Ausgabe 
13.11.1936
 
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Berge im Gommer und

in:

inter.

Bortragsbeginn in der Gesellschaft fürErd- und Völkerkunde im IBinfer1936/32

ist, bestehen jetzt rührige Vereine. Auch in Gießen, wo der SchMchverein schon seit 1858 besteht, hat die neue Zeit anregend gewirkt. Der Verein verfügt über eine beträchtliche Anzahl starker Spieler und kann deshalb jeden Kampf gegen einen anderen Verein gut bestehen. Solche Kämpfe werden denn auch häufig veranstaltet. Im Oktober waren es zwei gegen Wetzlar und Alsfeld die mit überlegenen Siegen der Gießener Mannschaften endeten. Das Sommerturnier mit zehn Teilnehmern ist beendet. Sieger blieb, wenn man von einem f)errn, der außer Wettbewerb mitspielte, absieht, Herr Schäffer. Das Winterturnier beginnt noch im November. Es beteiligen sich daran zehn Herrn. ZungmädelsammelnKleinkinderwäsche!

Morgen, am 14. November, sammeln sämtliche Jungmädel des Kreises Gießen Kleinkinderwäsche für das Winterhilfswerk. Die Sammlung wird im ganzen Obergau durchgeführt.

Wenn sich schon die Jüngsten so einsetzen, wer wird sie dann, wenn sie an seiner Tür stehen, ab» weisen? Jede Hausfrau und Mutter wird etwas für sie haben, und das Jäckchen oder was es auch fei, wird mehr Nutzen haben und mehr Freude machen, als wenn es irgendwo verstaubt und Motten hineinkommen. Also jeder legt gleich etwas zurecht und gibt es den Jungmädeln!

Lebenswille und Volksgemeinschaft im Luftschutz.

*7* Millionen Deutsche gehören dem Reichslust- sckutzbund als Mitglieder an. Zehntausende sind als Amtsträger in Stadt und Land tätig. Sie alle beweisen mit ihrer Haltung und Leistung, wie stark der Lebenswille des Volkes ist. Gleichwohl gibt es auch heute noch viele Volksgenossen, die die Be- Deutung des Bundes noch immer nicht erkannt haben. Sie zu gewinnen und zu überzeugen, wird die Aufgabe aller derjenigen fein müssen, denen in Aufklärungsveranstaltungen und Ausbildungs- kursen die Notwendiakeit und Möglichkeit eines er» folgoersprechenden Luftschutzes bewußt geworden ist.

Zwei Gesichtspunkte sind für die noch zu leistende umfangreiche Arbeit von ausschlaggebender Wich­tigkeit: die Bekundung der Volksgemeinschaft und hieraus sich ergebend der Wille des Volkes, fein Leben und seine Zukunft sicherzustellen. Dies sind die beiden Grundpfeiler des Reichsluftschutz­bundes. Da er bis ins letzte Haus und bis in die letzte Hütte vordrinat, leistet er eine volkserziehe­rische Arbeit, deren Früchte für die Gesamtheit nicht ausbleiben werden. Denn die Aufgabe des Luft­schutz-Hauswartes, der Hausfeuerwehr, der Laien­helfer und der Luftschutzaemeinschaften ist chrem Wesen nach auf die Zusammenfassung aller im Volke vorhandenen Energien und auf Zurück- drängung oder Ausschaltung jeglicher trennenden und zersetzenden Einflüsse gerichtet. Auf diese Weise wird die Voraussetzung für erfolgreiche Leistungen des Selbstschutzes der Heimat in der Stunde der Gefahr geschaffen. Aber auch in hoffentlich langen Friedensjahren wird die Arbeit des RLB. mit dazu verhelfen, das Ringen des Nationalsozialismus' um den deutschen Menschen und seinen Kampf gegen alle klassenkämpferische Instinkte zu bleibendem Er­folg zu führen.

Dies sind die Gedanken, von denen sich die im Reichsluftschutzbund tätigen Frauen und Männer tagaus, tagein leiten lassen.

Eine tlebung:

Schweres Eisenbahnunglück.

Gestern ertönte um 19.25 Uhr, langanhaltend und von vielen Einwohnern des Südviertels gehört, die Alarmsirene des Gießener Bahnhofes. Das Signal diente dem Zweck, die Mannschaften für den Hilfszug der Reichsbahn zusammenzurufen zu einer großangelegten Hebung. Es war angenom­men, daß sich bei Stockhausen a. d. Lahn ein Eisenbahn-Unfall ereignete, der sofortige Hilfelei­stung nötig machte. Nach der Alarmierung kamen in kürzester Zeit alle Eisenbahner herbei, die dem Hilfszug zugeteilt sind, ferner sanden sich Aerzte und einige Sanitäter der Sanitätskolonne vom Deutschen Roten Kreuz ein. Innerhalb von 15 Mi­nuten konnte der Hilfszug den Bahnhof Gießen verlassen und kam bald an der Stelle des angenom­menen Unfalls an. Sofort wurde mit ersten Hilfe­leistungen begonnen, auch Aufräumungs- und Auf­gleisungsarbeiten wurden mit allem verfügbaren Material betrieben. Die Hebung dauerte etwa eine Stunde und verlies zu aller Zufriedenheit. Gegen 22 Hhr kam der Hilfszug wieder in Gießen an.

Am gestrigen Donnerstagabend eröffnete die Gesellschaft für Erd- und Völker­kunde ihre Vortragsarbeit für das Winterhalb­jahr 1936/37. Der Vorsitzende der Gesellschaft, Prof. Dr. Fritz K l u t e, hieß die Zuhörer willkommen und begrüßte sie gleichzellig für die Mitoeranstal- ter des Abends, den Deutsch-Oe st erreicht- schen Alpenverein (Sektion Gießen Ober- Hessen) und den Skiklub Gießen.

Dann hielt der Vorsitzende der Gesellschaft einen Vortrag über das ThemaBerge im Sommer und Winter . Er schilderte zunächst, wie er von Jugend auf mit den Bergen verwachsen sei, den Schwarz­waldbergen zunächst (die er, als ein gebürtiger Freiburger, Heimatberge nennen kann), und wie er durch die Liebe zu den Bergen zu seinem Beruf, zur Wissenschaft, zur Geographie geführt worden sei. Er sprach in diesem Zusammenhang davon, wie dabei die sportliche Betätigung in den Heimat­bergen, der Skilauf und außerdem die Alpinistik, eine wesentliche Voraussetzung geworden sei, For­schungsreisen in die Gebirge der verschiedenen Erd­teile unternehmen zu können. Es sei, so betonte er, in früheren Jahrzehnten erheblich schwerer gewe­sen, den Skisport und'die Alpinistik zu betreiben. Es sei so gewesen, daß ein Paar Skier, von den Eltern geschenkt, als ein sehr großes Weihnachts­geschenk anzusehen waren. Für den alpinistischen Sport mußte man sich auch auf mancherlei Art not­dürftig behelfen. Heute habe es die Jugend leichter, ihren sportlichen Neigungen nachzugehen.

In seinen weiteren Ausführungen kam der Red­ner in wissenschaftlicher Weise auf das Thema des Abends zu sprechen. An Hand einer Anzahl aus­gezeichneter, einprägsamer Lichtbilder kennzeichnete er die verschiedenen Erscheinungsformen der Ge­birge, charakterisierte besonders die Landschaft der Alpen mit ihren vielen und immer wiederkehrenden Pyramiden, ihren scharfen Graten, den Gletschern usw. Er erläuterte dabei die Entstehung der alpinen Gebirgsformen, deren Bildung auf die Eiszeit zu- rückgehe, und verglich dann die Formen unserer Alpen mit denen der Berge Grönlands. Er wies hier die Hnterschiede auf, die sich daraus ergaben, daß die Gipfel der Alpen aus dem Eise heraus­ragten, während die Berge Grönlands vom Eise völlig bedeckt waren und dadurch keinerlei Pyra­miden entstehen konnten. Interessant waren ferner

Daterlandslieder

für den GemeinschastSgesang.

In feiner RecheSingendes Volk" hat der Deutsche Sängerbund ein neues Blatt unter dem TitelVaterland" herausgegeben, das für vater­ländische Feiern und Kundgebungen besttmmt ist und besonders im rhein-mainischen Gebiet großem Interesse begegnet. Die Leitung des DSB. ist auch hier chrem bewährten Grundsatz treugeblieben, be­kannte und unbekannte Weisen in bunter Reihen­folge zu bringen. So finden wir in diesem Liedblatt das weit verbreitete LiedFlamme empor" und das Lied Johann Walthers (1561)Wach auf, du deutsches Land". Walter Hensel, der durch viele Bearbeitungen und eigene Weisen bekannte Führer der Jugendbewegung, ist mit einer eigenen Melodie So gelte denn wieder Uroäterfitte" vertreten. Natürlich fehlt auch nichtKameraden, wir mar­schieren" von Jürgen Riel, das sich in allen Gliede­rungen der Bewegung und im ganzen Volke so überraschend schnell Heimattecht erworben hat. Neu ist ein Lied von Max GebhardArbeit, du heilig Land" (Ludwig Schrodel) undDeutschland, Vater­land" von Gerhard Roßner, dessen ChorDer schwarze Reiter" jüngst erfolgreich aus dem Aus­schreiben des DSB. für das 12. Deutsche Sänger­bundesfest hervorainy. Die hymnische Komposition ist aufgebaut auf em en Text von Max Barthel und eignet sich besonders für große Kundgebungen. Es ist damit zu rechnen, daß gerade dieses Lied, dessen Melodie trotz ihres hymnischen Charakters sich leicht einprägt, schnell populär wird. Die Lied- blätter des DSB. haben dazu beigetragen, daß in den Vereinen neben dem Chorgesang auch das Ge­meinschaftssingen gefördert wird.

*

* Aufgehobene Straßensperren. Die Straßensperre auf der Landstraßenstrecke Dau - bringenStaufenberg zwischen Daubrin-

die Darlegungen des Redners über die Höhenlagen der Schneegrenze in den verschiedenen Breiten un­serer Erde. Hier zeigte er an Hand einer graphi­schen Darstellung die großen Hnterschiede, die in dieser Hinsicht in Erscheinung treten. In anschau­licher Weise und in straffer Zusammenfassung wußte Professor Dr. Klute von seinen verschie­denen Forschungsreisen zu berichten, die ihn so­wohl nach Grönland, aber auch in das in­nerste Afrika, auf den Kilimandscharo, den höchsten Berg Afrikas (in einer Erstbesteigung), ferner in die Kordilleren, in die Anden usw. führte. Immer wieder konnte er dabei auf die charakteristischen Formen Hinweisen, die entweder das Eis oder auch das Wasser schufen. In den Lichtbildern brachte der Vortragende seinen Zuhörern auch die Glet­scherwelt nahe und konnte dabei auch besonders eigenartige Erscheinungsformen (Zackenfirn) zeigen, wie sie sich in äquatorialen Breiten, in großen Höhen des Kibo im Kilimandscharo unter dem Einfluß der heftigen Sonneneinstrahlung und der trockenen Luft ergeben.

In feinen weiteren Ausführungen bereitete der Redner den Skiläufern eine große Freude, indem er ihnen die Skiparadiese der Schweiz und der Tiroler Alpen vor Augen führte. Er schilderte in Wort und Bild das Engadin, die großartige Par- sennabfahrt, die landschaftlichen Herrlichkeiten im Gebiete der Jungfrau, dann die Schönheiten der Silvrettagruppe, die pittoreske Bergwelt der Dolo­miten (Marmolata, Tofana-Gruppe, Rosengarten- und Sellagruppe), schließlich das Ortlergebiet. An Hand großartiger Lichtbilder waren auch die man­cherlei Stimmungen nachzufühlen, die die Bergwelt zu vermitteln vermag, wenn sie sich im Dunst brauender Nebel, im Glanz des Neuschnees oder im unterschiedlichen Licht des Tages zeigt. In feiner Gegenüberstellung erlebte man aber auch die Schön­heiten unserer deutschen Mittelgebirge, die der Vor­tragende in der filigranen Pracht des Rauhreifes vor Augen führte. Mit einer schonen Deutung der hohen erzieherischen Werte, die der Weg in die Berge für den Menschen darstellt und mit einer Würdigung des Schaffens des Deutsch-Oesterreichi- schen Alpenvereins, der das landschaftliche Erlebnis der Alpen erst durch Schaffung vieler Hütten er­möglichte, schloß Prof. Dr. Klute seinen anregen­den und dankbar aufgenommenen Vortrag.

gen und Abzweig nach Lollar wird ab 13. November aufgehoben. Die Straßensperre auf der Land­straßenstrecke Trais-HorloffSteinheim wird ab 16. November aufgehoben.

** Ernennungen bei der Freiwilli­gen Feuerwehr. Gelegentlich einer Führer­besprechung der Freiwilligen Feuerwehr Gießen am Mittwochabend ernannte der Leiter der Gieße­ner Feuerwehren, Brandinspektor Lenz, den Lei­ter der Freiwilligen Feuerwehr Gießen, Brand­meister Koch, zmn Hauptbrandmeister, Brand­meister H e i ß l e r zum Oberbrandmeister und Löschmeister Funk zum Brandmeister.

** Kein Geld in gewöhnliche Briese einlegen! Die einzig richtige Art, Geld mit der Post zu verschicken, ist die mit Postanweisung, Zahlkarte ober Geldbrief. Wer einen größeren Zahlungsverkehr unterhält, bem kann nur dringend die Einrichtung eines Postscheckkontos empfohlen werden. Er hat dann nur nötig, eine kostenlose Heberweisung oder einen Scheck auszuschreiben und den gelben Scheckbrief mit 5 Pf. frankiert in den nächsten Briefkasten zu werfen. Diese einfachen und sicheren Geldversendungsarten werden leider von einem großen Teil der Volksgenossen nicht benutzt. Vor der Versendung von Geld in gewöhnlichen Briesen wird dringend gewarnt. Für in Verlust geratene Einschreibbriefe werden höchstens 40 Mk. Ersah geleistet, für beraubte Einschreibbriefe besteht dagegen keinerlei Haftung. Bei Verlust oder Be­raubung gewöhnlicher Briefe hoben Absender und Empfänger immer den Schaden zu tragen, weil die Post nicht hastet.

Amtsgericht Gießen.

Eine Autofahrerin aus Gießen erhielt durch Strafbefehl des Amtsgerichts Gießen 10 Mark Geldstrafe, evtl, zwei Tage Haft anferlegt, weil sie am 17. Mai 1936 mit zu hoher Gefchwindigkeit auf der Straße ReiskirchenGießen gefahren war und

die Geschwindigkeit nicht so eingerichtet hatte, daß sie sofort halten konnte, so daß ein Zusammenstoß mit einem anderen Wagen erfolgte. In der gestri- gen Hauptverhandlung, die auf ihren Einspruch hin stattfand, stellte es sich heraus, daß die Schuld der Angeklagten sehr gering und der Schaden ganz unbedeutend war. Das Gericht stellte daher das Verfahren wegen Geringfügigkeit ein.

Oberhessen.

Gchnellomnibusverkehr auf der Auto­bahn FrankfurtDad-Nauheim.

Lpd. Frankfurt a. M., 12. Nov. Am Sonn­tag, 15. November, eröffnet die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. auf der Reichsautobahn­strecke nach Bad-Nauheim einen plan­mäßigen Linienverkehr. Wie bei bec übrigen von Frankfurt a. M. ausgehenden Linien fahren die S ch n e l l o m n i d u f s e an der Nord­seite des Hauptbahnhofs ab. Die um 7.40 Hhr und 16.40 Hhr hier abfahrenden Wagen fahren über Bad Homburg und Bad-Nauheim nach Friedberg. Hm 10.15 Hhr und um 18 Hhr fah­ren die Wagen von Friedberg über Bad-Nauheim und Bad Homburg nach Frankfurt zurück. Der um 14 Hhr in Frankfurt abfahrende Wagen fährt über Bad Homburg nur nach Bad-Nauheim bis zur Dan- keskirche und von dort um 15.12 Hhr über Bad Homburg nach Frankfurt zurück. Von Bad Hom­burg (Bahnhof) fährt dann noch ein weiterer Wa­gen um 10.03 Hhr über Bad-Nauheim nach Fried­berg und von Friedberg einer um 9 Hhr über Bad- Nauheim nach Bad Homburg.

Landkreis Gießen.

00 Klein-Linden, 12. Nov. Am kommen- den Sonntag begeht Kirchendiener Karl Rinn fein 30jähriges Jubiläum als Kirchendie­ner unserer Kirchenaemeinde. In Treue und Ge­wissenhaftigkeit versah er unter elf Pfarrern fein Amt. In die Zeit seiner Wirksamkeit fallen 966 Taufen und 495 Trauungen. 568 Verstorbenen läutete er zu Grabe.

wg. Großen-Buseck, 12. Nov. Verschiedent­lich hort man in unserer Gemarkung Klagen über den schlechten Stand des Roggens. Die Aussaat ist zllm Teil durch die stark auftretenbe Mäuseplage und durch Schneckenfraß vernichtet worden, so daß sich verschiedene Landwirte mit dem Hmsäen beschäftigen müssen. Die Bekämpfung der Mäuseplage wird systematisch durchgeführt. Die Gemeinde beschaffte Vergasungspattonen, die zum Teil an die Landwirte abgegeben wurden. In letz­ter Zeit wurde jedoch die Vergasung von der Ge­meinde gemeinschaftlich durchgesührt. Knaben der ältesten Schuljahrgänge zogen unter Aufsicht eines Gemeindebeamten mit drei Vergasungsapparaten in die Gemarkung und arbeiteten dort mit gutem Erfolg.

# Ouetfborn, 12. Nov. Am hiesigen Bahnhof wurde am Mittwoch der in unserer Gemarkung in diesem Jahre angebaute Flachs durch die Spar­und Darlehenskasse verladen. Während in früheren Jahren von unseren Landwirten fast kein Flachs angebaut wurde, konnten in diesem Jahre annä­hernd 80 Zentner geerntet und verladen werden, darunter sechs Zentner der Adolf-Hiltler-Flachs- spende. Die Herbstaussaat hat beim Wei­zen einen befriedigenden Aufgang der Saat ge­bracht, dagegen hört man mancherlei Klagen über mangelhaften Stand des Roggens, so daß zum Teil schon umgefät wurde. Leider treten in unserer Gemarkung auch die Ackerschnecke und die

Vierte*. Rat

fiüis Backen:

Bringen Sie das Gemisch von Mehl und Backpulver niemals direkt mit Flüssigkeit In Berüh­rung, da sonst ein Ceü der Triebkraft verloren geht. Beim Kührteig z. B. mengt man das MehU,^ackin«"Gemisch immer

Teilmengen unter die Masse,

ehe Milch zugefügt wird und rührt diese gut unter, ehe von neuem Mehl und ,gackln" zugegeben

wird, vee Erfolg: Glänzende Wirkung deo altbewährten

0r. Getker-VackpulverBackin"!

Wege im Nebel.

Roman von Käthe Mehner.

(Copyright by Aufwärts-Derlag, Berlin SW 68.)

7. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Der Portier schlug umständlich das Fremdenbuch auf:

Fräulein Heller meinen Sie? Nummer 16 ist das! Die Dame ist schon heute morgen früh aus» gegangen und noch nicht zurückgekommen."

Noch nicht zurückgekommen, sagen Sie?! Auch nicht zum Mittagessen? Das ist doch unmöglich! Vielleicht ist sie schon auf ihrem Zimmer, und Sie haben das nur übersehen!"

Er winkte einem Pagen, der augenblicklich die Treppe hinauflief, allerdings nur, um nach einigen Minuten kopfschüttelnd wieder herunterzukommen.

In ihrem Zimmer ist die Dame nicht. Auch das Stubenmädchen hat sie seit heute früh noch nicht gesehen."

Der Empfangschef biß sich ärgerlich auf die Lippen:Zu dumm das! Herr Dr. Rammelt hat soeben schon das zweitemal angerufen! Der Herr ist ihr Verlobter und bat ausdrücklich, nach Fräu­lein Heller rufen zu lassen. Er wünscht von ihr angerufen zu werden. Unö nun ist sie immer noch nicht da! Also Portier, sobald Fräulein Heller zu­rück ist, geben Sie bitte umgehend Bescheid!"

Doch Stunde um Stunde verging, und immer noch wartete der besorgte Empfangschef vergeblich. Hnd während es draußen langsam auf den Abend zuging, geriet er allmählich in immer größere Be­sorgnis.

Da mußte doch etwas passiert fein! So viel ihm bekannt war, kannte Fräulein Heller hier nieman­den. Wie der Page berichtete, war das Fräulein für einen längeren Spaziergang auch gar nicht angezogen gewesen, hatte nur einen leichten Schal umgehabt, als sie fortging.

Oberkellner und Chauffeur wurden verständigt, Boten nach überallhin ausgesandt.

Aber nichts hatte Erfolg. Niemand wollte eine einzelne Dame gesehen haben. Jedes Suchen schien vergeblich.

Immer unbehaglicher fühlte sich der Empfangs- chef, der zugleich der Geschäftsführer war und die Verantwortung für das Ergehen der Gäste mit zu übernehmen hatte. Jedes kleinste Vorkommnis, und geschah es auch noch so gewiß ohne Verschulden der Hotelleitung, war für den Rus des Hauses von fata­ler Bedeutung. Was sollte man nur tun? Soeben schlug die Hhr acht Hhr. Stockdunkel war es drau­ßen, und immer noch war die Frau nicht zurück!

Fast zwölf Stunden ist die Dame weg! Zwölf Stunden und nur mit einem leichten Schal unter­wegs! Wenn sie jetzt nicht in einer Stunde zurück ist, muß ich Herrn Dr. Rammelt verständigen, und vielleicht sogar die Polizei!"

Verzweifelt trocknete er sich die Stirn.

Der Portier nickte.

Was ich noch sagen wollte, wenn ich mir erlau­ben darf,--die Dame kam mir eigentlich gleich

so etwas merkwürdig vor, so wie soll ich sagen,--etwas wie 'ne Gemütskranke..."

Hnd das sagen Sie mir erst jetzt!?"

Der Empfangschef griff sich mit ehrlichem Ent­setzen an den Kops.

Warum haben Sie mir das nicht früher gesagt!? Das verändert das Bild ja vollständig! Sofort werde ich Herrn Dr. Rammelt anrufen. Jetzt wird mir auch klar, warum er auf sie aufgepaßt haben wollte! Schnell, schlagen Sie die Nummer nach und melden Sie ein Gespräch an. Aber dringend!"

Mit aufgeregten Schritten durchmaß der Ge­schäftsführer die Halle.

Da endlich das schnelle, ununterbrochene Klingeln! Das Fernamt!

Er stürzte zum Apparat, riß die Tür der Zelle hinter sich zu.

Einen Augenblick, bann hielt er den Hörer un­schlüssig in Der Hand. Was nur sollte er sagen, wie es dem Herrn beibringen, was geschehen war? Schon hörte er die Stimme am andern Ende der Leitung, und immer noch brachte er keinen Ton heraus.

Da im gleichen Augenblick aber öffnete sich plötzlich hinter ihm die Tür! Der dicke Portier drängte sich aufgeregt an ihn heran, flüsterte, stam­melte ihm etwas zu.Sie ist da! Fräulein Heller ist da!" In unendlicher Erleichterung nickte der Geschäftsführer zurück, daß er verstanden habe.

Gott sei Dank!" entrang es sich ihm unwillkür- lich.

Aber nun drängte auch durch den Apparat ein aufgeregter Wortschwall auf ihn ein, dem er jetzt wohl oder übel standhaften mußte.

Ja, was ist denn nur? Warum antworten Sie nicht? Ist etwas passiert? Antworten Sie doch!" Aufgeregt, ungeduldig klang Rammelts Stimme.

Vergeblich bemühte sich nun der Geschäftsführer, ein Motiv, eine Ausrede für feinen Anruf zu finden.

Doch wiederum wurde jetzt die Tür zur Zelle ge­öffnet, und Janna nahm ihm den Hörer mit einem leise gehauchtenVielen Dank" aus der Hand.

Nur zu gern zog er sich zurück, trocknete sich den Schweiß von der Stirn und befahl dem Pagen, ihm einen Kognak zu bringen.

Indessen lauschte Janna nervös den aufgeregten Worten ihres Verlobten, der sich über den Anruf nicht beruhigen zu können schien.

So sprich doch! Warum hat der Geschäftsführer denn angerufen? Was war denn nur los? Warum bekomme ich denn von niemandem eine Antwort?"

Sie sprach irgend etwas in den Apparat, redete von einem Irrtum. Sie fei längere Zeit fortgewe­sen, habe versäumt, einen Bescheid zu hinterlassen. Seine Fragen peinigten sie, zu schnell kam die Wirklichkeit, riß sie aus dem wunderbaren Erlebnis des Tages.

Aber Ralf schien schon beruhigt. Da sprach er schon wieder von sich, berichtete ihr von der lieber» nähme des neuen Gutachtens, das er für den Prozeß um dieGrube Margret" zu machen habe.

Im Augenblick war Janna hellwach.Grube Margret"! Das war doch das Besitztum der Fa­milie Brand! Also auch Gerhards Eigentum und sein Interesse. Sie wollte schon fragen, da schloß Ralf das Gespräch. Mechanisch beantwortete sie sei­nen Gruß, ging bann mit nachdenklichem Gesicht an dem erstaunt zu ihr hinüberschauenden Empfangs­chef vorbei aus der Halle ins Gastzimmer, wo Ger­hard sie erwartete.

Du hast mit Ralf gesprochen?" fragte dieser ernst, ihr einen Stuhl zurechtrückend.

3a, Gerhard. Hnd denke dir, er hat mtt soeben gesagt, daß er ein Gutachten in Sachen der Grube

.Margret', übertragen bekommen habe! Weißt du etwas davon?"

Hier, lies das!"

Statt aller Antwort zog Gerhard ein Schreiben aus feiner Tasche, das den Absender seines Bruders Walter trug.

Schnell überflogen ihre Augen die Zeilen.

Walter bittet dich, mit Ralf Rammelt persön­lich zu verhandeln? Würdest du das denn tun, Gerhard?"

Natürlich nicht, Janna! Mit deinem Verlobten in dieser geschäftlichen Angelegenheit zu verhan­deln ist jetzt selbstverständlich ganz unmöglich ge­worden! Walter wird das diesmal selbst überneh­men müssen! Auch bei unferm Zusammentreffen in Hamburg habe ich es ihm bereits abgeschlagen! Jeden Dienst kann er von mir verlangen. Nur die­sen nicht! Ich werde ihm das gleich nachher noch schreiben!"

Janna nickte zustimmend. Heiß Drängte es sie in diesem Augenblick, feine Hand zu ergreifen, ihm zu zeigen, wie sehr sie sich mit ihm einig fühlte. Aber während sie sich noch gewaltsam zurückhielt, fiel ihr Blick plötzlich auf einen andern Brief, auf dem seine Hand ruhte. Ein weißes, langes Kuvert mit steiler, verschnörkelter Schrift.Olga Willnoffs Handschrift!"

Jawohl, ein Bries von Olga!" bestätigte Ger­hard, ihren Blick auffangend. Ich bekam ihn noch in Hamburg. Du sollst ihn ruhig lesen. Ihre Absicht in diesem Brief ist nur zu klar! Hast du die Stelle? Hier, da steht es: ,Rals und Janna sind sehr, sehr glücklich!' Habe ich nicht recht mit meiner Warnung, Janna? Olga Willnoff spielt falsches Spiel mit dir!"

Hnd sie habe ich eingeladen, als meine Freun­din betrachtet!" Nicht ohne Bitterkeit stieß Janna die Worte hervor.

Aber mit einer behutsamen Bewegung nahm Gerhard ihr den Brief schnell aus den Händen:

Nicht so, Janna! Was geht uns diese Olga Willnoff an?! Heute noch laß uns alles vergessen, was bitter und traurig ist! Um so stärker werden wir sein, für den harten Kampf, der uns noch be- vorsteht l"

(Forffetzung folgt l)