Ausgabe 
12.2.1936
 
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Der plan eines Wehrministeriums

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11. Febr. (DNB.) Die französische I bende" Kammer, die nur noch durch Sauerstoff i zu einer Aussprache über die R a t i - künstlich am Leben erhalten werde, kaltblütig das

Paris,

Kammer trat zu einer Aussprache über die R a t i

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3- bis 4-Milliardenanleihe verhandele.

Außenminister Fl and in widersetzte sich Vertagungsantrag. Die Vorbehalte wegen Schulden würden wirksam bleiben. Bei dem

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doch Schwierigkeiten bei der Einbringung der mili- sekretären blugebracht werden. Baldwin^ d ...... Wege. D° zwei der,w.ch- « jebod) hebetf* n wm für b« . iu B«be

sich Be-

Ore Kiottenkonferenz

Die Tonnagebegrenzung der kleinen Schisfsklassen.

Abkommen prüfen könne, da drei Viertel der Ab­geordneten nur an ihre Wiederwahl dächten. Frank­reich könne morgen einer neuen und gefähr­lichen Spannung in seinen Beziehungen zu Deutschland gegenüberstehen.

Taittinger fragt imAmi du Peuble", wie könne man vernünftigerweise annehmen, daß die Sowjet­russen für Frankreich einen treuen und sicheren Ver­bündeten darstellen könnten, wenn sie gleichzeitig in Paris selb st Frankreichs hart­näckige Feinde seien. Das Militärbündnis mit Sowjetrußland sei ein verbrecherischer Irrtum, denn die Rote Armee sei nach den Be-

tärrschen Voranschläge im 5ö- - .

tigsten militärischen Minister, Lord M o n s e l l und Lord Swinton, im Oberhaus säßen, müßten die Voranschläge für die Flotte, und die Luftstreitkräfte im Unterhaus von den betreffenden Unter st aats-

neuen Begrenzungsvertrages sollen fünf bis sechs Jahre in Aussicht genommen worden sein.

° ° r'antwortl ich-M in ist er eingesetzt werden könnten. Marineminister Lord Monsell fei bereit, seinen Posten noch einige Monate beizubehalten, wenn es von Baldwin so gewünscht werde.

Paris, 12. Febr. (DNB. Funkspr.) Die Aus­sprache über den französisch-sowjetrussischen Vertrag wird von Gegnern der Ratifizierung am' Hinblick auf die künftigen franzö deutschen Beziehungen erörtert. 3our' hält es für ausgeschlossen, daß diester-

werde. Laval habe noch während seiner Amts­zeit eine seltsame Abneigung gegen den Pakt plan entwickelt und jeden Vorwand für den Aufschub seiner Ratifizierung ergriffen. Wahr- scheinlich habe er seinehalbe Hoffnung" auf eine Verständigung mit Deutschland niemals ganz auf­gegeben. Die stärksten Anhänger Lavals seien auf der französischen Rechten zu finden, wo man den Gedanken eines Paktes mit einem Lande verab­scheue, das seine kommuni st ische Tätigkeit in Frankreich nicht unterdrücken wolle und auch nicht an eine gerechte Regelung seiner hohen Schuldverpflichtungen aus der Vorkriegszeit denke. Aber auch die franzö­sische Hoffnung, daß zum mindesten Polen dem Pakt beitreten würde, sei nicht in Erfüllung gegangen, der Pakt werde daher wahrscheinlich ein Vertrag zwischen Räteruhland und Frankreich allein bleiben. Obwohl er wenig Begeisterung in Frankreich heroorgerufen habe, sei jetzt an seiner Ratifizierung nicht mehr zu zweifeln. Der Pakt bedeute eine weitere Versiche­rungspolice für die beiden vertragschließenden Par­teien. In Berlin erkläre man, daß der Pakt ausdrücklich gegen Deutschland gerichtet sei. Die Antwort darauf laute, er richte sich indessen nur gegen einen Angreifer und verpflichte jeden der Unterzeichner, dem anderen im Falle eines Angriffes zu Hilfe zu kommen. Der Pakt sei weder eine Ausdehnung der Locarno-Verpflichtun­gen noch entbinde er die Völkerbundsmitglieder ihrer Pflicht nach Artikel 16. Sollte dieser jedoch sich als wirkungslos erweisen, dann könnte der Staat, der sich für angegriffen halte, zum minde­sten eines Verbündeten sicher sein.

Oesterreich und die Kleine Entente

Oie Prager Initiative zu einer Annäherung im Oonauraum.

richten militärischer Berichterstatter und Sachver­ständiger in Wirklichkeit nicht schlag­kräftig. Außerdem werde Deutschland, das sich militärisch eingekreist fühle, sein Mißtrauen gegen Frankreich wenden.

DasEcho de Paris" erwartet von der Erklä­rung, die Flandin und Sarraut, wenn nicht gar Paul Boncour, in der Kammer über dieskanda­löse Einmischung" der Sowjetrussen in die inner­französischen Angelegenheiten abgeben würden, nichts Befriedigendes. Die Regierung sei i m Schlepptau der Volksfront. Sie sei da­her außerstande, Frankreichs Belange, Frankreichs Rechte und Frankreichs Ehre zu verteidigen.

London, 11. Febr. (DNB.) Der technische terausschuß der Flottenkonferenz hat die Tonnage­begrenzung der Schlachtschiffe vorläufig aufgescho­ben, da hier große Meinungsverschiedenheiten be« stehen. Der Ausschuß hat jedoch eine vorläufige Einigung über die Begrenzung der anderen Schiffstypen erzielt. Die Abmachungen stützen sich auf die Vorschläge des englischen Marinemini­sters Lord Monsell. Sie umfassen: Begrenzung der Kreuzertonnage auf 8000 Tonnen mit 6,1-Zoll-Geschützen, der Flugzeugträger auf 22 000 Tonnen mit 6,1-Zoll-Geschützen, der Un­terseeboote auf 2000 Tonnen mit 5,1-Zoll- Geschützen, der Z e r ft ö r e r auf 1850 Tonnen mit 5,1-Zoll-Geschützen bzw. Verschmelzung der Kreu­zer- und Zerstörertypen mit einer oberen Grenze von 7500 bis 8000 Tonnen. Als Laufdauer eines

liegenden Abkommen handele es sich aber um einen rein politischen Vertrag.

Abgeordneter Ferdinand Laurent erinnerte daran, daß der Berichterstatter den Pakt gewisser­maßen in den Rahmen des Völkerbun­des gestellt habe, den er als umfassenden Verband bezeichnete, obwohl weder die Vereinigten Staa­ten, noch Deutschland, noch Japan, noch Brasilien in ihm vertreten seien. Lenin habe den Völker­bund seinerzeit als Verband von Räu­bern und von Bedrückern bezeichnet und Stalin ihn ein Stelldichein der imperialistischen Re­gierungen genannt, das nur neue Kriege oorberei- ten könne. Litwinow habe sich unlängst sehr ab­fällig über den Völkerbund geäußert. Der fran­zösisch-sowjetrussische Vertrag sei von militärischen, finanziellen und moralischen Gesichtspunkten aus zu beurteilen. In militärischer Hinsicht sei aus dem Wortlaut des Vertrages nicht genau ersichtlich, i n welchem Umfange Frankreich ver­pflichtet fei. Im Falle eines Krieges würde sich die sowjetrussische Unterstützung sehr langsam auswirken, während die französischen Truppen s o - fort an die Grenze geschickt werden müßten. Der militärische Wert der Roten Armee sei ferner sehr zweifelhaft. Ein Pakt des gegenseitigen Beistandes könne im übrigen nicht mit einem Lande abge­schlossen werden, das seine Schuldenoerpflichtungen nicht einhalte. Die französischen Sparer hätten vielleicht noch einige Hoffnung, Genugtuung zu erhalten, da H e r r i o t, der große Förderer der französisch-sowjetrussischen Annäherung, gleich­mütig Vorsitzender des Verbandes der durch die Sowjetunion geschädigten Franzosen sei. (Allgemeines Gelächter.) Der Redner sprach ferner von den in Frankreich beschlagnahmten russischen Kapitalien und erwähnte, daß Leon Blum Rechtsberater des Treuhänders sei. Er erwarte also, daß Herriot und Leon Blum sich einigen würden, um den geschädigten Franzosen Genugtuung zu verschaffen. Die Sowjetbotschaft habe die Stirn gehabt, die französischen Abgeord­neten zur Feier des Jahrestages der Sowjetrevolution einzuladen. Wenn man der Einladung gefolgt wäre, hätte man gleichzeitig den Verrat des Bundesgenossen gutge­heißen, der Frankreich viele Tote gekostet habe. Ein Vertrag mit der russischen Politik könne abgeschlos­sen werden, aber nie mit der Dritten Internatio­nale und mit den Sowjets.

Starke Abneigung der Rechten gegen den Pakt.

Das Echo in London.

London, 12. Febr. (DNB. Funkspruch.)

Daily Telegraph" schreibt, daß das Ergeb­nis der französischen Kammeraussprache die Rich- der französischen Außenpolitik bestimmen

i 3 i e r u n g des französisch-sowjetrus- ischen Paktes vom 2. Mai 1935 zusammen. Der rechtsgerichtete Abgeordnete und ehemalige Finanzminister de Lafteyrie beantragte, die Aussprache solange zu vertagen, bis die Sowjet­regierung die alten russischen Schulden anerkannt habe. Gleichzeitig brachte er einen Gesetzentwurf ein, nach dem die französische Regie­rung der Sowjetregierung keinerlei Kredite gewähren dürfe, solange die französischen Besitzer russischer Schuldenpapiere nicht entschädigt seien. Der Gesamtbetrag der russischen Schulden belaufe ich auf 25 Millionen Goldfranken. Der größte Teil ei nicht für imperialistische Ziele, sondern für die

Frankreichs Pakt mit Moskau.

Oie ungelöste Gchuldenfrage. Keine Garantie gegen kommunistische Propaganda Trotzdem die Ratifizierung durch die Kammer wahrscheinlich.

England will dieReichsverteidigung zusammensaffen

Kehrt (Air Samuel Hoare in das Kabinett Baldwin zurück?

wirtschaftliche Entwicklung Rußlands verwandt worden und sei ganz Rußland zugute gekommen. De Lafteyrie bezeichnete es als un- innig, einer ausländischen Regierung ein Darlehen zu gewähren, wo man mit England über

Paris, 12. Febr. (DNB. Funkspr.) Die in Prag zwischen dem österreichischen Kanzler und dcm tschechoslowakischen Ministerprä­sidenten begonnenen Besprechungen, die in Paris durch die Fühlungnahme Flandins mit den Herr­schern und politischen Vertretern des größten Tei­les der interessierten Länder des Balkans fortge­setzt wurden, sollen weiter fortgeführt werden. Die tschechoslowakisch-österreichischen Wirtschaftsbe­sprechungen sollen noch vor dem 24. Februar beendet werden, damit auf der Wirtschafts- konferenz der kleinen Entente in Prag die tschechoslowakischen Minister mit ihren südlawischen und rumänischen Kollegen die Mög­lichkeiten einer Ausdehnung dieser wirtschaftlichen Zujammenarbeit auf alle Donauländer prüfen können. Ministerpräsident Hodza soll sich am 21. Februar nach Belgrad begeben wollen, um dort diese Fragen durchzusprechen. In Südsla- roien soll man jedoch noch stark zurückhal­tend sein. Hodza wird sich auch nach B u k a - r e st begeben. Bei seiner Pariser Besprechung mit dem rumänischen Außenminister Titulescu soll eine vollkommene Einigung über alle schwebenden Fragen erzielt worden sein. Ende des Monats wird der tschechoslowakische Ministerpräsident dem österreichischen Kanzler seinen Gegenbesuch in Wien abstatten, um ihm über das Ergebnis seiner Besprechungen Mitteilung zu machen.

Der Erfolg einer Organisierung Mitteleuropas und des Balkans fetzt nach Meinung französischer Kreise eine wirtschaftliche Zusammen­arbeit und eine politische Entspannung voraus. Als Endziel müsse man an den A b s ch l u ß gegenseitiger Beistandsoerträge den­ken. Für die wirtschaftliche Zusammenarbeit fasse man für den Anfang die Form von zweiseiti- ten Abkommen ins Auge. Ein derartiges System würde die Gleichheit in der Behand­lung aller beteiligten Staaten zur Voraussetzung haben. Man habe mit Oe st erreich begonnen, aber die Abmachungen würden auch Ungarn

London, 11. Febr. (DNB.) Das von Konter­admiral Sir Murray S u e t e r in einem Gesetz­entwurf vorgeschlagene Wehrministerium soll aus einem Kabinettsmitglied und aus drei Staats­sekretären für Admiralität, Kriegsministerium und Luftfahrtminifterium bestehen. Diese drei Staats­sekretäre sollen dem Kabinettsmitglied, das gleich­zeitig Präsident eines Reichsvertei­digungsrates sein würde, unmittelbar ver­antwortlich sein. Die Regierung soll besondere Voll­machten für die Bildung des Verteidigungsrates unter der Führung des Wehrministers erhalten. Gleichzeitig ist die E n t s e n d u n g v o n Ver­tretern der Dominions in diesen Verteidi­gungsrat vorgesehen. Der Wehrminister werde der Regierung für die richtige Behandlung aller mit der Verteidigung des Landes zusammenhängenden strategischen und taktischen Fragen verantwortlich sein. Auch die Rekrutierung solle zum Auf­gabenbereich des Wehrministeriums gehören. Die Beschaffung von Kriegsmaterial und Die staatliche Förderung der Derkehrsluftfahrtunternehmungen sollen zu den Aufgaben des neuen Ministeriums gehören.

Eine Reihe von Abgeordneten hat sich bereit er­klärt, den Gesetzentwurf des Admirals zu unter­stützen, doch sind die Aussichten auf eine Annahme dieses Gesetzes nur gering, weil d i e Regierung die Ansichten über die Notwendigkeit der Schaffung eines Wehrminifteriums nicht teilt. Konterad­miral Sueter gehört im Unterhaus zu der imperia-

London, 11. Febr. (DNB.) Der von feinem Er­holungsaufenthalt in der Schweiz nach London zu- rückgekehrte frühere Außenminister Sir Sa­muel Hoare hatte am Dienstagvormittag eine Unterredung mit Ministerpräsident Baldwin. Manchester Guardian" meldet, daß die Regierung Sir Samuel Hoare zum Mini st er für die Zusammenfassung der Verteidigung (nicht zu verwechseln mit dem Posten eines Wehr­ministers) ernennen wolle, um ihn auf diese Weise wieder zum Mitglied des Kabinetts zu machen. Da die Regierung den Anschein vermeiden wolle, als ob er über sämtliche drei Wehrministerien zu ver­fügen habe, würde er in das Kabinett als M i - nifter ohne Geschäftsbereich eintreten und im Unterhaus alle Fragen zu beantworten haben, die sich auf die Verteidigung bezögen, eine Aufgabe, die bisher der Premierminister als Vor­sitzender des Ausschusses für Reichsverteidigung ge­habt t)abe. Sir Samuel Hoare werde weiter Vor­sitzender eines ständigen Verteidigungsaus­schusses werden, der aus den Ministern und Chefs der Wehrämter bestehen würde. Dieser Aus­schuß würde im Falle eines Krieges den Ober­st e n Kriegsrat abgeben.

Der der Regierung nahestehendeDaily Tele­graph" meldet jedoch, daß eine unmittelbare Aus­sicht auf eine Kabinettsumbildung oder die Schaf­fung eines neuen Regierungspostens für Hoare nicht bestehe. Der gestrige Besuch Sir Samuel Hoares bei Ministerpräsident Baldwin fei rein persönlicher Natur yewesen und habe keine andere Bedeutung. Allerdings hege man in gut unterrichteten Kreisen nicht den geringsten Zweifel, daß Hoare eines Tages wieder in die Regierung aufgenommen werde, jedoch erst, wenn seine Ge­sundheit wieder voll hergestellt sei. Die konserva­tiveMorning Post" berichtet, daß Ministerpräsi­dent Baldwin es aus vielen Gründen vorziehe, die geplanten Postenwechsel im Kabinett erft im. Herbst vorzunehmen. Dieser Absicht stünden je-

Antrag auf Todesstrafe im Königsnwrdvrozeß von Aix.

Paris, 12. Febr. (DNB.) Im Königsmordpro­zeß in Aix stellte der G e n e r a l st a a t s a n w a l t in seiner Anklagerede fest, daß König Alexander von Jugoslawien durch die Ustaschi zum Tode ver­urteilt worden sei, und nicht nur der König, son­dern alle Staatsmänner, die Freunde Jugoslawiens gewesen seien. Der Vertreter der Anklage fuhr fort: Die Angeklagten haben protestiert, sie wollen nicht als Verbrecher betrachtet werden. Sie sagen, sie seien Helden und kroatische Patrioten. Aber für uns sind sie Verbrecher nach dem allgemein gültigen Recht und nichts anderes. Ihre Beweggründe gel­ten nicht. Es gibt kein politisches V er - brechen, und die menschliche Gesellschaft wäre in Gefahr, wenn man derartige Entschuldigungen zuließe. Wer tötet, ift Mörder und muß als solcher bestraft werden. Diese drei Männer sind Mittäter des Mörders Ka­le m e n. Sie haben an der Vorbereitung des Ver­brechens mitgeholfen. Sie waren sogar bereit, den Platz des Mörders einzunehmen, wenn der Anschlag mißglückt wäre. Folglich müssen sie so bestraft werden, als wenn sie fei bst die T a t vollbracht hätten. Ich beantrage daher d i e Todes st rase gegen alle drei 21 n g e = klagten. Es sind Berussv er breche r, jede Nachsicht wäre eine Beleidigung der Idee der Ge­rechtigkeit, eine Beleidigung gegenüber der Natio­naltrauer Jugoslawiens und Frankreichs und eine Mißachtung der Auffassung aller ehrenwerten Men­schen."

n ift if cf) e Partei, als die Verhaftung Francos bekannt wurde, ein Manifest herausgab, in dem sie zum Generalstreik auf forderte, um die Befreiung Francos zu erzwingen,den man ge­fangen halte, weil er von den Kriegsteilnehmern und vom Volke zum Präsidenten ausgerufen wer­den sollte, der dem Volke Land, Geld und Freiheit geben würde".

Die kommunistische Gefahr hat sich jetzt also auch in Paraguay unverhüllt gezeigt. Daß sogar im Kriege bewährte Offiziere in die Netze des Bolsche­wismus verstrickt werden konnten, hat doch allge­meine Ueberraschung ausgelöst. Die Regierung aber hat, wie gesagt, mit eiserner Strenge durchgegrif­fen. Major Gonzalez, dem dokumentarisch nach­gewiesen werden konnte, daß er dazu ausersehen war, den Staatspräsidenten Dr. Ayala und General Estigarribia zu ermorden, wurde aus der Heeres- rangliste gestrichen und sofort verbannt. Oberst Franco und Major I r a l a befinden sich noch in Haft. Erst die Untersuchung über die Zusam­menhänge wird volles Licht in die Angelegenheit bringen.

Die Stellung der Regierung hat sich durch das energische Zugreifen ohne Frage gefestigt. Die Li­berale Partei erließ einen Ausruf, in dem sie den Präsidenten Dr. Ayala ihrer Unterstützung und Sympathie versichert. In der Hauptstadt und in den anderen Landesteilen, die ja allerdings kaum in Mitleidenschaft gezogen worden waren, herrscht wieder vollkommen Ruhe. Ob sie von Dauer sein wird, steht natürlich noch dahin, doch ist es anzu­nehmen. Denn es ist wahrscheinlich, daß die Kom­munisten auch jetzt wieder die Taktik anwenden, die sie schon wiederholt in Südamerika angewandt haben: sich eine Zeitlang völlig ruhig zu verhalten, nachdem sie das Feuer einmal zum raschen Auf- slammen gebracht haben. Daß aber dieses Feuer weiter unter der Asche schwelt und dauernd von Moskau genährt wird, darüber ist man sich in ganz Südamerika jetzt nicht mehr im Zweifel!

und Bulgarien offen stehen. Die Beteili­gung Bulgariens werde nach den bisherigen Be­sprechungen leicht zu erreichen sein.

Tschechische Hmiergedanken.

Paris, 12. Febr. (DNB. Funkspr.) Minister- Präsident Hodza hat demJournal" erklärt, daß es nach seiner Auffassung nach dem Erwachen der dynamischen Kräfte Deutschlands für dieHü­ter von Gesetz und Ordnung" in Europa keine Ruhe mehr gebe. Man habe nach dem Kriege zunächst geglaubt, die Dinge laufen lassen zu kön­nen. Infolgedessen sei derR e v a n ch e g e d a n k e" rasch emporgestieqen. Er glaube zwar nicht an eine unmittelbare Gefahr. Aber das Fehlen einer un­mittelbaren Bedrohung sei nicht auf eine wahrhaft friedliche Gesinnung zurückzuführen, sondern sei ge­wissermaßen das Ergebnis einer Tar­nung,infolge der Klugheit der deutschen Mili­tärs, die den Boden sorgfältig vorbereiten wollten." Nicht die Forderungen und Ziele seien aufgegeben worden, es handele sich vielmehr um eine kluge Verbindung zwischen Diplomatie und Macht. Man müsse daher der Gefahr zuvorkommen.

Ministerpräsident Hodza ging dann auf seine mitteleuropäischen Pläne ein. Er glaube, daß ein wirtschaftlicher und politischer Zusammen­schluß der Kleinen Entente und Oester- r e i ch s möglich sei, dem später auch Ungarn bei­treten könne. Dieser Zusammenschluß sei gegen niemanden gerichtet, vor allem nicht gegen Italien. Er habe bereits Mussolini dahingehend unterrichten lassen. Mr die Tscheche), slowakei sei der Völkerbund die Grundlage jeglicher zwischenstaatlicher Zusammenarbeit. Mitteleuropa müsse sich jedoch auf einen weiteren Bei­stand stützen können. Diese Pfeiler seien neben Italien England, Frankreich und SowjetrußlanL.

Neben der Zusammenfassung der Staatengruppen von Mitteleuropa müsse ein ausgedehnteres Abkom­menfür den Sonderfall eines deut-

OerOeviseuprozeß gegen dieBreslauer Grauen Schwestern.

Berlin, 11. Febr. (DNB.) In dem Devisen­prozeß gegen die Grauen Schwestern aus Breslau erhielten die Generalsekretärin Anna K o s ch i g 3 Jahre 6 Monate Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und 56 500 Mark Geldstrafe; die Prokuratorin Olga Steuer 1 Jahr 6 Monate Gefängnis und 11000 Mark Geldstrafe sowie die Generalvikarin Augusta Liedtke 1 Jahr 3 Monate Gefängnis und 10 000 Mark Geldstrafe. Direktor Schneider der Hilfs­gemeinschaft für katholische Wohlfahrts- und Kul­turpflege wurde freigesprochen. Zugunsten des Rei­ches wurden 80 000 Gulden Obligationen einge­zogen. Auch in diesem Prozeß spielte der illegale Rückkauf von Auslandobligationen eine entschei­dende Rolle. Die Generalsekretärin Koschig setzte sich mit den Auslandfilialen des Ordens in Ver­bindung und sorgte dafür, daß die dem Mutterhaus geschuldeten Beträge, die normalerweise als De­visen nach Deutschland bineingeflossen wären, auf ein Sonderkonto einer Amsterdamer Bank einge­zahlt wurden, wo sie dem Rückkauf der Obliga­tionen dienten.

Das Urteil im Devisenprozeß gegen die Canisius-Gchwestern.

Berlin, 11. Febr. (DNB.) In dem Devisen­prozeß gegen die Schwestern des Canisius-Ordens aus Konstanz und Mainz erhielten die Konstanzer Oberin Maria Breitner 3Vr Jahre Zucht­haus und 4 Jahre Ehrverlust, ihre finanzielle Be­raterin, Franziska Schutzbier, 3 Jahre Zucht­haus und 3 Jahre Ehrverlust, während Ordens­schwester Christine Rupprecht mit 2 Wochen Gefängnis davonkam, die als durch die Unter­suchungshaft verbüßt gelten. Als Leiterin der Main­zer Filiale wurde die nicht erschienene Oberin He­lene Deutsch zu 2 Jahren und 2 Wochen Zucht­haus und 3 Jahren Ehrverlust und ihre Finanzbera­terin, Elisabeth Gut zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Ferner erkannte das Sondergericht gegen den 58jährigen Pilgerführer Josef Romer auf 1 Jahr 9 Monate Zuchthaus und 3 Jahre Ehrverlust, gegen feine Nichte Barbara Müller auf 7 Monate Gefängnis, sowie gegen den Balthasar Strobel auf IVe Jahre Zuchthaus und 2 Jahre Ehrverlust. Es wurden Werterfatz- und Geldstrafen von 100 bis 20 000 RM. verhängt und die Mithaftung des Ordens ausgesprochen, lieber die Konstanzer Fi­liale sind unter Verletzung der Devisenbestimmungen und zum Teil auch unter Mißbrauch der Ordens­kleidung von Konstanz und Mainz aus erhebliche Beträge nach dem ausländischen Mutterhaus des Canisiusordens in Freiburg (Schweiz) geflossen. Die verurteilten Mitangeklagten der Ordensschwestern unterhielten bei dem Schweizer Mutterhaus Gut­haben, die sie entgegen den Bestimmungen des Volksverratsgesetzes den deutschen Devisenstellen nickst angemeldet haben.

listischen Churchill-Amery-Gruppe, die eine B e trauung Churchills mit HeinPosten des zu schaffenden Wehrministeriums befürwortet. In einem Briefe an denDaily Telegraph setzt auch Großadmiral Sir Roger K e y e s für Oie trauung Churchills mit diesem Posten ein.