Ausgabe 
12.6.1936
 
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Amerika mit England zusammen für eine Stabil- Haltung der Währung des gefährdeten französischen Franken eintreten würde. Der Währungswirrwarr aber ist die eigentliche Ursache des Verfalls des Welt­handels.

Nach dem deutsch-französischen Abkommen über die finanzielle Abwicklung der Saar- Rückgliederung hat man sich auf eine Pau­schalsumme von 900 Millionen französischen Fran­ken für den Saargruben-Rückkauf und die Eisen­bahnabgeltung geeinigt. Dieser Betrag sollte auf drei verschiedenen Wegen bezahlt werden. Es wur­den 95 o. H. der im Saarland umlaufenden fran­zösischen und anderen außerdeutschen Zahlungs­mitteln aufgerufen, in Reichsmark umgetauscht und an die Bank von Frankreich abgeliefert. Weiter wurde ein anderer Betrag durch Zahlungen der deutschen Regierung für Rechnung der französischen Regierung beglichen. Der Rest der Gesamtsumme ist durch freie Saarkohlen-Lieferun- a e n zu tätigen. Der Treuhänder für diese Abwick­lung ist die Bank für Internationalen Zahlungs- ausaleich, die BIZ. Nach dem Jahresbericht der BIZ. ergab der Zahlungsmittelumtaüfch 288,8 Mil­lionen französische Franken, wovon 95 v. Sy der französischen Regierung als Rückkaufgeld zur Ver­fügung gestellt wurden, die übrigen 5 v. Sy sind für den Anleihedienst dem BJZ.-Konto überwiesen worden. Durch den Anleihedienst waren am 31. März 1936 bereits 10,3 Millionen dieses Kontos in Anspruch genommen. Für freie Kohlenlieferun­gen usw. sind 93 Millionen französische Franken eingezahlt worden. Insgesamt belaufen sich die Zahlungen auf 367,4 Millionen, die verbleibenden 532,6 Millionen sollen durch Saarkohlenlieferungen beglichen werden. Das Abkommen sieht für die ersten fünf Jahre nach der Rückgliederung Jahres­lieferungen von mindestens 2 Millionen Tonnen vor.

Kleine politische Rachrichten

Der schweizerische Nationalrat hat sich mit 96 gegen 72 Stimmen gegen die Wie­deraufnahme der diplomatischen Beziehungen mit Sowjetrußland entschieden. Für die Auf­nahme stimmten die Sozialdemokraten und Kom­munisten, ferner die unabhängige Gruppe Dutt­weiler, die Sozialpolitiker sowie einige Jung­

bauern, Freisinnige und Vertreter der Burger- und Bauernpartei. Die katholisch-konservative Gruppe sowie der größte Teil der übrigen bürgerlichen Parteien stimmten dagegen.

Der schweizerische Ständerat hat die neue Wehrvorlage mit sämtlichen 35 Stimmen gutgeheißen. Damit ist die Vorlage über die Ver­stärkung der schweizerischen Landesverteidigung in Kraft getreten.

Der schwedische Reichstag hat die Neu­ordnung der Landesverteidigung im Sinne der Wehreingabe des Sonderausschusses mit knap­per Mehrheit verabschiedet. Für die Verteidigungs­vorlage der Regierung stimmten die sozialdemokra­tische Regierungspartei, die Radikalsozialisten und Kommunisten, für die Wehreingabe haben sämt­liche bürgerlichen Parteien, die Rechts- und Volks­partei, sowie der Bauernbund und die nationale Gruppe ihre Stimme abgegeben.

Aus aller Welt.

Reichslagung der Laienkänzer.

Der Reichsbund für Gemeinschafts­tanz, in dem alle deutschen Laientänzer zu­sammengeschlossen sind, hält vom 13. bis 20. Juni in Berlin sein erstes großes Treffen ab. Es kom­men vierzig verschiedene Tanzgemeinschaften aus ollen deutschen Gauen. In Tanzspielen, Reigen und kleineren Tanzwerken werden sie Proben ihrer win­terlichen Arbeit für die Freizeitgestaltung geben. Daneben findet die abschließende Probenarbeit gro­ßer tanzchorischer Spiele statt, deren Aufführung während der Olympischen Spiele im August vorge­sehen ist.

Betrunkene Autofahrer verursachen ein schweres Verkehrsunglück.

In Köln ereignete sich auf dem Niederländer Ufer ein Verkehrsunglück, dem drei Menschen­leben zum Opfer fielen. Ein mit vier Personen besetzter Kraftwagen stieß gegen den Rand des Bür­gersteiges und überschlug sich. Die Insassen des Wagens, zwei Männer und zwei Mädchen, wurden schwer verletzt und mußten dem Krankenhaus zu- aeführt werden. Dort sind der Führer des Wagens, sein Begleiter und eines der Mädchen bald darauf

gestorben. Das zweite Mädchen liegt mit einem Schädelbruch und inneren Verletzungen sehr schwer darnieder. Wie die Ermittlungeni der Pol'M er­gaben, waren die beiden männlichen Insassen oe Wagens betrunken.

Queen Marys Rückfahrt.

Der große englische OzeandampferQu®en Mary / der jetzt von seiner Jungfernreise nach Aeuyork m Southampton eintraf, ist auch auf der Rückreise wie­der durch Nebel aufgehalten worden. Das Schiss brauchte für die Strecke NeuyorkCherbourg vier Tage 16 Stunden, hat also auch auf der Ruckreise den Rekord derNormandie" von vier Tagen drei Stunden nicht schlagen können.

Japanische Industrie überschwemmt England mit billigen britischen Flaggen.

Die britischen Flaggenfabrikanten haben beim Handelsministerium Protest eingelegt gegen die Ueberschwemmuna Englands mit en g li s chen Flaggen und Dorninion-Fahnen durch die ja-- nische Industrie. Wie man hort, sind die Japaner jetzt' schon damit beschäftigt, ungeheure Mengen von spottbilligen Flaggen für ine Kro- nungsfeierlichkeiten im Mai nächstenJahres her- zustellen. Außerdem sollen britische Händler große Mengen von kleinen Plaketten mit dem Bild König Eduards VIII. in Osaka bestellt haben.

Abenleuerfahrt eines englischen Fischdampfers.

Der mit einer fünfköpfigen Besatzung auf dem Südatlantik Herumirrende englische Fischdampfer Girl Pat", der im April von Grimsby aus in See gegangen ist, wurde jetzt bei der Teufelsinsel gesichtet. DieGirl Pat" hatte seinerzeit entgegen dem ihr erteilten Auftrag, dem Fischfang in der Nordsee nachzugehen, mit der fünfkopflgen Be­satzung sich nach Süden aufgemacht. Sie hatte dann bei den Erlöser-Inseln zwischen Madeira und den Kanarischen Inseln nach untergegangenen Schätzen aus dem 17. Jahrhundert gesucht und war dann in unbekannter Richtung weitergefahren. Jetzt ist die Girl Pat" von dem DampferLorraine Croß" gesichtet worden. Sie hatte Notsignale gehißt. Als der Kapitän derLorraine Croß" jedoch be­merkte, daß der Name des Schiffes übermalt war und nähere Einzelheiten über die Herkunft und die Bestimmung des Schiffes verlangte, verschwanden die Notsignale wieder. DieGirl Pat" entfernte

sich in südwestlicher Richtung, ehe der Kapitän der Lorraine Croß" ein Boot aussetzen konnte. Das englische Außenamt hat sämtliche in Frage kom­menden Konsulate angewiesen, eine sofortige Fest­legung des Schiffes zu veranlassen, wenn es in irgendeinem Hafen einlaufen sollte.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Die Wetterlage befindet sich in einer Umgestal- tung. Der hier über Nordosteuropa liegende Druck breitet sich in südlicher Richtung hin aus und drängt die atlantische Wirbeltätigkeit weiter vom Festland ab. Zur Zeit herrscht eine sehr ausgeglichene Luft- druckverteilung, so daß keine neuen kühlen Luft­massen nach Deutschland hin verfrachtet werden. Bei teilweise aufheiterndem Wetter macht sich daher die Erwärmung durch Soneneinstrahlung stärker be­merkbar. Die Witterung neigt gleichzeitig zur Aus­bildung örtlicher Gewitterstörungen.

Aussichten für Samstag: Teilweise auf­heiterndes Wetter und tagsüber etwas wärmer, aber noch Neigung zu örtlichen Niederschlägen, schwache Winde.

Aussichten für Sonntag: Zunehmende Wetterbesserung, Erwärmung.

Lufttemperaturen am 11. Juni: mittags 18,1 Grad Celsius, abends 13,6 Grad; am 12. Juni: morgens 12,4 Grad. Maximum 18,1 Grad, Minimum heute nacht 10,7 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 11. Juni: abends 15,9 Grad; am 12. Juni: mor­gens 13,9 Grad. Niederschläge 2,7 mm. Son­nenscheindauer 0,4 Stunden.'

Hauptschriftletter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik und für die Bilder: Dr Friedrich Wilhelm Prmoe hir Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil i. V.: H. L. Neuner. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich ür den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D 21. V. 36: 9/60 Drua uno vertag: Bruyi >cye Universttäts-Buch-und Steindruckerei R. Lange, K.-G^

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