Ausgabe 
13.6.1936
 
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550jährigen

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Die soziale Unruhe in Belgien

wachsende Stimmung gegen die Sanktionen

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1831 Darüber hinaus wirkt Odol L83 vorbeugend ge­

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Bei Hitze und Ermattung, auf Reisen, bei Sport und Spiel schenkt Odol ls3 jenes einzig­artige Gefühl der Erfrischung und Belebung.

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Heidelberg, 12. Juni. (DNB.) Die Uni­versität Heidelberg begeht bekanntlich in den letzten Tagen dieses Monats das Fest ihres

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Das Heidelberger Universitätsjubiläum

Eine repräsentative Kestfolge.

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Das Berliner Baugrubenunglück vor Gericht.

In der weiteren Verhandlung im Prozeß um das Berliner Baugrubenunglück wurde wieder eine Reibe von Handwerkerzeugen vernommen, die in der Unglücksgrube arbeitete. Der Maurer- und Betonpolier Max Klatt bekundete, daß die Stra­ßenbahnen in schärfstem Tempo über die Baustelle hinweggefahren seien und mehrfach Arbeiter da­durch gefährdet hätten. Die Schwankungen seien so stark gewesen, daß er mehrfach befürchtet habe, die sich entgegenkommenden Straßenbahnen würden

berg, Vermächtnis und Aufgabe" im Kurpfälzischen Museum durch Oberbürgermeister Dr. N e i n h a u s eröffnet. Am Sonntagabend emp­fängt die Reichsregierung die ausländischen Gäste auf dem Schloß. Es sind dabei Ansprachen von Mitgliedern des Reichskabinetts vorgesehen.

Am folgenden Montag ist ein F e st a k t in der S t a d t h a l l e der Begrüßung der Teilnehmer ge­widmet. Rach den Ansprachen der Mitglieder der Reichsregierung, der Reichsleitung der NSDAP., des Oberbürgermeisters der Stadt Heidelberg, des Führers der Heidelbeger Studenten usw. werden zahlreiche ausländische Teilnehmer die Grüße und Wünsche der Universitäten und Hochschulen des Auslandes übermitteln. Ein zweiter Festakt am Dienstagoormittag trägt wissenschaftlichen Cha­rakter. Professor der Philosophie Dr. h. c. Krieck- Heidelberg spricht überDie Objektivität der Wissen­schaft als Problem", Professor der Medizin Dr. Stein- Heidelberg überArztturn und Volk" und Staatsminister Dr. Wacker überGeschichte, Be­deutung und Aufgabe der Universität Heidelberg". In diesem Festakt wird auch in feierlicher Form zahlreichen Männern der Wissenschaft und des Gei­steslebens anderer Völker die Würde eines Ehren­doktors der Universität Heidelberg verliehen werden. Es handelt sich dabei nicht um einen Akt der Höflichkeit, sondern um die Anerkennung und Würdigung der Leistung hervorragender Männer des Auslandes durch eine berufene deutsche Stelle. Ein Festabend in der Stadthalle und ein Sommer- fest im Schloß und im Park des Schlosses beenden den Dienstag. Die Heidelberger Studentenschaft ver­anstaltet am Montagabend ein Welttreffen ehemaliger Heidelberger Studenten, zu dem bereits 500 Anmeldungen aus der ganzen Welt vorliegen.

Bedrohliche Trockenheit in Amerika.

Die Trockenheit, die viele Staaten Amerikas heimsucht, nachdem die katastrophalen Folgen der Kältewelle noch kaum überwunden sind, hat bereits großen Schaden angerichtet. Man schätzt, daß die Verluste, vor allem für die Kartoffelernte, schon jetzt 100 Millionen Dollar übersteigen. Die Wasserknappheit ist in manchen Gegenden so stark geworden, daß nicht nur auf den Feldern das Getreide verdorrt, sondern schon Mangel an Trinkwasser für Mensch und Vieh besteht. Ganz besonders start betroffen sind die Südstaaten und Pennsyloanien. In ganz Neuyork wurden Bitt­gottesdienste für baldigen Regen abgehalten.

Schlüpfende Küken im Schaufenster.

Inmitten des Berliner Zeitungsoiertels gibt es feit einigen Tagen, wie man in reichshauptstädti­schen Blättern lesen kann, eine kleine Sensation: junge Hühner schlüpfen im Schaufenster eines Hühnerzüchters in aller Öffentlichkeit vor den Augen der zahlreich vorübergehenden Berliner. Das Schaufenster mit dem Brutapparat ist zu allen Tagesstunden von zahlreichen, andächtig zuschauen­den und staunenden Passanten belagert.

Streit um die Base Voltaires.

Die Kopenhagener Gerichte werden, wie wir in einer Berliner Leitung lesen, sich demnächst mit der Nase des berühmten französischen Schriftstellers Voltaire zu beschäftigen haben. Der Umstand, daß es sich lediglich um die Nase einer Vol­taire-Büste handelt, ändert nichts an der Wich­tigkeit der Sache, denn für die Nase werden nicht weniger als 30000 Kronen Schodener- s a tz gefordert. Ein französischer Baron hatte die berühmte Büste, die der französische Bildhauer Houdon von Voltaire angefertigt hatte, der Kopenhagener Vereinigung für französische Kunst

mers hat die Versicherungsgesellschaft bei Regelung des Schadens aufzulegen. Bei der Rückforderung des voraufgeleisteten Betrages sollen unbillige Här­ten vermieden und unter Umständen Ratenzah. jungen zugelassen werden. Auf Teilgebieten des Tarifes sind Ermäßigungen der Grund­prämie vorgesehen, desgleichen sollen die Prä­mien für die Kasko-Dollversicherung nicht mehr als 10 0 Mark Selbstbeteiligung und für die Kasko-Teilversicherung auf 10 v. H. herabgesetzt werden. Für die Versicherungen im Güterfernverkehr bleibt eine beson­dere Regelung vorbehalten. Der Reichsverkehrs­minister hat dieser Regelung zugestimmt.

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Der Hafenarbeiter st reik i n Antwer- p e n ist unterstützt worden durch die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale, deren Führer, der Transportarbeiter Udo F i m m e n, in Antwerpen eintras und bezeichnenderweise den Antwerpener Streik für eine Ergänzung der bolschewistischen Be- weaung hielt, die in Spanien und Frankreich so schone Erfolge erzielt hätte. Neben den belgischen Hafenarbeitern, sind die Kohlenarbeiter in der Gegend von Lüttich in den Streik getreten, und wenn es sich dabei auch zunächst um einenwil­den Streik" handelt, so ist es doch nicht zweifelhaft, daß sich die Zweite Internationale nachher den willkommenen Tatsachen beugt.

Die soziale Lage der belgischen Arbeiter ist nicht schlecht, auch nicht nach der Devalvation des belgi- jdjen Franken, die eine Untersuchungskommission des Parlaments im April auf das unmittelbare In­teresse einer großen Anzahl von Schuldnern, die Unsicherheit der Regierung und schließlich auf die Devisenspekulation zurückführte. Die Löhne sind im Verhältnis zur Abwertung gleichgerichtet worden, und an und für sich sorgen schon die großen Ar- beiter-Organisationen dafür, daß ihren Mitgliedern ihr Recht gewahrt wird. Die hochentwickelten Koope­rativ-Genossenschaften der Arbeiter sind heute Seele und zugleich Nährmutter der marxistischen Propa­ganda. Natürlich hat sich eine klerikale Gruppe aufgetan, die nach denselben Prinzipien arbeitet, aber die Marxisten haben das Heft in Händen. Ueberall gibt es ihre Genossenschaften, die von Grohbetriebsorganisationen gespeist werden, Fachvereine, Versicherungs-, Vergnügungseinrich­tungen. Schulen und propagandistische Organisatio­nen. Die staatliche Sozialpolitik Belgiens hat sich dem Charakter der Bevölkerung angepaßt, eine obligatorische Sozialversicherung wurde schon vor dem Kriege eingerichtet. In der kommunalen Sozialpolitik hat Belgien zuerst, noch vor Deutschland, die Arbeitslosenversiche-

sich berühren. Er, der Zeuge, habe dem Bauleiter N o t h kategorisch erklärt, daß die Straßenbahnen verlegt werden müßten. Noth habe darauf resigniert erwidert: Das habe ich schon oft versucht. Es ist mir aber nicht gelungen, das durchzusetzen.

Es kommt hierauf zu einer Auseinandersetzung zwischen der Staatsanwaltschaft und der Vertei­digung. Zeuge Klatt hatte im Laufe seiner Aus­sage auch erwähnt, daß er vor einigen Monaten von der Berlinischen Baugesellschaft über seine Be­obachtungen gehört worden sei. Ueber diese Unter­redung sei eine Niederschrift angefertigt worden. Der Staatsanwalt fragte nun die Verteidiger, ob sie bereit seien, diese Niederschrift zur Verfügung zu stellen, damit dem Zeugen Vorhaltungen gemacht werden können. Dabei bemerkte der Staatsanwalt, daß er einstweilen noch keinen Beschlagnahmeantrag stellen wolle. Die Verteidigung erwiderte, daß sie erst mit ihren Auftraggebern Rücksprache nehmen müsse. Der Staatsanwalt drohte darauf die Be­schlagnahme dieser Niederschrift an. Die Verteidi­gung bemerkte, daß es ein Novum wäre, wenn Hanoakten der Verteidigung beschlagnahmt würden, gab aber die betreffende Niederschrift heraus. In der Nachmittagssitzung stellte anhand der Nieder­schrift das Gericht durch die Verteidigung eine Reihe von Fragen an den Zeugen Klatt, die aber nichts Wesentliches ergaben.

Die Verhandlung wird fortgesetzt.

Hoffnung auf ein neues Locarno.

London, 12. Juni. (DNB.) Unter der lieber- schristHoffnung auf ein neues Locarno" veröffent­lichtTimes" den Bericht feines Berliner Korre- fponbenten über das Vorwort, das Botschafter von Ribbentrop für die Sammlung diplo­matischer Dokumente von den Vorverhand­lungen zum Locarnovertrag bis äu dem kürzlich von der brittschen Regierung an die deutsche Re­gierung übersandten Fragebogen geschrieben hat. Es heißt in dem Artikel, daß sich Deutschland über die Wiedererlangung der Souveränität in bezug auf den Rhein in keine Unterhaltungen einlassen werde. Die Tatsache der wiedererlangten Souve­ränität habe die Vorbedingungen für einen Geist und eine Atmosphäre der Versöhnung geschaffen, welche allein möglich fei unter gleichberechtigten Staaten. Es fei Deutschlands ernsthaftester Wunsch, mit den Nachbarländern einen ehrenhaften und dauerhaften Frieden zu schließen und em neues Locarno im Westen aufzubauen.

Kleine politische Nachrichten.

Generalleutnant Kesselring, bisher Chef des Luftwaffen-Verwaltungsarntes, wurde aum Chef des Luftkommandoamtes ernannt. An feiner Stelle wurde Oberst V o l k m a n n , bisher Höherer Flieger­kommandeur im Lustkreis III, mit der Wahrneh­mung der Geschäfte des Chefs des Luftwaffenver­waltungsamtes beauftragt. Generalmajor Wim­mer, bisher Chef des Technischen Amtes im Reichs- luftfahrtminifterium, wurde zum Höheren Flieger­kommandeur im Luftkreis III und an feiner Stelle Oberst Übet zum Chef des Technischen Amtes er­nannt.

Aus aller Welt.

Deutscher Glaserlag in Würzburg.

In den Tagen vom 22. bis 26. Juli findet in Würzburg der Deutsche Glasertag statt. An ihm nehmen alle, dem Reichsinnungsverband der Glaser angehörenden Gruppen teil. Die Tagung sieht am 22. Juli eine Beiratssitzung und am 23. Juli eine Obermeistertagung vor. Am 24. Juli tagen die Fachgruppen und Fachlehrer der Prü­fungsmeister und Sachverständigen des Glaserhand­werks und am 25. Juli sind Spezialtagungen der Vertrauensleute des Reichskartells im Glaserhand­werk der Glaserfachschaft in der DAF. vorgesehen. Neben der Tagung wird eine AusstellungDas Bild im Raum" einen Ueberblick über die Arbeiten des Glaserhanbwerks geben.

Olympia-Film-G. m. 6. H.

Der Reichsminister für Volksaufklärung und Pro­paganda, Dr. G o e b b e l s, hat der Olympia-Film­GmbH. unter der Leitung von Leni Riefen- st a h l die gesamten Verfilmungsrechte der Olym­pischen Spiele des Sommers 1936 in Berlin über­tragen. Die Olympia-Film-GmbH, wird in Ge­meinschaft mit den deutschen Wochenschauen arbei­ten. Anderweitige Aufnahmen von den Olympi­schen Spielen auf Normalfilm sind nicht zulässig.

Folgenschwerer Fahrstuhlabsturz in Neuyork.

Infolge Versagens der Bremsvorrichtungen stürzte ein überfüllter Fahrstuhl eines Neuyorker Wolkenkratzers in der 42. Straße in der Nähe des Broabway 14 Stockwerke tief ab. Er prallte auf bie im Keller befinblichen Stahlfebern auf, würbe wieder hochgeworfen unb babei völlig zertrümmert. 14 von bcn 20 Fahrgästen, zumeist Frauen, würben teil- weife schwer verletzt.

Mißgeschick der britischen Mount-Lverest- Expedilion.

Bei einem neuerlichen Versuch des Vortrupps der britischen Mount-Everest-Expedition, das Lager IV in 7300 Meter Höhe zu erreichen, sind die Bergsteiger beinahe von einer plötzlich herein­brechenden Lawine in die Tiefe gerissen worben, t Man nimmt an, daß die Expedition nach diesem neuen Fehlschlag den Rückzug antreten wird.

Jahre sind die Vorarbeiten im Gange, diesem als reichswichtig anerkannten Jubiläumsfest einen wär- bigen Rahmen zu geben. In den Festtagen werden sich Mitglieder der deutschen Reichsregierung, Der Reichsleitung der NSDAP., der Länderregie­rungen und viele hervorragende Wissenschaftler aus Deutschland und aus der ganzen Welt in Heidel­berg einfinden. Den einzelnen Veranstaltungen find durch die Größe der zur Verfügung stehenden Räume Grenzen gefetzt, doch werden außer 1500 Ehrengästen etwa 200 000 Besucher erwar­tet. 250 Presseberichterstatter, davon 180 Vertreter ausländischer Zeitungen, der Reichssender Stutt­gart und mehrere Filmwochenschauen werden über die Festtage berichten.

Die Fest folge beginnt mit der feierlichen Hissung der Flaggen aller an der Feier beteiligten Nationen auf dem Universitätsplatz am Samstag, 27. Juni, 20 Uhr. Es werden die Flaggen von etwa 30 Staaten, deren Universitäten unb Hochschulen Vertreter entsenben, erscheinen. Anschließend emp­fängt der Rektor der Universität, Professor Dr. Groh, die Gäste in der Aula der Neuen Univer- sität und geleitet sie dann durch ein Fackelspalier zur Neuenheimer Landstraße auf die rechte Neckar­seite zur Besichtigung der Schloßbeleuchtung. Am Sonntagvormittag wird nach einem Festgottes, dienst in der Peterskirche um 11.30 Uhr die Hel» bengebentfeier auf dem Ehrenfriedhof ab­gehalten. Die Ansprache hält bei dieser Feier Staatsminister Prof. Dr. S ch m i 111) e n n e r. Am Nachmittag des Sonntag wird die von der Stadt Heidelberg auf gebaute AusstellungHeidel-

zur Verfügung gestellt. Auf dem Rücktransport wurde unglücklicherweise die Nase abgeschlagen: der Baron verweigerte die Zurücknahme Der Büste und verlangte von der Vereinigung 30 000 Kronen Schadenersatz. Zwei dänische Kunstsachverständige und zwei der bekanntesten Kopenhagener Rechtsan- wälte traten in langen Gutachten und Plädoyers gegen die Nase, bzw. die 30 000 Kronen .. ... Gerichtsschranken. Da alle Vergleichsver­suche scheiterten, bleibt dem Gericht nunmehr nichts weiter übrig, als ein für allemal festzustellen, wie­viel Voltaires Nase heute noch Wert ist.

r u n g eingeführt, die nach dem sog. Genter-System arbeitet, dessen Wesen darin besteht, daß zu den Arbeitslosenunterstützungen der Berufsvereine ein bestimmter staatlicher Zuschuß gewährt wird. Sehr ausgebildet ist der Kleinwohnungskredit. Der belgische Arbeiter pflegt durchweg im eigenen Heim zu wohnen, wo er vor allem sehr intensiv Karnickelzucht treibt, aber auch die Geflügelzucht, vor allem bie Poularben, nicht vernachlässigt.

Die Streikbewegung in Antwerpen ist rein politisck aufgezogen. Es ist ein politischer Macht­kampf, aber Antwerpen wird daburch sicher­lich verlieren. Bis jetzt bestand ein erbitterter Kon­kurrenzkampf zwischen Antwerpen und Rotter­dam, aber da infolge des Antwerpener Streiks die Güter nicht verladen werden, sind die großen Schiffahrtsgesellschaften dazu übergegangen, Rotter­dam anzulaufen und dort ihre Waren einzuneh­men. Auch Bremen hat, wenn auch in geringerem Grade, daburch den Vorteil, daß z. B. Ausfuhr­güter der rheinisch-westfälischen Jndustriebezirke jetzt nicht Antwerpen benutzen.

Zunahme der Streikbewegung

Brüssel, 12. Juni. (DNB.) Die Streikbewe- gung hat namentlich i n b e n K o h le n b e zi r k e n zugenommen. In den Kohlenbecken von Lüttich, Herstal und Seraing liegen sämtliche Zechen ti II. Die Zechen des Hochlandes von Heroe haben ich der Streikbewegung noch nicht angeschlossen. In )er Herstaler Waffenindustrie haben Streikende eine Fabrik besetzt. Es zeigt sich immer mehr, daß die Marxisten sich von dieser Streikbewegung eine günstige Wirkung auf ihre Forderungen bei der Regierungsbildung versprechen. Van Zee- land hat Vertreter der Gewerkschaften empfangen, die ihm ihre Forderungen vortrugen. Sie verlangen insbesondere eine Lohnerhöhung und die Einführung der 40-Stundenwoche.

Sie Mttlmg der Shamberiain-Rede.

London, 13. Juni. (DNB. Funkspruch.) Auch in den heutigen Londoner Morgenblättern nimmt die durch bie Rebe des britischen Schatzkanzlers Neville Chamberlain erneut aufgeworfene Frage nach dem Schicksal der Sanktionen breitesten Raum ein. Schon die Ueberschristen weisen von den Blättern der Regierung und der Rechten nach der Opposition und der Linken hin immer deutlicher werdend auf ein Ende der Sanktionen hin.Times" meint allerdings, es fei fein Zweifel, daß der Rede Chamberlains eine Bedeutung bei­gemessen worden sei, die weit über Absicht und Er­wartung des Redners hinausginge. Chamberlain habe sich zugegebenermaßen ohne gründliche Vorbereitung oder vorherige Bespre­chung mit seinen Ministerkollegen ge­äußert. Niemand sei wahrscheinlich mehr überrascht gewesen über die Wichtigkeit, die man seinen Be­merkungen beigelegt habe, als er selbst. Trotzdem sei dadurch diesseits und jenseits der Grenzen ziem­liches Unheil hervorgerufen worden. Selbst in wohlgesinnten Kreisen hatte man dazu ge­neigt, Neville Chamberlain einen Ausfall gegen den Außenminister ober mindestens einen Mangel an Fühlung mit der Regierung zu unterstellen. Man fei einmütig der Ansicht, daß die Außenpolitik Gegenstand einer Unterhausdebatte sein müsse. Dazu werde sich am Montag Gelegenheit bieten, wenn der Außenminister zur Beantwortung einiger durch Chamberlains Rede aufgeworfener Fragen aufgefordert werden würde. So würde Sir Percy Harris anfragen, ob die Regierung im Abessinienkonflikt noch auf dem Standpunkt der Völkerbundssatzungen stehe, zu dem Eden sich am 6. Mai bekannt habe.

Unter der ÜberschriftUeberwältigende Unter­stützung für Chamberlains Rede" berichtetMor- ning Post": Wenn auch einige Minister den gegen­teiligen Standpunkt einnähmen, so überwögen doch die Kabinettsmitglieder, die Chamberlain unterstütz­ten, an Zahl und Aussehen. Das wären der Han­delsminister Run ci man, der Erste Lord der Admiralität Sir Samuel Hoare und vermutlich auch der Lordpräsident Ramsay Macdonald. Der Landwirtschaftsminister Walter Elliot und

Ormsby-Gore, der Kolonialminister, befän­den sich unter der Minorität unb würben jebenfalls zu Außenminister Eben im Sinne fortgesetzter, vielleicht verstärkter Sanktionen stehen. Der In­nenminister Sir John Simon werbe als un­sicherer Faktor betrachtet. Alle, die die Wahlbezirke von S ü d w a l e s besucht haben, würden jedenfalls das Ende der Sanktionen befürworten, weil bie Einstellung ber Kohlenausfuhr nach Italien auf Grunb ber Sanktionen in jenen Be­zirken große N o t hervorgerufen habe. Die so­zialistische und liberale Opposition bagegen bereite für ben Fall eines Wechsels in ber Politik den schärfsten Widerstand vor. Einige Konservative wie­sen darauf hin, daß eine Entscheidung schon lange fällig sei und das Gutes nur herauskommen könne, indem man die öffentliche Meinung darauf ein­stelle. Das fei schon notwendig, weil Großbritan­nien gezwungen fein würde, in Genf bie Ini­tiative z u ergreifen, um bie Aufhebung ber Sanktionen sicherzustellen.

Daily Telegraph" meint, daß Großbritannien auf der Bölkerbundsversammlung das Fallenlassen ber Sanktionen gegen Italien empfehlen mürbe. Aus ber Ueberzeugung, daß eine Verschärfung der bestehenden Sanktionen unpraktisch sein und nicht zur Wiederherstellung des Status quo in Abessinien führen würde. Die Entscheidung stehe aber noch aus, ob der britische Vertreter in Genf einen sol­chen Vorschlag machen solle. Führende Mitglieder des Kabinetts hielten das für Großbritanniens kor- refteften Weg. Auf jeden Fall wäre es notwendig, daß der britische Vertreter den Standpunkt seiner Regierung erkläre, weil der Sanktionsartikel der Völkerbundssatzungen dahin ausgelegt worden sei, daß jede Regierung verpflichtet wäre, für sich selbst zu entscheiden, ob eine Aktion notwendig werde. Viele Beweise deuten darauf hin, daß die Einheitsfront derVrofanthons- ftaaten" ab brodele. Die italienischen Waren fänden in vielen Ländern Absatz, die den Anspruch erheben, mit dem Völkerbund zusammenzuarbeiten, London sei von vielen Hauptstädten dahin unter- richtet worden, daß eine britische Initia­tive zur Klärung der Lage begrüßt werden mürbe; die kleinen Staaten wurden wider­willig die Initiative übernehmen. Die wetteren Fragen in dieser Richtung wurden in Pans und London erörtert werden, wohin ber Generalsekre­tär bes Völterbunbes abgereist sei.________________

Weiterbericht

des Reichswetterbiensles. Ausgabeort Frankfurt

Durch anhaltenben unb verbreiterten Luftdruck- anftieg auf bem Festland hat sich das atlantische und das osteuropäische Hochdruckgebiet vereinigt, so­daß sich in großer Verbreitung sommerliches Wetter eingestellt hat. Ein zur Zeit noch über England liegendes kleines Störungsgebiet wird keinen Ein­fluß auf unser Wetter gewinnen können. Später ist jedoch wieder mit Gewitterneigung zu rechnen.

Aussichten für Sonntag: Weiterhin sommerliches Wetter, doch aufkommende Gewitter­neigung.

Lufttemperaturen am 12. Juni: mittags 17,9 Grad Celsius, abends 13,2 Grad; am 13. Juni: morgens 11,5 Grad. Maximum 20,6 Grad, Minimum heute nacht 8,2 Grad. Erdtemperctturen in 10 cm Tiefe am 12. Juni: abends 18,6 Grad; am 13. Juni: mor­gens 13,4 Grad. Sonnenscheindauer 7,8 Stunden.

Hauptschristteiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: I >r Friedrich yRilhelm Pnnne 'nr

Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt ber Anzeigen: Theobor Kümmel. 4) 21. V. 36: 9/60 Drua uno lötriag. Brüht Iche Universitäts-Buch- und Stetndruckerei R Lange. K -G^ sämtlich in Gießen.

Monatsbezugsprets RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Ps. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. und Samstags 15 Vf« mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 8 vom 1. Juni 1935 gültig.