Amerika mit England zusammen für eine Stabil- Haltung der Währung des gefährdeten französischen Franken eintreten würde. Der Währungswirrwarr aber ist die eigentliche Ursache des Verfalls des Welthandels.
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Nach dem deutsch-französischen Abkommen über die finanzielle Abwicklung der Saar- Rückgliederung hat man sich auf eine Pauschalsumme von 900 Millionen französischen Franken für den Saargruben-Rückkauf und die Eisenbahnabgeltung geeinigt. Dieser Betrag sollte auf drei verschiedenen Wegen bezahlt werden. Es wurden 95 o. H. der im Saarland umlaufenden französischen und anderen außerdeutschen Zahlungsmitteln aufgerufen, in Reichsmark umgetauscht und an die Bank von Frankreich abgeliefert. Weiter wurde ein anderer Betrag durch Zahlungen der deutschen Regierung für Rechnung der französischen Regierung beglichen. Der Rest der Gesamtsumme ist durch freie Saarkohlen-Lieferun- a e n zu tätigen. Der Treuhänder für diese Abwicklung ist die Bank für Internationalen Zahlungs- ausaleich, die BIZ. Nach dem Jahresbericht der BIZ. ergab der Zahlungsmittelumtaüfch 288,8 Millionen französische Franken, wovon 95 v. Sy der französischen Regierung als Rückkaufgeld zur Verfügung gestellt wurden, die übrigen 5 v. Sy sind für den Anleihedienst dem BJZ.-Konto überwiesen worden. Durch den Anleihedienst waren am 31. März 1936 bereits 10,3 Millionen dieses Kontos in Anspruch genommen. Für freie Kohlenlieferungen usw. sind 93 Millionen französische Franken eingezahlt worden. Insgesamt belaufen sich die Zahlungen auf 367,4 Millionen, die verbleibenden 532,6 Millionen sollen durch Saarkohlenlieferungen beglichen werden. Das Abkommen sieht für die ersten fünf Jahre nach der Rückgliederung Jahreslieferungen von mindestens 2 Millionen Tonnen vor.
Kleine politische Rachrichten
Der schweizerische Nationalrat hat sich mit 96 gegen 72 Stimmen gegen die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Sowjetrußland entschieden. Für die Aufnahme stimmten die Sozialdemokraten und Kommunisten, ferner die unabhängige Gruppe Duttweiler, die Sozialpolitiker sowie einige Jung
bauern, Freisinnige und Vertreter der Burger- und Bauernpartei. Die katholisch-konservative Gruppe sowie der größte Teil der übrigen bürgerlichen Parteien stimmten dagegen.
Der schweizerische Ständerat hat die neue Wehrvorlage mit sämtlichen 35 Stimmen gutgeheißen. Damit ist die Vorlage über die Verstärkung der schweizerischen Landesverteidigung in Kraft getreten.
Der schwedische Reichstag hat die Neuordnung der Landesverteidigung im Sinne der Wehreingabe des Sonderausschusses mit knapper Mehrheit verabschiedet. Für die Verteidigungsvorlage der Regierung stimmten die sozialdemokratische Regierungspartei, die Radikalsozialisten und Kommunisten, für die Wehreingabe haben sämtliche bürgerlichen Parteien, die Rechts- und Volkspartei, sowie der Bauernbund und die nationale Gruppe ihre Stimme abgegeben.
Aus aller Welt.
Reichslagung der Laienkänzer.
Der Reichsbund für Gemeinschaftstanz, in dem alle deutschen Laientänzer zusammengeschlossen sind, hält vom 13. bis 20. Juni in Berlin sein erstes großes Treffen ab. Es kommen vierzig verschiedene Tanzgemeinschaften aus ollen deutschen Gauen. In Tanzspielen, Reigen und kleineren Tanzwerken werden sie Proben ihrer winterlichen Arbeit für die Freizeitgestaltung geben. Daneben findet die abschließende Probenarbeit großer tanzchorischer Spiele statt, deren Aufführung während der Olympischen Spiele im August vorgesehen ist.
Betrunkene Autofahrer verursachen ein schweres Verkehrsunglück.
In Köln ereignete sich auf dem Niederländer Ufer ein Verkehrsunglück, dem drei Menschenleben zum Opfer fielen. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen stieß gegen den Rand des Bürgersteiges und überschlug sich. Die Insassen des Wagens, zwei Männer und zwei Mädchen, wurden schwer verletzt und mußten dem Krankenhaus zu- aeführt werden. Dort sind der Führer des Wagens, sein Begleiter und eines der Mädchen bald darauf
gestorben. Das zweite Mädchen liegt mit einem Schädelbruch und inneren Verletzungen sehr schwer darnieder. Wie die Ermittlungeni der Pol'M ergaben, waren die beiden männlichen Insassen oe Wagens betrunken.
„Queen Marys“ Rückfahrt.
Der große englische Ozeandampfer „Qu®en Mary / der jetzt von seiner Jungfernreise nach Aeuyork m Southampton eintraf, ist auch auf der Rückreise wieder durch Nebel aufgehalten worden. Das Schiss brauchte für die Strecke Neuyork—Cherbourg vier Tage 16 Stunden, hat also auch auf der Ruckreise den Rekord der „Normandie" von vier Tagen drei Stunden nicht schlagen können.
Japanische Industrie überschwemmt England mit billigen britischen Flaggen.
Die britischen Flaggenfabrikanten haben beim Handelsministerium Protest eingelegt gegen die Ueberschwemmuna Englands mit en g li s chen Flaggen und Dorninion-Fahnen durch die ja pü-- nische Industrie. Wie man hort, sind die Japaner jetzt' schon damit beschäftigt, ungeheure Mengen von spottbilligen Flaggen für ine Kro- nungsfeierlichkeiten im Mai nächsten „Jahres her- zustellen. Außerdem sollen britische Händler große Mengen von kleinen Plaketten mit dem Bild König Eduards VIII. in Osaka bestellt haben.
Abenleuerfahrt eines englischen Fischdampfers.
Der mit einer fünfköpfigen Besatzung auf dem Südatlantik Herumirrende englische Fischdampfer Girl Pat", der im April von Grimsby aus in See gegangen ist, wurde jetzt bei der Teufelsinsel gesichtet. Die „Girl Pat" hatte seinerzeit entgegen dem ihr erteilten Auftrag, dem Fischfang in der Nordsee nachzugehen, mit der fünfkopflgen Besatzung sich nach Süden aufgemacht. Sie hatte dann bei den Erlöser-Inseln zwischen Madeira und den Kanarischen Inseln nach untergegangenen Schätzen aus dem 17. Jahrhundert gesucht und war dann in unbekannter Richtung weitergefahren. Jetzt ist die „Girl Pat" von dem Dampfer „Lorraine Croß" gesichtet worden. Sie hatte Notsignale gehißt. Als der Kapitän der „Lorraine Croß" jedoch bemerkte, daß der Name des Schiffes übermalt war und nähere Einzelheiten über die Herkunft und die Bestimmung des Schiffes verlangte, verschwanden die Notsignale wieder. Die „Girl Pat" entfernte
sich in südwestlicher Richtung, ehe der Kapitän der „Lorraine Croß" ein Boot aussetzen konnte. Das englische Außenamt hat sämtliche in Frage kommenden Konsulate angewiesen, eine sofortige Festlegung des Schiffes zu veranlassen, wenn es in irgendeinem Hafen einlaufen sollte.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.
Die Wetterlage befindet sich in einer Umgestal- tung. Der hier über Nordosteuropa liegende Druck breitet sich in südlicher Richtung hin aus und drängt die atlantische Wirbeltätigkeit weiter vom Festland ab. Zur Zeit herrscht eine sehr ausgeglichene Luft- druckverteilung, so daß keine neuen kühlen Luftmassen nach Deutschland hin verfrachtet werden. Bei teilweise aufheiterndem Wetter macht sich daher die Erwärmung durch Soneneinstrahlung stärker bemerkbar. Die Witterung neigt gleichzeitig zur Ausbildung örtlicher Gewitterstörungen.
Aussichten für Samstag: Teilweise aufheiterndes Wetter und tagsüber etwas wärmer, aber noch Neigung zu örtlichen Niederschlägen, schwache Winde.
Aussichten für Sonntag: Zunehmende Wetterbesserung, Erwärmung.
Lufttemperaturen am 11. Juni: mittags 18,1 Grad Celsius, abends 13,6 Grad; am 12. Juni: morgens 12,4 Grad. Maximum 18,1 Grad, Minimum heute nacht 10,7 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Juni: abends 15,9 Grad; am 12. Juni: morgens 13,9 Grad. — Niederschläge 2,7 mm. — Sonnenscheindauer 0,4 Stunden.'
Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Friedrich Wilhelm Prmoe hir Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich ür den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D 21. V. 36: 9/60 Drua uno vertag: Bruyi >cye Universttäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G^
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