Ausgabe 
13.10.1936
 
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Oberreichsanwalt Or.Werner gestorben.

Gebiet der Wirtschafts- und Währungs­politik bar, nur ist hier der Völkerbund ledig­lich zur Registrierung von Ergebnissen benutzt worden, an deren Zustandekommen er völlig un­beteiligt ist. Es lag besonders im Interesse Frankreichs, die nicht mehr au vermeidende Abwertung als eine internationale Aktion erscheinen zu lassen und ihr ein möglichst großes Echo zu geben. Der Völkerbund konnte hier nur die Ge­legenheit zu einer zwanglosen und deshalb vielleicht besonders aufschlußreichen Aussprache in größerem Kreise bieten. Es wird aber jedes weitere prak­tische Vorgehen von dem selbständigen Entschluß der einzelnen Regierungen und von zweiseitigen Vereinbarungen abhängen, da noch in allgemeiner Erinnerung ist, daß die vor einigen Jahren, in der Anfangszeit der Weltwirtschaftskrise, unter dem Protektorat des Völkerbunds verfolgte Methode der gleichzeitigen vielköpfigen Behandlung, abge­sehen von einer Konvention über Felle und Knochen aus dem Jahre 1928, kein einziges prakti­sches Ergebnis gezeitigt hat. Vom Wegfall der Einfuhrbeschränkungen über den Zollwaffenstill­stand bis zur Weltwirtschaftskonferenz ist man nur zu paragraphenmäßig formulierten Schlagworten gelangt, hinter denen jeder Teilnehmer seine eigene Auffassung gewahrt glaubte, ein theoretisches Spiel, das auf die Gestaltung der internationalen Wirtschaftsbeziehungen keinen Ein­fluß hatte. Auch für die besonderen Anliegen ein­zelner Länder, z. B. die polnischen Wunsche nach überseeischem Siedlungsraum, hat der Völkerbund wie üblich lediglich eine Tribüne abgegeben, nicht aber die Stätte einer von ernst­lichem Erfolgswillen getragenen Prüfung und Be­ratung.

Einen charakteristischen Grundzug der abgelau­fenen Tagung bildete das alle Arbeiten durchdrin­gende Bewußtsein der mangelnden Univer­salität. Die Abwesenheit derjenigen Länder, die politisch und wirtschaftlich zu den' wichtigsten ge­hören und ohne deren Mtwirkung keine internatio­nalen Beschlüsse diesen Namen verdienen, wurde diesmal als tatsächliche Lücke bedauert. Die ständig nicht nur von England geforderte Rücksichtnahme auf die sich entwickelnden Westpaktverhandlungen war nur eines der verschiedenen Symptome für das Streben nach einer Arbeitsgemein­schaft auf breiterer Grundlage. Der Wunsch, diese Grundlage zu finden, ist, abgesehen von der Sowjetunion, die die entgegenge­setzte Tendenz verfolgt allgemein und es fehlte in der allgemeinen Aussprache auch nicht an Vor­schlägen und Anregungen von den Paktplänen für Nord- und Südamerika bis zu den besonders au das europäische Festland eingestellten Vorschlägen des englischen Außenministers. Es fragt sich aber, ob Gens überhaupt der geeignete Boden ist, um Konzeptionen von einer diesem Ziel angemessenen Großzügigkeit in absehbarer Zeit durchzuführen.

Das Staatsbegräbnis für Gömbös

Was der Rheän unter den Strömen, das ist der Harz unter den deutschen Mittelgebirgen, ein Fürst und Patriarch, den nicht ein einzelner Stamm, den das ganze Volk verehrt. Wie diese Liebe ein üppi­ges Geflecht von Sagen und Gedichten durch die Herrscherkrone des Rheinvaters geschlungen hat, so hat sie auch das kahle Haupt des Bergesalten im Harz, den Brocken, mit Mären und Liedern reich umkränzt, ja, den germanischen Vorfahren war er, wie am Harz viele Ortsnamen und Erinnerungen bezeugen, recht eigentlich der deutsche Olymp, der Sitz Wotans, seiner Einherier und Walküren.

für dumm verkaufen. Auch die anderen Völker, mit Ausnahme des hinter den Gefängnismauern der GPU. sitzenden russischen Volkes, wissen heute zu genau Bescheid über das deutsche Winter­hilfswerk und über die deutsche Arbeitsschlacht, sie wissen andererseits auch, daß im bolschewistischen Rußland Millionen von Bauern und Arbeitern elend verhungern mußten, daß in allen Ländern, die vom moskowitischen Ungeziefer heimgesucht werden, so­ziale Erschütterungen und wirtschaftliche Krisen zu einer Dauererscheinung geworden sind, daß in Spa­nien eine uralte Kultur vernichtet, ein großes Volk nur deshalb dezimiert und ausgeplündert wird, weil Moskau einen neuen Stützpunkt zur Durchführung seiner Weltkriegspläne gebraucht.

In diesem Lichte betrachtet, erhält auch die für einen normalen Verstand kaum faßbare Gemein­heit der Straßburger Exzesse ihren eigentlichen Sinn. Aber Thorez irrt sich, wenn er glaubt, daß seine zügellosen Provokationen uns zu irgendwelchen un­besonnenen Handlungen hinreißen würden. Es ist etwas anderes, was uns nachdenklich macht. Auf der Tribüne, von der Thorez seine Hetzreden los ließ, saßen alsPräsidium" neben den Kommuni­sten auch die Vertreter der s o z i a l i st i s ch e n und radikalsozialistischen Partei. Dieser Um­stand machte die Veranstaltung zu einer offiziellen Kundgebung der Volksfront, jener Volksfront, welche die Regierung der französischen Regie­rung bildet. Ministerpräsident L6on Blum wird nicht umhin können, sich dazu zu äußern, er wird auch Stellung nehmen müssen zu der Tatsache, daß sein Bundesgenosse Thorez das Oberhaupt eines benachbarten Staates auf die ungeheuer­lichste Weise verleumdet und beleidigt hat. Es besteht überdies das ungeschriebene, in allen Kulturstaaten der Erde anerkannte und still­schweigend befolgte Gesetz internationaler Höflich­keit, das jedes Staatsoberhaupt vor einer böswilli­gen Herabsetzung in anderen Ländern schützt. Mi­nisterpräsident Löon Blum, der sich wiederholt ge­gen eine Politik der Einmischung in die inneren Angelegenheiten fremder Staaten und für eine in­ternationale Verständigung ohne Rücksicht auf das innere Regime der einzelnen Länder ausgesprochen hat, wird diesem Gesetz Rechnung tragen muffen, er wird gegen die Straßburger Lümmelei einschrei­ten müssen, wenn ihm überhaupt daran liegt, die deutsch-französischen Beziehungen zu verbessern. Wir warten auf Antwort aus Paris! E.V.

3m Zauberreich des Blocksberges

Gtreifzug durch den herbstlichen Harz.

Don Arthur Behbein.

Vorsicht bei weisen in Böhmen.

Reisende, die bei einem Besuch des Erzgebirges oder des Böhmer Waldes die tschechoslowakische Grenze überschritten und im tschechoslowakischen Grenzgebiet photographische Aufnahmen machten, haben die für sie sehr unangenehme Er­fahrung machen müssen, daß sie in den Verdacht ge­rieten, Spionage zu treiben. Die tschechoslowakischen Behörden haben in all diesen Fällen, wo Reichs­deutsche das Verbot, im Grenzgebiet zu photogra­phieren, sei es auch nur in Unkenntnis überschrit­ten, in rigoroser Weise ein V e r f a h r e n wegen Spionage eingeleitet. Es genügt dazu bereits, wenn Grenzbeamte bei deutschen Reisenden den Be­sitz von Phtographenapparaten feststellten. Im gün­stigsten Falle wartet der von einer Verhaftung Be­troffenen eine längere Untersuchungshaft, aber häu­fig sind auch bereits sehr empfindliche Freiheits­strafen verhängt worden. Irgendwelche Schadens- ersatzansprüche wurden abgelehnt. Es ist also Rei­senden und Wanderern in nord- und westböhmi-

Wer aus irgend einer Richtung, durch die weite niederdeutsche Ebene kommend, den Harz zum ersten Male erblickt, dem ist sofort klar, wie der Blocksberg zu hohen Ehren und so bösem Ruf ge­kommen ist. Und so oft er dann auch wiederkehrt, immer wieder wirkt die wuchtige Größe dieser deutschen Bergwelt, immer wieder wirkt die Stei­gerung der großartigen Architektur zur beherrschen­den Kuppe mächtig auf ihn ein.

Er versteht auch sofort, daß dies Gebirge als Wetterwand für einen großen Teil Deutschlands von besonderer Bedeutung ist. Wie heftig Wind und Sturm diese Mauer anrennen, und wie wild der Winter gegen sie wütet, das wird dem Brocken- befteiger selbst an heiteren Sommertagen durch die Kampfspuren sichtbar. Schon in tausend Meter Höhe hört der Hochwald auf; hier folgen Zwerg- bäume, die vom Wetter immer wieder zerwühlt und gebogen und gebrochen worden sind, so daß sie zu seltsamen Formen verkrüppelten. Zuletzt gibt*5 keinen Baumwuchs mehr; nur Moose und Fichten, Alpenkräuter und arktische Gewächse ge- deiyen noch zwischen den Granittrümmern der manchmal so unwirtlichen Felswarte. Und wie oft brauen Nebel um den Scheitel des Blocksberges!

Aber diesen Unbilden hat der Berg zauberhafte Erscheinungen zu verdanken. So das Brockenge­spenst, ungeheuere Schattenrisse der Kulmbauten und -besucher auf einer Nebelwand. Oder ein Ge­witter unterhalb der Kuppe, so daß wir wie das auch Fliegern zuweilen beschieden ist aus son­nenheiterer Höhe in das Donnerwetter hinunter­schauen. Oder die weiße Sintflut, wenn dicker milchiger Nebel alle Täler füllt und nur ein paar Gipfel wie Archen auf dem Meer 'zu schwimmen scheinen. Höchst wunderlich und dabei oft von mär­chenhafter Schönheit sind die Bildhauerkünste des Rauhreifs im Winter, der aus den Zwergfichten Fabelwesen und aus den Brockenhäusern Kristall­paläste macht

Wie lieblich der Harz-Wald sein kann, das sollten die Deutschen eigentlich wissen. Sie wissen's aber noch lange nicht alle. Wenn sie vom Harz hören, stellen sich bei manchen noch die Begriffe düster und wild ein, ein stattlicher Teil des alten Berges ist von mächtigen Fichten bestanden, und seine Bäche stürzen schäumend über ein tolles Durchein­ander von Felsblöcken. Aber wie schnell zerflattert die Vorstellung des Finsteren und Unheimlichen, wenn der Blick selig über Billionen von jungen Fichtentrieben schweift, und deren berauschende Kraftwürze uns überflutet! Und wo bleibt erst jene vorgefaßte Meinung, wenn die Laubwogen des Unterharzes im Herbst zu einem einzigen, vieltom- gen goldenen Farbenmeer verwandelt find!

: ' Als ich einmal an einem sonnigen Sonntagnach- i mittag urplötzlich von einem Felsvorsprung im Kiefernhain drüben über der Schlucht den rätsel- fRononHoin »rhlifttp und auf feinen Urwelt-

Lügen haben kurze Beine.

Wir haben gestern schon die kommunisti­schen Demonstrationen in Elsaß-Loth- ringen soweit sie uns Deutsche angehen, als das gebranbmartt, was sie sind, eine unerhörte Flegelei, die geeignet ist, die deutsch-französischen Beziehun­gen auf das schwerste zu belasten. Der Haßgesang, den Thorez, Moskaus bezahlter Agent, in Straßburg gegen den Führer und das deutsche Volk angestimmt hat, liegt auf einer so tiefen mo­ralischen Ebene, daß er an sich keine sachliche Er- wideruna von unserer Seite verdient. Wir wollen aber dieses einzigartige Dokument eines internatio­nalen politischen Verbrechertums niedriger hängen, damit alle deutschen Volksgenossen recht genau sehen können, mit welchen hinterhältigen Methoden der Weltbolschewismus arbeitet, wie er selbst nicht davor zurückscheut, weltbekannte Tat­sachen frech zu leugnen, Aussprüche unseres Füh­rers glatt zu fälschen und fremde Staatsober­häupter mit den gemeinsten Beschimpfungen zu überschütten.

Wir haben den Meister der Lüge auf frischer Tat ertappt. Thorez unterstellte Adolf Hitler die Erklä­rung, daß es für den deutschen Arbeiter recht ge­sund sei, wenn er hungern müsse. Aber 60 Millio­nen, die am vorigen Dienstag in Deutschland vor den Lautsprechern saßen, wissen, was der Füh­rer wirklich gesagt hat, daß es nämlich für die Menschen, die Drei ober vier Gänge am Sonntag einzunehmen gewohnt seien, auch einmal ganz ge­sund wäre, nur ein Eintopfgericht zu essen, daß aber niemand in Deutschland hungern und r i e r e n solle. Thorez unterstellt dem Führer auch die Erklärung, der Krieg müsse kommen, damit Deutschland die Möglichkeit habe, eine andere Stel­lung in der Welt zu erobern. Aber 60 Millionen Deutsche und weitere ungezählte Millionen auf der ganzen Erde antworten ihm, daß Adolf Hitler nie­mals in seinem Leben etwas ähnliches gesagt hat, daß er vielmehr bei jeder Gelegenheit den unbe­dingten Friedenswillen des Nationalsozia­listischen Reiches betont und ihm durch seine Politik wirksamen Ausdruck verliehen hat. Die Sendlings Moskaus können uns und die Welt heute nicht mehr

lich anmutenden Felsmauern das Gekribbel von Hunderten festtäglich gekleideter und gestimmter Menschen, da schoß mir jäh der Name Arkadien durch den Kopf. Nie vorher vermeinte ich ein Bild von solcher Helligkeit und Heiterkeit erschaut zu haben!

Dann wieder hab' ich an heimlichen Weihern und in verschwiegenen Klosterkreuzgängen Stunden von so tiefer Versonnenheit erlebt, wie sie eine düstere" Landschaft uns wahrlich nicht schenkt. Hast du einmal oben auf der Roßtrappe gesessen, wenn der Hall der Menge verklungen war, tiefe Dämmerung den Bodegrund füllte, und die Berg­häupter sich goldene Kronen austetzten?

Ist der Blick vom Weißen Hirsch nach Treseburg hinunter nicht eines der anmutigsten Bilder, die man erleben kann? Und was für köstliche Ueber- raschungen bietet der Reichsbannforst dem Wan­derer, der schweigend ihn durchstreift? In diesen Wochen kann er dem prachtvollen Konzert lauschen, das die Eifersucht der Brunfthirsche durch den Herbstwald dröhnen läßt.

Ich erwähnte eben den Regenstein er ist ein­zigartig. Eine unbegreiflich weitläufige Burg, ganz in den Felsen hineingehauen wo gibts bas noch einmal in beutschen Gauen? Solcher Wunberbinge hat der Harz mehr. Gleich am Fuß des Regen­steins ein Stückchen Wüste: ben Heers. Unb nicht weit davon bie Teufelsmauer! Und die mächtigen Höhlen bei Rübeland und am südlichen Rande bei Uftrungen! Auch eine ber größten Quellen Euro­pas entspringt in ben Wälbern bes Harzes. Das ist ber Rhumessprung bei Pöhlbe im Sübharz.

Nicht wahr, es ist begreiflich, daß ber Deutsche ben Harz lieb hat? Zu all ben anderen Grünben kommt aber noch ein besonders gewichtiger: auc bas hat ber Walb mit bem Rhein gemein, ba hier große Tage ber beutschen Geschichte ihre Schauplatz hatten. Hören wir Namen wie Goslar, Queblinburg, Ballenstebt, so sehen wir Kaiser unb Könige, Erzbischöfe, Bischöfe unb Siebte, Ritter, Minnesänger und Gelehrte in feierlichem Zuge an uns vorüberwallen. Irgendwo im Harz lauerte ber Finkler unter bem Zweischirm ben Vögeln bes Waldes auf, als man ihm bie beutsche Krone über­brachte; auf bem Falkenstein hoch überm Selketale faßte Eicke von Repkow das beutsche Recht in sei­nen Sachsenspiegel; in ber Kaiserpfalz am Fuß des Rammelsberges staub die Wiege Heinrichs IV.; des benachbarten Domes Estrich färbte das Blut der Mannen Hezilos, des Bischofs, und Widerage, des Abtes. In Walkenried, heute eine ber schönsten aller Klosterruinen, heilte ber Braunschweiger Löwe seine gebrochene Pranke; hier hielt auch vier Jahr- hunberte später Moritz von Sachsen seine letzte Rast auf seinem Tobesritt roiber den Markgrafen Albrecht. Jedes ber alten Städtchen am Rande des Harzes atmet tausendjährige deutsche Vergangen­heit.

In der großen unb bunten Geschichte bes Harzes gibt es einen Zug, ber uns wie ein Symbol an­mutet; als Heinrich III. im Sterben lag, flüsterte er bem über sein Lager gebeugten Freunde als ; letzten Willen den Wunsch ins Ohr, daß sein Herz i im Harz ruhen solle. Wer je einmal in diesem ; Bergwald gewandert ist, ber läßt ein Stück seines Herzens dort zurück. Unb nun zieht es ihn immer : nach ber Stätte, mit ber er so innerlich unb innig i verbunden ist. Immer nrieber zwingt ihn bie Sehn- - sucht, in bas Zauberreich bes Blocksberges ein-

mitgemad)!. Nach dem Kriege muhte er eine Heimat veriallen. Er trat 1919 in das Reichsjustizministe- rium ein, roo er 1920 Ministerialrat wurde. Aus dieser Stellung kam er 1926 als Nachfolger Dr. Ebermeners als Oberreichsanwalt an das Reichs- aericht. Ein tragisches Geschick fügte es, daß er am 10. Jahrestage feiner Ernennung zum höchsten Be­amten der Änklagebeharde das Krankenhaus zur Operation aussuchen muhte. Oberreichsanwali Wer­ner hat in vielen politischen Prozessen von Bedeu- tung persönlich die Anklage vertreten, darunter im Reichstagsbrandstifter.Prozetz, wo er gegen die Kommunisten van der Lubbe und Torgler das Todesurteil beantragte. Als am J-7-,1934 L16.

liner Zweigstelle der Reichsanwaltschast am Bolks- g e r i ch t s h o s eingerichlel wurde muhte der Ober- reichsanwalt als deren Leiter häufig IN Berlin fein. Diese aufreibende Doppelstellung hat er bis zum 1. April d.J, wo der Volksgerichtshof seine eigene Staatsanwaltschaft erhielt, mit ^orblldlichem, Elser unb

Arn Samstag mürbe ber ungarische Ministerpräfibent Julius Gömbös zur letzten Ruhe geleitet. Hier sieht man Reichsverweser Slbmiral v. H 0 rthy (rechts) beim Verlassen bes Reichstages nach der Trauer­feier. Hintere Reihe von links: Ministerpräfibent Göring, Minister Graf C i a n o unb Bunbes- kanzler Dr. Schuschnigg. (Scherl-Bilderbienst-M.)

Oberreichsanwalt Dr. Paul Werner. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Leipzig, 12. Okt. (DNB.) Oberreichsanwalt Karl Werner ist im Alter von 60 Jahren an ben Folgen einer schweren Operation in Leipzig gestor­ben. Dr. Werner wurde 1876 in Mühlhausen (Elsaß) geboren und war vor bem Kriege im Iustizbienst ber Reichslanbe Elsaß-Lothringen tätig. Den Weltkrieg hat er als Hauptmann ber Lcmbwehr an ber Front

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