Ausgabe 
9.10.1936
 
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^nnLbc^beV,,tcnben Funktionären der Damiaer n I$ün?a1miSr!i6enm' V°lk-t°g-°bqc°rd"er

* tb i n «*9 emC? ®e5ilfen >>°tten sich durch beitVcht/ Ausland rechtzeitig in Sicher- Der Umfang der illegalen Tätigkeit der Danchaer Sozialdemokratischen Partei wird eindeutig durch die Menge und 2Irt der Vorgefundenen Wafftn usw erwiefen, die im Gench sfaai als Beweisstücke vor- geführt wurden Dabe, ,st diese Sammlung zweifel. los nur unvollständig, da sie lediglich das Ergebnis »" Haussuchungen an einigen meniqen ?,r&^rf,teUt- wurden auf deL PatteibZrö 6er S<PS ferner unter Zeitungen versteckt auf dem Boden und ,n den Redaktionsraumen der tonal- demokratifchenDanziger Volksstimme" sowie b sechs Abgeordneten bzw Funktionären, darunter dem gefluchte en Par e,Vorsitzenden, so,gende Sachen von der Polizei beschlagnahmt: Zahlreiche grafe- laltbng# Pistolen, darunter mehrere Armeeviitolen N8 Mauser-Schastpistolen und Gewehre, Patronen verschiedener Kaliber, ferner Sprengkapseln Eier­handgranaten, Sprengpulver, Tränengas usw

Vor dem Schnellrichter gaben die Angeklagten den Sachenbesttz zu, über die illegale Herkunft der Massen wollten sie jedoch keine Angaben machen. Die Angeklagten wurden von den jüdischen Rechts­anwälten Abraham und Kamnitzer verteidigt. Da die überführten und geständigen Angeklagten auf Grund der Danziger Gesetze nur wegen lieber» tretung der Waffenbestimmungen verurteilt wurden, wurden nur Gefängnis- bzw. Geldstrafen verhängt: gegen den Abgeordneten Wilhelm Godau, den Par­teisekretär und Volkstagsabgeordneten Johannes Mau, den Parteifunktionär Johannes Kindler, den Parteifunktionär Louis Hoppe und den Verleger derDanziger Volksstimme" Anton Fooken. Sämt­liche Angeklagten nahmen die Strafen an.

Oie Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft.

Herl in, 8. Okt (DRV.) In einem Aufsatz über die Neuausrichtung der deutschen Wirtschaft auf Grund des zweiten Vierjahresplanes weist der Generalreferent in der Reichsstelle für Raumord­nung Karl Troebs nachdrücklich darauf hin, daß alle Versuche, Konjunkturgewinne der In­vestition und Ausrichtung eigensüchtig zu vergrö­ßern oder zu verbergen, gegen die klare antikapitalistische Haltung des deut­schen Volkes, sowie gegen den Sinn der poli­tischen Revolution unserer Nation verstoßen und für die Volksgemeinschaft unertxäg» l i ch sind. Der Führer hab^ den anarchistischen zügellosen Kapitalismus überwunden und Volk und Reick damit vor dem Verfall bewahrt. Aus der deutschen Dolkswirtschaftskrise führte er uns her­aus zum Kampf um eine auf staatlichen Richtlinien und staatlichen Planun­gen beruhende Gesundung in Finanz­politik, Arbeitsbeschaffung, Straßenbau, Landwirt­schaft und Handel. U.n s e r e politische Frei­heit, das kostbarste Gut, das wir uns errungen haben, bedarf zu feiner Sicherung des täglichen Einsatzes aller Wirtschaftskräfte und die rechte Ver- brauchergefinnung des Volkes, für die wir uns täglich einsetzen, wirtschaftend im Sinne Friedrich Lists: Macht ist wichtiger als Reichtum, weil die Macht der Nation eine Kraft ist, neue produktive Hilfsquellen zu eröffnen und weil die produktiven Kräfte der Baum sind, an dem bie- Reichtümer wachsen, und weil der Baum, der Früchte trägt, wertvoller ist als die Frucht selbst."

Llm die Verständigung zwischen Japan und ßhtno.

Die Unterredung Tschiangkaischeks mit dem japanischen Botschafter.

Nanking, 8. Okt. (DNB.) Nach japanischer Darstellung sprach Marschall Tschiangkaischek in der Unterredung mit dem japanischen Botschaf­ter K a w a g o e sein Bedauern über die letzten Zwischenfälle aus und versicherte, dafür zu sorgen, daß sich eine Wiederholung ähnlicher Zwischenfälle nicht ereignen werde. Er habe auch den Wunsch ausgedrückt, auf diplomatischem Wege eine Besserung der chinesisch-japani­schen Beziehungen im Geiste der Geich­berechtigung und der Verständigung zu er­reichen. Botschafter Kawagoe bezeichnete die Zwi­schenfälle lediglich als Symptome, die sich aber sehr ernst für die chinefisch-japanischen Beziehungen auswirken könnten. Er wünsche daher, daß die chinesische Regierung ihre Aufrichtigkeit bei der Lösung solcher Zwischenfalle zeige. Beide Lan­der hätten das Ziel, die gegenseitigen Beziehungen zu bereinigen und den Frieden im Fernen Osten zu befeftigen. Folglich müsse also China mit Japan Zusammenarbeiten.

Tschiangkaischek liefe ebenfalls den Inhalt der Besprechungen oerossentlichen In der Mit eilung wird darauf hingewiefen. dafe die Verhandlungen zwar grundsätzlich den zukünftigen Beziehun- gen Chinas und Japans m, Bezugi aus die allge­meine Lage Ostastens gegolten hatten dafe aber keine konkreten Fragen berührt wor­den feien. Botschafter K a w a g °-. desten Often- heit und Aufrichtigkeit Tschianka.fchek anerkennt, habe hingewiefen. dafe die äufeersten Anstrengungen für eine'Bereinigung der Bähungen au s der Basis der Nichtbedrohung und des Nichtangriffs notwendig seien. Siefe Er- tlärung ermutige zu der fiof nung auf Womaü- f*e Lösung der Probleme aus der Bruno, läge der Gleichberechtigung.

Kleine politische Rachrichten

Wie das W^ür^mitt«

2uf J!er f (V i a n$o sich demnächst nach

Außenminister G r f Reichsauhenminister

Berlin begeben und den * V i

Freiher rnv Neura t y ^e ucy halt in Deutschland wird oem »om Führer mann ferner die Gelegenheit biete - 0 b"nfeaus,

und Reichskanz 1 er zu einer tausch empfangen zu werden.

, smorfarnmlunq wählte

Die Völke r b u n d s d 51 Stimmen

Lettland mU und C h Völker-

^nb'srÄ dafe dieser nun elf Nichtständige Mitglieder zählt. .

. m^k^nimluna des Völkerbundes Der Rat und die Der! ^^digenJnter- baden als Er atzwahl für d r { ^aag für das nationale Ger 1 ch ^chücking9 und den verstorbene Mitglied Pr f. ^^xika^ischen Staats- WkN-g-Ä Generalsekretär des Haager

Gerichtshofes Ake H a m m a r s k f 0 l d (Schweden) und den amerikanischen Völkerrechtslehrer Manley O Hudson gewählt. An der Wahlhandlung nah­men auch als Nichtmitglieder des Völkerbundes Bra- ilien und Japan, vertreten durch ihre Genfer Ge­neralkonsuln, teil. Für das zurückgetretene chinesische Mitglied Wana-Tscheng-Hui wurde wiederum ein Chinese, Tscheng-Tien-Hsi gewählt.

Der deutsche Botschafter von Hassel wurde nach seiner Rückkehr vom Urlaub vom italienischen Außenminister Graf Ciano und vom italieni­

schen Regierungschef zu einer Aussprache über die politische Lage empfangen.

Der jugoslawische Generalstabschef General M a - ritch stattete in Paris dem General F r a n ch e t d ' E s p e r a y , dem Kommandeur der während des Weltkrieges auf dem Balkan eingesetzten französi­schen Truppen, sowie dem Marschall P 61 a i n und dem Generalissimus General G a m e l i n Besuche ab. Anschließend wurde General Maritch von dem französischen Luftfahrtminister Pierre Cot emp­fangen.

Ministerpräsident Göring fährt ats Vertreter des Führers nach Vndapest.

Unser Bild zeigt den Sarg des verstorbenen ungarischen Ministerpräsidenten auf einer Geschützlafette auf dem Wege zum Bahnhof in München. (Scherl-Bilderdienst-M.)

Berlin, 8. Okt. (DNB.) Als V e r t r e t e r b e 3 Führers und Reichskanzlers wird sich Ministerpräsident Generaloberst Göring zu den Beisetzungsfeierlichkeiten des verewigten ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös nach B u d a p e st be­geben.

Der Sonderzua mit der sterblichen Hülle des Ministerpräsidenten Gömbös traf am Donners» tagmittag in Budapest ein. Don der ungarischen Grenze bis zur Hauptstadt sanden in allen Städten, die der Zug passierte, eindrucksvolle Trauerfeiern statt. Auf dem Budapester Ostbahnhof hatten sich das gesamte Kabinett unter Führung des stellvertretenden Ministerpräsidenten D a r a n y i, die Generalität, die Spitzen der Behörden, die hohe Geistlichkeit, der deutsche Gesandte von Macken­sen, der österreichische Gesandte, der italienische Gesandte, die Mitglieder des Oberhauses und des Reichstages und die Beamtenschaft eingefunden. Nach dem Einlaufen des Trauerzuges fand in der großen Halle des Ostbahnhofes, die mit Blumen, Trauerfahnen und großen silbernen Leuchtern ge­

schmückt war, eine kurze, ergreifende Trauerfeier statt. Der evangelische Bischof von Budapest, Ras- f a y, hielt eine kurze Ansprache und segnete den Sarg ein. Unter den Klängen der Nationalhymne setzte sich sodann der Trauerzug langsam durch die Straßen der Hauptstadt in Bewegung.

In den Straßen hatten die Frontkämpferverbände, die Pfadfinder und die Mitglieder des Nationalen StudentenoerbandesTurul" Aufstellung genom­men. Eine unübersehbare Menge folgte dem Trauerzuge. An dem großen Löwenportal des

Reichstages erwarteten die beiden Quästoren des

Oberhauses und des Abgeordnetenhauses den

Trauerzug. Der Sarg des Ministerpräsidenten

wurde über die große mit Blumen geschmückte Frei­treppe des Parlaments in den Kuppelsaal des Reichstages gebracht und dort aufgebahrt. Offiziere der Budapester Garnison halten die Ehrenwache. Von Donnerstag an bis zur feierlichen Beerdigung am Samstag wird das ungarische Volk seinem toten Ministerpräsidenten die letzte Ehre er­weisen.

Bewußte Volksverdummung im Sowjetstaat.

Z d R. Deutsche, die sich längere Zeit in Moskau aufhielten, erzählten diese kleine Geschichte: Eine Familie aus ihrem Bekanntenkreis, deren ältester Junge zum Leidwesen der Eltern vollkommen kom­munistisch in der Schule erzogen worden war, kam van einer längeren Reise durch Deutschland nach Moskau zurück. Man ließ den Jungen über seine Erlebnisse erzählen und war natürlich mit am meisten auf seinen Eindruck von Berlin gespannt. Zum Erstaunen der Eltern wie der Deutschen hör­ten sie aus dem Munde:In Berlin herrscht gar keine Ordnung. Da stellen sich die Leute nicht vor den Geschäften an, sondern jeder geht, wann es ihm paßt, hinein und kauft sich das, was er haben w i l l." Dieser Junge hatte nie etwas anderes in Moskau kennengelernt, als stundenlanges An stehen um Lebensrnittel, Lebensmittel­karten und Bezugsscheine für die notwendigsten Gegenstände und Kleider. Er hatte jeden Tag beim Anstehen mit Blaustift seine Stehnummer in die Handfläche hineingeschrieben erhalten, damit er, falls es zu lange dauerte, auch einmal weggehen konnte und dann nicht seinen Platz verlor. Und diese Zustände und Entbehrungen waren ihm s 0 gewohnt geworden, ja, die planmäßige bolsche­wistische Propaganda in den Unterrichsstunden und Organisationen hatte ihm diesen Zustand als s 0 selbstverständlich hinzustellen vermocht, daß er die Kauffreiheit in Deutschland einfach nicht mehr verstand, sondern sie von seinem Standpunkt sogar alsunordentlich" ablehnte.

So konnte es dann zu dieser Antwort und zu diesem Urteil über Deutschland kommen, das wir zunächst als Kuriosum oder einen guten Witz an­sehen würden, wenn diese kleine Begebenheit nicht auch einen sehr ernsten Hintergrund hätte. Nichts könnte nämlich treffender die geistige Skla­verei kennzeichnen, in der das russische Volk und vor allem die Jugend im Sowjetstaat gehalten wird. Das kleine von uns erzählte Beispiel ist das Ergebnis einer Volksvergiftung, durch die es er­möglicht wird, ein Volk nicht nur in der Verelen­dung zu halten, sondern die Menschen sogar noch dazu zu bringen, diesen unwürdigen Zustand als einen Vorteil ober eine Auszeichnung zu be­trachten.

Es ist dieselbe Methode, nach der die jungen Leute inden Betrieben ruhig in dem Glauben gelassen werden, die primitiven Erfindun­gen, die man bei ihnen durch Prämien besonders fördert, seien wirklich von ihnen zum ersten- mal gemacht worden, während sie in Deutsch­land längst zur Schulweisheit der e r ft e n Physik st unden gehören. Es wächst unter die­ser Zwangsherrschaft eine Generation heran, die

gewaltsam wie in einem luftdichten Raum von der übrigen Welt abgeschnitten ein Leben fristet, dessen Armseligkeit sie selbst nicht zu ermessen vermaa, weil ihr jeder Dergleichsmahstab fehlt. Und in diese Jugenb wird von klein auf neben der systemati­schen Lüge ein Geist der Überheblichkeit, der Ehr- furchtslosigkeit und zugleich auch des Hasses gegen d i e ganze übrige Welt eingepflanzt, der wohl das größte Verbrechen darstellt, das unter den Augen der Menschheit je an einer Jugend verübt worden ist.

Kunst und Wissenschaft.

Paul Bauer, der Führer der deutschen Himalaya-Expedition. Der Leiter der deutschen Himalaya-Expedition, Paul Bauer, der, wie dieser Tage aus Bombay berichtet wurde, zum erstenmal den 6890 Meter hohen Berg Siniolchu im Zemu-Gletschergebiet be­zwungen hat, lebte bis zum Antritt seiner Expe­dition in Landshut in der Bayerischen Ostmark. Er wurde 1896 als Sohn eines Kaufmanns in Kusel in der Rheinpfalz geboren und ergriff später die juristische Laufbahn. Sein Interesse richtete sich seit jeher auf die Erforschung unbekannter Gegenden in Mittelasien die er wiederholt bereifte. Bereits 1929 und 1932 führte er die ersten deutschen Himalaya-Expeditionen Don Paul Bauer erschie­nen die beiden WerkeUm den K a n t s ch" 1933 undKamps um den Himalaya" 1934. Zu seiner jetzigen Expedition hat er die Heimat am 9. Juli 1936 verlassen. In seiner Begleitung be­finden sich die drei Münchener Bergsteiger Dr. Karl Wien, Dr. Günther Hepp und Ad. G 0 e 11 n e r.

Auszeichnung des Zeitungskulturfilms.

Der heute, Freitag, in Berlin in einer Festvor- stellung zur Uraufführung kommende Kulturfilm über das ZeitungswesenDer Spiegel aus Papier" hat folgende Auszeichnungen bekommen: Künstlerisch wertvoll, kulturell wertvoll, volksbil­dend, Lehrfilm. Zu der Uraufführung haben zahl­reiche führende Persönlichkeiten aus Partei, Staat und Wirtschaft ihr Erscheinen zugesagt.

Zahl der Rundfunkteilnehmer am 1. Oktober.

Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Oktober 1936 7 589 027 gegenüber 7 480 047 am 1. September. Jrn Laufe des Monats September ist mithin eine Zu­nahme von 108 980 (gleich 1,46 v. H.) eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Oktober befanden sich 561077 gebührenfreie Anlagen.

Aus Maffe wird Volk.

Der nationalsozialistische Staat bemüht sich, den Rohstoff Masse zum Volk zu formen, so wie der Künstler seinen Stoff formt" Das ist ein treff« icheres Wort, das auch den Begriff der Propaganda über handwerkliche Geschicklichkeit hinaushebt und durch ein großes Ziel adelt. Dieses Wort wurde gesprochen vom Reichspropagandaminister Dr. Goebbels bei einem Empfang deutscher und auslandsdeutscher Kriegsdichter. Masse an sich taugt nicht mehr wie eine Wanderdüne. Millionen von Sandkörnchen geben noch keinen fruchtbaren Bo­den. Millionen von Sandkörnchen sind eine Beute jedes Sturmes, der sie vor sich herwirbelt. Mil­lionen Sandkörnchen sind etwas Gestaltloses, und ein auch nur leiser Wind verändert ihre Oberfläche. DerGleichheits"gedanke hat in dem Sandkorn sein letztes Symbol gefunden. Aber das ist auch nun chon das Rühmlichste, was man von der Anhäu- ung dieser Millionen Sandkörnchen sagen kann.

Ein Volk ist keine Masse. Das Volk ist etwas Gewordenes und etwas Werdendes, was wiederum weiter wirkt. Das Volk ist nicht gestalt­los, sondern gestaltet seine Kinder. Man hat ein­mal das schöne Wort geprägt:Ein Volk ist die Gesamtheit aller derer, die da waren, die da sind und die da sein werden." Die Masse hat so wenig Geschichte wie eine Sanddüne. Sie hat schon des­halb keine Geschichte, weil sie nur bewegt wird und nicht bewegt. Das Volkstum aber ist eine eigene und bewegende Kraft und formt sich aus eine Fülle verschiedener Sinne und Anlagen. Wie jede Gattung, ist das Volk in seinen einzelnen In­dividualitäten verschieden und ungleich. Die Ungleich­heit der einzelnen ist die Voraussetzung für das Wollen und Können zur Einheit des Ganzen. Und der äußerste Gegensatz: die Gleichheit der einzelnen Sandkörnchen macht aus dem Staub, diesem Spiel­ball des Windes, noch keine Einheit. Einheit ist nur dort, wo ein Sinn ist; und ein Sinn ist nur, wo sich Ungleichartiges ergänzt und in der Ergän­zung den Willen zur Einheit zeigt.

Treten wir aus dem Wortbilde heraus und blät­tern wir einige Jahrzehnte in der Geschichte des deutschen Volkes zurück: Als der Frühkapitalismus den reinen Nationalbegriff zersetzte undK las - s e n" entstanden, als sich die eigentlich politischen Parteien innerlich auflosten und unter ihren alten Namen häufig oft reine Klafsenparteien nach dem Vorbilde der Sozialdemokratie groß wurden, da rührte sich schon in den ersten Anfängen der Wider­spruch. Eine rein betrachtende Kritik wie die von W. H. Riehl steht wahrhaft nicht allein, und ins« befördere aus dem Kreise der echten Konserva- ttven kamen wirkungsvolle Sozialschriftsteller. Die Bismarcksche Sozialreform ist wohl in ihrer An­lage der größte Versuch in der Vorkriegszeit, zum Begriffe des volklischen Ganzen vorzustoßen. In diesen Kreis gehört auch eine Persönlichkeit wie Friedrich Naumann mit seinem Gedanken eines Volkskaisertums. In den deutschen Grenzmarken waren ähnlich gefärbte Gedanken gang und gäbe: Ueberall dort, wo deutsche Volksgenossen im Selbst- erhaltungskampf zu einem tieferen Begriff des Nationalen" vorstießen und sich von Erscheinungen, wie sie das WortHurrapatriotismus" umschreibt, völlig loslösten. Aber im Grunde war die Vor­kriegszeit für diefe Gedankengänge nicht reif. Die Wirtschaft stand damals in einem ungeheuer dyna­mischen Aufschwung, und die große Leichtigkeit des Alltagslebens verkümmerte, die Verinnerlichung dieser Ideen und gab ihnen oft den spielerischen Anstrich desInteressanten". Große Dinge gestal­ten sich nicht, wenn es den Menschen gut geht, sondern nur, wenn sie Opfer bringen. Der Führer­gedanke, Millionen Einzelmenschen im V 0 lksbe - griff zu verschmelzen und damit auch die Millio­nen von Einzelegoismen zu überwinden, konnte nur reif werden, als sich der einzelne hilflos sah und nur von der Gemeinschaft die Ret­tung kommen konnte. Es liegt ein tiefer Sinn darin, daß derGefreite des Weltkrieges", der bis 1919 die landläufigePolitik" gemieden und die ganze Wirklichkeit des Krieges erfahren hatte, nun die nationalsozialistische Staatslehre aus unmittel­barstem Erleben erst begründete und ihr das gegen­ständliche Ziel und die eigenständige Methode der Durchführung gab.

Aus aller Wett.

Anhaltende Schneefälle in Oberbayern und in der Schweiz.

Die feit Mittwochfrüh ununterbrochen andauern­den Schneefälle im bayerischen Gebirge haben bereits zu erheblichen Schäden geführt. Am Paß Hallthurn bei Bad Reichenhall liegt der Schnee be­reits einen halben Meter hoch, fo daß der Verkehr auf dieser Strecke zwischen Bad Reichenhall und Berch­tesgaden völlig lahmgelegt wurde. Aus Kempten wird gemeldet, daß in den Waldungen großer Scha­den angerichtet wurde. Die dritte Heuernte kann vielfach nicht unter Dach gebracht werden. Auf den Landstraßen mußte der Schneepflug in Tätigkeit treten. Auf den Bergen liegt 30 Zentimeter Neu­schnee. Die ganze Landschaft zeigt sich im weißen Kleid. Ueberall schneit es weiter. Der in Oberammer­gau seit 48 Stunden ununterbrochen anhaltende Schneefall hat jetzt im Tal eine durchgehende Schneedecke von dreißig Zentimeter und auf den Bergen (Starnberger Hütte, Pürschling- häuser) eine solche von 80 Zentimeter gebracht. Teilweise sind Schneeverwehungen mit über zwei Meter Hohe eingetreten. Der Verkehr auf den Zu­fahrtsstraßen erlitt bisher keine Störung, da die Fahrbahnen ständig freigemacht werden/Auch im Ort selbst mußten den ganzen Donnerstag über die Schneepflüge verkehren. Das Gesamtbild ist hier wie im tiefsten Winter.

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Am Mittwochabend begann im Gebiet der nörd­lichen Alpen ein heftiges Schneetreiben, das am Donnerstagvormittag noch anhielt. Die Schnee­decke hält sich bis zu 500 Meter ins Tal hinab. In den Höhenlagen werden 14 Grad Kälte festgestellt. Die Südschweiz ist schneefrei.

Vergrößerung des Berliner Aentralflughafens.

Der Flughafen Tempelhof soll wesentlich vergrößert werden. Die Bauarbeiten sind be­reits im Gange. Mit der Ausführung ist der Er­bauer des Reichsluftfahrtministeriums, Professor Dr.-Jng. Ernst S a g e b i e I beauftragt worden. Der neue Flughafen soll 1938 betriebsfertig sein. Der Ausbau des Berliner Zentralflughafens war nicht zu umgehen, da sich Der Flugverkehr von einem Jahr zum andern verdoppelt, ja verdreifacht. Schon jetzt werden täglich etwa 1000 Fluggäste itt Tempelhof abgefertigt. Die Flugzeughallen reichen bei weitem nicht mehr aus, so daß zahlreiche Flug» zeuge unter freiem Himmel abgeftellt werden müs­sen. Die Fläche des neuen Flughafens wird etwa dreimal so groß sein wie das bisherige Gelände. Er erhält ungefähr die Form einer Ellipse, deren Diagonale 2,5 Kilometer lang ift Dem Haupt-