Ausgabe 
14.1.1936
 
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Vorjahr sind die Umsätze der Lebensmit­telfachgeschäfte um nicht weniger als 18,4 v H. gestiegen, während doch gerade in diesem Monat bei einzelnen Erzeugnissen eine Verknap­pung festzustellen war.

Das Ausmaß der eingetretenen Umsatzsteigerung hätte wohl kaum erreicht werden können, wenn nicht in dieser Zeit erhebliche H a m st e r k ä u f e ge­tätigt worden wären.

Die von der Statistik erfaßten Lebensmittelfach- geschäste tätigten einen wesentlichen Anteil ihrer Umsätze in Butter, Fett und anderen hochwer­tigen Lebensmitteln, weniger dagegen in Obst und Gemüse.

Ganz offensichtlich sind neben den Buttermengen, die man sich mit List und Tücke beschaffen konnte, auch erhebliche Mengen anderer hochwertiger Le­bensmittel eingekauft worden, die nicht dem un­mittelbaren Verbrauch dienten, die also g e h a m - st e r t wurden. Die abnehmende Bedeutung der Warenhäuser für den Lebensmittelhandel und die Verteuerung bei einzelnen nichtqebundenen Wa­renkönnen das Ausmaß der Umsatzsteigerung beiden Lebensmittelfachgeschäften jedenfalls nicht erklären; es muß also eine mengenmäßige Steigerung der Umsätze eingetreten sein. Die Tatsache, daß in letz­ter Zeit sich die Verknappung unerwartet schnell behob, ist ein weiteres Zeichen für die ausgedehnte Hamstertätigkeit; man geht jetzt daran, die aufge­speicherten Mengen zu verbrauchen.

Die Vorratswirtschaft im Haushalt ist ein erstrebenswertes Ziel, wenn es sich darum handelt, überschüssige Mengen, die im Augenblick einen Markt belasten, durch Einlagerung oder Ver­arbeitung in bester Weise zu verwerten. Sie wirkt sich aber zum Schaden des Volksganzen aus, wenn sie im Augenblick einer nur gerade ausrei­chenden Versorgung einsetzt. Durch das richtige Verhalten der Hausfrauen kann die schwere Ar­beit der Bauern, den mit der wachsenden Beschäf­tigung steigenden Bedarf zu befriedigen, in wirk­samer Weise unterstützt werden. Der Feind aller aber ist der H a m st e r e r.

Wehrmacht-Konzert in Gießen.

Das Programm für das Wehrmacht-Konzert der vereinigten Musikkorps der 9. Division unserer Wehrmacht unter Leitung des Obermusikmeisters K r a u ß e (Gießen) am 20. Januar im Gloria- Palast ist dasselbe, wie es in diesen Tagen in Frankfurt, Darmstadt, Mainz, Bingen, Wiesbaden, Trier, Koblenz usw. zum Vortrag kommt. Der erste Teil umfaßt Streichmusik aus der OperEuryanthe", Der Rosenkavalier", das Präludium Nr. 3 von Franz Liszt und das Klavierkonzert in Es-dur von Beethoven mit dem Pianisten Ludwig Kaiser aus Kassel als Solisten. Im zweiten Teil wird Blasmusik geboten, neben Melodien aus der Oper Aida" eine Jagd-Phantasie von Prager, drei Fanfarenmärsche und eine Reihe unserer schönsten Militärmärsche.

Die Preise der Plätze betragen 1,00, 1,50 und 2,50 Mark. Der gesamte Ueberschuß die Wehr­machtskapellen sowohl wie der Besitzer des Gloria- Palastes stellen sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache fließt dem WHW. zu. Karten sind in Gießen bei der Kreisamtsleitung der NSV., allen Dienststellen des WHW. und an der Kasse desGloria-Palastes" zu haben. Bei der immerhin beschränkten Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze und dem zu erwartenden Andrang ist es ratsam, sich rechtzeitig um Karten zu bemühen.

Em froher Abend

mit den »Drei lustigen Gesellen".

Eine vieltausendköpfige, erwartungsfrohe Menge füllte gestern Abend die Volkshalle fast bis auf den letzten Platz, um einmal höchst persönlich und in Körpergröße dieDrei lustigen Gesellen" (Eugen Lund, Karl W i l h e l m i und Hans Solcher) vom Reichssender Köln zu sehen und zu hören.

Das Programm des Abends war ganz auf Stim­mung zugeschnitten. Zunächst spielte die Kapelle unter der Leitung von Alf T h ö n i f f e n mit viel Routine ein Rheinlieder-Potpourri und bereitete damit die Stimmung wirkungsvoll vor. Lebhaft wurden dann dieDrei lustigen Gesellen" begrüßt, die ja vom Rundfunk her jedermanns alte Bekannte sind. Sie erzählten zunächst in ihrer typischen locke­ren Vortragsart übrigens gar nicht so sehr in Kölner Mundart eine Anzahl ihrer Schnurren, die selbstverständlich sehr beifällig ausgenommen wurden. Lotte Rausch, die sich den Drei lusti- gen Gesellen angeschlossen hat, und im Laufe des Abends mit zur Ausgestaltung des Programms beitrug, wußte allerlei kurze Liedchen und Verse vorzutragen, die gut in den Streifen paßten.Sechs fröhliche Sänger" vermochten sich mit ihrem Stim­mungssingsang stürmischen Beifall zu ernten. Sie mußten sich zu einigen Beigaben verstehen. Viel Spaß bereiteten die beiden Waltings, Exzentrik- Tänzer, die mit ihren Beinen virtuos auf der Bühne herumfuchtelten. Bernd C o e n e n machte anschließend mit seinen Solisten rheinische Musik und Stimmung und forderte schließlich zu dem ach so beliebten Schunkeln auf. Für die Kapelle gab es viel Beifall und außerdem als Dank ein großes Pfeifkonzert eines Teils der Zuhörer.

Immer wieder aber lauschten die vielen Tau­sende der Besucher des lustigen Abends den Witzen, den improvisierten Scherzen, derDrei Lustigen", ihren kurzen derben Sketschen, und sahen mit gro­ßem Vergnügen die mimischen Darbietungen, die meist nicht weniger wirkungsvoll waren, wie das gesprochene Wort. DieLaterna magica" hoben sie sich allerdings für den kommenden Samstag auf und man bekam nur die kleine Handharmonika mit einem diesbezüglichen Witz zu hören. Im zweiten Teil des Abends wurde man noch mit einem Kön­ner großen Stils bekannt, und zwar mit dem origi­nellen Louis E v a n e l l, der auf feiner Mando­line eine erstaunliche Virtuosität bewies. Auch er produzierte sich als Humorist mit etlichen drastischen Späßen.

Mit einer originellen Darstellung des Witzes mit einem sooooo langen Bart beschlossen die lustigen Gesellen den anregenden Abend.

VHC Gießen.

Man berichtet uns: Arn 10. dieses Monats fand im Gasthaus Boller die Hauptversammlung statt, die sehr gut besucht war. Aus dem Bericht des Vereinsführers, VHC.-Bruder Klemmrath, war ersichtlich, daß es auch im verflossenen Jahr wieder mit unserem Zweigverein aufwärtsgegangen ist. Wir feierten ein größeres Auszeichnungs- und Stiftungsfest im Katholischen Dereinshaus, ließen in gut vorbereiteten Monatsversammlungen Dich­tung, Frohsinn und Humor nicht zu kurz kommen und unterhielten unsere Mitglieder durch inter­essante Lichtbildervorträge über Werden, Geschichte, Kunst und Kultur unserer Heimat. Der Wegebe- zeichnungsausschuß (WBA.) war nach dem Bericht seines Schriftführers im verflossenen Jahr wieder sehr rege tätig. Zwanzig Wanderstrecken mit bei­nahe 450 Kilometer Länge werden allein von unse­

rem Zweigverein unterhalten. Die Mitglieder des WBA. opfern in selbstloser Weise manchen Sonn­tag, um die Wegezeichen, Schilder usw. in gutem Zustand zu erhalten, damit den weniger wegkundi- aen Wanderern die Möglichkeit gegeben wird, auf schönen Wegen sicher die Heimat kennenzulernen. Nach dem Bericht des Wandermeisters, VHC.- Bruder Plank, waren die Wanderungen sehr gut besucht. Beinahe 900 Personen nahmen im verflossenen Jahre an unseren Wanderungen teil. Sein Bericht schloß mit den Worten des Reichs­wanderführers VHC.-Bruder Prof. Dr. Werner: Wird's im Leben dir zu einsam und die Seele wund und weh, willst du wandern froh gemeinsam, Freund, dann komm zum VHC." Die Kassenver­hältnisse sind nach dem Bericht des Rechners ge­ordnet. Nachdem dem Vorstand Gntlaftung erteilt worden war, legte der Vereinsführer fein Amt nieder und bat, von seiner Wiederwahl abzusehen. Sein Stellvertreter, VHC.-Bruder Ritter, dankte dem bisherigen Vereinsführer, der sieben Jahre den Zweigverein mit größter Umsicht geleitet hat, für diese Tätigkeit und bedauerte, daß auch VHC.- Bruder G e o r g , der 17 Jahre mit seltener Pflicht­treue und Gewissenhaftigkeit Rechner war, sein Amt niedergelegt hat. Zum Vereinsführer wurde ein­stimmig VHC.-Bruder Hardt gewählt, der nach der Bestätigung durch den Gebietsführer, VHC.- Bruder Dr. Bruch Häuser, die übrigen Vor­standsmitglieder ernennen wird. Nach einem Sieg- Heil auf Den Führer und Reichskanzler wurde der offizielle Teil mit dem Deutschland- und dem Horst- Wessel-Lied geschlossen.

Gleich die erste Wanderung im neuen Jahr, die von gutem Wetter begünstigt war, Zeigte wieder sehr starke Beteiligung. Durch Klein-Linden wan­derten wir über die Höhe, die eine schöne Aussicht ins Lahntal und die umgebenden Berge bietet, nach

Allendors. Von hier aus folgten wir meist den gelben Punkten und gelangten auf guten Feld­wegen nach Münchholzhausen und dann durch den Wald und zuletzt auf der Straße am Büblings- häuser Hof vorbei zur schönen Aussicht, die ihrem Namen alle Ehre macht, denn von der Veranda genießt man einen prachtvollen Blick ins Lahntal, auf den Stoppelberg, auf Wetzlar mit feinen dampfenden Schloten und weithin auf die Höhen und bewaldeten Kuppen. Nach gemütlicher Einkehr und kurzem Fußmarsch bis Wetzlar fuhren wir von dort mit der Bahn nach Gießen zurück.

Gießener rvochenmarktpreife.

* Gießen, 14. Jan. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42, Markenbutter 1,60 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse, das Stück 4 bis 10, Eier, inlän­dische, ungezeichnete 10 bis 11, Wirsing, das Pfund 10 bis 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15 bis 16, Gelbe Rüben 9 bis 12, Rote Rüben 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 7 bis 8, Grünkohl 12 bis 15, Rosen­kohl 25 bis 30, Feldsalat 70 bis 90, Zwiebeln 10 bis 15, Meerrettich 30 bis 65, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Aepfel 10 bis 35, Birnen 25, Nüsse 40 bis 50, junge Hähne 90 Pf. bis 1,10 Mk., Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Gänse 90 Pf. bis 1 Mk., Blumenkohl, das Stück 30 bis 50 Pf., Salat 35 bis 40, Endivien 10 bis 25, Lauch 5 bis 10, Rettich 5 bis 15, Sellerie 5 bis 40 Pf., Kartoffeln, der Zentner 3,30 bis 3,50 Mark.

* * Unfall auf der Straße. Der hiesige 44jährige Schirmmacher Jakob Wagner geriet gestern in der Rodheimer Straße gegen einen Kraft­wagen, wurde zu Boden geschleudert und erlitt an­scheinend innere Verletzungen, die feine Überfüh­rung in die Chirurgische Klinik notwendig machten.

ein TheaterstückSchneewittchen" tn außerordent­lichem Maße das Interesse der zahlreichen Zu­hörer. Die Kapelle Zecher (Staufenberg) tat ihr Möglichstes. Gemeinsame Volkslieder wechselten, und so verflogen die Stunden sehr schnell in schlich­ter, echter Fröhlichkeit. Nur die tanzlustige Jugend kam diesmal etwas zu kurz, denn es war fast kein Raum im großen Saale für diese Kunst vorhanden, aber dies kann ja zu gegebener Zeit nachgeholt werden.

Landkreis Gießen.

* Dau bringen, 13. Jan. Der Gesang­verein Dau bringen hielt im Vereinslokal Weimer feine Jahres-Hauptversammlung ab. Ver­einsführer Roth erstattete nach der Begrüßung der Mitglieder den Jahresbericht und stellte mit Befriedigung fest, daß der Verein unter der Lei­tung seines bewährten Dirigenten Schreiner freudig seine kulturellen Aufgaben für Volk und Vaterland erfüllt hat und der Gesangsstundenbe- fuch verhältnismäßig gut war. Die Mitgliederzahl hat sich um zwei erhöht. Für regelmäßigen Ge­sangstundenbesuch wurden von den Sängern: Her­mann D r e u t h und Eberhardt Voß, von der Frauengruppe Frl. Gretchen Jung, die Sänger- Ehrennadel verliehen. Der Rechner Hch. Latsch erstattete den Kassenbericht, aus dem hervorging, daß der Verein auch im vergangenen Jahre gut gewirtschaftet hat. Dem dringenden Wunsche des Vereinsführers Roch, der dieses Amt schon über 20 Jahre bekleidet, von einer Wiederernennung Abstand zu nehmen, wurde entsprochen und als Nachfolger Vorstandsmitglied Hch. Fuchs bestellt. Der neue Vorsitzende bestimmte feine Mitarbeiter und forderte die Mitglieder auf, auch fernerhin das deutsche Lied zu hegen und zu pflegen und die Gesangstunden fleißig zu besuchen. Dann schloß er die Versammlung mit dreifachem Sieg-Heil auf den Führer.

A Allertshausen, 13. Jan. Am Samstag hielt der hiesige Kriegerverein seine Jahreshaupt­versammlung ab. Der Führer der Kameradschaft forderte nach kurzen Worten der Begrüßung alle Kameraden auf, sich tatkräftig für den Aufbau des Dritten Reiches einzufetzen. Der Rechner L i ch ver­las sodann den Jahresbericht und erstattete den Kassenbericht. Dem Rechner wurde Entlastung zu­teil. Im weiteren Verlaufe der Versammlung stand die Arbeit an dem neuen Schießstand im Mittel­punkt der Erörterungen. Dank wurde allen gesagt, die sich für die Arbeit am Schießstand einsetzten. Eine Sammlung für das Winterhilfswerk erbrachte den Betrag von 2,10 Mark. In der üblichen Weife wurde die Versammlung geschlossen.

wg. Großen-Buseck, 13. Jan. Am Freitag konnte der hiesige Bahnarbeiter Karl Herz- b e r g e r auf eine 3 0jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Bei der Treibjagd im südlichen Teil unserer Gemarkung wurden 56 Hasen und ein Fasan zur Strecke ge­bracht. Die Landesfilmstelle der NSDAP, ließ hier im Saale der GastwirtschaftZum kühlen Grund" den T o n f i l mK r a ch u m I o l a n t h e" aufführen. Im Beiprogramm sah man einen Kultur­film und eine reichhaltige Wochenschau.

[U Queckborn, 13. Jan. Der Gefangner- einJugendtreu" hielt bei Gastwirt Gör- n e r t seine Generalversammlung ab. Vereinsführer Heinrich Brück III. dankte den Sangesbrüdern für den Besuch der Singstunden und dem Dirigenten Lehrer Jochem für seine Mühe. Dem Geschäfts­bericht war zu entnehmen, daß der Verein wieder ein arbeitsreiches Jahr abgeschlossen hat. Die vom Vereinsrechner Karl Köhler erstattete Rechnungs­ablage ergab ein erfreuliches Bild; die Bücher wur­den in Ordnung befunden und dem Rechner Ent­lastung erteilt. Die Sangesbrüder Ludwig Gör - n e r t XV. und Karl Herzberger III. wurden vom Vereinsführer für fünfundzwanzigjährige Mit­gliedschaft mit je einem Ehrendiplom ausgezeichnet. Die Verfamlung wurde in der üblichen Weife ge­schlossen.

# Ettingshausen, 13. Jan. Das hiesige Standesamtsregister verzeichnet für das Jahr 1935: 16 Geburten (3 Kinder hiesiger Eltern wurden auswärts geboren), 4 Trauungen, und 8 Beerdigungen. Konfirmiert wurden 12 Kinder (9 Knaben und 3 Mädchen). Dieser Tage fand hier im Rathaus eine gut besuchte Bauernver­sammlung statt, in der der Ortsbauernführer über den Flachsanbau und die Weizenablieferung sprach.

Steinbach, 13. Jan. Am Sonntagabend fand im Saale des GasthausesZum Einhorn" ein Elternabend der Deutschen Ju­gend statt. Er war veranstaltet von der Gefolg­schaft 15/116, Fähnlein 8/116, Gruppe 12/116, dem Spielmannszug des Bannes 116 und der HJ.-Kapelle und Leitung des Jgg. Sarnes. Die Licher Ver­anstalter fanden einen gut besetzten Saal und eine dankbare Zuhörerschaft, die den wohlverdienten Beifall freudig gab. In bunter Folge wickelte sich die reichhaltige Vortragsfolge glatt ab. Musikdar­bietungen des Spielmannszuges und der vorzüg­lichen HJ.-Kapelle, Gesang und Sprechchor, dazwi­schen ein frohes Spiel in drei AuszügenDer Kampf ums Heim" gaben den Eltern und den an­deren Zuhörern ein Bild der HI. Die Begrüßungs­ansprache des Führers der Licher HI. fand durch ihre frische Art mächttgen Beifall. Erwähnt sei noch, daß die nicht auf der Vortragsfolge ange­führten Zauberscherze besonderen Beifall fanden. Eine willige und dankbare Zuhörerschaft verlebte einen feinen Abend bei der HI.

< Allendors (L a h n), 13. Jan. Das hiesige Jungvolk veranstaltete am Samstag im Saale von Gastwirt H ö r r einen Elternabend, der mit dem Einmarsch des Jungvolks unter den Klän­gen des Spielmannszuges des FähnleinsTotila" eingeleitet wurde. Die Leitung des Abends hatte Fähnleinführer Holler. Jungbannführer T a e ß - l e r hielt eine Ansprache. Theaterstücke gelangten zur Aufführung, außerdem wurden einige Lieder im Chor zum Vortrag gebracht. Mit dem Lied der Jugend und dreifachem Sieg-Heil auf den Führer fand der Abend seinen Abschluß.

s. Lang-Göns, 13. Jan. Bei der heuttgen größeren Brennholzversteigerung im Gemeindewald, DistriktWehrholz", waren die Preise etwas niedriger, als bei der ersten Holz­versteigerung. Es kosteten je zwei Raummeter Buchenscheit: 18 bis 19 Mark, Eichenrundholz: 8 bis 9 Mark, Kiefernknüppel: 6 bis 8 Mark, Tan­nenknüppel: 5 bis 7 Mark, je 50 Mellen: Buchen 5 bis 6 Mark, Fichten 2 bis 3 Mark, Eichen 3 bis 4 Mark. Besonders preieswert waren Wurzelstöcke, die im allgemeinen 1 Mark je Raummeter kosteten.

00 Lang-Göns, 13. Jan. Am gestrigen Sonntag fand in unserer Kirche eine volkstüm­liche Orgel-Feierstunde statt, die von Peter von der Au (Mainz) gehalten wurde. In einleitenden Worten erläuterte der Ortsgeist- liche zunächst den Sinn und Zweck der Feier. Es sei eine besondere gottesdienstliche Feier, in der nur die Musik zu den Hörern spreche« ftrlle. Vach

Jahresfeier der Volksabstimmung an der Saar.

Zur Feier der Wiederkehr des Tages der Volks­abstimmung an der Saar fanden sich gestern abend im Cafä Ebel Die ehemaligen Abstimmungsberechtigten an der Saar mit den Mitgliedern des Gießener Ostbundes und denen des Sparerbundes zusammen. Auch Kolonnenführer Kratz mit den Sanitätern und Pflegerinnen vom Roten Kreuz waren Ehrengäste.

Der Vorsitzende des ehemaligen Saarbundes und Leiter der Gießener Vorarbeiten zur Abstimmung,

Vereinsführer Thum

entbot in der Erinnerung an den denkwürdigen Tag der Rückkehr der Volksgenossen an der Saar zur Mutter Germania den Erschienenen den Will- kommengruß. Hierbei gedachte er der besonderen Vorarbeit des Sparerbundes für den Saargedan­ken und der aufmerksamen Betreuung während der Fahrt zur Abstimmung durch Kolonnenführer Kratz mit seinen Helfern. Er ließ die Gedanken zurückschweifen in die Nachkriegszeit, in der 15 Jahre lang die Saarbevölkerung losgelöst vom Reich unter der gerade nicht liebevollen Herrschaft einer fremden Regierung sich behaupten mußte. Der Abend soll die Erinnerung wachrufen an jene großen Januartage 1935.

Der dienstlich auswärts weilende Kreisleiter hatte den Kreisamtsleiter der NSV. Pa. K l ö s mit feiner Vertretung beauftragt, der Durch die Be- treuung der Abstimmungsberechtigten und durch seinen Besuch der Saar während des Abstimmungs­kampfes einen Einblick in die Verhältnisse hatte.

Kreisamtsleiter pg. Klös

überbrachte die Grüße des Kreisleiters Dr. Hilde­brandt. In seinen Ausführungen ließ er noch einmal die bangen Sorgen und Zweifel über die Rückführung der Saar an Deutschland aufleben. Er erinnerte an den Pressekampf, der sich zugleich gegen das nationalsozialistische Deutschland richtete und an die vielfältigen Schikanen, mit denen man die Abstimmung zu hintertreiben versuchte. Die Bande des Blutes und die Liebe zur Heimat waren das Fundament eines überwältigenden Sieges, der zugleich ein eindrucksvolles Bekenntnis zum natto- nalsozialistischen Deutschland und zu seinem Führer Adolf Hitler war. Der Redner verstand es, an eigenen Erlebnissen an der Saar einen Eindruck von den Schwierigkeiten, deren die Deutschen in ihrem Ringen um ihr Volkstum Herr werden muß­ten, zu geben und erinnerte an die seelischen und materiellen Leiden, die namentlich Tausende tap-

Obecheffen.

Tagung des Gängerkreises Ohm-Lumdatal.

x» Grünberg, 13. Jan. Eine Tagung der Chorleiter und V e r e i n s f ü h r e r der Vereine des Sängerkreises Ohm-Lum- d a t a l fand am gestrigen Sonntag hier statt. Kreischormeister Dönges (Merlau) teilte zunächst mit, daß Lehrer Roth (Geilshausen), der auf der vorjährigen ordentlichen Sängertagung zum Kreis- walter gewählt worden war, dieses Amt nicht an­getreten habe und der seitherige Kreiswalter, Lehrer G e n g n a g e l (Grünberg), zunächst die Geschäfte des Kreiswalters weiterführe. Lehrer Geng- nagel fügte hinzu, daß er das Kreiswalteramt bis auf weiteres beibehalten wollte. Mit Bedauern stellte er fest, daß wiederum zwei Vereine ihre Tätigkeit eingestellt haben und auch einige weitere kleinere Vereine glauben, ihre Arbeit nicht mehr fortführen zu können. Er bat die Vertreter der Vereine dringend, mit aller Kraft auf die Weiter­arbeit in den Gesangvereinen hinzuwirken und dar­auf bedacht 3U fein, daß die Vereine bei jeder passenden Gelegenheit auftreten und bei Umzügen usw. Fahnengruppen stellen. Sodann wurden die Vorarbeiten für das diesjährige Wertungs- fingen getroffen. Als Termine für diese Ver­anstaltung wurden endgültig festgelegt: 5. Juli in Londorf, 12. Juli in Lauter. Eine Um­frage ergab, daß die Beteiligung der Vereine an beiden Plätzen etwa gleich groß ist. Kreischormeister Dönges gab anschließend die Rkchtlinien des Deutschen Sängerbundes zum Wertungssingen be­kannt. Der vom Sängerkreis bereits festgesetzte PflichtchorFür Deutschland" ist auch vom DSB. als Pflichtchor angesetzt worden. Jeder Kreisverein muß sich an dem Wertungssingen beteiligen; ange­strebt wird das Auswendigsingen. Neben dem Pflichtchor muß jeder Verein noch einen selbstge­wählten Chor fingen, Richtlinien hierfür sind in diesem Jahre nicht festgesetzt. Nach dem Wertungs­singen findet eine Kritik der Wertungsrichter im Beisein der Chorführer und der Vereinsführer statt. Zu der Veranstaltung in Londorf soll bei genügen­der Beteiligung ein Sonderzug von Homberg über

ferer Bergmänner und Arbeiter aus Liebe zur Heimat und in Treue zum Vaterland auf sich nahmen.

Besonderer Dank gebührt aber auch jenen Saar- deutschen im Reich, die, wie Thum und Theo Vogel in Gießen, zur Sammlung der Saar- deutschen im Reich aufriefen. Wer diese Stunden der Abstimmung miterleben durfte, wird immer, so schloß der Redner, für Deutschland eintreten und nie schwankend werden im Glauben an den Führer. In diesem Sinne erneuerte Pg. Klos das Treu­gelöbnis zum Führer und Volk und schloß in das Sieg Heil" den Gruß an die Saar ein.

Vereinsführer Thum gedachte all derer, die für die Heimat gelitten haben, besonders aber des Schla- geters der (Saar, Jakob Johannes, der als aufrechter Deutscher sein Leben lassen mußte für feine Heimat.

Nach einer Pause übermittelte der Vereinsführer der Ostdeutschen Gießens den Volksgenossen von der Saar die herzlichsten Grüße an diesem Tage der Freude und des Stolzes über die große Tat, die sie der Volksgemeinschaft geleistet haben. Die Ostdeutschen, die schon vor 15 Jahren in West- und Ostpreußen und in Oberschlesien den Kreuzzug der Heimatliebe und Treue unternommen haben, kön­nen am besten die Gefühle der Freude begreifen, die heute die Saardeutschen beseelen. In einem Ueberblick über die damalige Zeit völkischer Zer­rissenheit und wirtschaftlichen Verfalls würdigte er die Verdienste der nationalsozialistischen Regierung für die Unterstützung der im Grenzkampf befind­lichen Volksgenossen und hob hervor, daß dieser täglich neu erbrachte Beweis für die Zusammenge­hörigkeit aller Deutschen das Volk aufrütteln möge zu hingebender Mitarbeit für die Volksgemein­schaft. Ganz besonders dankte er Herrn Thum dafür, daß er durch diese gemeinsame Feier der Schicksals­und Volksverbundenheit vom Westen zum Osten Ausdruck gegeben hat, die die Brüder im Reich ermuntern möge, in gleicher Weise der Volksgemein­schaft zu dienen, die uns alle verbindet.

Vereinsführer Lorenz

vom Sparerbund betonte die Verbundenheit des Sparerbundes mit der Saar und das Interesse, das der Bund, der sich stets dafür einfetzte, daß Recht Recht bleiben muß, der Saararbeit entgegenbrachte.

Im geselligen Teil sorgte ein Mitglied der Sani­tätskolonne für humoristische Vorträge und Herr Paulus brachte ein Tylophonsolo zum Vortrag.

Burg- und Nieder-GemündenGrünberg verkehren. Die Kundgebungen an den Nachmittagen sollen gleichartig durchgeführt werden. Als Massenchöre kommen in Bettacht der diesjährige und der vor­jährige Pflichtchor sowie zwei Marschlieder. An­träge auf Ehrungen an den beiden Sängertagen müssen baldigst an den Kreiswalter eingeschickt werden. Nach Erledigung einiger kleinerer Ange­legenheiten und nach Genehmigung des Berichtes über einen guten Abschluß der Kasse wurde zum Schluß noch über die Frage der Mitgliederwerbung eingehend gesprochen. Sodann wurde die Tagung in üblicher Weise geschlossen.

Heimatvereinigung Staufenberg.

c\d (Staufenberg, 13. Jan. Die Winterver­anstaltung der Heimatvereinigung Stau­fenberg nahm gestern auf Burg Staufenberg bei außerordentlich gutem Besuch einen sehr harmo­nischen Verlauf. Da der stellvertretende Vorsitzende der Vereinigung, Dr. Walbrach (Gießen), selbst den Hauptvortrag übernommen hatte, begrüßte in Verhinderung des erkrankten Vorsitzenden Garten­architekt Schwarz (Gießen) in beredten Worten die Besucher. Er schilderte die seitherige Tätigkeit des Vereins, dem es mit indirekter, wohlwollender Unterstützung des Forstamts Gießen (Oberforst­meister Lipp) möglich wurde, bereits viele Ver­besserungen in den oberen Anlagen durchzuführen, und sprach dann über die in Aussicht genommenen Arbeiten des Winters. Er rief die Erinnerung an das schön verlaufene Sommerfest in das Gedächt­nis und dankte dem Führer, der mit starker Hand die Heimat stützt, dem unsere Liebe und Arbeit gilt. Dr. Walbrach (Gießen) hielt sodann einen hoch­interessanten Vortrag mit Lichtbildern über Luft­schutz, die er als Batterieführer im Weltkriege zum Teil selbst ausgenommen hatte. Welche Entwicklung feitbem! Und wie wichtig die Erkenntnis, daß heute jeder, Mann und Frau, berufen ist, die Heimat schützen zu helfen. Der Gesangverein Stau­fenberg fang vorher und nachher einige sehr gut vorgetragene Heimatlieder. Nach der Pause fesselten die Aufführungen der hiesigen BDM.- Gruppe (Führerin Frl. Elli Schmidt- durch Reigen und