ostern fiel nun Neuschnee, und gleich in derartigen Mengen, daß die Skiläufer nicht in Verlegenheit kamen bei der Auswahl ihrer Touren. Auf der Zugspitze schneite es 30 Zentimeter Neuschnee. Am Montag wurden 14 Grad Kälte gemessen. In Gar­misch-Partenkirchen lag der Schnee am Montagfrüh noch etwa fünf Zentimeter hoch. Im Allgäu war bis zum Ostersonntagabend auf den Bergen ab 1400 Meter die Neuschneedecke etwa zwan­zig Zentimeter hoch. Besonders ergiebig waren die Schneefälle im östlichen Alpengebiet. Auf den Berchtesgadener Bergen sind 30 bis 40 Zenti­meter Neuschnee gefallen. Auch der Wendelstein meldet 40 Zentimeter Neuschnee.

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Ganz Frankreich stand in den Osterfeier- tagen im Zeichen des Winters. Ueberall ist das Thermometer plötzlich stark gefallen und zeigt teil­weise drei Grad Kälte. Die Folgeerscheinungen waren Hagel und Schneefälle, die den Obstbäumen großen Schaden zugefügt haben. Aus Calais, Nancy, Besan<^on und dem Loire - Gebiet werden stärkere Schneefälle gemeldet. In Paris und Umgebung, wo das Thermometer bis auf 1 Grad gefallen war, waren Bäume und Anlagen am Ostermontag mit dickem Rauhreif bedeckt.

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England hat dieses Jahr das kälteste Osterfest feit einem Menschenalter erlebt. In alle» Landesteilen herrschte winterliches Wetter. Weite Gebiete wurden von heftigen Schneefäl­len und Hagelstürmen heimgesucht.

Wirbelstürme über Uruguay.

Ein ungewöhnlich heftiger Wirbelsturm, der merkwürdigerweise nur 90 Sekunden dauerte, suchte die Ortschaft Orroyo Grande im Bezirk Soriano in der Nähe des Uruguay-Flusses heim und zer­störte ein Hotel sowie 20 weitere Gebäude. Aus den Trümmern wurden bisher 12 zum Teil schwer­verletzte Personen geborgen. Eine weitere Or­kan-Katastrophe brach über die Ortschaft Melo im Bezirk Cerro Largo an der brasilianischen Grenze herein, wo sechs Personen getötet und rund hundert verletzt wurden. Der Sachschaden ist ebenfalls sehr groß. 200 Familien wurden obdachlos. Der Innenminister hat sofortige Hilfsmaßnahmen eingeleitet.

Schweres Flugboolunglück auf der Insel Trinidad.

Bei Port of Spain auf der Insel Trinidad stieß das große FlugbootBrazilian Clipper", das der Panamerican Airways gehört, beim Start nach Buenos Aires mit einem Motorboot zusammen. Don den 25 Fluggästen und der fiebenköpfigen Besatzung wurden zwei Fluggäste und ein Stewart getötet. Diele Fahrgäste erlitten mehr oder weniger schwere Verletzungen. Das Flugboot ist völlig zer­stört. Sein Rumpf ragt nur noch zur Hälfte aus dem Wasser.

Schweres Flugzeugunglück bei Buenos Aires.

In der Nähe von Buenos Aires ereignete sich am Ostersonntag ein schweres Flugzeugunglück, das vier Todesopfer forderte. Zwei von je einem Flieger und einem Begleiter besetzte Privat­kleinflugzeuge stießen über dem Flugplatz Moron unweit von Buenos Aires in einer Höhe von wenigen hundert Meter zusammen und stürzten a b. Die Besatzungen waren auf der Stelle t o t.

Drei Todesopfer eines Schiffsunglücks.

Bei den Farörern ist ein mit drei Personen be­setztes Motorboot im Sturm gekentert. Don Land aus konnte beobachtet werden, wie sich zu­nächst zwei der Insassen auf dem Kiel des Bootes in Sicherheit bringen konnten. Wenige Minuten später wurde jedoch einer der beiden Männer von den Wellen fortgespült. Der andere klam­merte sich etwa eine halbe Stunde an dem Boot fest, bis auch er den Kampf gegen die See aufgeben mußte. Ein dänisches Jnspektionsschiff und mehrere andere Fahrzeuge, die den Schiffbrüchigen Hilfe bringen wollten, kamen zu spät. Sie sanden nur noch das gekenterte Boot.

Eine ganze Familie ertrunken.

Der Landwirt Buthen aus Gütow bei- strow war mit seiner Ehefrau und seinen zwei Kindern Mädchen im Alter von 13 und 3 Jahren am Ostersamstagnachmittag nach Warne­münde gekommen. Bis 21 Uhr hielt sich die Fa­milie in einer Gastwirtschaft auf und wurde da­nach nicht mehr lebend gesehen. Am Ostersonntag meldete der Lotsenbootsmann der Polizeistation, daß vier Leichen an Land gespült worden seien. Bei der Untersuchung wurde festgestellt, daß es sich um den Landwirt mit seiner Frau und den beiden Kindern handelte.

Todessturz eines elfjährigen Knaben.

Während der Dfterfeiertage stürzte der 11 Jahre alte Wilhelm Krämer beim Besuch der Dahner Felsengruppe bei Heidelberg von einem Felsen ab. Der Knabe wurde dabei so schwer verletzt, daß er einige Stunden später ft a r b. Seine Leiche wurde nach Heidelberg gebracht.

Wassereinbruch in stillgelegle kalischachle.

Die alten, seit 1922 stilliegenden Kalischächte in der Nähe von Hedwigsburg im Kreise Wolfenbüt- tel wurde in einer der letzten Nächte von einem Wassereinbruch heimgesucht. Infolge von Erdbewegungen bildete sich ein 8G mal 80 Meter großer Trichter mit einer Tiefe voy ungefähr 145 Meter. Durch den Einsturz der Eromassen wurde das Wasser aus den 1922 ersoffenen Schächten her­ausgepreßt und Überflutete die Umgebung des Einsturzgeländes. Im weiteren Umkreise entstanden kleinere Trichter, Man fürchtet, da am Haupttrichter neue Erdmassen nachstürzen, daß die alten Werk- gebäube und auch der letzte noch stehende Schorn­stein mit hinabgezogen werden. Die an der Straße liegenden Wohnhäuser mußten aus Sicher­heitsgründen geräumt werden, jo daß zwölf