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Figuren der Locarno-Konferenz
Ruhigere Beurteilung in Paris
Kirchen Madrids sowie ein Kloster und die monarchistisch-faschistische Zeitung „La 31 a - cIon“. Die Gebäude wurden in Brand ge- steckt. Die Kirchen San Luis und San Jgnacio, die mitten in der Stadt gelegen sind, stehen bereits in hellen Fla mm e n und erleuchten den nächtlichen Himmel. Die Feuerwehr ist an mehreren Brandstellen eingesetzt, kann sich aber nur darau beschränken, ein Uebergreisen auf benachbarte Gebäude zu verhindern. Auf Polizeibeamte, die die Brandstifter der Kirche San Luis unschädlich machen wollten, wurde ein P i st o l e n f e u e r erössnet. Lin Beamter wurde gelötet, ein anderer schwer verletzt. Auch an anderen Stellen der Stadt fanden Schiehereien statt. Dabei sollen insgesamt zehn Personen verletzt worden sein. Drei Feuerwehrleute zogen sich bei den Löscharbeiten ebenfalls Verwundungen zu.
Besonders heslig war der Brand der Kirche San Luis, deren Türme aus die Slrahe stürzten. und die Stromleitung der Straßenbahn zerschlugen. wodurch der gesamte Verkehr im Stadtzentrum für einige Zeit lahmgelegt wurde. Das Feuer griff hier auch auf die angrenzenden Wohnhäuser über, die geräumt werden muhten und zum Teil niederbrannten. Von den kommunistischen Brandstistern konnte bis seht keiner verhaftet werden. Der Innenminister erklärte, dah er sür polizeilichen Schuh der Kirchen sorgen wolle, um weiteren Sabotageakten vorzubeugen.
das Hoheitsgebiet anderer Nationen anzutasten, möge man sich vor der Vielzüngigkeit der ranzösische'n Diplomatie in Acht nehmen. Der üngste liberale Abgeordnete A c l a n d schlägt eben- o wie sein Arbeiterkollege eine internationale Friedenskonferenz unter Einschluß Deutschlands vor.
Italien und der Locarnopakt.
Rom, 12. März. (DNB.) „Tribuna" äußerst lebhaftes Erstaunen darüber, daß augenblicklich so viel Aufregung um den Locarnopakt entstanden sei. Offensichtlich sei heute der Fluß des Verges- e n s über die Ufer getreten. Nur dann könnte
Man sieht (von links nach rechts) den britischen Außenminister Eden, den französischen Außenminister Fl a nd in und den belgischen Ministerpräsidenten v an Je eland beim Verlassen des Foreign Office in London nach der ersten Beratung. — (Scherl-Bilderdienst-M.)
sei gegen Gewaltmaßnahmen.
Wasmeintdie junge Generation?
London, 13. März. (DNB.) „S t a r" hat die jüngsten Abgeordneten der politischen Parteien um ihre Ansichten befragt. Der Konservative C a r t l a n d schreibt, wenn die Methode des deutschen Vorgehens bedauert werden müsse, so bedeute das nicht, daß sie nicht heilsam sowohl für die Weltbeziehungen als auch den Völkerbund sein könne. Der Gedanke der entmilitarisierten Jone könne logischerweise nicht mehr vertei- d i a t werden. Die Zone hätte zur gleichen Zeit verschwinden sollen, als die französischen und britischen Truppen das Rheinland verließen. Der Arbeiterabgeordnete M a c m i l l a n stellt fest, daß es keineswegs besondere Gefahren heraufbeschwören müsse, wenn Deutschland sein eigenes Gebiet besetzt habe. Anders wäre die Lage, wenn Deutschland dasselbe getan hätte, was Frankreich den Deutschen im Ruhrgebiet zugefügt habe. Deutschland habe sich jetzt das genommen, was man ihm, als es noch ein demokratischer Staat war, verweigert habe. Solange Deutschland nicht versuche,
Fairplay für DeuWand.
Aufschlußreiches Kulissengespräch unter englischen Politikern.
Bon unserem Londoner chb.-Vertreter.
Paris, 14. März. (DNB. Funkspruch.) Die Pariser Samstagpresse ist wesentlich zurückhaltender in der Beurteilung der allgemeinen Lage. Der etwas übertriebene Optimismus der letzten Tage macht nach zweitägiger Verhandlung in London einer ruhigeren Beurteilung Platz. Man beginnt auch französischerseits einzusehen, daß die ursprünglich gegen Deutschland geforderten Maßnahmen zu hoch geschraubt waren und daß man sich wohl oder übel mit weniger begnügen müsse. Man verhehlt sich nicht, daß die Londoner Besprechungen recht langwierig sein werden.
Pertinax schreibt im „Echo de Paris", er könne nicht behaupten, daß die Aussichten auf eine wirksame und durchgreifende Handlung gut seien. Frankreich und England seien sich nicht einig, der Dölkerbundsrat werde seine Arbeiten verlangsamen müssen, damit die französisch-englischen Besprechungen fortgesetzt werden können. Vie Agentur Havas glaubt zu wissen, daß der Völkerbundsrat seine „Empfehlungen" nicht vor Mitte nächster Woche treffen könne. Niemand könne heute irgendwelche Voraussagen machen, denn es gebe zahlreiche Punkte, die noch nicht geklärt seien. Der französische Außenminister halte es für seine Pflicht, vorher nach Paris zurückzukehren, um mit seiner Regierung Rücksprache zu nehmen. Wenn die interessierten Mächte der Auffassung seien, daß die Wiederherstellung des Status quo ante in der entmilitarisierten Zone unmöglich sei, so werde sich daraus mit zwingender Notwendigkeit ergeben, daß ein verlorengegangener Sicherheitsfaktor durch
London, im März.
Mit welcher Spannung man in England an allen bedeutsamen Regierungserklärungen Deutschlands teilnimmt, zeigte sich wieder am vergangenen Samstagnachmittag. Die erste Auflage der Abendblätter in London war im Nu verkauft. Eine zweite, dritte, vierte, fünfte Auflage folgten, dann Extraausgaben — und noch um Mitternacht standen die Zeitungsverkäufer schreiend auf den Straßen und konnten nicht genug Zeitungen erhaltenem sie an tausend ausgestreckte Hände zu verkaufen. „Hitler shakes Europe!“ — Hitler schüttelt Europa! „The Watch on the Rhine is there againl“ Die Wacht am Rhein ist wieder da! So und mit tausend anderen Schlagzeilen gaben die Abendblätter die Meldungen von der endlichen Wiederbesetzung des deutschen Rheinlandes bekannt. Am nächsten Morgen folgten die Sonntagsblätter. Ich beschloß, im Gespräch mit Freunden und Bekannten, Engländern, die Deutschland von jahrelangen Aufenthalten kannten und anderen, die es nur von Reiseprospekten und Ansichtskarten kannten, ihre Meinung zu hören. Ueberall trat man mir, wo man mich als deutschen Korrespondenten kannte, mit der Zeitung in der Hand entgegen, überall begann man ungeniert über die Ereignisse zu sprechen.
Am eindruckoollsten war ein Gespräch zwischen einemLiberalen und einem Konservativen, deren Namen, obwohl sie in England in allen politischen Lagern bekannt sind, hier wiederzugeben nicht notwendig ist. Ich durfte dem Gespräch als Zuhörer und Stenograph beiwohnen. In jenem Gespräch waren in kurzen Worten so ziemlich alle Argumente vereinigt, denen ich bei hundert Gesprächen in knappen zwei Tagen begegnet war. Zuerst sprach der Konservative:
K: Eden hat vollkommen Recht: man kann nicht
anders als mißtrauisch zu Deutschland sein, nachdem es so überraschend einen der wichtigsten Pakte zerriß.
L: War der Locarno-Pakt, auf den Sie anspielen, wirklich ein Pakt, der der Erhaltung eines Friedens diente?
K: Ja. Frankreich hatte feine Genugtuung erhalten.
L: Wie meinen Sie das, „Frankreich hatte feine Genugtuung erhalten"? Hatte Frankreich überhaupt ein Recht auf Genugtuung? Und wenn ja, hatte Frankreich diese Genugtuung nicht bereits dann erhalten, als es in seiner Dölkerbunds- politik Großbritannien ins Schlepptau nahm und die „Liga der Nationen" in Wirklichkeit zu einem Tummelplatz französischer Revanchegelüste machte?
K: Das stimmt. England glaubte Frankreich vielleicht zu sehr, wenn man uns jenseits des Kamals immer wieder von deutschen „Rachegelüsten" sprach. Aber dieses plötzliche Vorgehen, anstatt die Lage erst durch die üblichen diplomatischen ' Kanäle sondieren zu lassen ...
L: Plötzlich? Soviel ich weiß, bereitete Hitler die europäischen Nationen auf etwas ähnliches vor, als der französisch-russische Pakt vor den Pariser Senat kam. Wir dürfen nicht vergessen, daß wir in England keine Ahnung von dem Fluch des Bolschewismus haben, während man in Deutschland jene bestialische Politik am eigenen Leibe erfuhr.
KiAber die Demilitarisierung des Rheinlandes fügte Deutschland doch keinen Schaden zu. Heutzutage, mit mechanisierten Armeen, kann ein solches Gebiet in Stunden durchmarschiert oder überflogen werden. Es war alles so ruhig ..'.
L: Sie machen mir die Antwort leicht. Stellen Sie sich vor, daß England gezwungen würde, seine südliche Küste am Kanal in einer Tiefe
Die englischeRegierung bereitet einen eigenen Friedensplan vor?
Sämtliche Vorschläge des Führers sollen einbezogen werden.
man eine gewisse juristische und politische Sprache der letzten Tage verstehen. Die Zusammenziehung der englischen Flotte im Mittelmeer und die gleich- zeitig begonnenen Verhandlungen über eine Zusammenarbeit zwischen Frankreich und England im Mittelmeer, alle diese ausgesprochen antl-ita- lienischen Zwangsmaßnahmen, die den Sanktionen vorausginaen, hätte man in ihrer eigentlichen Bedeutung zu schnell vergessen, wenn man glaube, daß sie mit dem L o c a r n o - pakt und der Stellung Italiens zu diesem Pakt vereinbar seien. Dies anzunehmen, wäre absurd, wenn auch das Absurde schon seit einiger Zeit die internationale Politik bestimme.
L o n d o n, 14. März. (DNB. Funkspr.) In ihren Berichten über das Ergebnis der Besprechungen der Locarnomächte am Freitag vertreten die Morgenblätter die Ansicht, daß sich die britische Haltung gegenüber Deutschland versteift habe. Die Blätter melden, daß Frankreich und Belgien auf Großbritannien einen Druck dahingehend ausübten, daß , wischen den drei Mächten ein neuer „Locarnopakt" ür gegenseitigen Beistand abgeschlossen Derben solle. Das wesentlichste Ergebnis der Freitag-Besprechungen habe in der Ueberzeugung gelegen, daß ein Vorgehen auf dieser Linie jedem anderen vorzuziehen ei. „Daily Telegraph" (konserv.) weiß zu berichten, laß eine Zusammenfassung der verschiedenen Ansichten der Locarnomächte in einer Denk- chrift erfolgt sei, die der belgische Ministerpräsi- )ent van Zeeland ausgearbeitet habe. Diese Denkschrift sei die Grundlage der Besprechungen vom Freitag gewesen. Ein Ende der Besprechungen ei noch nicht in Sicht. Die Haltung der Franzosen habe sich seit der Ankunft Paul-Bon- cours beträchtlich verschärft.
„Morning Post (rechtskonservativ) erklärt, daß die Franzosen am Freitag gewisse Zugeständnisse gemacht hätten, aber an einer zumindest „symbolischen Zurückziehung der deutschen Truppen" (!) festhielten. „News Chronicle" (liberal) verzeichnet den, wie er sich ausdrückt, ersten „Hoffnungsschimmer". Das ausgegebene Stichwort gehe dahin, daß jeder seinen Beitrag zu leisten habe. Man erwarte von Deutschland etwas mehr, als es bisher angeboten habe, aber auch Großbritannien und Frankreich hätten ihr Teil zu geben und feien nun etwas mehr bereit, es zu tun. Der britische Anteil würde voraussichtlich darin bestehen, daß eine besondere Garantie gegeben würde, das K o l l e k t i v s y st e m aufrechtzuerhalten. Eden habe im einzelnen noch keine Vorschläge gemacht. Es würden aber voraussichtlich noch Besprechungen hierüber mit den Kabinettsmitgliedern während des Wochenendes stattfinden. Das Blatt hat den Eindruck, daß die britischen Garantien das Völkerbundssystem stärken, nicht aber zu einem Bündnis mit Frankreich führen würden.
„Times" erklärt, daß nach britischer Ansicht die deutsche Antwort mit ihren negativen Verpflichtungen wahrscheinlich einen kleinen Fortschritt darstellt, aber sehr weit von dem entfernt sei, was Eden erbeten habe. „Daily Telegraph" schreibt: Britische Staatskunst hat noch niemals eine delikatere und gewichtigere Ralle gespielt als in dieser Woche. Sie muß, wenn Wy möglich ist, einen mittleren W e g zwischen zweierlei Ansichten finden, die in direktem Gegensatz zueinander stehen, zwischen der französischen Entschlossenheit, mit Deutschland nicht zu verhandeln, solange der Rhein von Truppen besetzt bleibt, und dem Daraufbestehen Deutschlands, daß die Wiederherstellung feiner Souveränität über sein eigenes Gebiet vor jeder Besprechung über weitere Verträge oder seiner Rückkehr zum Völkerbund als Tatsache hingenommen werden muß.
Die „Daily Mail" schreibt: Im Verlaufe der letzten 24 Stunden hat sich nichts zugetragen, was die Staatsmänner der Welt daran hindert, den Frieden Europas zu erhalten. Die Lage ist äußerst schwierig. Aber mit Klugheit und Mäßigung kann die Gefahr der Katastrophe eines neuen Weltkonfliktes vermieden werden. Alle müssen für den Frieden arbeiten. Das Blatt stellt dann fest, daß sich in dem gegenwärtigen Fall die gewöhnlichen Völkerbundssanktionen nicht anwenden lassen. Am Rhein seien die deutschen Truppen nicht in das Gebiet eines fremden Staates einmarschiert; sie haben lediglich deutsches Gebiet besetzt. Infolgedessen treten die Strafen des Völkerbundspaktes nicht in Kraft. Der Wunsch des Landes gehe dahin, daß der Frieden gewahrt werden soll. Die öffentliche Meinung werde niemals eine Politik unterstützen, die , diesen gefährde, ohne daß entscheidende Gründe vorhanden wären. Der Natur der Dinge nach hätte die Entmilitarisierung des Rheinlandes früher oder später zu Ende gehen müssen. Es gebe kein , Beispiel, daß eine solche Knechtschaft e n d los ge- dauert hätte. Die Vertragsklauseln, die brüsk gebro- ’ chen worden seien, hätten nicht mehr viele Jahre ' überlebt. Diese Tatsache sei den meisten Briten ge« ■ genroärtig. Das sei ein starker Grund, warum man i Verhandlungen dem Zwang vorziehe, der von so gefährlichen Verbündeten wie den Sowjets verlangt werde. Die Welt würde in der Tat ' bankrott fein, wenn es kein Mittel gebe, ein Kom- promiß zwischen der französischen und der deutschen i Ansicht zu erreichen. Das ganze brittsche Fühlen
eine neue Garantie ersetzt werden müsse. Die Londoner Regierung setze ihre Verhandlungen mit Berlin fort, um zu versuchen, eine gemeinsame Verhandlungsgrundlage zu finden.
Der „Petit Puristen" richtet einen pathetischen Appell an die englische Regierung, sie möge doch einsehen, daß die französische Oeffentlich- k e i t ebenso berücksichtigt werden müsse, wie die englische, und daß es für den französischen Außenminister noch viel schwerer sei, auf die vollständige Durchführung der im Locarnovertrag niedergelegten Klauseln zu verzichten, als für Baldwin und Eden. Sie möchte deshalb der englischen Oeffentlichkett klarmachen, daß England seiner Unterschrift und seinem einmal gegebenen Wort treu bleiben müsse. Man wohne in London einer Prüfung d e r Standhaftigkeit zwischen der englischen und der französischen Auffassung bei. Flandin vervielfache seine Bemühungen bei seinen englischen Freunden; aber die englische Regierung fürchte, die englische Oeffentlichkeit vor den Kopf zu st o ß e n, und diese Lage führe zu einer Art diplomatischer Lähmung, die die Aufgabe der französischen Abordnung außerordentlich erschwere. „Oeuvre" sagt, der rechte Flügel in der englischen Oeffentlichkeit sei nach wie vor f ü r e i n e Isolierung, während Millionen und aber Millionen von Arbeitern die franzofischeAuf- fassung für verabscheuenswert hielten, weil die entmilitarisierte Rheinlandzone urdeutsches Gebiet sei.
nageln und fordern, daß der Volkerbundsrat Sanktionen gegen den „Friedensbrecher" beschließe. Sie vergessen dabei, daß Italien seinerzeit seine Truppen in sremdes Land einrücken ließ, während Deutschland lediglich seine Souveränität über unzweifelhaft deutsches Land wieder herstellte. Zudem gibt der Artikel 4 des Locarnooertrags dem Völkerbundsrat nur das Recht, auf Antrag einer der vertragschließenden Parteien eine Verletzung des Vertrages festzustellen und dies den Signatarmächten des Locarnovertrages anzuzeigen, die bann ihrerseits verpflichtet finb, „ber Macht, gegen bie sich Die beanftanbete Hanblung richtet, sofort ihren Beistanb zu gewähren". Da bie deutsche Regierung inbessen ben Locarnooertrag burch Frankreichs Beistandspakt mit Moskau als erloschen betrachtet, wird der Wert einer solchen „Feststellung" des Dölkerdundsrats, aus der Frankreich dann den Anspruch auf Sanktionen herleiten möchte, äußerst fragwürdig. Daß Sanktionen zudem ein sehr zweischneidiges Schwert sind, ist wohl aller Welt im Abessinienkonflikt deutlich geworden. Sie würden noch viel mehr gegen ihre Urheber zurückprallen, wenn sie gegen eine Macht angewandt würden, die wie Deutschland trotz der Schrumpfung des Außenhandels mit einem Import von rund 4,25 Milliarden Mark als Kunde eine dreimal so große Rolle spielt wie die Italiener. Aber nicht nur aus diesen sehr nüchternen wirtschaftlichen Erwägungen heraus vermögen sich die Engländer mit dem französischen Wunsch nach Sanktionen nicht zu befreunden. Baldwin und Eden haben bereits klar- gestellt, daß Sanktionsmaßnahmen ausschließlich auf Grund des Artikels 16 der Völkerbundssatzung gestattet sind, der sie nur gegen einen improvisierten Angriff gegen ein anderes Land oorsieht. Daß bei der Wieoerherstellung der deutschen Souveränität im Rheinland keine Rede fein kann von einem „Angriff" auf ein anderes Land, müßte langsam auch den Franzosen klar geworden sein. Da überdies England sofort nach der Notifizierung des Einmarsches deutscher Truppen in die entmilitarisierte Zone die Franzosen seines Beistandes für den Fall eines deutschen Angriffs versichert hat, hat Frankreich keinerlei Minderung seiner Sicher- heit erfahren.
Eine neue deutsche Erklärung stellt in wirkungsvollen Zahlen die militärischen Kräfte zusammen, die als Sicherung Frankreichs diesem dank seines ausgedehnten Bündnissystems außer der eigenen Armee für den Fall zur Verfügung stehen würden, daß Deutschland den Wahnsinn begehen würde, mit seinem kleinen Heer gegen den nach eigener Meinung der Franzosen uneinnehmbaren Festungsgürtel längs der französischen Ostgrenze anzuren- nen. Gerade um ihre aufrichtige Verhandlungsbereitschaft zu zeigen und ben Franzofen jeben Schein einer Bebrohung zu nehmen, hat bie Reichsregierung sich ja auf eine rein fymbo l h a f t e Wieberaufrichtung ber deutschen Souveränität im Rheinland beschränkt, indem sie nur 19 Bataillone als Friedensgarnison in die bislang entmilitarisierte Zone gelegt hat. Sie ist damit schon von sich aus einem Wunsch der Engländer weitgehend entgegengekommen, die für die Dauer der Verhandlungen über einen neuen Friedenspakt mit Rücksicht auf die Empfindlichkeit der Franzosen gleichsam einen festen Zustand schaffen möchten, her den Franzosen jeden Grund nehmen müßte, sich von Deutschland bedroht zu fühlen. Die Reichsregierung hat deshalb bei gleicher Einstellung auf der Gegenseite zugesagt, für die Dauer der Verhandlungen weder die Truppenstärke der Friedensgarnisonen im Rheinland zu erhöhen, noch diese näher an die Grenze heranzuschieben. Damit sollte eine vernünftige Grundlage gegeben sein, um es ben Engländern zu ermöglichen, Frankreich für eine neue europäische Ordnung zu gewinnen, die für ein Dierteljahrhundert ein Bollwerk des Friedens in der Welt fein könnte. Der Führer hat in Karlsruhe noch einmal an die Franzosen appelliert, nicht ihr Herz der deutschen Friedenssehnsucht au verschließen, den alten Hader zu vergessen, damit beide Völker als stolze gleichberechtigte Nationen sich über den alten Schicksalsstrom hinweg die Hände reichen können zur Begründung einer neuen Epoche ber Wohlfahrt und des Friedens. Am 29. März wird das im Nationalsozialismus geeinte deutsche Volk bei der Wahl zum Reichstag vor aller Welt bekunden, daß die Friedenspolitik des Führers auch die Politik ber Nation ist, bie im Glauben an feine Ideale, im Vertrauen aus feine Führung sich einmütig zu ihm bekennt, wenn er sie ruft, und ihm sein Mandat erneuert, als Sprecher des deutschen Volkes gestärkt durch die gläubige Zuversicht ber Nation Deutschlands Sache vor Der Welt zu vertreten.
Kommunistische Brandstister in Madrid.
Kirchen und Klöster in hellen Flammen.
Madrid, 13. März. (DNB.) Am Freitagabend stürmten die kommuni st en mehrere
London, 14. März. (DNB. Funkspr.) Wie der „Daily Telegraph" in seiner Spätausgabe zu berichten weih, bereitet die englische Regierung einen umfassenden Friedensplan für Europa vor, der erwogen werden olle, sobald eine Grundlage für Verhandlungen zwischen den L o c a r n o m ä ch t e n undDeutschland hergestellt sei. Die Vorschläge würden sämtliche Vorschläge Hillers mit elnbeziehen. Weitere Einzelheiten enthält das Blatt darüber nicht.
Aoch keine Einigung in London.
Eine zusammenfassende Denkschrift van Seelands.


