Zusah zum Währungsabkommen.
Lockerung des amerikanischen Goldausfuhrverbots zur Speisung des Stabilisierungs- und Ausgleichsfonds.
Und setzen wir unseren Stolz darein, und wenn nötig, vorübergehend mit anderen Lebensmitteln xu behelfen. Setzen mir unseren Stolz darein, die Anweisungen des Reichsnährstandes zum Sparen von Nahrungsmitteln, zum Kampf gegen d en Verderb genauestens zu befolgen."
„Sie, meine deutschen Hausfrauen, beeinflussen nicht nur — darüber wollen wir uns doch nichts vormachen — die Laune Ihrer eigenen Männer, sondern von Ihnen, von der von Ihnen ausgehenden Stimmung hängt die Stimmung des deutschen Volkes wesentlich mit ab. Jede gute Hausfrau weitz, wie sie ihre Familie in guter Stimmung hält, und besonders diejenigen, die einmal — unabhängig von der Gesamtlage — persönlich wirtschaftlich ernstere Zeiten haben durchmachen müssen, wissen, wie man mit einfachen Mitteln eben durch die Hausfrauenkunst auch dann ein gutes Essen bereiten kann, wenn es einmal entweder kein Fleisch oder keine Butter oder keine Eier enthält. Und die tüchtigen deutschen Hausfrauen wissen, was sie zu tun haben, um im Dienst dieser großen deutschen Familie: des deutschen Volkes zu wirken, wenn dieses vorübergehend kleine Notstände überwinden muh. Sie kaufen eben ein, wie es im Interesse der großen deutschen Familie liegt! Sie versuchen nicht unbedingt das zu kaufen, was gerade weniger am Markte ist, sondern sie kaufen von dem viel, das reichlich vorhanden ist und verwenden es so, daß es ihren Männern und ihren Kindern gerade besonders gut erscheint und besonders gut schmeckt. Keine gute Hausfrau trauert gerade dem Viertelpfund Schweinefleisch nach, das sie nun einmal nicht bekommt. Jede gute deutsche Hausfrau ist zu ihrem Teile eine Mutter des deutschen Volkes. Sie hat in vielen Fällen gleiche und höhere Pflichten zu erfüllen als die Männer dieses Volkes, die ihre Haltung achten und ehren werden. Deutsche Frauen, zeigt, was ihr könnt!
„Wenn in Deutschland", so fuhr Rudolf Heß fort, „Führer und Gefolgschaft miteinander einen Uebeb stand besprechen und miteinander klar werden, wie er zu beheben ist, so folgert das Ausland sehr eilfertig, gottlob, die Deutschen fangen unter der hitlerschen Führung zu hungern an, und die deutsche Wirtschaft zerfällt. Dieses Ausland möge sich beruhigen. Wir Deutsche haben vor einander nichts zu verbergen. Es wäre wohl töricht, wenn die deutsche Regierung jede Sorge auf das Volk abladen würde, wie es töricht wäre, dem Volke nicht zu sagen, in welcher Lage es sich befindet, und was zu tun ist zum allgemeinen Wohle. Wir sind eine ehrliche Schicksals- gemeinfchaft! Und wir werden immer unbeschadet dessen, was die anderen draußen glauben oder erzählen, als Führende oder Geführte dieser Schicksalsgemeinschast offen vor einander st e h e n. Was ist denn schließlich schon das Motiv derer draußen, die so sehr bei uns den hunger erhoffen? Es ist ja doch nur das letzte kleine Hälmchen, an das sie sich in ihrer Sehnsucht klammern, es möge doch endlich in der großen Auseinandersetzung: hier jüdischer Bolschewismus, hier deutscher Nationalsozialismus der Nationalsozialismus einmal eine Position oder eine Schlacht verlieren, damit man doch noch hoffen könnte, daß Juden und Bolschewiken noch einmal in Deutschland siegreich werden! Diesem Ausland mußten wir sagen, es hofft umsonst.
Wir aber wollen glücklich fein, daß uns schlimmstenfalls an einigen Tagen im Jahr einmal der Butteraufstrich für das Brot und nicht das Brot selbst für Monate fehle, wie in dem gepriesenen Lande des Glücks und der Wohlfahrt der Massen, in Sowjetrußland. Es wisse die Welt, wie jeder einzelne von uns, der einmal einen Blick in andere Länder tun konnte, daß Deutschland das sozialste Land der Erde ist." Jeder KdF.- Fahrer, der soziales Elend draußen mit eigenen Augen gesehen hat, würde ihm recht geben, so sagte Rudolf Heß, wenn er ausfpreche, daß jeder, der von draußen in die Heimat kommt, sie mit dem Gefühl beträte: Gottsei Dank! Ich bin wieder in Deutschland, dem Deutschland des wahren sozialen Geistes. „Immer, wenn wir einen kleinen Verzicht leisten müssen, wollen mir dankbar sein, daß wir gerettet wurden vor dem Schicksal Sowjetrußlands und vor dem Schicksal Spaniens! Wer wolle dem unendlichen Leid, dem Elend und der Not, das die Völker dieser Länder zu ertragen hätten, gegenüber aufstehen und sagen: „Ja, aber ich habe heut' ein Viertelpfund Butter zu wenig bekommen". Wir seien dem Führer und dem höheren, der den Führer uns sandte, dankbar, daß wir unser tägliches Brot hätten, daß wir ein einiges Volk geworden seien, gleichwertige Genossen, die sich gegenseitig helfen, und die in Frieden und Ruhe schaffen können für sich und ihr Volk, das ein starkes Heer schütze, und das auch draußen durch kampfstarke Schiffe gesichert sei. Mit einem Dankesgruß an den Führer, der aufstieg aus den Reihen des schaffenden Volkes und kreaft feiner Fähigkeit und kraft feiner Liebe zu diesem Volke der Führer wurde, schloß Rudolf Heß seine Rede.
Der Bolschewismus Todfeind des Christentums.
Eine Rede des Kardinals Jmitzer.
W i e n, 12. Oft. (DNB.) Der E r z b i s ch o f v o n Wien, Kardinal Dr. Jnnitzer, hielt eine scharfe Rede gegen den Bolschewismus. Er führte u. a. aus: Die neuen Formen des Kampfes der Finsternis gegen das Licht heißen Kommunismus und Bolschewismus. Der Bolschewismus hat einen Gottlosen-Feldzug begonnen und geht mit unheimlicher Vehemenz zu Werke. Wenn ich sage, daß 1935 von Moskau aus 11 Millionen gottesleugnerische Bücher in Europa in 6 Sprachen verbreitet wurden, um der europäischen Christenheit den Glauben aus dem Herzen zu reihen, so ist das nur ein Beleg dafür, welche Taktik der Bolschewismus einschlägt. Im Gefolge der Agitatoren des Kommunismus schreiten Tausende von solchen, denen das Christentum gleichgültig ist, oder die im geheimen wünschen, daß die Front des Hasses gegen den Glauben erstarkt und die Kirche eine Niederlage erleidet. Weitere Tauende leben in den Tag hinein, als ob nichts ge- chehe. und sind sorglos; ja die Staatsmänner chließen angeblich im Interesse der Wirtschaft Vündnisse mit der Macht des Bolschewismus. Es ist, als ob die Menschheit blind wäre und nicht mehr sehe, woher das Unheil kommt. Wo immer der Sowjetstern Moskaus erscheint, bedeutet er Blut und haß und Feuer.
Paris, 13. Oft. (DNB.) Die Verhandlungen zwischen der amerifanischen und der englischen Re- sterung über die technischen Bedingungen ihrer Zu- ammenarbeit auf währungspolitischem Gebiet stnd um Abschluß gelangt. — Der amerikanische Schatz- ekretär Morgenthau weist darauf hin, daß in Zukunft die Vereinigten.Staaten Gold auch für die sofortige Ausfuhr, und zwar für die Stabili- ierungs- und Ausgleichsfonds für diejenigen Länder freigeben, die bereit sind, Gold nach Amerika zu verkaufen, vorausgesetzt, daß diese Goldangebote unter vorteilhaften Bedingungen gemacht werden. Sämtliche Verkäufe von Gold werden durch die Vermittlung der Federal Reserve Bank von Neuyark getätigt. Das Gold wird zum Preise von 35 Dollar die Unze Feingold plus 0,25 v. h. ür die Unkosten verkauft. Das Abkommen werde nach und nach die technischen Operationen der Stabilisierung und des wechselseitigen Verkehrs wesentlich erleichtern, da die schwierigste Frage, wie sich die drei Ländek die notwendigen Mittel für den Stabilisierungs- und Ausgleichs- onds besorgen könnten, nun geregelt sei. Morgenthau bezeichnet das neue Abkommen als einen „neuen Typ von Goldstandard" zwischen den drei Nationen. Das Abkommen fetzt kein de- timmtes Verhältnis der Währungen der drei Länder zu einander fest. Einzelpersonen ist es nicht gestattet, Goldtransaktionen vorzunehmen. Der „neue Standard" fei der zweite Schritt in Richtung einer internationalen Währungsstabilisierung.
Das Zusatzabkommen wird auch von der „Ti- m e s" als ein weiterer Schritt vorwärts bezeichnet. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Währungsfonds wäre schwierig gewesen, hätten die Vereinig-
Tübingen, 13.Oft. (DNB.) Die Vereinigung Deutscher Rechtshistoriker hält unter Leitung von Professor Dr. Herbert Meyer (Göttingen) in Tübingen ihre fünfte Tagung ab. Nach Begrüßungsworten des Dekans, Professor Dr. Kreller, und des Rektors, Professor Focke, sprach Reichsrechtsführer Reichsminister Dr. Frank. Er führte u. a. aus: Der. erste Appell geht dahin, daß Sie bei Ihrer rechtshistorischen Forschung in erster Linie beobachten wollen, daß nur aus den gewaltigen, gigantischen Weltantithesen, die wir heute erleben, das Bedürfnis nach einer Wissenschaft ersteht, die unserem Volke in seinem entscheidenden Existenzkampf die geistigen Waffen zur Durchsetzung dieses Kampfes liefert. Es wird Sie mit großer Freude erfüllen, dieses Erlebnis der Geschichte unter dem Gesichtspunkt zu sehen, daß aus dem Nationalsozialismus heraus überhaupt die einzige Möglichkeit bestand, in Deutschland noch wissenschaftlich zu arbeiten. Wäre der Führer nicht gekommen, bann würde über Deutschland das alles Geistesleben völlig vernichtende und zerstörende bolschewistische Chaos hereingebrochen sein.
Auch für die deutschen Rechtshistoriker kann es heute nur einen Ausgangspunkt geben, alle deutsche Geschichte zusammenzusassen als eine große Verpflichtung, sie nur als Vorgeschichte des Nationalsozialismus anzusehen. Wir glauben daran, daß jede wissenschaftliche These, die ja der Wahrheitserforschung dienen soll, in ihren Ergebnissen identisch sein muß mit den Ausgangspunkten des Nationalsozialismus. Wir glauben, daß in der Idee, die der Führer feiner Bewegung voranstellte, die letzten Wahrheiten auch jeder nur denkbaren wissenschaftlich en Erkenntnisse enthalten sind. Das Parteiprogramm der NSDAP, ist sonach auch für
die rechtsgeschichtliche Erforschung die g r o ß e j
ten Staaten sich nicht bereit erklärt, die Bestimmungen über die Goldausfuhr abzuändern. Bisher sei die Ausfuhr nach Ländern ohne Goldwährung verboten gewesen, worunter auch England und Frankreich fielen, jetzt habe Amerika der Goldausfuhr nach den beiden Ländern unter bestimmten Bedingungen zugestimmt. Man nehme an, daß bei der Umwandlung in Gold 35 Dollar je Unze gezahlt werden würden. Frankreich und England, das keine Goldwährung habe, würden zu keinem festen Kurs in Gold umtauschen. Das Abkommen werde die Zusammenarbeit zwischen den Ländern erleichtern und dadurch mithelfen, das erfolgreiche Arbeiten an der Stabilisierung zu sichern.
Die 833. für Stabilität der internationalen Wechselkurse.
Basel, 12. Dft. <DNB.) Der D e r w a l t u n g s° rat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich hat nach der üblichen Sommerpause wieder seine regelmäßigen monatlichen Sitzungen ausgenommen. Als Ergebnis der Verhandlungen und der Vorbesprechungen der Notenbank- Präsidenten wurde folgende Entschließung bekanntgegeben: „Der Verwaltungsrat der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich nimmt Kenntnis von den kürzlichen Regierungsmaßnahmen und Erklärungen in bezug auf die Aenderung einer Anzahl von Währungssystemen und lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die dringende Notwendigkeit, die allgemeine Stabilität der internationalen Wechselkurse zu gewährleisten."
Weltanschauungsbasis geworden. Nicht soll die Kritik unseres geschichtlichen Handelns ausgeschlossen sein, wohl aber soll für alle Zeit ausgeschlossen sein, daß die deutsche Wissenschaft einen Standpunkt einnimmt, der mit den Notwendigkeiten unseres deutschen Volkslebens irgendwie in Antithese steht.
Es ist eine wahrhafte Befreiung für unsere deutsche Rechtswissenschaft, daß diese Verquickung mit völlig antideutschen, völlig fremden Geistessystemen und Gedankengänge für alle Zeiten nun ausgeschaltet ist. Wir Nationalsozialisten haben unser eigenes Geschichtsbild. Wir sind unbändige idealistische Optimisten. Wir haben die Kraft, aus dem eigenen Fundament, aus den Tiefen unseres wieder freigelegten Volkstums die ewigen Werte unseres Geistesschaffens heraufzuholen und das stolze Gebäude eines neuen wissenschaftlichen Le - bens aufrichten zu können. Die Jugend wünscht von Ihnen Aufklärung über das Geschehen dieser Zeit, wünscht von Ihnen Klärung dessen, was wir erstreben. Die Klärung dieser großen Zeit des Nationalsozialismus kann nicht mit müden, im Schema vergangener Systeme vor sich gehender Zeitbetrachtungen gegeben werden. Wir verlangen, daß Sie der Jugend das Vorbild selbstsicherer Nationalsozialisten geben, daß Sie ihr den Halt bieten, auf daß durch den Kamp der Jugend der Sieg des Nationalsozialismus für den deutschen Geist ersteht. Die Studenten von heute sind Kämpfer, und sie wollen Professoren haben, die ihnen im Kampfe vorangehen und sich nicht in gegenseitigen theoretischen Antithesen vor der Front der kämvfenden Jugend streiten. Aus Ihrem gesamten Wirken soll die Gemeinschaft unserer Zeit und unserer Weltanschauung mehr her- : vorleuchten als der fachlich theoretische Unterschied vom Lehrmeinung und Aeußerungen.
Ergebnisloser Völkerbund.
Don unserem Dr.R-Korrespondenten.
(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Genf, Oktober 1936.
Das politische Ergebnis der 17. Völkerbundsver. ammlung besteht in einer Anzahl ft e cf e n gebliebener Initiativen. Das gilt im guten wie im schlechten Sinne, so daß sich zusammen- assend feststellen läßt, daß vieles Nützliche unterblieben, aber auch manches Schädliche verhindert worden ist. Man hatte in der politischen Welt auf dieses Herbsttreffen des Völkerbundes zwar keine Sensationen aber doch den Beginn einer neuen lebhafteren Tätigkeit auf den verschiedensten Gebieten erwartet. Die stärksten Erwartungen fnüp» en sich an die Liquidierung des abessi- tischen Konfliktes. Die Zeit schien reif zu euer großen Aussöhnung mit Italien, die schon im Sommer durch die Einstellung der Sanktionen und verschiedene andere Zugeständnisse, besonders von englischer Seite, vorbereitet waren. Den äußeren Anlaß zum Mißlingen dieser Normalisierung des Verhältnisses der dem Völkerbunde noch angehörenden Großmächte bildet die nach dreitägigen Kämpfen erfolgte Zulassung der Vertreter des Negus als gültig beglaubigte Delegierte.
Dieser Vorstoß des kämpferischen Antifaschismus hat gewiß viele Pläne und Hoffnungen für den Augenblick zerstört, wirkte sich aber doch nicht so aus, daß die Fernhaltung Italiens aus dem Völkerbund den Anfang zu einer Neuorientierung der Völkerbundspolitik im Sinne der von der Sowjetunion vertretenen Blockbildung bedeutet hätte. Das zeigte sich alsbald auf zwei Gebieten, die theare- tisch und praktisch nichts miteinander zu tun haben, aber von den Freunden einer internationalen Volksfront als Angriffspunkte ausersehen worden waren: in der Völkerbundsreform und in der Behandlung der spanischen Angelegenheit.
Um den letzten vorweg zu nehmen: die Kampagne, die die Madrider Regierung mit Unterstützung Moskaus von der Völkerbundstribüne ausführen wollte, beschränkte sich praktisch auf eine Rede des spanischen Außenministers, aus der unter dem Druck zahlreicher Versammlungsmitglieder jede diplomatische Schärfe hatte entfernt werden müssen, auf ein Frühstück der Genfer „demokratischen" Journalisten für Aloarez del Vayo und auf zwei Verlautbarungen, die die spanische Delegation der Presse übergeben muhte, weil der Völkerbund d i e Annahme verweigert hatte. Diese mehr als dürftige Bilanz der spanischen Aktion ist ein bemerkenswerter Beweis dafür, daß die meisten Völkerbundsmitglieder gegenüber der mit bemo» kratifchen Schlagworten arbeitenden roten Propaganda sehr mißtrauisch geworden sind und den Mut aufbringen, eine von dieser Seite aufgeworfene Fragestellung von vornherein abzulehnen, ehe sie von der formalistischen Genfer Maschinerie erfaßt und zu formal vielleicht einwandfreien, aber wirklichkeitsfremden und gefährlichen Lösungen geführt wird. Alle diese Länder, ob in Nordeuropa oder in Südamerika, lehnen es entschieden ab, das Dilemma sowjetfreundlicher Völkerbund oder internationale Anarchie als Realität gelten zu lassen. Dazu kommt, daß auch die Freunde der Sowjetunion, vor allem Frankreich und die Kleine Entente, trotz einer weitgehenden Gemeinsamkeit der Ziele das ungestüme demagogische und nach allen Seiten aggressive Vorgehen des sowjetrussischen Außenministers für unzweckmäßig halten. Das sich hartnäckig haltende Gerücht, daß Litwinow-Finkel- ftein selbst durch die Auswirkungen des Sinowjew- Prozesses in feiner persönlichen Stellung beeinträchtigt sei und deshalb durch erhöhte, ja geradezu nervöse Aktivität sich zu rehabilitieren suche, war zum mindesten charakteristisch für die Stimmung, mit der die verschiedenen Sowjet-Initiativen in Genf zu rechnen hatten.
In der Frage der Völkerbund sreform brauchten allerdings all diese Widerstände nicht einmal organisiert zu werden; es genügte eine passive Resistenz, die von der englischen Politik unter Verwendung unauffälliger Derfah- rensmöglichkeiten meisterhaft inszeniert worden war. Es stand von vornherein fest, daß diese Reformfrage, oder — wie sie offiziell heißt — die wirksamere Ausgestaltung und Anwendung der Paktgrundsätze in keiner Weise einer Entscheidung entgegengeführt werden sollte. Es konnte aber nicht ohne weiteres erwartet werden, daß diese rein akademisch-platonische Behandlung eines Problemes, auf das verschiedene Länder, darunter zwei Großmächte — Frankreich und Sowjetrußland — ganz konkrete Hoffnungen setzten, sich so leicht, einfach durch Verschiebung von einer Sitzung des Versammlungspräsidiums auf eine spätere, durchführen lassen wurde. Die Entscheidung fiel tatsächlich in dem Augenblick, als nach der allgemeinen Aussprache die Versammlung mit ihren großen Reformprogrammen nicht sofort das weitere Verfahren festsetzte, sondern die Bestimmung hierüber auf eine spätere Sitzung verschob, in der sich dann heraus- stellte, daß zu einer sachlichen Behandlung keine Zeit mehr fei. Die Frage wurde so geschickt und überlegen behandelt, daß die schließlich erfolgte Einsetzung eines Studienausschusses van Sowjetrußland und Frankreich als ein Erfolg empfunden werden konnte, der ganz in Vergessenheit geraten ließ, daß auch nicht einer der Programmpunkte der Außenminister Frankreichs, Sowjetrußlands und der Tschechoslowakei und allerdings auch nichts aus dem großen Reformprogramm Edens dem Ausschuß als Richtlinie mitgegeben worden ist.
Der Einbau der Regionalpakte fran- zösisch-russisch-tschechischer Prägung in den Völkerbund, d. h. ihre Gleichsetzung mit den Grundsätzen des internationalen Rechts überhaupt, sind fürs erste mißlungen. Es hat sich dabei die alte Erfahrung bestätigt, daß in Genf stets derjenige die größeren Aussichten hat, der einen Plan zum Scheitern bringen will, vorausgesetzt, daß die Gegenaktion rechtzeitig unternommen wird, noch ehe Entwürfe vorliegen, deren Ablehnung als gefährlicher Präzedenzfall gedeutet werden könnte. Während somit für die Paktreform nur mit äußerster Vorsicht eine neue Beratungsmaschinerie in Gang gesetzt wurde, hat man es umgekehrt gleichfalls zur Abdrehung von Sowjetplänen, die die A b r ü st u n g s f r a g e zum Ansatzpunkt einer europäischen Neuordnung im Moskauer Sinne zu machen suchte, für richtig gehalten, einen seit Jahren völlig eingerosteten Konferenzapparat wieder in Bewegung zu setzen. Irgendein Optimismus ist in dieser Hinsicht nicht mehr möglich, es kann sich nur noch um Nuancen des Pessimismus handeln, mit dem man diesen neuen Versuch eines Meinungsaustausches über Fragen, die längst in allen Einzelheiten und Verästelungen mündlich und schriftlich erörtert worden sind, gegenübersteht.
Etwas günstiger stellt sich die Lage auf dem
Der Marxismus in Danzig.
Nach der Machtübernahme verzog sich der Marxismus aus dem Reichsgebiet über die Grenzen. Er blieb aber zumeist in den deutsch-sprachigen Gebieten, um von hier aus in das Reich zurückwirken zu können. Gingen die einen in die sudetendeutschen Länder, so ließen sich die anderen im Saargebiet und im Freistaat Danzig nieder. Wir kennen das Wirken der Marxisten von diesen Außenposten her zur Genüge, sodaß es sich erübrigt, noch besonders darauf einzugehen. Ziel aller in der Emigration vereinigten Marxisten war und ist es geblieben: das Ausland gegen Deutschland aufzuhetzen, Unfrieden und Unruhe zu stiften, sei es durch das Wort, die Schrift oder die Tat, und dem deutschen Volke das Leben so schwer wie möglich zu machen. Die a n d i e Saar hinübergewechselten Emigranten haben inzwischen erneut ihre Koffer packen müssen, weil sie die böse Erfahrung machen mußten, daß die Saarländer, obwohl damals noch unter Fremdherrschaft, garnicht daran dachten, andere Wege als ihre Bruder und Schwestern im Reich zu gehen. Und auch Danzig, eine andere Stätte der marxistischen Emigration, ist durch und durch nationalsozialistisch. Alles, was im gegnerischen politischen Lager steht, gehört eben zu den wurzellosen Marxisten oder ist so wenig deutsch, daß man sich über diese Opposition nicht weiter zu wundern braucht.
Daß man bei den Marxisten ernstlich gewillt ist, nun mit Macht das zu erreichen, was ihnen bisher versagt blieb, Danzig z u einem europäischen Brandherd nach spanischem Vorbild zu machen, haben die dieser Tage gemachten W'affenfunde bewiesen. Wer Waffen bei sich zu Hause verbirgt, hat keine friedlichen Absichten. Danzigs Marxisten aber scheinen von Barrikadenkämpfen zu träumen, die ihnen allerdings die Danziger nicht liefern werden, weil sie gar nicht daran denken, aus dem Freistaat einen Tummelplatz roter Friedensstörer machen zu lassen. Man hat den Marxisten die Waffen rechtzeitig abgenommen, man wird nun aber auch dafür zu sorgen haben, daß die durch rasches Zupacken gebannte Gefahr nicht noch einmal heraufbeschworen wird. Die Gefahr ist jedoch sofort wieder da, wenn es den Marxisten auf Danziger Baden weiterhin gestattet wird, Bürgerkriegsvorbereitungen zu treffen. Wenn sie das wollen, bann mögen sie dorthin gehen, wo man marxistenfreundlich ist, vielleicht nach der Sowjetunion. Deutschland und (Europa aber haben genug an den roten Umtrieben und an dem brennenden Spanien. Darum kann es auch angesichts der
ange.
Waffenfunde bei den Danziger Marxisten, „ fichts der von Marxisten in Brand gesteckten Städte und von Marxisten niedergemetzelten Männer und Frauen in Spanien nur die eine Forderung geben: Restlose Beseitigung d e s Marxismus in Danzig, der hier ohnehin längst jedes Heimatrecht verloren hat, nachdem ihm van der Bevölkerung die kalte Schulter gezeigt wurde. Gbt.
Danziger Sozimdemokraien Hand in Hand mit der verbotenen KW.
Danzig, 12. Oft. (DNB.) Im Zusammenhang mit den Enthüllungen über das illegale Treiben der Danziger Sozialdemskratischen Partei veröffentlicht der „Danziger Vorposten" ein Rundschreiben des kommunistischen Danziger Dolkstagsabge- ordneten P l e ni k o w s k i, der in e n gfte r Verbindung zum hiesigen sawjetrussi- schen Generalkonsulat steht. Aus diesem Rundschreiben an alle oppositionellen Danziger Abgeordneten geht einwandfrei hervor, daß auch in Danzig zwischen der KPD. und der SPD. bereits über die Schaffung einer „Volksfront" verhandelt worden ist. Das Schreiben ist um so bemerkenswerter, als die Kommunistische Partei in Danzig bereits seit drei Jahren verboten ist. Gleichzeitig veröffentlicht das Blatt einen Aufruf des kommunistischen Abgeordneten, in dem unter Hinweis auf andere Länder, wie Frankreich und Spanien, die Herstellung einer marxistischen Einheitsfront gefordert wird.
Der „Danziger Vorposten" bemerkt dazu folgendes: „Diese beiden Schriftstücke sprechen deutlich genug davon, daß die Volksfrontstimmung, die in Spanien und Frankreich marxistische Elemente an die politische Führung brachte, auch in den Hirnen der Danziger marxistischen Kreise herumspukt. Die Beziehungen der Danziger Marxisten zur Außenwelt und ihre internationalen Verbindungen recht- fertigen die Annahme, daß die Absichten der Danziger Staatssaboteure von außen her unter; stützt werden und ihre Pläne van außerhalb unserer Landesgrenzen gefördert werden. Wir geben der Danziger Öffentlichkeit diese Dokumente zur Kenntnis und erneuern unseren R u f an die Regierung, alles zu unternehmen, um den Danziger Staat zu schützen, der in Gefahr ist.".
Nationalsozialistische Wissenschaft.
Reichsminister Frank auf der Tübinger Tagung des Rechtshistoriker.


