Ausgabe 
12.1.1936
 
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186. Jahrgang

Gießener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

nu0 Erster Blatt 186. Jahrgang Montag, iZ.Ianuar 1936

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r.onnur. «m m°in 1168« Druck und Verlag: vrühl'sche UniverfitStzvllch- und Steindruckerei «. Lange in Stehen. Schriftleitung und GeschSftrftelle: Schulstrahe r WVZWW

Jes Saarlands Heimkehr.

Wenige Tage vor dem entscheidenden 13. Januar stand ich an einem trüben Wintersonntagnachmittaa auf dem Schwarzenbergturm hoch über Saarbrücken Kein gewaltiger Ausblick von dort oben. Endlose Wälder, mit tief eingeschnittenen Tälern, aus denen Schornsteine und Fördertürme unaufhörlich mit trübem Rauch die Dunstwolke über dem Waldland und dem Horizont verdickten. Hartes Land. Ein paar Kilometer weiter, die französische Grenze mit den Befestigungen von Bitsch. Merkwürdiges Ge­fühl, seit Wochen und Monaten zu wissen, daß Tag um Tag die Augen nicht nur des 66-Millionen- volkes in Deutschland auf dieses karge Stückchen Erde gerichtet waren, sondern die Augen der ganzen Welt, weil der 13. Januar nicht für die Saar selbst, sondern das deutsche Volkstum in der Welt ein entscheidender Tag werden mußte Der Tag der Entscheidung für die Werbekraft der natio­nalsozialistischen Idee, des inneren Zusammenhal­tens des deutschen Volkstums.

Wir wissen es aus der Geschichte unseres Volkes, daß die großen nationalen Festtage fast immer die­jenigen sind, in denen sich d i e K r a f t des Vol­kes, sein Geltungsbedürfnis, sein nationaler Wille mit dem eines anderen Volkes mißt. Wie anders dieser 13. Januar im Vergleich zu dem 21. März 1921 in Oberschlesien! Niemals drängten sich die Vergleiche stärker auf als bei den Fahrten in den Wintertagen vor der Abstimmung kreuz und quer durchs Saargebiet! Nie werde ich die hereinströmenden Flüchtlinge aus den vom Polenterror bedrängten Jndustrieorten nach den deutschen Hochburgen Beuthen, Gleiwitz, Kattowitz und Königshütte vergessen! Niemals den verzwei­felten Kampf Tag um Tag, die Propaganda über den Bannkreis der Städte hinaus aufs flache Land zu tragen, den Hellen, aufreizenden Klang der fran­zösischen Clairons und die bittere Stimmung, das Gefühl des Verlassenseins, das uns alle in Ober­schlesien beherrschte, dem Grubenlande am anderen Ende des Reiches.

Und hier an der Saar inmitten der gleichen düsteren Wälder, der gleichen Gruben und Hütten­schlote aber stand eine andere Zuversicht, ein ganz anderes Vertrauen. Der unaufhaltsame Wiedernnstieg des Reiches nach der Katastrophe des Novembers 1918 bis zum 13. Januar hatte jene uralten Ströme deutscher Blutzusammengehörigkeit wieder freudiger rauschen lassen. Eine friedliche Revanche für 1918 stand vor aller Augen. Jeder Saarländer wußte, daß die ganze Welt diesen Tag der Volksabstimmung für das Bekenntnis der Zukunft des deutschen Volkes halten würde. Für das Bekenntnis zum Deutschland des Nationalsozialismus, dessen Schrek- ken ihnen eine ungehemmte Propaganda jeden Tag in den wildesten Farben schilderte aber für das Bekenntnis zur Heimat trotz alledem, zum deutschen Blut, seiner Kultur und seinem Schicksal, wie auch immer es ausfallen möge!

Auf Schritt begegneten uns in den Straßen von Saarbrücken die Gesichter jener bezahlten Kreaturen, die im Dienste Frankreichs den letzten großen Ver­such unternahmen, ein Stück deutschen Bodens der Heimat vorzuenthalten. Wer reiste damals nicht alles ins Saargebiet, in den letzten Monaten vor der Abstimmung! Kaum ein Hotelzimmer frei und in allen Gaststätten Hochbetrieb! Wer traute dem anderen? Wer wußte, in welchem Auftrag der Nachbar reiste? Das Spionagesystem der Matz Braun, Alfred Hoffmann und Konsorten war glän­zend ausgebaut und hinter ihm standen die Leute des Herrn Präsidenten Knox an der Spitze des Saardirektoriums! Scharfe Kontrolle beim Hinein­fahren in unser Land. Dauernde Scherereien wegen der Aufenthaltsbewilligung. Aber in den Wochen vorher konnte man, wenn man auch politisch sich zurückhaltende Menschen aus der Bevölkerung ken­nen lernte, nur den einen tiefen Eindruck gewin­nen: ihr Herz schlug für Deutschland allewege.

Am 13. Januar bewiesen sie das. Sie gingen mit der gleichen Unerschütterlichkeit, der gleichen Diszi­plin, mit der sie fünfzehn Jahre die Unterdrückung ertragen hatten, ihren letzten Weg in dieser Periode ihres Landesschicksals, den Weg zur Wahlurne. Sie ertrugen die beispiellose Spannung des nächsten Ta­ges, das Warten auf das Wahlergebnis, mit dem­selben stillen Heldentum, während sich eine um alle Sensationen geprellte Weltpresse mit den deutschen Journalisten zusammen auf den Tribünen des Wart­burgsaales, in den die Urnen geschafft worden waren, versammelte. Nach wenigen Stunden brach der Jubel durch: Die Stimmscheine und die Zähler waren von scharfen Augen und starken Gläsern un­aufhörlich überwacht worden. Wir sahen d e n B e r g der deutschen Stimmen riesengroß über das Häuflein der Separatisten wachsen. 90 v. H. muß­ten es werden! Wenige Minuten später riefen es die Telephone nach Berlin durch, wußte die ganze Welt, noch ehe das offizielle Ergebnis verkündet wurde, daß das deutsche Volk dank der Treue des Saarvolkes einen der großen Siege in seiner Ge­schichte errungen hatte, daß das Saaland nichts wollte als heimkehren zum großen Vaterland.

Nichts konnte ergreifender sein als jenes fast un­sichtbare Erwachen, das am 15. Januar durch ganz Saarbrücken ging, wo wie in einem phantastischen Film unter einem unsichtbaren Kommando sich jedes Fenster öffnete, um eine Flagge hinauszustrecken, um Girlanden zu spannen und Lichter ins Fenster zu stellen für den großen Fackelzug am Abend des Befreiungstages.Sie zogen stundenlang durch ihre Städte, e i n Volk, eines Sinnes, eines Jubels und eines tiefen Dankes an die Vorsehung voll. Sie hörten am Morgen die von der Gewalt der großen Stunde ergriffene Stimme des Füh­rers durch den Rundfunk nach der Bekanntgabe

Der Auftakt zu den Abstimmungsfeiern im Saarland

Der historische Raihausplah in Saarbrücken inPlatz der Deutschen Krönt" umgetaust.

DNB. Saarbrücken, 12. Jan. Schon am Samstagabend stand das ganze Saarland in festlichem Flaggenschmuck. Viele Volks­genossen haben wieder ihre Häuser geschmückt und viele öffentliche und private Gebäude erstrahlen wieder in festlicher Beleuchtung. So wird man auch schon äußerlich an die großen Festtage des Vorjah­res erinnert. Den Auftakt der großen Veranstaltun­gen bildete eine große Festkundgebung im Saarbrücker Stadttheater.

Reichskulturwalter Hinkel wies darauf hin, daß es für ihn eine ganz besondere Ehrenpflicht sei, an diesem Tage des Sieges deutschen Volkstums an der Saar einen Rechenschaftsbericht über die auf kulturellem Gebiete geleisteten Aufgaben zu geben. Der Nationalsozialismus habe nicht nur das Recht auf Arbeit erkämpft, sondern auch das Recht für jeden deutschen Volksgenossen, an dem künstlerischen und geistigen Lebender Nation teilzunehmen. Von der Reichskul-

Abstinlmungstages vom 13. Januar 1935 kam. Die­ser Abstimmungssieg bedeute nicht nur ein be­dingungsloses Bekenntnis des Saar­volkes zu Deutschland und seinemFüh- rer Adolf Hitler, er war auch ein Aus­druck deutschen Weltbehauptung swil- lens gegenüber den Anfechtungen fremder Mächte. Der Redner gedachte des stil­len Heldentums des Saaroolkes, das ohne Unter­schied, ob arm ob reich, nur von dem Gedanken an Deutschland beseelt war und wies auf die über­menschlichen Leistungen hin, die in zäher Aufbau- und Organisationsarbeit vollbracht werden mußten. Gauleiter B ü r ck e l als damaliger Saarbevollmäch- tigter habe diesen Kampf mit seinen Getreuen ge­führt. Untrennbar sei sein Name mit dem schicksal­haften Geschehen des 13. Januar 1935 verbunden. Oberbürgermeister Dürrfeld schloß mit den Worten: Die Deutsche Front war das Bollwerk

des deutschen Willens und der deut­schen Kraft. Deutsche Front ist der Ehren­name der Gemeinschaft aller Deut­schen an der Saar, die bereit waren, ihr Letz­tes für Deutschland zu geben. Als Hoheitsträger der Stadt Saarbrücken weihe ich daher in dieser Stunde zum steten Gedenken der Deutschen Front diesen Platz. Der Rathausplatz zu Saarbrücken soll künftig den Namen tragen:Platz der Deutschen Front". Sein Name möge die lebende Generation gemahnen an die große Zeit, die sie erleben durfte: künftigen Geschlechtern möge er Künder sein von dem hohen Lied der deutschen Treue. Den Ruhm seines Na­mens aber sollen auf ewig verkünden die Glocken im Rathausturm zu Saarbrücken. Deutsch ist die Saar, deutsch immerdar." Zum Abschluß der würdigen Kundgebung wurde der Große Zapfenstreich zum Vortrag gebracht.

turfammer aus werde alles geschehen, um aus dem Saarland ein kulturpolitisches Boll­werk für die deutsche Kunst und das ge­samte deutsche Geistesleben zu machen.

Am Sonntag hielten in allen Kreisorten die K r e i s l e i t e r an die Volksgenossen und die For­mationen der Partei begeisterte Ansprachen, in de­nen auf die Bedeutung des Tages auch als Markstein für die Befriedung Euro­pas hingewiesen wurde. In den meisten Orten fanden Umbenennungen von Straßen und Plätzen statt, die das Gedächtnis an den ge­schichtlichen 13. Januar und die Befreiung des deut­schen Saarvolkes für alle Zeiten wachhalten sollen. So wurde in Saarbrücken in einer Feierstunde vor dem Rathaus der historische Rathausplatz in Platz der Deutschen Front" umgetauft. Am Nachmittag fanden sich die Abordnungen der Gliederungen der Partei auf dem festlich erleuchte­ten N e u m a r k t ein. Um 17.30 Uhr wurden die Fackeln entzündet und dann setzte sich unter Voran­tritt einer SA.-Kapelle der Fackelzug durch di? von zahlreichen Zuschauern eingesäumten Straßen der Innenstadt in Bewegung. Kurz vor 18 Uhr traf der Fackelzug vor dem Rathaus ein, wo sich eine große Menschenmenge eingefunden hatte. Nachdem Männerchöre das LiedDeutschland, heil'ger Name" vorgetragen hatten, wurde auf der Rathaustreppe das eindrucksvolle FestspielEin neuer Stern zieht seine Bahn" aufgeführt.

OberbürgefmeisterKreisleiterDürrfeld wies auf den 15jährigen Leidensweg des deutschen Saarvolkes hin, in dessen Herz der Glaube an Deutschlands Sendung niemals untergegangen war. Er schilderte den harten Kampf um diesen Fleck ge­heiligter deutscher Erde, bis dann der Ehrentag des

Der Jubel der Bevölkerung Saarbrückens nach Verkündung des Abstimmungsergebnisses. (Scherl-Bildarchiv.)

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Der Aeubau im Saarland.

Reichsinnenminister Or. Frick über den Stand der Rückgliederung und die wirtschaftliche und kulturelle Förderung des Saarlandes.

des Sieges durch Gauleiter B ü r k e l an den Füh­rer. Sie wußten, daß nicht nur ein Volk in freudiger Erwartung, sondern eine ganz mißtrau­ische und feindliche Welt mit ihnen zuhörte. Sie hörten die Worte des Friedensangebotes an Frank­reich, den Willen, nach der Heimkehr der Saar, zu einer Verständigung zu kommen.

Der Horizont wurde frei und klar. Die unerhörte, uns kaum noch mehr bewußte Spannung des letz­ten Jahres mit feinen Zweifeln und Befürchtungen stieb vor diesem Morgen des 15. Januar davon wie leichte Morgennebel im Flußtal beim Sonnenauf­gang. Mit jenen Nebeln waren die Spukgestalten der Separatistenführer heimlich und unauffällig über die Grenze nach Frankreich verschwunden, ihre Ver­führten schmachvoll im Stiche lassend.

Und jetzt ist ein Jahr vergangen seit jenen Tagen, ein Jahr voll noch größerer Spannun­gen, das Jahr der Wehrfreiheit und der Verlage­rung des europäischen Schwergewichtes. Wir halten wieder einen Augenblick inne und sehen, daß es ein Jahr vorwärts, der Festigung und des Erfolges nach innen und nach außen war, dieses Jahr der Saar­abstimmung!

Allgemeine Beflaggung am heutigen Jahrestage der Eaarabstimmung.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der Reichs- minister des Innern gibt folgendes bekannt: Aus Anlaß der Wiederkehr des Tages der Saar­abstimmung flaggen am Montag, 13. Ja­nuar, die staatlichen und kommunalen Verwal­tungen, Anstalten und Betriebe, die sonstigen Kör­perschaften, Anstalten und Stiftungen des öffent­lichen Rechts und die öffentlichen Schulen. Die Be­völkerung wird aufgefordert, gleichfalls zu flaggen.

EpsteAusschüttung aus d-?r©oorfpenbe.

Berlin, 11. Jan. (DNB.) Der Reichsar­beitsminister hat 10 0 bedürftigen Kriegsopfern des Saarlandes Unter­stützungen von je 100 Mark aus der von ihm zur Erinnerung an den Abstimmungssieg, vom 13. Ja­nuar 1935 errichteten Saarspende zukommen lassen. Die Saarspende, die noch durch eine Reihe weiterer Zuwendungen ergänzt wird, soll den Kriegsbeschädigten und Kriegshin- bliebenen des Saarlandes zeigen, daß man die Opfer nicht vergessen hat. die ihnen als den schon im Kriege am schwersten betroffenen Volksgenossen noch durch die 15jährige Abtrennung von der Hei­mat auferlegt wurden.

Berlin, 12. Jan. (DNB.) lieber die Arbeiten der Rückgliederung des Saarlandes erklärte Reichsmini st er Dr. Frick derNSZ. Rhein, front" u. a.:

Das Saarland, das bei feiner Rückkehr nicht wieder mit den früheren Verwaltungsgebieten ver­einigt wurde, ist durch das Saarlandgesetz vom 30. Januar 1935 in die unmittelbare Ver­waltung des Reichs übernommen wor­den. Der von der Regierungskommiffion des Saar­gebiets geschaffene Rechtszustand blieb zunächst im wesentlichen erhalten. Er st allmählich und stufenweise wurde die Analeichung an das im übrigen Reichsgebiet geltende Recht oorgenommen. Auf dem Gebiet des Reichsrechts ist die Rechts­angleichung bis zum 1. Januar d. I. im wesentlichen abgeschlossen.

Auf dem Gebiet der Verwaltungsorgani- f a t i o n trat mit dem 1. März v. I. sofort eine erhebliche Aenderung ein, da die von der Regie­rungskommission geschaffene Zentralverwaltung in Fortfall kam. Die Behörde des Reichskommis- f a r 5 für die Rückgliederung des Saarlandes über­nahm für das Reich die Verwaltungsgeschäfte, wobei der Reichskommissar die Stellung eines preußischen Oberpräsidenten und Regierungspräsidenten bzw. einer bayerischen Kreisregierung erhielt. Da­neben hat der Reichskommissar noch die Aufgaben und Befugnisse der Provinzialverwaltung. Eine Landesregierung gibt es für das Saarland nicht, an ihre Stelle ist die Reichsregierung getre­ten. So find im Saarland auch die Landräte und Kreisbehörden Teile der Reichsverwaltung.

Die Beamten, die von der deutschen Heimat­verwaltung zur Dienstleistung im Saargebiet be­urlaubt waren, sind bei der Rückgliederung von der deutschen Regierung sämtlich, die von der Regie­rungskommission eingestellten zum weitaus größten Teil übernommen worden: selbst ein Teil der Pecule-Beamten (das sind also jene, von der Saar­kommission auf Zeit, ohne Pensionsberechtigung, eingestellten Beamten) konnte Verwendung finden. Trotz der schwierigen und neuartigen Aufgaben, die sich für die Reichsverwaltung im Saarland in den vergangenen Monaten ergeben haben, ist die

Rückgliederung auf dem Gebiete der Verwaltung reibungslos und erfolgreich Sur ch g e führt worden. Das Saarland besitzt eine Ver­waltung, die einheitlich im Geiste des National­sozialismus geführt wird und unter verständnis­voller Mitwirkung der Bevölkerung die ihr gestell­ten Aufgaben gemeistert hat. Auch auf kommu­nalem Gebiet ist die Angleichung durch die Einführung der Deutschen Gemeindeordnung voll­zogen worden.

Der Uebergang aus dem französischen in das deutsche Zoll- und Währungsgebiet brachte der saarländischen Wirtschaft manche schwere Aufgabe. Es mußte für die Umlenkung- des Absatzes saarländischer Erzeugnisse gesorgt werden, die Derkehrslage am Rande des Reichsgebiets erforderte einen angemessenen Aus­gleich, den die Reichsbahn durch Tarifermäßigungen bis zu 30 und 40 v. H. gewährte. Wie es gelungen ist, für hie Saarkohle und die anderen saar­ländischen Erzeugnisse den notwendigen Absatz­markt zu schaffen, so mußte auch die Versor­gung des Saarlandes mit allen lebenswich­tigen Gütern gesichert werden. In Verbindung da­mit war die Angleichung der Preise und Löhne schrittweise durchzuführen, und auf sozial­politischem Gebiet die Ueberleitung auf den hohen Stand der deutschen Einrichtungen vorzunehmen. Die Rückgliederung auf allen Gebieten kann nun­mehr als durchgeführt angesehen werden.

Zur Bekämpfung der Arbeitslosig­keit diente das große Arbeitsbeschafsungspro- gramm, für das vom Reich allein über 20 Mil­lionen RM. an Zuschüssen gegeben wurden. Es um­faßt 388 Einzelmaßnahmen mit insgesamt 2 370 000 Tagewerken. Ebenso bedeutungsvoll sind die von der Bergwerksverwaltung eingeleiteten umfangreichen Erneuerungsarbeiten in den Gru­ben. Auch die Jnstandsetzungszuschüsfe von insgesamt 11 Millionen RM., die Erneuerungsarbeiten der Grubenverwaltung, das Siedlungs- und Volkswoh­nungsprogramm und manche andere Hilfsmaß­nahme, wie die Gewährung von mehreren Millio- neu RM. an Bürgschaften für die saarländische In­dustrie, haben zur Kräftigung der saarländischen Wirtschaft erheblich beigetragen. Das Reich war sich