Einzelbild herunterladen

Nr.1I Erster Blatt

186. Mrgang

Dienstag, 14-Zanuar M6

Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis:

Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte 1.80 Zustellgebühr .. -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt

Zernfprechanschlüffe

unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Gießen

Postscheckkonto:

Frankfurt am Main 11686

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Druck und Verlag: vrühl'sche UnloersttStr-vuch- und Sterndruckerei «.Lauge in Siehe». Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7

Annahme von Anzeige» für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des Dormittags

Grundpreise für 1 mm Höhe

für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text­anzeigen von 70mm Breite

50 Npf.,Platzvorschrift nach vorh.Dereinbg.25°/a mehr.

Ermäßigte Grundpreise:

Stellen-, Vereins-, gemein­nützige Anzeigen sowie ein­spaltige Gelegenheitsanzei­gen 5 Rpf., Familienanzei- gen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel 8

Die Feier -esIahresiags der Gaarbefreiung.

Vorbeimarsch vor Reichsminister Dr. Frick.

Saarbrücken, 13. Jan. (DNB.) Schon Stun­den vor dem angesetzten Zeitpunkt umsäumten dichte Menschenmassen die Straßen, um dem Traditions­marsch durch die Stadt und dem anschließenden Vorbeimarsch vor Reichsminister Dr. Frick beizu­wohnen. Eine große Tribüne mit über 1000 Sitz­plätzen war gegenüber dem Rathaus aufgebaut. Etwa um 15.15 Uhr erschien, jubelnd begrüßt, Reichsminister Dr. Frick in Begleitung des Gau­leiters und Reichskommissars Bürckel. Kurz dar­auf begann der über eine Stunde dau­ernde Vorbeimarsch der Formationen und Gliederungen der Partei mit demOrdnungsdienst" der Deutschen Front an der Spitze. Es folgten der Reichsarbeitsdienst und schließlich in langen Zügen die Deutsche Arbeitsfront.

DieKundgebung in der Wartburg

Kaum war der Vorbeimarsch beendet, begann auch schon der Ansturm auf die Wartburg. Bevor Reichsminister Dr. Frick den festlich geschmückten Saal betrat, wurden ihm im Auftrage der SS. - Standarten des Reiches die Urkun­den überreicht, die im Sommer 1934 bei einer Sternfahrt zur großen Saarkundge­bung nach Koblenz gebracht worden waren. Den Beginn der Kundgebung bildete ein von SA- Männern wirkungsvoll vorgetragenes Festspiel Befehl, der aus dem Blute kam. Dann sprach als erster Redner

der Gauleiter ReichskommiffarBürckel:

Als mir der Führer am 15. Januar 1935 den Auftrag der Rückglrederungdes Saarlan­des übertrug, so erklärte der Gauleiter u. a., stand ich vor einer Ausgabe, die Problem auf Problem zu türmen schien. Die schwierigste Frage lag auf wirtschaftlichem Gebiet. Das Preisni­veau für die lebenswichtigen Güter lag an der Saar unter dem des Reiches, ebenso die Löhne. Die Saarindustrie verlor plötzlich ihr Absatzgebiet. Es mußte daher ohne Zeitverlust hart zugegriffen werden gegen alles, was der gleichzeitigen Lö­sung der Lohn-, Preis- und Absatzfrage im Wege stand. Die Arbeitslosenziffer begann schon in kür­zester Frist, zum großen Teil bedingt durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm, bis auf 25 000 zu sinken. Jeder hatte den Ernst der Situation erfaßt. Die wirtschaftlichen Rückgliederungsprobleme konn­ten nur durch Kameradschaftlichkeit gelöst werden.

Der Gauleiter wandte sich dann an die aus­ländischen Pressevertreter und behandelte einige Fragen, die von ihnen vor einem Jahr an ihn ge­stellt wurden: Was geschieht den Juden? Wie wird es den Kirchen ergehen? Was wird aus den 5tatus-quo-Anhängern? Die Juden sind wohl ausnahmslos zugleich -unter dem bekannten Kontingent des Status quo. Sie genießen den Schutz des römischen Abkommens gleich doppelt: Als Juden und als Status-quo-Wähler. Bis 1. März werden wohl mehr als 95 v. H. aller Juden unter gründlichster Ausnützung aller durch das rön^sche Abkommen gesicherten finanziellen und vermögensrechtlichen Möglichkeiten das 6 a ar­ge b t e t verlassen haben. Die noch hier bleiben, werden nach den bereits geltenden Gesetzen be­handelt.

Der Gauleiter wies weiter darauf hin, daß das religiöse und kirchliche Leben völlig ungestört geblieben sei, daß Ruhe und Frieden herrsche. Was die Status-quo - Anhänger betrifft, so kann niemand uns zumuten, ihnen um den Hals zu fallen. Die Drahtzieher führen jetzt ein ange­nehmes Leben. Um die dummen Verführten küm­mern sie sich nicht mehr. Wenn ich daran denke, daß in diesem Augenblick so manchem dieser Ver­führten, der am Rundfunk mithört, die Tränen in Den Augen stehen, dann möchte ich die menschliche Bemerkung machen: Gebt Euch, solange Ihr noch das Glück habt, auf diesem geheiligten Boden zu leben, den andere gerettet haben, alle Mühe, w i e= der gutzumachen, was sich noch gutmachen läßt. Eure Kinder jedenfalls wollen wir für Eure Sünden nicht verantwortlich machen.

Der Gauleiter betonte bann, daß gerade die Menschen an der Saar durch ihren Kampf als die letzten großen Zeugen aller Welt bekannt haben:

Wir haben als Lehrmeister das geschicht­liche Erlebnis einer deutschen Grenzmark: nicht Preuße, nicht Bayer, nicht Süddeutscher, nicht Norddeutscher, nicht Protestant, nicht Katholik, sondern nur deutsch. Die Welt wollte uns damals nicht glauben und sie richtete die entscheidende Frage an ein Volk, dem ein Vertrag aufzwang, letz­ter Zeuge um das eigene Blut zu sein. Und die Antwort war ehern, treu und gewaltig, weit sie einfach war: Wir sind nur Deutsche. Diesem geschichtlichen Bekenntnis und dieser völkischen Notwendigkeit hat der Führer seine dankbare Anerkennung gegeben, wenn er gestern verfügte, daß dieses Land zusammen mit der schon ein Jahrtausend um das gleiche Schicksal ringenden Pfalz ab heule den Namen trägt Gau Saarpfalz.

Zum Schluß erklärte der Gauleiter: Ich melde Ihnen, Herr Minister, den Vollzugder Rück­

gliederung als die gemeinsame Arbeit aller Saarländer. Es gibt noch alle Hände voll zu tun, wie überall, und niemand wird uns die Arbeit ab­nehmen. Uns hilft der Herrgott, wenn wir uns sel­ber helfen! Wir haben den 13. Januar vor einem Jahr zu einer gewaltigen Friedensdemon­stration erhoben. Eine tausendjährige Epoche machtpolitischer Auseinandersetzung soll abgelöst

Saarlautern, 13. Jan. (DNB.) Am Jahres­tag der Saarabstimmung wurde als Zentrum des Grenzkreises aus der Stadt Saarlouis, den Gemeinden Lisdorf, Pikard, Schönbruch und Fraulautern die neue Stadt Saarlautern vom Reichsmi­nister Dr. Frick aus der Taufe gehoben. Auf dem Adolf-Hitler-Platz in Saarlouis sind die gesamten Gliederungen der Partei angetreten. Ringsum steht eine nach vielen Taufenden zählende Menschen­menge. Kreisleiter Schubert begrüßt Reichsmini­ster Frick als Sohn des Gaues Saar-Pfalz be­sonders herzlich.

Reichsminister Frick führt dann u. a. aus: Die Reichsregierung hat an dem heutigen Ehrentage des Saarvolkes nicht fehlen wollen. Deshalb hat mich der Führer entsandt, um dem Saarvolk die besten Grüße und Wünsche für die Zukunft zu übermitteln. Der Versailler Vertrag hat dieses Gebiet vorübergehend von Deutschland abgerissen. Gerade in Saarlouis sollten sich die sagenhaften 150 000 Saarfran­zosen befinden. Am 13. Januar vorigen Jahres ist diese Lüge als Lüge enthüllt worden, als sich die Stadt Saarlouis mit 90 v. H. zu Deutsch­land bekannte. Man wird diesen Tag niemals ver­gessen, an dem das Saarvolk in musterhafter @e«

werden von der Einsicht, daß man völkische Werte und Gesetze nie durch Festungen und Kanonen er­setzen kann. Uns kann man nicht mehr mit Ka­nonen und Tanks imponieren. Uns kann man nur imponieren mit einem: Wenn andere es als ihre vornehmste Ehre betrachten, unsere Ehre nicht anzutasten, damit wir im Frieden mit allen für die Zukunft unserer Kinder sorgen können. Un-

sinnung sich als deutsches Volk gezeigt hat. Man hat den heutigen Tag gewählt, um Saarlouis mit den vier umliegenden Gemeinden zusammenzuschlie­ßen und de? neuen Stadt auch einen neuen Namen zu geben. Der alte Name geht auf eine Zeit zurück, die zu der verderblichsten gehört, die Deutschland jemals hat durchmachen müssen. Mitten im Frieden wurde deutsches Land geraubt. Fremde Namen hat man deut­schen Städten gegeben. So erhielt Saarlouis den Namen eines französischen Königs. Die Bevölke­rung hat damals gebeten, daß der alte Name beibehalten werde. Trotzdem wurde ihr der Name Saarlouis aufgedrängt. Deshalb soll dieses Unrecht jetzt wieder gutgemacht werden, und diese Stadt soll, wie in alter Zeit wieder den alten Namen Saarlautern führen. (Lang­anhaltender Beifall.) Kreisleiter Schubert dankt dem Minister für seine Ausführungen und gab das Gelöbnis ab, daß er als Bürgermeister der neuen Stadt sein Amt so führen werde, wie es sich für einen gewissenhaften Nationalsozialien gezieme. An­schließend trug sich Dr. Frick in das Goldene Buch oer Stadt ein. Dann fuhr er nach dem Ehrenmal im Warndt und kehrte wieder nach Saarbrücken zurück.

fer größtes inneres Glück aber ist, daß wir Deutsche sind und einen Hitler haben.

Reichsminister Dr. Frick kennzeichnete in feiner Rede zuerst die schwierig« Lage des Saarlandes vor der Abstimmung und würdigte die heldenhafte Haltung des Saarvolkes, die den überwältigenden 13. Januar 1935 zeitigte. Er hob hervor, daß im Führerrat der Deut­schen Front sich Männer zusammengefunden hatten, deren Namen im Kampf gegen das Saar- Unrecht den besten Klang hatten. Mit diesen Män­nern vereinigte sich in unerschütterlichem Sieges­willen die junge Kraft aus der nationalsozialistischen Bewegung. Und sie alle sanden in dem Saarbevoll­mächtigten Gauleiter Bürckel ihren zielbe - wußten Leiter. Wie sich der an der Saar zur Entscheidung berufene Teil seiner geschichtlichen Ausgabe und Pflicht getreu erwiesen hatte, so fühlte sich das ganze deutsche Volk mit seinem Führer einig in dem erhebenden Glücksgefühl der unverbrüchlichen nationalen Geschlossenheit und Einsatzbereit­schaft. Wo Deutsche in der Welt wohnten, da gingen in diesen Tagen die Gedanken voll freudi­gen Stolzes zu ihren Brüdern an der Saar. Auch heute möchte ich im Auftrage des Führers noch einmal allen Saarländern danken. Sie alle haben dem deutschen Vaterlande einen Dienst von ge­schichtlicher Bedeutung erwiesen.

Das Reich hat mit dem 1. Wär; das Saarland in feine unmittelbare Verwaltung genommen. Wann und in welcher Form das Saarland bei einer Neugliederung des Reiches in eine größere Verwaltungsein- heit aufgehen wird, kann heute noch nicht ge- gefagt werden. Auch diese Entscheidung wird der Führer zu dem Zeitpunkt treffen, der ihm im Rahmen der deutschen Gesamtpolitik richtig erscheinen wird. Nachdrücklich weise ich aber heute bereits darauf hin, daß die spätere Reichsgaueinteilung der wirtschaft­lichen Entwicklung und der hauptver- kehrsakte des Saarlandes, die unbestreitbar von Westen nach Osten verläuft, folgen wird.

Die wirtschaftliche Erbschaft, die wir bei dem Uebergang des Saarlandes angetreten haben, stellt uns vor ernste und schwierige Fragen. Oberster Grundsatz war und ist, so viele arbeits­lose Volksgenossen wieder in Arbeit und Brot zu bringen, als es mit den vorhandenen Mitteln wirt­schaftlich sich ermöglichen läßt. Auch das übrige Reichsgebiet hat feine innige Verbundenheit mit dem Saarlande zum Ausdruck gebracht dadurch, daß es mehr als 12 0 0 0 Saarländern für dauernd oder vorübergehend neue Arbeits­plätze zur Verfügung stellte. Durch das Zusam­menwirken aller Maßnahmen hat sich die saar­ländische Wirtschaft erfreulich gekräftigt. Es war möglich, die Zahl der Arbeitslosen im Saar­land um etwa 30 000 zu vermindern.

Zwischen heute und dem 13. Januar 1935 liegt für das Saarland und für uns alle ein Jahr har­ter und von Erfolg gekrönter Arbeit. Eure Heimat aber ist wieder ganz hineingewachsen in das große deutsche Vaterland. Nichts kann uns trennen von dem gemeinsamen unabänderlichen Willen, unser Volk groß, frei und glücklich zu machen und zu er­halten. Im Gedenken an die geschichtliche Stunde vor einem Jahr, an dem Ehrentag des Saarlandes, geben wir unser aller Empfindungen Ausdruck in dem Ruf: Unser deutsches Vaterland, unser ge­liebter Führer Sieg-Heil!

Das Echo der Saarseiern in Frankreich.

Paris, 14. Jan. (DNB. Funkspruch.) Der Be­richterstatter desExcelsior" gab einen Bericht aus Saarlautern, in dem er zum erstenmal diese deutsche Bezeichnung auch im französischen Text beibehält und schreibt, die überwältigende Stim­menmehrheit für Deutschland sei für die Saar­länder sehr ehrenwert und habe französischerseits keinerlei Rachsucht heraufbeschworen. Außer­dem habe das Abstimmungsverhältnis den Vor­teil der Klarheit gehabt. Er schließt mit einem Hinweis auf den neuen deutschen Saar­funksender und macht sich im Namen aller Franzosen den Wunsch zu eigen, den der Direktor des Saarbrücker Senders geäußert habe: Der Saarsender soll zur Verständigung der Völker beitragen und westlich der Grenze 23 er- ständnis f ü r die Absichten des neuen Deutschlands wecken.

Der Vertreter desJour" schreibt: Saarbrücken sei innerhalb von Jahresfrist die nationalso­zialistischste Stadt geworden. Nie habe man in Deutschland so viele Hakenkreuzbanner und so reichen Fahnenschmuck gesehen wie gestern im Saarlande. Saarbrücken habe sich mit großer Schnelligkeit dem übrigen Deutschland angepaßt. Man könne mit Vergnügen feststel­len, daß man sich heute von amtlicher wie von Seiten der Bevölkerung bemühe, alles zu vermei­den, was die Eigenliebe der Franzosen verletzten könnte.

Oes Führers Sruß an das Saarvolk.

Berlin, 13. Jan. (DNB.) Der Gauleiter des Saar-Pfalz-Gaues, Reichskommissar Bürckel, hat an den Führer und Reichskanzler fofo gendes Telegramm gerichtet:

Zum Jahrestag der Abstimmung entbietet das dankbare Saarvolk die aufrichtigsten Treue- ..grüße und verbindet damit den herzlichen Wunsch,

Saarbrückensplatz der Deutschen Front"

Am Vorabend des 13. Januar wurden im ganzen Saargebiet Feiern abgehalten. In Saarbrücken wurde am Abend der festlich beleuchtete Platz vor dem Rathaus auf den NamenPlatz der Deutschen Front" umgetauft. (Scherl-Bilderdienst-M.)

ä

W

-- - ;

' V*-''

1 8* 1% < *

Die Gründung der neuen Saarstadt »Saarlautern'

K , !

M

8 ÄM

W

.

'S ~~