Ausgabe 
11.11.1936
 
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tir. 265 Drittes Blatt

Giehener Anzeiger (Seneral-Anzetger für Gderhessen-

Mittwoch. «.November 1956

Aus dem Reiche der Frau.

wundervolle Bäume und Hecken daraus basteln, wenn man das Luffagewebe vorher mit Ostereier­farbe grün färbt. Aus Hölzchen schneidet man die Baumstämme und aus einer Luffagurke kann man so viele Bäume herstellen, daß sich der Ber­liner Tiergarten davor verstecken müßte! Einen ganzen Gemüsegarten kann Mutter aus den Ab­fällen anlegen. Kohlköpfe in allen Farben werden aus Murmeln, die man in Seidenpapier wickelt, gezaubert. Auf dem Boden einer großen Papp­schachtel kann man sich als Gartenkünstler produ­zieren. Mit einer dünnen Schicht Leim wird der Boden bestrichen. Rasen ist grüne Holzwolle.

Ein Planschbecken brauchen wir auch noch in unserem Garten. Vaters Zigarettenschachtel aus Blech ist gut dazu geeignet. Man löst den Deckel ab, alle scharfen Stellen werden mit einer kräftigen Schere entfernt. Sorgfältig klebt man Reste von der Luffagurke um den Rand, die man diesmal hellgrau färbt, dann sieht es wie Grottengestein aus! Ein Treibhaus müssen wir natürlich auch haben wozu sind die Zigarrenkisten oder Schuh­kartons da? Für ein paar Pfennige kauft Mutter ein Tapetenmuster, das wie Klinkerbau aussieht. Die Vorderwand der Schachtel wird abgelöst, die Schachtel dann hochgestellt. Aus Pappe werden die Blumenbretter geschnitten, aus Paketknebeln kann man Regale herstellen oder auch einen undurch­dringlichen Gartenzaun. Hier sind der Phantasie keine Schranken gesetzt. Und einen Schornstein brauchen wir auch, denn Treibhäuser werden ja immer geheizt! Sie meinen, der wäre schwer zu beschaffen? Nichts leichter als das: die inneren Teile von Toilettenrollen, diese unscheinbaren grauen Dinger aus Pappe sie sind prächtige Schornsteine! Sie werden ebenfalls mit Klinker- stein-Tapete beklebt und oben bekommen sie einen glänzenden Rand aus Lackpapier.

Zigarrenkisten und Schuhkartons können sich auch in Puppenstuben und Kinderwagen verwandeln, aus Paketknebeln und einem Kleiderbügel kann man Dekorationen für den Puppentisch zaubern nichts braucht weggeworfen zu werden! In der Kinderstube wird alles gebraucht. Kinder haben eine so lebhafte Phantasie, daß sie sich ein Para­dies aus Abfällen bauen können. Aber allein kön­nen sie es nicht die Mutter muh schöpferisch mithelfen!

Bastel imden im Kinderzimmer

Bon Lore Thogras

Nur nicht alles aufheben, nur nicht jedes End­chen Garn und jeden Paketknebel sorgfältig weg­legen! Diese Dinge türmen sich zu Haufen und werden zu Tyrannen im Hausyalt! Richtig, liebe Hausfrau: nichts ist schrecklicher als die Schublade, in die achtlos aller Kram gestopft wird, von dem man ganz genau weiß, daß man ihn nie wieder gebrauchen wird.

Und doch sage ich heute: Nichts wegwerfen! Man kann sich gar nicht oorstellen, was aus den unnützen Dingen noch alles werden kann! Ich weiß genau, die vielen Paketknebel können nicht alle auf- gebraucht werden, außerdem kommen ja täglich neue dazu. Also, opfern wir ein paar fürs Kin­derspielzeug, denn in wenigen Wochen ist Weihnachten! Wenn ein Regennachmittag ist, dann wollen wir einmal die Schublade aufmachen und alle Pappkartons, alte Garnrollen, leere Creme­töpfe und Schachteln heroorsuchen. Sie sollen zu neuem Leben erweckt werden. Die Kinder dürfen ruhig zuschauen, denn es macht ihnen Freude, wenn sie selbst mitschöpfen können.

Eine Katastrophe ist in der Kinderstube passiert: die Puppe ist kaputt gegangen! Erst Weihnachten hat Mutter einen neuen Puppenkopf gekauft jetzt ist er vom Wirtschaftsgeld nicht zu erschwingen. Deshalb weinen wir keine Tränen: Mutter kann ja zaubern! Das zerbrochene Porzellanköpf­chen wird sorgfältig vom Rumpf getrennt. Aus einem feinfädigen Taschentuch, das allerdings nicht mehr so gut ist, daß man es für seinen ursprüng­lichen Zweck gebrauchen kann, wird der neue Puppenkopf gemacht. Er wird schön fest mit Holz­wolle ausgestopft. Ein bißchen Uebung gehört dazu, aber dieses Kunststück hat man bald heraus. Mit Pinsel und präparierter Farbe, die nicht ausläuft, werden Nase und Augen, der rote Mund und die hellen Löckchen gemalt. Das Kind darf selbst be­stimmen, ob das neue Püppchen braune oder blaue Augen haben soll.

Da liegt eine alte Lufsagurke, sie ist schon zu schlecht, um noch in der Küche oder im Badezimmer zum Scheuern verwandt zu werden. Aber für die Kinderstube ist noch sehr gut. Man kann nämlich

Strilksachen.

Bon Margot Groß-Hübener

Sie gefallen uns immer wieder, diese zarten duftigen Gewebe, die so warm und anschmiegsam find. Die Vielseitigkeit ihrer Verarbeitung ist grofj. Di? Strickindustrie hat in den letzten Jahren eine immer größere Entwicklung erfahren und ist stets . mit der Mode mitgegangen. Fortlaufend werden Entwürfe herausgebracht, die durch Zweckmäßig­keit, einwandfreien Schnitt und Material uuffallen und sich immer größerer Beliebtheit erfreuen. Stricksachen dienen hauptsächlich dem praktischen und sportlichen Zweck. Deshalb werden sie in der Linie schlicht sein. Ihre Wirkung beruht auf Ma­terial und Farbenzusammenstellung. Hier entschei­det der persönliche Geschmack der Trägerin, der sich nach Figur und Haarfarbe richten muß.

Ein zartlila Bouclöjumper hat einen bischofslila weichfallenden Einsatz, der sich glatt eingearbeitet wie eine Manschette bei den langen Aermeln wie­derholt. Ein dazu passender schöner Clip rafft den Ausschnitt. Kremfarbenes Seidengarn wird wie Spitze verarbeitet. Geschmackvoll verteilte pastellene Wollblümchen beleben dieses feinmaschige Gebilde. Eine modische Abwechslung bietet der schwarze oder marineblaue Spenzer, der eine weiße Pikeeweste mit Reversen zeigt. Die immer noch ihren Platz behauptende Zusammenstellung ist beigebraun. Der braune Rock des Strickkostüms ist schlicht und eng geschnitten. Eine seitlich angebrachte Gehfalte ergibt die Schrittweite. Reizend und kleidsam ist die voll­kommen mit kleinen braunen Samtknöpfen durch­geknöpfte beige Jacke, deren Achsel und Aermel ebenfalls die Knopfpartie zusammenhält. Ein klei­ner brauner Samtkragen und Manschetten vervoll­ständigen diesen Anzug. Beim Strickkleid, das an­liegend verarbeitet wird, vermeide man Falten­partien. Höchstens eine kleine angedeutete Glocke ist gestattet, weil sie nicht aufträgt, sondern durch ihren natürlichen Fall praktisch ist. Für dieses Kleid aus russisch-grüner Nomotta-Wolle gestrickt, ist ein perforierter brauner Wildledergürtel und Besatz, die die Grundfarbe durchschimmern läßt, wie ge­schaffen.

Gerade jetzt, in der kühleren Jahreszeit, wird man daran denken müssen, seinen Kleidungsbestand durch eine warme Stricksache aufzubessern. Diese kleine Uebersicht wird hoffentlich so anregend sein, daß Sie bald, wohlig bestrickt,bestrickend" lächeln werden, beizeiten Vorsorge getroffen zu haben und vor Kälte und Wind geschützt zu sein. Woj.

Daß sie von dem Ganerlohle..

W iwe Bolte, gom aktuell

Wir alle kennen die Witwe Bolte von Wilhelm Buschs Gnaden und ihre Vorliebe für den Sauerkohl ,für den sie besonders schwärmt, wenn er wieder aufgewärmt ..." Das Sauerkraut galt in der ganzen Welt als das deutsche Nationalessen und gewiß ist die wohlschmeckende und bekömmliche Speise früher weit mehr auf den Tisch gekommen als cs heute der Fall ist. Das Weißkraut, aus dem durch einen Gärungsprozeß das Sauerkraut hergestellt wird, machte noch vor etwa einem halben Jahrhundert vier Fünftel des gesamten deutschen Gemüsebaues aus, während er heute nur noch zwei Fünftel beträgt. Wir haben uns also in starkem Maße von den Kohlarten Weißkohl, Wirsingkohl, Rotkohl ab und anderen Gemüsen zugewandt. Sehr zu Unrecht, denn wie die neuzeitliche Ernäh­rungsweise feststellt, ist besonders der Weißkohl der Träger höchsten Ditamingehalts, einerlei, ob wir ihn frisch, oder als Sauerkohl zubereitet, genießen. Der diesjährige Herbst beschert uns eine überreiche Ernte in den verschiedenen Kohlsorten. Nun kommt es für die deutsche Hausfrau darauf an, zu beweisen, daß sie den Forderungen des Reichsnährstandes Verständnis entgegenbringt und den reichen Ernteanfall an Kohl auch ausnützt, so­daß nichts umkommt.

Es ist auch dringend nötig, daß der Haushalt wieder selbst Sauerkraut e i n m a ch t, da die Fa­briken zur Zeit nichts mehr aufnehmen und verar­beiten können. Denen, die sich noch nie an dieser Einmachkunst versucht haben, sei hier das Rezept mitgereilt: die äußeren Blätter des Weißkohls wer­den entfernt, der Strunk wird herausgeschnitten und die Köpfe gehobelt. Das gehobelte Kraut wird fest in große irdene Töpfe gedrückt und lagenweise Salz (auf den Zentner Kraut 500 bis 750 Gramm), Kümmel und Wacholderbeeren (je 100 Gramm) da­zwischen gestreut. Die Hauptsache ist das feste Ein­drücken; es muß Wasser ziehen. Ist der Topf voll, wird ein sauberes Tuch über das Kraut gelegt und ein 'gut schließender Deckel eingepaßt (nicht oben auf gelegt), der mit einem schweren Gegenstand be­legt wird, damit er fest auf das Kraut aufdrückt. Nach etwa vier Wochen ist das Sauerkraut genü­gend durchgesäuert und gebrauchsfertig.

Auch für' die Zubereitung eines besonders wohl­schmeckenden Sauerkrautgerichtes fei hier ein Rezept gegeben, das vor allem da anwendbar ist, wo noch der Kohlenherd in Betrieb ist. Man stelle das Sauerkraut mit einem halben Glas Weiß­wein und zwei bis drei Löffeln heißem Fett über­gossen in den Bratofen. Es bleibt den ganzen Tag darin, wird von Zeit zu Zeit umgeruprt; wenn no­tig, gießt man ab und zu etwas Bruheoder Was­ser dazu. Anderntags fügt man, falls t^ifd) ba^u- gegeben werden soll, dieses zum Kraut und laßt das Ganze noch dünsten. Eine halbe Stunde vor dem Anrichten werden Mehl und Zwiebeln geschwitzt und unter das Kraut gezogen. Vor dem Aufträgen reibe man ein bis zwei säuerliche Aepfel m das

Zubereitung: nicht zu große Kohlköpfe werden ge­teilt, die groben Rippen weggeschnitten und die Hälften einige Minuten in Salzwasser gekocht. In einer Bratpfanne läßt man Fett und Zwiebelschei­ben heiß werden, gibt die gut abgetropften Kohl­hälften darauf, bestreut sie mit Salz und Pfeffer, gibt einige Butterflöckchen darauf und brät den Kohl im Ofen unter öfterem Begießen mit dem eigenen Saft; er darf nicht dunkel werden. Wenn nötig, füge man ein paar Löffel Brühe dazu. Bei großer Hitze bedecke man den Kohl mit gefettetem Papier, fahre aber fort, ihn zu begießen. Ist der Kohl weich, gieße man eine hellgelbe Mehlschwitze dar­über.

In den verschiedenen deutschen Gauen hat man besondere Zubereitungsarten für die verschiedenen Kohlgemüse. Da ist der mit Zwiebeln und geroste­tem Räucherspeck zubereitete Schwäbische Wir­st n g - K o h l, zu dem Bratkartoffeln gegessen werden. Der Märker liebt den Grünkohl, dem etwas Zucker und Gänseschmalz zugefügt ist. Die Ver­wendung von Weiß- und Rotkraut zu Salaten entweder warm, mit heißgemachtem Fett und Essig zubereitet oder in einer würzigen kalten Salattunke. In Danzig liebt man dieWerder Gans", die an­gebraten, dann mit Brühe gelöscht und mit in Viertel oder Achtel geschnittenem Weißkohl fertig gedünstet wird. S.-H.

Was sollen wir tragen?

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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PUR DIE

Für d i e Tanzstunde zeigen wir heute drei einfache Kleider.

Davon ist Modell Nr. 1 aus stahlblauem Mattkrepp, zu dem ein breiter Gürtel aus Silberleder getragen wird. Rock und Bluse sind getrennt gearbeitet, so daß die Bluse auch zu einem kurzen Rock für andere Zwecke getragen werden kann. Der Kragen, die Aermelaufschläge und der Rand des Schoßes find fünffach abgefteppt, kleine Silberknöpfe bilden den Verschluß der Bluse. Der Rock ist starkglockig in vier Bahnen geschnitten.

Aus fliederfarbenemTaftsatinist Mo­

dell Nr. 2. Die gezogenen Partien wiederholen sich am Halsausschnitt, seitlich am Gürtel und an den kurzen Puffärmeln. Der weite Rock besteht aus vier Teilen, der kleine Kragen ist der Bluse angeschnitten.

Altrosa Krepp-Georgette ist das Ma­terial von Kleid Nr. 3. Der Blusenteil ist am Halse zu einer kleinen Krause eingelesen, ebenso sind es die Aermel und der weite Rock. Die Krausen hält ein schmales, zu kleinen Schleifen gebundenes Samtband. Zu Modell 3 gehört ein Unter­kleid aus altrosa Kreppsatin.

Kraut. ,

Nicht vergessen sei zu erwähnen, daß der Genuß von rohem Sauerkraut unserer Gesundheit sehr dienlich ist; es ist reinigend und blu bildend. Diese Eigenschaften mit ihren gunftigen Folgen für das Aussehen haben unferm Sauerkraut bei den Amerikanerinnen den Rus eines Schönheitsmittels verschafft. Einesowercrowd"=Äur ist drüben nichts seltenes.

Aber auch die anderen Kohlarten W i r s i n g und Rotkohl sollten die Hausfrauen jeh häufig auf den Tisch bringen. Gerade Wirsing gib Gelegenheit zu allerlei Verbindungen, z. B. mit Tomaten, oder gefüllt mit gedämpften groben Graupen, die ihn immer wieder ueu und besonders erscheinen lassen. Sehr wohlschmeckend ist folgende

Frohe Vollsschwestern.

Werdegang, Ginn und Ausgabe der Ä.-S -Schwesternschaft

Die Ernennung der Reichsoertrauensschwester der NS.-Schwesternschaft Oberin Käte B ö 11 g e r zur Generaloberin dieser Schwesternschaft wird bei vielen Volksgenossen, besonders wohl aber bei den Volks­genossinnen die Frage ausgelöst haben, was es mit dieser NS.-Schwesternschaft auf sich hat. Fast ver­mag man sich zwischen der Vielfalt von Schwestern­schaften nicht mehr zurechtzufinden. So wird eine Darstellung über den Werdegang, den Sinn und die Aufgabe der NS. - Schwesternschaft willkommen sein.

In der Kampfzeit des Nationalsozialismus hörte man bereits vonBraunen Schwestern" oder von Rote-Hakenkreuz-Schwestern". Sie traten neben die seit langem bekannten Rote-Kreuz-Schwestern, neben die (katholischen) Caritas-Schwestern, neben die (evangelischen) Schwestern der Inneren Mission und neben die Freien Schwestern. Die Organisation derBraunen Schwestern", die sich in der Kampf­zeit der Bewegung der verwundeten SA.-Männer und der bedürftigen Parteigenossen angenommen hatten, wurde im Januar 1934 vom Stellvertreter des Führers aufgelöst und erstand am 17. Mai 1934 neu in der vorn Hauptamt für Vvlkswvhlfahrt ge­führten N S. - S ch w e st e r n f ch a f t. Mit der Er­nennung der Reichsoertrauensschwester Käte Bött- ger zur Generalvberin hat der organisatorische Auf­bau der NS.-Schwesternschaft äußerlich ihren Ab­schluß gefunden. Alle Kraft kann nun auf den inneren Aufbau und Ausbau verwendet werden.

Die Notwendigkeit der NS.-Schwesternschaft liegt in den völlig neuen Aufgaben des Dritten Reiches begründet. Einmal: die Nationalsozialistische Bewe­gung bedarf einer festgefügten Truppe, die die na­tionalsozialistischen Anschauungen der Gesundheits­fürsorge des deutschen Volkes in die Tat umsetzt, insbesondere die Gedanken der Rasseforschung und Erbgesundheitslehre verwirklicht. Zum andern: Die NS.-Schwestern sollen nach dem GrundsatzVor­beugen ist besser als Heilen" sich nicht nur der Kranken, Siechen und Armen annehmen, sondern sollen darüber hinaus durch ihr vorbildliches Le­ben, durch ihre Persönlichkeit und durch die Be­treuung der Volksgenossen auch ing es u n d e n Tagen" helfende, weltanschauliche und erziehe­rische Arbeit leisten. Selbstverständlich in enger Fühlung mit der deutschen Aerzteschaft, weswegen die NS.-Schwesternschaft zugleich auch dem Reichs­ärzteführer Dr. Wagner unterstellt ist.

Der aus dem Altertum, von Antisthenes, stam­mende SatzDie Gefunden bedürfen des Arztes nicht" ist nur bedingt richtig. Der Nationalsozialis­mus steht heute, wie schon erwähnt, auf dem Standpunkt, daß man dem Krank werd en (in körperlicher und geistiger Beziehung) dadurch steuern kann, daß man sich schon der Gefährdeten annimmt, also gewissermaßen die Keime kommender, mög­licher Krankheiten körperlicher und seelischer Art bekämpft. Dieser Grundsatz ist schon so sehr All­gemeingut des Volkes geworden, daß es weiterer Ausführungen nicht bedarf. Ein großes und weites Arbeitsfeld liegt somit vor der NS.-Schwestern- schaft. Es gilt alle die Schäden, die durch die marxi­stische Revolte von 1918, durch Inflation und De­flation, durch Mißregierung, Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit im deutschen Volke angerichtet wur­den, wieder auszumerzen. Es gilt, verbitterte Volks­genossen wieder zukunftsfroh und fähig zu machen, am deutschen Aufbau mitzuhelfen. Es gilt ins­besondere, sich der Mütter und Kinder des deutschen Volkes anzunehmen, weshalb die NS.-Schwestern- schaft auch im HilfswerkM utter und Kind" und imReichsmütterdienst" tätig mit­wirkt.

Das alles kann die NS.-Schwesternschaft aber nur leisten, wenn sie selbst zutiefst durchdrungen ist von der nationalsozialistischen Weltanschauung und von innerer Begeisterung für Führer und Volk er­griffen ist. So soll und will die NS.-Schwestern­schaft auch Spenderin von Lebensmut und Lebens­freude sein. In der Praxis wird dies dadurch er­reicht, daß zunächst überall dort, wo noch keine Schwesternfürsorge am Werk ist, NS.-Gemeinde- schwestern (Gemeindestationen) eingesetzt werden, denen die Pflege und Hege des völkischen, gemeind­lichen Lebens obliegt. Zu diesem doppelten Einsatz und höchst verantwortungsvollem Dienst wird die NS.-Schwesternschaft nur dann fähig sein, wenn sie eine gewissenhafte, allen Anforderungen gerecht werdende Ausbildung genossen hat. Auf diese Ausbildung wird daher auch ganz besonderer Wert gelegt. Der Ausbildung in der Krankenpflege geht ein hauswirtschaftliches Vorschuljahr voraus, das die jungen Schülerinnen in den gaueigenen Mütter- Häusern der NSV. ableisten. Anschließend folgt eine zweijährige Ausbildung in einer staatlich aner­kannten Krankenpflegeschule. Die erste Ausbildungs­stätte für NS.-Schwesterschülerinnen in Deutsch­land ist das Rudolf-Heß-Krankenhaus in Dresden. Dort find die Schülerinnen in Familien zu je 24 Schwestern eingeteilt, die mit einer Familienmutter, die die Betreuung und Freizeitgestaltung über­nimmt, zusammenwohnen. Als Ausgleich für die anstrengende, körperliche und geistige Tätigkeit die­nen Sport, Gymnastik, Wanderungen in der Na­tur, Besichtigungen von Museen, Fabriken und Heimstätten. Nach zweijähriger Ausbildung ist die Prüfung als Krankenschwester zu be­stehen. Ohne diese bestandene Prüfung wird keine NS.-Schwester beschäftigt. Die zuVollschwestem" aufgerückten Schülerinnen bleiben aber noch meh­rere Jahre im Krankenhaus, um sich fachlich weiter­zubilden und zu ihrer hohen Aufgabe heranzureifen. Während dieser Zeit bilden sich viele Schwestern in Sonderfächern aus: als Säuglingsschwester, als Kinderpflegerin, als Diätküchenleiterin, als Apo­thekenschwester. Wer von den Schwestern ausge­sprochene Neigung für Anstaltsarbeit hat, wird weiterhin im Kränkenhausdienst beschäftigt. Hier rücken die Fähigsten zu Stationsschwestern und zu Oberinnen auf. Die Schwestern, die es zur prak­tischen Betätigung in der Gemeinde drängt, wer­den als NS.-Gemeindeschwestern eingesetzt. Not­stands- und Grenzgebiete werden bei der Besetzung durch NS.-Gemeindeschwestern bevorzugt.

Diese Art gründlicher und gewissenhafter Aus­bildung bietet die volle Gewähr, daß dem deutschen Volk durch die NS.-Schwestern tatsächlich ein Dienst geleistet wird, der schwer zu überschätzen ist.