Ausgabe 
12.1.1936
 
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bewußt, daß im Saargebiet manches n a ch z u h o - len und mancher Schaden auszugleichen war.

Saarbrücken blieb Sitz einer Reichsbahndirektion, die einen erheblich vergrößerten Geschäftsbereich erhalten wird. Ein neuer Flughafen ist bei Ensheim im Bau; in der Stadt selbst ersteht mit Hilfe des Reiches ein neues Theater, einen neuen Reichssender besitzt es seit einigen Wo­chen, und mit großen Mitteln wird ein neuer Schlacht- und 'Viehhof geschaffen. Für die allgemeine Verwaltung ist die Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes vorbereitet. So er­lebt Saarbrücken an bedeutungsvoller Stelle des Westens gelegen einen neuen Auf­schwung als wichtiger Mittelpunkt des staat­lichen, wirtschaftlichen und geistigen Lebens, und es wird an der großen Aufbauarbeit des Dritten Reiches auch in Zukunft in immer steigendem Maße teilhaben.

Die künftige Arbeit der HI. HiMmann-Lauterbacher auf der ersten Führertagung.

Mülheim, 13. Jan. (DRV.) Im Monat Ja­nuar finden im ganzen Reich Führertagun- aen in allen Gebieten der HI. statt. Die erste dieser Tagungen veranstaltete das Gebiet Ruhr-Nie­derrhein in der Stadthalle von Mülheim. Nach einem chorischen FeierspielWir tragen die Fahne" sprach der Stellvertreter des Reichsjugendführers, Stabsführer Hartmann-Lauterbacher. So wie die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei im Leben des deutschen Volkes die maßgebende Rolle spiele, so müsse die Hitlerjugend in der ge­samten deutschen Jugend der Hort der natio- nalsozialistischen Idee sein. Die Führung der nationalsozialistischen Jugend werde auch die Führung über die gesamte deutsche Jugend erhalten. Zur technischen Durchführung teilte der Stabsführer mit, daß in den kommenden drei Jahren die 10-, 11-, 12- und 13jährigen, vor allem aber d i e 10 - und 11jährigen im Jungvolk und in der Jungmädel-Organisation in möglichst großem Um­fange erfaßt werden sollten. Diejenigen, die sich im Jungvolk und in der Jungmädel-Organisation vier Jahre bewährt hätten, würden mit 14 Jahren in die Hitlerjugend bzw. den BDM. aus­genommen. Die andern Jungen und Mädel würden dann in die von HJ.-Führern geführte Staats- fügend kommen, so daß also in Zukunft jeder junge Deutsche seinem Volk dienen werde. Zur Lö­sung dieser großen Aufgabe würden drei Jahre als Mindestzeit notwendig sein. Die beiden bedeutsamen Tage für die Arbeit der Hitlerjugend würden zu­künftig der Geburtstag des Führers am 20. April und der 9. November sein. So wie der 9. November der Tag der Ueberführung der jun­gen Nationalsozialisten in die Partei sei, so werde der 20. April der Tag der Ueberführung der 14 Jahre alt gewordenen Pimpfe und Jungmädel in die HI. bzw. den BDM. sein, und ebenso werde dieser Tag der alleinige Annahmetag für die 10jährigen Jungen und Mädel in das Jungvolk und die Jungmädel- Organisation sein.

Geburtstagsständchen für General Göring.

B e r l i n, 12. Jan. (DNB.) Der 43.Geburts- t a g des preuß. Ministerpräsidenten und Oberbefehls­habers der Luftwaffe, General der Flieger G ö - ring, hatte am Sonntagvormittag Hunderte nach dem Leipziger Platz gelockt. Im Garten vor dem Haufe hatten die Musikkorps der Wach­truppe und des Regiments General Göring, eine Kapelle der Luftwaffe und je ein Musikkorps der SA. -Gruppe Berlin-Brandenburg, der Feldjäger und des Arbeitsdienstes nebeneinander Aufstellung genommen. General Göring erschien vor seinem Hause, um von hier aus das Ständchen entgegen- zunehrnen. Auf der Terrasse des Hauses erfreute ihn seine kleine Nichte Roswita mit einem Geburtstagsgedicht und überreichte ihm einen Blu­menstrauß. Während des Konzerts erschien der Kommandeur des Regiments Göring, Oberstleutnant Jakobi, mit seinen Offizieren, um dem General die Glückwünsche seines Regiments auszusprechen.

Ueberraschend tauchte plötzlich ein kleines Berliner Mädel auf, das dem Ministerpräsi­denten gratulierte und ihm ein Blumenge­binde überreichte, weil es, wie es sagte, mit General Göring zusammen Geburtstag habe". Es konnte daraufhin nun auch seinerseits im Hause des Ministerpräsidenten ein Geburtstagsgeschenk in Empfang nehmen. Nach Vorträgen von Lieblings­märschen des Generals bildete der Badenweiler Marsch den Abschluß des Geburtstagsständchens, für das der Ministerpräsident mit dem Ausdruck der Freude über diese Ehrung mit herzlichen Wor­ten dankte.

Der Führer und Reichskanzler hat an Ministerpräsident General Göring zu seinem Ge­burtstage folgendes Telegramm gesandt:Mein lieber Göring! Nehmen Sie zu Ihrem heutigen Geburtstag meine herzlich st en Glück­wünsche entgegen. In alter Freundschaft Ihr Adolf Hitler."

Besuch Or. Schachts bei Or. Ley.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Reichsbankpräsident Dr. Schacht stattete dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter der NSDAP. Dr. Ley, einen einstündigen Besuch in dessen Ber­liner Dienststelle ab. Dr. Schacht nahm dabei Ge­legenheit, seiner Zuversicht über eine auch im Jahre 1936 bemtzinsame ersprießliche Arbeit zum Ausdruck zu bringen. Im Anschluß an die Unterhaltung mit Dr. Ley besichtigte Minister Dr. Schacht noch die Räume des Stabsamtes und der Adjutantur des Reichsleiters.

Aenderung der Richtlinien über die Mitgliedschaft zur DAI.

Berlin, 12. Jan. (DNB.) Der Reichsleiter der DAF., Pg. Dr. Ley, hat eine Anordnung erlassen, wonach Mitglied der Deutschen Arbeitsfront im Deutschen Reich nur der werden kann, der R e i ch s - bürger im Sinne des Reichsbürger­gesetzes vom 15. September 1935 und der Durch­führungsbestimmungen zu diesem Gesetz vom 14. No­vember 1935 ist. Der Punkt 2a/2 derRichtlinien über die Mitgliedschaft der Deutschen Arbeitsfront", der als Aufnahmebedingung rein arische Ab­stammung vorsieht, wird außer Kraft ge­setzt.

Im Dienst der deutsch-englischen Verständigung.

Englische Gaste zur Tagung der Deutsch-Englischen Gesellschast in Berlin.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Die Deutsch- Englische Geselschaft, die sich, wie ihre Brudergesellschaft, die Anglo German Fellowship, die Vertiefung des deutsch-englischen Verständnisses auf dem Gebiete des wirtschaftlichen und kulturel­len Lebens zum Ziele gesetzt hat, hielt ihre erste Mitgliederversammlung ab. Ein Abendessen im Aeroklub von Deutschland vereinte die Gesellschaft und ihre Gäste wenige Stunden später erneut. Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, ehrte hierbei die Gesellschaft und ihre Bestrebungen durch seine Anwesenheit. Unter den englischen Gästen be­merkte man u. a. Lord Mount Temple, den Präsidenten der Anglo German Fellowship, den englischen Botschafter in Berlin Sir Eric P h i p p s, den Reichsstatthalter in Bayern, Ritter von Epp, Botschafter von Ribbentrop, den deutschen Gesandten in Stockholm, Prinz zu Wied, Staatssekretär Dr. Meißner, Gauleiter Bohle, Reichssportführer von Tschammer und Osten, den Auslandspressechef der NSDAP., Dr. H a n f st e n g l, Reichskriegsopferführer Ober­lindober, Bürgermeister Krogmann, Mi­nisterialdirektor Dieck off vom Auswärtigen Amt, Herzog Ernst August von Braun­schweig u. a. m.

Oer Herzog von Koburg

wandte sich an die englischen Gäste:Ich versichere Ihnen, daß alles, was wir Ihnen in diesen Tagen sagen und zeigen, der Tiefe des Gefühls entspricht, das das deutsche Volk, und zwar aus Ueberzeugung, dem Werte eines deutsch-englischen Verstehens ent­gegenbringt. Die Deutsch-Englische Gesellschaft und die Anglo-German Fellowship erstreben nichts ande­res, als die Freundschaft zwischen unseren Ländern zu fördern und für beide nützlich zu pflegen. Sie, meine englischen Freunde, haben den berechtigten Stolz, zu den Untertanen Seiner Majestät des Königs von Großbritannien, Souverän eines Weltreiches, zu gehören. Wir, meine Kameraden, sind stolz dar­auf, die Gefolgschaft unseres Führers und Reichs­kanzlers zu bilden. Auf dieser uneingeschränkt gegen­seitigen Achtung bauen wir die zukünftige Freund­schaft unserer Länder auf." Der Redner erhob fein Glas im Gedenken der Staatsoberhäupter

beider Nationen, des Führers und Reichskanzlers und des Königs von England.

Lord Mount Temple

erwiderte u. a.:Die freundschaftlichen Gefühle des englischen Volkes gegenüber seinen deutschen Vet­tern sind stärker, als Sie es sich vorstellen. Und unsere öffentliche Meinung ist überzeugt, daß eine endgültige und klare Verständigung zwischen unseren beiden Völkern Zu­standekommen muß, die dem Frieden und dem Bestände der Welt dienen soll. Wir können viel vollenden, wenn wir willens sind, uns darum zu bemühen. Die öffentliche Meinung Englands ist eine lebendige Kraft im englischen Leben und keine Regierung kann es sich leisten, sie zu ignorieren. Kürzlich haben wir ein

Beispiel hierfür in England erlebt. Die öffentliche Meinung Englands unterstütz! die gemeinsamen Ziele der Deutsch-Englischen Gesellschaft und der Anglo-German Fellowship, und es liegt mir dar, an. Sie alle, die Sie heute abend hier anwesend sind, darauf hinzuweisen, wie notwendig es ist, die englische öffentliche Meinung auf unserer Seite zu haben." Der Redner gab der Bewunde­rung Ausdruck, mit der das englische Volk die er­folgreichen und kühnen Anstrengungen verfolge, die das deutsche Volk zur Niederschlagung des Bolschewismus unternehme.Ihre Kraft und Entschlossenheit haben Europa von einer wirklichen Gefahr befreit, einer Gefahr, die im Augenblick behoben scheint, aber jederzeit wieder ausbrechen kann."

Harmonischer Avskiang.

Besichtigung des Reichssportfeldes und zum Eintopfgericht als Gast beim Botschafter von Ribbentrop.

Einer Einladung des Reichssportführers von Tschammer und Osten folgend besichtigten die Mitglieder der Anglo-German-Fellowship das Reichssportfeld. Exzellenz L e w a l d erklärte den Gästen anhand eines Modells die Anlagen. Dann wurde ein Rundgang angetreten, der einen ausgezeichneten Einblick in die Größe des sport­lichen Kampfgeländes vermittelte. Die englischen Gäste verliehen in beredten Worten ihrer hohen Anerkennung Ausdruck.

Nach der Besichtigungfahrt folgten die englischen Gäste und der Vorstand der deutsch-englischen Ge­sellschaft einer Einladung des Botschafters von Ribbentrop in sein Haus. Hier lernten die englischen Gäste auch den Eintopf-Sonn- t a g kennen. Gern ließen sich die englischen Gäste auch über diese soziale Tat unseres Führers unter­richten. Botschafter von Ribbentrop hieß die Gäste herzlich willkommen. Lord Mount Temple betonte unter Würdigung der traditio­nellen Pflegestätte der deutsch-englischen Beziehun­gen, an der er spreche, die Wichtigkeit, daß wie er

und seine Freunde von der Anglo-German-Fellow­ship auch ganz England dem Dienst und Streben des neuen Deutschland Verständnis ent- gegenbringe und daß die Anglo-German-Fellow­ship nach ihrem besten Können in dieser Richtung wirken werde. Dann blieben die englischen Gäste noch bis zum Nachmittag in regem Gedankenaus­tausch mit ihren deutschen Freunden vereint. Im­mer wieder äußerten sie ihre hohe Befriedi­gung und ihre Anerkennung für die Werke des deutschen Wiederaufbaues, die sie bei ihrem Berliner Besuch zu sehen Gelegenheit hatten. Sie schieden aus dem Hause des Botschafters und von ihren deutschen Freunden in der sicheren Ueberzeugung, daß ihre Reise nach Berlin zur er­sten Versammlung ihrer deutschen Brudergesell­schaft als ein beachtlicher Erfolg ge­meinsamer Arbeit zu bewerten sei, einer Ar­beit, die auf beiden Seiten dazu beitragen soll, die blutsverwandten Völker einer glücklichen Zukunft entgegenzuführen.

Das nationalsozialistische Führerkorps desGauesHessen-Nassau tagt inFranksurt

Gauleiter Sprenger gibt grundsätzliche Richtlinien für das Lahr 1936.

Der Nationalsozialistische Gau­di e n st Hessen-Nassau teilt mit:

Wie in der Presse bereits angekündigt stand der 12. Januar 1936 im Zeichen der Paroleaus­gabe für die Bewegung im Gau Hes­sen-Nassau durch den Gauleiter. Nur wer selbst Zeuge dieser Kundgebung war, kann annähernd die Stärke der nationalsozialistischen Bewegung er­messen, die trotz der Aufgabenteilung ihrer einzel­nen Gliederungen ein unzerbrechliches und geschlossenes Ganze bildet. Alle Organisa­tionen der Partei waren vertreten; es erübrigt sich deshalb dieselben aufzuzählen. Nur das soll gesagt werden, daß die Bewegung gegenüber der Kampf­zeit nicht nur nichts an Schwungkraft verloren hat, sondern heute stärker denn je dasteht.

Die grundlegenden Ausführungen des Gau­leiters begannen mit den Aufgaben eines politischen Offiziers der NSDAP.: allgegenwärtig lebendig und bereit fein als erste Forderung an einen nationalsozialistischen Führer, der niemals zum Bürokrat werden darf. In bei­nahe dreistündiger Rede umriß dann unser Gaü- leiter all die Probleme, die in der Vergangenheit gelöst worden sind, uns für die Gegenwart gestellt werden und für die Zukunft gelöst werden müssen. Nichts gab es auf dem Gebiet politischen wirtschaft­lichen und kulturellen Lebens, was er nicht einer

eingehenden Beleuchtung unterzog, um feinen Mit­streitern und Mitkämpfern, wie es im Gau Hessen- Nassau immer üblich war, die Linien zu zeigen, nach denen sich alle zu richten haben. Richt­schnur allen Handelns ist uns der Führer. Das Programm der Bewegung, Adolf Hitlers WerkMein Kampf" und feine Reden find die selbstverständlichen Grundlagen, auf Grund deren die Führerschaft zu arbeiten hat. Die aus­schließliche politische Führung, die die Bewegung hat und sich nicht nehmen läßt, verpflichtet zu ernsthafter, ununterbrochener S e l d st k r i t i k. In jedem in Führerstellung befindlichen Parteigenos­sen muß das Wollen des Führers zur Tat werden.

Auf die Rede des Gauleiters folgte die Vorfüh­rung einer Filmreportage über d i e Me­liorationsarbeit der Hessischen Regierung im Ried. Darauf wurde den Teilnehmern dieser gewaltigen Tagung der wohl von jedermann als erschütternd empfundene FilmF r i e f e n n o t" vorgeführt, dessen stärkste Stellen des öfteren von spontanem Beifall unterstrichen wurden.

Alles in allem zeigt uns der heutige Tag, daß die Bewegung im Gau Hessen-Nassau heute wie ehedem und auch für die Zukunft mobilisiert ist bis zur letzten Konsequenz und bereit ist, jeden Befehl auszuführen, den der Führer gibt

Die Jubelfeier der KaiserWilhelm Gesellschaft.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Im Harnack-Haus fand die Hauptversammlung der Kaiser-Wilhelm- Gesellschaft statt. Reichsregierung, Partei und Wehr­macht waren zahlreich vertreten. Die deutschen und ausländischen Hochschulen und die Akademien der Wissenschaften hatten Vertreter entsandt.

Der Präsident Geheimrat Professor Dr. Planck gab ein Glückwunschschreiben des ehemali­gen Kaisers bekannt, dem als dem Gründer der Gesellschaft durch ein Telegramm gedankt wurde. Der Redner ging dann näher auf die Aufgaben der Gesellschaft ein, wobei er der Männer gedachte, die in vorderster Reihe als Pioniere der Wissen­schaft sich unvergängliche Verdienste erworben und damit zugleich auch die Achtung vor der deutschen Wissenschaft in alle Länder der Welt getragen hät­ten. Wir find der Reichsregierung, so fuhr Geheim­rat Planck fort, zu aufrichtigem Dank verpflichtet, daß sie unsere Gesellschaft in ihren starken Schutz genommen hat und ihre Bestrebungen bei zahl­reichen sich bietenden Gelegenheiten wirksam unter­stützt hat. Ein Zeugnis hierfür aus der neuesten Zeit ist die Gründung des Kaiser-Wilhelm- Jnstituts für Physik, dessen Bau und Ein­richtung auf eine großzügige Stützung der Rocke- feller-Foundation zurückgeht und dessen Betrieb durch regelmäßige Reichszuwendungen gewähr­leistet wird. Auch andere Kaiser-Wilhelm-Jnstitute haben neuerdings von der Reichsregierung durch Zuwendung erheblicher Mittel besondere Förderung erfahren. Nehmen wir dazu die Tatsache, daß im verflossenen Jahre dank der hochherzigen Hilfe aus Kreisen der Industrie zwei ansehnliche Institute, das für Metallforschung in Stuttgart und das für Eifenforschung in Düsseldorf neu eröffnet werden konnten, so dürfen wir ohne Ueberhebung sagen, daß die Kaiser-Wilhelrn-Gesell- schaft sich wieder auf einem Höhepunkt ihrer Entwicklung befindet. Wir können mit berechtigter Zuversicht dem kommenden Vierteljahr- Hundert entgegensehen. Auch in ihm wird die Kaiser- Wilhelm-Gesellschaft keinen höheren Ehrgeiz kennen als das Bestreben, durch gewissenhafte Erfüllung

ihrer Aufgaben sich mit allen ihren Kräften i n d i e Dien st e des Vaterlandes z u stellen.

An den Führer und Reichskanzler wurde folgendes Telegramm geschickt:Mein Füh­rer! Die Mitglieder und Freunde der Kaiser-Wil- Helm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften sind versammelt, um den Tag des 25jährigen Be­stehens der Gesellschaft feierlich zu begehen..Wissen­schaft und Wirtschaft stehen treu zu dem von Ihnen neu aufgerichteten Deutschen Reich und wissen, daß nur unter Ihrer Führung und unter dem Schutz der deutschen Wehrmacht sie nützliche Arbeit leisten können. Durchdrungen von dieser Zuversicht ent­bietet die Kaiser-Wilhelm-Gesellschast zur Förderung der Wissenschaften Ihnen, mein Führer, ehrfurchts­volle Grüße. Gez.: Plan ck."

Professor D e b y e, Direktor des Kaiser-Wilhelm- Jnstituts für Physik, behandelte darauf das Thema: Struktur von Flüssigkeiten". Anschließend sprach Professor Bruhns, Direktor des Kaifer-Wilhelm- Jnstituts für Kunst- und Kulturwissenschaft Bibliotheca Hertziana in Rom über das Thema: Deutsche Kun st in Jtalie n".

Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschast schloß die Feier ihres 25jährigen Bestehens mit einem gemeinsamen Abendessen der Mitglieder und zahlreicher Ehren­gäste aus dem In- und Ausland im Harnack-Haus ab. Reichserziehungsminister R u st bemerkte in seiner Tischrede, daß mit den vor 25 Jahren einge- sührten Forschungsmethoden viel Schones und Großes geschaffen worden sei. Alle Wissenschaftler sollten aber bedenken, daß nicht die Form, in der etwas geschehe, das maßgebende sei, sondern die rastlose Arbeit, die Kraft, die nicht locker lasse. Das müsse der Standpunkt für unser ganzes deutsches Volk werden. Die Regierung Adolf Hitlers werde das ehren, was die Wissenschaft geleistet habe, als ein Vermächtnis treuer Arbeit. Reichswirt­schaftsminister Dr. Schacht sprach von den Bezie­hungen der Wissenschaft zur Wirtschaft. Je deutscher der Charakter gerade der Kaiser-Wilhelm-Gesell- schaft sei, um so größer sei ihre Auswirkung für Deutschlands Geltung im internationalen Leben.

Mit wachsender Genugtuung empfinde das deutsche Volk, daß die Auswirkung der deutschen Wieder­geburt ihm die Achtung in der Welt zurückerobert habe. Des starken Schutzes der nationalsozialistischen Regierung werde die Kaiser-Wilhelm-Gesellschast gewiß sein. Der amerikanische Botschafter D o d d wies darauf hin, daß mit der wissenschaftlichen For­schung die Kenntnis der sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse der Welt Schritt halten müsse. Die Menschheit könnte den wirtschaftlichen und sozialen Spannungen des Ledens nicht standhalten, wenn nicht die wissenschaftliche Forschung auf der Höhe bleibe. Der Botschafter überbrachte der Gesellschaft die herzlichsten Glückwünsche und sprach seine große Befriedigung über die internationalen Beziehungen der Wissenschaft aus.

Luftfahrt im Dienst der Völkerverbindung.

Reichsminister Göring vor Vertretern der ausländischen Luftverkehrsgesellschaften.

DNB. Berlin, 11. Jan. Die Deutsche Luft­hansa hatte zu Ehren der an der IATA.-Tagung in Berlin teilnehmenden Vertreter von 17 Luft­verkehrsgesellschaften sowie aus Anlaß ihres zehn­jährigen Bestehens zu einem Empfang im Kaiserhof" eingeladen. Der Reichsminister der Luftfahrt, General Göring, gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß es der IÄTA. gelungen sei, dringende Fragen der internationalen Handelsluft­fahrt einer Lösung entgegenzuführen, um das Netz des Weltluftverkehrs zu verdichten und zu ver­bessern. Vor allem handele es sich darum, die Sicherheit, Zuverlässigkeit und Ge­schwindigkeit der Verkehrsflugzeuge zu stei­gern. Diese Aufgaben konnten am besten durch eine freundschaftliche internationale Zusammenarbeit gelöst werden. Die Lufthansa sei auf vielen Gebieten vorbildlich für alle anderen Luftverkehrs­unternehmen gewesen, hauptsächlich wohl, weil die fliegerischen Energien des deutschen Volkes bis zur Schaffung der deutschen Luftwaffe allein in der deutschen Handelsluftfahrt verkörpert gewesen seien. Die Lufthansa bilde in echtem fliegerischem Geist das Bindeglied zwischen der alten glorreichen Flie­gertruppe und der jungen deutschen Luftwaffe. Die Luftverkehrsgesellschaften ständen an erster Stelle im Dienste der Volkerversöhnung und Völkerverbindung. Der Minister schloß mit dem Wunsche, daß es dem edlen Wettstreit aller Luftverkehrsgesellschaften gelingen möge, allmählich den Luftraum über allen Erdteilen und Meeren zu erschließen und hierdurch wesentlich zu der Annähe­rung der Völker untereinander beizutragen.

Der ständige Präsident der IATA., Ionkheer van den Bergh van Heern st ede dankte dem Reichsluftfahrtminister, seinem Staatssekretär sowie der Lufthansa und dem Aeroklub von Deutschland für die gastliche Aufnahme in Deutsch­land. Alle lATA.-Teilnehmer hätten von Deutsch­land den, wie erwartet, allerbesten Eindruck gewonnen, nicht nur von der für alle vorbildlichen deutschen Luftfahrt.

Gewaltige Erhöhungen der sowjet­russischen Rüstungsausgaben.

Moskau, 13. Jan. (DRV.) 3m Zentralexekutiv- komilee erklärte einKommandeur" aus Sowjetruß­land, daß der heereshaushalt für das 3ahr 1935 sechs Milliarden Rubel um­faßt hätte. Tatsächlich seien im Vorjahre jedoch für die Zwecke der Landesverteidigung acht M i 11 i a r- den Rubel ausgewendel worden. 3m 3ahre 1936 würden 14 Milliarden Rubel für mili­tärische Zwecke ausgegeben werden. Diese wür­den nach dem neuen amtlichen Umrechnungskurs einem Betrage von 4 2 Milliarden franz ü- sischer Franken gleichkommen. Die amtliche Regierungserklärung iib?r den Heereshaushatt fui 1936, dessenerhebliche Erhöhung" bereits Molotow ankündigte, dürfte der Bericht des Finanzkommif- fars bringen.